Warum der neue Stadtentwicklungssenator Geisel super zu Berlin passt

Freitag, 12. Dezember 2014

Im März 2013 fragte ich beim damaligen Bezirksbürgermeister von Berlin-Lichtenberg, Andreas Geisel, nun frischgebackener Stadtentwicklungssenator, wann denn wohl die Hauptstraße (der verlängerte Markgrafendamm zwischen Ostkreuz und Karlshorster Straße) ENDLICH instand gesetzt wird. Für die tägliche Verkehrsbelastung ist das sicherlich eine der schlechtesten Straßen Berlins.

Im Februar 2010 sah sie so aus:
Schlaglochallee

In der Antwort auf meine Mail, die recht zügig kam, hieß es noch verheißungsvoll:

Wir werden die Straße noch über das Jahr 2013 retten. Aber dann folgt die Grundinstandsetzung.

Im Juni 2014 sah die Hauptstraße so aus:
Hauptstraße

Richtig. Es hat sich genau nichts getan. Keine Grundinstandsetzung in Sicht, dafür aber das Jahr 2015. Meine Nachfrage vom März 2014 blieb unbeantwortet. Was das Verschleppen und Hinausschieben von Bauvorhaben und das Ignorieren von lästigen Steuerzahlern betrifft, hat er sich also offensichtlich schon hervorragend an seinen Vorgängern orientiert. Das kann ja was geben. Ich wünsche eine glückliche Hand bei der Amtsführung und schöne Abende in illustrer Runde in der Staatsoper. Ah, wait …

Und damit bleibt die Göttin daher noch für lange Zeit das optimale Auto für diese Straße:
DS in natürlichem Umfeld (Schlaglochallee)

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Der Pipi-Test für den “Bösen Bullen”

Freitag, 12. Dezember 2014

bullen_0123Gestern Abend kurz vor sechs, fünf Minuten nach Feierabend, hatte ich seit langem mal wieder unberuflichen Kontakt zur uniformierten Staatsgewalt in Form einer Drogenkontrolle. Von der Schönhauser Allee kommend bog ich nach links in die Torstraße ein, um an der Karl-Liebknecht-Straße Richtung Alex abzubiegen. Fast alle Fahrspuren waren versperrt, und ich wurde von einem Kellemann auf den Parkstreifen rechts gelotst. Dort angekommen wollte man erst mal meine Papiere sehen. Gut. Nach einigem Kramen im Auto hatte ich alles Gewünschte gefunden, und weil ich dabei auch den Verbandskasten in Händen hatte, der auch plötzlich von Interesse war, hab ich dem “Guten Bullen” auch noch unter die Nase gerieben, dass der noch haltbar ist. Soweit so gut.

Man mache eine Drogenkontrolle.

“Aha.” meinte ich.

Ob ich letztens mal Drogen genommen hätte.

“Nö.”

“Noch nie?”

“Ne, noch nie.”

“Nicht mal probiert?”

“Ne. Nicht mal probiert. Nur vor ein paar Wochen war ich mal in nem Raum, in dem gleichzeitig gekifft wurde.”

Ob ich mit einem Test einverstanden wäre. – Naja, nun gut.

Guter Bulle leuchtet mir in die Augen, die ich vorher schließen soll. Alles gut (alles andere hätte mich auch gewundert).

“Zählense mal bis 30.”

“???” (Zähle in Gedanken mittelschnell bis dreißig) “Fertig!”

“Oh, das ging aber schnell.” und guckt auf seine Uhr.

“Jo, wieso?”

Naja, ich sollte im Sekundentakt zählen.

“Aha, ich soll also nicht bis 30 zählen, sondern 30 Sekunden abzählen. Müssen Sie mir aber auch so sagen.” und überlege, ob der wohl was genommen hat … Jedenfalls zähle ich dann, inzwischen rund 10 Minuten im Regen stehend, mit geschlossenen Augen im gefühlten Sekundentakt bis 30. “Fertig.” – “Ja, gut.” Anscheinend habe ich den Test bestanden. (Später erfrage ich, dass ich 35 Sekunden gebraucht habe, was wohl ein guter Wert ist.)

Jetzt kommt Kollege Böser Bulle dazu. “Welche Farbe hat’n Ihr Auto?” – “Grün, wieso?”. Leuchtet mit der Taschenlampe auf den Kotflügel und schweigt. War das jetzt auch ein Test? Was, wenn ich rosa mit blauen Sternen gesagt hätte? Wäre ich dann gleich in die  Entziehung eingeliefert worden?

