Mac vs. Windows: Switcher oder nicht?

Ich bin ja nun bemact. Zig Jahre habe ich Windows-Betriebssysteme kommen und gehen sehen: 3.0, 3.1, 3.11, 98, 2000, XP, Vista. Da macht man was mit. Drumherum nabeln sich immer mehr Leute zu Mac samt OS-X mit verschiedenen Raubkatzennamen ab. Bei mir ließ sich das eigentlich nicht so richtig gut bewerkstelligen, weil ich z. B. beruflich auf ein paar Windows-Programme fixiert bin, die es eben nicht als Mac-Version gibt. Klar, es gibt Bootcamp oder wie das alles heißt. Damit ließe sich vielleicht einiges bewerkstelligen. Jetzt nutze ich das Powerbook aber erstmal als Surf-Maschine und Heimrechner. Das, was bislang mein Samsung Q35 war, soll nun das Powerbook sein. Beides sind 12″-Geräte. Da bietet sich allein deswegen schon ein Vergleich an.

Das Powerbook ist ja nicht mehr das Neueste. Es ist knapp 5 Jahre alt sein, wenn ich richtig recherchiert habe. Jogs Kaufbericht in seinem Blog ist vom 10.1.2004. Darum ist der Vergleich mit dem gut 3 jahre jüngeren Q35 vielleicht etwas unfair. Aber auch nur vielleicht. Denn wahrscheinlich wurde es vor 2 Jahren noch etwa so teuer gehandelt wie das Q35 neu kostete. Der erste Unterschied ist schon mal das Display. Das Q35 hat ein “glossy” Display, das ich ja mal sooo gehasst habe. Aber man muss den Dingern einfach eine tolle Farbbrillianz attestieren. Außerdem, so komisch es klingen mag, bei direktem Sonnenlicht auf das Display sieht man mehr als bei den matten, weil das Sonnenlicht für die Displaybeleuchtung mitbenutzt wird. Bei indirektem Licht, wenn der Spiegeleffekt besonders groß ist, versagt es aber total. Das matte Powerbook-Display geht da schon deutlich eher in die Knie. Dass das Display von meinem Powerbook schon ein paar dunkle Flecken am Rand hat, geht natürlich nicht in die Bewertung ein.

Machen wir weiter beim Gehäuse. Keine Frage, da punktet das Powerbook. Eine Tugend, die Apple gerade wiederentdeckt hat: Das Aluminiumgehäuse. Das kann sich verbiegen, wenn es mal hart herangenommen wird. Und man kann es auch wieder ausbeulen. Ein Plastikgehäuse wie beim Q35 bricht. Man kann vielleicht versuchen, es zu kleben, aber meist ist das nicht von Dauer. Bei meinem Q35 ist dann auch ziemlich zügig links und rechts am Deckel neben den Scharnieren je ein Riss entstanden. Ärgerlich! Das ist bei meinem alten Aldi-Notebook genau der gleiche Mist. Metall altert in Würde mit Beulen und Schrammen, Plastik geht einfach kaputt.

Außer, dass sich irgendein Hirni überlegt hat, das “@” woanders hinzulegen, sind die Tastaturen im Wesentlich gleich. Nervig finde ich, dass man beim Apple für “del” “fn+Backspace” drücken muss. Das geht besser. Außerdem fehlt die rechte Maustaste unterm Touchpad. Auch da ist die Krücke mit “ctrl”+Maustaste kein richtiger Ersatz.  Haben die neueren Applebooks eigentlich mehr als eine Taste? Wäre ja sehr wünschenswert.

Damit wären wir bei der Bedienung. Das Betriebssystem. Naja, dass das Mac OS-X nun im Vergleich zu Windows ein Kindergeburtstag ist? Ich weiß nicht. Während Windows mit eigenartigen Fehlermeldungen aufwartet, hier und da mal abstürzt (was bei XP und inzwischen auch Vista eine ziemliche Ausnahme ist) und auch ansonsten insgesamt hakeliger ist, läuft auf dem Mac alles rund. Wenn es denn läuft. Denn wenn auf dem Windows-Rechner mal etwas nicht läuft, hat man etliche Möglichkeiten, irgendwo rumzuschrauben und nochmal etwas auszuprobieren. Das gibt es (nach meiner knappen Mac OS-X Erfahrung) auf dem Apple nicht in der Weise. Ich erinnere mich da an eine versuchte iWorks-Installation: “Es ist ein Fehler bei der Installation aufgetreten.” Aha. Da wüsste man ja auch gern, worin denn der Fehler liegt. Oder warum ist es nicht möglich, das FirmenWLAN zu erreichen? Zweimal klappt es. Dann nie wieder. Ich vermute übrigens, dass das Update auf Mac OS-X 10.4.11 Schuld war. Tolle Sache.

