viereinhalb Tage Nizza

9. November 2008 · Will Sagen

(Fotos kommen etwas später) Hier sind die Fotos.

Manchmal hat der Beruf ja auch durchaus angenehme Seiten. Eine davon ist die jährliche Jahrestagung des europäischen Verbands der Unfallanalytiker. Diese Tagung findet reihum in verschiedenen europäischen Städten statt. Letztes Jahr Krakau, dieses Jahr Nizza.

Wetter
Zwar ist die Jahreszeit vielleicht nicht mehr unbedingt das, was man sich unter der typischen Zeit für einen Ausflug an die Cote d’Azur vorstellt, aber im November kommen die Zimmerpreise ordentlicher Hotels langsam wieder aus schwindelerregenden Höhen zurück. Außerdem ist das Wetter für uns nicht gerade temperaturmäßig verwöhnten Mitteleuropäer durchaus angenehm: Um die 17°C sind im November eine feine Sache. Auch der Regen ist wunderbar warm… Das ist uns nämlich gleich am ersten Tag widerfahren: Ein ordentlicher Regenguss, der auch nach 2 Stunden nichts an Intensität eingebüßt hatte. Dafür konnten wir beim Trocknen unserer Klamotten herrlich beobachten, wie über das Meer das gute Wetter zurückkam. Am Samstag war dann wirklich herrliches Wetter. 17°C, klarer Himmel, Sonne. Einfach herrlich für November.

Wohin
Und was macht man bei schlechtem Wetter? Richtig, man geht ins Museum. Was liegt da näher, als sich erneut mit moderner Kunst auseinanderzusetzen? Darum haben wir das Museum der modernen und zeitgenössischen Künste aufgesucht, das wir vor Beginn der „Regenzeit“ noch halbwegs trocken erreicht haben. Ansonsten hat natürlich die Altstadt gelockt und der kleine Berg mit der Zitadelle, dessen Namen ich vergessen hab.

Technisches
Frankreich ist m. E. ein Technik verliebtes Land. Das merkt man nicht nur an den alten Autos, den Apotheken-Leuchtreklamen, sondern auch an so profanen Dingen wie Schließfächern. Die Variante im Museum wartet mit Zahlenschlössern auf. Man braucht nicht eine spezielle Münze, sondern merkt sich nur eine vierstellige Zahlenkombination. Was liegt da näher, als z. B. eine Konto-PIN, die man sowieso im Kopf hat? Man kann jedenfalls auch keinen Schlüssel verlieren.  Und dabei ist die Bedienung wirklich einfach. Sachen reinpacken, gewünschte Kombination einstellen, Tür mit dem Verschlussknopf verschließen und die Zahlenkombination verstellen. Mit dem erneuten Einstellen der Zahlenkombination und Dreh am Verschlussknopf hat man seine Sachen wieder. Prima!

Museum
Das nächste positive Erlebnis wartete an der Museumskasse auf uns. Während der Reiseführer noch einen Preis von sage und schreibe 4 Euro listete, winkte man uns hinein, ohne auch nur einen müden Euro zahlen zu müssen. Ich will ja gar nicht sagen, dass man in Museen grundsätzlich freien Eintritt haben muss, aber entgegen der letzten Erfahrung war das doch sehr erfreulich! Und man muss sagen, dass die Ausstellung wirklich nicht provinziell ist. Ein großer Schwerpunkt liegt auf Werken von Niki de Saint Phalle. Als „alter Hannoveraner“ und regelmäßiger Besucher des dortigen Flohmarkts kennt man die Nanas von ihr selbstredend. Neben diversen Nana-esken Figuren sieht man auch Werke, die einen weit weniger freundlichen Charakter haben, sondern eher einer manischen Phase des Schaffens zu stammen scheinen.

