Machtspiele

Mittwoch, 1. Februar 2012

oder: Die Hevelinge unter den Bloggern.

Heveling ist dieser Shootingstar der CDU, der den Bloggern den Kampf angesagt hat. Mit militärischer Attitude ruft er zum letzten Gefecht auf, welches die Digital Natives in ihrem Web 2.0 eh schon verloren haben. Meint er. Und weil sich die Bloggeria so gern aufregt, hacken sie nun alle auf dem Heveling rum. Klar. Zu recht. Wer kann bei so einer Steilvorlage schon stillhalten?

Nebenbei, ich meine ja, dass es noch ein paar mehr Hevelings geben müsste. So viele, dass auch die nichtdigitale, breite Masse das Dummgeschwätz wahrnimmt. Aber sie sollen bitteschön alle mit dem gleichen Kriegsberichtersprech auftreten. Ich könnte mir vorstellen, dass dann (bis auf die meisten Bildzeitungsleser) deutlich mehr Leute darauf aufmerksam würden, was hier gerade passiert. Und auch kapieren, dass sie dank ACTA demnächst in allen Belangen, die sie an Netzaktivitäten unternehmen, überwacht werden. Und sei es nur, wenn die glücklichen Eltern per E-Mail ein Video der kleinen Enkelin an die Oma schicken, bei dem im Hintergrund urheberrechtlich geschützte Musik läuft, wodurch sie sich, vor allem im Sinne der Rechteverwerter, schuldig machen und gefälligst bestraft gehören.

Wir können das Netz so nutzen, wie es mit dem Radio in seiner Anfangszeit möglich war (wenn man die technischen Möglichkeiten hatte) (Hab ich das eigentlich beim Lobo gelesen?). Denn ein jeder konnte zunächst auf Sendung gehen, bis es plötzlich nicht mehr ging, weil die Mächtigen einen Riegel vorgeschoben haben. Nur noch diejenigen durften senden, die die Rechte dafür erworben hatten. Aber nun haben wir das Internet. Praktisch jeder kann wieder gegen die mediale Einbahnstraße fahren. Jeder kann nun wieder selbst auf Sendung gehen. Wir schrei(b)en was heraus, wir teilen uns mit. Wie einer, der auf der Straße stehen bleibt und anfängt zu reden, ob einer zuhört oder nicht. Vielleicht hält ja doch einer an, der es ganz spannend oder unterhaltsam findet. Jeder hat nicht nur seine Meinung, sondern kann diese auf nie da gewesene Weise veröffentlichen.

Und nun kommt ein Heveling daher, der die alten Werte schützen will. Der (wieder) Kontrolle (zurück)erlangen will, der Macht ausüben möchte über die, die ihn dummerweise gewählt haben. Die er in die Schranken weisen will, die er unterdrücken will, die er maßregeln will, weil er sonst Macht und Einfluss verliert. Aber haltet die Augen auf. Die “Netzgemeinde” (die es so eh nicht gibt) ist sich auch nicht einig. Auch dort gibt es Herrschaftshungrige und Gierige, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf der Klaviatur der Macht spielen.

Es gibt da so ein paar versprengte Gesellen, denen es (wie mir) relativ egal ist,  ob sie Reichweite im Netz haben oder Credibility, wenn sie auf Sendung gehen. Die einfach nur für eine bessere Welt bloggen (hehehe…)

Aber dann sind da noch die kühl kalkulierenden Strategen. Sie durchforsten ständig ihre Seiten und Statistiken, ob sich noch irgendwo etwas mehr Traffic erreichen lässt. Sie taktieren geschickt mit dem, was sie wie und wo veröffentlichen. Sie scharen, häufig sehr zu recht, eine Fangemeinde um sich, weil sie Ausstrahlung haben, weil sie was drauf haben, weil sie es geschafft haben in der digitalen Welt.

Was ihnen aber nicht passt, sind Angelegenheiten, die Umsatz kosten, oder kritische Stimmen. Sand im Getriebe. Oder Leute, die ihnen den Rang ablaufen könnten. Dabei ist diese Gefahr meistens mehr als abstrakt. Was kann schon ein kleiner Irrer gegen den großen  Machthaber ausrichten? Eigentlich nichts. Es sei denn, man fürchtet sich vor irgendetwas Irrationalem. Dann geriert man sich plötzlich wie ein Diktator. Man schüchtert den kleinen Scheißer ein, wirft ihm vor, dass er sich im Glanz seiner Ehrwürdigkeit zu sehr sonnt, weil man ihm fünf Sekunden Ruhm gewährt hat (um den der kleine Wicht nicht mal gebeten hat). Man lässt ihn nicht zu Wort kommen, wenn es nicht 100% ins Konzept passt. Erst versucht man die Lästigen einzuschüchtern, und dann? zu zensieren? auszuschalten? Bei den “Großen” ist das jedenfalls so.

