{"id":6704,"date":"2020-04-25T18:00:28","date_gmt":"2020-04-25T16:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/willsagen.de\/?p=6704"},"modified":"2020-04-26T16:57:33","modified_gmt":"2020-04-26T14:57:33","slug":"coronisch-unterbelichtet-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willsagen.de\/?p=6704","title":{"rendered":"Coronisch unterbelichtet #1"},"content":{"rendered":"<h3>Warum denn der nun auch noch?<\/h3>\n<p>Ich h\u00e4tte ja gedacht, dass uns ein Krieg &#8211; wahrscheinlich um Wasser<sup>1<\/sup> &#8211; ins Mittelalter zur\u00fcckbombt, aber nicht eine Krankheit. Moment, wieso Mittelalter? Gef\u00fchlt ist es ja so: Wenn man auch nur ein bisschen vom bisherigen Lebensstandard zur\u00fcckschrauben muss, meint man, dass die Welt untergeht. Und ganz ehrlich? Ich hab darauf auch echt kein&#8216; Bock. Aber ausgesucht hat sich das von uns ja keiner. Und ich denke viel an die, die es bereits jetzt echt hart getroffen hat.<\/p>\n<p>Warum muss also ich nun auch noch was dazu sagen? Die Begr\u00fcndung ist ganz einfach: Wenn Menschen, die weder einen medizinischen, noch einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben, sondern sich einfach deswegen zu einem Thema \u00e4u\u00dfern, weil \u00fcberdurchschnittlich viele Leute sie kennen, sie also sog. Promis sind, kann ich ja auch einfach ungefragt hier in meinem ureigenen Blog ein bisschen herummeinen.<\/p>\n<h3>Worum geht&#8217;s denn eigentlich?<\/h3>\n<p>Grob zusammenfassen kann man die derzeitigen Auffassungen dessen, was uns gesellschaftlich widerf\u00e4hrt, vielleicht so:<\/p>\n<p>Auf der einen Seite sind die, die mit den Einschr\u00e4nkungen einverstanden sind. Sie haben das Vertrauen, dass die EntscheiderInnen das schon richtig machen werden und gehen vor allem davon aus, dass die Beschr\u00e4nkungen in dem Moment zur\u00fcckgefahren oder aufgehoben werden, wenn man es verantworten kann. Zu letzterer Gruppe z\u00e4hlen wahrscheinlich mehr Leute, die von den Beschr\u00e4nkungen vielleicht in ihrer Freizeit betroffen sind und vielleicht auch ihren Beruf nicht mehr ganz ungehindert aus\u00fcben k\u00f6nnen, aber insbesondere keine oder nur geringe finanzielle Einbu\u00dfen haben. Personen, die von Einbu\u00dfen betroffen sind, aber die Beschr\u00e4nkungen ok finden, haben vielleicht \u00fcberdurchschnittlich oft direkt mit Menschen zu tun, die entweder schon an COVID-19 erkrankt sind, oder eindeutig zu einer Risikogruppe geh\u00f6ren. Sowas kann das ja auch kompensieren.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sehe ich Leute, die schon die ersten Einschr\u00e4nkungen mit voller H\u00e4rte getroffen haben, wie z. B. &#8222;kleine&#8220; K\u00fcnsterInnen, Kneipiers etc. Dass diese Menschen von den getroffenen Ma\u00dfnahmen nicht durchweg begeistert sind, ist leicht nachvollziehbar. Und trotzdem sind etliche dabei, die ihren pers\u00f6nlichen Shutdown mit gro\u00dfer Haltung tragen. Respekt!<\/p>\n<p>Und dann nat\u00fcrlich so Schlauberger, die meinen, sie k\u00f6nnten jetzt schon \u00fcberblicken, wie das mit so einer Pandemie geht und das ja auch alles vollkommen \u00fcbertrieben dargestellt wird. Das sind die Schlimmsten.