Haider und die 142 km/h

16. Oktober 2008 · Will Sagen

Edit: Dieser Artikel wird gerne von Seiten verlinkt, die ihre rechte Grundhaltung nicht verschleiern. Ich sag’s ganz ehrlich:

1.) Eure Mordverschwörungstheorie ist aus meiner Sicht völliger Blödsinn und
2.) hat es hinsichtlich der braunen Gesinnung den Richtigen erwischt.
Verpisst euch, Drecks-Nazis!

So, und hier geht der Artikel eigentlich los:

Natürlich ist er zu schnell gefahren. Aber über die überall kolportieren 142 km/h kann ich nur müde lächeln.

Als erstes muss man sich mal fragen, welche Geschwindigkeit das sein soll. Beim Überholen, beim Kontrollverlust, beim (ersten) Überschlag, bei der Kollision mit irgendwelchen Mauern, Hecken oder Betonpfeilern oder Hydranten? Was denn nun?

Die Süddeutsche berichtet: Haider sei zum Zeitpunkt des Unfalls 142 km/h gefahren, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt. Aha. Na, das muss schon ein toller Sachverständiger sein, der das so genau berechnen kann. Warum kann ich das nicht so genau? Ich mache seit 10 Jahren nichts anderes, und mir gelingt es nicht, Geschwindigkeiten so exakt zu berechnen? Ich Versager, ich…

Vielleicht war es ja auch ganz anders, wenn wir scoop.at glauben:

Jörg Haider: Mit mehr als 170 km/h und 1,8 Promille unterwegs! Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider soll bei seinem tödlichen Verkehrsunfall nicht wie gemeldet 142 km/h gefahren sein, sondern wesentlich schneller. Der Tacho seines Fahrzeuges blieb bei 142 km/h stehen, als der Wagen schließlich durch den Betonpfeiler abgebremst wurde.

Na, wenn der Tacho bei der Geschwindigkeit stehen blieb, muss das ja die richtige Geschwindigkeit (fragt sich, welche, siehe oben) gewesen sein, mit der er fuhr. Dazu habe ich ihn DAR etwas veröffentlicht, das es allerdings nicht online gibt. Zitat aus dem Schlusssatz: Gewissheit über den richtigen Wert kann man aus der Anzeige … nicht ableiten. Die Ermittlung der Kollisionsgeschwindigkeit sollte daher dem Unfallanalytiker und nicht Kommissar Zufall vorbehalten bleiben. Man kann sich leicht vorstellen, dass allein schwere Erschütterungen die Tachoanzeige beeinflussen können.

Nun sind wir aber immerhin ja auch schon bei mehr als 170 km/h! Ich wette, dass der Haider mit seinem VW auch schon mal noch schneller gefahren ist! Fragt sich nur, was das mit dem Unfall zu tun hat.

Bei SpON lesen wir: Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärte Kranz nun am heutigen Mittwoch, man habe bereits einen Tag nach dem Unfall die genaue Geschwindigkeit mitteilen können, weil „ein Sachverständiger im Beisein von VW-Fachleuten“ das Computersystems des stark beschädigten Phaetons kurzfristig habe auslesen können. Ja, was denn nun? Hat er nun den Tacho abgelesen (der zweifelsohne an das Computersystem des Phaeton angeschlossen ist) oder hat er tatsächlich Zugriff auf bestimmte Daten gehabt, die im Fahrzeug gespeichert sind? Warum wird (mir) von den Herstellern immer gesagt, dass solche Daten gar nicht gespeichert werden? Warum muss dieser Sachverständige die Daten nicht erst in einen Gesamtzusammenhang bringen (vulgo Unfallanalyse)? Bliebe die Möglichkeit, dass der Wagen mit einem UDS ausgestattet war (was ich aber nicht glaube).

