Immer auf die Autonomen

Freitag, 27. Februar 2015

Neulich hatte ich ja was zu einem mittelguten Artikel auf Mobile Geeks geschrieben. Dazu hatte ich mir einige Schelte eingefangen. Nichtsdestotrotz wage ich es erneut, wieder etwas richtig zu stellen ein paar Zusatzinformationen zu liefern: Don Dahlmann beschäftigt sich im weiteren Sinne erneut mit der Digitalisierung der Autos und meint, dass das im autonomen Fahren endet, eher als manchem lieb ist.

Was in dem Artikel, dem ich ansonsten gern zustimme, zu wenig differenziert wird, sind die verschiedenen Modi, die man im Zusammenhang mit autonomem Fahren unterscheidet, und dadurch werden in gewisser Hinsicht Äpfel mit Birnen verglichen. Gerade die Übergänge von einer Stufe zur nächsten werden uns noch etliche Jahre begleiten.

Man unterscheidet zwischen:

– assistiertem Fahren

Das haben wir jetzt schon. Spurwechselwarner, Abstandswarner, Totwinkelwarner und so weiter. Im Wesentlichen wird vor sich anbahnenden Gefahren gewarnt oder es wird versucht, sie zum Umschiffen. Lenkeingriff gibt es nicht direkt, allenfalls über die Bremsen.

– teilautomatisiertem Fahren

Bestes Beispiel: Stauassistent. Das Auto rückt langsam vor und bremst auch ab. Das Auto kann einige Funktionen übernehmen, der Fahrer bleibt aber weitgehend Herr des Geschehens, muss vor allem jederzeit übernehmen können. Oder auch Einparkassistent.

– hochautomatisiertem Fahren

Das wäre dann so etwas, wie man sich gut auf längeren Autobahnstücken vorstellen kann. Das Auto fährt weitgehend autonom, der Fahrer muss aber innerhalb einer gewissen Zeit in der Lage sein, das Auto wieder übernehmen zu können. Man spricht hier innerhalb von etwa 10 sec, was bei Autobahnrichtgeschwindigkeit 361 Metern entspricht, mithin eine längere Strecke als man derzeit beim Fahren typischerweise überblickt. Das System muss also schon ganz gut wissen, was weiter vorn los ist. In der Stadt können 10 sec zwei Kreuzungen bedeuten, die es zu überqueren gilt. Da wird von so einem System noch mehr verlangt als auf der Autobahn, gerade bei Fußgänger- und Fahrradverkehr.

– vollautomatisiertem Fahren

Der Fahrer kann sich zurücklehnen und ein Nickerchen machen, während ihn das Auto irgendwo hinfährt. In Zukunftsvisionen sieht man dann nahezu beliebig drehbar angebrachte Liegesitzen oder gar den Gang zur Kaffeemaschine. Das wird angesichts der Gurtpflicht, die wohl so eilig nicht gekippt wird, aber vorerst Zukunftsmusik bleiben.

Die Probleme werden auch nicht durch die automatisierten Fahrzeuge entstehen (vom Eingriffen durch Hacker und elektromagnetischen Impuls mal abgesehen), sondern durch das Zusammenspiel mit nicht autonom fahrenden Fahrzeugen bzw. “analogen” Verkehrsteilnehmern. Da sehe ich die Herkulesaufgabe, die die Hersteller zu bewältigen haben. Kommunizieren ALLE Verkehrsteilnehmern untereinander, ist es im Grunde sehr einfach, sie z. B. wie an der Perlenschnur aufgereiht über die Autobahn fahren zu lassen. Da es aber auf absehbare Zeit garantiert mindestens einen Kaugummivertreter mit seinem hochmotorisierten silbernen Dieselkombi auf dieser Welt geben wird, der vor seinem Konkurrenten am Ziel sein will, ist das leider nicht mehr als ein Wunschdenken, bis “herkömmliche” Fahrzeuge verbannt werden.

Im eingangs genannten Artikel wird nicht zwischen den einzelnen Automatisierungsgraden unterschieden, aber es wird ein auf den ersten Blick naheliegender Vergleich gezogen, nämlich zum Autopiloten in der Fliegerei. Den kann man vielleicht am besten mit der Teilautomatisierung vergleichen, allenfalls ansatzweise mit Hochautomatisierung. Der Pilot oder die Piloten müssen in sehr kurzer Zeit übernehmen können. Daher hinkt das Beispiel. Vollautomatisiert fliegen die Flugzeuge jedenfalls nicht. Aber dass Autofahrer ähnlich wie ihre fliegenden Zeitgenossen das Fahren/Fliegen verlernen, kann ich mir gut vorstellen. Ich meine ja, dass schon heutzutage durch die Abkoppelung der Außenwelt von der Fahrgastzelle das Gespür für die Umwelt verloren geht. Die Autos erziehen derzeit ihre Insassen zu Egoisten. In einer alten Klapperkiste wie meinem Fiat 500 ist man dem Unbill der rauen Umwelt viel extremer ausgesetzt.

