Beitrags-Archiv für die Kategory 'abgelichtet'

Sensorreinigung und die Folgen

Montag, 30. Januar 2012 15:20

Tja, jetzt denkt natürlich jeder, meine Leica wäre nach meiner Bremsenreinigeraktion Schrott. Nö. Isse nicht. Funktioniert super!

Bauhaus DessauAm Sonntag waren wir in Dessau und haben uns das Bauhaus sowie die Meisterhäuser angesehen. Erstens war das ein lohnender Besuch und zweitens hab ich viel fotografiert. Hier geht’s zu meinem Flickr-Album. Mal abgesehen davon, dass der Sensor deutlich sauberer ist als vorher, funktioniert die Kamera genauso, wie ich das gewohnt bin. Naja, und mit der Leica fühlte ich im Bauhaus so designmäßig sowieso gut aufgehoben. 😉

Nachdem ich meinem Kumpel Jan am Freitag Nachmittag kurz berichtete, was ich angestellt hatte, hat er das wiederum gleich an seinen Kumpel Patrick weitergeflüstert.

Der Patrick ist ja inzwischen nicht nur mit seinem Blog ziemlich erfolgreich, sondern auch als Fotograf. Ich würde mal sagen, es macht die Mischung, die er zu bieten hat.

Jedenfalls hat der Patrick auch drüber gebloggt und seine Facebook-Gemeinde instruiert.  Schwuppdiwupp hatte ich in zwei Tagen mal eben 2800 Besucher auf meinem Blog, wo die Zahlen sonst so eher bei 100 Besuchern am Tag rumdümpeln (was ich zugegebenermaßen immer noch ganz schön viel finde für meine Verhältnisse.)

Tja. Klar. Da waren natürlich etliche bei, die mich für völlig verrückt erklärt haben. So nach dem Motto, wie verzweifelt muss man sein, oder wie bekloppt/einfältig/was-auch-immer. Gut. Solche Reaktionen sind ja verständlich. Hier meint übrigens jemand, ich hätte meinen Sensor gar malträtiert. Ein Schlauberger hat an anderer Stelle festgestellt, dass ich ja gar nicht den Sensor, sondern nur die Abdeckscheibe davor gesäubert hab. Ach ne…

Ich glaube, dass viele der Kritiker in der großen weiten Welt da draußen noch nie mit Bremsenreiniger gearbeitet haben, aber sich ein Urteil deswegen erlauben, weil man das  eben nicht als Spezialmittel in einem Fotogeschäft kaufen kann. Ist ja auch ok.

Um das, was ich da getan habe, noch etwas zu erläutern, habe ich mal dieses Video aufgenommen. Eine Sensorreinigung selbst nehme ich vielleicht mal auf, wenn es wieder fällig ist. Hier müsst ihr euch mit ein paar Demo-Anwendungen zufrieden geben. Interessant ist vielleicht auch der Anfang, wie ich meinen Fleck auf den Sensor bekommen habe.

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Sensorreinigung: Nur Mut!

Freitag, 27. Januar 2012 17:01

Ich glaub, ich bin verrückt. Aber von Anfang an. Nachdem meine letzten Anstrengungen, den Sensor der Leica zu reinigen, ziemlich in die Hose gegangen sind und in einer „professionellen“ Reinigung für eine schmale dreistellige Summe endeten, habe ich mir gesagt. Nie wieder.

Genau, nie wieder zu (de)m Profi. Denn so richtig sauber war das auch nicht. Es war ok, aber eben nicht perfekt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mehr so, wie ich dachte, dass ich das selber hinkriege.  Jetzt hatte ich wieder Dreck auf dem Sensor, darum musste ich nun wieder ran. Ich dachte mir, puste die Kamera erst mal aus. Ich hatte mir extra so eine kleine Dose Druckluft besorgt. Resultat: Ich hatte, wohl von dem Treibmittel oder so, einen Schmierfilm auf dem Sensor. Geile Wurst. Jetzt war klar: Willst du am Wochenende fotografieren, musst du handeln.

Erst mal bin ich zu Saturn gefahren und hab dort das Regal geplündert: VisibleDust Sensor Cleaning Dinger, GreenClean Sensor Cleaner, Optic Papier von Hama und einen Speckgrabber (geiles Wort)! Danach bin ich noch in der Apotheke gewesen und hab Isopropanol (70%, 99,95% gab’s nur in der 1-Liter-Flasche) gekauft.

