{"id":225,"date":"2008-01-31T22:09:40","date_gmt":"2008-01-31T21:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/willsagen.de\/?page_id=225"},"modified":"2018-06-05T10:35:21","modified_gmt":"2018-06-05T08:35:21","slug":"fiat-500-kombi-story","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/willsagen.de\/?page_id=225","title":{"rendered":"Fiat 500: Kombi-Story"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"So wurde er angeliefert.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_01.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_01.jpg\" alt=\"So wurde er angeliefert.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Mein Vater verlieh seinen japanischen Familienkombi irgendwie nicht so gern. So kam&#8217;s, dass schon zehn Tage nach der F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung ein eigener Wagen her musste. Aber was f\u00fcr einer? Ein Fiat 126, wie ihn ein Mitsch\u00fcler (Andreas K.) fuhr? Im Prinzip nicht schlecht, aber, oh nee, der war mir zu h\u00e4sslich. Eine Ente? Die rangierte damals mit 29 PS schon in der n\u00e4chst teureren Versicherungsklasse. Also, was tun? Zuf\u00e4llig hatte mir mein Vater die \u201eMarkt&#8220; von 1\/88 mit dem Titelthema \u201eFiat 500&#8243; mitgebracht. So einer musste her.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Dann gings zur Sache.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_02.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_02.jpg\" alt=\"Dann gings zur Sache.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Und schon hatte ich im Hei\u00dfen Draht einen gefunden. Toll, 2 Jahre T\u00dcV und mit Faltdach. Damals wusste ich noch nicht, dass 500&#8217;er ohne Faltdach absolute Rarit\u00e4ten sind&#8230;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wir machten uns gegenseitig fertig. Ich traktierte sein Getriebe (keiner konnte mir so recht erkl\u00e4ren, wie das mit Zwischengas und Zwischenkuppeln ging), er dankte es gleich in den ersten zwei Monaten mit Motorschaden und Bremsanlagentotalausfall.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Prost Neujahr!\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_03.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_03.jpg\" alt=\"Prost Neujahr!\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Nach zahlreichen Stunden in und unter ihm waren die Tage von meinem ersten fahrbaren Untersatz gez\u00e4hlt. Im Laufe der Jahre waren ihm irgendwie der Blattfedertr\u00e4ger und das vordere Stehblech abhanden gekommen, es war halt ein Fiat 500 R &#8211; R wie Rost. Daher beschloss ich, mich bei Zeiten nach etwas neuem umzusehen. Ein Fiat 500 &#8211; dieses Vernunftauto par excellence &#8211; sollte es auf jeden Fall wieder sein.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Alte Front ab\u2026\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_04.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_04.jpg\" alt=\"Alte Front ab\u2026\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>W\u00e4hrend meines Studiums in Hannover hatte mich ein weiteres Hobby in seinen Bann gezogen, die Musik. Tja, und entweder konnte der Gitarrist unserer Band mitfahren oder mein Bass. Da der Gitarrist auch der Meinung war, ich solle zu den Proben lieber meinen Bass mitnehmen als ihn, holte er mich meistens ab.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"\u2026neue Front dran.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_05.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_05.jpg\" alt=\"\u2026neue Front dran.