<\/p>\n<h3>Pest oder Cholera?<\/h3>\n<p>Man muss als erstes mal festhalten, dass man zumindest hierzulande als politische\/r EntscheiderIn nur die Wahl hat, entweder das Gesundheitssystem oder die Wirtschaft vor die Wand zu fahren. Das Gesundheitssystem in diesem Land ist auf Gewinn und Profitabilit\u00e4t ausgelegt. Maschinen wollen genutzt, Operationss\u00e4le und Betten belegt sein, damit das System m\u00f6glichst viel abwirft. Das bedeutet, dass das System m\u00f6glichst st\u00e4ndig mit Nennlast gefahren werden muss. Eine zus\u00e4tzliche Belastung ist nicht vorgesehen. Genau diese Situation ist aber eingetreten: Pl\u00f6tzlich m\u00fcssen unvorhergesehen viel mehr Menschen behandelt werden. Weitere Kapazit\u00e4ten werden geschaffen, aber Personal fehlt. Das schruppt eh schon \u00dcberstunden wie verr\u00fcckt und geht auf dem Zahnfleisch und ist, was PflegerInnen betrifft, auch noch unterbezahlt. Der Unmut w\u00e4chst und kippt dann in Wut um, wenn auch noch Arbeitsmittel fehlen, und seien es nur so banale Dinge wie Mundschutze oder Desinfektionsmittel. Schnell treten Stimmungsmacher auf den Plan, dass es ja nicht sein k\u00f6nne, dass das nicht vorhanden ist. Aber die gleichen w\u00fcrden sich wahrscheinlich auch dar\u00fcber aufregen, wenn alle paar Monate hektoliterweise Desinfektionsmittel vernichtet werden muss, weil es nicht l\u00e4nger lagerf\u00e4hig ist. Oder man stelle sich vor, dass jemand Masken tragen m\u00fcsste, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Na, da w\u00e4re aber was los! Prompt wird dennoch gefordert, dass man aber sofort solche Masken und nat\u00fcrlich auch Beatmungsger\u00e4te in rauen Mengen vorhalten m\u00fcsste. Naja, und was ist, wenn wir bei der n\u00e4chsten Pandemie ganz andere Mittel oder Apparate ben\u00f6tigen? Kann doch sein, dass es auch mal Windeln und Bettpfannen sein m\u00fcssen, um mal andere K\u00f6rper\u00f6ffnungen ins Spiel zu bringen. So einfach ist das also nicht mit dem Bevorraten.<\/p>\n<p>Solange man also ein Gesundheitssystem an der Belastungsgrenze betreibt, stehen keine \u00dcberkapazit\u00e4ten zur Verf\u00fcgung. H\u00e4tte man sie, w\u00e4ren sie wohl l\u00e4ngst von irgendeinem empork\u00f6mmlichen Manager gestrichen worden. Da muss man sich nichts vormachen. Darum d\u00fcrfen wir uns nicht wundern, dass unser Gesundheitssystem nur wenig zus\u00e4tzliche Last vertr\u00e4gt. Aber, und das muss man auch mal feststellen: Im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern stehen wir sehr gut da. Aber solche Vergleiche nutzen eigentlich keinem was. Darum will ich das nicht vertiefen.<\/p>\n<h3>Weswegen das mit der Herdenimmunit\u00e4t nicht geht<\/h3>\n<p>Jetzt gibt es eine Gruppierung, die sagt, wir brauchen die Herdenimmunit\u00e4t. Ich habe gelesen, dass die erreicht ist, wenn sich 60 bis 70% der Bev\u00f6lkerung infiziert haben. Manchen wir mal eine Rechnung auf. Es dauert ca. 14 Tage, bis die Krankheit ausbricht. Das <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Steckbrief.