Weitere Werke sind von Warhol oder auch Christo, von dem mir besonders die 2-dimensionale Ladenfassade mit unglaublich 3-dimensionaler Wirkung gefallen hat. Darüber hinaus findet man auch Studien und kleine Beispiele seiner Verpackungskunst. Eine Sonderausstellung war dem mir unbekannten Künstler Robert Long gewidmet, der neben Fotos und Installationen auch raumgreifende Wandgemälde beigesteuert hat. Gut gefallen hat mir auch eine Installation bestehend aus einem Zimmerspringbrunnen und einem langen Blechtrichter, an dem am Ende ein Lautsprecher eingebaut ist und nicht nur lustige Geräusche von sich gab, sondern auch pulsierendes Wasser tanzen ließ. Lustig! Letztlich hat sich noch der Name Yves Klein in meinen Hirnwindungen festgesetzt. Außerdem kam mir das Plattencover von US3 Hand on the torch plötzlich unglaublich bekannt vor.
Meine Chefin war ja mit, und in der Zeit, in der ich in der Tagung saß, schon beinahe traditionell mit diversen Frauen (ja, Unfallanalytiker sind fast ausschließlich männlich) unterwegs. Dabei stellte sich heraus, dass auch das Matisse-Museum kostenlos besucht werden konnte und auch Chagalls Bilder für kleines Geld anzusehen waren.

Nice (F)
Danach haben wir uns dann in die Altstadt aufgemacht. Die erinnerte mich stark an Genua. Allerdings schienen mir die engen Gassen dort noch enger und die Häuser höher zu sein. Leider fing es dann, wie oben schon erwähnt, ziemlich stark an zu regnen, so dass wir den im Hafen liegenden Superyachten viel zu wenig Beachtung schenken konnten. Beeindruckend z. B. der moderne Viermaster. Ein riesiges Gerät mit moderner Optik, aber man kann wohl tatsächlich Segel setzen. Dennoch zeugen 8 Auspuffrohre davon, dass wohl auch eine leistungsstarke Maschine eingebaut ist. Möchte gern mal wissen, welchem Angeber dieser Kahn gehört! Am Samstag haben wir dann noch ein wenig von dem bewussten Hügel auf den Hafen hinuntergeblickt. Das ist wohl das, was man als mondän bezeichnet.

Essen und Trinken
Natürlich waren wir das ein oder andere Mal auch schon Essen (und Trinken) Das Frühstück im Hotel ist, wie es wohl in Frankreich üblich ist, eher spärlich, aber dennoch o.k.. Croissants bis zum Abwinken, Kilometerweise Baguette und für uns komischen Osteuropäer ein paar Brötchen nebst gekochtem Schinken und Käse. Speck, Würstchen, Joghurt, Müsli: Alles da. Mittags und abends wird natürlich ordentlich aufgetischt. Am ersten Abend hatten wir ein ordentliches Steak mit Salat und Pommes. Sehr lecker! Auch Pizza (in Nizza) ist empfehlenswert. Nur die Pasta einen Abend später haben etwas lange gekocht. Die Sauce war demgegenüber aber sehr gut! Preislich sollte man gegenüber Berliner Preisen mit dem Faktor 2, gegenüber dem Rest der Republik mit dem Faktor 1,5 rechnen. Während Bier richtig teuer ist (0,5 Liter zwischen 6,5 und 10 Euro) ist Wein deutlich günstiger zu haben. Dabei ist in der Regel auch der günstige Wein im Restaurant oder in der Brasserie durchaus lecker.

Tagung
Jetzt sitze ich gerade in der ersten Session der Tagung und frage mich, warum der deutsche Vortragende sich für seinen Vortrag an der englischen Sprache vergeht, wo doch hinten in so kleinen Kabinchen Simultanübersetzer sitzen. So ist es mir schon gleich am Anfang vergönnt, der durchaus angenehmen Stimme der deutschen Übersetzerin zu lauschen. Allerdings scheint sich die gute Dame in ihrer Kabine noch einzurichten. Jedenfalls rumpelt es im Kopfhörer so, dass man meint, sie würde nebenbei noch ein Ikea-Regal aufbauen. Als nächstes ist ein Franzose dran, der Englisch spricht. Der kann das aber so gut, dass es mir egal ist, dem Original oder der Übersetzung zu lauschen. Erstaunlicherweise habe ich fast alle Sessions mitgenommen und mich relativ wenig im Foyer rumgedrückt, was auch daran lag, dass nur in einem sehr engen Zeitfenster Kaffee angeboten wurde. Nur einmal musste ich für anderthalb Stündchen eine Auszeit nehmen, als es mir zu theoretisch wurde. Da war das Mittagschläfchen einfach verlockender!