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Aber dieser Zustand sollte sich \u00e4ndern, denn ein Kombi sollte es nun sein, ein Fiat 500 Kombi nat\u00fcrlich. Kenner sagen weltm\u00e4nnisch Giardiniera oder gar Giardinetta zu ihm, aber das war mir viel zu mond\u00e4n, f\u00fcr mich war es einfach ein Kombi, eben mein Kombi und dabei ist es auch geblieben. Kurz vor Weihnachten 1994 wurde er vom Vorbesitzer gebracht, da er dringend Platz in der Garage brauchte. Gl\u00fccklicherweise gab es an der Uni Hannover den Fiatkeller, die wohl einzigartige Einrichtung der Cooperativa Cinquecento, dieser akademischen Hochschulgruppe, die sich um Pflege und Aufzucht der Turiner Asphaltblasen k\u00fcmmerte. Irgendwie war auch die Wahl meines Studienortes nicht zuf\u00e4llig auf Hannover gefallen&#8230;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Bleimennige\u2026gut und giftig.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_06.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_06.jpg\" alt=\"Bleimennige\u2026gut und giftig.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Den Fiatkeller konnte ich prima f\u00fcr mein Auferstehungsprojekt nutzen. Denn obwohl drau\u00dfen eine winterlich-steife Brise wehte, war es drinnen kuschelig warm. Der Anschluss an die Zentralheizung der Uni machte es m\u00f6glich. So wurde schnell eine Bestandsaufnahme gemacht und f\u00fcr kleines Geld flugs alles notwendige von einem ostwestf\u00e4lischen Fiat-Ersatzteillieferanten besorgt. Oberstes Ziel war, meinen Kombi schnell durch die Vollabnahme zu bringen, daraufhin sollte sich dann eine \u201erolling restauration&#8220; anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Diese Pracht!\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_07.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_07.jpg\" alt=\"Diese Pracht!\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Der kleine Kombinationskraftwagen hatte sein erstes Leben auf einem Schrottplatz in der N\u00e4he von Venedig ausgehaucht. Und das hatte auch seinen Grund. Die Durchrostungen st\u00f6rten die S\u00fcdl\u00e4nder anscheinend nicht weiter, aber wenn ein Auto nicht mehr richtig bremst und lenkt, f\u00e4ngt man wohl doch an, sich Gedanken zu machen. Der Gipfel der Frechheit ist allerdings, wenn der Motor eines Autos nicht mehr l\u00e4uft. In der Summe war es damit um ihn geschehen. Ich hatte ja schon einiges vom furchtbaren \u00d6lschlamm geh\u00f6rt. Man k\u00f6nnte sagen, der Motor ist an einer Art \u00d6lbr\u00f6ckchenembolie gestorben, jedenfalls waren diverse \u00d6lleitungen verstopft, so dass einige Lager und der Ventiltrieb nicht mehr mit dem Saft des Motorlebens versorgt wurden. So wurde mein Kombi seinerzeit sein erstes (und vorerst letztes mal) zu Grabe getragen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Letztlich war also das volle Programm zu bew\u00e4ltigen. Blech und Technik tutti completti, oder wie das hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Der alte steuerte auch seinen Anteil bei.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_08.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_08.jpg\" alt=\"Der alte steuerte auch seinen Anteil bei.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Da ich seinerzeit nicht vor hatte, f\u00fcr den r\u00fcden Stadtverkehr Tausende von Marken in eine Hochglanzlackierung zu investieren, was ich mir als Student auch gar nicht erlauben konnte, entschloss ich mich, die Blecharbeiten so durchzuf\u00fchren, dass sp\u00e4ter die M\u00f6glichkeit bestand, ohne viel Spachtel eine Form in das Auto zu bringen, wenn es erst mal in der Garage des Eigenheims steht und sich dann eine Lackierung lohnt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"So ging\u2019s zum T\u00dcV.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_09.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_09.jpg\" alt=\"So ging\u2019s zum T\u00dcV.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Daher wurden einige Bleche, wo es sinnvoll ist, stumpf eingeschwei\u00dft, z.B. der Teilersatz der Radl\u00e4ufe. Auch andere Karosseriebereiche buhlten um Erneuerung, so die Vorderkotfl\u00fcgel mit Innenradh\u00e4usern, Frontblech, Schweller und nat\u00fcrlich die Bodenbleche. Hier wurde einer alten Tradition der Cooperativa Cinquecento gefr\u00f6nt: &#8222;Ins neue Jahr schwei\u00dfen&#8220;. Mit einem D\u00f6ner vom nahen t\u00fcrkischen Imbiss und einer Feuerzangenbowle wurde das neue Jahr von meinem Freund Andreas, seiner Freundin Astrid und mir stilvoll begr\u00fc\u00dft &#8211; und auch ein neues Bodenblech, das mich in Zukunft etwa zwanzig Zentimeter \u00fcber dem Boden der Tatsachen tragen sollte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Der Alltag war hart.