Das mag jetzt wie die Suche nach dem Haar in der Suppe klingen, nur scheint mir die Differenzierung immer stärker unterzugehen. Man sieht oder kennt diese Stufen in einigen Kreisen vielleicht nicht, sondern trennt immer nur “manuelles Fahren” von “autonomem Fahren”. So einfach es ja nun nicht. Leider. Und vielleicht auch gut so.

 

 

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Das ist alles andere als mittelmäßig!

Donnerstag, 26. Februar 2015

Heute wurde ein Artikel durchs Netz gereicht, den ich nicht besonders gut fand, weil er m. E. gesellschaftsfeindlich ist. Im Grunde wird, wenn ich das mit meinem mittelmäßig ausgeprägten Geist richtig verstehe, die Ellbogengesellschaft als die einzig sinnvolle Ordnung propagiert. Es kann nur einen besten geben. An der Spitze ist immer nur für einen Platz, sonst ist es keine Spitze und keiner wäre besser als der andere. Bevor ich mich lange in ungeschickten Worten ergehe, zitiere ich lieber:

Der Wirre schreibt hier zu dem Artikel nämlich etwas extrem schlaues, wie ich finde:

Futter gibt es nicht nur ganz vorne. Tu das was du kannst und magst, versuche Leidenschaft für das was du tust zu entwickeln, aber lass dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen. In der Ruhe liegt mehr Kraft als du denkst, bleib in Bewegung, aber werde nicht hektisch. Gehe nicht joggen oder sprinten, sondern auf ausgiebige Spaziergänge. Lerne von den Ersten und Besten, aber äffe sie nicht nach.

Das ist mal ne echte Lebensweisheit, die ich komplett unterschreibe.

 

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Ich = Kunstbanause reloaded

Dienstag, 24. Februar 2015

Ich merk’s ja immer wieder: Mit Kunst oder (Hoch)kultur hab ich es nicht so.

Altes Museum und LustgartenIm gerade abgelaufenen Lebensjahr hatte ich zusammen mit meiner Begleiterin eine Jahreskarte für die staatlichen Museen Berlin – preußischer Kulturbesitz. Am Anfang waren wir voller Euphorie und schauten uns die Museen der Stadt an. Der anfängliche Schwung verging schnell. Im Sommer ist ja auch eh nicht so Museumszeit. Der Ablauf der Jahreskarte rückte näher, aber es standen noch diverse unbesuchte Museen auf der Liste. Die wurden dann im Schnelldurchlauf abgehandelt.

Die alte Nationalgalerie fand ich ganz gut. Nur die Bilder störten. Aber das Haus mit diesen lustig krummen Räumen? Cool. Das Bode-Museum. Hm. Was war da doch gleich? Ich glaube, viel Sakral-Zeugs. Ja genau. Das langweilte mich nach einer Viertelstunde und es ging im Laufschritt von Saal zu Saal.

Ich rannte also kopflos durch die Räume und hab dann prompt eine frühe Weissagung dieser Situation gefunden. Schön, dass man fast überall fotografieren darf. So habe ich mich darauf verlegt, ein paar besonders eindrucksvolle Exponate abzulichten.

Etwas kopflos heute?

Oder auch die historische Darstellung des C-3PO: Irgendwann später musste man dem wohl mal zur Tarnung ein Gesicht überzogen haben. Auf was für Ideen die Leute kommen!

C-3PO

Vom alten Museum habe ich nicht viel erwartet, außer Figuren ohne Köppe und ohne Arme. Und so kam es dann auch. Nur dieser Fernseher der Antike, in dem gerade eine Talkshow lief, hatte es mir angetan:
Fernseher der Antike

Wir waren dann natürlich auch noch im ethnologischen Museum. Joa, son paar Sachen waren ganz hübsch, wie z. B. die frühere Vergötterung der Rolling Stones. Aber der alte Plunder soll wirklich in den entstehenden Hot-Spot, ins Humboldt-Forum, aka es Stadtschloss-Neubau? Ne, oder? Gibt’s da nicht etwas, was die Leute mehr interessiert? Oder wie wäre es mit einem Parkhaus? Egal, mich fragt eh keiner.

Frühe Vergötterung der Rolling Stones

Den Vogel abgeschossen hat aber die Gemäldegalerie. Dort traf ich allerdings erst einen alten Bekannten wieder, den alten Knacker vom 100-Mark-Schein.

Der Mann vom 100-Mark-Schein

Der schaut aber eigentlich in die andere Richtung und ist natürlich bunt:

Der Cosmograph

Ein oder das Hauptwerk in der Gemäldegalerie ist derzeit der “Genter Altar”. Das ist ein im weitesten Sinne klappbares, recht großes Holzregal, in dem statt Büchern in den Fächern diverse Bilder angebracht sind. Aber jetzt kommt’s: Das ist weder das Original, noch ist es komplett. Sechs der zwölf Bilder sind durch Schwarzweißdrucke (oder Fotos) ersetzt! In einer rieeesigen Halle huldigt man also einer unvollständigen Kopie? Das fand ich so eigenartig, dass ich nur noch in die Luft gestarrt habe, was sich an einer Stelle aber durchaus lohnt:

Gemäldegalerie

Die Mario-Testino-Ausstellung im gleichen Gebäude hat aber einiges wieder rausgerissen. Supertolle Fotos von schönen Menschen.