Drumherum
Am Donnerstag Abend hat es so dermaßen stark geregnet, dass wir uns in die nächstbeste Pizzeria gerettet haben, was kein Fehler war. In der Zwischenzeit hörte es auf zu regnen, so dass wir noch ein paar Schritte in die nahgelegene Altstadt gegangen sind, wo wir eine sehr abgefahrene Kneipe „Distillerie“ gefunden haben. Für einen Maschinenbauer wie mich gab es einiges zu gucken, ganz vorn sind die über Transmissionsriemen betriebenen Ventilatoren zu nennen.

Der Freitag Abend war dann der Abend das „Gala Dinners“. Zunächst gab es einen Aperitif. Tja, die Qual der Wahl: Eine Art Punsch mit diversen Früchten oder doch Whiskey? Ich bestelle also letzteres und wunderte mich, wie voll man in Frankreich die Gläser mit diesem hochprozentigem Gesöff fühlt. Aber ich fand die Bestätigung, dass es kein Versehen war, in dem zweiten Glas, das genauso voll war wie das erste…

Wir hatten schon beim Eintragen in die Tischlisten das Glück, in eine Art Spezialliste aufgenommen zu werden. Denn in dem Cafe des’Art war nicht für alle genug Platz, so dass wir in ein nahe gelegenes, verhältnismäßig unscheinbares Restaurant gelotst wurden. Nachher habe ich erfahren, dass in der größeren Lokalität ein Dreigängemenü geboten wurde, Suppe, Fisch als Hauptgang (es war Freitag) und abschließend ein Dessert. Da hatten wir mit unserem für die Region Nizza typischen Menü wohl mehr Glück. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es insgesamt sechs Gänge. Erst der dritte Gang war Salat Nicoise. Zu Anfang gab es ein kleines Stück einer Art Zwiebelkuchen, danach eine frittierte, essbare Blume. Dann wie gesagt der Salat. Darauf folgte ein sehr zartes Stück Rindfleisch mit Polenta. Danach bekomme ich nicht mehr alles zusammen. Ich erinnere mich zumindest noch gebackenen Ziegenkäse, an eine Tarte und zum Schluss Kaffee. Wir saßen unter anderem mit zwei britischen Kollegen zusammen, und je später der Abend und je leerer die Flaschen wurden, desto besser klappte die Kommunikation.

Apropos Kommunikation:
Internet im Hotel kostete sage und schreibe 50 ct pro Minute. Das habe ich mir dann gespart, bzw. nur sieben Minuten lang gegönnt, um was wichtiges nachzuschauen. Wie teuer der Spaß mit meinem Handy als Modem gekommen wäre, habe ich vergessen, vorher nachzusehen.

Und sonst?

Die Tagung war am Samstag Mittag zu Ende. Zum Flughafen ging es vom Hotel aus um 17.00 Uhr zurück. Da war also noch genug Zeit, um drei gefühlte Tage Urlaub nachzuholen. Bergwandern, Stadtbesichtigung, Shopping, Strandbesuch: Alles geschafft.
Tja, und was sollte mir als Auto-affinem Menschen wohl auffallen? Es gibt keine alten Autos in Frankreich (also zumindest in Nizza nicht). 2 oder 3 Enten, 2 Kastenenten, ein LN A, ein paar R4 und ein R5 aus der ersten Serie waren alles, was mir in der Zeit unter die Augen gekommen ist. Alles mehr oder weniger Gebrauchsautos. Kein schicker, restaurierter Oldtimer, nix. Traurig, traurig, wo doch die Franzosen so herrliche Autos gebaut haben.

Resümee: Nizza im November: Sehr lohnenswert!

THF ist tot.

31. Oktober 2008 · Will Sagen

THF ist tot.

Gestern Abend gingen in THF für immer* die Lichter aus.

Zu dem Thema ist alles gesagt, was gesagt werden musste, und noch viel mehr. Peinlich für den Senat, dass sich Wowi gestern Abend hingestellt hat und sagte, jetzt müsse man überlegen, was man mit dem Flughafen anstellt. Das hätte man vielleicht schon mal vor 5 Jahren machen sollen. Meine Favoriten sind übrigens nach einem Flugplatz für Geschäfts- und Sportflieger (die in Schönefeld nichts zu suchen haben) eine Autorennstrecke und ein Modellflugplatz. Wohnungen, Parks und sonstwas kann eh keiner bezahlen, bzw. gibt’s genug. Gut geeignet wäre das Gelände auch für Crashversuche.