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">RKI<\/a> sagt, dass milde Verl\u00e4ufe ca. 2 Wochen im Krankenhaus bedeuten, schwere 3 bis 6 Wochen. In China haben die in einer Klinik zu behandelnden Menschen ca. 10 Tage im Krankenhaus gelegen. Nehmen wir einfach mal 14 Tage an. Gleichzeitig haben wir <a href=\"https:\/\/www.worldometers.info\/coronavirus\/country\/germany\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hiernach<\/a> eine bislang maximale Zahl von aktiven F\u00e4llen von knapp 73.000 gehabt. Das ist vielleicht das, was unser Gesundheitssystem verkraften kann. Dabei muss man bedenken, dass schon etliche Operationen abgesagt wurden, um Kapazit\u00e4ten zu schaffen. Mit einiger Anstrengung sind daher wohl eigentlich nur 50.000 aktive F\u00e4lle zu verkraften. Aber egal, nehmen wir mal 70.000. Jetzt teile ich 70.000 F\u00e4lle durch 14 Tage. Das sind 5.000 F\u00e4lle pro Tag. Wenn wir dem jetzt 80.000.000 Deutsche gegen\u00fcberstellen, davon 65% nehmen (60 bis 70% f\u00fcr Herdenimmunit\u00e4t), sind das immer noch 52.000.000. Die teilen wir nun durch 5.000. Das sind 10.400 Tage bis zum Erreichen der Herdenimmunit\u00e4t. Oder 28,5 Jahre. Kannste also vergessen. Die einzige Hoffnung ist, dass schnell ein Medikament gefunden wird, um die Symptome zu lindern und besser nat\u00fcrlich ein Impfstoff.<\/p>\n<p>Update: Mich erreichte der Hinweis, dass ich sehr wahrscheinlich dort einen Rechenfehler begehe, wo ich &#8222;aktive F\u00e4lle&#8220; mit Krankenhausaufenthalt gleichsetze. Kann sein, allerdings werden ja nur die derzeit getestet, bei denen man echten Anlass &#8211; Symptome &#8211; hat. Selbst wenn ich mich um den Faktor 10 vertan habe, was ich nicht glaube, w\u00e4ren es immer noch fast 3 Jahre. Das macht es nicht viel besser, solange es Leute gibt, die meinen, bis zum Herbst w\u00e4re das alles \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>Update II: Was ich nat\u00fcrlich vergessen habe, ist die Dunkelziffer. Man h\u00f6rt von Bekannten immer wieder von F\u00e4llen, wo eine Corona-Infektion vermutet wird, und es gibt ja auch viele F\u00e4lle, wo die Krankheit nicht zum Ausbruch kommt, die Leute also auch nie getestet werden. Das w\u00e4re so der Hoffnungsschimmer: Es gibt zwar etliche ernsthafte Krankheitsverl\u00e4ufe, aber auch viele nicht erkannte Infektionen. Wenigstens ein Strohhalm, an den man sich klammern kann, so dass es vielleicht etwas schneller geht, bis wir &#8222;durch&#8220; sind.<\/p>\n<h3>Also die Wirtschaft opfern?<\/h3>\n<p>Die Wirtschaft ist ein h\u00f6chst anf\u00e4lliges Gebilde, in dem unglaublich viele Zahnr\u00e4der von allen Seiten ineinandergreifen. Ich habe das mit meinen Kollegen unmittelbar zu sp\u00fcren bekommen. Wir sind mit unserer kleinen Firma abh\u00e4ngig von \u00f6ffentlichen Kassen. Weil man die Arbeit in der zweiten M\u00e4rzh\u00e4lfte einfach erst mal eingestellt hat<sup>2<\/sup>, ging kein Geld mehr auf den Firmenkonten ein. Derzeit tr\u00f6pfelt es nur ein bisschen. Innerhalb von vier Wochen haben sich die Au\u00dfenst\u00e4nde um 50% erh\u00f6ht. Wenn ich also nur ein paar R\u00e4dchen zum Stillstand bringe in dem Getriebe, hat das an ganz verschiedenen