Die bunte Polizei-Torte

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kürzlich saß ich in einer Veranstaltung, in der es um polizeiliche Geschwindigkeitsmessverfahren ging: Neue Verfahren und wie sie zugelassen und in Verkehr gebracht werden, Änderungen älterer Verfahren, und wie sie an den neuesten Stand der Technik angepasst werden, Fehlerquellen, Schwachsinnigkeit Unvermögen von Gutachtern und so. Das Übliche. Teilnehmer waren größtenteils Polizei- und Eichbeamte, Vertreter der Hersteller und ein paar versprengte Sachverständige.

Unter anderem erhielt ein Vertreter der Polizei das Wort, um den Anwesenden einmal mehr zu erklären, warum Geschwindigkeitsüberwachung erforderlich ist. Natürlich bemühte er Statistik. Er zeigte ein buntes Tortendiagramm, aus dem klar hervorging, dass “nicht angepasste Geschwindigkeit” Unfallursache Nummer eins ist.

Polizeitorte

(Quelle)

Das nimmt man ja im Grunde als Binsenweisheit hin. Wenn’s gekracht hat, war höchstwahrscheinlich einer zu schnell. Is’ ja klar. Andere Gründe sind Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtsverletzung und so weiter. Was einen wie mich schon stutzig macht, ist, warum nicht z. B. auch “Unaufmerksamkeit” oder “verspätete Reaktion” als Unfallursache auftaucht. Grund, einmal nachzufragen. Gelegenheit dazu ergab sich nach dem Vortrag.

Tja, meinte er, da würden ja Bremsspuren ausgemessen und die Schäden der Fahrzeuge beurteilt und damit wisse man dann, wie schnell ein Fahrzeug war. Ich war baff. In Hessen werden Unfälle für die Statistik rekonstruiert! Ich meinte, dass wäre ja super da in Hessen. In Berlin würde nicht mal ein Bruchteil der Unfälle rekonstruiert, selbst die mit Toten und Schwerstverletzten kaum. Vor mir drehte sich ein Herr entrüstet um, dass das ja wohl nicht stimmen würde. Es gebe schließlich in Berlin eigens Verkehrsunfallkommandos der Polizeidirektionen, die nichts anderes machen würden, als Unfälle aufzunehmen. Ich sagte, ja, das kenne ich sehr genau, weil ich nämlich, wie auch viele meiner Kollegen zusammen mit den Polizisten auf der Straße rumkriechen würden, um Spuren zu sichern. Ja eben, meinte er. Ja eben nicht, meinte ich. Denn die Spurensicherung ist keine Unfallrekonstruktion. Zunächst würden die Spuren gesichert und dann könne man erst anfangen, den Unfall zu rekonstruieren, und ich wüsste sicher, dass das keine Tätigkeit der Berliner Polizei sei. Der Leiter der Tagung hat die Diskussion dann verständlicherweise abgebrochen, weil sich herausstellte, dass das wohl länger dauern würde. Immerhin schloss sich sowieso gerade an Kaffeepause an, so dass dort das Gespräch vertieft werden konnte.

Der Herr vor mir entpuppte sich als ein Vertreter aus dem Stab des Polizeipräsidenten. Wir haben uns gut und angeregt in der Pause unterhalten, es hat aber dennoch einige Zeit gekostet, ihm die Unterschiede zwischen Unfallaufnahme, Unfallrekonstruktion und Unfallforschung aus Sicht des Profis Unfallanalytikers zu erklären. Immerhin bekam ich aber die Antwort auf meine Frage, woher die Statistik die Unfallursache kennt: Das ist nichts weiter als die völlig subjektive Einschätzung der Polizisten, die den Unfall aufnehmen.

Man darf diesen Polizisten nun keinen Vorwurf machen, wenn sie bei ihrer Einschätzung einen Fehler machen. Woher sollen sie das denn wissen? Das hat mich verblüffenderweise auch der Stabsmann gefragt mit dem Verweis darauf, dass ich ja auch etliche Jahre gebraucht hätte, um Unfälle zu rekonstruieren. Ja, so 5 bis 10 Jahre braucht man, bis man das richtig kann. Und genau darum muss man sich doch fragen, wie der Dienstherr von seinen Mitarbeitern, also von Laien auf dem Gebiet der Unfallrekonstruktion, zum einen diese Einschätzung verlangen kann und zum anderen aber nicht davor zurückschreckt, aus diesem Ratespiel eine Statistik zu zaubern und diese bis auf die zweite Nachkommastelle zu präsentieren. Eine ähnliche Qualität hätte es wohl, wenn man die Mitarbeiter eines Bestattungsinstitut nach der Todesursache ihrer “Kunden” fragen würde.

 

 

 

 

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Straßenmusik: Perlen vor die Säue

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich glaube, jeder ist wahrscheinlich schon mal über diesen oder einen ähnlichen Text gestolpert:

An einer U-Bahnhaltestelle in Washington D. C. spielte ein Mann an einem kalten Januar Morgen für 45 Minuten auf seiner Violine sechs Stücke von Bach. Während dieser Zeit benutzen ca. 2000 Menschen diese Haltestelle, die meisten auf dem Weg zur Arbeit.