Ich bin mir noch nicht 100% sicher. Entweder erlebe ich gerade Ansätze einer solchen Geschichte, oder ich sollte mich demnächst auf das Entwickeln von Verschwörungstheorien verlegen. Interessantes Experiment, weil es mir in Wirklichkeit nichts anhaben kann. Aber eigentlich sehe ich natürlich nur Gespenster. Bloggende Gespenster mit der hevelingschen Fratze.

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Blogger Auto Award 2012

Dienstag, 31. Januar 2012

Wir sind Blogger. Und wir lieben Autos. Wir Autoblogger sind ja sowas wie das Reifendichtmittel im Auto der Automobilpublizisten. Das fünfte Rad hat man abgeschafft, es gibt jetzt was Neues, aber dem traut man nicht so recht. Was liegt bei kleinen, unbeugsamen Schreibern also näher, als sich zu einer Gruppe zusammenzufinden? Und wie die Leser der großen Auto-Motor-und-Sport haben sich nun die Blogger ebenso daran gemacht, die tollsten, besten, schönsten, gelungensten Autos des Jahres 2012 zu küren. Die Ergebnisse findet ihr hier:

http://blogger-auto-award.de/blogger-auto-award-2012/

Tja, und es ist schon interessant, dass und vor allem wo sich die Meinung der Blogger in einigen Punkten von der Leserwahl abhebt.

Bei den Minicars tut sich nicht viel. Die Plätze 1, 2 und 3 gehen hüben wie drüben an VW Up!, Mini und Fiat 500, wobei ich mich frage, wie man den Up! in eine Klasse mit dem Mini stopfen kann. Aber gut.

Dann kommen die Kleinwagen: 1) Audi A1, 2) Alfa Romeo Mito, 3) VW Polo. Bei den ams-Lesern war der Polo an zweiter Stelle. Klar. Langeweile ist zweitrangig. Die Blogger setzen offensichtlich mehr auf dynamisches Design. Interessant aber, dass sich der Polo den dritten Platz mit dem Kia Rio teilen muss. Mal ehrlich: Das ist echt ein feines Auto, das da auf die Räder gestellt wurde!

Und schon sind wir in der Kompaktklasse angekommen. 1) BMW 1er und Opel Ampera, 2) Mercedes Benz A/B-Klasse, An zweiter Stelle der ams-Leserwahl ist VW Golf/Jetta angekommen, an dritter Stelle der Audi A3. Hier schlagen m. E. die Online-Aktivitäten der Hersteller ziemlich durch: Mercedes hat sich ins Zeug gelegt, die neuen Modelle gerade den Onlinern schmackhaft zu machen. (Was ich nicht verstehe, warum A- und B-Klasse als ein Modell aufgeführt sind.)   Naja, und der innovative Opel Ampera hat mit Sicherheit einen vorderen Platz verdient, im Gegensatz zur in Blech geklopften Langeweile vor allem des Jetta. Warum er allerdings ein Kompaktfahrzeug ist und nicht untere Mittelklasse? Keine Ahnung. Den 1er BMW mag ich nicht so. Da gefiel mir persönlich der Vorgänger besser. Der war viel eigenwilliger. Solche Eigenschaften werden aber selten belohnt.

Die (untere) Mittelklasse hält keine Überraschungen parat. Alles im Gleichklang. Gleiches gilt für die obere Mittelklasse.

Dafür ist in der Luxusklasse einiges durcheinander geraten. Wo zuvor Porsche Panamera, Audi A8 und Mercedes S-Klasse einander folgten, landet der Porsche weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Dafür hat es Aston Martin Rapide mit großem Abstand weit nach vorn geschafft, gefolgt von Audi A8 und Maserati Quattroporte. Gerade mit dem Aston Martin und auch dem Maserati zeigt sich das sichere Gespür der Blogger für außergewöhnliche Fahrzeuge.

Sportwagen. Das Herz schlägt hinten: Natürlich ist der 911 die Ikone, ob Printleser oder Onlineschreiber. Gefolgt von Mercedes Benz SLS (ich kann es bis heute nicht glauben, dass die Sternenschrauber dieses Auto auf den Markt gebracht haben) und dem Audi R8, punktgleich mit dem Aston Martin DB9/DBS. Der Audi ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber damit hat sich die Marke mit den vier Ringen ein Denkmal geschaffen. Ich hätte mir den Aston Martin auch vor dem Audi vorstellen können. Sogar auch ganz vorn.Mir persönlich fehlt ja das BMW Z3 Coupé in der Liste. Aber es geht ja auch nicht um die schönsten mindestens 10 Jahre alten Gebrauchtwagen.