Na, was solls.

So long. :cry:

*häufig benutzte Plattitüde.

Powerbook vs Macbook: Größenvergleich

30. Oktober 2008 · Will Sagen

Eigentlich ist mir das Powerbook von der Größe ja viel lieber gewesen. Hier mal ein Größenvergleich.

Ich denke aber, dass ich mich an die Größe des MacBooks gewöhnen werde…

Power- vs MacBook

Schick, die Leuchttasten, gell? 🙂

Power- vs MacBook

Das MacBook ist breiter.

Power- vs MacBook

Eindeutig!

Power- vs MacBook

Jupp.

Power- vs MacBook

Aber dünner.

Haider und die 142 km/h

16. Oktober 2008 · Will Sagen

Edit: Dieser Artikel wird gerne von Seiten verlinkt, die ihre rechte Grundhaltung nicht verschleiern. Ich sag’s ganz ehrlich:

1.) Eure Mordverschwörungstheorie ist aus meiner Sicht völliger Blödsinn und
2.) hat es hinsichtlich der braunen Gesinnung den Richtigen erwischt.
Verpisst euch, Drecks-Nazis!

So, und hier geht der Artikel eigentlich los:

Natürlich ist er zu schnell gefahren. Aber über die überall kolportieren 142 km/h kann ich nur müde lächeln.

Als erstes muss man sich mal fragen, welche Geschwindigkeit das sein soll. Beim Überholen, beim Kontrollverlust, beim (ersten) Überschlag, bei der Kollision mit irgendwelchen Mauern, Hecken oder Betonpfeilern oder Hydranten? Was denn nun?

Die Süddeutsche berichtet: Haider sei zum Zeitpunkt des Unfalls 142 km/h gefahren, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt. Aha. Na, das muss schon ein toller Sachverständiger sein, der das so genau berechnen kann. Warum kann ich das nicht so genau? Ich mache seit 10 Jahren nichts anderes, und mir gelingt es nicht, Geschwindigkeiten so exakt zu berechnen? Ich Versager, ich…

Vielleicht war es ja auch ganz anders, wenn wir scoop.at glauben:

Jörg Haider: Mit mehr als 170 km/h und 1,8 Promille unterwegs! Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider soll bei seinem tödlichen Verkehrsunfall nicht wie gemeldet 142 km/h gefahren sein, sondern wesentlich schneller. Der Tacho seines Fahrzeuges blieb bei 142 km/h stehen, als der Wagen schließlich durch den Betonpfeiler abgebremst wurde.

Na, wenn der Tacho bei der Geschwindigkeit stehen blieb, muss das ja die richtige Geschwindigkeit (fragt sich, welche, siehe oben) gewesen sein, mit der er fuhr. Dazu habe ich ihn DAR etwas veröffentlicht, das es allerdings nicht online gibt. Zitat aus dem Schlusssatz: Gewissheit über den richtigen Wert kann man aus der Anzeige … nicht ableiten. Die Ermittlung der Kollisionsgeschwindigkeit sollte daher dem Unfallanalytiker und nicht Kommissar Zufall vorbehalten bleiben. Man kann sich leicht vorstellen, dass allein schwere Erschütterungen die Tachoanzeige beeinflussen können.

Nun sind wir aber immerhin ja auch schon bei mehr als 170 km/h! Ich wette, dass der Haider mit seinem VW auch schon mal noch schneller gefahren ist! Fragt sich nur, was das mit dem Unfall zu tun hat.