Nach etwa 3 Minuten bemerkte ein Passant die Musik. Für ein paar Sekunden verlangsamte er seine Schritte, um dann schnell wieder seinen Weg zur Arbeit fortzusetzen.

4 Minuten später erhält der Geiger seinen ersten Dollar. Eine Frau wirft ihm ihren Dollar in den Hut ohne ihr Tempo zu verringern.

Nach etwa 6 Minuten lehnt sich ein junger Mann gegen die Wand um zuzuhören. Dann blickt er auf seine Uhr und setzt seinen Weg fort.

10 Minuten später bleibt ein etwa 3jähriger Junge stehen, aber seine Mutter zieht ihn sofort. Das Kind bleibt erneut stehen, um dem Musiker zuzusehen, aber seine Mutter treibt ihn an und das Kind geht weiter.

Mehrere andere Kinder verhalten sich ebenso. Aber alle Eltern, ohne Ausnahme, drängen ihre Kinder zum schnellen weitergehen.

Nach 45 Minuten: Der Musiker spielt ohne abzusetzen. Nur 6 Menschen insgesamt blieben stehen und hören für kurze Zeit zu. Zirka 20 Personen geben ihm Geld und gehen in ihrer normalen Geschwindigkeit weiter. Die Gesamteinnahmen des Mannes sind 32 Dollar.

Nach einer Stunde beendet der Musiker seine Darbietung und es wird still. Niemand nimmt Notiz und niemand applaudiert. Es gibt keine Anerkennung….

Niemand wusste es, aber der Violinist war Joshua Bell, einer der größten Musiker der Welt. Er spielte eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke, die je geschrieben wurden auf einer Violine im Wert von 3,5 Mio Dollar. 2 Tage zuvor spielte Joshua Bell vor ausverkauften Haus in Boston das gleiche Stücke, zu einem Durchschnittspreis von 100 Dollar pro Platz.

Dies ist eine wahre Geschichte. Joshua Bell spielte inkognito in der Untergrundstation. Auftraggeber dieses sozialen Experiments über Wahrnehmung, Geschmack und Prioritäten war die Washington Post.

Diese Experimente warf folgende Fragen auf:

Können wir Schönheit in einem alltäglichen Umfeld, zu einem unangemessenen Zeitpunkt wahrnehmen? Wenn dem so ist, nehmen wir uns Zeit sie Wertzuschätzen? Erkennen wir Talent in einem unerwarteten Kontext?

Eine mögliche Schlussfolgerung dieses Experiments könnte sein:

Wenn wir nicht einmal einen Moment Zeit haben anzuhalten, um einem der besten Musiker der Welt zuzuhören, während er eines der wundervollsten Musikstücke spielt auf einem der schönsten Instrumente, die je gebaut wurden…

… wie viel andere Gelegenheiten verpassen wir, wenn wir durch unser Leben hasten?

Onyx AshantiAch, da kommen einem ja echt die Tränen ob so großer Unbarmherzigkeit. Ganz ehrlich? Ich wäre auch schleunigst weitergegangen. Erstens habe ich keinen Zugang zu klassischer Musik und zweitens finde ich Sologeige überwiegend furchtbar. Streicher gehen erst bei n>3.

Außerdem suggeriert das ja, dass überhaupt jemand in der Lage wäre, die Qualität der musikalischen Darbietung erkennen zu müssen. Selbst wenn man es wollte: Die allermeisten sind doch so dermaßen musikalische Blindgänger, dass sie das nie erkennen würden. Vor allem den Wert eines Instruments heraushören zu können, gelingt vlt. 0,01 % der in Frage kommen Zuhörer, zu denen ich auch nicht gehören würde. Deswegen gehen sie wahrscheinlich auch ins Konzerthaus, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dort Qualität geboten zu bekommen, ohne das selbst beurteilen zu können oder müssen. Nur weil man einen dunklen Anzug oder ein Abendkleid zu einer Musikdarbietung anzieht, heißt das noch lange nicht, dass in der Verkleidung auch ein Musikkenner steckt. Auf der Rückfahrt hören sie wahrscheinlich schon wieder Helene Fischer oder die Randfichten. Btw.: Jede Karte für die Staatsoper wird mit je 257 Euro gesponsert! Das nur am Rande.

Rupert's Kitchen OrchestraWas mich aber am meisten schmerzt, und damit tut man sehr vielen Straßenmusikern Unrecht, dass man zwangsläufig impliziert, nur etablierte Profimusiker wären in der Lage, ihr Instrument hervorragend bedienen zu können. Wahrscheinlich gehen die Leute nur deswegen vorbei, weil ihnen auf der Straße ganz oft hervorragende Musik* geboten wird und es keinen Unterschied macht, wenn da ein Supergeiger steht.

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*Es gibt allerdings auch ganz viele Straßenmusiker, die besser zu Hause bleiben sollten …

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Politiker, beschwert euch nicht, einigt euch

Donnerstag, 18. September 2014

Heute stimmen also die Schotten darüber ab, ob sie im vereinigten Königreich bleiben wollen oder nicht. Wieder zeigen sich in Europa Bestrebungen in der Bevölkerung, dass man lieber unter sich sein will, statt im großen Ganzen unterzugehen. Und die Politiker jammern (bis auf die Befürworter der separatistischen Tendenzen).