Tja, und dann ran an die Kamera. Erst mal mit GreenClean wet and dry. Mit dem einen Schaumstoffwischer putzt man auf dem Sensor (genauer auf der Abdeckung davor) herum, danach soll man die Flüssigkeitströpfchen mit dem trockenen Tuchwischer aufnehmen. Kannste vergessen. Der Schmierfilm von meiner Druckluft war zwar weg, aber Schlieren, nichts als Schlieren. So ähnlich sieht’s auch mit Visible-Dust-Dingern aus. Das sind auch so kleine Wischer, aber mit einer Art Mikrofasertuch drumherum. Dazu gibt es ein kleines Röhrchen, wahrscheinlich auch mit Isopropanol gefüllt.

Dass man mit dem Speckgrabber nicht viel anfangen kann, war mir gleich klar. Krümel vom Sensor picken geht damit, hinterlässt aber einen anderen Fleck. Damit kann man aber sehr gut aus dem Kameragehäuse Staubkrümelchen aufnehmen. Dafür ist das Teil ok.  Dummerweise sah mein Sensor aber nun inzwischen so aus:

Scheiße. Damit wird das nichts, am Wochenende zu fotografieren. Nun war guter Rat teuer, würde an dieser Stelle stehen, wenn es denn stimmen würde. Denn mich grinste eine Flasche Bremsenreiniger an, die ich immer für alle Fälle im Büro habe: Entfetten, Fleck aus der Krawatte oder der Hose machen, was auch immer: Ein Leben ohne Bremsenreiniger ist sinnlos. Und: So scharf ist das Zeug nicht, wenn es nicht meine billigen C&A-Krawatten auffrisst. Und²: Man putzt ja auch nicht auf dem Sensor rum, sondern auf einer Glasscheibe. Heißt es. Alles, was dazu und zur Sensorreinigung in Foren steht, ist ja so eine Sache. Gerade bei Leica sind extrem viele Leute unterwegs, die so ne M9 nur für die Vitrine oder zum Angeben haben. Ich benutze meine. Darum ist sie ja auch verschmutzt (und hat übrigens nach knapp 7000 Auslösungen schon etliche Macken im Gehäuse).

Also habe ich erst mal mein iPhone genommen. Das hat ja auch eine gläserne Oberfläche. Etwas Bremsenreiniger drauf:

Ok, passiert nichts, also weiter. Wischen wir den mal wieder ab. Und siehe da: Das geht super! Rück-stands-los! Dafür habe ich dann diese Wischer  von VisibleDust gut nehmen können. Die kann man vorher übrigens super mit dem Bremsenreiniger auswaschen. Muss man dann aber etwas ausdrücken (Hama Optic Papier) oder ablüften lassen. Und wenn der Bremsenreiniger diese Wischer nicht auflöst, wird er den Sensor auch nicht angreifen.

Also, ran an den Feind. Ist ja nur ne 6000-Euro-Kamera, die da vor mir mit offenem Herzen auf dem Tisch liegt. Urgs!

Tja. Was soll ich sagen? Geht super! Ok, wenn man zuviel nimmt, kann es sein, dass man den Bremsenreiniger zu einer Pfütze zusammenschiebt und ein kleiner Rand übrig bleibt, wenn er verflogen ist. Nimmt man zuwenig, kann man auch Schlieren erzeugen. Also ist ein bisschen Übung angesagt. Wichtig ist, nicht zu oft wischen. Einmal hin, einmal her, dann sollte man am besten fertig sein. Und nicht zu doll drücken! Das kann Kratzer geben, wenn sich harte Partikel auf dem Sensor abgesetzt haben, kleinste Sandkörnchen zum Beispiel.

Aber hier nun mein Resultat. Damit kann ich (erst mal) leben!

Und, wer macht’s nach? Ich übernehme übrigens keinerlei Gewähr, dass das bei Euren Kameras auch so geht.

 

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Fotojahresrückblick 2011

Mittwoch, 28. Dezember 2011 21:32

Hach, wenn ich meine Fotos nicht hätte. Ich (und ein ganz paar andere) finden meine Fotos ja ganz nett. Für mich sind sie aber insbesondere auch Gedächtnisstütze. Gucken wir also mal, was ich im fast vergangenen Jahr so erlebt hab.

