Low-budget-Endoskop für Unfallanalytiker

Donnerstag, 22. September 2016

Moderne Autos bestehen hinten und vorne aus ungefähr zirkuszeltgroßen Plastikteilen. Früher ™ war die Karosserie aus Blech, und man schraubte zusätzlich noch Stoßstangen aus Blech an, dann, etwas später aus Plastik. Da konnte man noch dahinterschauen, um nach Schäden zu suchen. Das geht seit einiger Jahren nicht mehr.

Um verbogene Schäden wie einen leicht verformten Querträger aufzustöbern, betreibt man entweder viel Aufwand und demontiert die Stoßfängerverkleidungen, was bei verunfallten Autos insbesondere beim Wiederzusammenbauen zu großen Schwierigkeiten aufgrund verspannter und verzogener Teile führen kann, oder man behilft sich moderner Technik. Die ist aber leider manchmal ganz schön teuer.

Es geht aber auch günstiger und gar nicht mal so schlecht. Wenn man sich bei Amazon oder eBay mal umschaut, entdeckt man dort USB-Endoskope. Die meisten haben eine sehr bescheidene Auflösung, es gibt aber auch Geräte in der 20 bis 30-Euro-Klasse mit 2 Megapixeln, was gar nicht so schlecht ist. Sowas habe ich mir dann mal besorgt. Das Problem an den Dinger ist aber, dass Scharfstellgrenze etwa zwischen 2 und 10 cm liegt. Das ist zu wenig, unterm Auto bzw. hinterm Stoßfänger muss man schon mal bis zu einem Meter weit gucken können.

pass_img_6636Da die Dinger ja nun mal nicht die Welt kosten, war ich bereit, u. U. eines zu opfern und fing an, daran zu rupfen. Erst mal am hinteren Verschlusspröppel. Aber da kam ich nicht weiter. Also habe ich den kleinen Rohrschneider angesetzt und das ganze Ding vorn im Kamerabereich aufgeschnitten.

pass_img_6639Kurze Zeit später hatte ich den vorderen Deckel sauber abgetrennt. Der Blick fällt auf den LED-Ring, der dazu dient, den Bereich auszuleuchten, den man filmen oder fotografieren möchte. Das kann man in einer gewissen Vergrößerung hier sehen. Das Bild ist mit einem anderen Endoskop aufgenommen, das VGA-Auflösung macht. Hier habe ich den Ring bereits abgehoben und etwas zur Seite gebogen.

pass_dcim0007Nun habe ich mal ganz vorn an der Kamera gedreht. Und siehe da: Es machte leicht “knuck”, und dann konnte man das Objektiv, das in einem Gewinde sitzt, drehen. Damit lässt sich der Fokusbereich einstellen.

Also machte ich mal ein paar Fotos an Zollstöcken entlang, um das Ergebnis einzuschätzen und das Objektiv für meine Zwecke einzustellen.

Vorher:

vorher

Nachher:

nachher

Hat sich eindeutig für meine Zwecke zum Positiven verändert. Dass man keine Wunder erwarten darf, ist klar, aber es reicht mir. Danach musste es natürlich noch zusammengebaut werden – mit Schrumpfschlauch. Da das Endoskop an ein ziemlich flexibles Kabel montiert ist, habe ich eine Stange Lötzinn mit eingeschrumpft. Damit kann man es nun hin- und herbiegen, wie man es gerade braucht, wobei es dann in der gewählten Position bleibt. Vorher war es wasserdicht, das würde ich jetzt nicht mehr gewährleisten. Muss es aber auch nicht sein. Es gibt wohl Leute, die damit vor allem Abwasserleitungen bestaunen. Von eigenhändigen Darmspiegelungen wird abgeraten.

img_7056Erst wollte ich das Endoskop an einem Android-Smartphone betreiben. Das hat aber alles nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstellte. Ich hätte wohl ein ziemlich neues Gerät anschaffen müssen. Daher ist es nun an ein TrekStor SurfTab wintron 7.0 angeschlossen. Das kostet rund 60  Euro, und es ist sogar Windows 10 installiert. Schließt man das Endoskop an, das als Kamera erkannt wird, kann man mit der Kamera-App gleich loslegen und fotografieren. Die Dateien saugt man anschließend per Wifi oder USB-Stick herunter. Geht prima.

