Caschy will’s wissen

Dienstag, 9. März 2010

Und was? Wie und womit ich blogge. Dafür wird dann ein Rechner verlost. Warum nicht? Ich mach mit.

Ich unterscheide zwischen Heim-, Unterwegs- und Bürobloggen.

Für Heim- und Unterwegsbloggen habe ich mein Macbook. 13″ mit Leuchttasten. Ohne eingebauten Kartenleser. Der fehlt mir. Aber sonst ist das ein prima Teil. Aufgeklappt und losgebloggt. Ganz einfach. Hier rechts im Bild. Links sieht man das original Powerbook vom (etwas schwächelnden) Powerbook-Blogger.
Power- vs MacBook

Tja, und für das Büro-Bloggen, das natürlich nur in Ausnahmefällen in Frage kommt und entsprechend knapp ausfällt, missbrauche ich meine Office-Engine, die langsam aber sicher zu schwächeln anfängt. Vielleicht liegt das an diversen, bei meinen Kollegen schon berühmt-berüchtigten in Reihe geschaltet USB-Hubs und unzähligen Programmen. Immerhin läuft die Maschine schon seit drei Jahren, ohne neu aufgesetzt worden zu sein, sehr zuverlässig. Bislang ist lediglich, ziemlich gleich am Anfang, ein Netzteil abgeraucht. Abstürze sind echte Seltenheit. Nur moderne Software fordert die alte Mühle schon ganz schön. Und auch meine diversen Grafikkarten erhöhen zwar die Performance des Anwenders, machen den Rechner aber auch nicht schneller.
Nach dem Klick auf das Bild gibt’s übrigens ein feines Suchbild.

Desktop

Tja. So sieht’s aus. ;)

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iTunes, oder wie man ein Geburtstagskind enttäuscht

Freitag, 5. März 2010

… zumindest fast.

Das Geburtstagskind hat von Großeltern, Eltern und Zuschuss aus eigenen Reserven zum Geburtstag einen iPod Touch bekommen. Weil unsere Mitnahmekapazitäten wg. Fluganreise begrenzt waren und es ja auch eigentlich ganz gut passte, haben wir zu einem iTunes-Gutschein gegriffen. Der kam als Geschenk auch gut an. Erstmal.

Und dann ging es los: Das Kind musste erst noch in die Schule und kam gegen 16.00 Uhr zurück. 16.00 Uhr, so spät? Ja, denn wir sind Luxemburg. Und damit geht das Drama los.

Das Kind brauchte natürlich einen iTunes-Account, aber selbstredend nicht mit den Kreditkartendaten von Mama oder Papa. Aber kein Problem (dachten wir) es hat ja einen prima Gutschein!

Wir haben dann die diversen Daten eingetippt, ich habe das Kind über den Sinn eines einerseits gut merkbaren, aber andererseits komplizierten Passworts aufgeklärt, und irgendwann sind wir dann auch an der Stelle angekommen, wo man den Gutschein-Code eintippt. Eben “weiter” geklickt und … Tja, nix und. “Dieser Gutscheincode ist ungültig.” WTF???

Nochmal die Zahlen- und Buchstabenkombination gecheckt. Kleine Buchstaben, große Buchstaben: Keine Chance. “Dieser Gutscheincode ist ungültig.” Na super.

Wir haben uns dann mal das Kleingedruckte durchgelesen. “Dieser Gutschein kann nur mit einem in Deutschland angemeldeten iTunes-Account verwendet werden.” Wir erinnern uns: Wir sind in Luxemburg! Na, geil. Das war es dann wohl mit unserem Geschenk. Wer liest sich denn das Kleingedruckte auf einem iTunes-Gutschein durch? Wir haben nun mit einem kleinen Kunstgriff dem Kind sozusagen einen iTunes-fähigen deutschen Zweitwohnsitz verschafft. Nachdem wir gefühlte hundertmal die Daten – “Ihre Sitzung ist abgelaufen” – eingetippt hatten, konnte das Geburtstagskind dann doch irgendwann ein paar Apps herunterladen und war glücklich. Aber sag mir mal einer, warum man einen Bezahlaccount selbst dann einrichten muss, wenn man nur kostenlose Apps runterladen will oder darf? Warum gibt es nicht einen Account für noch nicht voll geschäftsfähige Leute? Ich bin die Anmeldeseiten von iTunes heute so oft durchgegangen: Ich hab nichts dergleichen gefunden.