Damit sind wir beiden Cabrios angekommen. Unter Cabrios verstehe ich ja eigentlich mehr so gemütliche offene Wagen. In der Liste findet man eher offene Sportwagen, Spider, Roadster, sowas eben. Gegenüber der Bloggerwahl hat sich der BMW 6er zwischen Audi R8 Spyder und Porsche 911 Cabrio geschoben. An der Spitze liegt der Mercedes SLS Roadster.

In der Liste der Geländewagen steht m. E. nur ein Auto, das die Bezeichnung überhaupt verdient hat: Mercedes G, den wir Blogger auf den zweiten Platz gewählt haben. Alles andere ist SUV-Gelumpe, das allenfalls zum Ziehen von Pferdeanhängern taugt, und ansonsten die Innenstädte durch ihre Zu-Größe verstopft. Darum kümmere ich mich nicht weiter drum.

Bleiben noch Vans. Die ams-Leser meinen, hier habe VW mit T5, Sharan und Touran die Nase vorn. Gähn. Die Blogger sehen hinter T5 den Mercedes Viano und den Ford S-Max auf den Plätzen. Auch gähn. Überhaupt frage ich mich, warum man nur deutsche Fahrzeuge in der Auswahlliste findet.

Tja. Das war’s. Toll. Oder?

:mrgreen:

 

 

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Verheizte Kulturgelder im Heizkraftwerk

Montag, 30. Januar 2012

Ich rege mich ja gern mal auf. Und zwar über alles mögliche, ob es mich was angeht oder nicht. Das hier geht mich eigentlich gar nichts an, weil ich nämlich überhaupt keine Ahnung von der großen Kultur habe. Ich gebe auch ganz ehrlich zu, dass ich einem Opernbesuch nicht all zu viel abgewinnen kann. Mir fehlt einfach der Zugang zu dieser Art von Kunst. Ich will anderen aber nicht absprechen, dass sie das schön finden. Jeder wie er will.

Berlin hat drei Opernhäuser, wovon eines (Staatsoper Unter den Linden) gerade neu aufgebaut wird. Klar, ich möchte die Entscheidung auch nicht treffen müssen, welche Oper eigentlich weg kann. Während der Bauarbeiten ist die Staatsoper ins Schillertheater umgezogen. Ich kenne mich ja nicht so gut aus, aber dort scheint man offenbar Kapazitäten frei zu haben. Wie auch immer. Es scheint dennoch nicht zu reichen oder vielleicht findet man es auch einfach geil, und so wird eine Inszenierung in das alte Heizkraftwerk in Mitte verlegt. Das geht natürlich nicht so ohne weiteres. Man muss dort nicht nur die entsprechende Bühnentechnik installieren, sondern auch die über 900 Sitzplätze für die Gäste, die dann dort ihre schöne Abendgarderobe zur Schau tragen. Machen wir uns nichts vor: Oper und so Zeugs ist etwas für die oberen Zehntausend, mal von einigen wenigen abgesehen, die wirklich wegen des Kunstgenusses dort sind und nicht nur, weil man da aus gesellschaftlichen Gründen eben mal hinmuss, mit der Musik und dem Spiel aber eigentlich wenig anfangen kann.

Splitter-Orchester in der WabeJedenfalls werden dort zigtausend Euro verheizt, da im Heizkraftwerk. Es ist dabei kein Geheimnis, dass jeder Opernbesucher mit einer höheren Förderung bedacht wird, als er für seine Karte bezahlt hat.

Wenn nicht gleichzeitig viele kleine Kultureinrichtungen, die vielleicht nicht Weltklasseniveau haben, aber wenigstens bezahlbar sind und vor allem auch mal andere Kulturneigungen bedienen, zu Tode gespart würden, wäre die Kohle im Heizkraftwerk ja gut angelegt. Und da sind wir an dem Punkt, wo mich die Verteilung der Kulturgelder doch betrifft. Denn z. B. die Wabe in Prenzlauer Berg, ich habe mal genau gegenüber gewohnt, steht als eine von mehreren Kultureinrichtungen in Pankow vor dem Aus, weil man mal eben 1 Mio. Kulturgelder im Bezirk Pankow einsparen muss. Dort wird ein vielfältiges, interessant ausgesuchtes Programm geboten. Ein Besuch dort hat sich stets gelohnt! Ich möchte jetzt gar nicht mehr wissen, was der Spaß im Heizkraftwerk kostet und wie viele Jahre die Wabe davon weiterbetrieben werden könnte. Als ob die Staatsoperaner nicht auch einfach in der Wabe fiedeln und dort auch mal dem Fußvolk einheizen könnten.