Mario Testino

An das Kupferstichkabinett habe ich praktisch keine Erinnerung mehr. Viel scheine ich nicht verpasst zu haben. Sehr lohnenswert fand ich dahingegen das Kunstgewerbemuseum ein paar Schritte weiter. Das lag wohl daran, dass ich mir darunter nicht viel vorstellen konnte und so auch nicht viel erwartet habe. Aber dort hat es neben allerlei Klamotten auch hübsch gestaltete Gebrauchsgegenstände und Möbel. Da findet man dann Klassiker, die man auch auf die Torstraße sich auch selbst in die Bude stellen kann:

Eames

Am Ende war ich immer gut mit so was wie Meta-Kunst beschäftigt. Kunst im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten hübsch in Szene zusetzen und zu fotografieren. Zum Beispiel, wenn die Neue Nationalgalerie als Konzerthalle genutzt wird, was ich herausragend fand!

Kraftwerk

Am Ende der Jahreskarte stellte ich dann aber fest, dass mir Fotoausstellungen besonders gern anschaue. Darum habe ich mich über die Freikarten zum diesjährigen Geburtstag für’s c/o-Berlin gefreut. Gefällt mir gut dort am neuen Platz im Amerikahaus!  Dort war ich bestimmt nicht das letzte Mal.

c/o Berlin

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Die “Doch-Nicht-Blogger”

Sonntag, 15. Februar 2015

Neulich träumte ich, ich hätte folgendes gebloggt:

Blogger ham’s ja nicht so mit dem Geld. Sie rackern emsig vor sich hin, tippen auf virtuellen Tastaturen, wischen auf Smartphones und Tablets herum wie die Fensterputzer, produzieren mal mehr, mal weniger guten Content, aber wirtschaftlich wirklich erfolgreich, so dass sie gut davon leben können, ist, bis auf vielleicht eine Hand voll, keiner, oder? Entweder haben sie gut verdienende Partner, einen “richtigen” Job, oder haben vielleicht ein Hotel in der Schlossallee geerbt. Daher wissen sie auch nicht, wie man eigentlich kalkuliert, um ein kleines Unternehmen erfolgreich florieren zu lassen.

Erster Fehler: Die eigene Arbeitszeit nicht unter Kontrolle haben. Ein Fehler, der Selbstständigen in die Wiege gelegt ist. “Boah, ich arbeite ja 70 bis 80 Stunden in der Woche.” Jau super. Und das, um am Ende 2000 Euro rauszukriegen, oder was? Aber sich darüber aufregen, dass woanders über Mindestlöhne diskutiert wird, die man für selbstverständlich hält. Bitte, wie soll das auf Dauer funktionieren?

Schon mal an Altersvorsorge, Berufshaftpflicht und sonstige Kosten gedacht? Rücklagen für Anschaffungen, weil Geräte kaputt gehen? “Einen Computer brauche ich ja eh.” Zack. Nächster Fehler. Wer mit seinem Rechner Geld verdient, benutzt damit Firmenkapital. Also sollte auch die Firma den Rechner anschaffen, um ihn abschreiben zu können. Ebenso Handykosten, Internetanschluss und so weiter. Wer da sagt,  das bräuchte er ja privat sowieso, ist meistens in einem sicheren Angestelltenverhältnis und macht sich keinen Kopp darum, dass der Schreibtisch, an dem er sitzt, nicht das Privateigentum vom Chef ist, der auch nicht die Heiz- und Stromkosten aus seiner Privatschatulle bezahlt. Firmenwagen: Kann man auch privat nutzen. Man muss “nur 1%” vom Bruttolistenneupreis versteuern. Und dass man für eine Firma nicht unbedingt den tollen Flatrate-Festnetz-Highspeed-Internet-Rundumsorglos-Vertrag für ein paar Euro-fündundneunzig bekommt, hat sich wahrscheinlich auch noch nicht bis zum nichtleitenden Angestellten rumgesprochen.

Diejenigen, die auf diese Details keinen Wert legen, sind wahrscheinlich nicht in der glücklichen Lage, viele Steuern zahlen zu müssen. Denn dann würden sie darauf achten, Firmenausgaben zu produzieren. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man Dinge, die man beruflich braucht, von versteuertem (privaten) oder unversteuertem Geld anschafft. Ist das eigene kleine Unternehmen darauf angelegt, irgendwann komfortabel in der Gewinnzone zu arbeiten, wird man sich darauf zurückbesinnen, dass es gleich am Anfang sinnvoll war, diese Dinge im Auge zu behalten. Aber viele Firmen, die sich anfangs gut entwickeln, überleben den zweiten Steuerbescheid eh nicht. “Nachzahlung? Steuerrücklage? Ööööhm …”

