Machtspiele
Mittwoch, 1. Februar 2012
oder: Die Hevelinge unter den Bloggern.
Heveling ist dieser Shootingstar der CDU, der den Bloggern den Kampf angesagt hat. Mit militärischer Attitude ruft er zum letzten Gefecht auf, welches die Digital Natives in ihrem Web 2.0 eh schon verloren haben. Meint er. Und weil sich die Bloggeria so gern aufregt, hacken sie nun alle auf dem Heveling rum. Klar. Zu recht. Wer kann bei so einer Steilvorlage schon stillhalten?
Nebenbei, ich meine ja, dass es noch ein paar mehr Hevelings geben müsste. So viele, dass auch die nichtdigitale, breite Masse das Dummgeschwätz wahrnimmt. Aber sie sollen bitteschön alle mit dem gleichen Kriegsberichtersprech auftreten. Ich könnte mir vorstellen, dass dann (bis auf die meisten Bildzeitungsleser) deutlich mehr Leute darauf aufmerksam würden, was hier gerade passiert. Und auch kapieren, dass sie dank ACTA demnächst in allen Belangen, die sie an Netzaktivitäten unternehmen, überwacht werden. Und sei es nur, wenn die glücklichen Eltern per E-Mail ein Video der kleinen Enkelin an die Oma schicken, bei dem im Hintergrund urheberrechtlich geschützte Musik läuft, wodurch sie sich, vor allem im Sinne der Rechteverwerter, schuldig machen und gefälligst bestraft gehören.
Wir können das Netz so nutzen, wie es mit dem Radio in seiner Anfangszeit möglich war (wenn man die technischen Möglichkeiten hatte) (Hab ich das eigentlich beim Lobo gelesen?). Denn ein jeder konnte zunächst auf Sendung gehen, bis es plötzlich nicht mehr ging, weil die Mächtigen einen Riegel vorgeschoben haben. Nur noch diejenigen durften senden, die die Rechte dafür erworben hatten. Aber nun haben wir das Internet. Praktisch jeder kann wieder gegen die mediale Einbahnstraße fahren. Jeder kann nun wieder selbst auf Sendung gehen. Wir schrei(b)en was heraus, wir teilen uns mit. Wie einer, der auf der Straße stehen bleibt und anfängt zu reden, ob einer zuhört oder nicht. Vielleicht hält ja doch einer an, der es ganz spannend oder unterhaltsam findet. Jeder hat nicht nur seine Meinung, sondern kann diese auf nie da gewesene Weise veröffentlichen.
Und nun kommt ein Heveling daher, der die alten Werte schützen will. Der (wieder) Kontrolle (zurück)erlangen will, der Macht ausüben möchte über die, die ihn dummerweise gewählt haben. Die er in die Schranken weisen will, die er unterdrücken will, die er maßregeln will, weil er sonst Macht und Einfluss verliert. Aber haltet die Augen auf. Die “Netzgemeinde” (die es so eh nicht gibt) ist sich auch nicht einig. Auch dort gibt es Herrschaftshungrige und Gierige, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf der Klaviatur der Macht spielen.
Es gibt da so ein paar versprengte Gesellen, denen es (wie mir) relativ egal ist, ob sie Reichweite im Netz haben oder Credibility, wenn sie auf Sendung gehen. Die einfach nur für eine bessere Welt bloggen (hehehe…)
Aber dann sind da noch die kühl kalkulierenden Strategen. Sie durchforsten ständig ihre Seiten und Statistiken, ob sich noch irgendwo etwas mehr Traffic erreichen lässt. Sie taktieren geschickt mit dem, was sie wie und wo veröffentlichen. Sie scharen, häufig sehr zu recht, eine Fangemeinde um sich, weil sie Ausstrahlung haben, weil sie was drauf haben, weil sie es geschafft haben in der digitalen Welt.
Was ihnen aber nicht passt, sind Angelegenheiten, die Umsatz kosten, oder kritische Stimmen. Sand im Getriebe. Oder Leute, die ihnen den Rang ablaufen könnten. Dabei ist diese Gefahr meistens mehr als abstrakt. Was kann schon ein kleiner Irrer gegen den großen Machthaber ausrichten? Eigentlich nichts. Es sei denn, man fürchtet sich vor irgendetwas Irrationalem. Dann geriert man sich plötzlich wie ein Diktator. Man schüchtert den kleinen Scheißer ein, wirft ihm vor, dass er sich im Glanz seiner Ehrwürdigkeit zu sehr sonnt, weil man ihm fünf Sekunden Ruhm gewährt hat (um den der kleine Wicht nicht mal gebeten hat). Man lässt ihn nicht zu Wort kommen, wenn es nicht 100% ins Konzept passt. Erst versucht man die Lästigen einzuschüchtern, und dann? zu zensieren? auszuschalten? Bei den “Großen” ist das jedenfalls so.
Ich bin mir noch nicht 100% sicher. Entweder erlebe ich gerade Ansätze einer solchen Geschichte, oder ich sollte mich demnächst auf das Entwickeln von Verschwörungstheorien verlegen. Interessantes Experiment, weil es mir in Wirklichkeit nichts anhaben kann. Aber eigentlich sehe ich natürlich nur Gespenster. Bloggende Gespenster mit der hevelingschen Fratze.
Thema: Das Leben | Kommentare (0)






Genau, nie wieder zu (de)m Profi. Denn so richtig sauber war das auch nicht. Es war ok, aber eben nicht perfekt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mehr so, wie ich dachte, dass ich das selber hinkriege. Jetzt hatte ich wieder Dreck auf dem Sensor, darum musste ich nun wieder ran. Ich dachte mir, puste die Kamera erst mal aus. Ich hatte mir extra so eine kleine Dose Druckluft besorgt. Resultat: Ich hatte, wohl von dem Treibmittel oder so, einen Schmierfilm auf dem Sensor. Geile Wurst. Jetzt war klar: Willst du am Wochenende fotografieren, musst du handeln.





