Guter Bulle fragt mich, ob ich mit einem freiwilligen Pipi-Test (seine Wortwahl, wie ich später merke, wohl offizieller Berliner Polizei-Jargon) einverstanden wäre. Ich meinte, das wäre jetzt schlecht, ich wäre eben unten an der Schönhauser vom Büro aus losgefahren und wäre vorher noch aufm Klo gewesen. Das könnte meine Frau bestätigen.

“Naja, aber ein paar Tropfen gehen doch immer.”

“Mag wohl sein, aber wenn das freiwillig ist, dann würde ich jetzt eben sagen, dass ich damit nicht einverstanden bin, weil ich jetzt nicht muss, kann und will.”

“Ja, man könnte auch eine Blutprobe anordnen.”, meinte Kollege Böser Bulle.

“Oh, dann würde ich jetzt erst mal meinen Anwalt anrufen und fragen, ob das alles so richtig ist.”

Guter Bulle: “Wir müssten schon noch vorher einen Richter fragen.”

Ich so: “Ach was.”

Guter Bulle: Ob ich jetzt den Pipi-Test machen wolle. – Ne, eigentlich hatte sich meine Meinung nicht geändert.

Böser Bulle: “Wenn Sie jetzt nicht freiwillig einwilligen, dauert das hier 2 bis 3 Stunden, bis wir fertig sind mit der richterlichen Anordnung.”

“Oh, einen freiwilligen Urintest hab ich mir jetzt anders vorgestellt, nämlich ohne dass ich jetzt hier dazu durch Androhung einer Zwangsmaßnahme dazu genötigt werde. Immerhin bin ich doch wohl kommunikativ und kooperativ, hab die diversen bisherigen Tests ja wohl ordentlich absolviert, ohne Anlass für weitere Maßnahmen zu geben. Ich möchte jetzt erst mal gern wissen, was Ihnen die Veranlassung gibt, nun die nächste Stufe zu zünden.”

Böser Bulle: “Na, so richtig kooperativ sind Sie ja nicht. Immerhin weigern Sie sich, den freiwilligen Pipi-Test mitzumachen.”

“Versetzen Sie sich mal in meine Situation. Sie kommen nach 10 Stunden aus dem Büro, werden rausgewunken, benehmen sich anständig, Ihnen wird ein freiwilliger Test angeboten und die Freiwilligkeit sieht dann so aus, dass man bei Nichtteilnahme den Feierabend versaut kriegt. Da soll man jubilierend zustimmen, das so ein Test jetzt voll super ist? Ich fühle mich jetzt von Ihnen schikaniert und an meiner Menschenwürde angekratzt” – mein Blickt schweift zu zwei Dixi-Klos in der Nähe- “, wenn ich auf diese Weise zu einem freiwilligen Test genötigt würde, obwohl ich klargemacht habe, dass das jetzt schwierig ist mit dem Urintest. Jedenfalls fühle ich mich von Ihnen genötigt.”

Dass ich aus der Nummer nicht rauskomme, war mir schon klar. Aber ich hatte auch irgendwie Lust, das auszudiskutieren. Im Grunde waren die beiden ja weitgehend freundlich zu mir. Ich aber auch! Aber man kann sich leicht vorstellen, in welche Richtung das geht, wenn man vielleicht nicht einen einigermaßen verständigen Eindruck macht. Wenn schlichte Gemüter aufeinanderprallen. Vor allem kann ich mir leicht vorstellen, dass die juristischen Feinheiten leicht mal unter den Tisch fallen, um eine bestimmte Handlungsweise durchzusetzen.

Es ging dann in irgendein nah gelegenes Bürogebäude mit einem Klo im Erdgeschoss. Dort war ein großes Hallo! Viele Uniformierte und genervte Menschen drängten sich vor allem um das Männerklo.  Einen mutmaßlichen Drogi hatten sie sich da gerade zur Brust genommen und versuchten ihm in gebrochenem Englisch zu erklären, dass jetzt ein “Judge” a “Blood-Test” anordnen würde and überhaupt. Jedenfalls fielen wie Maschinengewehrsalven stakkatohaft Begriffe wie Police, Drugs, THC, Blood, Judge, Test. Ich drückte mir ein paar Kubikmillimeter aus der Blase und übergab mein Töpfen an den Guten Bullen, der mir das Haltbarkeitsdatum seines Schnelltests zeigte und loslegte. Wie zu erwarten, war alles in Ordnung.