Wenn sich Leser von einem abwenden, weil man es wagt, mit seiner Arbeit Geld zu verdienen, kann man davon ausgehen, dass dieser Leser entweder Student ist, der monatlich seine Kohle von den Eltern oder vom Bafög-Amt bekommt (“Hey, ich geh aber jeden Monat arbeiten und verdiene mir 250 Euro dazu” – “Ja, Schätzelein, und wo kommen die anderen 750 Euro her?”), oder er sitzt gerade in seinem wohltemperierten Angestelltenbüro und nutzt sowohl Arbeitszeit (“Ich arbeite die Pausen aber immer durch.” – “Und was ist mit der dritten Kippe, die du heute vormittag geraucht hast, mal abgesehen davon, dass Pausen gemacht werden MÜSSEN?”) als auch Internetleitung der Firma für seine Privatvergnügungen (“Ich habe meinen Chef aber auch schon mal erwischt, als der bei Facebook geguckt hat” – “Ja, der hat aber auch keine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit.” – “Das ist unfair!” – “Ja, genau. Hallo Welt.”)

Jedenfalls ist ja gerade die Diskussion, ob man als Blogger Geld verdienen darf (“Nein!” – “Doch!” – “Ooaar!”) in die nächste Runde gegangen. Ich hätte ja gedacht, dass sich das mal totlaufen würde, oder das allgemein anerkannt würde, dass man mit Blogs Geld verdienen darf. Stattdessen entwickelt sich das in eine andere Richtung, wie mir scheint. Wer mit “Irgendwas-ins-Internet-Schreiben” versucht, Geld zu verdienen, hat sich lange Jahre gern als Blogger bezeichnet. Damit war eben diese nerdige Bild vom unabhängigen, aber gut vernetzten Dauer-Online-Schreiberling verbunden, damit dem Prototyp dessen, was man sich heute eigentlich unter einem zeitgemäßen Journalisten vorstellen könnte. Problem war allenfalls, dass der Zeitdruck nicht zuließ, Dinge zu recherchieren. Das ersetzte man mit der subjektiven Note, die das besonders Authentische des Protobloggers ausmachte, wo der klassische Journalist zwischen Reportage und Kommentar unterscheidet.

Dummerweise sah und sieht man sich als “so ein Blogger” dann immer wieder dem Problem ausgesetzt, dass man kein Geld einnehmen, geschweige denn Gewinn erwirtschaften darf. Dumme Sache. Daher entwickeln sich nun einige aus der professionalisierenden Onlineschreiberzunft zum “Doch-nicht-Blogger”. Man legt gewissermaßen Wert darauf – auch wenn man dem Begriff “Blogger” noch nicht ablehnt, wenn man als solcher bezeichnet wird – zu den armseligen Bloggern da unten, die immer noch jammern, was das Leben, Bloggen und Geldverdienen so kostet, nicht mehr dazuzugehören. Weil’s besser ist für’s Geschäft. Noch ist es gerade noch vorteilhaft, mit der Bloggerei zu kokettieren, um sich von den bösen etablierten Journalisten, abzugrenzen. Aber wehe, es setzt sich in den Köpfen der Menschen fest, dass Blogger eigentlich wirtschaftlich erfolglose, nicht mit ihrer Zeit haushalten könnende Individuen sind, die auch mit über 40 noch einer Tätigkeit nachgehen, die der SoWi-Student zwischen Fußnägellackieren und Clubbesuch um 7 Uhr morgens macht. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als  Firmen anfingen zu bloggen, also ihren nervigen Newsletter von vor 5 Jahren nun auch noch in ein stylisches WordPress-Theme zu pressen, hätte die Karawane gut getan, dem Inzwischen-Mainstream abzuschwören und, wie sich das für soFreidenker gehört, auf den nächsten Zug aufzuspringen, bis sich auch dieses Karussell so schnell dreht, dass die mit der geringsten Adhäsion schon wieder abgeworfen werden und in ihr weiches 9-to-5-Job-Bettchen zurückfallen.

Eines steht ja wohl mal fest: Blogger sind ganz klar nur solche wie das hier schreibende Alter Ego “Will Sagen”. Leute, die unreflektiert, aus dem Affekt heraus irgendwelche Buchstaben ins Internetz blasen und sich einen Dreck darum scheren, ob das alles Sinn ergibt und vor allem, was das nun kostet. Dieses Blog kostet mich übrigens rund 1,95 Euro im Monat oder so. Aber, was weiß ich schon? Nichts.

Dann wachte ich auf und dachte, was für ein Unsinn. :mrgreen:

 

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Mobile Geeks machen es sich einfach mit “den Daten im Auto”: Alles ist böse

Sonntag, 15. Februar 2015

Vor ein paar Tagen erschien auf Mobile Geeks ein Artikel über datensammelnde Autos. Leider ist der Artikel ziemlich oberflächlich bzw. in Teilen schlicht falsch, obwohl ein tatsächlich wichtiges Thema angesprochen wird. Ich nehme an, der Artikel ist als einseitiger Rant, losgelöst von Objektivität, gedacht? Steht leider nicht dabei. Ich schrob dort einen längeren Kommentar:

Früher hat man nach Unfällen (darauf möchte ich mich mal beschränken) die Bremsspurlänge auf der Straße vermessen, um Geschwindigkeiten zurückrechnen zu können. Heute geht das “Dank” ABS meistens nicht mehr. Man sah den Fahrzeugen auch noch besser an, welche Kräfte gewirkt haben, weil die Verformungen offensichtlicher waren und nicht im Verborgenen unter voluminösen Verkleidungen bleiben. Außerdem sind die polizeilichen Unfallaufnahmen sehr lückenhaft geworden. Um überhaupt den Zustand von vor 20 Jahren wieder zu erreichen, die Bremsspuren hat schließlich auch niemand sofort unkenntlich gemacht, wäre es daher notwendig, gewisse Daten in einem Zeitfenster um ein Triggereignis zu speichern.

