C64-Nerds

27. August 2008 · Will Sagen

Heute beim Gutenmorgengetwitter kam von LeSven und ppbjog irgendwas mit Basic-Programmierung.

Mir fiel nichts besseres ein, als ein

10 Print „Guten Morgen“.
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dazwischenzuwerfen.

Mich würde ja wirklich mal interessieren, wer sich auch so wie ich damals, vor über 20 Jahren, mit wildfremden gleichaltrigen in diversen Läden getroffen hat, um z. B. Software anhand der dort herumstehenden Rechnern zu tauschen. Wer kennt z. B. noch „Fort Apokalypse“? Datasette mit „Turbotape“, oder dann das Diskettenlaufwerk 1541, das war meine Welt! Ich hatte schon das mit dem Verschlussknebel, und nicht das alte mit dem Diskettenkillklemmteil. Wir haben die Disketten noch an der Kante „gelocht“, damit man sie umdrehen und auch von der anderen Seite beschreiben kann. Ich war fast jeden Samstag, wenn es sich einrichten ließ, bei Horten, Rohlfing oder Photo Erhard in Osnabrück. Hach, das waren Zeiten!

Und natürlich hat man zum Schluss eine Endlosschleife wie oben in die Maschine gehackt.

Ich sage nur <run>

Berlin bei Klein-Marzehns

15. Juli 2008 · Will Sagen

Klein-Marzehns_08_18Am vergangenen Wochenende war mal wieder ein Fiat-500-Treffen. Das besondere: Es ist sozusagen das “Heimat-Treffen”. Aber wie ich schon öfter sagte, ist von Berlin ja alles weit weg. So sind’s auch zum Berliner Treffen mal eben 100 km Anreise. Kein Wunder, findet das Treffen doch im 100+x-Seelendörfchen Klein-Marzehns statt, dem sogar eine eigene Autobahnabfahrt vergönnt ist.

Klein-Marzehns_08_09Genau zu dieser Autobahnabfahrt hieß es erstmal, hinzukommen. Denn kurz vor dem Dreieck Nuthetal raffte eine Reifenpanne des linken Hinterrads die Weiterfahrt mit meinem inzwischen 50 Jahre alten 500er dahin. Da ich vor zwei Jahren schon einmal dumm an der Autobahn stand, war ich inzwischen so schlau, auch regelmäßig den Reifenluftdruck des Ersatzrades zu kontrollieren, so dass es nach gut 10 Minuten weiterging. Das geht so schnell, weil ich Verfechter der japanischen Scherenwagenheber bin, mit denen man nicht das ganze halbe Auto, sondern gezielt nur ein Rad anzuheben braucht.

Klein-Marzehns_08_02Als ich so nach dem Aufstellen des Warndreiecks zurückging, dachte ich so bei mir, dass ich mal etwas mit meiner Warnblinkanlage unternehmen muss. Nicht nur, dass linke und rechte Lämpchen unterschiedlich lange leuchten (sieht ganz komisch aus), sie sind auch kaum zu erkennen, wenn die Sonne draufscheint. Schließlich sind sie auch noch rot, und nicht orange-gelb, wie heute gängige Blinker. Da werde ich demnächst mal mit LED-Birnen tüfteln.

Klein-Marzehns_08_43Eigentlich ging das Treffen ja schon am Freitag los. Arbeits- und umzugsbedingt konnte ich aber erst Samstag starten. Schließlich wollen vor dem hoffentlich erstmal letzten Umzug noch eine Akten beseitigt, Kartons gepackt und Dinge organisiert werden. Abgesehen davon ist das Verlassen der Stadt samstags vormittags deutlich entspannter als freitags nachmittags.

Klein-Marzehns_08_46Also auf nach Klein-Marzehns, jenem Dörfchen, in dem die Duesterbergs ihre Zelte aufgeschlagen haben, dort im Fläming. Wenn man mal wirklich Ruhe genießen will, sich an schöner Landschaft erfreuen will, kann man mal einen Abstecher dorthin wagen. Obwohl, eigentlich bietet sich das ganze Berliner Umland für Ausflüge an. Die Gegend ist abwechslungsreich, naturbelassen und einfach schön.

