Vor ein paar Jahren war ja diese Corona-Pandemie. Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch. Damals habe ich natürlich wie viele angefangen, mich mehr mit Musik allein zu beschäftigen, weil das mit mehreren Leuten nicht mehr so gern gesehen war. (Tatsächlich habe ich auch eine meiner Corona-Infektionen durch einen Band-Kumpel bekommen, der (als es erlaubt war) mal zum Trommeln vorbeikam.)
Erst hab ich solo einige Coverstücke aufgenommen (und sogar als Einzelstück eine Vinyl-Platte davon ritzen lassen). Wenn ich mir das heute teilweise anhöre, ist das ganz schön übel. Aber immerhin war das eine ganz gute Schule für den nächsten Schritt. Ich habe es dann nämlich geschafft, eigene Stücke zu schreiben. Insgesamt bislang 29 Stück plus etliche unverbrauchte Ideen. Und einen Teil dieser Stücke habe ich dann auch selbst aufgenommen, wobei ich viele der schon mal gemachten Fehler tatsächlich nicht wiederholt habe. Dafür habe ich natürlich neue Fehler entdeckt und leider einige alte auch wieder aufgefrischt. Aber egal: Gestern war es soweit, dass ich auf der eigens gebastelten Webseite mein erstes Album veröffentlicht habe. 13 eigene Stücke in nicht ganz zufälliger Reihenfolge zum Durchhören. Und darauf bin ich nun wirklich ein bisschen stolz.
Ich weiß nicht, ob es jemals eine Nachfolgerplatte geben wird. Aber da es mir auch nicht darum geht, musikalische Erfolge zu feiern, sondern in erster Linie ich mir beweisen wollte, dass ich sowas fertigkriegen kann, spielt der Gedanke keine Rolle. Es gibt auch keine Band, mit der ich die Stücke aufführen könnte. Ab und zu trete ich mal allein mit der Gitarre auf und spiele ein paar der Songs. Bis auf beim 13. Stück habe ich alles selbst gesungen und gespielt, Schlagzeug/Cajon ist eine automatische Begleitung. Die Aufnahme-Software (Logic Pro X) bietet ein Vielfaches mehr an Knöpfen und Reglern, als ich jemals zu bedienen in der Lage bin. Wenn ein Profi die Aufnahmen gemacht, abgemischt und gemastert hätte (ich kennen ja nicht mal die Unterschiede zwischen Mixen und Mastern), könnte man sicher noch mehr rausholen. Aber um richtig Geld zu investieren, war mir die Sache angesichts der zu erwartenden Resonanz nicht wichtig genug. Die Stücke sind nicht mal bei der GEMA gelistet. Immerhin kann ich sie so spielen, wie ich will, ohne dass Gebühren fällig werden. Ich rechne schlicht nicht damit, dass irgendwas davon mal ein Erfolg wird. Allerdings wollte ich mich doch mal um eine Kleinstkünstler-freundlichere Verwertungsgesellschaft kümmern.
Es ist auch kein Zufall, dass das Album erst mal hier zu hören ist, auf meiner selbst gehosteten Seite. Bei Soundcloud findet man es auch, aber z. B. bei Spotify nicht. Geld würde ich von Spotify niemals bekommen, so viel steht fest. Es wäre nur dafür gut, dass Leute sich meine Musik leicht anhören und zu Playlists hinzufügen könnnen, wenn es ihnen gefällt. Ich denke noch mal drüber nach. Spotify als Kleinstkünstler zu bedienen, ist ja auch nicht gerade ein Vergnügen. Warum ich mich übrigens für einen neuen „Künstlernamen“ entschieden habe und nicht unter „Will Sagen“ auftrete, weiß ich heute auch nicht mehr. Irgendwie bescheuert.
Aber nun genug (schlecht)geredet: Ohren zu und durch!















