Werbung ist…

… wenn man drüber spricht!

Anfang Dezember bekam ich eine E-Mail, ob ich einen meiner 500er nicht für Fotoaufnahmen zur Verfügung stellen wollte. Vorsichtigerweise habe ich erstmal gefragt, ob irgendwelche anzüglichen Fotos aufgenommen werden sollten. Dass mein N zum Pornostar avanciert, darauf war ich ja doch nicht so scharf. Nein, beruhigte man mich, das seien Werbeaufnahmen für einen öffentlich-rechtlichen Berliner Radiosender. Okay, dachte ich, da machst du mal mit.

Dummerweise hat sich die Vorweihnachtszeit nicht gerade durch sonniges Wetter hervorgetan. Und so gingen die Tage mit verschiedenen Schattierungen von grauem Himmel ins Land. Aber vor Weihnachten sollte es dann doch noch was werden.

Werbung aus dem Tagesspiegel vom 3.2.09

Ich hatte meinen “N” extra poliert und mich bereit erklärt, innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung zu stehen. So kam dann auch eines morgens der Anruf von dem Fotografen Markus Bachmann, ob ich denn in anderthalb Stunden an der Siegessäule -dort sollte das Shooting stattfinden- sein konnte. Klar konnte ich, das hatte ich ja versprochen.

Morgens sah es erst noch so aus, als wenn der Himmel etwas aufreißen würde. Leider zog es sich zum Mittag wieder zu, und so fanden die Aufnahmen bei ziemlich tristem Dezemberwetter statt. An der Siegessäule angekommen warteten schon der Fotograf, seine Assistentin und zwei  Menschen von der Agentur auf mich. Hach, es ist schon schön, mal in ein anderes Genre hineinzuschnuppern! Man hat es doch gleich mal mit ganz anderen Typen zu tun: Manchmal bin ich schon ein bisschen neidisch auf diejenigen, die in ihrem Job kreative Dinge schaffen.

Nach einer kurzen Besprechung ging es dann los: Ich vorneweg, hinter mir ein Lkw von einer Film-Set-Absicherungsfirma, der mir den Rücken frei hielt. Glücklicherweise ließ es sich mit den Ampelschaltungen ganz gut einrichten, in jeder Runde vom äußersten auf den inneren Ring und wieder nach außen zu fahren. So bin ich wohl etwa 50 Mal um die Siegessäule gekurvt, was einer Strecke von etwa 20 km entspricht. Zwischendurch habe ich noch ein paar amerikanische Touristen kennengelernt, die sich erst über das Auto wunderten und dann darüber, dass sie mich dauernd wiedersahen.

Schon zuvor hatte ich einen Entwurf zu sehen bekommen: Mein Fiat sollte also vor der Siegessäule mit Kopfhörern “aufgeschnallt” abgebildet werden. Hm, ok. Nur das Auto in artgerechter Pose wäre mir ja lieber gewesen, aber sei’s drum. Ist doch ganz lustig! Auf jeden Fall ein Hingucker, wobei wir beim Titel des Beitrags sind: Werbung ist, wenn man drüber spricht.

Am Ende ist aus den diversen Bildern eine Fotomontage geworden, die nicht nur in Tageszeitungen erscheint, sondern auch als Plakatwerbung  in der Stadt aufgehängt wird. Dort ist mein Fiat allerdings nun grün und nimmer blau. Sieht ein bisschen wie die Farbe aus, in der mein erster 500er lackiert wurde. Aber nur ein bisschen. Hier ein Foto, das Markus Bachmann (c) mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

Jetzt muss ich nur noch ein Plakat finden, vor dem ich meinen “N” postieren und fotografieren kann.

:)

Autor: Will
Datum: Mittwoch, 4. Februar 2009
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: funky

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4 Kommentare

  1. 1

    Achja, diese 500er ist doch ein schnuckliges Auto. Mein Vater hätte seinen damals nicht verkaufen sollen. Ich würd ihn heute fahren! :-)

  2. 2

    [...] hat inzwischen ein Plakat in der Stadt fotografiert. Und zwar hier. Mal sehen ob ich es schaffe, mit meinem N, der im Moment [...]

  3. 3

    Schön! Ist doch toll geworden! :mrgreen:

  4. 4

    [...] nun ein Foto von Ende Februar. Da war es endlich soweit, dass das Resultat aus 50 Siegessäulenumkreisungen publik gemacht [...]

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