Ich hab noch mal klargemacht, dass das von seinem Kollegen nicht fair war, die richterliche Anordnung zu vergessen.

“Ne, das hat der gesagt.”.

“Ne, das haben nur Sie mir gesagt. Ihr Kollege hat damit gedroht, dass sich das noch 2, 3 Stunden hinziehen kann. Seien sie doch mit der Freiwilligkeit ehrlich, dass es die de facto nicht gibt. Hätte ich mein Aufnahmegerät dabei, könnte ich es Ihnen jetzt vorspielen.”

Guter Bulle meinte: “Ja, der Kollege ist noch neu und etwas steif im Umgang. Ich bin länger dabei und versuche, freundlicher zu sein.”

Beinahe wäre mir “Ach, das alte Spielchen Guter Bulle, Böser Bulle, ja?” rausgerutscht, konnte es mir aber gerade noch verkneifen.

Kaum weggefahren habe ich dann auf dem Weg vom Alex zum Strausberger Platz im Berufsverkehr drei Rotlichtverstöße, eine eindeutige Geschwindigkeitsüberschreitung und zwei mal rechts abbiegen von der Geradeausspur, einmal mit Gefährdung von Radfahrern gesehen und dachte, dass es bestimmt wichtiger ist, am frühen Abend Drogentests bis zum bitteren Ende durchzuführen, ohne zu antizipieren, wann es reicht. ACA… arme Würstchen. Sie führen ja nur Befehle aus. Schönen Dank für die sinnvolle Verwendung meiner Steuergelder.

Update:
Heute fuhr ich die gleiche Strecke und wurde wieder rausgewunken. Mit ein paar überzeugenden Worten meinerseits konnte ich einen erneuten Test aber abwenden.

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Die Sache mit dem (Prof)x – determin

Donnerstag, 20. November 2014

[Disclosure: Ich begebe mich hier auf ganz dünnes Eis, weil ich von Sprache, Ethik und Gender Studies wenig bis gar keine Ahnung habe. Ich habe mir halt einfach mal meine Gedanken zu dem Thema für den Alltag gemacht. Als Ingenieur gehe ich das “pragmatisch-konstruktivistisch” an und konstruiere ein neues Sprachgeschlecht.]

 

Die Sache mit dem x?

Schon falsch. Es geht nicht um die Sache. Um etwas Sächliches, also einen Gegenstand. Es geht um Menschen. Menschen, die sich weder männlich noch weiblich fühlen. Damit sind sie aber keineswegs sächlich oder ein Neutrum. Sondern jemand, für den (an dieser Stelle sieht mein althergebrachtes Sprachgefühl die männliche Form vor, die ich vorab auch gebrauchen möchte, auch wenn es inzwischen überholt sein mag) es derzeit keinen Geschlechtsbegriff gibt. Dabei haben sie aber zweifellos das Recht, nicht in eine der beiden Schubladen gesteckt zu werden. Eine dritte muss her. Das dauert natürlich seine Zeit, bis sich sowas durchsetzt. Vielleicht stellt man irgendwann auch fest, dass man noch mehr Sortiervarianten braucht. Dann ist das eben so. Wer damit ein Problem hat, ist selbst ein Problem.

Die deutsche Sprache ist eh schon kompliziert, da kommt es auf ein Geschlecht mehr oder weniger auch nicht an. Erst mal einen Begriff finden. Ich finde, er sollte mit “in” enden, um die Zugehörigkeit zu einer geschlechtlichen Personengruppe als Abgrenzung zum Sächlichen zu verdeutlichen. Er sollte nicht mit m, f oder n anfangen, damit man ihn eindeutig abkürzen kann, am besten aber auch nicht w oder s (weiblich, sächlich). Also ein … (*nachdenk*) … “d”. determin (Betonung auf dem “de” bitte). Das ist insofern auch schön, weil “determine” im Englischen festlegen bedeutet. Also nix nebulöses, sondern etwas determiniertes, etwas bestimmtes.

