{"id":970,"date":"2009-01-24T14:51:41","date_gmt":"2009-01-24T13:51:41","guid":{"rendered":"http:\/\/willsagen.de\/?p=970"},"modified":"2009-01-24T14:51:41","modified_gmt":"2009-01-24T13:51:41","slug":"will-im-theater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willsagen.de\/?p=970","title":{"rendered":"Will im Theater"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin ja &#8230; ja was eigentlich? Manchmal etwas ambivalent. Einerseits finde ich Kino z. B. toll. Die Art der Unterhaltung gef\u00e4llt mir einfach. Allerdings komme ich viel zu selten dorthin. Vielleicht einmal im Vierteljahr, wenn \u00fcberhaupt. Und dann auch nur in son Kinocenter und nicht in ein Programmkino, wo eigentlich viel bessere Filme laufen.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich geht&#8217;s mir auch mit dem Theater. Wir hatten mal ein Abo. Tja. Viel mehr gibt&#8217;s da auch schon nicht zu erz\u00e4hlen. Wir hatten das halt und sind auch ein paarmal dagewesen. Zwei Dinge haben sich in meinen Hirnwindungen festgesetzt: Aus einem Klassiker (Drama, mehr wei\u00df ich nimmer) sind wir nach der Pause geflohen, und zu einer G\u00f6tz-Alsmann-Revue sind wir zu sp\u00e4t gekommen. Das erste war gut, das zweite doof. Im letzten Jahr waren wir mal im Berliner Ensemble und haben dort &#8222;Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui&#8220; gesehen, in der Hauptrolle Martin Wuttke. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Nicht mit dem ansonsten von mir\/uns besuchten Provinztheatern zu vergleichen. Grunds\u00e4tzlich habe ich also doch die Gabe, dass mich Theater begeistern kann.<\/p>\n<p>So kam es, dass wir k\u00fcrzlich -v\u00f6llig gegen unsere Gewohnheit- an einem Montag Abend ausgegangen sind. Und zwar zum Admiralspalast, genauer gesagt zur kleinen B\u00fchne oben unterm Dach, die  &#8222;Studiob\u00fchne&#8220; genannt wird. Allerdings lockte uns diesmal nicht ein weltbekannter Theaterklassiker, sondern vielmehr Improvisationstheater vom <a href=\"http:\/\/www.theatersport-berlin.de\/\" target=\"_blank\">Theatersport Berlin<\/a>, darauf aufmerksam gemacht von kulturell bewanderteren Nachbarn von schr\u00e4g gegen\u00fcber. Ein wenig \u00fcberrascht waren wir von den Eintrittspreisen. Denn 18 Euro pro Steuerzahlernase sind schon ein ganz sch\u00f6nes Pfund in meinen Augen. Dadurch w\u00e4chst nat\u00fcrlich die Erwartungshaltung.<\/p>\n<p>Ein durchaus lebhafter Moderator stellte uns -also dem gesamten Publikum- die beiden Mannschaften vor: Spartak Stanislawski und Dynamo Duse traten gegeneinander an. Oder miteinander? So recht konnte man das nicht unterscheiden, und das war auch gut so. Neben den bekannten Spielchen, wo jeder Satz oder jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben anfing, gab man auch Fortsetzungsgeschichten als ineinander geschachtelte Parallelhandlungen zum Besten, wobei die Handlungsthemen durch Stichw\u00f6rter vom Publikum vorgegeben wurden. Muss man gesehen haben! Sehr sch\u00f6n war auch die Idee, das dienst\u00e4lteste Paar aus dem Publikum an das Keyboard des Begleitmusikers zu setzen. Eine Mannschaft spielte die Kennenlern-Szene des Paares schrittweise vor. Wenn die Mannschaft die Handlung richtig gespielt hat, spielte <em>sie<\/em> einen hohen Ton auf dem Keyboard, war es falsch, dr\u00fcckte <em>er<\/em> eine tiefe Taste. Herrlich, dass Dynamo Duse sogar erriet, dass er von Beruf Elektriker war! Ganz gro\u00dfes Kino&#8230; \u00e4h, Theater. Nach den diversen Spielchen wurde stets abgestimmt. Das war allerdings wirklich Nebensache.<\/p>\n<p>Alles in allem war es ein sehr kurzweiliger Theaterabend. Wirklich beeindrucken konnte die schauspielerische Leistung, sich auf den Partner\/Mitspieler einzulassen und nicht nur seinen eigentlichen Handlungsstrang weiterzutreiben, sondern gleichzeitig den der Mitspieler im Auge zu behalten. Ohne Frage muss man das einfach mal gesehen haben! Oder auch mehrere Male. Das muss man sich nur leisten k\u00f6nnen und wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin ja &#8230; ja was eigentlich? Manchmal etwas ambivalent. Einerseits finde ich Kino z. B. toll. Die Art der Unterhaltung gef\u00e4llt mir einfach. Allerdings komme ich viel zu selten dorthin. Vielleicht einmal im Vierteljahr, wenn \u00fcberhaupt. Und dann auch nur in son Kinocenter und nicht in ein Programmkino, wo eigentlich viel bessere Filme laufen. 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