Hier sieht man beispielsweise die rechte Ecke des vorderen Querträgers meines BMW.

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Könnte schlechter sein. Schön wäre natürlich mehr Licht und mehr Weitwinkel. Es wird also nicht langweilig.

 

 

 

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AfD-ler sind für mich Nazis

Montag, 19. September 2016

Wenn der Begriff “Nazi” fällt, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Das hat verschiedene Gründe. In erster Linie bin ich von Kindesbeinen an sensibilisiert worden, dass es sich bei Vertretern dieser Ideologie schlicht um Abschaum handelt. Ihr Denken und Handeln ist darauf ausgelegt, anderen zu schaden, von denen sie meinen, sie würden sich irgendwie rassisch unterscheiden. Sie halten sich selbst für etwas besseres. Außerdem hat meine Mutter den Krieg als kleines Mädchen bewusst miterlebt, die Familie hatte unmittelbar unter den Nazis zu leiden, so dass mir aus erster Hand von damals berichtet wurde. Das reicht bei mir hoffentlich für ein Leben, um niemals solchen Schergen auf den Leim zu gehen.

Nun erleben wir in der Welt, insbesondere auch hierzulande, wie Leute mit solchem Gedankengut wieder Oberwasser gewinnen. Ich habe mich also gefragt, ob man Anhänger der AfD als Nazis bezeichnen sollte. Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass das richtig ist.

In den letzten Jahren ist der Nazibegriff wieder salonfähig geworden, aber vielfach auf verharmlosende Weise, wie z. B. der Rechtschreibnazi. Macht jemand auf pingelige Weise darauf aufmerksam, dass etwas falsch geschrieben ist, kommt jemand anders mit dem Begriff Rechtschreibnazi um die Ecke. Auch andernorts wird gewisse Penetranz, auf Einhaltung von Regeln hinzuweisen, gern mit Irgendwasnazi umschrieben. Ich bin kein Freund davon und finde das auch falsch. Die Gräueltaten der Nazis sind im Grunde mit nichts vergleichbar, daher ist jeder Verballhornung gleichzeitig ein Schritt dahin, dass Menschen glauben, ach, so schlimm ist das ja nicht: Ein paar Millionen Menschen abschlachten ist ja das Gleiche, wie drei falsch gesetzte Kommas. Klar. Das ist jetzt stark verkürzt und vereinfacht, aber die gedankliche Grundtendenz geht in die Richtung. Man muss sich also fragen, ob die Bezeichnung von AfD-Wählern, -Anhängern und -Mitgliedern auch eine Verharmlosung des Nazibegriffs ist. Und an der Stelle bin ich der Meinung, dass das nicht der Fall ist.

Die AfD und ihre Sprachrohre wirken auf mich so, als sei das der gleiche Duktus, der Ende der 1920, Anfang der 1930er Jahre zum Aufstieg der Nazis geführt hat. Das Handeln einiger Anhänger ist direkt mit Vorkommnissen in den 1930er Jahren z. B. bei der Judenverfolgung zu vergleichen. Noch ein paar strahlende Demagogen mehr und es ist wieder so weit.

Darum werde ich AfD-Leute als Nazis bezeichnen.

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DHL: Eine tolle Fahrt im Nonservice-Karussell

Freitag, 16. September 2016

Ich erwarte ein Paket. Da geht es mir nicht anders, als vielen Menschen auf diesem Globus. Ich habe etwas bei ebay gekauft. Dort ist meine Adresse seit Jahren unverändert hinterlegt.

Aber das Paket kommt nicht. In der Sendungsverfolgung verändert sich der Status ein paar Tage nicht. Dann wird das Paket ins Auslieferungsauto geladen, fährt einen Tag durch die Gegend. Ich lese als nächstes die Meldung, dass mit dem Empfänger eine Lagerfrist vereinbart worden sei. Ich habe aber gar nichts veranlasst.

Dann wandert das Paket wieder in das Auslieferungsauto. Als nächstes heißt es “Empfänger unbekannt”. Kann ja nicht wahr sein, also greife ich zum Telefonhörer und will die Hotline anrufen.

Aber ich finde gar keine Telefonnummer. Wieder und wieder klicke ich auf der Sendungsverfolgungsseite herum und sitze offenkundig in einem Nonservice-Karussell und fahre Runde um Runde. Ich frage die alte Tante Google nach einer Telefonnummer und sie verrät sie mir:

0228/4333112.