Probleme bereitet uns hier als erstes die 3. Person singular: maskulin – feminin – neutral. Die Personalpronomen verteilen sich ja derzeit folgendermaßen in der 3. Person Singular:

m / f / n

Fall

Nominativ  er sie es

Genitiv          seiner ihrer seiner

Dativ             ihm ihr ihm

Akkusativ    seiner ihrer seiner

 

Bei Genitiv, Dativ und Akkusativ machen wir es uns ganz einfach. Maskulin und neutral sind jeweils gleich, als sollen feminin und determin das auch sein. Im Nominativ beginnen die maskuline und neutrale Form mit “e”, also soll die determine Form auch mit “s” wie die feminine Form beginnen und auch drei Buchstaben haben. Lann Hornscheidt hat in diesem Zusammenhang das “x” eingeführt. Das kann man gut aufgreifen: six. Bedeutet im englischen “6”, das klingt im deutschen wie “sex”, also drückt es über ein paar gedankliche Umwege etwas (sprach)geschlechtliches aus, ohne für maskulin oder feminin Stellung zu beziehen.

Damit sieht unsere Personalpronomentabelle nun so aus:

m / f / n / d

Fall

Nominativ  er sie es six

Genitiv          seiner ihrer seiner ihrer

Dativ             ihm ihr ihm ihr

Akkusativ    seiner ihrer seiner ihrer

Der Artikel wäre natürlich “dix”. Ansonsten basteln wir das so ähnlich wie oben zusammen:

Nominativ  der die das dix

Genitiv          des der des der

Dativ             dem der dem der

Akkusativ    den die das dix

Für den analogen Begriff zu Mann/Frau schlage ich “Dert” vor. Der Wortstamm ergibt sich doch ganz gut und es klingt auch nicht doof oder so. Als Analogwort zu “Herren” und “Damen” ließe sich mit einigem Nachdenken aber auch etwas finden. Z. B. um dixjenigix, aufzugreifen, durch dix ich auf dieses Thema gestoßen bin: “Lann” und “Lännix”. Muss aber nicht sein.

Lann Hornscheidt möchte mit Profx bzw. Professx angesprochen werden. Das ist natürlich etwas zungenbrecherisch in der Aussprache und vom Schriftbild arg ungewohnt. Für die Akzeptanz sollte man es den Mitmenschen vielleicht auch nicht zu schwer machen. Es sollte für meinen Geschmack durch einen Vokal ergänzt werden. Professix. Klingt nach Asterix? Ja und? Das ist ja nichts Negatives. Asterix ist ein Kerl? Solche Ähnlichkeiten werden sich wohl nicht vermeiden lassen, und sind ja nun auch in der restlichen deutschen Sprache keine Ausnahme. Man denke nur an die Vornamen Sönke und Wiebke. Viele Wörter enden auf die gleiche Silbe trotz unterschiedlichen Sprachgeschlechts. Immerhin hätte die Endung “ix” wiederum große Ähnlichkeit mit “meinem” Personalpronomen “six”. Der Professor, die Professorin, dix Professix. Lann Professix Müller. Kann man doch sagen? Und bei so Begriffen wie “mein” Professor, “meine” Professorin bildet man dann eben meinix Professix.

Ungewohnt, kann man aber mal drüber nachdenken.

 

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[Berlin] Termin-im-Bürgeramt-Blockierer #wasfehlt

Mittwoch, 19. November 2014

Wenn man nichts besseres zu tun hat, geht man bekanntlich zum Bürgeramt. Weil es da so schön ist. Äh, ne falsch. Wenn man mal zum Bürgeramt muss, ist das in 99,9% der Fälle nicht freiwillig, sondern notwendiges Übel. Das bedeutet auch, dass man einen solchen Besuch so weit hinausschiebt, bis es echt drängt. So weit, so schlecht. Spontan hingehen ist ganz schlecht. Man kommt in der Regel nicht dran, weil morgens um 5 Uhr nur drei Wartemarken frei vergeben werden oder so. Wenn überhaupt.

Man muss also im Internet einen Termin vereinbaren. Dafür gibt es eine tatsächlich recht gut funktionierende Internetseite bei den einzelnen Bürgerämtern. Meine Feststellung ist leider, entgegen der Erfahrung anderer, dass man auch mit Termin mitunter bis zu einer Dreiviertelstunde warten muss. Keine Ahnung, ob es da auch eine vorrangige Notfallversorgung wie im Krankenhaus gibt oder so.

Bildschirmfoto 2014-11-19 um 06.59.48

Hat man sein “Produkt” (z. B. neuer Reisepass) erst einmal ausgewählt, klickt man auf “Termin suchen” und wird feststellen, dass aus einem Besuch in einigermaßen absehbarer Zeit nichts wird:

Bildschirmfoto 2014-11-19 um 07.00.05

 

Hurra. Wir stellen fest: In meinem bevorzugten Bürgeramt in Mitte ist von heute (19.11.2014) bis Jahresende nichts mehr zu wollen.