Offensichtlich hat es die  Politik nicht geschafft, den Leuten zu vermitteln, dass es schlau und vorteilhaft für den Wohlstand ist, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen, ein  kleines Rädchen im Getriebe zu sein, ohne das der ganze Wagen nicht rundläuft, aber dass sie trotzdem in der Lage sind, die Eigenheiten ihrer Volksgruppe bewahren zu können (solange sie nicht z. B. fremdenfeindlich sind). Ich finde, in Deutschland funktioniert das ganz gut: Da sind als eine Gruppe natürlich die Bayern, die stolz auf ihren Freistaat, die Landschaft, das Bier, das Jodeln und was weiß ich sind. Aber trotzdem gibt es wohl nur ein paar dumme Hinterwäldler, die sich ernsthaft einen unabhängigen Bayernstaat wünschen. Die Ostfriesen oder auch Sachsen haben zurecht ihren Stolz, so zu sein, wie es ihnen durch  stoische Lebensart oder knorrige Mundart in die Wiege gelegt wurde und so weiter. Trotzdem funktioniert das Land dank Föderalismus eigentlich ganz gut.

Schaut man sich um, findet man aber immer wieder in den letzten 30 Jahren Ereignisse, die zum Zerfallen großer Staaten geführt haben: Sowjetunion, Jugoslawien, Tschechoslowakei, um ein paar zu nennen. Ob die Konglomerate, die die Staaten darstellten, in ihrer Kombination besonders glücklich entstanden waren oder den Menschen aufoktroyiert wurden, sei mal dahingestellt. Ob Grenzen entstehen oder abgebaut werden: Man wird nie allen gerecht.

Während aber die Europäische Union eigentlich eine Erfolgsgeschichte ist, gibt es dennoch Bestrebungen, dass man eben nicht das gemeinsame Europa sein will, sondern lieber ein separater kleiner Teil. Da fragt man sich ja, wie das sein kann. Gleichzeitig ist das Interesse an Europawahlen sehr gering. Auch die Wahlbeteiligungen hierzulande geben einem stark zu denken. Ist es nicht so, dass die Politik es offensichtlich nicht schafft, den Menschen zu vermitteln, wie wichtig es ist, gemeinsam etwas zu gestalten? Woran liegt das?

Ich glaube, das liegt an dem ureigenen Verhalten der Politiker selbst. Auf der einen Seite predigen sie von der tollen europäischen Gemeinschaft, vom Pluralismus und so weiter, sind aber auf der anderen Seite untereinander so zerstritten, dass das Gerede komplett unglaubwürdig ist. Anstatt sich eine Idee des politischen Gegners wenigstens anzuhören, wird, egal, was er sagt, gleich in die Kerbe gehauen, was das für riesengroßer Unsinn ist, den derjenige erzählt. Nur die eigene Partei, vielleicht sogar nur der eigene Flügel in der Partei weiß, wie es richtig geht. Alle anderen haben Unrecht und sind unfähig, völlig unabhängig, welche Ziele sie verfolgen.

Diese ganzen Elefantenrunden, Fernsehduelle, Interviews, Talkshows: Nur nerviges Rumgehacke auf dem Gegenüber. Kein einziger noch so vernünftiger Gedanke darf unwidersprochen bleiben. Das ist inzwischen soweit gekommen, dass das Zustimmen zu einer Position, die der Andere (warum ist er überhaupt “Gegner”?) vertritt, als Schwäche stigmatisiert wird. Überlegtes Abwägen, das Beurteilen der anderen Position, kommt viel zu kurz. Dabei ist es doch vielmehr eine Stärke, wenn man mit dem Kollegen aus der anderen Partei eine gemeinsame Lösung erarbeitet. Vor laufender Kamera traut sich das ja keiner mehr und im Hinterzimmer immer weniger.

Solange die Politiker im Kleinen nicht lernen, ihren Willen zur gemeinsamen Arbeit zu zeigen, können sie es von ihrem Wahlvolk auch nicht erwarten.

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Die Frau überm Sofa

Montag, 15. September 2014

inlinesofaDa hing sie nun und sagte nichts. Sie verriet nicht, wer sie war, woher sie kam, wohin sie rollte.

Ich hatte ja noch nicht viele Fotos von mir vergrößern lassen, aber dieses eine hatte es mir angetan. Ich mochte die Dynamik, den ziemlich gut sitzenden Schärfepunkt, die Farben. Einfach  für meinen  Geschmack ein tolles Foto. Also kam es irgendwann in üppiger Größe über’s Sofa, zumal auch die Bialla angetan war.

Bei genauem Hinsehen verriet die Frau auf dem Foto dann aber doch etwas über sich selbst, nämlich ihren Vornamen am Helm. Und irgendwann begann die Frage an mir zu nagen, wer das wohl sein könnte, die da bei uns über der Couch hängt und in unserm Wohnzimmer Rollschuh fährt Nun wusste ich ja noch, bei welcher Veranstaltung ich das Foto geknippst hatte. Das lag schon ein bisschen zurück. Nach vielen Fotos (natürlich von viel schlechteren anderen Knippsern) und Berichten hatte ich aber auf der Veranstalter-Seite Glück und fand ziemlich versteckt die Teilnehmerlisten vergangener Läufe. Die kaute ich nun nach dem Vornamen durch. Man glaubt ja gar nicht, wie oft manche Vornamen vorkommen. Vielleicht lag es auch daran, dass es etliche Tausend Starter gab. Jedenfalls hatte ich eine ganze Latte  Treffer bekam.