Das letzte Jahr endete, das neue begann in der alten Heimat. Hach, das war nett! Vier Jahre zuvor stand gerade fest, dass wir nach Berlin gehen würden. Ich suchte damals wie verrückt nach einem Ordner, der sich dann doch in den Umzugssachen wiederfand. Das nur am Rande. Aber ich hab alle ziemlich damit genervt. Das gehört allerdings eigentlich in den Rückblick 2006 oder 2007. Wie man’s nimmt.

Traditionell begrüßt man das neue Jahr in Ostbevern mit einem Spaziergang an der Loburg. Außerdem beginne, meine Fotos erst mit Aperture, ab August auch mit Lightroom nachzubearbeiten. Schon nicht schlecht, was man da noch so herausholen kann!

Dämmerung an der Loburg

Der Winter ist lange und hart. Wir flüchten im Februar nach Gran Canaria und lernen dort segeln. Wir kehren mit dem „Sportführerschein Binnen Motor und Segel“ zurück. Und ich vergesse, die Urlaubsfotos zu flickrn. Genauso, wie schon im Jahr vorher vom Teneriffa-Urlaub. Durch glückliche Umstände kommen wir in den Genuss, mehrere Male Alba-Berlin beim Basketball zuzugucken. Die Karten sind genial, gestatten sie doch auch den Besuch der Restaurant-Lounge. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Sport oder das Essen oder die Mädels am besten finde.

Alba Berlin vs Telekom Baskets Bonn

Gerade hat die sog. Bundesregierung den Atomkompromiss rückgängig gemacht, da fliegt Fukushima in die Luft. Schöner Mist! Wir gehen demonstrieren.

anti-akw

Im April ist Jay Kay mit seiner Band in der Stadt. Ich stelle fest, dass die O2-World gut für Basketball geeignet ist, aber soundmäßig für Konzerte nicht taugt. Außerdem muss ich lernen, dass Allround-Objektive der DX-Schiene von Nikon nicht das sind, was ich mir vorgestellt habe. Das führt zu einem schicksalhaften Besuch im KaDeWe. Man gewehrt mir ein Hands-on mit der Leica M9.

M9

Im Mai beginnt wie jedes Jahr die Fiat-500-Treffensaison. Das Bremer Frühjahrstreffen findet zum 30. Mal statt. Wie schon im letzten Jahr sind wir mit dem Honda dort gewesen. Aus Gründen. Ist auch egal, weil man auch ohne eigenen Fiat die Möglichkeit hat, viele andere zu fotografieren. Ich merke, dass mich das 500er-Fahren eh nicht mehr so begeistert wie früher.

Bremen2011_036

Kanufahren. Haben wir lange nimmer gemacht. Wir nehmen uns ein Wochenende und fahren mit unserem Kanu auf dem Dach in die Wallachei in die Uckermark (oder so) und schaffen es tatsächlich nach Jahren ohne Übung, alle Sachen, die wir zum Übernachten brauchen, in unserem Kahn unterzubringen. Zum wiederholten Mal stelle ich fest, dass die Pentax Optio W80 zwar wasserdicht ist, dafür aber auch kaum brauchbare Bilder produziert.
Zum ersten Mal besuche ich die Oldtimershow in Paaren Glien. Wie sich zeigen sollte, wird das auch die letzte längere Fahrt mit meinem alten 500er werden. Ich fotografiere dort einen E-Type und merke im Oktober, wie klein Berlin ist. Denn an einem Grillabend lerne ich den dazugehörigen Fahrer persönlich kennen, der zuvor bei mir per Mail gefragt hat, ob er eine größere Kopie des Fotos haben kann.

Oldtimershow Paaren Glien 2011

Man glaubt es kaum: Der Jog kommt im Juli vorbei. Und bringt seine dicke Kamera mit. Endlich machen wir das, was wir schon lange geplant hatten. Wir fotografieren uns in und auf altem Blech. Er fotografiert meine Fiats und mich, ich ihn auf seinem Heinkel, den ich bei mir in Pflege habe. Das gefällt ihm so gut, dass er nicht nur drüber bloggt, sondern auch gleich den Header mit dem Bild füllt. Sehr vernünftig.