Ich fand iTunes immer schon scheiße und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. :twisted:


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Schlaglochpate

Mittwoch, 3. März 2010

Was tun, wenn die Kohle in deutschen Kommunen fehlt nicht dort ankommt, wo sie hinsollte? Man schafft ein Schlaglochsponsering, wie nun das Dorf Niederzimmern in Thüringen vormacht.

Ich kenne nach dem letzten Winter in Berlin auch ein paar Löcher, neben denen (wenn sie beseitigt sind) ich mir ein Schild gut vorstellen könnte: “Diesen Reifenschaden ersparte Ihnen willsagen.de”.

:)

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Bundeshauptstadt Karlsruhe

Dienstag, 2. März 2010

Berlin verabschiedet Gesetze. Karlsruhe kassiert sie wieder ein. In der Regel wegen Stümperhaftigkeit oder weil nicht für, sondern gegen den Bürger, der das Land trägt, agiert wird.

Das Bundesverfassungsgericht ist auf dem Weg (vielleicht ist es sogar schon angekommen), wichtigste Instanz für die demokratische Grundordnung zu werden. Die gewählten “Volksvertreter” sind mit ihrer Aufgabe offensichtlich überfordert oder lassen sich zu leicht durch allerlei bunte Angebote aus ihrer Umgebung ablenken.

Und weil auch in Karlsruhe am Bundesverfassungsgericht nur Menschen sitzen, ist meine größte Sorge, dass es dort mal einen Bestechungsvorwurf geben könnte, der, selbst wenn er sich nicht bewahrheiten würde, einen mehr als faden Beigeschmack hinterlassen würde. In einem Land, das mit Nachrichten, wie man sie aus Bananenrebubliken kennt, wenn ich nur an den U-Bahnbau in Köln denke, Schlagzeilen macht, wäre das ein Dolchstoß in das Herz aller Demokraten.

Lasst es nicht so weit kommen.

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Abstinenz: 2 Stunden lang entäppelt

Montag, 1. März 2010

Das war hart.

broken iPhoneGestern habe ich Taugenichts mein iPhone runtergeschmissen. Obwohl es auf einem nicht all zu harten Holzfußboden gelandet ist, ist der Touchscreen, genauer gesagt, die Glasscheibe oben drauf, gebrochen, wie es schon dem einen oder anderen passiert ist. Das lag wohl daran, dass ich den Sturz mit dem Fuß abbremsen wollte, ihm dadurch aber einen Extra-Kick gegeben habe. Gott sei Dank funktionierte es aber noch! Immerhin.

Nach kurzer Suche habe ich in Moabit eine Firma gefunden, die im Vergleich zu anderen einigermaßen günstig wirkte, aber vor allem versprach, dass man das Gerät an einem Tag bringen und abholen konnte. Weil ich gleichzeitig ein Führungszeugnis für die Verlängerung meiner öffentlichen Bestellung und Vereidigung beantragen musste und man dies, man höre und staune, bei jedem Bürgeramt der Stadt, nicht nur im “eigenen” Bezirk, tun kann, habe ich mich nach Abgabe meines Gadgets gleich ins Rathaus Tiergarten getrollt.Weil ich schon wusste, dass ich nicht auf die Karten-Applikation zurückgreifen könnte, habe ich mir sicherheitshalber oldschoolmäßig einen Stadtplanausschnitt ausgedruckt, um das auch zu finden …