Irgendwann kristallisierte sich eine Teilnehmerin heraus, deren vollständigen Namen ich dann durchgugelte. Und wieder mehrere Treffer, diesmal im ganzen Bundesgebiet. Aber eben auch eine Frau aus hiesigen Gefilden. Ha! Und sie hatte ein Profil in einem Netzwerk, bei dem man sich typischerweise mit dem Klarnamen anmeldet. So wie ich auch vor langer, langer Zeit.

Tjoa. Und dann wartete ich erst mal auf eine Eingebung von oben. Was mag sie sich denken, wenn sie, mangels ausreichender Zeichenanzahl bei der Kontaktanbahnungsnachricht, plötzlich von einem wildfremden Kerl einen Link zu einem Foto mit dem recht kurzen Hinweis bekommt, dass ich sie fotografiert habe? Irgendwann schickte ich die Nachricht aber doch ab, und die Antwort lies nicht lange auf sich warten. Sie bestätigte tatsächlich, mein zufälliges Fotomodell zu sein, fragte aber -berechtigterweise- auch, wie ich denn auf sie gekommen bin. Nun, das habe ich natürlich gern erklärt, gehört sich ja so. Und, hurra, sie fand die Geschichte einfach klasse und fragte mich, ob sie denn ihren Facebook-Freunden davon berichten darf. Naja, sicher. Da kann ich ja schlecht nein sagen. Warum auch?

Weswegen ich eigentlich Kontakt aufgenommen hatte, war ja, weil ich noch einen Druck von dem Foto im Format 90×60 cm hatte. Den hätte ich beinahe schon anderweitig vergeben, war am Ende aber doch froh, meinen inneren Sherlock Holmes rauszukehren und derjenigen das Foto zu vermachen, die es verdient hat.

inline1Es dauert dann noch ein paar Tage, bis es zum konspirativen Übergabetreffen kam. Ich hatte einen Gerichtstermin in der Nähe ihres Arbeitsplatzes (nehme ich jedenfalls an). Und wow! Sie hat sich echt gefreut! Und das hat mich dann auch echt gefreut! Sie fand die ganze Aktion einfach großartig. Hach!

Wir haben einen zufällig rumlungernden Blumenkutscher dann noch gefragt, ob er ein Bild von uns machen könnte. Wie son Berliner Blumenkutscher nun mal so ist, meinte, er würde dann mal seine Pinsel und Farben holen. Gnarf … Er hat sich dann doch mit meinem Handy begnügt. Ergebnis: Siehe links.

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Kaufhaus-Kräcker

Montag, 8. September 2014

Wie das mit dem Cracken ging, habe ich ja nie verstanden. Aber mit einem Stapel Disketten habe ich mich in den 80ern auch regelmäßig in Kaufhäusern rumgetrieben. Soll wohl verjährt sein. Nur, dass mir meine Eltern irgendwann nicht mehr geglaubt haben, dass man einen C64 auch nur ansatzweise für die Hausaufgaben gebrauchen kann. Wobei, im Werkunterricht hat er mir geholfen, meine Fähigkeiten zu erweitern. Immerhin habe ich mangels Geld meine Joysticks selber gebaut.

Via Jens S. aus B.

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[Fusselflieger] Aqua-Icon: Auf Schwimmern in Brandenburg

Sonntag, 24. August 2014

Zwei Jahre ist es schon wieder her, dass ich meine brüchige Icon 312 auf Schwimmer gestellt habe. Ein paar Flüge habe ich seitdem gemacht, aber wirklich ausgiebige Erfahrungen konnte ich bislang nicht erfliegen, bis zur vergangenen Woche. Wir, meine Beraterin in allen Lebenslagen und ich, waren mal wieder mit dem Boot auf Brandenburger Gewässern unterwegs.

Meine YachtIcon 312 mit SchwimmernNeben meinem neuen Segelboot, einer SeaCret von Staufenbiel, war auch meine Icon 312, für den unkontrollierten Luftraum, dabei und eben mit den wieder montierten Schwimmern. Geflogen bin ich nur in den Abendstunden. Tagsüber war es immer so dermaßen windig, dass es mir zu gefährlich war. Man muss ja nicht zwangsläufig das Modell aufs Spiel setzen, zumal die Bergung auf dem Wasser nicht so einfach ist. Mal eben mit dem 12-Meter-Kahn ablegen und das Flugzeug einsammeln, sagt sich leichter als es ist.

Wie ich schon bei den ersten Tests feststellte, neigt die Aqua-Icon dazu, am Wasser zu kleben. Anstellwinkel hat sie auf jeden Fall genug, und bei entsprechender Geschwindigkeit ist durch einen beherzten Zug am Höhenruder auch das Abwassern (so nennt der Profi den Wasserstart) kein wirkliches Problem. Sieht nur etwas doof aus, dass die Mühle sich gleich steil in den Himmel schraubt, anstatt in flachem Winkel abzuheben.