Bei SpON lesen wir: Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärte Kranz nun am heutigen Mittwoch, man habe bereits einen Tag nach dem Unfall die genaue Geschwindigkeit mitteilen können, weil „ein Sachverständiger im Beisein von VW-Fachleuten“ das Computersystems des stark beschädigten Phaetons kurzfristig habe auslesen können. Ja, was denn nun? Hat er nun den Tacho abgelesen (der zweifelsohne an das Computersystem des Phaeton angeschlossen ist) oder hat er tatsächlich Zugriff auf bestimmte Daten gehabt, die im Fahrzeug gespeichert sind? Warum wird (mir) von den Herstellern immer gesagt, dass solche Daten gar nicht gespeichert werden? Warum muss dieser Sachverständige die Daten nicht erst in einen Gesamtzusammenhang bringen (vulgo Unfallanalyse)? Bliebe die Möglichkeit, dass der Wagen mit einem UDS ausgestattet war (was ich aber nicht glaube).

In der Welt wird man nun konkreter: Die Stellung der [Drossel]Klappe gibt gemeinsam mit Motordrehzahl und Getriebeübersetzung Hinweise auf die Geschwindigkeit vor dem Aufprall und kann vom Hersteller ausgelesen werden. … Nach Angaben des Herstellers VW können nur die Daten der letzten 30 Sekunden gespeichert werden. Zwei mysteriöse Gutachter von VW hätten sich mit dem Fahrzeug beschäftigt. Interessant als erstes, dass die da überhaupt drandurften. Aber nun, mag ja sein, wenn es der Wahrheitsfindung dient. Dennoch ist äußerst fragwürdig, wie man auf diesen Geschwindigkeitswert gekommen ist. Wahrscheinlich haben die beiden zuviel „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen und hauen standardmäßig „42“ als Antwort auf alle Fragen heraus (um die Pressemeute ruhigzustellen), mussten aber wohl erkennen, dass das zu wenig wäre und haben 100 hinzugemogelt.

Nehmen wir an, dass es doch möglich ist, die Daten auszulesen. Dann muss man die Daten aber in einen zeitlichen Ablauf einbinden. Sind die 142 km/h etwa der erste gespeicherte Wert, 30 Sekunden bevor alle Lichter ausgegangen sind? Der Unfall hat sicherlich keine 30 Sekunden gedauert. Bei einem Unfall mit Überschlag usw. aus rund 140 km/h  wird man von einer Dauer von über den Daumen nicht einmal 10 Sekunden ausgehen können, bis alles zum Stillstand gekommen ist. 20 Sekunden zeitlich noch weiter zurück sind für den Unfall dann ziemlich irrelevant. Das entspricht bei 142 km/h einer Strecke von knapp 800m. Da ist der ja noch in einer anderen Stadt gewesen!

Alles in allem ist das mal wieder ziemlich unreflektierter Unfug, der in der Presse verbreitet wird. Aber irgendwas muss man ja schreiben. Schließlich hat man die Pflicht zur Information. Immerhin wird in der Welt auch ein Herr Klein vom ADAC zitiert: Zwar sei es möglich durch Unfallspuren und Schäden am Fahrzeug auf die zuvor gefahrene Geschwindigkeit zu schließen, jedoch wäre die Zahl 142 Kilometer pro Stunde „äußerst gewagt“. Das macht ja wenigstens etwas Mut. Leute, lasst es euch sagen: So einfach geht das nicht, mal eben einen Unfall aufzurollen.

Besonders freue ich mich übrigens auch stets darüber, dass man (Presse, Zeugen, Polizei) sofort nach einem Unfall genau weiß, dass jemand ungebremst irgendwo gegen gefahren ist. Ungebremst! Woher weiß man das, wenn man nicht dabei war und nicht in der Lage ist, einen Unfall zu rekonstruieren? Trotzdem liest man in Unfallmeldungen in den Medien andauernd von „ungebremst hier ungebremst da“. Machen wir uns doch mal den Spaß und suchen bei google nach „Haider“ und „ungebremst“. Ich möchte wetten, dass auch im Zusammenhang mit Haiders Unfall mehrere Male „ungebremst“ auftaucht.

Und siehe da: Gleich das erste Ergebnis: „Haider raste ungebremst in den Tod“ titelt der für seriöse :lol: Berichterstattung bekannte Berliner Kurier. (Edit: Der zweite Treffer ist inzwischen, nach nur 5 Minuten, dieser Artikel selbst.) Dieser Titel gefällt mir übrigens besonders: Rechts aussen knallte Haider in einen Betonpfosten. „Ungebremst“ findet man weiter unten bei den Bildunterschriften. Und so weiter und so fort.