Ja, man habe das Paket versucht auszuliefern. Zu der Frage, wo ich eine Lagerung vereinbart hätte, kein Wort. Auf dem Paket sei als Adresse “Alte Schönhauser Straße” angegeben, sagt mir der Telefonist. Richtig wäre “Schönhauser Allee”, sage ich und frage, wie das denn wohl sein könnte. Die Daten würden ja elektronisch übermittelt. Keine Antwort. Immerhin ist die eine Straße die Fortsetzung der anderen. Der Mensch von der Hotline meint, er würde jetzt “in das System” eingeben, dass das Paket an die richtige Adresse geliefert wird.

Einen halben Tag später sehe ich, dass das Paket seinen Rückweg angetreten hat. unbenannt2

Am nächsten Morgen rufe ich wieder bei der Hotline an, was denn das jetzt solle. Ja, da kann man nichts mehr machen. Das Paket geht jetzt zurück. Die Frage, ob ich ihn jetzt anschreien oder einfach eine Viertelstunde ausharren müsse, damit etwas passiert, beantwortet er immer wieder stereotyp mit (sinngemäß): Jetzt ist alles zu spät. Und: Der Versender müsse sich jetzt bei DHL melden, damit er eine neue (kostenlose …) Paketmarke bekommt.

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist gar keine Hotline. Diese Hotline hat einzig und allein die Aufgabe, verdrossene Kunden eine Zeit lang hinzuhalten, bis sie sich entweder besser oder wenigstens anders fühlen. Es gibt ganz offensichtlich überhaupt keine Verbindung zwischen der DHL-Hotline und dem DHL-Paketdienst. Auf der einen Seite quatscht man ein bisschen mit den Kunden, auf der anderen schiebt man lustlos die Pakete mal hierhin, mal dahin. Kurz darauf bietet man mir noch die Möglichkeit an, das Problem via Facebook-Chat zu klären, schließlich habe ich meinem Unmut bereits über Twitter und eben auch Facebook Luft gemacht. Ergebnis: Das gleiche. Wer will, kann das hier nachlesen.

Dieses gesamte Online-Bestelldings ist im Grunde nur eine groß angelegte Förderung des lokalen Handels. Das wird mir jetzt langsam klar.

 

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Kreuz und quer – auch in der Luft

Mittwoch, 24. August 2016

Die Diskussion, was mit sog. Drohnen erlaubt ist, womit der Volksmund neuerdings “Multicopter mit Kamera” meint, ist in vollem Gange. Jeder weiß es besser als der andere, aber kaum einer kennt sich mit den bestehenden Regeln aus. Dass für Multicopter als erstes mal die gleichen Regeln gelten wie für Modellflugzeuge gelten, liegt eigentlich auf der Hand.

Die Tage hatte ich den Plan, mal auf einem Modellflugplatz der Urlaubsregion fliegen zu gehen. Ich suchte mit der App “Model Airfields” den nächst gelegenen Modellflugplatz und ließ mich dorthin navigieren. Es ging durch ein Gewerbegebiet hindurch, und plötzlich stand ich an einem Segelfluggelände. Im Hintergrund sah ich auch ein paar Modellflieger. Aber vor allem stand ich vor einem Schild, das relativ unmissverständlich sagte, dass das Überqueren bei Flugbetrieb keine gute Idee sei. Der am nahen Platzende stehende Dimona-Motorsegler und zwei in der unmittelbaren Umgebung kreisende Segelflieger zeugten eindeutig von Flugbetrieb. Dass es Modellflieger und Manntragende in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, ist nichts neues, und kenne ich z. B. aus Achmer bei Osnabrück. Eigentlich ist Modellflug in einer Zone von 1,5 km um einen Flugplatz verboten. Will man doch mal in der Nähe eines Flugplatzes fliegen, muss man Kontakt mit der Flugleitung aufnehmen.

An einem alten Bulli saßen zwei Leute, von denen sich einer als Flugleiter zu erkennen gab. Ich grüßte freundlich und fragte erst mal, wie das hier so läuft mit parallelem Betrieb von Segelflug- und Modellfluggelände. “Alles kein Problem. Die Segelflieger hier und die Modellflieger jenseits der Platzkante. Manchmal kommen die Modellflieger aber auch ganz schön dicht hier herüber. Grüß mal schön da drüben und mache noch mal drauf aufmerksam, wo die Grenze ist.”, bekam ich mit auf den Weg.