Der Artikel suggeriert, dass genau das (und noch mehr, da keine Zeifensterbeschränkung) schon massenweise geschehen würde. Dem ist aber nicht so, jedenfalls nicht in Deutschland bzw. in der EU. Es gibt hier vereinzelt Fahrzeuge mit EDR, dann Importfahrzeuge aus USA, bei denen man die Funktion nicht abgeschaltet hat. Übrigens muss man, wenn man sich hierzulande einen Tesla S mieten will, eine Erklärung unterschreiben, dass man damit einverstanden ist, dass die eigene Position ständig von Tesla verfolgt werden kann. Ich glaube nicht, dass Tesla das freiwillig macht.

Wenn es überhaupt möglich ist, irgendwelche Daten aus Unfallfahrzeugen (ohne EDR) auszulesen, ist das ein erheblicher technischer Aufwand, da eben keine tabellarischen Daten, sondern wenn überhaupt derzeit nur Fehlercodes abgespeichert werden, z. B. ein Fehler am Drehzahlsensor, wenn ein Rad abreißt. Da hat man auch eine Geschwindigkeit, aber es steht nicht fest, dass dieser Geschwindigkeitswert etwas mit der Schwerpunktgeschwindigkeit des Fahrzeuges zu tun hat. Eine gerichtsfeste Auswertung nur solcher Daten, ohne sie in Bezug zu anderen Anknüpfungstatsachen zu setzen, ist praktisch nicht möglich.

Was die Hersteller mit irgendwelchen Daten derzeit anfangen, ist längst nicht so klar, wie es in dem Artikel behauptet wird. Die Herstellerinfos gehen von “wir sammeln gar nichts, um unsere Kunden zu schützen” bis “wir sammeln eine Menge, aber wir sagen nicht, wann und was.” Dass die Daten erst mal den Kunden gehören, dürfte dabei klar sein, da er sie mit dem erworbenen Fahrzeug erzeugt. So richtig kann aber niemand gegen die Hersteller vorgehen, um mehr zu verraten, weil sie nicht zur Offenlegung verpflichtet sind, was sie tun und lassen.

Zur Frage, wem “die Daten” gehören, die ein technisches Gerät erzeugt, hat vor dem LG Halle bzw. OLG Naumburg einen Prozess gegeben, der die Frage behandelt hat, wem die Daten gehören, die von Geschwindigkeitsmessgeräten (aka “Blitzer”) erzeugt werden. Die gehören dem Anwender, jedenfalls keinesfalls dem Hersteller des Geräts. Müsste man sich mal vorstellen, wenn z. B. Canon oder Nikon Besitzansprüche auf die mit ihren Kameras erzeugten Fotos anmelden würde.

Der Rundumschlag dieses Artikels endet dann natürlich mit einer Grätsche in Richtung eCall. Und grundsätzlich ist es ja auch richtig, dass die technischen Möglichkeiten Missbrauch Tor und Tür öffnen. Nur finde ich den Artikel bedenklich einseitig, da der Nutzen, den so ein System bieten kann, ebenso wie die Auswertung unfallrelevanter Daten, praktisch komplett unter den Tisch fällt. Nach meinen ganz persönlichen Erfahrungen als Unfallanalytiker gehen nämlich sehr häufig die Kläger in Zivilverfahren um Schadenersatz und Schmerzensgeld leer aus, weil sie keine Möglichkeit haben, zu beweisen, dass sie den Unfall nicht verursacht haben oder dass sie bestimmten Belastungen ausgesetzt waren.

Über diese Themen habe ich mich in ähnlicher Form bereits hier und hier ausgelassen.

 

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Roomservice: Live und in Farbe!

Dienstag, 10. Februar 2015

Woah, das war lange her, dass ich mal auf einer Bühne stand, um Musik zu machen. Ich war dabei früher auch immer hin und her gerissen. Einerseits gefiel es mir, andererseits war es aber auch immer purer Stress.