Klein-Marzehns_08_48In der Weltstadt Klein-Marzehns, dem Nabel der kleinen Heckmotorrundlinge angekommen, war ich natürlich einer der letzten. Sofort bot man mir von allen Seiten Hilfe für meinen kaputten Reifen an. Klaus hatte das komplette Set am Start: Schlauch, Montierhebel und Kompressor. Nach der Ausfahrt habe ich mit Ralfs Hilfe und Düsis Tipp, dass Schläuche nicht symmetrisch sind, den Schlauch ausgewechselt und wieder das schöne Rad angeschraubt.

Klein-Marzehns_08_11Zur Ausfahrt habe ich es mir einmal mehr nicht nehmen lassen, in Martins Visa-500er mitzufahren. Ich als Citroen-affiner Zeitgenosse muss schließlich jede Gelegenheit nutzen, citroenistisch durch die Gegend zu rollern. Dass sein Fiat nun mit einem H-Kennzeichen ausgerüstet ist, freut mich für ihn und schafft vor allen Dingen Hoffnung, dass die Vernunft über die Kreuzritter des Originalitätsordens siegt. Hennes war mit seinem “Opa” gekommen, einem der wenigen anderen fahrbereiten 500er aus dem ersten Produktionsjahr hierzulande.

Klein-Marzehns_08_64Das “Berliner” Treffen ist sicherlich eines der kleinsten Treffen mit überregionaler Teilnahme. Wahrscheinlich ist es das, was es so sympathisch macht. Es hat den Flair eines Familientreffens. Obwohl, trifft es das überhaupt? Ein Familientreffen zeichnet sich ja durch Verwandte und nicht unbedingt Gleichgesinnte aus. So gesehen ist das Fläming-Treffen noch besser. Natürlich hat auch der Hof der Duesterbergs seinen Anteil: Ein alter Vierseitenhof, der ringsum ein unvergleichliches Ambiente für so ein Treffen bietet. Nicht zuletzt, weil man hinter allen möglichen Türen und Toren die tollsten Dinge (vulgo Autos und Teile) entdecken kann. Zelten kann man ein paar hundert Meter entfernt auf der gepflegten Kutschenarena, oder was das genau ist.

Klein-Marzehns_08_21Die Ausfahrt ging zu einem recht bizarren Ziel, einer Köhlerei, deren Betreiber sie aus “goldenen” DDR-Zeiten in die Gegenwart retten konnte und nach eigenen Angaben durch Qualität statt Quantität einen guten Ruf aufgebaut hat und zufriedene Kunden bedient. Dennoch wirkte das Areal etwas morbid, zumal bei der Abreise quasi aus dem Nichts ein Feuer aufflammte und ich erst überlegte, welche Altlasten wohl in den eigenartigen Stahlkesseln verklappt werden. Wieder angekommen gab es Kaffee, Kuchen und Ersatzschlauch.

Klein-Marzehns_08_39Der Abend wurde mit der Grillzeremonie eingeläutet, und zeitgleich machten sich die “Bardamen” ans Werk, Getränke an die durstigen Kehlen auszuteilen. Angenehme und interessante Gespräche und nicht zuletzt die Knicklichter (eine tolle Erfindung, aber darf man die echt so wegwerfen..?) ließen Stunden zu kurzen Momenten zusammenschmelzen (*Schmalz*). Schön auch, dass man sich mal hierhin, mal dahin setzen konnte. Drinnen, draußen, halb drinnen… alles geht. Wunderbar. Nicht zuletzt hat auch das Wetter den Samstag über gehalten. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Für einen leichten Sonnenbrand hat es dennoch gereicht.