Heinkel Tourist 103 A1

Der August wird schicksalhaft. Entschlossen hatte ich mich schon länger, meinen 58er Fiat 500 zu verkaufen. 10 Jahre restauriert, 10 Jahre gefahren. Das reichte anscheinend. Schon ein paar Wochen lang hatte ich ihn bei mobile.de angeboten. Da hatte sich sogar ein gewisser Herr Vettel gemeldet. Mit dem hab ich nett telefoniert und ihn am Ende gefragt, ob er was mit dem Formel-1-Weltmeister zu tun hat: „Jo, dees is mei Sohn.“. Na, herzlichen Glückwunsch! Gekauft hat meinen Fiat dann aber ein Enthusiast aus der Schweiz. Der Fiat war schneller weg, als meine Kamera scharf stellen konnte:

Sold.

Tja. Und so wurde es im kommenden Monat möglich, dass ich nun mit einer Kamera hantieren kann, nach der sich manch einer die Finger leckt. Eine Leica M9-P mit einem 35mm Summilux (1:1,4) und einem 90mm Elmarit-M (1:2,8). Damit lerne ich das Fotografieren nun noch einmal so wie früher. Scharfstellen, Belichtung abschätzen (es gibt zwar ne Automatik, aber hey, wir sind hier gerade eben der Analog-Welt entronnen.) Tja. Und ganz ehrlich? Es macht mir Spaß, von Hand zu fotografieren! Und die Fotos gefallen mir! Yeah! Alles richtig gemacht. Und so fahren wir mit dem verbliebenen 500er zum Fiat-500-Ostseetreffen in die Nähe von Kiel. Dort fährt nicht nur mein nun ehemaliger „N“ herum, sondern auch ein paar „Boys“ mit oder mehr auf ihrer Ratte.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Ich hab die Leica nun praktisch ständig bei mir. Schließlich will der Umgang gelernt sein, damit es auch in Schnappschusssituationen klappt. Oder aus der Hüfte. Oder … hach, das Teil ist geil! Ich produziere deutlich mehr Ausschuss, aber ich bin auch strenger geworden, mit dem, was meinen eigenen Ansprüchen genügt. Naja, keine Ahnung, ob man das merkt. Ist mir auch egal, schließlich bin ich nicht hauptberuflicher Fotograf. Aber selbst das Knippsen auf Tagungen und so bei schlechtem Licht klappt gut, und man wird ständig angesprochen, ob man noch mit Film fotografiert. Ja klar …

Nebeneinander

Schon sind wir im Oktober angekommen. Das Jahr ist dreiviertel rum, der Sommer hat sich nicht wirklich von seiner besten Seite gezeigt. Das war jetzt nicht so schlimm, weil es dadurch im Büro erträglich geblieben ist, was die dortigen Temperaturen betrifft. Und im Herbst ist ja häufig das Licht am schönsten, vor allem, wenn ein Fiat 500 in der Schönhauser Allee vor einem italienischen Feinkostladen steht.

Ital. Feinkost

Und weil sich Anfang November der Sommer noch einmal aufbäumte, und der 500er vom Oktober da wieder stand, hab ich ihn halt noch mal fotografiert:

Berlin, 1. November 2011

Außerdem bin ich im November endlich, nach ich weiß nicht wieviel Jahren, endlich mal wieder in einer einmotorigen Maschine mitgeflogen. Man sagt, ich habe mich gar nicht so ungeschickt angestellt mit den Pedalen und dem Steuerknüppel. Das Wetter war novemberuntypisch genial. Ein toller Tag mit vielen Fotos.

Der Dezember ist ja mehr so der Drinnen-Monat. Und da ich lieber draußen fotografiere, ist nicht mehr so viel los mit mir. Es gibt außerdem etliche unfotogene Pflichttermine, so dass ich gerade im Advent nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ein nettes Highlight ist der alljährliche Crashversuch der HTW an der TU, in den ich mal wieder irgendwie reingeschliddert bin. Und weil ich etwas zu früh auf dem Gelände war und natürlich die Leica dabei hatte, hab ich auch ein Foto gemacht.

TU im Wedding

Ach, und einen Hut hab ich mir noch gekauft.

 

;-)

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Ich hänge in Schottland

Mittwoch, 21. Dezember 2011 22:12

Naja, also nicht ich, sondern eins von meinen Fotos.