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Sensorreinigung und die Folgen

Montag, 30. Januar 2012

Tja, jetzt denkt natürlich jeder, meine Leica wäre nach meiner Bremsenreinigeraktion Schrott. Nö. Isse nicht. Funktioniert super!

Bauhaus DessauAm Sonntag waren wir in Dessau und haben uns das Bauhaus sowie die Meisterhäuser angesehen. Erstens war das ein lohnender Besuch und zweitens hab ich viel fotografiert. Hier geht’s zu meinem Flickr-Album. Mal abgesehen davon, dass der Sensor deutlich sauberer ist als vorher, funktioniert die Kamera genauso, wie ich das gewohnt bin. Naja, und mit der Leica fühlte ich im Bauhaus so designmäßig sowieso gut aufgehoben. ;)

Nachdem ich meinem Kumpel Jan am Freitag Nachmittag kurz berichtete, was ich angestellt hatte, hat er das wiederum gleich an seinen Kumpel Patrick weitergeflüstert.

Der Patrick ist ja inzwischen nicht nur mit seinem Blog ziemlich erfolgreich, sondern auch als Fotograf. Ich würde mal sagen, es macht die Mischung, die er zu bieten hat.

Jedenfalls hat der Patrick auch drüber gebloggt und seine Facebook-Gemeinde instruiert.  Schwuppdiwupp hatte ich in zwei Tagen mal eben 2800 Besucher auf meinem Blog, wo die Zahlen sonst so eher bei 100 Besuchern am Tag rumdümpeln (was ich zugegebenermaßen immer noch ganz schön viel finde für meine Verhältnisse.)

Tja. Klar. Da waren natürlich etliche bei, die mich für völlig verrückt erklärt haben. So nach dem Motto, wie verzweifelt muss man sein, oder wie bekloppt/einfältig/was-auch-immer. Gut. Solche Reaktionen sind ja verständlich. Hier meint übrigens jemand, ich hätte meinen Sensor gar malträtiert. Ein Schlauberger hat an anderer Stelle festgestellt, dass ich ja gar nicht den Sensor, sondern nur die Abdeckscheibe davor gesäubert hab. Ach ne…

Ich glaube, dass viele der Kritiker in der großen weiten Welt da draußen noch nie mit Bremsenreiniger gearbeitet haben, aber sich ein Urteil deswegen erlauben, weil man das  eben nicht als Spezialmittel in einem Fotogeschäft kaufen kann. Ist ja auch ok.

Um das, was ich da getan habe, noch etwas zu erläutern, habe ich mal dieses Video aufgenommen. Eine Sensorreinigung selbst nehme ich vielleicht mal auf, wenn es wieder fällig ist. Hier müsst ihr euch mit ein paar Demo-Anwendungen zufrieden geben. Interessant ist vielleicht auch der Anfang, wie ich meinen Fleck auf den Sensor bekommen habe.

Thema: abgelichtet | Kommentare (2)

Sensorreinigung: Nur Mut!

Freitag, 27. Januar 2012

Ich glaub, ich bin verrückt. Aber von Anfang an. Nachdem meine letzten Anstrengungen, den Sensor der Leica zu reinigen, ziemlich in die Hose gegangen sind und in einer “professionellen” Reinigung für eine schmale dreistellige Summe endeten, habe ich mir gesagt. Nie wieder.

Genau, nie wieder zu (de)m Profi. Denn so richtig sauber war das auch nicht. Es war ok, aber eben nicht perfekt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mehr so, wie ich dachte, dass ich das selber hinkriege.  Jetzt hatte ich wieder Dreck auf dem Sensor, darum musste ich nun wieder ran. Ich dachte mir, puste die Kamera erst mal aus. Ich hatte mir extra so eine kleine Dose Druckluft besorgt. Resultat: Ich hatte, wohl von dem Treibmittel oder so, einen Schmierfilm auf dem Sensor. Geile Wurst. Jetzt war klar: Willst du am Wochenende fotografieren, musst du handeln.

Erst mal bin ich zu Saturn gefahren und hab dort das Regal geplündert: VisibleDust Sensor Cleaning Dinger, GreenClean Sensor Cleaner, Optic Papier von Hama und einen Speckgrabber (geiles Wort)! Danach bin ich noch in der Apotheke gewesen und hab Isopropanol (70%, 99,95% gab’s nur in der 1-Liter-Flasche) gekauft.