Es gibt aber auch noch den Button “berlinweit suchen”. Da hat man meistens mehr Glück, etwas früher einen Termin zu bekommen, muss sich dann allerdings z. B. nach Heiligensee, Reinickendorf, Marzahn oder Biesdorf bewegen. Das waren so die Favorites, die bei meiner Suche immer wieder aufpoppten. Dieses Bürgeramt 1 ist z. B. in Neu-Hohenschönhausen.

Bildschirmfoto 2014-11-19 um 07.01.02

Nun ist es aber so, dass die Terminvergabe anscheinend sehr dynamisch ist. So habe ich schon öfter festgestellt, dass man nur die Seite oft genug aktualisieren muss, bis man einen Termin am gleichen Tag im Wunsch-Bürgeramt bekommt:

Termin

Könnte das jetzt mal jemand mit Ahnung bitte programmieren:

Eine Internetseite, auf der ich mein behördliches Vorhaben und auch mehrere in Frage kommende Bürgerämter auswählen kann und die dann die Berlin-Bürgeramt-Seiten so lange refresht, bis ein Wunschtermin mit einem Vorlauf von sagen wir einer Stunde frei ist und diesen gleich blockiert?

 

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Zu spät für Unpünktlichkeit

Mittwoch, 12. November 2014

Er ist so toll, ihr Beitrag. Jeder einzelne Buchstabe in dieser Kombination wie bei @E13Kiki  könnte von mir sein (zumindest inhaltlich).

WIE ICH UNPÜNKTLICHKEIT HASSE!!!

Danke für diesen wichtigen Beitrag, den sich verdammt viele mal bitte schön vor die Stirn tackern sollen!

Jedenfalls ist es nun zu spät für mich, einen Artikel über Unpünktlichkeit zu schreiben. Danke für die ersparte Zeit. ;)

Tolle Uhr

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Springerblöd

Sonntag, 9. November 2014

Da mache ich doch heute den Briefkasten auf und sehe was völlig Unerwartetes: Eine Blöd-Zeitung. Die hatte ich weder bestellt, noch würde mir sowas ins Haus kommen, nicht mal zum Bio-Müll einwickeln. Ist doch ok, wenn man Ungewollte Postsendungen wieder zurückschickt, oder? Sicher wird sich doch der eigentliche Adressat darüber freuen. Oder ..?Nicht? Ich meine, das ist doch nicht für mich… Also, ich hab das echt sofort, unverzüglich …

bloed_01

bloed_02

 

Äh, und einen VW werde ich deswegen auch nicht kaufen.

 

 

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[Fusselflieger] Tuppercopter

Freitag, 7. November 2014

tuppercopter_01 In der Zwischenzeit hat mein Mikrokopter eine gewisse Metamorphose durchlebt. Das Mikrokopter-Board (eine ältere Version, die Versionsummer weiß ich nicht genau) hat mich mit Temperaturdrift genervt, man musste beim Fliegen ständig das Wegdriften wegtrimmen. Der Gaui, den ich zwischendurch hatte, war mir zu hibbelig. Irgendwann entdeckte ich die KK-Boards bei ebay für kleines Geld. Einziger Nachteil gegenüber dem Mikrokopter: Keine Höhenregelung. Ansonsten flog sich das Ding besser. Am Ende passte allerdings meine ultraleichte Haube nicht mehr drauf. Zeit, etwas zu ändern.

tuppercopter_07Inzwischen bin ich ja zum Wasserflieger avanciert. Eigentlich ne ganz gute Gelegenheit, den Copter wasserflugtauglich zu machen. Dafür muss erst mal die Elektronik verpackt werden, hier in eine (natürlich nicht originale) Tupperdose (wobei sich die abgebildete kurz darauf als zu groß herausstellte: Die Propeller drehten sich frei. Von Anschlag zu Anschlag … Wer misst, misst Mist.) Also noch mal die Schubladen in der Küche durchgewühlt und eine zweite, kleinere hervorgezaubert. Die musste natürlich auch gleich dran glauben, jedenfalls wurde der Deckel schnell perforiert, um Kabel durchführen und Schrauben durchdrehen zu können.