Kürzlich fragte mich jemand über flickr, ob ich ihm eines meiner DS-Fotos in hoher Auflösung schicken könnte. Er wollte das für sein Wohnzimmer auf Weinland Leinwand drucken lassen. Wer freundlich fragt, wird prompt bedient.

Ein paar Tage habe ich dann nichts gehört, bis mich gerade Beweisfotos erreichten. Bin ein bisschen stolz. 🙂

 

 

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Fotokram: "Wow, this smells gooood!"

Sonntag, 18. Dezember 2011 9:03

Völlig sinnfreie Previews, Reviews und Sonstwas-Views zu Fotokram. Darauf hat mich eben ChrisH aufmerksam gemacht. Seitdem liegen wir beide am Boden. Der Typ „Froooooooo-Knoooooows-Phooooootooooo“ ist einfach der Hammer! Müsst ihr mal durchklicken. Epic:

Oder das hier:

-Tränenausdenaugenwisch-

 

 

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Ich frag nicht um Erlaubnis

Dienstag, 13. Dezember 2011 12:14

Kürzlich war in der „Alten Münze“ das allseits beliebte Holy-Shit-Christmas-Shopping. Abgefahrene Sachen, abgedrehte Leute. Sprich: Viel zu gucken und zu kaufen. Und zu fotografieren.

Ich hatte -wie immer- meine „Olga“ am Start und knippste fröhlich drauf los. Glücklicherweise ist die Kamera ja doch wesentlich unauffälliger als eine DSLR der gleichen Kategorie. Und so konnte ich ziemlich unbeachtet vor mich hin knippsen.

Bis ich von einer Frau angesprochen wurde, die sich als Verkäuferin eigener Fotokacheln zu erkennen gab. Was ich denn da mache und vor allem, ob ich nicht fragen könne, bevor ich ihre Sachen fotografiere. Ich so: „Nö. Ich frage grundsätzlich nicht. Wenn ich vor jedem Foto fragen würde, ob ich fotografieren darf, bräuchte ich gar nicht her zu kommen.“ Aus welchem Grund sollte ich auch fragen? Sie so staun, ich so guck. Naja, aber das ginge ja nicht, dass ich einfach fremder Leute Sachen abfotografiere. Sie hatte mich übrigens dabei erwischt, wie ich in einem sehr flachen Winkel über ihren Tisch fotografierte. Das hier ist das dabei entstandene Foto:

Holy Shit Shopping Berlin 2011

Ich meinte: „Abfotografieren? Abfotografieren ist ja wohl was anderes.“ und demonstrierte eine senkrechte Überkopfaufnahme ihrer Produkte. Hinzugefügt hab ich noch, dass ich es nicht nötig habe, anderer Leute Fotos abzufotografieren. Ich hab schließlich genug eigenes Material. Mit auf den Weg gegeben habe ich ihr noch, dass sie wohl damit rechnen müsse, dass ihr Stand fotografiert wird, wenn sie öffentlich auftritt und ihre Produkte an den Mann/die Frau bringen möchte. Sie drückte mir dann noch ihre Karte in die Hand, die ich gerade eben wiedergefunden habe:

Sicherlich hat sie den Streetart-Künstler gefragt, ob sie mit seinem Kunstwerk für ihre Produkte werben darf..!?!

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iPhone Teleobjektiv

Donnerstag, 1. Dezember 2011 9:31

Ich konnte es ja nicht lassen, aber diese gut 20 Euro sind ihr Geld wert.
Der Gedanke war, wenn du mal wieder ein Konzert oder sowas besuchst, nimmst du eh keine richtige Kamera mit. Guckst du doch mal, was es an Teleobjektiven für’s iPhone gibt, damit man den Sänger einer Band auch mal erkennt. Und siehe da, es gibt da ein Set mit Rollei-Aufdruck. (Ich nehme mal an, dass das Zeug nicht wirklich von Rollei ist.)

 

 

What’s in the box?

Da ist viel drin:

  • Das Objektiv mit 2 Deckeln
  • Eine iPhone-Schale mit Objektiv-Gewinde
  • Ein Metall-Stativ mit Kugelkopf
  • Ein Stativhalter für’s iPhone
  • Ein Objektivbeutel
  • Ein Schniepel
  • Ein Tuch

Ganz ordentlich! Allein der Stativhalter war mir schon wichtig, weil ich das iPhone so auch mit unseren diversen Saug-, Klemm- und Rumstehstativen beruflich nutzen kann. Und das kleine beiliegende Stativ trägt auch schon mal eine Kompaktknippse oder meine Olga!

