Warum Irfanview die Windose unsterblich macht

Die Apple-Welt fragt sich, was soll das sein, das da so gelobt wird? Es kann nicht sein, dass es etwas gibt, dass auf einer Windose besser geht als aufm Mac. Doch, gibt es. Und es kommt noch dicker: Es kostet nix! Ich hatte versprochen, mal darüber zu schreiben. Jetzt ist es soweit.

Es ist ein kleines, aber ungeheuer mächtiges Programm. Mit den Plugins, die man zusätzlich installieren kann, hat es etwas mehr als 5 MB, allein nur gut eins. Die Rede ist von Irfanview, dem Bildbetrachter, Bildmanager, Bilderverwalter und Mini-Bildbearbeiter.

Was soll denn an einem Windows-Bildbetrachter schon besser sein als an den „tollen“ Bildbetrachtern aufm Mac, „Vorschau“ oder „Quicklook“?  Für „Vorschau“ muss ich immer erst alle Bilder markieren, die ich ansehen will. Irfanview zeigt mir alle in einem Verzeichnis, egal in welchem Format, auch Filmchen und so. „Quicklook“ ist, wenn ich das richtig verstanden habe, diese Umblätter-Funktion im Finder. Sieht ganz nett aus, aber die Bilder werden unnötig klein dargestellt und die Auflösung stellt die Bilder matschig dar. Außerdem sind die Möglichkeiten abgesehen vom reinen Anschauen mehr als eingeschränkt. Der Automator eröffnet einem natürlich vielfältige Möglichkeiten, aber dass Bilder-Stapelverarbeitung besser geht, zeigt Irfanview. Ich werde einfach mal aufschreiben, wofür ich Irfanview meistens verwenden.

Ich halte es mit meinen Fotos so, dass ich die Dateien von der Speicherkarte (die ich bei meinem Samsung Q35-Noti im Übrigen direkt in einen integrierten Kartenleser stecken kann) auf eine mobile Festplatte kopiere. Da habe ich immer alles Wichtige dabei, außerdem lasse ich täglich im Büro ein Backup laufen. Dadurch sind die Originale erstmal sicher. Mitunter möchte ich aber mal einen Satz Fotos z. B. bei flickr hochladen. Oder ich benötige für meine Arbeit einige Bilder von einer Fahrzeugbesichtigung in einem anderen Format usw.

Was hat nun Irfanview damit zu tun? Öffnet man ein Bild in Irfanview, sieht zunächst alles so aus, wie man es von einem Bildbetrachter erwartet, allerdings ist die Menüleiste auffallend ausladend. Ich nehme mir also erstmal ein paar Bilder. Für diejenigen, die nicht wissen, wie das auf einer Windose z. B. mit Vista aussehen kann, hier ein Beispiel:

Mit einem Doppelklick öffnet sich ein Bild in Irfanview. Das sieht dann unspektakulärerweise so aus:

Oben sieht man die Menüleiste und ein paar Knöpfe. Darauf will ich jetzt erstmal gar nicht groß eingehen. Nur soviel: Man kann Ansichtsoptionen einstellen, z. B. Bild an Fenster anpassen, nur große Bilder anpassen, Vollbildmodus usw. Man kann das Bild bearbeiten (Farben, Größe u.v.m.) Mir geht es aber an erster Stelle hauptsächlich um die Batchkonvertierung.

Hinter dem unscheinbaren Menüpunkt versteckt sich ein Fenster mit den Möglichkeiten für diverse Stapelverarbeitungen.

Man sucht als erstes aus, ob man die Bilder irgendwie verändern will oder nur der Dateiname geändert werden soll, oder beides. Dann sucht man rechts oben die Dateien aus, die man bearbeiten will und schiebt sie mit „Hinzufügen“ in das Fenster unten rechts. Man kann den Zielordner auswählen. Tippt man einfach einen neuen Ordnernamen in das Feld, wird der Ordner angelegt. Interessant ist aber vor allem das Fenster, dass sich hinter „Spezial-Opt.“ versteckt.

Hier sieht man nun, was man in einem Rutsch alles mit den Bildern anstellen kann. Vergrößern, Verkleinern, Zuschneiden, Gamma-Korrektur, Helligkeit und und und. Dabei ist z. B. das Größentool so intelligent eingerichtet, dass man nicht auf Hoch- oder Querformat achten muss, sondern einfach die gewünschte Länge der langen Seite eingibt. Unbedingt hervorzuheben ist auch, dass ich die Einstellungen nicht alle wieder neu vornehmen muss, wenn ich den nächsten Stapel Bilder bearbeiten will. Alle Einstellungen bis zum verwendeten Ordner bleiben erhalten. Und das gilt für alle Einstellungen, auch in den höheren Ebenen. So richtet man sich das Programm schnell so ein, wie man es meistens braucht. Denn oft sind die Schritte, die man mit so einem Programm macht, ja stets gleich oder ähnlich.

