{"id":5654,"date":"2014-11-20T10:44:27","date_gmt":"2014-11-20T08:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/willsagen.de\/?p=5654"},"modified":"2014-11-20T10:44:27","modified_gmt":"2014-11-20T08:44:27","slug":"die-sache-mit-dem-profx-determin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willsagen.de\/?p=5654","title":{"rendered":"Die Sache mit dem (Prof)x &#8211; determin"},"content":{"rendered":"<p>[Disclosure: Ich begebe mich hier auf ganz d\u00fcnnes Eis, weil ich von Sprache, Ethik und Gender Studies wenig bis gar keine Ahnung habe. Ich habe mir halt einfach mal meine Gedanken zu dem Thema f\u00fcr den Alltag gemacht. Als Ingenieur gehe ich das &#8222;pragmatisch-konstruktivistisch&#8220; an und konstruiere ein neues Sprachgeschlecht.]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sache mit dem x?<\/p>\n<p>Schon falsch. Es geht nicht um die Sache. Um etwas S\u00e4chliches, also einen Gegenstand. Es geht um Menschen. Menschen, die sich weder m\u00e4nnlich noch weiblich f\u00fchlen. Damit sind sie aber keineswegs s\u00e4chlich oder ein Neutrum. Sondern jemand, f\u00fcr den (an dieser Stelle sieht mein\u00a0althergebrachtes Sprachgef\u00fchl die m\u00e4nnliche Form vor, die ich vorab auch gebrauchen m\u00f6chte, auch wenn es\u00a0inzwischen\u00a0\u00fcberholt sein mag) es derzeit keinen Geschlechtsbegriff gibt. Dabei haben sie aber zweifellos das Recht, nicht in eine der beiden Schubladen gesteckt zu werden. Eine dritte muss her. Das dauert nat\u00fcrlich seine Zeit, bis sich sowas durchsetzt. Vielleicht stellt man irgendwann auch fest, dass man noch mehr Sortiervarianten braucht. Dann ist das eben so. Wer damit ein Problem hat, ist selbst ein Problem.<\/p>\n<p>Die deutsche Sprache ist eh schon kompliziert, da kommt es auf ein Geschlecht mehr oder weniger auch nicht an. Erst mal einen Begriff finden. Ich finde, er sollte mit &#8222;in&#8220; enden, um die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer geschlechtlichen Personengruppe als Abgrenzung zum S\u00e4chlichen zu verdeutlichen. Er sollte nicht mit m, f oder n anfangen, damit man ihn eindeutig abk\u00fcrzen kann, am besten aber auch nicht w oder s (weiblich, s\u00e4chlich). Also ein &#8230; (*nachdenk*) &#8230; &#8222;d&#8220;. determin (Betonung auf dem &#8222;de&#8220; bitte). Das ist insofern auch sch\u00f6n, weil &#8222;determine&#8220; im Englischen festlegen bedeutet. Also nix nebul\u00f6ses, sondern etwas determiniertes, etwas bestimmtes.<\/p>\n<p>Probleme bereitet uns hier als erstes die 3. Person singular: maskulin &#8211; feminin &#8211; neutral. Die Personalpronomen verteilen sich ja derzeit folgenderma\u00dfen in der 3. Person Singular:<\/p>\n<p>m \/ f \/ n<\/p>\n<p>Fall<\/p>\n<p>Nominativ \u00a0er sie es<\/p>\n<p>Genitiv \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0seiner ihrer seiner<\/p>\n<p>Dativ \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 ihm ihr ihm<\/p>\n<p>Akkusativ \u00a0 \u00a0seiner ihrer seiner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Genitiv, Dativ und Akkusativ machen wir es uns ganz einfach. Maskulin\u00a0und neutral sind jeweils gleich, als sollen feminin und determin das auch sein. Im Nominativ beginnen die maskuline und neutrale Form mit &#8222;e&#8220;, also soll die determine Form auch mit &#8222;s&#8220; wie die feminine Form beginnen und auch drei Buchstaben haben. Lann Hornscheidt hat in diesem Zusammenhang\u00a0das &#8222;x&#8220; eingef\u00fchrt. Das kann man gut aufgreifen: six. Bedeutet im englischen &#8222;6&#8220;, das klingt im deutschen wie &#8222;sex&#8220;, also dr\u00fcckt es \u00fcber ein paar gedankliche Umwege etwas (sprach)geschlechtliches aus, ohne f\u00fcr maskulin oder feminin Stellung zu beziehen.