Klein-Marzehns_08_49Sonntag habe ich mich relativ früh, nach dem Frühstück in der volkseigenen Verköstigungsanstalt, die Dorfkneipe hat noch einen gewissen Ostalgie-Charme, wieder abgesetzt, heim zwischen die Umzugskartons. So habe ich die vielen fleißigen Leutchen, Kerstin, Rainer, Fabi und und und zurückgelassen und rede mir ein, dass ich mit dem Forum schon genug für die 500er Gemeinde tue…

50 Jahre Fiat 500

2. Juli 2008 · Will Sagen

.. wurde ja eigentlich schon letztes Jahr gefeiert.

Leider habe ich die originalen Papiere zu meinem Fiat 500 N nicht mehr. Daher ist mir das genaue Erstzulassungsdatum nicht bekannt. Bei einer Neuzulassung verfährt der TÜV dann so, dass er als Erstzulassungsdatum den 1.7. einträgt. So auch bei meinem N. Der ist damit nun also 50 Jahre alt. Zumindest lt. Papieren.

Ich finde das für son kleines Auto schon ganz beachtlich. Wenn man bedenkt, wie viele der kleinen Asphaltblasen hergestellt wurden, ist es erstaunlich, wie wenige überlebt haben. Meiner ist immerhin einer aus dem ersten Produktionsjahr.

Nachdem ich zwischenzeitlich immer mal wieder drauf und dran war, ihn wegzugeben, steht nun (erstmal…) fest, dass ich ihn behalten werde. Für immer? Na, schauen wir mal, was die Zukunft so bringt.

N

Bremen06_85

Sie nennen es "Urlaub"

22. Juni 2008 · Will Sagen

Schon lange hatte ich mich darauf gefreut: Eine (knappe) Woche Urlaub ohne irgendwelche Umzugskartons zu packen, zu befördern, auszupacken etc., so wie es seit 1,5 Jahren eher meine Urlaubsbeschäftigung war. Einfach mal frei und wegfahren. Es ging zur Gerlitzen-Alm, um dort das eine oder andere Modellflugzeug in der Hammerthermik kreisen zu lassen. Aber es kam alles ziemlich anders.

Gerlitzen_01Die Vorbereitungen liefen vorzüglich. Alle Fluggeräte waren intakt, alle Akkus geladen, ausreichend Reparaturmaterial und Werkzeug hatte ich auch in den Mini befördert, als es Sonntag um 7.00 Uhr losging. In der Nähe von Nürnberg, genauer gesagt in Ottensoos, wer kennt es nicht, traf ich mich mit meinem alten Vereinskumpel Heinz aus Ostbevern, um von dort gemeinsam weiter nach Kärnten zu fahren.

Gerlitzen_03Die Fahrt klappte bis auf einen kleinen Umweg reibungslos, so dass wir um 18.30 Uhr die Alm erreicht hatten. Schnell haben wir etwas gegessen, den Wagen ausgepackt und sofort den Zagi-Verschnitt (ein Segel-Nurflügler) in den Wind geworfen. Der Wind stand genau auf dem Hang, so dass es mächtig aufwärts ging. Toll, das konnte mir gefallen! Überhaupt war die Location klasse: Man brauchte aus dem Bett nur zweimal lang hinschlagen und war am Hang, bereit, das Modell rauszuwerfen. Abends gab es noch ein, zwei Bier, und bei mir machte sich eine extreme Müdigkeit breit, so dass ich ins Bett fiel.

Gerlitzen_06Und dort sollte ich mich die nächsten Tage meistens aufhalten. Am nächsten Morgen fühlte ich mich einfach nur scheiße. Schlapp, kodderig, appetitlos, überflüssig. Es half nichts: Ich musste erstmal aufstehen, um wenigstens etwas zu essen. Nach einem halben Brötchen war Schluss und ich verschwand wieder im Bett. Den Rest des Tages habe ich verschlafen. Am Dienstag war es so ähnlich. Ich hatte insofern Glück, weil nämlich auch das Wetter außerordentlich bescheiden war: Regen und Nebel. Abends lugte ich mal kurz raus, warf den Toro an und landete nach 15s wieder, weil sich plötzlich eine Wolke den Hang hinaufschob, in der der Flieger auch sofort verschwand. Kurz darauf tauchte er wieder auf und ich landete, wenn auch etwas unsanft. Das war’s also erstmal wieder.