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_10.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_10.jpg\" alt=\"Der Alltag war hart.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Die weiteren Karosseriearbeiten konzentrierten sich auf die Verwirklichung einer m\u00f6glichst umfangreichen Alltagstauglichkeit. So sollte in Zukunft die Kombination aus guter alter Bleimennige, Hohlraumversiegelung und der Abdichtung aller Blechst\u00f6\u00dfe und \u00dcberlappungen im Unterbodenbereich vor neuem Ungemach sch\u00fctzen. \u00dcberzogen wurde das Auto von unten mit einer wei\u00dfen Lackschicht. Dies kann ich Nachahmern nur empfehlen. Erstens ist es viel heller unterm Auto, wenn man mal wieder zum Schrauben drunter liegt und zweitens erkennt man jeden Ansatz der braunen Pest schon von weitem.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Weiter ging&#8217;s mit der Bremse, die auf die selbstnachstellende Anlage vom Fiat 126 Bambino (als Teiletr\u00e4ger sind sie ja zu gebrauchen) umger\u00fcstet wurde. S\u00e4mtliche Bremszylinder, Schl\u00e4uche und Leitungen wurden selbstredend auch erneuert, Kompromisse wollte ich schlie\u00dflich bei der Technik nicht eingehen, was bei den Ersatzteilpreisen auch ziemlich dumm w\u00e4re. Daher wurde auch die Lenkung vollst\u00e4ndig revidiert.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Bremer Treffen - Immer eine Reise wert.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_11.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_11.jpg\" alt=\"Bremer Treffen - Immer eine Reise wert.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Gl\u00fccklicherweise litt der Vorbesitzer wohl derma\u00dfen unter seiner Platznot, dass er mir auch gleich s\u00e4mtliche noch bei ihm herumliegenden Teile mit ins Auto gelegt hatte. Daraus konnte ich mit dem vormals eingebauten \u00d6lklumpen, der in grauer Vorzeit das Auto wohl mal angetrieben hatte, einen lauff\u00e4higen Motor zusammenschrauben. Das Getriebe verlangte nach neuen Dichtungen und Antriebswellen, die es auch bekommen sollte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"In Holland bei Hans war\u2019s aber auch sch\u00f6n.\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_12.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_12.jpg\" alt=\"In Holland bei Hans war\u2019s aber auch sch\u00f6n.\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Irgendwie war das Studium sowieso gerade ziemlich langweilig, so dass ich mit den Arbeiten an meinem Kombi z\u00fcgig vorankam. So hatte ich auch bald die Elektrik durch teilweise Erneuerung und Verbesserung im Griff (man glaubt gar nicht, wie hell die kleinen Scheinwerferchen sein k\u00f6nnen, wenn man ihnen Dank Relais die Extraportion Volt verabreicht, um damit die ohmschen Verluste im Lenkstockschalter auszuschalten).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"left\"><a title=\"N-Verdeck zu kurz? Kein Problem, umdrehen und auf\u00b4n Kombi bauen - prima Dachfenster!\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_13.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_13.jpg\" alt=\"N-Verdeck zu kurz? Kein Problem, umdrehen und auf\u00b4n Kombi bauen - prima Dachfenster!\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Als die ersten Sonnenstrahlen den M\u00e4rz ank\u00fcndigten, krochen wir dann aus unserer Werkstatt und konnten die ersten Runden auf dem Uni-Parkplatz drehen. Ja, fahren tut er, und bremsen tut er, und die Hupe tutet auch. Also nichts wie hin zum T\u00dcV.