Get’n shit or Gadget?

Ok, von Plastiklinsen (nehme ich mal an) darf man nicht allzu viel erwarten. Derbe Verzerrungen, unscharfe Ecken, besser gesagt, nur scharfer mittlerer Bereich und so weiter. Aber es könnte echt schlimmer sein. Hier nun ein paar Beispielfotos:

Ohne Tele (alle Fotos zum größer Klicken):

mit Tele (und Saugstativ), fokussiert auf die Front

 

Erst ohne Tele (aus der Hand)

Und nun mit Tele:

 

 

Ok, in den Ecken und am linken Rand ist’s zu dunkel, was der Fussel oben rechts ist, weiß ich auch noch nicht. Aber hey: Wir reden hier über echten Billigplunder! Ob ich mein oben genanntes Ziel, den Sänger einer Band bei einem Konzert, das in größerem Rahmen stattfindet, fotografieren und hinterher identifizieren kann, wird sich allerdings noch zeigen. Beim Berliner Fernsehturm ist das natürlich nicht so schwierig.

Mein Fazit: Der Spaß ist einen Hauch mehr als nur Spielzeug, vor allem wegen der dem Objektiv beiliegenden Gimmicks. Natürlich nichts gegen ein richtiges Photo, das ich allerdings etwas früher, in der Morgenröte, mit der Olga geknippst habe.

 

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Leica M9-P

Mittwoch, 10. August 2011 19:49

Uff. Man muss schon etwas verrückt sein.

Leica M9-PDie meisten fragen sich (oder mich): Warum tut man sich das an? Eine Kamera ohne Autofokus, für die es (bis auf eine Ausnahme) keine Zoomobjektive gibt, ohne eingebauten Blitz, die nicht mal einen besonders lichtstarken bzw. rauscharmen Sensor hat, eine Kamera, mit der man von den meisten Foto-Kennern als Spinner abgetan wird. Und letzteres trifft auf mich sicherlich zu. Was soll ich damit? Bin ich Fotograf? Ok, ich fotografiere beruflich viel und dabei lege ich eben auch wert auf hohe Bildqualität. Und ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr Spaß am Fotografieren, nun also am archaischen Fotografieren gefunden.

Erste Erkenntnis: Wenn das Foto nichts geworden ist, liegt es nicht an der Kamera, sondern am Bediener. Wenn das Foto aber was geworden ist, kommt schnell der „Wow“-Effekt auf. Knackscharf. Dieser Begriff muss wohl für die Leica-Objektive erfunden worden sein. Und genau da sind wir schon beim entscheidenden Punkt: Die Objektive sind einfach der Hammer. Ich habe nun ein 35 mm 1:1,4 Summilux und ein 92 mm 1:2,8 Elmarit-M zur Verfügung. Apropos Objektiv: Wenn das 35mm 1:1,4 nicht lieferbar gewesen wäre, hätte ich wohl erst mal auf die ganze Kamera verzichtet. Man muss ja nicht glauben, dass man so etwas einfach so kaufen kann. Ein Anruf im KaDeWe ergab, dass der Verkäufer in der Fotoabteilung nach 5 Monaten Wartezeit gerade dabei war, eines auszupacken. Das hat man mir freundlicherweise zurückgelegt. Ein älterer Herr hätte es wohl stante pede gekauft – kurz nach meinem Anruf. Einen Body hatte man übrigens nicht da. Dafür konnte ich mir bei Meister-Camera in der Fasanenstraße die Farbe aussuchen. Dort wiederum hatte man eine ellenlange Warteliste für das 35 mm Summilux. Wow…

Schon nach kurzer Eingewöhnung habe ich gemerkt, dass ich auf Zoom-Objektive ziemlich problemlos verzichten kann. Zu der Kamera gibt es zwei Lightroom-Lizenzen. Damit kann man die 18-Megapixel-Bilder prima nachbearbeiten und eben auch ohne schlechtes Gewissen Ausschnitte vergrößern. Auf den ersten Eindruck des Displaybildes sollte man sich übrigens nicht verlassen: Da wird nämlich z. B. die Rauschunterdrückung nicht angewendet. Vor allem Bilder mit höheren ISO-Werten sehen in der Voransicht furchtbar aus! Das legt sich dann aber am Rechner.

