Germanwings: Tuning durch Weglassen?

Am Donnerstag sind wir von Berlin nach München geflogen. Also genauer gesagt, von einem Flughafenplatz in Brandenburg (Schönefeld) zu einem Flughafen irgendwo zwischen Landshut und München.

Gut, in Schönefeld wird ja gebaut. Das ist auch dringend erforderlich, denn die Leichtbauhalle, das sog. Terminal D, ist dann doch nicht sooo repräsentativ. Wir sind mit Germanwings geflogen, also so nem Billigflieger. Mag ja sein, dass ich da etwas zu genau hingesehen habe. Irgendwie heißt es immer, dass natürlich die gleichen Sicherheitsstandards wie bei “richtigen” Fluggesellschaften gelten.

scharnier_fehltAber ich fand es doch etwas beunruhigend, dass an einer Landeklappe der linken Tragfläche des Airbus A319 die Scharnierabdeckung fehlte. Gut, ich bin Ingenieur genug, um mir vorstellen zu können, dass man auch ohne so ne komische Abdeckung fliegen kann. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass an dem Flugzeug noch viel, viel mehr Teile verbaut sind, die man nicht unbedingt zum Fliegen braucht. Dennoch wird man andererseits nicht sonderlich viele Teile an so nem Flugzeug finden, die nutzlos und überflüssig sind. Somit blieb doch ein fahler Beigeschmack.

Als wir dann in die Kabine kamen, konnte ich erstmal eine leere Colaflasche vom Sitz kicken, bevor ich in dem dann doch großzügiger als erwartet ausgerichteten Gestühl versank. Vielen Dank auch an die Damen und Herren Mitflieger, die ihre Koffer und Taschen bereits in die vorhandenen Gepäckfächer gestopft hatten, so dass für unsere Brocken (kleiner Rucksack und ne Umhängetasche) kein Platz mehr war. Armselige, egoistische Geschöpfe.
Dann folgte das Stewardessen-Ballett. Wie gehabt wurden irgendwo weiter vorn (wir saßen in der drittletzten Reihe) die Funktionen von Gurten und Sauerstoffmasken erklärt, und es wurden auch die Markierungen auf dem Boden angesprochen, wo man zu den Notausstiegen entlang krabbeln sollte. Ich habe geguckt und gesucht und geguckt, aber nichts gefunden. Keine Streifen, keine Lampen, kein gar nichts. Ist das jetzt vielleicht neu, dass man die Dinger erst kurz vor dem Aufschlag sieht? Schon eigenartig.

Neu war für mich auch die Anweisung, dass man bei Start und Landung die Sonnenblenden öffnen soll. Die Begründung dafür und auch für das Ausschalten der Kabinenbeleuchtung bei Start und Landung findet man aktuell gerade beim Bloggerkollegen Patrick.

So war ich doch irgendwie froh, als wir wohlbehalten irgendwo in der Nähe von München gelandet sind. Da wir in die Innenstadt nach München wollten, sind wir mit der S-Bahn gefahren. In München muss es eine Kommission geben, die dafür zuständig ist, das Streckennetz möglichst undurchschaubar zu gestalten. Es war an den Automaten in akzeptabler Zeit nicht möglich, herauszufinden, welche Karten wir denn nun brauchten. Gut, wir brauchten natürlich die teuersten, was wir uns gleich hätten denken können. Das haben wir aber erst gecheckt, nachdem wir einen verhältnismäßig unscheinbaren, vergilbten Plan in einem abseits gelegenen Schaukasten gefunden hatten. Für die Fahrt mussten wir dann auch pro Nase 9,20 bezahlen. Schon ein stolzer Preis für eine S-Bahn-Fahrt. Gut, man hat auch etwas davon, denn immerhin ist man vom Flughafen München bis zum Hauptbahnhof auch ungefähr ne Dreiviertelstunde unterwegs. Dafür sind die Bahnen etwas schicker und nicht so abgerockt wie in Berlin. Ein Transrapid wäre ne tolle Sache… :mrgreen:

Interessant fand ich ja, dass unser Koffer auf dem Hinflug 23 kg, aber auf dem Rückflug nur noch 20 kg wiegen durfte. Das stand der Entwicklung unserer Gepäckmasse ziemlich diametral gegenüber. Schließlich kommen irgendwie immer einige Sachen dazu, in meinem Fall vor allem ein dicker Ordner mit Tagungsunterlagen. Das Mehrgewicht sollte dann 47,50 Euro kosten. Die Logik, dass man das aber ohne Mehrkosten ins Handgepäck umpacken kann, war mir nicht recht zugänglich.

Btw: Auf dem Rückflug habe ich an den Sitzen weit unten so kleine Lämpchen für den Weg zu den Notausgängen gesehen und eine Scharnierabdeckung hatte dieses Flugzeug auch.

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Datum: Sonntag, 29. März 2009
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3 Kommentare

  1. 1

    Diese seltsame Geschichte mit Übergewicht ins Handgepäck zu verfrachten hatte ich auch mal. Versteht kein Mensch. Auch verstehe ich nicht, warum man sich bei meiner Frau, die etwas über 50 kg wiegt anpisst weil sie 2 KG Übergewicht hat, während hinter ihr in der Schlange der 150 kg Mann steht und den gleichen Preis fürs Ticket bezahlt.

  2. 2

    Leider habe ich die entsprechenden Handbuecher nicht mehr gefunden, aber ich gehe mal davon aus, dass die Abdeckung der Spindeln fuer die Landeklappen allerhoechstens einen (leicht) erhoehten Luftwiderstand und somit Kerosinverbrauch haben – wenn ueberhaupt. Nicht wirklich was schlimmes.

  3. 3

    Jo, wie ich es mir dachte. Nur ein schaler Beigeschmack bleibt irgendwie.

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