Ich vergewisserte mich, dass gerade kein manntragender Flieger im Anflug war und setzte mich in Bewegung. Auch die Modellflieger wiesen mich kurz ein: “Nicht über die Platzkante, am besten diesseits des Platzes.” und zeigten in die dem Segelflugplatz abgewandte Richtung. Klare Anweisung. Kein Problem, Platz war genug und der Wind blies auch so, dass es mit dem Landeanflug keine Probleme geben würde.

Ich packte also den ersten Akku in meinen neu erworbenen “Bixler”, auf dem bereits eine Kamera hockte, und flog los. Mal hier, mal dorthin, immer auf der angewiesenen Seite des Platzes. Erst landete parallel ein Segelflieger in sicherem Abstand. Schön zu sehen, wie manntragendes und Modellflugzeug parallel ihre Bahn zogen.

Plötzlich rief einer der herumstehenden Modellflieger: “Achtung, Segelflugzeug von rechts!” Ich hatte gerade ganz gute Höhe (schätzungsweise 100 m) und war ziemlich direkt über dem Modellflugplatz, als ein Segelflugzeug von rechts quer über den Modellflugplatz unter meinem Modellflugzeug ankam, um offensichtlich direkt in Richtung Hangar zu landen. Man sieht den Höhenunterschied und die Flugrichtung ganz gut am unteren Bildrand meines kurzen Videos. Eine aufziehende Schlechtwetterfront veranlasste die Flieger, vorzeitig einzupacken. “Das machen die öfter.”, sagte einer der Modellflieger wohl als Reaktion auf meine Verwunderung, wo doch vorher alles so gut geklärt war.

Gefahr bestand zu keinem Zeitpunkt. Es kann sogar gut sein, dass der Pilot im Segelflugzeug mein Modellflugzeug gesehen hat und die Lage so einschätzte, dass ich genügend Höhe hatte, damit er unter mir kreuzen kann. Allerdings fliegt man mit einem Modellflugzeug schon mal Kapriolen, die man mit einem großen Flugzeug niemals fliegen würde. Ein schneller Abschwung, um mal kurz tief über den Platz zu brettern, kommt schon oft vor. Im Gegensatz zu Motorfliegern schleichen sich Segelflugzeuge auch ganz schön an, so dass man sie erst relativ spät wahrnimmt.

Was kann man nun daraus lernen? Eigentlich nicht viel, außer dass Regeln und vor allem Umsicht nicht völliger Unsinn sind. Nur dass die leidige Diskussion über verschärfte Regeln für Modellflieger unsinnig sind, das wird dadurch schon deutlich unterstrichen. Das Einhalten der vorhandenen Regeln reicht völlig.

 

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Dem Messschieber das Stromsparen beibringen

Freitag, 29. Juli 2016

FullSizeRenderVor vielleicht 10 Jahren kamen sie auf, die Messschieber mit Digitalanzeige. Schluss war’s mit Nonius ablesen. Man misst zwar mit dem Elektronikding nicht unbedingt genau, aber es ist auf jeden Fall einfacher ablesbar. Klar, dass ich an jeder Wirkungsstätte so ein Ding haben musste: Bastelbude, Büro, Drehmaschine usw.

Problem: Ruckzuck waren die Batterien leer. Es mag unterschiedliche Serien geben, aber meine hatten die Eigenschaft, beim bloßen Rumliegen Batterien zu fressen. Da ich den Messschieber im Büro nur selten brauche, nehme ich dort stets die Batterie heraus. Das geht. Aber vor allem beim Bastelbudenmessschieber musste eine andere, besser bedienbare Lösung her: Ein Schalter.

IMG_6662Also hab ich mir den zur Verfügung stehenden Platz mal angesehen und festgestellt, dass der für einen kleinen Schiebeschalter, wie ich sie mal im 10er-Pack gekauft habe, ausreicht. Oben im Gehäuse findet sich ein Deckel, hinter dem sich ein Schnittanschluss verbirgt. Den habe ich noch nie gebraucht und weiß auch gar nichts damit anzufangen. Dort verschwindet der Schalter im Gehäuse, als wenn es immer so gedacht gewesen wäre. Naja, wenigstens ein bisschen.