Zwei Stunden brauche man für die Reparatur. Wow! Im Rathaus habe ich erstmal eine Wartemarke gezogen. 60 Nummern waren vor mir. Nach Auskunft der Schalterdame soll das ein bis anderthalb Stunden dauern. Da konnte ich erstmal ein paar Telefonate tätigen. Urgs. Da ging das Drama los. Ich hatte meinen alten HTC-Knochen mit Windows-Mobile dabei, den ich wenigstens vorher noch synchronisiert hatte, so dass zumindest alle meine Kontakte drauf waren. Aber erstmal die Kontakte auswählen. Man braucht da so einen Stylus genannten Plastikdödel. Dann kratzt man auf dem Plastikdisplay rum, das bestimmt viel bruchfester als das Äppelteil ist. Nach dem 5ten Anlauf habe ich dann endlich die richtige Nummer meines ersten Kontaktes erwischt. Weil ich den passenden Zurückknopf nicht gefunden habe, musste ich immer wieder von vorn mit der Auswahl beginnen. Und das gleich für drei Telefonate.

Ok., im Warteraum angekommen wollte ich mal ein bisschen gucken, was sich in der Twitter-Timeline so getan hat. Aber mit dem Client, den ich vor zwei Jahren mal installiert hatte, war das nix. Mag sein, dass es da inzwischen was Besseres gibt. Ich hab dann auch auf die Twitter-Homepage zurückgegriffen. Natürlich muss man nicht glauben, dass man mit dem eingebauten Browser bequem vergrößern und verkleinern kann. So machte auch der Besuch meines geliebten Fiat-500-Forums nicht so richtig viel Spaß. Und bis ich meine E-Mails gecheckt hatte, hatte ich weitere 15 Minuten Wartezeit überbrückt.

Irgendwann kam ich dann dran, nachdem ich noch ein wenig in die Luft geguckt hatte. Zwischenzeitlich hatte ich auch bemerkt, warum sich wohl die Dame neben mir weggesetzt haben könnte, war ich doch in einen der jüngst aufgetauten kackfrischen Moabiter Hundehaufen gelatscht. Aber nur ganz knapp, am Rand. Was für ein unbeschreibliches Glück!

Beim Phonedoctor angekommen musste ich noch 15 Minuten warten, bis ich mein geliebtes Apple-Gadget wieder in Empfang nehmen konnte, nachdem man mich um 129 Euro erleichtert hatte. Außerdem habe ich mir noch eine neue Hülle gegönnt, die das iPhone schlagfertiger machen soll. Ich hatte ganz am Anfang schon mal so ein Teil benutzt. Aber das war so rutschfest, dass man keine Chance hatte, das iPhone in die Hemd- oder Jackentasche rutschen zu lassen. Das geht nun besser. Der Affe ist glatter.

Jetzt will ich hoffen, dass mir das Teil nicht so schnell wieder runterkracht. Lustig noch am Rande zu erwähnen, dass eine Frau, die gestern neben mir im Kino-Wartebereich (am Friedrichshain) mich auf mein iPhone ansprach (sie möchte auch sooo gern eines haben), sich sofort für ihre Gefühllosigkeit entschuldigte, als sie merkte, dass ich mit einem gebrochenen Touchscreen rummachte. Ich konnte sie aber beruhigen, dass mit einem gebrochenen iPhone-Touchscreen nicht die Welt zusammenbricht. Aber ich muss sagen, es ist verdammt dicht dran gewesen. In den zwei Stunden, in denen ich sowohl sinnvolle als auch unterhaltsame Funktionen so gut hätte gebrauchen können.

:)

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Fluchtweg freihalten!

Dienstag, 23. Februar 2010

Ich habe mich immer mal wieder gefragt, wonach sich eigentlich die Sitzordnung in Gerichtssälen richtet.