 

Tja, und dann ran an die Kamera. Erst mal mit GreenClean wet and dry. Mit dem einen Schaumstoffwischer putzt man auf dem Sensor (genauer auf der Abdeckung davor) herum, danach soll man die Flüssigkeitströpfchen mit dem trockenen Tuchwischer aufnehmen. Kannste vergessen. Der Schmierfilm von meiner Druckluft war zwar weg, aber Schlieren, nichts als Schlieren. So ähnlich sieht’s auch mit Visible-Dust-Dingern aus. Das sind auch so kleine Wischer, aber mit einer Art Mikrofasertuch drumherum. Dazu gibt es ein kleines Röhrchen, wahrscheinlich auch mit Isopropanol gefüllt.

Dass man mit dem Speckgrabber nicht viel anfangen kann, war mir gleich klar. Krümel vom Sensor picken geht damit, hinterlässt aber einen anderen Fleck. Damit kann man aber sehr gut aus dem Kameragehäuse Staubkrümelchen aufnehmen. Dafür ist das Teil ok.  Dummerweise sah mein Sensor aber nun inzwischen so aus: (Kann man groß klicken)

Scheiße. Damit wird das nichts, am Wochenende zu fotografieren. Nun war guter Rat teuer, würde an dieser Stelle stehen, wenn es denn stimmen würde. Denn mich grinste eine Flasche Bremsenreiniger an, die ich immer für alle Fälle im Büro habe: Entfetten, Fleck aus der Krawatte oder der Hose machen, was auch immer: Ein Leben ohne Bremsenreiniger ist sinnlos. Und: So scharf ist das Zeug nicht, wenn es nicht meine billigen C&A-Krawatten auffrisst. Und²: Man putzt ja auch nicht auf dem Sensor rum, sondern auf einer Glasscheibe. Heißt es. Alles, was dazu und zur Sensorreinigung in Foren steht, ist ja so eine Sache. Gerade bei Leica sind extrem viele Leute unterwegs, die so ne M9 nur für die Vitrine oder zum Angeben haben. Ich benutze meine. Darum ist sie ja auch verschmutzt (und hat übrigens nach knapp 7000 Auslösungen schon etliche Macken im Gehäuse).

Also habe ich erst mal mein iPhone genommen. Das hat ja auch eine gläserne Oberfläche. Etwas Bremsenreiniger drauf:

Ok, passiert nichts, also weiter. Wischen wir den mal wieder ab. Und siehe da: Das geht super! Rück-stands-los! Dafür habe ich dann diese Wischer  von VisibleDust gut nehmen können. Die kann man vorher übrigens super mit dem Bremsenreiniger auswaschen. Muss man dann aber etwas ausdrücken (Hama Optic Papier) oder ablüften lassen. Und wenn der Bremsenreiniger diese Wischer nicht auflöst, wird er den Sensor auch nicht angreifen.

Also, ran an den Feind. Ist ja nur ne 6000-Euro-Kamera, die da vor mir mit offenem Herzen auf dem Tisch liegt. Urgs!

Tja. Was soll ich sagen? Geht super! Ok, wenn man zuviel nimmt, kann es sein, dass man den Bremsenreiniger zu einer Pfütze zusammenschiebt und ein kleiner Rand übrig bleibt, wenn er verflogen ist. Nimmt man zuwenig, kann man auch Schlieren erzeugen. Also ist ein bisschen Übung angesagt. Wichtig ist, nicht zu oft wischen. Einmal hin, einmal her, dann sollte man am besten fertig sein.

Aber hier nun mein Resultat. Damit kann ich (erst mal) leben!

Und, wer macht’s nach? Ich übernehme übrigens keinerlei Gewähr, dass das bei Euren Kameras auch so geht.

 

Thema: abgelichtet, funky | Kommentare (27)

Ballerspiel

Freitag, 20. Januar 2012

Wo ich neulich schon von meinen alten C64-Zeiten schwadroniert hab, fiel es mir wieder ein.

Klar, hab ich sie gespielt, die Spiele wie Donkey Kong, Pacman und so weiter. Aber die stärkste Erinnerung habe ich immer noch an “Fort Apocalypse“. Das war was!  Tage und Wochen haben wir vor der Glotze gehangen und gedaddelt, bis alle Mannen gerettet, alle Panzer zerbombt und alle Luftminen gesprengt waren.

Damals ™. :roll:

Thema: Energie! | Kommentare (0)

Entschuldigung!

Sonntag, 15. Januar 2012

Mit dem bundespräsidentialem Medien-Desaster sind auch die Sprach-Pharisäer aus ihren Löchern gekrochen.