Gerlitzen_22Ich weiß nicht, ob es an dem nach meinem Geschmack komisch gewürzten und zubereiteten Essen lag, aber inzwischen gab mir mein Magen-Darm-Trakt zu verstehen, dass ich mich nicht weiter als 150 Meter von der nächsten Keramikschüssel entfernen sollte. Ehrlich gesagt hatte ich dazu auch wenig Lust und so blieb ich fast den gesamten Mittwoch im Bett. Zwischendurch setzte ich mich mal kurz nach draußen, um festzustellen, dass der Haushang im Lee lag. Keine Chance für mich, die andere Seite der Alm lebend zu erreichen.

Gerlitzen_27Am Donnerstag ging es mir endlich deutlich besser und auch das Wetter hatte sich eines besseren besonnen. Den ganzen Tag schien die Sonne, der Wind stand nicht so schlecht, nur die Hammerthermik war immer noch nicht da (und sollte auch nicht mehr kommen). So bin ich am Donnerstag endlich zum Fliegen gekommen. Herrlich! Nur die Schüsselnähe sollte ich weiterhin beibehalten. Das änderte sich irgendwie nicht.

Gerlitzen_37Freitag war schon unser letzter Tag gekommen. Das Wetter war o.k., auch wenn es zwischendurch mal kurz regnete. Nur der Wind stand ziemlich schräg auf dem Hang. Ich verbrachte den Tag überwiegend damit, mich in meinen Klappstuhl zu fläzen und den anderen zuzugucken. Zwischendurch habe ich den Toro mal rausgelassen und mit dem Zagi ein paar Einstellrunden gedreht. Etwas größeres zu fliegen hatte ich keine Lust.

Gerlitzen_38Abends habe ich dann begonnen, meine Sachen zusammenzupacken. Schnell Fußball gucken, schlafen, alles ins Auto packen, frühstücken und bei bestem Wetter von allen verabschieden. Es sah so aus, als wenn das ein genialer Tag werden würde. Mit Hammerthermik. Wir sind dann Richtung Heimat gefahren (nicht ohne die eine oder andere Toilette aufgesucht zu haben). Das war’s. Auch wenn es mitunter ganz nett war, ich wäre besser zu Hause geblieben. Ich bin einfach unfähig, Urlaub zu machen.

So long.

Alle Bild gibt’s hier.

Hier ist noch ein Rundflug-Film.

3 Krawatten braucht der Mensch

11. Juni 2008 · Will Sagen

eigentlich nicht mal unbedingt.

Es kommt immer wieder vor, dass ich mir ne Krawatte umbinden muss. Das ist lästig, ich finde das doof, lässt sich aber nicht ändern. Schlimmer noch: Eine Krawatte reicht nicht. Das fällt auf Dauer auf. Also habe ich inzwischen drei im Gerichtseinsatz:

  • Eine orangefarbene mit kleinen weiß-silbernen Punkten: Die sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus. Die Farben sind aber nicht gerade dezent. Gut geeignet für alle Arten von Zivilverfahren.
  • Eine dunkelrote mit einem dezenten Muster für ernste Strafsachen, bei denen es um was geht.
  • Und eine gelbe mit kleinen Fiat 500 drauf samt Abarth-Krawattenklammer für die besonders albernen Fälle. Die durfte ich mir heute mal wieder umbinden. :mrgreen:

Boah, is dat weit wech!

6. Mai 2008 · Will Sagen

Bremen_08_10„Das is ja soooo weit!“ Solange man in Berlin ist und nicht weg muss, ist ja alles gut. Aber wehe, wenn man mal woanders hinwill! Dann merkt man erstmal, dass Berlin nicht gerade der Nabel der Welt ist. Alles ist weit weg. Alles! Und wie. Letztes Wochenende ging es zum Bremer Fiat 500 Frühjahrstreffen. Das sind mal eben schlappe 400 Kilometer, wo ich früher nur gerade gut die Hälfte gefahren bin. Aber wie musste ich mich zurecht von Karsten belehren lassen: Ich bin es, der weggezogen ist, nicht die anderen. Stimmt. Aber selbst zum Berliner Fiat 500 Treffen sind es 100 km. Das ist doch nicht normal! Dennoch hat die Entfernung auch ihre guten Seiten. Es lohnt sich nicht, schneller als Material schonend zu fahren. Denn, ob ich nun ne halbe Stunde früher oder später ankomme, macht bei der gefühlten Tagesreise den Kohl nicht fett.