IMG_6668An den Schalter selbst habe ich zwei dünne Kabel angelötet und sie mit selbstklebender Metallfolie verbunden. Die wiederum klebt auf sog. Kapton-Band. Das ist ganz dünnes Klebeband mit guten Isolationseigenschaften.

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So sieht dann das ganze Werks aus, das in den Messschieber eingepflanzt wird. Auf der Rückseite drückt der Kontakt auf den normalen Pluspol im Batteriefach, auf der Vorderseite auf die Knopfzelle, dazwischen sitzt nun der Schalter. Funktioniert ganz gut, auch mit der originalen Batterie. Das Batteriefach geht eben etwas strammer zu. Das macht aber nichts, sondern schützt vor Wackelkontakt. Der Messschieber freut sich, wenn man erst auf “Off” drückt und dann den Schalter umlegt. Das bloße Ausschalten am neuen Schalter verwirrt ihn manchmal ein bisschen, so dass er beim Wiedereinschalten nicht mehr so genau weiß, was er machen soll.

Fröhliches Messen allerseits!

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Amazon ist nichts für Geschäftsleute

Mittwoch, 13. Juli 2016

Mal wieder Zeit für einen Rant.

Amazon ist ja schön und gut, solange man sich privat irgendwelchen Mist kauft. Aber wehe, man muss fürs G’schäft was bestellen. Die Sachen kommen ja meistens schnell. Aber was ist mit der Rechnung? Eine Firma versteckt es in den Amazon-Nachrichten, wo man nie nachschaut. Andere senden einem eine Mail, manche drucken sie aus und schicken sie per Post oder legen sie ins Paket, wieder andere bleiben komplett stumm.

Ja, man kann über einen nicht all zu weit entfernten Knopf eine Rechnung für eine Bestellung anfordern. Aber wenn man in einer Bestellung mehrere Artikel von verschiedenen Marketplace-Anbietern zusammengefasst hat, klappt das nicht mehr. Denn, die Rechnungsanforderung über diesen Knopf funktioniert stets nur für den ersten Artikel und damit nur für den ersten Anbieter in der Liste. Rechnung1

M. E. ist das ein ganz klarer Designfehler auf Seiten Amazons. Ich dachte erst, gebe ich einfach allen Anbietern eine schlechte Bewertung mit dem Text “Keine Rechnung, nicht geeignet für gewerbliche Bestellungen. No invoice, not suitable for business.” Schließlich könnten mir die Anbieter einfach (ungefragt) eine Rechnung an die Versandbestätigung heften. Nur die Händler verlassen sich wohl darauf, dass bei Amazon alles richtig funktioniert. Wenn zwei beteiligt sind, ist es immer keine gewesen. Wie auf dem Bau.

Wahrscheinlich muss man jeden Artikel einzeln bestellen. Dann geht es vielleicht über den Knopf “Rechnung anfordern”. Ansonsten muss man, das als Tipp, auf die Verkäuferseite gehen und dann gaaaaaaaaaaaaaanz nach unten scrollen. Dort findet man derzeit (Amazon ändert ja auch mal gerne was) unten rechts dann “Verkäufer kontaktieren” und kann dort sein Glück versuchen.kontakt

 

Ich frage mich, warum man im Warenkorb nicht einfach ein Häkchen “Rechnung als pdf per E-Mail” setzen kann. Das Leben könnte so einfach sein.

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[Fusselflieger] Von der Lichtgrenze zum Klappkopter

Dienstag, 5. Juli 2016

Klappkopter_01Mich trieb schon länger die Idee um, mir einen Copter zu bauen, der nicht so sperrig ist, wie mein Aquacopter. Mit 450 mm Diagonalabstand der Motoren ist der relativ ausladend. Klar, er wird etwas kleiner, wenn man die Propeller abnimmt, aber wer hat dazu schon immer Lust (ich nicht). So winzig wie diese Race-Copter sollte er für meine müden Augen aber auch nicht sein. Also etwas zum Zusammenklappen. Bis zur Umsetzung dauerte es dann aber doch noch recht lange. Die Idee gärte bestimmt zwei Jahre in mir.