“Man kann sich nicht entschuldigen, man kann nur um Entschuldigung bitten.” Boah ey. Erstens hat es der Präsident wohl kaum nötig, sich gerade bei denjenigen zu entschuldigen aka um Entschuldigung bitten, die das am lautesten rausposaunt haben und zweitens ist “ich entschuldige mich” zumindest in meinem Sprachgebrauch längst als Synonym für “um Entschuldigung bitten” angekommen. Wenn ich auch die Wulffschen Verfehlungen gar nicht entschuldigen (hehe…) möchte, hat die Absurdität um dieses Medientheater damit eine weitere mattschimmernde Facette bekommen.

Entschuldigung, aber die Berichterstattung um den Bundespräsidenten interessiert doch erst dann wieder jemanden, wenn ein neuer gewählt wird.

Thema: Ach geh mir wech | Kommentare (0)

Pflichtlektüre für Netzbremser: Nerd Attack!

Samstag, 7. Januar 2012

Ich glaube, ich habe gerade das wichtigste Buch seit langem gelesen: Nerd Attack! von Christian Stöcker. Es ist zugleich Geschichtsbuch und eine Zusammenfassung der jüngsten Netzpolitik.

Ich bin selbst Kind der Generation C64. Ich weiß nicht mehr genau wann, es muss Mitte der Achtziger Jahre gewesen sein, als ich mit meinen Eltern meinen ersten Computer kaufte. Ich weiß es noch wie heute: Der Händler, eigentlich ein Fotoladen in der Johannisstraße in Osnabrück, wollte mir unbedingt einen VC-20 verkaufen. Wohl eine Abverkaufsaktion, jedenfalls gab es eine Art Sporttasche dazu und so. Ne, ich wollte einen C64. Dazu gab es erst mal nur eine Datasette. Der C64 kostete damals 629 DM. Wow, war ich stolz! Erst ein oder zwei Jahre später gab es das Floppy-Laufwerk 1541, das noch mal 649 DM kostet.

Wie auch der Autor von Nerd Attack konnte auch ich meine Eltern davon überzeugen, dass man so einen Computer unbedingt für die Hausaufgaben brauchte. Ich weiß bis heute nicht, wie der mir bei dabei helfen sollte. Aber egal!

Eine weitere Parallele zum Autor war, dass man sich regelmäßig auf gut Glück in irgendwelchen Elektroläden mit unbekannten Gleichaltrigen traf und dort Spiele “tauschte”, als gäb es kein Morgen mehr. Naja und natürlich die stundenlangen Kopiersitzungen in den dunklen Höhlen, die kurz zuvor noch Kinderzimmer waren, jetzt aber mehr wie eine Kulisse aus “War Games” aussahen.

Stöcker erläutert (mir) aber auch (endlich) die Hintergründe der Crackerszene, sprich, wie die Spiele spielbar zu mir kamen. Das war ja soweit ganz nett. Richtig interessant wird es aber dann, wenn er die Zusammenhänge beschreibt, wie aus der Cracker- und der Hackerszene, natürlich findet auch der CCC entsprechende Berücksichtigung, die heutige Netzwelt wurde. Erstaunlich, wie oft es sich da immer wieder um die gleichen Köpfe drehte.

Dreh- und Angelpunkt ist die Betonung der Netzneutralität und wie stark diese elementare Eigenschaft des Internets gefährdet ist. Dem Internet ist es egal, wie wichtig Daten sind: Ob nobelpreisverdächtige Promotion oder Porno. Die Daten werden alle gleich behandelt. Doch die Bestrebungen, zum Beispiel einseitig finanzierte Datenströme schneller zu transportieren, werden immer stärker. Oder das Eindämmen (politisch) unliebsamer Daten durch das Einrichten einer Zensurinfrastruktur. Das Vorhaben von “Zensursula” von der Leyen steckt uns da allen noch gut fühlbar in den Knochen. Aus Wahlkampftaktik ein Zensurprogramm installieren zu wollen, gleichzeitig die Gewaltenteilung auszuhebeln und am Ende ein geltendes Gesetz (zugegebenermaßen glücklicherweise) nicht anzuwenden: So etwas Infames hat es in unserer Demokratie noch nicht gegeben.

Das größte Probleme, vor allem hierzulande, sind die in ihrem Wissen um das Internet vollkommen zurückgebliebenen Politiker, aus deren Entscheidungen klar die Angst spricht, das “Unbeherrschbare” eindämmen zu wollen. Allein schon die stets immer wieder aufflackernde Plattitüde, das Internet dürfe kein rechtsfreier Raum sein, ist, wenn es denn ernst gemeint ist, was zu befürchten ist, Ausdruck tiefster Ignoranz und unermäßlichen Unwissens.

Diese ganzen Zusammenhänge erklärt Stöcker interessant und in flüssiger Schreibe. Nerd Attack! sollte Pflichtlektüre aller werden, die meinen, sich regulierend am Internet vergehen zu wollen, ohne zu wissen, was sie da tun.