Bremen_08_01Also habe ich mich mit Kerstin und Rainer an der Autobahnraststätte Linumer Bruch, nordwestlich von Berlin, verabredet: 1. Mai, Donnerstag, 10 Uhr. Ich war dann auch pünktlich wie verabredet dort und bekam kurz nach 10 einen Telefonanruf: „Der Motor von Kerstins Auto klingelt, ich muss mal nach der Zündung sehen.“ – „Jo.“ Ein paar Minuten später dämmerte mir, Momang, da hängt doch der Wohnwagen dran. „Bau‘ mal die Motorhaube ab, der wird zu heiß. Das ist kein Zündungsproblem.“ – „Jo.“ Wieder etwas später trällerte mein Handy erneut: „Kommen bei dir noch Autos vorbei?“ – „Jo.“ – „Wir stehen hier auf drei Spuren. Das kann noch dauern.“ – „Jo…“

Bremen_08_04Gegen 11 kamen die beiden angekullert. Rainer mit seinem unglaublich grünem Kombi und Kerstin mit ihrem orangen 500er samt angehängtem Dethleffs Camper. Ein wenig Smalltalk, dann ging’s weiter. Erstmal. Denn schon kurz darauf haben wir einen Rastplatz angesteuert: Das Klingeln war wieder da. Hm. Naja, probieren wir eben mal meinen Kombi als Zugfahrzeug, obwohl ich nicht sonderlich scharf darauf war. Bremen_08_02Das Problem zeigte sich auch sofort in Form meines Getriebes: Mit der langen Hinterachsübersetzung musste ich ständig zwischen drittem und vierten Gang hin- und herschalten, im vierten fing auch der Kombimotor an zu klingeln, im dritten krähte der Motor (für mich) unerträglich. Außerdem hat es noch einen Ölkühlerschlauch erwischt. Glücklicherweise kann ich den Kühler mit zwei Hähnen abklemmen. Also ging’s ohne Extrakühlung weiter. Schlussendlich haben wir den Wohnwagen am Rastplatz Stolpe abgestellt, Rainer ist mit dem grünsten Kombi der Welt zurückgefahren, um anschließend das anhängertaugliche Familiengefährt zu holen, Kerstin und ich sind in aller Ruhe weitergefahren. In Stillhorn wurde getankt, wo sich schon angenehm geringer Verbrauch ankündigte. Den beiden Anhaltern mussten wir leider absagen. Alle Plätze besetzt mit Taschen und Modellflugzeugen etc.

Ungeplant fuhr Kerstin ein weiteres Mal rechts ran. Diesmal war es der Auspuff, der Rainer eines besseren belehrte, dass es doch etwas gibt, das besser als ein Provisorium hält. Die hinteren Krümmerschrauben hatten sich samt Gewinde verabschiedet, und dabei waren da schon M10er Schrauben reingewürgt worden. Mit etwas Bowdenzugseil wurde der Krümmer soweit es geht an den Kopf gezogen, damit der Motor nicht so aus dem Spalt herausfeuert. Das hat dann auch tatsächlich bis zur Ankunft gehalten. Ca. 7 Stunden nach der Abfahrt, ich weiß es nimmer genau, war ich damit am Ort des Geschehens: Der Backsberg liegt zu meinen Füßen!