Stellen Auswirkungen, die man vielleicht auch gar nicht so auf dem Schirm hat. Man h\u00f6rt es in den Nachrichten: Pl\u00f6tzlich m\u00fcssen \u00fcberall Milliardenbeitr\u00e4ge locker gemacht werden, um die Wirtschaft zu st\u00fctzen. Viele rufen auch nach dem Staat: Ihr m\u00fcsst die Kneipen retten! Ihr m\u00fcsst die Kinos retten! Ihr m\u00fcsst die Theater retten! Ihr m\u00fcsst die Klamottenl\u00e4den retten! Alles, was uns lieb und teuer ist, muss der Staat retten.<\/p>\n<p>Mal langsam. Vergesst nicht, dass wir alle der Staat sind. Die Kosten werden wir alle wieder einfahren m\u00fcssen. Ich m\u00f6chte aber mal einen anderen Gedanken weiterspinnen. Mieter von Kleingewerbefl\u00e4chen, die jetzt ihre L\u00e4den schlie\u00dfen m\u00fcssen, sagen, VermieterInnen m\u00fcssen auf ihre Kohle verzichten. Das sind eh alles Immobilienhaie. VermieterInnen sagen, Moment mal. Wir haben auch unsere Verbindlichkeiten. Wir m\u00fcssen z. B. Kredite f\u00fcr die letzte Luxussanierung bedienen. Moment. Kredite? Die kommen i. d. R. ja von Banken, also den Instituten, denen &#8211; weil sie ja systemrelevant (&#8230;) sind &#8211; vor rund 12 Jahren &#8222;der Arsch gerettet&#8220; wurde, als ihr Konstrukt von aufeinanderaufbauendem Geldverleih zusammengebrochen ist. Banken schieben viel von ihrem Geld ja im Grunde nur gegenseitig hin- und her. Also, warum nicht an der Stelle mal einen Cut machen und sagen: Hier, du Bank. Jetzt verzichtest <em>du<\/em> mal auf die Kohle. Sag es der Bank, der du Geld schuldest. Einigt euch. Handelt einen Schuldenschnitt aus. Mich wundert eigentlich, dass bislang so selten \u00fcberlegt wird, wie weit man die Grenze, wo der Geldfluss zum Stoppen kommt, eigentlich verlagern kann. Es muss ja nicht zwischen Mietern und Vermietern sein. Sollen es &#8211; wie gesagt &#8211;\u00a0 doch mal die Banken unter sich ausmachen. Staaten zeigen ja, dass das grunds\u00e4tzlich geht.<\/p>\n<h3>Beschr\u00e4nkungen &#8211; oder die Sache mit dem Dimmer und der Lampe<\/h3>\n<p>Und jetzt hat man also auf politischer Ebene ein paar Stellschr\u00e4ubchen, an denen man drehen kann: Drinbleibeempfehlungen (echte Ausgangssperren hatten wir ja gar nicht), Schlie\u00dfung diverser L\u00e4den, Kneipen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Reisebehinderungen. Und bei jeder kleinen Einstellung muss man zwei, eher drei Wochen warten, bis man die Wirkung sieht. Das vergessen ja auch viele. Macht euch das klar: Ihr habt eine Lampe mit einem Dimmer. Ihr dreht an dem Dimmer und wisst erst zwei bis drei Wochen sp\u00e4ter, ob das Licht die gew\u00fcnschte Helligkeit hat. Ihr habt aber auch \u00fcberhaupt keine Erfahrung, bei welcher Einstellung des Dimmers die Lampe wie hell ist. Und dann hat der Dimmer auch noch Spiel. Der Drehknopf wackelt ein bisschen, mal h\u00e4lt er sich mehr, mal weniger an die Vorgabe. Nicht so einfach, die richtige Wirkung vorherzusagen, oder?