In meiner alten Heimat hatte ich mit Copyshop eine Coverband, die immer mal wieder auf der Kirmes oder einer Party spielte. Vielleicht so einmal im Vierteljahr oder so. Wohl eher seltener. Mit meinem Umzug nach Berlin fand meine musikalische Karriere allerdings ein abruptes Ende. Ich spielte im Oktober 2006 noch einmal auf dem Gala-Abend der Jahrestagung der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallrekonstruktion in Dresden als Überraschungsauftritt mit Wolfgang H. aus M. und Jürgen G. aus S., aber das war natürlich nur eine einmalige Sache zum Spaß. Interessant war immerhin, dass wir vorher kein einziges Mal zusammen proben konnten, stattdessen wurden mp3-Dateien und Texte hin- und hergeschickt. Hat aber alles gut geklappt, naja und dort bahnte sich dann auch eine berufliche Veränderung an, weil sich dort Gespräche zu einem Wechsel nach Berlin ergaben. Über 8 Jahre ist das schon wieder her. Es gibt sogar noch ein Bild aus einem Video von dem Auftritt mit meinem “Karrieresprung”:

Der Karrieresprung!

In Berlin stand das Musikmachen dann erst mal nicht mehr unter einem so guten Stern. Lange Zeit stand das ganze Musikgeraffel rum, zwischendurch habe ich mal ein gutes Jahr in einer Band als Bassist gespielt, die in der lautesten Platte Berlins probte. Ich glaube, die Band hieß Paperpilots oder so. Ich weiß es nicht mehr. Die Proben waren äußerst unregelmäßig und wurden gern mal eine halbe Stunde vor Beginn abgesagt, die Musik war gut (auch wieder Coversachen, aber sehr groovy und funky), nur waren die anderen auf ihren Instrumenten eindeutig besser als ich. Beinahe hätte es dann noch eine Twitterband (ich glaube, mit mbukowski, efrane und fakirsessel) gegeben, daraus ist aber nichts geworden.

Danach kamen wieder ein paar Jahre musikalische Abstinenz, bis ich bei Michael und Udo als Bassist einstieg. Wir nannten uns dann “Big as(s) Funk” und machten rockigen Funk. Oder funkigen Rock. Manchmal auch Blues. Das war dann furchtbar. Funk war aber gut. Sehr gut. Es ist einfach meine Musik. Richtig gut wurde es, als Bonus dazustieß, weil der super singen und Texte schreiben kann. Die Einigkeit in der Musik ließ sich allerdings nur schwer auf die persönliche Ebene übertragen und so kam es, wie es kommen musste: Bonus stieg aus. Ich hing dann kurz zwischen den Stühlen und entschied mich dann, auch den Stecker bei Big as Funk zu ziehen. Tut mir immer noch leid für die Rest-Combo, war aber besser so. Jedenfalls für mich.

Bonus hat mich dann in sein Singer/Songwriter-Projekt eingebaut, als Bassist und zweite Stimme, also das, was ich eh schon immer gemacht habe, nur jetzt viel leiser. Und weniger stressig. Funk ist zwar einfach die beste Musik, die es gibt, allerdings für einen wie mich, der nun nicht der Super-Virtuose auf dem Bass ist, vielleicht nicht unbedingt zum Selbermachen, sondern eher zum Anhören.

Anders dagegen Bonus’ neues Projekt. Singer/Songwriter. Eigentlich son Ding, von dem ich mich wundere, dass es mir gefällt. Aber hey, es macht Spaß! Richtig Spaß! Nach Jahren voller Krach mag ich nun die leisen Töne. Liegt vielleicht am Alter. Die Stücke sind toll, wir verstehen uns gut, also let’s rock.

Und so sah das dann aus. Ganz ruhig und gesittet.
Ich mal wieder auf ner Bühne

Das war letzten Freitag im “Flop” bei der Open-Stage. Dort sind wir als “Roomservice” aufgetreten, haben vier (von acht möglichen) Stücken gespielt, noch etwas getrunken und sind wieder gegangen. Alles super! Kein Stress, gar nichts. Tjoa, und jetzt wollen wir öfter mal so ne Open Stage entern. Vielleicht wieder am kommenden Freitag. Vielleicht diesmal in Kreuzberg. Mal sehen.

Aufnahmen gibt’s leider noch keine, aber das kommt schon noch.

 

 

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Wie ich Facebook benutze

Sonntag, 8. Februar 2015

Facebook ist Fluch und Segen zugleich. Ich hab dort etliche interessante Leute kennengelernt, alte Bekannte wiedergefunden und jeden Tag gibt es ein Füllhorn interessanter Links. Natürlich auch jede Menge Schrott, aber mit der richtigen Auswahl an Personen halten sich Katzenbildchen und Spieleeinladungen in Grenzen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wann ich das letzte Mal eine solche Einladung bekommen habe.

Nun ist Facebook aber, was viele nicht wahrhaben wollen, keine Wohlfahrtsorganisation, sondern ein (derzeit gut) florierendes Wirtschaftsunternehmen. Die wollen dort Geld machen. Punkt. Das ist nichts Verwerfliches. Ich gehe auch jeden Wochentag mit keinem anderen Ansinnen ins Büro. (Die Welt verbessern zu wollen, habe ich mir abgeschminkt. Rechnungen schreiben ist besser für die Rente).

Nun hat Facebook “Allgemeine Geschäftsbedingungen”, meistens fälschlicherweise AGB’s genannt. Und nein. Man kann sich dagegen nicht durch das Posten eines “Ich widerspreche bla”-Bildchens zur Wehr setzen, sondern nur durch Löschen des eigenen Accounts. Friss oder stirb. That’s it.