Ich werde mich ohne nähere Kenntnis der Unfallspuren nun kaum dazu hinreißen lassen, selbst etwas zur Geschwindigkeit zu sagen. Mag ja sein, dass er 140 fuhr. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass er langsamer war. Wie die Presse es vermag, Unfälle zu rekonstruieren, haben wir ja schon beim Tod von Prinzessin Diana gesehen. Da hat das ja auch hervorragend geklappt. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auch dort die Tachoanzeige, die den richtigen Wert anzeigte…

P.S.: Gerade fiel mir noch folgendes ein, das ich mir nicht verkneifen kann: Wenn ich die Bilder von dem Auto so sehe, hätte Haider übrigens bessere Chancen gehabt, wenn er einen rechtsgelenkten Phaeton gehabt hätte. Hätte doch sowieso besser zu ihm gepasst. Und 142 km/h sind 88 mph. Bei der Zahl müssen die Verschwörungstheoretiker doch wohl steil gehen!

:mrgreen:

Schrott wird flott #1: Powerbook G4 12"

9. Oktober 2008 · Will Sagen

Habt Ihr es seinerzeit auch gelesen? Der Jog berichtete von Katzenjammer mit seinem Powerbook. Erst war es k.o., dann tot. Dann kam es wohl erstmal auf den Jogschen Kleiderschrank. Ich meinte, wenn er es wegwirft, soll er es doch mal in meine Richtung werfen. Das hat er dann auch am letzten Wochenende getan! Prima 🙂 Mein erster Mac! Und was für einer! Man muss sich das vorstellen. Es ist ja nicht irgendein Powerbook. Sondern das Powerbook.blogger-Powerbook! The one and only. Yeah!

Powerbook_01Jetzt musste ich es „nur noch“ reparieren. Also erstmal eine Bestandsaufnahme: Das Powerbook war teilzerlegt, die Festplatte hat Jog ja noch versucht zu retten. Also gab’s ein Tütchen mit ein paar Blechen und jeder Menge verschiedener Schräubchen dazu. Prima. Bestimmt völlig egal, wohin die kommen… :???:

Powerbook_10Schon als Jog mir sagte, dass sein altes Powerbook vakant sei, habe ich erstmal ein günstiges Ersatz-Combolaufwerk besorgt, denn das war wohl auf jeden Fall kaputt. Eine Festplatte hatte ich noch aus meinem ersten Aldi-Notebook. Zwar nur 20 GB, aber zum Testen sollte das reichen. Außerdem war da ja noch die Sache mit der abgerissenen Buchse. Dort wird der im Gehäuseoberteil sitzende Ein-/Aus-Schalter über ein Kabel mit Stecker am Motherboard angestöpselt. Die Buchse war leider komplett von der Platine gerissen, aber immerhin noch vorhanden! (Hing ja noch am Kabel).

Powerbook_06Was kann schöner sein, als abends am Schreibtisch zu sitzen, Fernseher und Chefin im Blick und ein Powerbook zum Reparieren vor sich zu haben? Ich weiß es nicht… Also ging’s los. Ein wenig im Netz gewühlt, und schon hatte ich auch die hervorragend bebilderten Bastelanleitungen auf ifixit.com gefunden, die mir helfen sollten das Powerbook zu reparieren, jetzt, wo alle Teile und das Powerbook selbst vor mir lagen. Nach und nach habe ich die Seiten auf ifixit.com durchgeklickt, bis sich langsam das Gehäuse des Powerbook leerte und sich immer mehr Teile auf meinem Schreibtisch ansammelten. Neben Schrauben, die ständig an Händen und Unterarmen klebten, lagen irgendwelche Platinen, Abschirmungsbleche, Klebestreifen und was nicht noch alles herum.

Powerbook_11Nachdem ich das Powerbook ziemlich ausgeweidet hatte, setzte ich erstmal diverse Hämmerchen an, um das Gehäuse ein wenig wieder zu richten. Das muss man sagen, ist schon ne feine Sache: Ein Aluminiumgehäuse kann man wieder hinbiegen, Plastik wäre garantiert schon bei der Ursache der Beule gebrochen. Da ich auch das Motherboard lose in Händen hielt, war nun auch der Zeitpunkt gekommen, um mit dem Lötkolben bewaffnet die Steckerbuchse wieder dort zu platzieren, wo sie hingehörte.