tuppercopter_03Außerdem gefiel mir schon ziemlich lange die Schwimmnudel als Landegestell nimmer. Die ist zwar echt praktisch, sieht aber so klobrillenmäßig aus. Und dann noch die Farbe! Zeit für was anderes. Schon mal bei ebay nach “aufblasbar” gesucht? Da gibt’s Sachen! Da läuft man schon beim Durchscrollen rot an. Aber da gibt’s auch Sachen, die man als Landegestell und gleichzeitig Schwimmer verwenden kann, so der Plan, z. B. als Scherz- oder Party-Artikel (haha, gut, dass ich nicht zu Partys muss, wo man mit sowas konfrontiert wird und lustig finden muss) angebotene Morgensterne. Jedenfalls gibt’s die Dinger für ein paar Euro im 4er Pack. Ok, die Kugel hab ich abgeschnitten.

tuppercopter_07

Mitfliegen soll demnächst auch die Sony Actioncam, die rund 1/3 einer Gopro gekostet hat und irgendwie nicht viel schlechter ist. Hier habe ich die mit zwei Alublechen am Rahmen befestigt. Die Elektronik ist in der nun kleineren Tupperdose untergebracht, samt Akku. Meine Befürchtung ist ja, dass der ganze Kram in der Dose, vor allem die vier Motorregler und der Akku, zu warm werden. Wird sich zeigen. Jedenfalls sieht der ganze Copter jetzt ungefähr 1 my weniger scheiße aus, oder? ODER?

tuppercopter_05

 

Die “Schwimmer” sind jetzt nicht so super professionell angebaut. Aber das geht schon so.

 

 

 

tuppercopter_06

 

 

 

 

 

tuppercopter_09Mal sehen, wie das Teil jetzt fliegt. Vor allem die Wasserflugtauglichkeitserprobung wird spannend. Ich weiß ja gar nicht, wie viel Wasser die Propeller hochwirbeln und so. Vielleicht sinkt das Teil auch zu tief ein. Dann baue ich noch die beiden restlichen Morgensternknüppelschwimmer an. Schau’n wir mal.

Nachtrag:

tuppercopter_10Eben hab ich den Copter mal in der Badewanne zu Wasser gelassen. Zu viel Tiefgang. Da sind sofort die Motoren überflutet. Das macht denen zwar so eigentlich nicht viel aus, aber auf Dauer können die Lager eben anfangen zu gammeln. Das wäre dann blöd. Ich werde dann wohl mal das zweite Paar Morgensternknüppel unterbauen.

 

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9. November 1989 – Was für ein Tag!

Donnerstag, 6. November 2014

Ja. Für ganz viele.

VERDAMMTE AXT. ICH WEIß NICHT MEHR, WAS ICH AM 9.11.1989 GEMACHT HABE!

Ich wohnte tief im Westen, war 19, hatte im Sommer mein Abi gemacht, mich für einen Studiengang eingeschrieben, den ich nicht studieren wollte (lange Geschichte), meine Kumpels zogen weg und studierten das und dort, was und wo sie wollten, oder waren beim Bund. Und ich machte in der Zeit diverse Praktika oder schweißte einen Fiat 500 wieder zusammen.

Ich glaube, ich habe Magnum geguckt. Kam das donnerstags? Ne, dienstags, oder?

ICH WEIß ES NIMMER!!! Mein älterer Bruder nannte mich Higgins mit Spitznamen. Das weiß ich noch.

Nachtrag:

Hier noch der Song, der meine Situation perfekt beschreibt. Die Rodgaus ab ich damals tatsächlich viel gehört.

 

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Die bunte Polizei-Torte

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kürzlich saß ich in einer Veranstaltung, in der es um polizeiliche Geschwindigkeitsmessverfahren ging: Neue Verfahren und wie sie zugelassen und in Verkehr gebracht werden, Änderungen älterer Verfahren, und wie sie an den neuesten Stand der Technik angepasst werden, Fehlerquellen, Schwachsinnigkeit Unvermögen von Gutachtern und so. Das Übliche. Teilnehmer waren größtenteils Polizei- und Eichbeamte, Vertreter der Hersteller und ein paar versprengte Sachverständige.

Unter anderem erhielt ein Vertreter der Polizei das Wort, um den Anwesenden einmal mehr zu erklären, warum Geschwindigkeitsüberwachung erforderlich ist. Natürlich bemühte er Statistik. Er zeigte ein buntes Tortendiagramm, aus dem klar hervorging, dass “nicht angepasste Geschwindigkeit” Unfallursache Nummer eins ist.