Vor ein paar Wochen legte ich dann los. Wie immer ™ sollte das ganze Werk natürlich nicht viel kosten. Motorabstand ca. 400 mm, Motoren kamen aus einer FPV-Racecopter-Gruppe bei Facebook, als Flightcontrol (also die Rechenplatine) fiel die Wahl auf eine Naze32, 25A-Motorregler, die damit zurechtkommen via Ebay. Die Auslegerstangen, Kohlefaserrohre, stammen von der 25-Jahres-Jubiläumsaktion zum Mauerfall in Berlin am 9.11.2014, der sog. Lichtgrenze. Ich hatte ein paar Aufpasser gefragt, was denn mit den alten Dingern passiert. “Eigentlich müssen die fachgerecht recycelt werden. Aber nimm’ bloß mit. Was weg ist, ist weg.” Und dann habe ich eben ein paar Kohlefaserrohre mitgenommen, die nun zu fliegendem Material geworden sind.

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Als erstes musste mal die Klappmimik her. Als Arretierung dienen Schellen, in die man bei Aufputzelektroinstallationen die Kabelleerrohre klippt. An die Auslegerrohre habe ich quer dünnere Kohlefaserrohre geklebt (erst mit Sekundenkleber, dann mit 5-Minuten-Epoxy, nach dem zweiten Absturz mit Sekundenkleber und Kohlefaserrovings), durch die erst 6mm, nach dem zweiten Absturz 4mm-Nylonschrauben (als Sollbruchstellen – funktionierte mit 6mm eher so gar nicht) gesteckt werden.Klappkopter_04

Verschraubt ist das ganze mit einem Kreuz aus Aluminiumprofilen, die ich mit der sog. Reibetechnik mit Lötzinn verlötet habe. Nach dem zweiten Absturz habe ich das Kreuz dann allerdings aus Kunststoff-U-Profil noch einmal neu gebaut. Durch die Rohre konnte ich prima die Leitungen für die Motoren verlegen. Die werden dann aus dem Profil heraus zu den Motorreglern geführt. Im Bild am fertigen Copter zu sehen.

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Als nächstes war der “Rumpf” dran, also das Teil, das Akku und Elektronik aufnimmt. Dafür nehme ich gern so Bastelplatte aus dem Baumarkt (4 bis 5 mm dick), wohl ein festeres Schaumzeugs oder so, das man mit dem Teppichmesser schneiden kann (in mehreren Zügen). Das ist nicht superstabil, aber einigermaßen leicht und gut zu verarbeiten. Klar, Kohlefaserplatten wären schöner, aber dafür müsste erst mal eine CNC-Fräse her. Also Baumarktzeugs.Klappkopter_06

 

Mit Abstandhaltern sind zwei Platten parallel angeordnet, so dass die vorgesehenen Akkus (3s, 2400 mAh oder 2200 mAh) dazwischen passen. Hinten arretiert den Akku ein Gummiband, vorne wird er durch ein Blech vorm Rausrutschen gehindert, das gleichzeitig als Kühlkörper für den Videosender dient. Auf dem Bild sieht man schon eine kleine Kamera. Die soll später mal für FPV-Fliegen dienen. (First Person View, also Modellfliegen mit Video-Downlink und VR-Brille). So weit ist es aber noch nicht.

Klappkopter_09Hier sieht man den Rohbau schon ganz gut. Die Motoren sitzen auf kleinen Kohlefaserplatten, die ich für kleines Geld bei Ebay gekauft habe (beinahe hätte ich “ersteigert” geschrieben, aber das macht man ja praktisch nicht mehr). Klappkopter_08 Die Platten habe ich erst mit 5-Minuten-Epoxy angeklebt, was nur so mittelgut hielt. Jetzt mit Heißkleber und Kabelbindern. Geht.

Auf der oberen gelben Platte sitzen erst der Empfänger und darauf die Flightcontrol. Darauf läuft die “Cleanflight”-Software. Da kann man verdammt viel einstellen. Ich stehe gerade erst am Anfang der ganzen Parameterspielereien. Die ersten Flüge haben gezeigt, dass der Copter etwas schneller gieren könnte. Das werde ich wohl irgendwo verbessern können. Demnächst. Klappkopter_07

Tja, und nach dem Verteilen der Kanäle war der Copter dann erst mal so weit für die ersten Flüge fertig. Zusammengeklappt sieht das dann ganz kompakt aus, finde ich. Die ersten zwei Akkus habe ich gemütlich auf dem Sportplatz am alten Knast bei uns in Rummelsburg leergeflogen. Ging wunderbar! Als “Landegestell” habe ich mit Magneten eine aufblasbare Ziffer “0” unter dem Copter befestigt. Das federt schön, ist leicht und man kann die Fluglage gut erkennen. Sowas hängen sich Leute wohl ansonsten zu runden Geburtstagen mit einer weiteren Ziffer davor an die Tür oder in die Partylocation.