Bammel hatte ich ja vor dem sog. Messsucher. Über eine zweite Optik wird in den Sucher ein Bildausschnitt eingespiegelt, der in einem rechteckigen Feld in der Mitte des Suchers mit dem großen Sucherbild überlagert wird. Visiert man z. B. eine vertikale Kante an, kann man mit dem Fokusring die beiden Bilder deckungsgleich übereinander schieben. Dann ist es genau auf den Punkt scharf gestellt. Kein Thema! So ähnlich wie der Schnittbildindikator, den die älteren unter uns noch von den früheren Spiegelreflexkameras kennen. Damit haben wir damals(tm) schließlich auch scharfe Bilder geschossen. Wo mich der Autofokus meiner Nikon schon mal verlassen hat und das Objektiv lustig hin- und herpumpt, drehe ich nun wieder selber, wie ich das mal gelernt habe. Ich will das nicht als das Nonplusultra darstellen, aber man kann gut damit zurecht kommen. Selbstredend haben gute Autofokussysteme auch mehr als nur eine Daseinsberechtigung. Allerdings ist das manuelle Scharfstellen an Autofokus-DSLR-Objektiven in der Regel weniger als eine schlechte Krücke. Dafür ist das Komponieren eines Fotos ein Genuss der Sinne: Scharfstellen, Blende mit einem richtigen, rastenden Ring wählen, stillhalten und dann dem Auslösegeräusch lauschen. Erst macht es „klack“, dann „sssssssst“. Im „Diskret-Modus“ kommt das „ssssssst“ erst, wenn man den Auslöser wieder loslässt. Manchmal habe ich schon gedacht, müsste gar keine Speicherkarte in der Kamera sein. Allein der Moment der Aufnahme ist schon ein Erlebnis!

Leica M9-PUnd so knippst man fröhlich drauf los mit einer Kamera in der Hand im Gegenwert eines kleinen Kleinwagens (mit Objektiv…). Es soll Leute geben, die die Kamera vom Laden gleich in die Vitrine verfrachten. Nicht mit mir! Ein paar Macken werden da nicht ausbleiben.

Wo andere über 100%-Sucher ihrer DSLR fabulieren, habe ich natürlich erst mal das Nachsehen. Der Bildausschnitt ist eben nicht genau der, der mit Leuchtbalken im Sucher angezeigt wird. Aber eben so etwa. Dafür kann ich aber sehen, was außerhalb meines Motivs passiert. Rennt mir gleich einer ins Bild? Ich sehe das. Will ich noch warten, bis sich irgendwas interessant voreinander schiebt? Kein Thema. So kann man sich den Messsucher schönreden. Der Blick durch eine DSLR ist eben echt nicht zu verachten. Aus meiner Sicht kommt es aber darauf an, was man will. Mir ging es um eine (möglichst) kleine Kamera mit herausragenden Leistungsmerkmalen, Wechselobjektiven und Vollformatsensor. Tja, und da ist die Luft dünn.

Ich finde die Farbwiedergabe übrigens natürlicher als von meiner Nikon D5000. Die macht poppigere Farben. Beides hat seine schönen Seiten. Die Leica-Bilder wirken auf jeden Fall sehr ausgewogen, finde ich.

Das Schöne an der Leica ist außerdem, dass sie so unauffällig ist. Wer sich nicht auskennt, meint, ich würde mit der Nachkriegsknippse meines Opas fotografieren, die er auf dem Schwarzmarkt gegen drei Pfund Kartoffeln getauscht hat. Man wirkt auf der Straße, wo ich gern fotografiere, nicht so bedrohlich wie mit einer Spiegelreflexkamera. Kurz: Ich mag die Leica! Es ist ein tolles Stück Technik. Ob sie das Geld wert ist, kann man ich nicht sagen. Für das gleiche Geld bekommt man eine hervorragende Nikon D3 nebst feinsten Linsen. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich jetzt sowas. Wollte ich aber nicht.

Hier mal ein paar meiner „Übungsbilder“:

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Meilenwerk Aug 2011

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Hängeschalen

Akademie der Künste

Geld her

Meilenwerk Aug 2011

Meilenwerk Aug 2011

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

 

Geht doch, oder?

 

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