Polizeitorte

(Quelle)

Das nimmt man ja im Grunde als Binsenweisheit hin. Wenn’s gekracht hat, war höchstwahrscheinlich einer zu schnell. Is’ ja klar. Andere Gründe sind Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtsverletzung und so weiter. Was einen wie mich schon stutzig macht, ist, warum nicht z. B. auch “Unaufmerksamkeit” oder “verspätete Reaktion” als Unfallursache auftaucht. Grund, einmal nachzufragen. Gelegenheit dazu ergab sich nach dem Vortrag.

Tja, meinte er, da würden ja Bremsspuren ausgemessen und die Schäden der Fahrzeuge beurteilt und damit wisse man dann, wie schnell ein Fahrzeug war. Ich war baff. In Hessen werden Unfälle für die Statistik rekonstruiert! Ich meinte, dass wäre ja super da in Hessen. In Berlin würde nicht mal ein Bruchteil der Unfälle rekonstruiert, selbst die mit Toten und Schwerstverletzten kaum. Vor mir drehte sich ein Herr entrüstet um, dass das ja wohl nicht stimmen würde. Es gebe schließlich in Berlin eigens Verkehrsunfallkommandos der Polizeidirektionen, die nichts anderes machen würden, als Unfälle aufzunehmen. Ich sagte, ja, das kenne ich sehr genau, weil ich nämlich, wie auch viele meiner Kollegen zusammen mit den Polizisten auf der Straße rumkriechen würden, um Spuren zu sichern. Ja eben, meinte er. Ja eben nicht, meinte ich. Denn die Spurensicherung ist keine Unfallrekonstruktion. Zunächst würden die Spuren gesichert und dann könne man erst anfangen, den Unfall zu rekonstruieren, und ich wüsste sicher, dass das keine Tätigkeit der Berliner Polizei sei. Der Leiter der Tagung hat die Diskussion dann verständlicherweise abgebrochen, weil sich herausstellte, dass das wohl länger dauern würde. Immerhin schloss sich sowieso gerade an Kaffeepause an, so dass dort das Gespräch vertieft werden konnte.

Der Herr vor mir entpuppte sich als ein Vertreter aus dem Stab des Polizeipräsidenten. Wir haben uns gut und angeregt in der Pause unterhalten, es hat aber dennoch einige Zeit gekostet, ihm die Unterschiede zwischen Unfallaufnahme, Unfallrekonstruktion und Unfallforschung aus Sicht des Profis Unfallanalytikers zu erklären. Immerhin bekam ich aber die Antwort auf meine Frage, woher die Statistik die Unfallursache kennt: Das ist nichts weiter als die völlig subjektive Einschätzung der Polizisten, die den Unfall aufnehmen.

Man darf diesen Polizisten nun keinen Vorwurf machen, wenn sie bei ihrer Einschätzung einen Fehler machen. Woher sollen sie das denn wissen? Das hat mich verblüffenderweise auch der Stabsmann gefragt mit dem Verweis darauf, dass ich ja auch etliche Jahre gebraucht hätte, um Unfälle zu rekonstruieren. Ja, so 5 bis 10 Jahre braucht man, bis man das richtig kann. Und genau darum muss man sich doch fragen, wie der Dienstherr von seinen Mitarbeitern, also von Laien auf dem Gebiet der Unfallrekonstruktion, zum einen diese Einschätzung verlangen kann und zum anderen aber nicht davor zurückschreckt, aus diesem Ratespiel eine Statistik zu zaubern und diese bis auf die zweite Nachkommastelle zu präsentieren. Eine ähnliche Qualität hätte es wohl, wenn man die Mitarbeiter eines Bestattungsinstitut nach der Todesursache ihrer “Kunden” fragen würde.

 

 

 

 

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Straßenmusik: Perlen vor die Säue

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich glaube, jeder ist wahrscheinlich schon mal über diesen oder einen ähnlichen Text gestolpert:

An einer U-Bahnhaltestelle in Washington D. C. spielte ein Mann an einem kalten Januar Morgen für 45 Minuten auf seiner Violine sechs Stücke von Bach. Während dieser Zeit benutzen ca. 2000 Menschen diese Haltestelle, die meisten auf dem Weg zur Arbeit.

Nach etwa 3 Minuten bemerkte ein Passant die Musik. Für ein paar Sekunden verlangsamte er seine Schritte, um dann schnell wieder seinen Weg zur Arbeit fortzusetzen.

4 Minuten später erhält der Geiger seinen ersten Dollar. Eine Frau wirft ihm ihren Dollar in den Hut ohne ihr Tempo zu verringern.