Also muss man sich arrangieren. Facebook möchte uns möglichst gut durchleuchten, um im rechten Moment die passende Werbung einzublenden. Es werden also alle möglichen Wege verfolgt, die wir auf Facebook und überhaupt im Internet gehen. Von wo wir auf Facebook kommen, was wir dort anklicken, in welche Richtung wir Facebook verlassen und so weiter. Sobald der Facebook-Button auf einer Seite auftaucht, schauen Mark Zuckerberg und seine Knechte uns über die Schulter.

Was mache ich nun:

Erstens: Desktop/Notebook

Ich verwende Facebook in einem eigenen Browser. Der hat Facebook als Startseite. Alle möglichen Seiten im Netz surfe ich z. B. mit Chrome an (auch schon ein Fehler, ich weiß). Nur für Facebook verwende ich z. B. Safari oder Firefox (hängt davon ab, ob ich mit einem Mac oder ner Windose unterwegs bin). In allen Browsern habe ich einen Adblocker und Ghostery installiert. Ghostery verhindert weitgehend das Tracking. Also das Sammeln und Zurückfunken von Metadaten, die Informationen über unser Surfverhalten geben. Irgendwelcher Statistikkram und so. Jedenfalls ist es immer wieder interessant, wie viele Unternehmen z. B. bei eine Nachrichtenseite wie Sueddeutsche.de und so. Die bleiben damit erst mal größtenteils außen vor. Die Werbung auf Facebook “Die dicksten Dinger in deiner Nachbarschaft” und so sind derzeit auch noch weg. Ich frage mich, wie lange es dauert, bis dort ein Umgehung gefunden wird. Aber nun.

Taucht in Chrome ein Facebook-Link auf, kopiere ich den eben schnell (Rechtsklick “Adresse des Links kopieren”), füge den in Firefox/Safari ein und mache dort weiter. Das ist lästig, aber nun. Finde ich bei Facebook, also in Safari oder Firefox, einen interessanten Link, der aus der Facebook-Spähre hinausführt, kann ich das genauso machen: Rechtsklick, Link kopieren, in Chrome einfügen und weitersurfen.

Man kann natürlich auch noch das Anlegen von Cookies unterbinden. Dann wird es aber irgendwann schwierig, Seiten anzusurfen. Aber nach einer Sitzung die Cookies automatisch zu löschen, ist nicht schlecht. Muss man sich halt jedes Mal neu anmelden.

Zweitens: Mobil

Ich habe ein iPhone. Darauf ist zwar auch die Facebook-App installiert, die brauche ich aber nur in Ausnahmefällen. Ansonsten verwende ich einen anderen Browser, in meinem Fall den Adblocker Browser. Der stellt z. B. im Vergleich zu Opera die Facebook-Seite besser dar. (Allerdings ist der Vergleich schon etwas älter. Kann sein, dass das inzwischen besser aussieht.) Während die Facebook-App ziemlich sicher auch im geschlossenen Zustand nach Hause telefoniert, macht der Adblocker-Browser das (wohl) nicht. Man kann natürlich auch die Apps richtig “abschießen” (Doppelklick auf Homebutton und nach oben rausschieben).

Kann sein, dass das alles etwas paranoid ist. Aber schaden kann’s wohl nicht.

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Einfach die Hände schütteln

Samstag, 31. Januar 2015

Ich bin Begrüßungs- oder Verabschiedungs-Honk.

Als Kind hat man mir beigebracht, “das schöne Händchen” zu geben. Da ich eh Rechtshänder bin, war das einfach.

Später, als ich mehr mit Musikern und damit sowas wie Künstlern zu tun hatte, ging das Umarmen los. Noch schlimmer mit Küsschen auf die Wange geben. In Luxemburg übrigens drei. Aber wie? Links-rechts-links? Rechts-links-rechts? Keine Ahnung.

Wenn Sie mal jemanden treffen, mit dem Sie beim Versuch einer Umarmung mit dem Kopf aneinander ballern, könnte es sein, dass Sie gerade mich begrüßen. Ich habe nämlich die Begabung, garantiert mit der falschen Seite anzufangen. Schon ist die erste peinliche Situation da. Super.

Oder dieses supercoole Verabschieden, wie das die Cool People in den schlechten Autosendungen auf D-Max immer machen: High Five? Ich haue garantiert daneben. Zack, ist der kleine Finger umgeknickt. Die Fäuste leicht gegeneinander klopfen: Ich werde Ihnen die Hand geben wollen. Sich so lässig an den Handgelenken packen? Ich kratze meine Nägel in Ihre Pulsadern.

Selbst beim Händeschütteln kann man ja einiges falsch machen. Hier im Osten schüttelt man sich viel eher die Hände als im Westen, wo auch mal der Gruß mit der leicht angehobenen Hand und einem “Hi” ausreicht. Ich gebe garantiert dem nicht die Hand, der es gerade erwartet.

Das sind Probleme! Guten Tag!