Powerbook_12Natürlich passierten beim nachfolgenden Zusammenbau auch ein paar Missgeschicke. So kratzte das Powerbook zum Beispiel doof übern Schreibtisch, und der Deckel für die Speicherluke ließ sich nicht schließen, weil eine Schraube doch etwas zu lang war. Aus dem gleichen Grund konnte ich auch zunächst keine CDs ins Laufwerk schieben, weil der Schlitz ebenfalls durch zu lange Schrauben versperrt war. Aber schlussendlich habe ich es doch nach etwa 3 bis 4 Anläufen geschafft.

Powerbook_13Tja, und dann hat das kleine Powerbook beim Booten auch brav angebissenes Obst angezeigt. Jetzt müssen wir uns mal ein bisschen kennenlernen. Außerdem muss mir der Jog natürlich bei nächster Gelegenheit ein Autogramm draufschreiben. Is‘ ja wohl klar! 😀

Sonnenstand: Wann hat Achim wieder den Traumblick?

2. Oktober 2008 · Will Sagen

Achim zeigt in seinem Blog ein tolles Sonnenuntergangsfoto. Die Sonne ging aus seiner Perspektive am 1. Oktober ziemlich genau zwischen den Türmen am Potsdamer Platz unter. Er fragt, ob jemand berechnen kann, wann die Sonne im Frühjahr in der gleichen Position steht. Meine erste Prognose war, dass man vom Tag der Sonnenwende genauso viele Tage vorwärts wie rückwärts gehen muss. Weil ich in seinem Blog keine Bilder einbinden kann, antworte ich mal hier.

Wichtig für den Sonnenstand ist der Höhenwinkel und der Azimut (Richtungswinkel). Damit lässt sich der Sonnenstand in Zahlen ausdrücken. Da sich mit jedem Tag die Bahn der Sonne verändert, im Sommer hoch, im Winter tief über dem Horizont, steht die Sonne nur an zwei Tagen im Jahr an der gleichen Position (also so etwa).

Warum ich das wissen muss? Ganz einfach. Bei Unfallrekonstruktionen kommt es mitunter darauf an, ob jemand durch Blendung beeinträchtigt war und möglicherweise ein Auto, eine Ampel oder sonstwas nicht (so gut) sehen konnte. Außerdem kommt es in einigen Fällen sehr genau auf die Dämmerungshelligkeit an. Wenn sich ein Unfall in der Dämmerung ereignete, kommt es nicht selten auf wenige Minuten an, um die Sichtverhältnisse richtig nachzuvollziehen. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und in der Dämmerung ein paar Minuten konzentriert auf die Helligkeitsverhältnisse achtet, wird man feststellen, dass das von „nichts sehen“ bis „wenigstens ein bisschen was sehen“ ganz schön schnell geht. Das kann für die Erkennbarkeit z. B. eines Fußgängers auf der Straße schon entscheidend sein.

Um im Nachhinein den Sonnenstand bestimmen zu können, gibt es hilfreiche Tools, so z. B. das von „PC-Crash“. Diesen Namen trägt eine in „meinen“ Kreisen gängige Software, die ursprünglich für Kollisionsanalysen programmiert wurde. Inzwischen ist das Programm ziemlich aufgeblasen mit allen möglichen Features, so eben auch Sonnenstandsberechnungen. Der Name „PC-Crash“ ist übrigens Programm: Wer nicht regelmäßig speichert, ist selbst schuld…

Hier nun meine Berechnungen. Zunächst für den 1.10.08, 18.30 Uhr:

Mit ein bisschen Rumprobieren ergibt sich am 10.3.2009 um 17.51 Uhr etwa der gleiche Sonnenstand. Zu berücksichtigen ist natürlich, ob Sommer- oder Winterzeit gilt. Ich habe jetzt nicht nachgesehen, aber die Sommerzeit beginnt m. W. immer so Ende März.