Das „Umbenennen-„Fenster sieht so aus.

Auch das bietet alle Möglichkeiten, die man sich wünschen kann. Start-Nummer, Anzahl der Stellen, Ersatztext usw. Außerdem kann man sich aussuchen, was mit den Originaldateien passieren soll. Da ich nie mit den wirklichen Originalen arbeite, kann ich getrost die Dateien selbst verändern und umbenennen. Sollte ich mich mal zu doof anstellen, habe ich die Originale noch in der Hinterhand.

Wenn man will, kann man im nächsten Schritt noch Einfluss darauf nehmen, wie mit der Jpeg-Komprimierung, IPTC-Daten und den Exif-Daten umgegangen werden soll. Auch für gifs kann man die wichtigsten Dinge einstellen.

Drückt man als nächstes im Batch-Fenster auf den „Start“-Knopf, kann man nun den Fortschritt der Bildbearbeitung sehen, der rasch voranschreitet.

Auch ohne Stapelverarbeitung kann man die zahlreichen Funktionen anwählen, wenn man bei einem geöffneten Bild den Menüpunkt „Bild“ anwählt.

Unter „Bearbeiten“ versteckt sich noch ein kleiner Zeicheneditor, mit dem man auf die Schnelle ein paar Einzeichnungen, wie Pfeilmarkierungen oder Linien und Kästchen, vornehmen kann. Allerdings auch nicht mehr. Dieses Tool ist erst vor kurzem hinzugefügt worden, und ich könnte mir vorstellen, dass Irfan Skiljan, so heißt der Entwickler, da in Zukunft weiter dran arbeiten wird.

Selbstredend kann man auch Bildausschnitte ausschneiden oder freistellen. An dieser Stelle würde ich mir wünschen, dass man das Längen-Breiten-Verhältnis des Auswahlfensters noch einfacher vorgeben kann. Das geht zwar, aber ich vergesse immer wie.

Das war immer noch nicht alles. Mit einem Shortcut kann man das gerade angezeigte Bild in einem externen Programm, z. B. Photoshop öffnen, für die Größeneinstellung werden sinnvolle Formate vorgegeben. Gar nicht besprochen habe ich hier die zahlreichen Möglichkeiten von Irfanview-Thumbnails. Das ist eine eigene Geschichte für sich, die ich allerdings mangels Bedarf noch nicht eingesetzt habe. Da muss sich dann jeder selbt ein Bild davon machen.

So. Das ist nun im Moment das einzige Programm, das mich nach wie vor (privat) zu meiner Windose greifen lässt. Ich habe diverse Programme, meist als Testversionen, ausprobiert oder mir woanders angesehen, z. B. CocoViewX oder Grafikkonverter von Lemkesoft. Das kostet aber alles was oder ist nicht deutschsprachig, was mir wichtig ist. Alles ist nicht so überzeugend wie Irfanview. Vor allem liefen alle Anwendungen nicht so smooth wie Irfanview. Das Programm ist einfach durchdacht. Es hat sich über etliche Jahre entwickelt, wobei der Entwickler auch auf Wünsche eingeht. Es wäre geradezu ein Traum, Irfan würde sich dazu durchringen, sein Programm auch für Mac-OS X umzusetzen. Ich habe ihn gefragt, er meinte, vielleicht irgendwann. Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Selbstredend habe ich ihm eine Beteiligung überwiesen.

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Datum: Sonntag, 23. November 2008
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4 Kommentare

  1. 1

    Irfanview ist einfach der Hit!
    Ich kann gar nicht zählen, bei wie vielen Leuten ich das schon installiert habe.
    Ich bin fast am Überlegen, ob ich mich noch ein zweites Mal registriere, 10 € für so ein Programm sind wirklich nicht zu viel.

  2. 2

    […] sehe das ja so, wie willsagen – für IrfanView gibt es keinen sinnvollen Ersatz. Ich habe auch mittlerweile aufgehört zu suchen […]

  3. 3

    werde es auch versuchen zu installieren. hoffe das ich es hin bekomme

  4. 4

    […] bin ich nämlich hier über eine Möglichkeit gestolpert, mein geliebtes Irfanview aufm Mac laufen zu lassen. Dazu wird (irgendwie) winebottler und x11 verwendet, was auch immer das […]

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