Dass sich das Betriebssystem nun wirklich soviel einfacher bedienen lässt, ist auch beim Mac eine Frage der Übung. Intuitiv finde ich es nicht unbedingt. Aber vieles geht schon besser. Das Dock ist z. B. eine tolle Einrichtung. Man muss nur erstmal herausfinden, was man ins Dock ziehen kann. Außerdem muss man alles mögliche erst auswerfen, bevor man z. B. einen USB-Stecker ziehen darf. Dennoch, das Look and Feel ist einfach besser. Dem Mac merkt man an, dass vieles in der Software detailverliebt gestaltet ist. Man hat offensichtlich stets den Anwender im Blick. Auf dem Windows-Rechner laufen viele Sachen irgendwie. Auf dem Mac laufen weniger. Aber nicht irgendwie, sondern sie laufen, wenn sie laufen.

Viele Sachen am Powerbook sind auch einfach nett anzusehen. Von der Alu-Optik abgesehen ist z. B. der beleuchtete Ring um den Netzteilstecker und auch das Gehäuse des Netzteils selbst einfach schön. Genauso die elegante Scharniervariante. Der Akku guckt nirgends raus wie am Q35 und so weiter und so fort. Der schönste Moment ist sowieso, wenn man das Powerbook zuklappt. Sofort fängt die kleine, weiße LED an, ruhig zu atmen. Das sind so die kleinen Dinge, die einfach Spaß machen. Die großen Dinge sind dahingegen natürlich die Geschwindigkeit, mit der das Powerbook wieder aufwacht. Da kann sich das Vista-Q35 mehrere dicke Scheiben von abschneiden. Der Sleep-Modus unter Vista ist einfach eine Krankheit. Bis das Notebook ruhig läuft, vergeht locker eine Minute. Ähnlich ist es mit dem Neustart. Auch da liegt der Apple eindeutig vorn.

Dennoch: Der wahre Grund, warum ich Windows-Rechnern so schnell nicht Goodbye sagen werde: Irfanview! Der kleine Photoshop für zwischendurch. Bilder drehen, skalieren, Farben, Auflösungen, sonstwas ändern. Das geht mit Irfanview so gut, wie mit keinem anderen Programm. Da kann mir einer sagen, was er will. Ich hantiere so viel mit Fotos, dass ich dieses Programm andauernd brauche. Irfanview ist sooo durchdacht. Einfach genial, genial einfach. Und solange es das nicht für Mac OS-X gibt, fehlt einfach etwas.

Autor: Will
Datum: Dienstag, 21. Oktober 2008
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10 Kommentare

  1. 1

    Die neuen AppleBooks haben gar keine sichtbare Maustaste mehr: http://www.apple.com/de/macbook/features.html
    … und auf IrfanView auf dem Mac warte ich ebenfalls bereits seit Jahren!

  2. 2

    Wir hatten ja bereits kurz darüber getwittert. Ich habe dann den “GraphikConverter” ausprobiert. Im Vergleich zu Irfanview ein Graus sage ich dir!

  3. 3

    Endlich mal jemand, der den Wert von IrfanView deutlich macht! Danke! :razz:

  4. 4

    zum schnellen drehen und skalieren von bildern reicht »vorschau« völlig aus.

    rechte maustaste: bei den macbooks ist es der zweite finger, den man auf das trackpad legt. ob das bei den alten ibokks / powerbooks funktioniert, weiß ich allerdings nicht.

    ich glaube, ich muss herrn w. mal ne kurze nachhilfestunde geben … dann sagt auch er: »apple ist toll!« … ;-)

  5. 5

    Naja, aber so leicht, wie man mit Irfanview Stapel mit allen möglichen Funktionen bearbeiten kann, ist alles, was ich bislang aufm Mac gesehen habe, viel komplizierter. Skalieren, spiegeln, beschneiden, Gammakorrektur, umbenennen usw. alles in einem Rutsch mit beliebig vielen Bildern. Das geht einfach genial einfach. Zum Beispiel die durchdachte Funktion “lange Seite ersetzen.” Da ist es egal, ob das Bild hochkant oder quer orientiert ist. Alle Bilder haben hinterher das gewünschte Format. Nur so als Beispiel.
    Wenn man sich an so eine Software, die man viel benötigt, erstmal gewöhnt hat, will man sie halt nicht missen. Egal, wie toll der Rest ist. Klar weiß ich, dass man das aufm Mac auch irgendwie hinkriegt.

    Darüberhinaus ist Irfanview Freeware (habe gerade den Donation-Obolus abgedrückt).

    Was mir bei der Touchpad-Geschichte noch aufgefallen ist: Bei meinem Q35 kann ich einen Doppelklick durch zweimal schnelles Tippen auf dem Touchpad erreichen. Damit kann man auch die Bildlaufleistenschieber anfassen und so. Auch sehr praktisch. Vielleicht ist das aber beim Powerbook auch Einstellungssache.