<\/p>\n<p>Aber einige meinen ja, sie k\u00f6nnten das. Oder sagen zwei bis drei Wochen nach Beginn von Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen: Seht ihr, es ist nicht so schlimm gekommen, wie ihr gesagt habt. &#8211; Nein, Schlauberger. Das ist n\u00e4mlich die Wirkung der Ma\u00dfnahmen. Und das n\u00e4chste Problem ist dann noch, dass Zahlen aus verschiedenen L\u00e4ndern miteinander verglichen werden, die aber gar nicht auf die gleiche Art und Weise erhoben wurden. Klar kann man \u00c4pfel mit Birnen vergleichen. Aber sie fallen definitiv nicht vom gleichen Baum.<\/p>\n<p>Man kann es mit den Beschr\u00e4nkungen aber nat\u00fcrlich auch niemandem recht machen. Oder anders: Man kann es eigentlich nur falsch machen. Innerhalb ziemlich kurzer Zeit m\u00fcssen Entscheidungen gef\u00e4llt werden. Die SchlaubergerInnen kommen ja erst <em>nach<\/em> den Entscheidungen daher und wissen, wie man es besser gemacht h\u00e4tte. Aber vorher zu sagen, was man denn machen sollte, k\u00f6nnen sie auch nicht. Warum d\u00fcrfen Friseure bald wieder \u00f6ffnen, Nagelstudios aber nicht? Weil die Leute sich eher selbst die Fingern\u00e4gel als die Haare schneiden k\u00f6nnen? Vielleicht war das sogar ein Gedanke. Oder weil man eben irgendwie versucht, die Zahl der Kontakte zu reduzieren. Und dann kommen dabei eben auch ein paar ziemlich unverst\u00e4ndliche, im Grunde irrwitzige Entscheidungen dabei heraus. Aber versetze man sich doch mal in die Lage: Es gibt da die Ministerpr\u00e4sidentInnenkonferenz, die Kanzlerin und ein paar BeraterInnen sind auch dabei und man f\u00e4ngt irgendwo an: Was machen wir dicht, was lassen wir ge\u00f6ffnet? Das ganze im Blindflug, n\u00e4mlich ohne zu wissen, was welche Wirkung hat. Dann sind da unterschiedliche Anforderungen: Gro\u00dfstadt versus Fl\u00e4chenland. Und dann m\u00fcssen sich auch noch etliche Alphatiere auf einen Kompromiss einigen, die das eigentlich gar nicht so richtig gew\u00f6hnt sind. Ich finde, wenn man sich das vor Augen h\u00e4lt, ist eigentlich ziemlich viel Gutes dabei herausgekommen. Und trotzdem wird jede\/r, derdie unter den Ma\u00dfnahmen zu leiden hat, das anders sehen. Klar. Absolut verst\u00e4ndlich. Ich hab auch kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass ausgerechnet die Gerichtskassen nicht mehr arbeiteten, solange die Miete und Geh\u00e4lter weiter bezahlt werden wollen.<\/p>\n<p>Vielleicht hat man anfangs hierzulande ein bisschen zu viel beschr\u00e4nkt. Darum wird ja jetzt auch gegengesteuert. Und siehe Berechnung oben: Wahrscheinlich werden wir noch sehr, sehr lange mit dieser Geschichte zu tun haben, jedenfalls l\u00e4nger als bis zum Herbst oder so. Ich hoffe, ich kann vielleicht im n\u00e4chsten Jahr etwa zur selben Zeit ein erstes Res\u00fcmee ziehen. Sicher ist das nicht: Weder, dass ich bis dahin noch dazu in der Lage bin (tot oder pleite), noch, dass wir es bis dahin \u00fcberstanden haben.