Bremen_08_50Bremen_08_14Die ersten waren schon am Mittwoch eingetroffen und hatten auf der Wiese in den Mai getanzt. Darum waren sicherlich schon 15 Autos da. Wie üblich baute ich mein Zelt in der hinteren Ecke auf. Glücklicherweise hat mir (Visa-)Martin geholfen, denn es musste das große Zelt sein, schließlich sollte ich nicht allein bleiben die ganze Zeit… Die Begrüßungsrunde führte mich natürlich auch zum Anmeldewagen und Multi-Purpose-Zelt, in dem Harald and Friends Berge von Kuchen und Pizza backten. Jetzt ist auch klar, woher der Backsberg seinen Namen hat! Das ist wirklich einmalig: Praktisch zu jeder Tages- und Nachtszeit werden Bleche mit frisch gebackenen Köstlichkeiten aus dem Ofen gezogen. Echt super!

Nach dem mich das Lagerfeuer von vorn gebraten hat und ich hintenrum genug durchgefroren war, bin ich in meinen Schlafsack gekrabbelt. Trotz doppelter Socken und Zwiebelschalentechnik krabbelte die 4°C-Nachttemperatur an meinen nicht überall gleichmäßig isolierten Luxuskörper: „Schatz, bring‘ Decken mit!“, bibberte ich am nächsten Morgen in mein Wiesenfon „Jo.“ Ich hab mir auch noch ein paar von Haralds Möbeldecken geliehen, die er in seinem Hanomag stets liegen hat.

Backsberg_von_oben_06Bremen_08_19Am nächsten Tag sind Ralf, Nadine und ich samt Fremdenführer Klaus nach Bremen reingefahren, um mal wieder einen Blick auf die touristischen Highlights zu werfen. Ganz weit vorn liegt der Papierbastelbogenladen im Schnoor! Wieder auf dem Platz angekommen mussten wir was essen. Da machte ich Bekanntschaft mit einer weiteren Perversität unserer Konsumgesellschaft, die ich noch nicht kannte: Wegwerfgrill: Anzünder, Kohlen, Grillrost alles in einem. Anfachen, Grillen, Wegwerfen. Wahnsinn… Die ersten Würstchen schmeckten meiner Meinung aber etwas nach Grillanzünder. Während unserer One-way-Grill-Session ging ein ordentlicher Regenschauer runter. So richtig warm war mir nicht. Das musste besser werden! Schließlich geht mir die Kälte nur an eine Niere. Das’s nich gut. Der Freitagabend wurde mit einer Lehrer-Schüler-Modellflugsession für Cemil eingeläutet. Danach gab es wieder dieses Feuer von vorn und das Anti-Feuer von hinten. Achja, und natürlich Pizza und Kuchen.

Bremen_08_18Samstag ist traditionell der Tag der Eintagsfliegen. Leute wie Gerd fliegen für einen Tag vorbei, um nachzusehen, ob die anderen auch ja tagsüber einen Sonnenbrand bekommen und sich nachts den Ar*** abfrieren. Immerhin gesellte sich meine Chefin zu mir, mit der ich auch nachts das eigens errichtete Falteigenheim teilen würde.

Bremen_08_54Auch Philipp aus Hamburg war endlich wieder online: Sein Guzzi-D steht wieder auf allen Vieren und rennt wie früher. Wir hatten uns vorher schon grob verabredet, und ich war auch unter anderem deswegen nicht die Ausfahrt mitgefahren. Nach ein wenig Fachsimpelei über die neuesten Goodies -die Motorelektronik is ziemlich cool- wurde ein Traum war: Ich durfte mal ne Runde fahren. Wow! Der Bremer Philipp ist schnell zugestiegen. Erst fand ich in der Citroën-Schaltbox den Rückwärtsgang nicht, schließlich liegen die einzelnen Gänge trotz halbem Meter langem Schaltknüppel nur gut 1 bis 2 cm auseinander. Irgendwann ging es aber voran und wie:

BAAUUUUUUu-BAUUUUUUUuuuuuuu-BAUUUUUUUUUuuuuuu-BAAAUUUUuuuuuuuuuuuuuu

Bremen_08_60Vier Gänge durchgeschaltet, 130 km/h auf der Uhr und noch nicht mal in Fischerhude! Wow, macht das Teil ein Spektakel. In den fünften habe ich mich nicht getraut zu schalten, der lag mir zu dicht am dritten. Dafür hätte ich noch ein wenig üben probieren müssen. Die Bremse ist was für Männer. Wenn man richtig zulangt, spricht sie aber super gefühlvoll an. Überhaupt ist das ganze Auto kein fauler Kompromiss, wie einige andere Dosen, die ich zuvor mal gefahren bin. Da rappelt nichts im Fahrwerk, da klappert nichts. Der fährt geradeaus, wenn er soll und um die Kurve, wenn er darf. Einfach genial! Besten Dank für dieses Erlebnis. Das Auto hat mich auch in meiner Überzeugung bestärkt, dass es für mich keinen Sinn macht, einen Fiat-Motor großartig zu tunen, was über eine Nockenwelle und ein bisschen anders Bedüsen und Kopfarbeit hinausgeht. Wenn es voran gehen soll, und zwar richtig, müssen es schon 70 PS sein. Demnächst muss ich nur mal zum Gesichtschirurgen und mir das Dauergrinsen wegoperieren lassen.

Bremen_08_64Der Samstagabend war dann so ähnlich wie am Tag zuvor: Ein bisschen Modellfliegen, ein bisschen Benzin Reden, ein bisschen Nachdieseln. Achja, und Axels Essen. Das gab es so gegen 8, also genau rechtzeitig. Der Aufwand wurde in diesem Jahr (angeblich) etwas geringer gehalten, so dass nicht Herscharen fleißiger HelferInnen schnippeln mussten, was das Zeug hält, sondern nur drei oder vier. Das Ergebnis war wie immer beachtlich: Salat, Nudeln mit drei verschiedenen Soßen und zum Dessert Panna Cotta. Das Essen war und ist immer ein Highlight des Bremer Treffens. Nur finde ich es wirklich nicht erforderlich, den Aufwand grenzenlos zu steigern, was in der Vergangenheit mal so aussah. Selbst beim diesjährigen Treffen schien es noch Arbeit genug gegeben zu haben. Allerdings sollten über kulinarische Erlebnisse und den Weg dahin wohl besser Leute berichten, die davon Ahnung haben. Nudeln und Sauce schmeck(t)en mir jedenfalls sehr gut!

Bremen_08_36Bremen_08_26Das Lagerfeuer am Samstag sah zunächst im Vergleich zu Donnerstag oder Freitag etwas kümmerlich aus. Dennoch leistete es dank einiger pyromanisch veranlagter Herren unter anderem aus Holland oder den Niederlanden gute Wärmedienste. Da mich schon den ganzen Tag Kopfschmerzen plagten, obwohl ich mir nichts vorzuwerfen hatte, war ich früh im Schlafsack unter einem Haufen Decken verschwunden. Dafür war ich dann morgens wieder der erste bei der Dusche. Praktisch.

Habe ich schon erwähnt, dass es morgens frische Brötchen aus den Teig“resten“ gab? Einfach genial, die Organisation! Nach dem Frühstück lag am Sonntag noch das Packen und die Rückfahrt vor mir. Weil es Kerstin und Rainer gemütlicher angingen ließen und meine Chefin keine Lust hatte, hinter meiner lahmen Karre herzutrödeln, war ich mal wieder als Freerider allein auf weiter Flur unterwegs.

Bremen_08_72Außer, dass vor Berlin, das im Übrigen echt total weit von allem entfernt ist, der Verkehr stockte, so dass ich ab Fehrbellin Landstraße gefahren bin, habe ich nur noch den freundlichen (!) Cayenne-Fahrer an der Tankstelle in Erinnerung, dessen Frau der Meinung war, dass mein Auto ein Fiat 500 Kombi sei und er sich nun vergewissern wollte. Natürlich habe ich im Nebensatz fallen lassen, dass ich mal gerade nur 4,8 l/100km verbraucht habe, worauf er meinte, dass sogar ein Smart mehr verbraucht. Ich habe das mal so stehen lassen und keinen Kommentar zu seinem Panzerspähwagen abgegeben. Der überholte mich dann auch geschlagene 10 Minuten, nachdem ich längst losgefahren war. Kein Wunder, ein Hektoliter tanken dauert eben länger als ein paar Tropfen.