Der Azimut weicht um nur 0,3° ab. Das sollte passen, dass die Sonne dann immer noch zwischen den Türmen steht. Außerdem wandert die Sonne ja nicht im Minutentakt (das wäre was…), sondern stetig, so dass Achim sich nur am 10.3.09 so ab Viertel vor sechs dreiviertel sechs (wir sind ja im Osten) an sein Fenster stellen muss. Klingt komisch. Is aber so 😉 Hoffentlich ist dann auch gutes Wetter!

Der wohl beste Autofotograf

22. September 2008 · Will Sagen

, der seine Fotos online präsentiert, flickr-Kontakt Godmademefunky, hat ein Blog eröffnet:

actuallyidontknowanythingaboutcars

Wer würde z.B. bei diesem Leckerfoto nicht gleich zuschlagen und sich nen Lambo kaufen?

Sieht auf den ersten Blick schon sehr ansprechend aus! Sein flickr-Stream ist auf jeden Fall immer wieder sehenswert! Sein Blog entwickelt sich bestimmt genauso.

Dyschromatopsie

22. September 2008 · Will Sagen

Vor einiger Zeit hatte ich beruflich mit einem Gutachten zu tun, das sich damit beschäftigte, ob zwei Autos aneinander geraten waren oder nicht. Dort hieß es sinngemäß, das könne alles nicht sein, weil jede Menge graue Lackspuren an dem einen Fahrzeug seien, das müssten aber rote Spuren sein, weil das andere Auto eben rot war. Ich gucke hin und sehe jede Menge rote Spuren.
Oder die Story, als die Mutter eines Freundes ihn fragte, warum er sein grünes Auto vorn nun gelb lackierte habe, worauf er und sein Bruder antworteten: „Gelb? Wieso gelb..?“.
Klar, die Rede ist von der Rot-Grün-Schwäche, oder eben auch Dyschromatopsie, die bei fast jedem 10ten Mann auftritt. Das Fremdwort kenne ich, weil ich einen Segler, den ich mir gebraucht für meinen verkorksten Urlaub gekauft hatte (und dort nicht geflogen bin), eine leuchtgrüne und eine leuchtrote Tragfläche hat und ich ihn Dyschromatopserus getauft habe.
Achim schreibt in seinem Plattenbaublog nun über einen recht interessanten Online-Test. Dort muss man Farbmuster ordnen. Am schwersten ist mir die dritte Reihe gefallen.

Meine Auswahl:

Meine Ergebnisse. An einigen Stellen sieht man jetzt, wo was schief gelaufen ist.

Dennoch einigermaßen beruhigend. 🙂

Fliegen vor der Haustür

1. September 2008 · Will Sagen

Ich war am Samstag morgen, als es windstill und das Wasser so schön glatt war, mal an meinem neuen Flugrevier, quasi vor der Haustür. Es gibt hier einen 24h-Anleger. Da sind die Bedingungen zum Fliegen wirklich sehr gut. Zwar liegen meist ein oder zwei Boote dort, aber ein bisschen Platz ist in der Regel noch.

Dabei hatte ich die Flycamone² auf den Flieger geschnallt. Die Kamera nimmt aber aus unerfindlichen Gründen nach kurzer Zeit keine Bilder mehr. Dem muss ich mal auf den Grund gehen und die Kamera ggf. einschicken. Ärgerlich. Hier wenigstens ein paar Bilder:

Vor dem Start:
Rummelsburger_Bucht_01

Beim Start:
Rummelsburger_Bucht_02

Panorama:
Rummelsburger_Bucht_03

Beinahe-Nachbarn.
Unten sieht man den 24h-Anleger. Meine „Airbase“
Rummelsburger_Bucht_04

NCC-1701 R/C

27. August 2008 · Will Sagen

Ich fass es nicht! Das gibt’s doch nicht! Habenhabenhaben:

Die NCC-1701 ferngesteuert mit allerlei „zeitgenössischem“ Zubehör. Gesehen bei de.engadget.com. Schön finde ich ja hier auch den Film von der Power-Soaring-Version der 1701-D. Mangels Küste und Hangflugmöglichkeiten wollte ich son Teil auch immer schon mal bauen. Aber wenn es das nun fertig gibt? Hm, vorbestellen, ja oder nein? Immerhin hängt das a.m.s.-Modell wieder bei uns im Flur!

Energie!