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Dort waren die Gesichter leider nicht so fr\u00f6hlich wie meines anl\u00e4sslich der ersten \u00fcberstandenen 150 km. Schlie\u00dflich wollte ich \u00fcbers Wochenende zu meinen Eltern ins Osnabr\u00fccker Land fahren.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Was nicht reinpasst, kommt auf\u2019s Dach!\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_14.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_14.jpg\" alt=\"Was nicht reinpasst, kommt auf\u2019s Dach!\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Da ich mit dem dortigen T\u00dcV gute Erfahrungen gemacht hatte und die Hannoveraner T\u00dcV&#8217;ler unter den 500&#8217;er-Fahrern als \u201escharfe Hunde&#8220; galten, wollte ich also mit Sack und Pack erst zum T\u00dcV in Osnabr\u00fcck und dann zu meinen Eltern fahren. Hatte ich mir so gedacht. Doch die Minen, die mich dort freitags um halb zw\u00f6lf, also wohl kurz vor Feierabend, begr\u00fc\u00dften, machten mir nicht all zu viel Hoffnung. \u201eJetzt noch `ne Vollabnahme? Bei der Kiste?&#8220; Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich entschlossen hatte, zun\u00e4chst nur die neu eingeschwei\u00dften Blechteile zu lackieren. Auf dem Rest war ja noch Farbe drauf. Doch die entstandene Zwei- bis Dreifarblackierung, einer Mischung aus wei\u00df in unterschiedlichen Schattierungen und dem frischen RAL-Farbton \u201eblau-grau&#8220;, so sollte einmal das ganze Auto werden, erweckte nicht gerade Begeisterungsst\u00fcrme. Ich konnte die dennoch freundlichen Herren dazu \u00fcberreden, einen Blick unter das Fahrzeug zu werfen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a title=\"Jetzt weinrot!\" href=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_15.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" alignnone\" src=\"http:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/kombi_15.jpg\" alt=\"Jetzt weinrot!\" align=\"left\" hspace=\"4\" \/><\/a>Da hatte ich das Eis gebrochen. Diese Pracht. Ein schneewei\u00dfer Unterboden mit herausquellender Hohlraumversiegelung. Drumherum drapiert \u00fcberholte Achs- und Lenkungsteile und mitten durch schl\u00e4ngelten sich gl\u00e4nzend die neuen Bremsleitungen. Ja, da war der neue Fahrzeugbrief auch dank mitgebrachter Literatur und anderer Briefkopien schnell ausgef\u00fcllt. So konnte ich tats\u00e4chlich am n\u00e4chsten Montag den Weg zur Zulassungsstelle antreten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">So ging das erste Jahr ins Land. Das mit der \u201erolling restauration&#8220; klappte hervorragend. Nach und nach wurde hier und da versch\u00f6nert und erneuert, was an Kleinkram so \u00fcbrig geblieben war. Aber eines ist mein Kombi bis heute geblieben. Ein Alltagsauto, das in vielen Dingen der Originalit\u00e4t zum Trotz bedarfsgerecht ver\u00e4ndert wurde (tiefer, schneller, lauter&#8230;).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Eines Tages begab es sich dann, wie bei vielen M\u00e4nnern zwischen Mitte Zwanzig und kurz vor drei\u00dfig, da trat eine Frau in mein Leben. Tja, er (der Fiat) oder sie? Diese Frage blieb mir zum Gl\u00fcck erspart. Schon bald wurde ein Hochzeitstermin festgelegt. Und nat\u00fcrlich auch das Hochzeitsauto. Also, ihr Opel Corsa war&#8217;s nicht&#8230;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Es gab nur ein Problem bei meinem Auto. Diese Farbe(n)! \u201eHausmeistergrau&#8220; nannte sie den vorgesehenen Farbton, das klang nicht besonders nett. Gr\u00fcnlich sollte er werden mit etwas blau, aber nicht zu kr\u00e4ftig, eher mit einem leichten Hauch von einem Grauschleier. Gesagt, getan, und eine Farbkarte herausgesucht. Da stand sogar, wie man die Farbe anmischt. Ein Topf hiervon und ein Topf davon. Na prima! Das h\u00e4tte prima geklappt, wenn wir denn ein kr\u00e4ftiges t\u00fcrkis h\u00e4tten haben wollen. Egal, die Zeit dr\u00e4ngte, noch zwei Wochen bis zum Jawort.