Noch einmal vielen Dank an Uli und Harald nebst den diversen Helfern für das schöne Treffen! Bis nächstes Jahr in Bremen.

So long.

Tempelhof sehen und sterben lassen

28. April 2008 · Will Sagen

DC-3_Tempelhof_31Ich wollte wenigstens einmal von Tempelhof geflogen sein. Zum Geburtstag habe ich mir darum einen Rundflug mit dem „Rosinenbomber“ (Douglas DC-3) gewünscht. Angeboten werden solche Rundflüge vom Air-Service-Berlin. Erster Termin war Freitag vor einer Woche. Die Flugsicherheit hat wegen tief hängender Wolken (Sichtflug) aber keine Startgenehmigung erteilt, was nicht so schlimm war. Bei schönem Wetter macht ein Rundflug schließlich mehr Spaß. Also fiel der neue Termin auf den gestrigen „Schicksals“-Sonntag.

Die DC-3 D-CXXX ist die einzige Maschine, die noch im kommerziellen Einsatz ist. Das zieht einige rechtliche Besonderheiten mit sich, die ich nicht weiter ausführen will. Die Kabine ist mit bequemen Ledersitzen eingerichtet. Die Beinfreiheit kann man sich so vorstellen, dass in einem einfachen Ferienflieger 2 Sitzreihen dort angeordnet sind, wo in der alten DC-3 eine Reihe ist: sehr geräumig! Insgesamt passen 25 Leute hinein. Die Fenster sind einigermaßen groß, so dass man recht gut herausgucken kann. Typisches Tiefdeckerproblem: So ein Flugzeug hat Tragflächen, die nicht durchsichtig sind. Tja.

Vor dem Rundflug nimmt man erst in einer „Lounge“ Platz und schlürft ein oder zwei Gläser Sekt, ist einen Donut oder so. Danach gibt es einen kurzen Film über die Luftbrücke. Schon ein Wahnsinn, was sich die Russen in der Zeit kurz nach dem Krieg geleistet haben, West-Berlin abzuriegeln und was über fast ein Jahr geleistet wurde, die Stadt am Leben zu halten!

Pikantes Detail am Rande: Obwohl der Flughafen dann noch nicht geschlossen ist, finden die Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum der Luftbrücke nicht in Berlin, sondern in Frankfurt statt, teilte der Pilot mit. Der Senat habe es nicht gestattet, die Feier in Berlin zu begehen. Man fürchtet wohl den Presserummel. Weil auch einige amerikanische Piloten-Veteranen, die seinerzeit aktiv dabei waren, eingeladen sind, will man sie stilecht mit der DC-3 rumkutschieren und wohl auch nach Berlin fliegen.

Der Flug selbst ist natürlich viel zu kurz. Wir starteten Richtung Osten, drehten über Rummelsburg (unser neues Haus konnten wir leider nicht sehen) und flogen dann Richtung Westen an den wesentlichen Bauten vorbei, die man aus der Luft erkennen kann: Alex und Fernsehturm, Berliner Dom, Deutscher und Französischer Dom, Potsdamer Platz, Regierungsviertel, Großer Stern und so weiter am Olympiastadion und Wannsee vorbei Richtung Potsdam. Da wurde dann gewendet und schon gings wieder zurück.

Ich liebe ja das Fluggefühl in so einer alten Mühle. Die Berliner Straßen sind nämlich sogar in der Luft schlecht. Überall hat’s Schlaglöcher. So wird man lustig ein wenig durchgeschüttelt und brummt vom sonoren Geräusch der beiden Sternmotoren begleitet mit gut 220 km/h in ca. 600 m Höhe durch die Luft. Am liebsten würde ich ja selbst fliegen…

(Beim Neuladen (F5) gibt’s neue Bilder, oder druffklicken, dann landest Du in meinem flickr-Photostream)

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