 

 

 

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Fotojahresrückblick 2011

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Hach, wenn ich meine Fotos nicht hätte. Ich (und ein ganz paar andere) finden meine Fotos ja ganz nett. Für mich sind sie aber insbesondere auch Gedächtnisstütze. Gucken wir also mal, was ich im fast vergangenen Jahr so erlebt hab.

Das letzte Jahr endete, das neue begann in der alten Heimat. Hach, das war nett! Vier Jahre zuvor stand gerade fest, dass wir nach Berlin gehen würden. Ich suchte damals wie verrückt nach einem Ordner, der sich dann doch in den Umzugssachen wiederfand. Das nur am Rande. Aber ich hab alle ziemlich damit genervt. Das gehört allerdings eigentlich in den Rückblick 2006 oder 2007. Wie man’s nimmt.

Traditionell begrüßt man das neue Jahr in Ostbevern mit einem Spaziergang an der Loburg. Außerdem beginne, meine Fotos erst mit Aperture, ab August auch mit Lightroom nachzubearbeiten. Schon nicht schlecht, was man da noch so herausholen kann!

Dämmerung an der Loburg

Der Winter ist lange und hart. Wir flüchten im Februar nach Gran Canaria und lernen dort segeln. Wir kehren mit dem “Sportführerschein Binnen Motor und Segel” zurück. Und ich vergesse, die Urlaubsfotos zu flickrn. Genauso, wie schon im Jahr vorher vom Teneriffa-Urlaub. Durch glückliche Umstände kommen wir in den Genuss, mehrere Male Alba-Berlin beim Basketball zuzugucken. Die Karten sind genial, gestatten sie doch auch den Besuch der Restaurant-Lounge. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Sport oder das Essen oder die Mädels am besten finde.

Alba Berlin vs Telekom Baskets Bonn

Gerade hat die sog. Bundesregierung den Atomkompromiss rückgängig gemacht, da fliegt Fukushima in die Luft. Schöner Mist! Wir gehen demonstrieren.

anti-akw

Im April ist Jay Kay mit seiner Band in der Stadt. Ich stelle fest, dass die O2-World gut für Basketball geeignet ist, aber soundmäßig für Konzerte nicht taugt. Außerdem muss ich lernen, dass Allround-Objektive der DX-Schiene von Nikon nicht das sind, was ich mir vorgestellt habe. Das führt zu einem schicksalhaften Besuch im KaDeWe. Man gewehrt mir ein Hands-on mit der Leica M9.

M9

Im Mai beginnt wie jedes Jahr die Fiat-500-Treffensaison. Das Bremer Frühjahrstreffen findet zum 30. Mal statt. Wie schon im letzten Jahr sind wir mit dem Honda dort gewesen. Aus Gründen. Ist auch egal, weil man auch ohne eigenen Fiat die Möglichkeit hat, viele andere zu fotografieren. Ich merke, dass mich das 500er-Fahren eh nicht mehr so begeistert wie früher.

Bremen2011_036

Kanufahren. Haben wir lange nimmer gemacht. Wir nehmen uns ein Wochenende und fahren mit unserem Kanu auf dem Dach in die Wallachei in die Uckermark (oder so) und schaffen es tatsächlich nach Jahren ohne Übung, alle Sachen, die wir zum Übernachten brauchen, in unserem Kahn unterzubringen. Zum wiederholten Mal stelle ich fest, dass die Pentax Optio W80 zwar wasserdicht ist, dafür aber auch kaum brauchbare Bilder produziert.
Zum ersten Mal besuche ich die Oldtimershow in Paaren Glien. Wie sich zeigen sollte, wird das auch die letzte längere Fahrt mit meinem alten 500er werden. Ich fotografiere dort einen E-Type und merke im Oktober, wie klein Berlin ist. Denn an einem Grillabend lerne ich den dazugehörigen Fahrer persönlich kennen, der zuvor bei mir per Mail gefragt hat, ob er eine größere Kopie des Fotos haben kann.

Oldtimershow Paaren Glien 2011

Man glaubt es kaum: Der Jog kommt im Juli vorbei. Und bringt seine dicke Kamera mit. Endlich machen wir das, was wir schon lange geplant hatten. Wir fotografieren uns in und auf altem Blech. Er fotografiert meine Fiats und mich, ich ihn auf seinem Heinkel, den ich bei mir in Pflege habe. Das gefällt ihm so gut, dass er nicht nur drüber bloggt, sondern auch gleich den Header mit dem Bild füllt. Sehr vernünftig.