Beim Fliegen merkt man den Luftwiderstand und das Gewicht der Schwimmer ziemlich deutlich. Man muss wesentlich mehr Gas geben und die Grundgeschwindigkeit ist auch höher. Ansonsten scheint das Flugzeug recht gut für die Wasserfliegerei geeignet zu sein. Bislang hatte ich jedenfalls noch keine kritischen Situationen zu meistern. Man könnte ja meinen, dass ein Hochdecker besser geeignet ist, aber das kann ich nicht bestätigen. Nur eigenstabil fliegt die Icon natürlich als 3D-Kunstflugmaschine nicht, im Gegensatz zu einem Hochdecker mit ordentlich V-Form in den Tragflächen.

Modellwasserfliegen ist eine tolle Sache. Ich mag es sowieso, mich am Wasser aufzuhalten, weil ich beim Blick über das Wasser so schön meinen Gedanken nachhängen kann. Vor allem die Ruhe auf den Brandenburger Gewässern ist dafür natürlich hilfreich. Aber demnächst werde ich auch mal über der Rummelsburg Bucht kreisen, glaube ich.

Icon 312 mit Schwimmern

Wenn man genau hinsieht, erkennt man eine kleine Kamera oben auf der Icon. Über einen irgendwie anscheinend doch nicht windigen Händler (Banggood) kam vor ein paar Wochen eine Versandtasche aus China mit einer kleinen “Keychain-Cam” mit Weitwinkelobjektiv. Bei einigen Vorgängermodellen habe ich festgestellt, dass die Dinger anscheinend selbsttätig den Akku nicht nur leersaugen, sondern auch tiefentladen und damit zerstören. Daher baue ich da Kameras jetzt so um, dass man den Akku abstöpseln kann. Das scheint zu helfen.

Die Kamera sitzt mit etwas dauerelastischem Kitt und Tesa-Band auf der Kabinenhaube und guckt mal nach vorn, mal nach hinten oder zur Seite. Vielleicht baue ich mal eine Halterung mit Dreheinrichtung.

Entstanden sind in den letzten Tagen diese Videos. Wer Zeit und Lust hat, kann ja mal reinschauen. Es empfiehlt sich, den Ton leiser zu stellen.

Seinen ersten Test hatte die Kamera allerdings an einem historischem Ort, in Tempelhof:

 

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Google, kannste vergessen? Danke.

Sonntag, 13. Juli 2014

Das sog. “Recht auf Vergessen”, diese “Lex Google”, wonach man einen Antrag an Suchmaschinenbetreiber stellen kann, unliebsame Suchergebnisse zu beseitigen, stößt bei einigen Netzaktivisten so dermaßen auf Widerstand, dass sie den Untergang des Abendlandes kommen sehen. Mindestens. Je öfter “Zensur” gekräht wird, desto weniger fällt allerdings auf, wenn es wirklich mal zu Zensur kommt. Das ist das Ärgerliche an Gewöhnungseffekten.

Ich halte es für ziemliche Panikmache, dass dieses Möglichkeit, Sucheinträge beseitigen zu lassen, wirklich nennenswerte Auswirkungen hat. Erstens ist es doch so, dass man sich an jeden einzelnen Suchmaschinenbetreiber wenden muss. Ich verrate euch mal was: Es gibt nicht nur Google. Zweitens wird ja nicht die Fundstelle selber gelöscht. Der eigentliche Inhalt bleibt unangetastet. So richtig Zensur ist es also nicht. Ok. Dadurch wird die Recherche etwas aufwendiger, um nicht zu sagen, ist es ein Rückschritt wie in analoge Zeiten, als man sich in Bibliotheken durch Karteikästen und Regale gehangelt hat. Es ist nicht mehr alles bequem vorgefiltert und in appetitlichen Häppchen vorgekaut. Zur Not muss man selbst recherchieren. Macht natürlich keiner, dessen Startseite google und erster Bookmark Wikipedia ist.

Aber wenn man mal über seine eigene Bequemlichkeit hinwegsieht und sich in die betroffene Person versetzt: Warum sollte ihr es nicht ermöglicht werden, unliebsame Netzfundstücke schwieriger auffindbar zu machen? Es wird nun mal so viel unreflektierter Mist ins Netz gekippt, dass es einem manchmal etwas zu viel werden kann.

Mir ist das passiert, als mich mal ein von Verschwörungstheorien durchweichter Journalist sozusagen beruflich konsultieren wollte, nachdem sich ein ebenso weichbirniger Politiker zu Tode gefahren hatte. Ich sollte mich zu den Schäden am Fahrzeug äußern. Offensichtlich hatte sich der Journalist Zutritt zu dem Fahrzeugwrack verschafft, wohl unberechtigt, nehme ich an.

Wir haben dann telefoniert. Danach habe ich mich allerdings informiert, was das denn überhaupt für einer ist, dieser Journalist. Und da kam dann doch so großer Unfug zutage, vor allem auch eindeutig einer politischen Richtung zugehörig, mit der ich nun beim besten Willen nicht in Verbindung gebracht werden wollte,  dass ich dachte, ne, mit dem will ich nicht in einem Atemzug genannt werden. Jedenfalls untersagte ich ihm per Mail, mich in seinen Pamphleten namentlich zu nennen. Daran hat er sich – natürlich – nicht gehalten, und so ist mein Name mit – zum Glück – wenigstens richtig wiedergegebenen Zitaten in einem Buch zu dem Thema erschienen, das dieser Schreiberling tatsächlich zustande gebracht hat.