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Nun, wer sein Auto g\u00fcnstig, also richtig g\u00fcnstig mit passablem Ergebnis lackieren m\u00f6chte, sollte es mal mit der Rolle probieren. Auf jeden Fall war unser Kombi f\u00fcr 55,- DM komplett lackiert. Und es sieht besser aus, als schlecht gespritzt, und die richtige Lackierung sollte ja sowieso erst sp\u00e4ter kommen (wenn erst mal der Garagenstellplatz vorhanden ist).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a href=\"https:\/\/willsagen.de\/?attachment_id=5884\" rel=\"attachment wp-att-5884\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5884 alignnone\" src=\"https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/rot.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/rot.jpg 500w, https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/rot-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Ja, was soll ich sagen, der Kombi h\u00e4lt noch immer und auch unsere Ehe. Durch den Alltagsbetrieb, dem er besonders bis zum Ende meines Studiums ausgesetzt war (ja, einen Abschluss habe ich doch noch gemacht), hat er nat\u00fcrlich gelitten, und auch die ersten Rostbl\u00e4schen zeigen sich nach den Jahren hier und da. Aber die Garage ist inzwischen fertig, und demn\u00e4chst ist er dran&#8230; &#8230;wenn erst mal der 58&#8217;er Fiat 500 N restlos fertiggestellt ist. Genau, der, den ich damals im zweiten Semester, lange vor dem Kombi gekauft hatte und der eigentlich schon sieben Jahre l\u00e4nger fahren sollte&#8230;aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">-Schnitt-<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Inzwischen hatten wir das Millenium \u00fcberstanden, die ersten Jahre im Job, Hausbau usw. Auch eine Werkstatt war vorhanden, der N lief. So konnte also die \u201eOperation Kombi\u201c ein zweites Mal starten. Die Arbeiten zehn Jahre zuvor waren von guter Qualit\u00e4t gewesen, musste ich doch nun nur ein paar Stellen schwei\u00dfen, die damals schon knusprig aussahen. Allerdings machten diese Stellen auch richtig Arbeit: Scheibenrahmen vorn und hinten, C-S\u00e4ule, noch ein paar Stellen an den Radl\u00e4ufen, wo noch altes Blech steckte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Diesmal gab&#8217;s ne sch\u00f6nere Farbe: Weinrot war angesagt. Die Lackierung ist nicht hochwertig, aber okay. Schlie\u00dflich sollte es kein Auto werden, mit dem ich mich nicht mehr traue, zu fahren.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><a href=\"https:\/\/willsagen.de\/?attachment_id=5885\" rel=\"attachment wp-att-5885\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5885 alignnone\" src=\"https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/mitHeinkel.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/mitHeinkel.jpg 500w, https:\/\/willsagen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/mitHeinkel-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Gl\u00fccklicherweise ist das Auto noch rechtzeitig vor den Pl\u00e4nen, nach Berlin zu wechseln, fertig geworden. Inzwischen musste ich ein H-Kennzeichen dranh\u00e4ngen, damit ich ab und zu mal ein paar Meter in der unsinnigen \u201eUmweltzone\u201c fahren darf. Eigentlich sollte\u00a0er noch eine gro\u00dfe Karriere vor sich haben, als Elektromobil! Aber daraus wird dann wohl doch nichts. So leistet er brave Dienste f\u00fcr Einkaufsfahrten oder das Wegbringen von Gartenabf\u00e4llen. Ab und zu wird auch mal zeitgen\u00f6ssisches Zweiradblech angeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Vater verlieh seinen japanischen Familienkombi irgendwie nicht so gern. So kam&#8217;s, dass schon zehn Tage nach der F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung ein eigener Wagen her musste. Aber was f\u00fcr einer? Ein Fiat 126, wie ihn ein Mitsch\u00fcler (Andreas K.) fuhr? Im Prinzip nicht schlecht, aber, oh nee, der war mir zu h\u00e4sslich. Eine Ente? 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