<\/p>\n<p>Schnell hat man auch den Untergang der EU<sup>3<\/sup> kommen sehen, weil man die alten Staatsgrenzen so schnell dichtgemacht hat. Der Grund ist ja, dass die Leute daran gehindert werden sollen, in der Gegend herumzureisen. Nun h\u00e4tte man auch einfach Deutschland entlang einer Linie, sagen wir Berlin &#8211; Essen, in zwei H\u00e4lften teilen und den Reiseverkehr an dieser neuen Grenzlinie unterbrechen k\u00f6nnen. Aber an alten Grenzen geht das nun mal einfacher, weil die Zahl der Verbindungen geringer ist und das Verkehrsaufkommen (Berufsverkehr ist ja weiterhin an vielen Stellen erlaubt) schlicht geringer ist als innerhalb beispielsweise einer Metropolregion. Das Ruhrgebiet in zwei Teile zu teilen, w\u00e4re wohl schwieriger, als eine Grenzregion in der Eifel. So habe ich das jedenfalls verstanden, nicht, dass man Deutsche von Luxemburgern oder so trennen will. Darum geht es m. E. nicht.<\/p>\n<h3>Maske? Welche Maske?<\/h3>\n<p>Ist ja auch so ein Thema: Erst hie\u00df es: Die Masken helfen nicht. Kannste vergessen. Dann kommt die Maskenpflicht an einigen Stellen doch. Aber warum? Ich nehme an, dass es mit der Verf\u00fcgbarkeit zu tun hat. Wenn man schon Mitte M\u00e4rz gesagt h\u00e4tte, &#8222;Leute, setzt alle solche Masken auf&#8220;, h\u00e4tte es vermutlich Tote gegeben, die sich um die Dinger gepr\u00fcgelt h\u00e4tten. Dass gro\u00dfe Best\u00e4nde aus Krankenh\u00e4usern und Praxen gestohlen wurden, spricht neben der Preisentwicklung ja B\u00e4nde. Also konnte man die Sinnhaftigkeit erst dann bejahen, als es nicht mehr so schwierig aussah, die Menschen, die welche brauchen, mit Masken zu versorgen. Nur so kann ich es mir jedenfalls erkl\u00e4ren. Denn wenn der medizinische Sinn fraglich w\u00e4re, w\u00fcrde doch niemand im OP oder beim Arzt so ne Maske auch zu normalen Zeiten aufsetzen, oder?<\/p>\n<h3>Reicht jetzt auch.<\/h3>\n<p>Eigentlich taumle ich hin und her zwischen, &#8222;ach wenn du jetzt krank wirst, dann hast du es hinter dir&#8220; und &#8222;ach wenn du jetzt krank wirst, bist du eine weitere Last f\u00fcr das Gesundheitssystem&#8220;. Und dann kommt die WHO mit der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/who-immunitaet-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Meldung<\/a> um die Ecke, dass man gar nicht sicher davon ausgehen k\u00f6nne, mit Antik\u00f6rpern immun zu sein. Wenn das so sein sollte, k\u00f6nnen wir die Ma\u00dfnahmen aufheben, weil das Gesundheitssystem niemals in der Lage sein wird, dem noch Herr zu werden. Das kann noch &#8222;heiter&#8220; werden.<\/p>\n<p>Munterbleiben!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><sup>1<\/sup>Dieser Krieg kann \u00fcbrigens immer noch kommen. Wir haben nicht aus verschiedenen Varianten des Untergangs unserer Wohlstandsgesellschaft gew\u00e4hlt<\/p>\n<p><sup>2<\/sup> Obwohl man m. E. praktisch keinen Publikumsverkehr hat.<\/p>\n<p><sup>3<\/sup> M. E. wird die EU viel eher im Umgang mit dem Diktator in Ungarn oder dem Umgang mit Gefl\u00fcchteten an den EU-Au\u00dfengrenzen beerdigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum denn der nun auch noch? Ich h\u00e4tte ja gedacht, dass uns ein Krieg &#8211; wahrscheinlich um Wasser1 &#8211; ins Mittelalter zur\u00fcckbombt, aber nicht eine Krankheit. Moment, wieso Mittelalter? Gef\u00fchlt ist es ja so: Wenn man auch nur ein bisschen vom bisherigen Lebensstandard zur\u00fcckschrauben muss, meint man, dass die Welt untergeht. Und ganz ehrlich? 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