Irgendwann stieß ich bei Google auf, ich glaube, eine französische Seite, auf der mein Name und der dieses Journalisten auftauchte. Ich dachte, na super. Außerdem wurde da als Quelle das unsägliche Machwerk dieses Schreiberlings genannt, das ich mir dann erst mal beschaffte. Allerdings gebraucht für 99 ct, damit bitte keine Tantiemen bei diesem Typen landen. Und tatsächlich tauche ich darin namentlich auf.

Das Buch kauft wahrscheinlich eh kaum einer. Und wenn mich einer darauf anspricht, weiß ich gleich, was ich von demjenigen zu halten habe. Aber die Fundstelle im Netz hat mich doch irgendwie gewurmt. Da nun aber jemanden anzuschreiben, bitteschön meinen Namen zu entfernen, kann man ja vergessen. Damit erreicht man eher das Gegenteil. Kennt man ja. Wenn man sich aber an denjenigen wenden kann, der als Multiplikator fungiert, finde ich das persönlich nicht die allerschlechteste Variante. So mancher Netzinhalt sollte sowieso einer Halbwertszeit unterliegen und sich nach einer gewissen Zeit von selbst beseitigen.

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Ach #touchandtravel. Ihr müsst noch viel lernen.

Freitag, 4. Juli 2014

Eben habe ich das Auto in die Werkstatt gebracht und bin mit der BVG zum Büro gefahren. Dafür nutze ich eigentlich ganz gern Touch&Travel, auch wenn es teurer ist, als z. B. 4er-Karten zu kaufen. Aber die Nerven, die Nicht-Annahme “neuer” 5€-Scheine (Die gibt’s schon ziemlich lange, finde ich), die Geräusche etlicher ankommender und abfahrender Züge, die bohrenden Blicke anderer Fahrscheinerwerbegewillter, während quälend langsam die Fahrscheine aus dem Automaten quillen, lassen mich zu der eigentlich ganz bequemen Handylösung greifen. Dass damit ein Bewegungsprofil erstellt wird: Nunja. HIER weiß man es wenigstens.

Nach dem ich mich eben am Senefelderplatz ausloggte und auch der Fahrpreis berechnet wurde, hatte ich beim Einschalten meines Rechners postwendend eine Mail bekommen:

 

Verstoß gegen die Touch&Travel-Bedingungen bei Ihrer Fahrt 0815

Sehr geehrter Herr Will Sagen,

während Ihrer Fahrt mit Touch&Travel am 04.07.14 (Fahrt-ID: 0815) war die Positionsbestimmung durch den Location Based Service (LBS) nicht möglich. Die Freigabe des LBS durch Sie ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um Touch&Travel nutzen zu können.

Bitte beachten Sie, dass zur Berechnung des Fahrpreises Ihr Standort zwischen An- und Abmeldung periodisch ermittelt werden muss.

Damit Sie Touch&Travel weiterhin nutzen können, ist es notwendig, den Location Based Service erneut freizuschalten. Senden Sie dazu eine SMS mit dem Inhalt +touchandtravel an die Nummer 27637. Für den Versand dieser SMS berechnet Ihr Mobilfunkanbieter Kosten für eine Standard-SMS entsprechend Ihres Mobilfunktarifs.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Touch&Travel-Kundenbetreuung

Diese E-Mail wurde automatisch generiert. Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:
Touch&Travel Kundenbetreuung
Salzufer 6
10587 Berlin

Tel.: 0800 330 430 1 (kostenlos)
info@touchandtravel.de
https://www.touchandtravel.de/

 

Ich dann so:

Guten Tag,

> Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.
Doch. Genau das tue ich:

Ich will wohl gerne irgendetwas freischalten, aber einen Verstoß, also eine aktive Pflichtverletzung gegen irgendwelche Bedingungen, habe ich nicht begangen und muss ich mir auch nicht vorwerfen lassen. Ich habe an meinem Smartphone keinerlei andere Einstellungen vorgenommen als sonst. Wlan aktiv, GSM aktiv, GPS aktiv, ja sogar Bluetooth. Der Akku zeigte beim Verlassen der letzten Station 92% an.

Wenn Ihr LBS z. B. in einer U-Bahn nicht funktioniert, kann ich wenig dagegen ausrichten. Mein Navi im Auto hat in Tunnels auch Schwierigkeiten. Jedenfalls werde ich auch in Zukunft davon absehen, an jeder Station auszusteigen und für 5 Minuten ans Tageslicht zu gehen, damit ich von Ihnen periodisch überwacht werden kann. Vielleicht sind Ihre Nutzungsbedingungen mit einer Fortbewegung unter der Erde (Blaschkoallee-Hermannplatz-Alexanderplatz-Senefelderplatz) in Zusammenwirken mit einem dramatisch schlechten, also im doppelten Sinn unterirdischen Mobilfunknetz schlicht inkompatibel. Ich habe mich von Anfang an gefragt, als diese periodische Überwachung eingeführt wurde, wie zuverlässig das wohl unter der Erde funktioniert. Mir scheint außerdem, Ihr Kundenüberwachungsdrang und das grundsätzliche Misstrauen ist etwas zu stark ausgeprägt. Ich empfehle Ihnen daher, den Fehler zunächst bei sich zu suchen, bevor Sie das Vergehen Ihren Kunden zuweisen.

