Karmann ;(
Karmann baut keine Autos mehr. Autsch.
Als ehemaliger Beinahe-Osnabrücker und Autofan trifft mich das schon sehr, ganz abgesehen davon, dass etliche Arbeitsplätze verloren gehen.
Karmann und Osnabrück. Da denkt man doch gleich an schicke Coupés und Cabriolets auf VW-Basis, die in den 50er und 60er Jahren erfolgreich aus der sympathischen Stadt im Westen Niedersachsens in die Welt hinausfuhren. Okay, die Golf-Cabrios sind vielleicht optisch nicht so ansprechend, aber gute Autos sind es allemal. Nebenbei hat Karmann auch zahlreiche andere Autos entwickelt oder produziert, so für Porsche, BMW, Jaguar um nur ein paar zu nennen.
Tja, und mit Autos und dem Osnabrücker Wappen ist nun Schluss. Stattdessen gibt es nur noch die Kompenentenkonstruktion, hauptsächlich Cabriodächer, wofür man ja Spezialist ist.
Wenn ich überlege, dass ich mich dort vor ein paar Jahren mal in der Versuchsabteilung beworben habe… Ich würde mich jetzt wohl ein bisschen ärgern, wenn ich nicht eh schon auf der Straße sitzen würde. Denn Entlassungen hat es bei Karmann ja in den letzten Jahren laufend gegeben. Da war es wohl eine logische Konsequenz, dass die Autoproduktionssparte schließen wird.
Es lohnt sich einfach nicht, in Deutschland zu produzieren. Die Entwicklungsabteilung könnte aber recht erfolgreich sein. Um wenigstens etwas Positives daraus zu ziehen: Man kann nur hoffen, dass das ein Signal sein wird. Die Ausbildung muss in Deutschland gefördert werden. Jeder sollte aus seinen Fähigkeiten das Optimale herausholen können. So etwas darf vor allem nicht durch Studiengebühren und andere Hindernisse erschwert werden. Denn, früher war es vielleicht mal vordergründig beneidenswert, wenn man in der Industrie “am Band” einen großen Batzen Geld mit wenig Verantwortung einfahren konnte. Die Zeiten sind aber vorbei. Das größte Kapital steckt hierzulande in den Köpfen.


Samstag, 20. September 2008 7:13
[...] erschreckende Informationen vom Traditionsunternehmen Karmann: Die Firma möchte seine Sparte Karosseriebau schließen, welches ja das Kerngeschäft bis jetzt darstellt. Es wären im Hauptsitz in Osnabrück über 1725 [...]