Klar. Der Richter (“Vorsitzende”) sitzt in der Mitte. Je nach Gericht können daneben vielleicht ein paar “Kumpels” sitzen (Beisitzer, Schriftführer, Schöffen und so weiter).

Aber dann, dachte ich, gibt es vielleicht eine Regel, dass der Staats- oder Amtsanwalt immer rechts und der Angeklagte/Beschuldigte links vom Richter sitzt. Dem ist aber nicht so. Die sitzen da augenscheinlich, wie sie wollen. Bis mir auffiel, dass der Angeklagte/Betroffene immer seinen Platz an der Seite mit der Tür bzw. gegenüber den Fenstern hat. (Meistens sind die Türen der Gerichtssäle an einer Längsseite, seltener hinten, dem Richter gegenüber).

Tja. Will man nun verhindern, dass der Bösewicht durch’s Fenster entwischt? Oder lässt man ihm die vermeintlich letzte Chance, bis ihm kurz vor der Tür dann doch noch vom Wachtmeister ein Bein gestellt wird? Fragen über Fragen. Weiß es einer? Achso: Und bevor irgendwelche Irritationen aufkommen: Ich hab das Fenster normalerweise im Rücken …

Bei Zivilsachen habe ich noch nicht darauf geachtet, ob es vielleicht für Kläger und Beklagte eine ähnliche Regelung gibt. Ich bin ja Gerichtstermine betreffend fast nur in OWi- und Strafsachen unterwegs.

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Vier Türen für ein Halleluja

Samstag, 20. Februar 2010

Himmel hilf! In Berlin zerreißt man sich das Maul über einen Maserati Quattroporte, den der Boss der Treberhilfe fährt. Die Treberhilfe ist eine gemeinnützige GmbH, die Projekte zur Jugend- und Obdachlosenhilfe betreut. Natürlich echauffieren sich alle Selbstgerechten, dass das natürlich nicht ginge: Obdachlose könnten aus moralischen Gründen selbstredend nicht von einem Quattroporte-Fahrer (samt Chauffeur) betreut werden.

Ich selbst bin absoluter Fachmann, wenn es um die Umwelt nervende Autodiskussionen geht. Es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht wenigstens einmal von meiner Chefin einen bösen Blick einfange, weil ich wieder damit rumnerve, dass ich wahlweise einen (meinen) BMW wieder haben will, einen Porsche, Audi TT, Citroen DS oder sonstwas kaufen will. Und zwar sofort. :)

Natürlich kommen gerade die angemessen etwas stärker motorisierten Mobile sofort in die Schublade “Schwanzverlängerung”. Man glaubt ja gar nicht, wie groß vor allem unter den Frauen der Dünkel gegenüber Sportwagen oder bestimmten Marken ist. Ein Auto müsse einen nur von A nach B fahren (und darf aber insbesondere vor der Tür gegenüber den Nachbarn kein falsches Bild abgeben). Da kommt dann bei einer Freundin der Chefin bei raus, dass ein Audi A6 zu protzig ist, ein wahrscheinlich etwa gleich teurer Sharan aber ok ist. Wenn das Auto aber erstmal da ist und eher nicht der Premiumgattung zuzuordnen ist, dauert es nicht lange, bis bemerkt wird, dass es irgendwie klapprig oder laut ist, wenn man mit Vmax über die Bahn Richtung Ferienhaus brettert, weil man dummerweise doch auf ein vermeintlich politisch korrektes Modell eines Unterschichtherstellers zurückgegriffen hat.