<\/p>\n<p>Damit sieht unsere Personalpronomentabelle nun so aus:<\/p>\n<p>m \/ f \/ n \/ <strong>d<\/strong><\/p>\n<p>Fall<\/p>\n<p>Nominativ \u00a0er sie es <strong>six<\/strong><\/p>\n<p>Genitiv \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0seiner ihrer seiner <strong>ihrer<\/strong><\/p>\n<p>Dativ \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 ihm ihr ihm <strong>ihr<\/strong><\/p>\n<p>Akkusativ \u00a0 \u00a0seiner ihrer seiner <strong>ihrer<\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel w\u00e4re nat\u00fcrlich &#8222;dix&#8220;. Ansonsten basteln wir das so \u00e4hnlich wie oben zusammen:<\/p>\n<p>Nominativ \u00a0der die das d<strong>ix<\/strong><\/p>\n<p>Genitiv \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0des der des<b>\u00a0der<\/b><\/p>\n<p>Dativ \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 dem der\u00a0dem <b>der<\/b><\/p>\n<p>Akkusativ \u00a0 \u00a0den die das <strong>dix<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den analogen Begriff zu Mann\/Frau schlage ich &#8222;Dert&#8220; vor. Der Wortstamm ergibt sich doch ganz gut und es klingt auch nicht doof oder so. Als Analogwort zu\u00a0&#8222;Herren&#8220; und &#8222;Damen&#8220; lie\u00dfe sich mit einigem Nachdenken aber auch etwas finden. Z. B. um dixjenigix, aufzugreifen, durch dix ich auf dieses Thema gesto\u00dfen bin: &#8222;Lann&#8220; und &#8222;L\u00e4nnix&#8220;. Muss aber nicht sein.<\/p>\n<p>Lann Hornscheidt m\u00f6chte mit Profx bzw. Professx angesprochen werden. Das ist nat\u00fcrlich etwas zungenbrecherisch in der Aussprache und vom Schriftbild arg ungewohnt. F\u00fcr die Akzeptanz sollte man es den Mitmenschen vielleicht auch nicht zu schwer machen. Es sollte f\u00fcr meinen Geschmack durch einen Vokal erg\u00e4nzt werden. Professix. Klingt nach Asterix? Ja und? Das ist ja nichts Negatives. Asterix ist ein Kerl? Solche \u00c4hnlichkeiten werden sich wohl nicht vermeiden lassen, und sind ja nun auch in der restlichen deutschen Sprache keine Ausnahme. Man denke nur an die Vornamen S\u00f6nke und Wiebke. Viele W\u00f6rter enden auf die gleiche Silbe trotz unterschiedlichen Sprachgeschlechts. Immerhin h\u00e4tte die Endung &#8222;ix&#8220; wiederum gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit &#8222;meinem&#8220; Personalpronomen &#8222;six&#8220;. Der Professor, die Professorin, dix Professix. Lann\u00a0Professix M\u00fcller. Kann man doch sagen? Und bei so Begriffen wie &#8222;mein&#8220; Professor, &#8222;meine&#8220; Professorin bildet man dann eben meinix Professix.<\/p>\n<p>Ungewohnt, kann man aber mal dr\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Disclosure: Ich begebe mich hier auf ganz d\u00fcnnes Eis, weil ich von Sprache, Ethik und Gender Studies wenig bis gar keine Ahnung habe. Ich habe mir halt einfach mal meine Gedanken zu dem Thema f\u00fcr den Alltag gemacht. 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