Barcamp Berlin 3: Die Weisheit der vielen

Ich wusste, dass mir der Titel irgendwie bekannt vorkommt: “Die Weisheit der vielen” heißt die Session, in der ich intuitiv gelandet bin. Es ist ein Buchtitel, wie mir eben in dem Moment eingefallen ist, als auch schon der Referent Ronnie Grob das Buch hochgehalten hat. Das Buch habe ich selbst dummerweise noch nicht gelesen, aber es immerhin letztes Jahr schon zu Weihnachten verschenkt.

Es geht darum, dass man nur genug Leuten eine bestimmte Frage stellen muss, um der richtigen Antwort sehr nahe zu kommen. Damit gibt es eine klare Ausrichtung gegen die vorherrschende Experten”herrschaft”. Fragst du zehn verschiedene Experten, bekommst du auch zehn verschiedene Antworten. Ich kenne das selbst nur zu gut, bin ich doch im Prinzip auch sowas wie ein Experte, in meinem Falle für Unfallrekonstruktion. Da bekomme ich oft genug zu sehen, wie unterschiedlich der gleiche Unfall von den diversen Kollegen ausgelegt oder rekonstruiert wird. Klar, dass meine Sicht natürlich die einzig Richtige ist…

Schon vor einiger Zeit, noch bevor ich von der Existenz des Buches wusste, hatten wir im Büro die Idee, auch mal beliebige Leute auf der Straße zu bestimmten Problemen aus meinem Fachbereich zu befragen und das ganze mit einer Expertenbefragung zu vergleichen. Da sich offensichtlich auch schon andere mit dieser Variante der Problemlösung beschäftigt haben und zu einem positiven Ergebnis gekommen sind, könnte das mehr als ein netter Gag für mich und die Kollegen sein. Schließlich gibt es schon ein tolles, neudeutsches Fremdwort dafür: Crowdsourcing. Wow…

Interessant dürfte das Ergebnis einer solchen Umfrage hinsichtlich des Aspekts sein, wie sich die Ergebnisse verteilen. Eben fiel das Beispiel, dass eine große Gruppe Leute das Gewicht einer Kuh schätzen sollten. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird das in dem Buch vorgestellt, so dass ich das leicht nachlesen kann. Der Mittelwert entsprach dabei sehr gut dem tatsächlichen Gewicht der Kuh. Wie verhält es sich aber mit der Verteilung? Man müsste das dann mal als Verteilungskurve aufzeichnen und schauen, ob die gleiche Frage an Experten gestellt zu einer schmaleren “Glocke” führt als bei einer Massenbefragung. Denn gerade dann, wenn es auf bestimmte Randwerte, z. B. 2% und 98%-Perzentile ankommt, könnte sich möglicherweise doch die Expertenbefragung als diejenige mit engeren Grenzen herausstellen.

Autor: Will
Datum: Samstag, 18. Oktober 2008
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3 Kommentare

  1. 1

    [...] um den Experten die Meinungshoheit zu entreißen. Es geht darum, dass man nur genug Leuten eine bestimmte Frage stellen muss, um der richtigen Antwort sehr nahe zu kommen. Menschen, die gemeinsam spannende, ausgefallene und passende [...]

  2. 2

    [...] Weisheit der Vielen [...]

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    Danke für die Besprechung. Hier die Slides dazu (ich mach jetzt nicht nochmal einen neuen Blogpost und verlinke zu dem August-Posting):

    http://blog.ronniegrob.com/2008/08/30/blogcamp-30-die-slides/

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