Sozialneid fördert allgemein Auflagenstärke oder Einschaltquoten. Daher wird nun alles und jeder interviewt, zu dem Maserati-Skandal seine Meinung abzugeben. Dass es vielleicht jemanden geben kann, der an einem technisch oder optisch interessanten oder ästhetischen Auto statt z. B. an einem teuren Kunstwerk mehr Spaß hat, als derjenige, der ein Auto als Verbrauchsgegenstand sieht,  bleibt natürlich außen vor. Und außen vor bleibt insbesondere, wie das Auto finanziert ist. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass sich so ein Maserati recht gut leasen lässt und dann der Unterschied zu einem Audi A8, einer S-Klasse oder sowas gar nicht mehr so groß ist, wenn man es geschickt anstellt. Und warum sollte der Chef einer größeren Firma nicht mit einem bequemen Auto von Termin zu Termin fahren, bzw. gefahren werden? Denn auch ein Chauffeur kann sich durchaus bezahlt machen, wenn man im Fond wichtigeren Dingen als Autofahren nachgeht.

Konnt man mal zurück auf soziale Einrichtung, die bekanntermaßen durchaus öfter in öffentlicher Hand sind, denke ich, dass so manch ein Amtsleiter Maserati fahren könnten, wenn in ihren Ämtern genauso wirtschaftlich gearbeitet würde, wie in Firmen, die von ihrem Gewinn leben müssen.

:mrgreen:

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Kulinarischer Aschermittwoch eines Agnostikers

Mittwoch, 17. Februar 2010

Currywurst-Pommes

Thema: Das Leben ist schön! | Kommentare (7)

Das Imperium schlägt zurück: Lawblog vs. Ballmann

Dienstag, 16. Februar 2010

Das Richter-Blog “richter-ballmann.info” habe ich eigentlich immer ganz gern gelesen. Es ging zwar oft einigermaßen hochnäsig her, aber irgendwie auch amüsant. Nebenbei gab es etliche interessante Informationen, auch zu Straßenverkehrssachen, die mich natürlich besonders interessieren. Und vor allem mal nicht aus Sicht eines Anwalts, die meistens in ihren Blogs den Werbegedanken für die eigene Kanzlei im Hinterkopf haben, was natürlich nichts Verbotenes ist. Running Gag war irgendwie das Gekabbel mit Lawblogger Udo Vetter. Jetzt ist das Blog erstmal down.

Ich kann den Richter gut verstehen, anonym zu bloggen. Das hat er in seinen “Impressum” auch ganz gut erklärt, leider kann man es nun nicht (mehr) lesen. Im Google-Cache war noch was:

Wer ein juristisches blog betreibt und ein vollständiges Impressum abdruckt muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit rechen, dass sich Rechtssuchende “außerhalb des blogs” an ihn wenden und um Rat fragen. Für einen Rechtsanwalt ist das wahrscheinlich nicht unangenehm (möglicherweise  sogar beabsichtigt, was völlig legitim ist).

Der Richter darf und kann aber keinen Rechtsrat erteilen.

Der Bürger kann sich seinen Rechtsanwalt aussuchen, ein Rechtsanwalt sich seine Mandaten.

Der Bürger kann sich seinen Richter nicht aussuchen, der Richter sich nicht seine Mandanten, Parteien, Kundschaft .

Jeder, der auf berufliche Neutralität angewiesen ist, kann es sich nicht erlauben, in bestimmten (beruflichen) Zusammenhängen öffentlich eine bestimmte Meinung zu vertreten. Dabei geht es nicht darum, dass derjenige keine Meinung haben darf. Es ist nur so, dass gerade in der Juristerei u. U. auch der kleinste Strohhalm ausgenutzt werden könnte, um den Gegner aus dem Rennen zu kegeln. Und der Gegner kann für Anwälte eben auch gern mal der Richter sein. Vielleicht auch mal ein Sachverständiger. Das läuft dann i. d. R. über einen Antrag wegen der Besorgnis der Befangenheit. Das könnte beispielsweise für einen wie mich gegeben sein, wenn ich hier über bestimmte, irgendwie dann doch zuordenbare Fälle berichte und vielleicht meine persönliche Meinung dazuschreibe, die vielleicht auch mal einen laienhaften juristischen Ausblick enthalten könnte. Oder wenn ich erkennbar abfällig über einen Berufskollegen, Richter, Anwalt oder sonstwen schreibe, dem ich beruflich begegnen könnte. Dennoch darf ich über jeden Anwalt, Richter, Polizisten und so weiter denken, was ich will.