Vielleicht sollten Sie über die Formulierung Ihrer Mail daher noch mal etwas nachdenken. Als Anregung, weil ich ja quasi Kunde der ersten Stunde und so etwas wie ein Betatester war (immer noch bin, trifft es wohl eher):

“Betreff: Problem mit der Standortbestimmung” oder so. Und dann: “Leider war es unserem System nicht möglich, Ihren Standort periodisch zu bestimmen. [...] Die Programmierung sieht vor, dass die Standortbestimmung durch Sie erneut freigeschaltet werden muss.” An dieser Stelle könnten Sie sich auch fragen: Warum eigentlich? Nur, weil das einmal nicht ging, muss man als Kunde aktiv werden?

Ich werde wohl dazu übergehen, mich wieder an den quälend langsamen Automaten zu bedienen (die sind vermutlich vom gleichen Programmierer, oder?) Mit 4er-Karten ist es in Berlin eh günstiger, Öffis zu nutzen.

Ja, meine Ausdrucksweise ist etwas deftig geraten. Genauso, wie Sie, der/die das jetzt liest, persönlich wohl nichts für die Unzulänglichkeiten kann, geht es mir aber auch.

Viele Grüße und einen angenehmen Tag noch

Will Sagen

 

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Demokratisches Internetforum. Geht das?

Mittwoch, 2. Juli 2014

Fiat 500 Treffen Klein-Marzehns 2013 Die Betreiber meines alten Fiat-500-Forum haben mich ja nicht mehr lieb. Die lebenslängliche Verbannung scheint wohl nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt zu werden.

Nun gut. Mache ich mir eben mein eigenes Forum. Aber die gleichen Fehler machen wie alle anderen? Genauso autokratisch, launisch und unberechenbar moderieren? Sich dem Dauerstress aussetzen, dass es immer einen geben könnte, der nicht weiß, wie er sich benehmen soll?

Oder die Sache anders angehen: Man kann, wenn man ein bisschen an das Gute im Menschen glaubt, davon ausgehen, dass die meisten Leute eigentlich ganz sauber ticken. Warum sollten sie nicht in der  Lage sein, verantwortungsbewusst gegenseitig aufeinander aufzupassen? Sollte es nicht möglich sein, ein Forum, selbstreguliert zu betreiben? Wenn der Wikipedia-Gedanke doch eigentlich auch ganz gut funktioniert, könnte es doch sein, dass sich auch in einem Forum das Gute durchsetzt. Es ist ja eh nur eine sehr begrenzte Nutzerschaft, die in Frage kommt.

Selbstreguliert heißt, dass jeder Benutzer Moderatorrechte besitzt. Er/Sie kann Beiträge anderer verändern. Das wird über dem jeweiligen Beitrag eingeblendet. Leider weiß ich nicht, wie man bei MyBB, die von mir gewählte Software, eine Bearbeitungshistorie erstellt. So muss man wohl damit leben, dass nur die letzte Bearbeitung angezeigt wird. Und was natürlich auch blöd ist, dass man Änderungen nicht rückgängig machen kann. Sollte mir hier jemand Hilfe anbieten können, wäre ich sehr dankbar!

Mit ein paar Voraussetzungen könnte man diesen Versuchsballon doch mal starten. Eine ist z. B., dass die Benutzer nach außen zwar anonym auftreten können, aber bei der Registrierung ihre Identität preisgeben müssen. Selbstredend werden diese Daten nicht veröffentlicht, stehen dem Betreiber aber zur Kontaktaufnahme zur Verfügung. Ich denke mal, viele sind schon etwas einsichtiger, wenn sie wissen, dass man sich im Zweifel an sie persönlich wendet.

Also. Hier geht’s zu meinem, euerm neuen Fiat-500-Forum. 

500web-forum-logo

 

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Carlchen-Pokal 2014

Sonntag, 22. Juni 2014

Carlchen-Pokal 2014Vor 24 Jahren erfuhr ich das erste Mal von der Existenz des Heidbergrings. Einem Fiat-500-Novizen wurden schillernde Bilder von einer sagenumwobenen Zwergenrennstrecke geschildert. Die Realität sah direkt vor meinen Augen damals allerdings anders aus. Da stand nämlich Milles 500er mit abgeschmirgelter Regenrinne und leicht onduliertem Dachholm. Da stand für mich erst mal fest: Rennsport ist gefährlich. Die Freunde der Querbeschleunigung mögen’s nicht, wenn die Beschleunigung nicht mehr zur Quer-, sondern entlang der Z-Achse einwirkt.

Carlchen-Pokal 2014Seit ein paar Jahren veranstaltet ilmotore, die Firma um Natascha und Torsten, so eine Art Revival des damaligen Renntages, benannt nach dem Stammhalter “Carlchen-Pokal”. Seitdem hadere ich damit, dort teilzunehmen oder wenigstens hinzufahren. Das Teilnehmen lasse ich mal besser sein. Erstens fehlt das passende Renngerät und zweitens halte ich mich für alles andere als einen begnadeten Rennfahrer. Da ich mich ja inzwischen sowieso mehr auf’s Fotografieren als auf’s Autofahren verlegt habe, packte ich eben den Kofferraum mit Fotozeugs voll (die Stehleiter, die ich doch nicht brauchte, passte sogar nur auf den Beifahrersitz) und machte mich auf den Weg zum 275 km entfernten Heidbergring bei Geesthacht.