Heinkel Tourist 103 A1

Der August wird schicksalhaft. Entschlossen hatte ich mich schon länger, meinen 58er Fiat 500 zu verkaufen. 10 Jahre restauriert, 10 Jahre gefahren. Das reichte anscheinend. Schon ein paar Wochen lang hatte ich ihn bei mobile.de angeboten. Da hatte sich sogar ein gewisser Herr Vettel gemeldet. Mit dem hab ich nett telefoniert und ihn am Ende gefragt, ob er was mit dem Formel-1-Weltmeister zu tun hat: “Jo, dees is mei Sohn.”. Na, herzlichen Glückwunsch! Gekauft hat meinen Fiat dann aber ein Enthusiast aus der Schweiz. Der Fiat war schneller weg, als meine Kamera scharf stellen konnte:

Sold.

Tja. Und so wurde es im kommenden Monat möglich, dass ich nun mit einer Kamera hantieren kann, nach der sich manch einer die Finger leckt. Eine Leica M9-P mit einem 35mm Summilux (1:1,4) und einem 90mm Elmarit-M (1:2,8). Damit lerne ich das Fotografieren nun noch einmal so wie früher. Scharfstellen, Belichtung abschätzen (es gibt zwar ne Automatik, aber hey, wir sind hier gerade eben der Analog-Welt entronnen.) Tja. Und ganz ehrlich? Es macht mir Spaß, von Hand zu fotografieren! Und die Fotos gefallen mir! Yeah! Alles richtig gemacht. Und so fahren wir mit dem verbliebenen 500er zum Fiat-500-Ostseetreffen in die Nähe von Kiel. Dort fährt nicht nur mein nun ehemaliger “N” herum, sondern auch ein paar “Boys” mit oder mehr auf ihrer Ratte.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Ich hab die Leica nun praktisch ständig bei mir. Schließlich will der Umgang gelernt sein, damit es auch in Schnappschusssituationen klappt. Oder aus der Hüfte. Oder … hach, das Teil ist geil! Ich produziere deutlich mehr Ausschuss, aber ich bin auch strenger geworden, mit dem, was meinen eigenen Ansprüchen genügt. Naja, keine Ahnung, ob man das merkt. Ist mir auch egal, schließlich bin ich nicht hauptberuflicher Fotograf. Aber selbst das Knippsen auf Tagungen und so bei schlechtem Licht klappt gut, und man wird ständig angesprochen, ob man noch mit Film fotografiert. Ja klar …

Nebeneinander

Schon sind wir im Oktober angekommen. Das Jahr ist dreiviertel rum, der Sommer hat sich nicht wirklich von seiner besten Seite gezeigt. Das war jetzt nicht so schlimm, weil es dadurch im Büro erträglich geblieben ist, was die dortigen Temperaturen betrifft. Und im Herbst ist ja häufig das Licht am schönsten, vor allem, wenn ein Fiat 500 in der Schönhauser Allee vor einem italienischen Feinkostladen steht.

Ital. Feinkost

Und weil sich Anfang November der Sommer noch einmal aufbäumte, und der 500er vom Oktober da wieder stand, hab ich ihn halt noch mal fotografiert:

Berlin, 1. November 2011

Außerdem bin ich im November endlich, nach ich weiß nicht wieviel Jahren, endlich mal wieder in einer einmotorigen Maschine mitgeflogen. Man sagt, ich habe mich gar nicht so ungeschickt angestellt mit den Pedalen und dem Steuerknüppel. Das Wetter war novemberuntypisch genial. Ein toller Tag mit vielen Fotos.

Der Dezember ist ja mehr so der Drinnen-Monat. Und da ich lieber draußen fotografiere, ist nicht mehr so viel los mit mir. Es gibt außerdem etliche unfotogene Pflichttermine, so dass ich gerade im Advent nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ein nettes Highlight ist der alljährliche Crashversuch der HTW an der TU, in den ich mal wieder irgendwie reingeschliddert bin. Und weil ich etwas zu früh auf dem Gelände war und natürlich die Leica dabei hatte, hab ich auch ein Foto gemacht.

TU im Wedding

Ach, und einen Hut hab ich mir noch gekauft.

 

;-)

Thema: abgelichtet, Das Leben ist schön! | Kommentare (7)

History in motion picture #1

Freitag, 23. Dezember 2011

Ich habe heute ein VHS-Video digitalisiert, das wir 1995 zum Geburtstag eines Freundes gedreht haben. So ein paar Szenen dürfen ruhig an die Öffentlichkeit, z. B. wie ich mit meinem damaligen Fiat 500 R in Hannover von der Posthornstraße in die Deisterstraße abbiege. Sagenhaft, oder?

Thema: funky | Kommentare (1)