Nach etwa 6 Minuten lehnt sich ein junger Mann gegen die Wand um zuzuhören. Dann blickt er auf seine Uhr und setzt seinen Weg fort.

10 Minuten später bleibt ein etwa 3jähriger Junge stehen, aber seine Mutter zieht ihn sofort. Das Kind bleibt erneut stehen, um dem Musiker zuzusehen, aber seine Mutter treibt ihn an und das Kind geht weiter.

Mehrere andere Kinder verhalten sich ebenso. Aber alle Eltern, ohne Ausnahme, drängen ihre Kinder zum schnellen weitergehen.

Nach 45 Minuten: Der Musiker spielt ohne abzusetzen. Nur 6 Menschen insgesamt blieben stehen und hören für kurze Zeit zu. Zirka 20 Personen geben ihm Geld und gehen in ihrer normalen Geschwindigkeit weiter. Die Gesamteinnahmen des Mannes sind 32 Dollar.

Nach einer Stunde beendet der Musiker seine Darbietung und es wird still. Niemand nimmt Notiz und niemand applaudiert. Es gibt keine Anerkennung….

Niemand wusste es, aber der Violinist war Joshua Bell, einer der größten Musiker der Welt. Er spielte eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke, die je geschrieben wurden auf einer Violine im Wert von 3,5 Mio Dollar. 2 Tage zuvor spielte Joshua Bell vor ausverkauften Haus in Boston das gleiche Stücke, zu einem Durchschnittspreis von 100 Dollar pro Platz.

Dies ist eine wahre Geschichte. Joshua Bell spielte inkognito in der Untergrundstation. Auftraggeber dieses sozialen Experiments über Wahrnehmung, Geschmack und Prioritäten war die Washington Post.

Diese Experimente warf folgende Fragen auf:

Können wir Schönheit in einem alltäglichen Umfeld, zu einem unangemessenen Zeitpunkt wahrnehmen? Wenn dem so ist, nehmen wir uns Zeit sie Wertzuschätzen? Erkennen wir Talent in einem unerwarteten Kontext?

Eine mögliche Schlussfolgerung dieses Experiments könnte sein:

Wenn wir nicht einmal einen Moment Zeit haben anzuhalten, um einem der besten Musiker der Welt zuzuhören, während er eines der wundervollsten Musikstücke spielt auf einem der schönsten Instrumente, die je gebaut wurden…

… wie viel andere Gelegenheiten verpassen wir, wenn wir durch unser Leben hasten?

Onyx AshantiAch, da kommen einem ja echt die Tränen ob so großer Unbarmherzigkeit. Ganz ehrlich? Ich wäre auch schleunigst weitergegangen. Erstens habe ich keinen Zugang zu klassischer Musik und zweitens finde ich Sologeige überwiegend furchtbar. Streicher gehen erst bei n>3.

Außerdem suggeriert das ja, dass überhaupt jemand in der Lage wäre, die Qualität der musikalischen Darbietung erkennen zu müssen. Selbst wenn man es wollte: Die allermeisten sind doch so dermaßen musikalische Blindgänger, dass sie das nie erkennen würden. Vor allem den Wert eines Instruments heraushören zu können, gelingt vlt. 0,01 % der in Frage kommen Zuhörer, zu denen ich auch nicht gehören würde. Deswegen gehen sie wahrscheinlich auch ins Konzerthaus, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dort Qualität geboten zu bekommen, ohne das selbst beurteilen zu können oder müssen. Nur weil man einen dunklen Anzug oder ein Abendkleid zu einer Musikdarbietung anzieht, heißt das noch lange nicht, dass in der Verkleidung auch ein Musikkenner steckt. Auf der Rückfahrt hören sie wahrscheinlich schon wieder Helene Fischer oder die Randfichten. Btw.: Jede Karte für die Staatsoper wird mit je 257 Euro gesponsert! Das nur am Rande.

Rupert's Kitchen OrchestraWas mich aber am meisten schmerzt, und damit tut man sehr vielen Straßenmusikern Unrecht, dass man zwangsläufig impliziert, nur etablierte Profimusiker wären in der Lage, ihr Instrument hervorragend bedienen zu können. Wahrscheinlich gehen die Leute nur deswegen vorbei, weil ihnen auf der Straße ganz oft hervorragende Musik* geboten wird und es keinen Unterschied macht, wenn da ein Supergeiger steht.

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*Es gibt allerdings auch ganz viele Straßenmusiker, die besser zu Hause bleiben sollten …

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