Klappkopter_02Allerdings sollte noch eine LED-Bar ans Heck. Die könnte blinken, Bremslicht imitieren, Copter “scharf” oder “gesichert”anzeigen (Motoren drehen beim Gasgeben oder eben nicht) und so Spielereien. Dafür muss der Empfänger der Flightcontrol aber statt eines PWM-Signals für jeden Kanal einzeln ein PPM-(Summen)-Signal liefern. Dafür hatte ich noch so einen kleinen Adapter rumliegen, der bislang problemlos seine Arbeit verrichtete. Also dran damit und die LEDs programmiert. Im Trockenlauf sah das alles super aus. Allerdings ist mir dann beim ersten richtigen Flug der Copter aus 2 m Höhe abgestürzt. Alle Motoren schlagartig auf “aus”, und das, obwohl “langsames Sinken” mit 20 sec Motornachlauf als Fail Safe (keine sinnvollen Signale vom Empfänger) eingeschaltet war. An dem Adapter konnte es eigentlich nicht liegen. Also alle Kabel noch mal gecheckt, die geringen Schäden vom Absturz beseitigt und noch mal los. Die ersten paar Minuten ging wieder alles super.Klappkopter_10

Dann wieder plötzlich: Alle Motoren Stop. Schöner Mist, weil die Absturzhöhe nun geschätzt 10 Meter waren. Alle Ausleger abgebrochen (natürlich nicht an den dafür vorgesehenen Sollbruchstellen), Motoren lose, Kreuz verbogen und gerissen. Glücklicherweise war der Einschlag in einer Wiese. Das hält ja dann doch noch einiges ab. Also bin ich noch mal fast zurück auf “Los” gegangen, (ohne 4000 Mark einzuziehen) und habe ein neues Kreuz gebaut, diesmal allerdings aus Kunststoff, weil das mit dem Löten doch zu nervig war und auch nicht so super hielt. Muss ich vielleicht noch mal üben. Die LED-Bar wieder demontiert, den PPM-Adapter weggelassen und alles wieder auf den Zustand zurückgebaut wie bei den ersten beiden Flügen.

Klappkopter_11Tja, und siehe da: Alles super. Fliegt wirklich schön und ist dabei so kompakt, dass er bequem in einen kleinen Rucksack passt. Sieht halt nur bekloppt aus, der Klappkopter. Aber das ist bei meinen Fluggeräten ja nichts neues. Statt der LED-Bar habe ich nun ein paar dauerleuchtende LEDs in gelb und blau an das Kreuz geklebt. Ist dann auch ein bisschen bunt beim Fliegen. Und als nächstes beschäftige ich mich dann mal mit FPV-Fliegen. Wenn nicht ein Gyrocopter dazwischenkommt …

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Ist die Cola zuckerlos, klebt sie nicht auf deiner Hos’

Samstag, 18. Juni 2016

Stadterkundungen sind anstrengend. In Paris allerdings hat man beste Möglichkeiten, sich in einem der zahllosen Straßencafés zu erholen und den umtriebigen Parisern bei ihrer Geschäftigkeit nachzublicken.

ColaZur Erfrischung bestelle ich mir eine Cola, und zwar die Light-Version. Zu viel Zucker ist schließlich nicht gut. Und normale Cola besteht ja praktisch nur aus Zucker. Der Kellner setzt die Cola wenig gefühlvoll auf dem Tisch ab: Eine kleine Flasche sowie ein Glas mit Zitronenscheibe und einer großen Menge Eiswürfel. Schnell die Flasche ins Glas umgefüllt und rein mit dem süßen Zeug, so der Plan. Ich greife das Glas, schaffe es gerade noch, es in meine Richtung zu bewegen, als es “knack” macht und der dicke Glasboden hinunterfällt.