    Die Einladung zur Nachhilfestunde nehme ich übrigens gern an. :)

  6. 6

    Irgendwie immer wieder komisch einen solchen “Anfängerbericht” zu lesen. Viel würdest du wohl gar nicht schreiben, wenn in den ersten paar Stunden ein langjähriger Mac-Anwender neben dir gestanden hätte; z.B. wird das Fehlen der rechten Maustaste von Anfängern immer als Kritikpunkt genannt, jemand der aber schon ein paar Jahre OS X nutzt, vermisst in aller Regel die Taste gar nicht. Ich weiß auch nicht mehr wie es bei den alten Laptops war, aber bei den aktuellen ist das Dank Zwei-Fingerklick (oder eben Tipp, wenn man das aktiviert…) kein Problem falls man es dann doch mal braucht.

    Ich persönlich habe nie mit IrfanView gearbeitet, aber gerade im letzten Jahr sind 3 oder 4 Photoshop-Alternativen für den kleinen Mann erschienen. Ich nutze gerne das mitgelieferte Kommandozeilenprogramm welches recht gut zur Batch-Verarbeitung taugt aber ohne GUI sicher nicht intuitiv ist.

    Um übrigens Alternativen für Windowsprogramme zu finden empfehle ich immer osx.iusethis.com und oben rechts ein Stichwort eingeben (z.B. Word). Dann sieht man auch gleich, welches Programm das beliebteste für eine Sache ist – das hat meist seinen Grund.

    Apropos intuitiv. Das wird meiner Meinung nach misverstanden, m.M. bezieht sich das auf Neulinge ohne Computererfahrung… alle anderen benutzen ihre gewohnten System in etwa gleich schnell (laut einer Studio selbest KDE-Nutzer).

    Zu »Es ist ein Fehler aufgetreten.« sei gesagt, dass du da die ganzen unixoiden Möglichkeiten hast. Für den Anfang hast du mit »Konsole« unter Programme / Dienstprogramme sicherlich erstmal genug Spaß. — dmesg gibt’s im übrigen auch ;)

  7. 7

    Schlauer wird man aus Fehlern, vor allem, wenn man drüber spricht. Wie man den Scrollbalken durch Klicken verschiebt, habe ich inzwischen herausgefunden. Das ist doch schon was.
    Aber dass den Mac-Usern die rechte Maustaste fehlt, kann ich solange nicht verstehen, wie man bedingungslos stattdessen eine Tastenkombination als gleichwertig ansieht. Oder wie macht man z.B. im Firefox einen neuen Tab auf? Oder kopiert was in die Zwischenablage (wie gesagt, ohne Tastenkombi)?
    Und mal ehrlich, eine Kommandozeilengeschichte ist nicht wirklich eine Alternative zu einem einfach zu bedienenden Programm. Das darf doch nicht von einem Mac-ianer kommen. ;)
    Die Photoshop-Alternativen würden mich sehr interessieren. Vielleicht ist ja etwas für mich dabei. Über deinen Link osx.iusethis.com bin ich auf zonViewer gestoßen. Das werde ich nun mal testen. Die Seite mit den Alternativen hilft mir vielleicht wirklich weiter.

    Ich habe ja oben schon geschrieben, dass ich erst sehr wenig probiert habe und mir deswegen viel unklar ist. Daher bin ich für Tipps, Hilfen und Anregungen immer dankbar!

  8. 8

    Hmm also Zwischenablage und Tabs… das habe ich schon immer per Tastenkombination gemacht, wie so vieles, da wäre ich auch vorher nie auf die Idee gekommen das mit der rechten Maustaste zu machen. Aber wo du die Tabs ansprichst in Firefox, da habe ich mir das New Tab-Symbol in die Symbolleiste gelegt und nutze das sogar recht häufig unterwegs am Laptop.

    Zu den Photoshop-Alternativen, es wurden drei sehr gehypet, kann mich allerdings nur an zwei erinnern:
    • Pixelmator – versucht Photoshop nachzubilden http://www.pixelmator.com/
    • Acron – Schwerpunkt eher auf Usability http://flyingmeat.com/acorn/
    vielleicht wäre auch noch Skitch was: http://www.skitch.com

    Kommandozeile, ja das ist nicht Maclike, wohl war, aber also Informatikstudent hat man eh tagtäglich mit der Bash zutun und da freut man sich umso mehr wenn sie so einfach zu erreichen ist und der Rest vom System natürlich sehr ansehnlich ist.

  9. 9

    Jau, danke. Die Programme werde ich mir mal ansehen. Im Moment habe ich das Problem, dass das Powerbook über keinen Kartenleser verfügt und der, den ich mir gekauft habe, mit SDHC-Karten nicht zurecht kommt.
    Wegen der Tastenkombis: Wenn man abends so auf dem Sofa liegt, ist halt die Einhandbedienung angesagt.

  10. 10

    [...] 11. Schon damals hatte ich Schwierigkeiten, mich am Firmen-WLAN anzumelden. Ich entnehme einem alten Beitrag, dass es zweimal geklappt hat, dann aber nicht mehr, nachdem ich auf 10.4.11 upgedatet [...]

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