Für meinen Geschmack war/ist das Richter-Ballmann-Blog in vielen Punkten ein Ritt auf der Rasierklinge (gewesen), vor allem, wenn er sich direkt auf verhältnismäßig prominente Personen bezieht, wie eben auf den bloggenden Rechtsanwalt Udo Vetter. Der hat nach einer augenscheinlich zu weit getriebenen Kabbelei nun mal eben die Anonymität des “Richters Ballmann” ausgehebelt. Ihm dürfte klar gewesen sein, dass er das Blog damit abschießt. Das Imperium hat den Rebellenstützpunkt vernichtet.

Allerdings schätze ich “Ballmann” intelligent genug ein, dass er mit so einem unfreiwilligen Coming-out früher oder später gerechnet hat. Jedenfalls bin ich deswegen gespannt, ob bzw. wie es mit richter-ballmann.info weitergeht. Das Blog wird/wurde übrigens von der bekannten Berliner Anwaltskanzlei Hoenig nach außen hin, ja was? gehostet? naja, sowas in der Art. Untervermietet trifft es vielleicht auch.

Für mich ist das eine ziemlich unsportliche Geschichte. Manche sagen zwar, dass Ballmann an seinem Outing selbst schuld wäre. Mag sein. Vielleicht hat er es nüchtern betrachtet nicht anders verdient. Letztlich überwog oder überwiegt doch eigentlich der Unterhaltungswert. Dachte ich. Ich hatte die Juristen bislang so kennengelernt, dass man sich im Gerichtssaal nichts schenkt, aber draußen, nach der Verhandlung jederzeit zusammen ein Bier trinken geht. So kann man sich täuschen. Aber warten wir mal ab, was in der nächsten Episode folgt. Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn es heißt: Die Rückkehr der Jura-Ritter.

via kriegs-recht

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Metropolis

Samstag, 13. Februar 2010

MetropolisIch hatte es natürlich verpeilt, erstens rechtzeitig Karten für die neuerliche Uraufführung des Stummfilmklassikers “Metropolis” im Friedrichstadtpalast zu ergattern, und auch das “Public Viewing” vorm Brandenburger Tor hatte ich verdrängt. Also blieb der heimische Fernseher und das Programm von arte.

Der Film hatte mich schon länger in seinen Bann gezogen. Doch irgendwie fand ich es unbefriedigend, einen Film zu gucken mit dem Wissen, dass ein erheblicher Teil fehlt. Was wäre denn beispielsweise StarWars Episode IV, wenn der Angriff auf den Todesstern durch den Schacht an der Oberfläche fehlen würde? Daher löste die Nachricht, dass nunmehr nur noch wenige Minuten bis zur Originalfassung fehlen würden, echte Begeisterung aus! Und die neue Uraufführung hatte dabei noch den besonderen Reiz, von einem großen Orchester begleitet zu werden. Interessanterweise wurde die Originalfassung des Films unter anderem anhand der Partitur der Filmmusik zusammengepuzzelt.

Warum selbst für einen wie mich dieser Film interessant ist, ist ja klar: Unter Oldtimerfreunden sind die Szenen, in denen einige der Rumpler Tropfenwagen verbrennen, weltberühmt oder sogar berüchtigt, existieren doch heute nur noch zwei Exemplare dieses ebenso wie der Film zu fortschrittlichen Stücks Geschichte. Ein Wagen steht im Deutschen Museum in München, und einer in Berlin im Technikmuseum.

Rumpler

In dieser Szene wird aus mehreren Rumpler Tropfenwagen ein Scheiterhaufen gebildet, auf dem die “Hexe”, die Menschmaschine, verbrannt werden soll.

Metropolis

Immer mehr Tropfenwagen kommen angefahren und rumpeln aneinander.

Metropolis

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