Montag, 1. März 2010 22:19
Das war hart.
Gestern habe ich Taugenichts mein iPhone runtergeschmissen. Obwohl es auf einem nicht all zu harten Holzfußboden gelandet ist, ist der Touchscreen, genauer gesagt, die Glasscheibe oben drauf, gebrochen, wie es schon dem einen oder anderen passiert ist. Das lag wohl daran, dass ich den Sturz mit dem Fuß abbremsen wollte, ihm dadurch aber einen Extra-Kick gegeben habe. Gott sei Dank funktionierte es aber noch! Immerhin.
Nach kurzer Suche habe ich in Moabit eine Firma gefunden, die im Vergleich zu anderen einigermaßen günstig wirkte, aber vor allem versprach, dass man das Gerät an einem Tag bringen und abholen konnte. Weil ich gleichzeitig ein Führungszeugnis für die Verlängerung meiner öffentlichen Bestellung und Vereidigung beantragen musste und man dies, man höre und staune, bei jedem Bürgeramt der Stadt, nicht nur im “eigenen” Bezirk, tun kann, habe ich mich nach Abgabe meines Gadgets gleich ins Rathaus Tiergarten getrollt.Weil ich schon wusste, dass ich nicht auf die Karten-Applikation zurückgreifen könnte, habe ich mir sicherheitshalber oldschoolmäßig einen Stadtplanausschnitt ausgedruckt, um das auch zu finden …
Zwei Stunden brauche man für die Reparatur. Wow! Im Rathaus habe ich erstmal eine Wartemarke gezogen. 60 Nummern waren vor mir. Nach Auskunft der Schalterdame soll das ein bis anderthalb Stunden dauern. Da konnte ich erstmal ein paar Telefonate tätigen. Urgs. Da ging das Drama los. Ich hatte meinen alten HTC-Knochen mit Windows-Mobile dabei, den ich wenigstens vorher noch synchronisiert hatte, so dass zumindest alle meine Kontakte drauf waren. Aber erstmal die Kontakte auswählen. Man braucht da so einen Stylus genannten Plastikdödel. Dann kratzt man auf dem Plastikdisplay rum, das bestimmt viel bruchfester als das Äppelteil ist. Nach dem 5ten Anlauf habe ich dann endlich die richtige Nummer meines ersten Kontaktes erwischt. Weil ich den passenden Zurückknopf nicht gefunden habe, musste ich immer wieder von vorn mit der Auswahl beginnen. Und das gleich für drei Telefonate.
Ok., im Warteraum angekommen wollte ich mal ein bisschen gucken, was sich in der Twitter-Timeline so getan hat. Aber mit dem Client, den ich vor zwei Jahren mal installiert hatte, war das nix. Mag sein, dass es da inzwischen was Besseres gibt. Ich hab dann auch auf die Twitter-Homepage zurückgegriffen. Natürlich muss man nicht glauben, dass man mit dem eingebauten Browser bequem vergrößern und verkleinern kann. So machte auch der Besuch meines geliebten Fiat-500-Forums nicht so richtig viel Spaß. Und bis ich meine E-Mails gecheckt hatte, hatte ich weitere 15 Minuten Wartezeit überbrückt.
Irgendwann kam ich dann dran, nachdem ich noch ein wenig in die Luft geguckt hatte. Zwischenzeitlich hatte ich auch bemerkt, warum sich wohl die Dame neben mir weggesetzt haben könnte, war ich doch in einen der jüngst aufgetauten kackfrischen Moabiter Hundehaufen gelatscht. Aber nur ganz knapp, am Rand. Was für ein unbeschreibliches Glück!
Beim Phonedoctor angekommen musste ich noch 15 Minuten warten, bis ich mein geliebtes Apple-Gadget wieder in Empfang nehmen konnte, nachdem man mich um 129 Euro erleichtert hatte. Außerdem habe ich mir noch eine neue Hülle gegönnt, die das iPhone schlagfertiger machen soll. Ich hatte ganz am Anfang schon mal so ein Teil benutzt. Aber das war so rutschfest, dass man keine Chance hatte, das iPhone in die Hemd- oder Jackentasche rutschen zu lassen. Das geht nun besser. Der Affe ist glatter.
Jetzt will ich hoffen, dass mir das Teil nicht so schnell wieder runterkracht. Lustig noch am Rande zu erwähnen, dass eine Frau, die gestern neben mir im Kino-Wartebereich (am Friedrichshain) mich auf mein iPhone ansprach (sie möchte auch sooo gern eines haben), sich sofort für ihre Gefühllosigkeit entschuldigte, als sie merkte, dass ich mit einem gebrochenen Touchscreen rummachte. Ich konnte sie aber beruhigen, dass mit einem gebrochenen iPhone-Touchscreen nicht die Welt zusammenbricht. Aber ich muss sagen, es ist verdammt dicht dran gewesen. In den zwei Stunden, in denen ich sowohl sinnvolle als auch unterhaltsame Funktionen so gut hätte gebrauchen können.