Thema: danke es geht | Kommentare (2)

Das Unrecht am eigenen Bild

Samstag, 31. Januar 2015

Die Diskussion um das Foto des Fotografen Martin Langer von dem Mann mit Pissfleck in der Hose, der in den frühen 90ern in Rostock-Lichtenhagen so was wie den Hitlergruß zeigt, ausgelöst durch das Twittern dieses Fotos durch Jan Böhmermann, ist ja an Absurdität nicht zu übertreffen. Besonders hilfreich dank der Kommentar- und Verlinkungsvielfalt ist sicherlich der Beitrag vom Wirren. Ich möchte der Absurdität noch eine weitere Facette hinzufügen.

Ich fotografiere ja auch immer mal wieder Leute auf der Straße. Ohne zu fragen (muss man auch nicht). Aber auch ohne zu fragen, ob ich die Fotos veröffentlichen darf (müsste man!). Ich lege aber Wert darauf, nie Menschen in Posen zu zeigen, die sie diskreditieren oder lächerlich aussehen lassen.

Und so frage ich mich, wie wohl der Mann mit dem (vermeintlichen) Pissfleck (es könnte sich wohl auch um verschüttetes Bier gehandelt haben, aber dann hätte das Bild deutlich weniger Reiz) und auch der daneben stehende Mann auf die ja wohl mit Sicherheit vom Fotografen gestellte Frage reagiert haben, als er um Erlaubnis bat, das Foto veröffentlichen zu dürfen. Das Bild ist auf der Webseite untertitelt mit “Zuschauer während der Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992″. Als Teilnehmer öffentlicher Veranstaltungen muss man damit rechnen, fotografiert zu werden, wobei schon fraglich ist, ob das Portraitdarstellungen sein dürfen. Als Zuschauer, damit nicht Teilnehmer, vielmehr zufäliger Zaungast, eröffnet sich aber ein Diskussionsspielraum. Vielleicht ganz interessant dazu:

Wesentlich häufiger als die konkrte Zustimmung sind jedoch die Fälle, in denen die abgebildete Person stillschweigend, in der Sprache der Juristen „konkludent“, in die Aufnahme und deren Veröffentlichung eingewilligt hat. Hier ist wichtig, dass in dem bloßen Dulden der Fotografie noch keine Einwilligung gesehen werden kann. Vielmehr muss die Person zum Ausdruck bringen, mit den Aufnahmen einverstanden zu sein. Dies kann zum Beispiel durch „Posen“ geschehen, sprich die Person merkt, sie wird fotografiert und setzt sich bewusst in Szene. Aber natürlich ist auch die nachträgliche Zustimmung möglich. Wenn eine Person nicht merkt, dass sie fotografiert wird hat sie sich auch nicht konkludent mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Um sich hier rechtlich abzusicher, sollte der Fotograf, wenn die Person erkennbar ist, diese nachträglich um eine Erlaubnis fragen.

Quelle

Emporgereckter rechter Arm als Pose und der Aufforderung, mit Fleck in der Hose fotografiert und konkludent veröffentlicht zu werden, oder zufällig dabei abgelichtet worden? Der Fotograf wird es wissen, nehme ich an.

Thema: abgelichtet | Kommentare (1)

Fundamental-Blogger

Samstag, 31. Januar 2015

Manchmal scheine ich ja Fundamentalist zu sein. Jedenfalls, was das Bloggen betrifft, also ein Weblog zu führen, ein digitales Tagebuch, in dem man seine Gedanken niederschreibt, die dann auch andere lesen können. Ob das nun besonders viele Leute lesen, oder nicht: Mir egal. Man liest auch mehr darüber, wie wichtig es ist, “erfolgreich” (= mit monetärem Zuwachs) zu bloggen, als wie unwichtig es ist, Relevanz zu haben.

Ich finde es absolut ok und sehr anregend, dass es ganz viele Leute gibt, die z. B. Techniknachrichten ins Netz stellen. Oder über neue Musik schreiben. Oder über die fresheste Mode. Aber Bloggen in dem Sinn, wie ich das verstehe, ist das nicht. Darum gibt es m. E. auch immer wieder diese elende Diskussion, dass einige Blogger angefeindet werden, wenn sie mit Ihrem Schaffen Geld verdienen, sei es über Werbung oder für bezahltes Bloggen. Das liegt eben daran, dass viele das Bloggen offenbar noch so verstehen wie ich. Ich stelle aber klar: Auf diese Art sein Geld zu verdienen, ist genauso ehrenvoll wie als Oberarzt oder Straßenfeger.

Nur “Bloggen” ist das eben nicht. Es ist kurztaktiges Online-Publizieren, häufig subjektiv gefärbt, eine zweifellos gewollte Attitude. Eigentlich wichtig, einen neuen Begriff dafür zu finden. Aber dafür ist es wohl zu spät. Jedenfalls, die “echten” Blogger als “Journalizer” zu bezeichnen, wie ich darüber mal fantasiert hatte, hat sich ja nun auch nicht durchgesetzt. (Was Wunder.)

Angeregt zu diesem Beitrag wurde ich hierdurch und dadurch.

Thema: Draußen nur Kännchen | Kommentare (3)