Callcenter: Erfindung des Teufels!
Achtung: Die folgenden Zeilen sind eine subjektiv gefärbte Unmutsäußerung.
Ich muss mir mal gerade mit einem Rundumschlag etwas Luft verschaffen. Nachdem man mir bei der Bestellung meines iPhones eine Lieferzeit von “gut einer Woche” genannt hat, hatte ich am letzten Donnerstag (also nach nur 6 Tagen) mal nachgefragt, wie es denn so aussieht.
Da sagte mir ein (auffallend freundlicher) “Callboy”, dass es im Versand sei und in Kürze eintreffen müsste. Etwas stutzig machte mich, dass ich mich nicht mittels Kundenkontonummer etc. ausweisen musste, er auffallend schnell die Infos zur Hand hatte und auch die versprochene SMS, dass das Handy versandt sei, nicht bei mir eingegangen war.
Nachdem heute immer noch nichts gekommen war, habe ich erneut die “2022″ angerufen. Als erstes habe ich mich gewundert, dass ich so ner Computerbraut nun vorab mehrere Fragen, was ich eigentlich will, beantworten musste. Alles Rumstottern nützte nichts. Sie wollte Antworten. Das riecht schon mal stark nach Abwimmeln, wahrscheinlich, weil ich innerhalb von 5 Tagen zweimal die Nummer der “Hotline” angerufen habe. Dann kommt man gleich in so ne Extra-Warteschleife für nervige Kunden. So durfte ich mir dann auch geschlagene 5 Minuten die tolle Schalala-Wartemusik anhören.
Dann hatte ich ein “Callgirl” in der Leitung, die mich nun nach meiner Karten- oder Kundenkontonummer fragte, um sicherzugehen, dass ich auch der Richtige bin, der hier Informationen abfragen will. Danach dauerte es wieder ein bis zwei Minuten, bis sie sich mit der Information zurückmeldete, dass mein iPhone keineswegs im Versand ist und dass das noch dauern kann. Apple käme mit der Lieferung nicht nach.
Aber sie sagte mir auch, dass es keinen Vermerk meines donnerstäglichen Anrufs gebe. Ich meinte, ob ich das dann geträumt hätte. Das habe sie so nicht sagen wollen, jedenfalls habe der Mitarbeiter keinen Vermerk meines Anrufs gemacht. Ich meinte, hätte ich auch nicht getan, weil er mir wohl offensichtlich Unsinn erzählt hat. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es keine Möglichkeit geben soll, so einen Anruf nachzuvollziehen, schließlich wird doch für Stasi2.0-Onkel Schäuble auch alles gespeichert. Darüber hinaus kann man am Anfang seines Gesprächs auch noch einwilligen, dass das Gespräch evtl. mitgeschnitten wird! Scheint ja wirklich was zu nützen, diese Art der Kontrolle…
So bin ich am Donnerstag wohl an einen lustigen Scharlatan geraten, der in einem Callcenter von T-Mobile seine Späße treibt. Wohl in dem Wissen, dass ihm eh nichts passieren kann und durch solche Informationen noch weniger Kunden in Zukunft bei der Hotline anrufen werden. Da kann schon der Gedanke kommen, dass er seine Späße auf Geheiß von Vorgesetzten treibt. Kunden abwimmeln, Telefonanrufe als angeblich nicht nachvollziehbar hinstellen: So kann man auch mit lästigen Kunden umgehen. Perfektionieren kann man diese Vorgehen eben mit sog. “Callcentern”. Ob mich die 10 Euro Guthaben, die man mir nun versprochen hat, milde stimmen können? Ich weiß nicht. Servicewüste, ich komme! Eigentlich will ich auch gar kein iPhone mehr.
Ich hasse Callcenter!


Dienstag, 7. Juli 2009 16:44
Ich wäre mit solchen Unterstellungen *extrem* vorsichtig.
Ich kann nachvollziehen, dass du dich ärgerst – würde ich an deiner Stelle auch. Aber mit welchen Vokabeln du hier öffentlich über die Situation berichtest und die latente Unterstellerei solltest du einmal überdenken (Stichwort Affektkontrolle).
Dienstag, 7. Juli 2009 16:50
Das ist doch noch gar nichts. Ich warte jetzt seit gut zweieinhalb Wochen (hab gleich am 19.6. bestellt). Und damals wurde mir gesagt, in 1-2 Tagen hätte ich es… naja. Jedenfalls haben meine zahlreichen Hotline-Anrufe tatsächlich etwas gebracht, ich habe mittlerweile eine Gutschrift von 40 Euro bekommen.
Dienstag, 7. Juli 2009 18:03
Niels,
nicht ohne Grund habe ich eingeleitet mit “Ich muss mir mal mit einem Rundumschlag etwas Luft verschaffen.”* Ich dachte, damit ist wohl klar, dass ich hier keine objektive Fallschilderung liefere, sondern eine subjektiv gefärbte Unmutsäußerung, die gleich damit einleitet, dass ich sie im Affekt geschrieben habe. Und die Vermutung betreffend, dass in Callcentern hinsichtlich “Kundenbetreuung” nicht alles mit rechten Dingen zugeht, muss ich erstmal vom Gegenteil überzeugt werden. Wie sonst soll ich die Auskunft von dem Callcentermitarbeiter werten?
Ich hab den Anruf am vergangenen Donnerstag ja noch in meiner Anrufliste und die Reaktion darauf in meiner Twitter-Timeline. http://twitter.com/willsagen/status/2436864024
*Ich hab das noch ein bisschen mehr herausgestellt.