Ich gehe nicht davon aus, dass ich einen besonders intelligenten Gesichtsausdruck zustande bringe, als ich nunmehr praktisch ein Stückchen Glasrohr in der Hand halte, während der Glasboden niederdonnert und sich die Cola in einem Schwung auf meiner Hose ausbreitet. Glücklicherweise nicht direkt in den Schritt, sondern mehr seitlich. Nass bin ich trotzdem.

Während mir der Kellner ein neues Cola-light-Gedeck bringt, versuche ich, den größten Teil der Flüssigkeit mit Papierhandtüchern und Servietten abzutupfen, was mir natürlich nur leidlich gelingt. Meine Hose bleibt erstmal ein größeres Feuchtgebiet. Prima, denke ich. Jetzt kannst du den Rest des Tages (der Eiffelturm und Lafayette standen mindestens noch auf dem Programm) in einer klebrigen Buchse rumlaufen. Aber, oh Wunder! Die Cola trocknet langsam, aber ist kein bisschen klebrig dabei. Klar, klebrig wird sie durch den Zucker. Nicht nur aus Kaloriengründen war die zuckerfreie Variante also eine gute Wahl.

(Zu untechnisch für’s Techniktagebuch, daher hier)

 

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Selbstreinigungsfunktion

Donnerstag, 2. Juni 2016

Gerade lese ich beim Techniktagebuch-Kollegen Thomas Wiegold, dass er in seinem Blog “Augen geradeaus” Schwierigkeiten mit Kommentarpöblern hat.

Nach meinem Stress im Fiat-500-Forum habe ich mir ja einige Gedanken dazu gemacht, wie man eine Community besser (was auch immer das sein könnte), sagen wir demokratischer organisieren könnte. Eine Idee war, dass man allen Lesern die Möglichkeit gibt, Kommentare von allen anderen ausblenden zu können. Löschen wäre vlt. zu viel gesagt, weil eine Wiederherstellungsfunktion schon gegeben sein sollte. Ein Kommentator könnte seinen eigenen Beitrag nicht wieder hervorholen, nur andere.

Es wäre wirklich spannend, zu sehen, was dabei herauskommt, gerade in einem Blog, in dem rege kommentiert wird. (Deswegen muss ich das hier gar nicht erst versuchen. Ich wüsste auch gar nicht, wie man das programmiert.)

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Kawa-Tagebuch: Ölwechsel (und Bremsklötze)

Samstag, 28. Mai 2016

Bei km 49461.

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Mal eben nen Ölwechsel machen. Kein Problem. Karre aufgebockt, Filterdeckel und Ablassschraube lösen, alles ablassen, Filter wechseln (neuen hatte ich schon liegen), alles zu schrauben, neues Öl druff und fertig.

Neues Öl. Klar, der Kanister 10W40 stand schon lange bereit. Sehr lange. Sehr sehr lange. Ich ziehe den Ausgießer raus, drehe den Deckel auf, ziehe den Siegelverschluss auf und sehe eine trübe, dunkelgraue Suppe. Mist. Altöl. Da hatte ich den neuen Kanister wohl am großen Verschluss aufgeschraubt (in dem die Ausgießtülle integriert ist) und dann vergessen, wegzubringen. Nach langer Zeit hatte ich das dann als frisches Öl abgespeichert.

Ich will einen tieferen Blick in den Kanister werfen und versuche, den großen Verschluss zu öffnen. Der wehrt sich. Selbst mit Zange. DAS. KANN. ALLES. NICHT. SEIN. Der war jedenfalls noch nie offen.

Ich schaue mir das Öl genauer an und denke: Wer weiß? Vielleicht ist es immer so grau. Immerhin ist es mit MoS2. Also google ich nach “liqui moly mos2 farbe leichtlauf 10w40” und finde das hier:

Das LIQUI MOLY MoS2 Leichtlauf 10W-40 enthält zum Beispiel Molybdändisulfid. Das ist ein graphitähnlicher Festschmierstoff, der die Reibung im Motor reduziert und dem Öl ausgezeichnete Notlaufeigenschaften verleiht. Weil Molybdändisulfid anthrazitfarben ist, ist das Öl schon ab Werk dunkel gefärbt.

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Also, alles bestens: Öl rein, fertig.

Nachtrag: Ein paar km zuvor habe ich die Bremsklötze vorn gewechselt.

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