Carlchen-Pokal 2014Knapp 3 Stunden später stand ich vor dem Tor, und mein Grinsen ging von Ohr zu Ohr, weil mich zorniges Zweizylindergebrumme begrüßte. Allerdings unterbrochen erst von einem Quietschen eines BMW E46 und dann einigen Knack- und Knirschgeräuschen. Der hatte sich mal gleich den Stoßfänger geliftet. Ne Rolle Gaffatape später fuhr aber wieder. Dennoch merkte man schon, dass der Kurs für normale Autos eigentlich zu eng ist. Die 500er dagegen passten hervorragend in die Landschaft. Der etwa 850 Meter lange Ring liegt wie in einem Kessel, ringsum von einem hohen Wall umgeben, ziemlich idyllisch im Grünen. Die Milane kreisen darüber und die Lerche trällert ihr Lied dazu, wenn die Motoren ihren Dienst aufnehmen. Großartig!

Carlchen-Pokal 2014Großartig auch, viele nette Leute wiederzutreffen: Natascha und Torsten sowieso. Guzzi-Philipp habe ich jahrelang nicht gesehen. BOR-NO-Andreas, aber auch Ralf. Letzter gab mir zu verstehen, dass er auch nicht mit allem einverstanden ist, was im Forum von Moderatorenseite aus läuft. Im Grunde hat er vieles bestätigt, was ich mir schon gedacht hab. Leider fehlt ihm wohl der Mut, mal etwas zu bewegen. Sei’s drum. So ist das halt im Despotismus. Karsten ließ von Rike grüßen, Steffen, Düsi, Philipp, Anja, Guido und viele mehr. Dummerweise fehlen mir zu vielen Gesichtern ja immer noch oder immer wieder die Namen. Man bot mir an, mal mitzufahren oder mir sogar ein Auto zu leihen. Beides habe ich aber dankend abgelehnt. Wenn, dann würde ich nur mit nem eigenen Auto fahren. Dennoch danke!

Carlchen-Pokal 2014Ich packte dann mein Foto-Geraffel und machte mich auf den Weg, die besten Fotospots zu erkunden. Das geht eigentlich ganz gut, weil es viele Möglichkeiten gibt, auf verschiedenen Höhen an die Strecke zu kommen. Dabei hatte ich meine Leica mit den drei Linsen (15, 35 und 90 mm) und die Nikon D5000 mit dem 70-200  (4,5-5,6) (faktisch also 105 bis 300 mm). Letzteres habe ich mal wieder viel benutzt, aber die Schärfe und der Autofokus sind halt so ne Sache. Wenn man sich die Fotos von der Leica und der Nikon in Lightroom nebeneinander in 100%-Ansicht anschaut, sind die Nikon-Bilder eben deutlich matschiger. Dafür ist es mit der Leica schwieriger, überhaupt den richtigen Schärfepunkt zu treffen. Aber ich will es ja nicht anders.

Carlchen-Pokal 2014Am imposantesten drehte für meinen Geschmack immer noch Philipp mit seinem Guzzi-D seine Runden. Das Auto ist einfach eine Wucht! Aber auch die konventioneller frisierten 500er waren eine Schau. Die “Fremdfahrzeuge”, 126er, 128er, X1/9 etc. lockerten das Feld auf. Für meinen Geschmack eher fehl am Platz war der lustige quietschende Honda. Die Jungs darin hatten aber wohl ihren Spaß. Den TT und den E46 habe ich mehr oder weniger ausgeblendet, der E30 war aber sehr hübsch anzusehen. Alles in allem hat sich die Fahrt echt gelohnt: Jede Menge Fotos, rund 700, von denen ich 175 “entwickelt” habe. Weil sich jemand über die Vokabel “entwickeln” amüsierte: Keines der Fotos wandert so, wie es aus der Kamera kommt, ins Netz. Alle sind nachbearbeitet, meistens die Ausrichtung und der Bildausschnitt. Häufig der Kontrast und “Tiefen/Lichter”, Weißabgleich, Vignettierung, Rauschunterdrückung usw. Das dauert dann schon ein paar Stunden.

Carlchen-Pokal 2014Ein paar Ausfälle gab es leider auch. Schon vor meinen Eintreffen hatte Düsis Puch Probleme mit der Kraftübertragung. Dem schönen 128er hat es vorne links die Radaufhängung zerrissen, und der 126er hat “den Mille gemacht”, sich nämlich auf die Seite gelegt. Außer ein bisschen Blechschaden ist aber nichts passiert. Hoffen wir mal, dass alle Schäden leicht zu reparieren sind, damit ich vielleicht im kommenden Jahr neue Fotos von den tollen Autos machen kann. Das hängt wahrscheinlich mehr von mir als von den Schraubern ab.

Hier der Link zu meinem flickr-Album.
Achso, und ein Filmchen habe ich auch noch gedreht. Das kann ich aber nicht so gut. Aber man bekommt einen Eindruck, was so abging.

 

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