In der Welt wird man nun konkreter: Die Stellung der [Drossel]Klappe gibt gemeinsam mit Motordrehzahl und Getriebeübersetzung Hinweise auf die Geschwindigkeit vor dem Aufprall und kann vom Hersteller ausgelesen werden. … Nach Angaben des Herstellers VW können nur die Daten der letzten 30 Sekunden gespeichert werden. Zwei mysteriöse Gutachter von VW hätten sich mit dem Fahrzeug beschäftigt. Interessant als erstes, dass die da überhaupt drandurften. Aber nun, mag ja sein, wenn es der Wahrheitsfindung dient. Dennoch ist äußerst fragwürdig, wie man auf diesen Geschwindigkeitswert gekommen ist. Wahrscheinlich haben die beiden zuviel „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen und hauen standardmäßig „42“ als Antwort auf alle Fragen heraus (um die Pressemeute ruhigzustellen), mussten aber wohl erkennen, dass das zu wenig wäre und haben 100 hinzugemogelt.

Nehmen wir an, dass es doch möglich ist, die Daten auszulesen. Dann muss man die Daten aber in einen zeitlichen Ablauf einbinden. Sind die 142 km/h etwa der erste gespeicherte Wert, 30 Sekunden bevor alle Lichter ausgegangen sind? Der Unfall hat sicherlich keine 30 Sekunden gedauert. Bei einem Unfall mit Überschlag usw. aus rund 140 km/h  wird man von einer Dauer von über den Daumen nicht einmal 10 Sekunden ausgehen können, bis alles zum Stillstand gekommen ist. 20 Sekunden zeitlich noch weiter zurück sind für den Unfall dann ziemlich irrelevant. Das entspricht bei 142 km/h einer Strecke von knapp 800m. Da ist der ja noch in einer anderen Stadt gewesen!

Alles in allem ist das mal wieder ziemlich unreflektierter Unfug, der in der Presse verbreitet wird. Aber irgendwas muss man ja schreiben. Schließlich hat man die Pflicht zur Information. Immerhin wird in der Welt auch ein Herr Klein vom ADAC zitiert: Zwar sei es möglich durch Unfallspuren und Schäden am Fahrzeug auf die zuvor gefahrene Geschwindigkeit zu schließen, jedoch wäre die Zahl 142 Kilometer pro Stunde „äußerst gewagt“. Das macht ja wenigstens etwas Mut. Leute, lasst es euch sagen: So einfach geht das nicht, mal eben einen Unfall aufzurollen.

Besonders freue ich mich übrigens auch stets darüber, dass man (Presse, Zeugen, Polizei) sofort nach einem Unfall genau weiß, dass jemand ungebremst irgendwo gegen gefahren ist. Ungebremst! Woher weiß man das, wenn man nicht dabei war und nicht in der Lage ist, einen Unfall zu rekonstruieren? Trotzdem liest man in Unfallmeldungen in den Medien andauernd von „ungebremst hier ungebremst da“. Machen wir uns doch mal den Spaß und suchen bei google nach „Haider“ und „ungebremst“. Ich möchte wetten, dass auch im Zusammenhang mit Haiders Unfall mehrere Male „ungebremst“ auftaucht.

Und siehe da: Gleich das erste Ergebnis: „Haider raste ungebremst in den Tod“ titelt der für seriöse :lol: Berichterstattung bekannte Berliner Kurier. (Edit: Der zweite Treffer ist inzwischen, nach nur 5 Minuten, dieser Artikel selbst.) Dieser Titel gefällt mir übrigens besonders: Rechts aussen knallte Haider in einen Betonpfosten. „Ungebremst“ findet man weiter unten bei den Bildunterschriften. Und so weiter und so fort.

Ich werde mich ohne nähere Kenntnis der Unfallspuren nun kaum dazu hinreißen lassen, selbst etwas zur Geschwindigkeit zu sagen. Mag ja sein, dass er 140 fuhr. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass er langsamer war. Wie die Presse es vermag, Unfälle zu rekonstruieren, haben wir ja schon beim Tod von Prinzessin Diana gesehen. Da hat das ja auch hervorragend geklappt. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auch dort die Tachoanzeige, die den richtigen Wert anzeigte…

P.S.: Gerade fiel mir noch folgendes ein, das ich mir nicht verkneifen kann: Wenn ich die Bilder von dem Auto so sehe, hätte Haider übrigens bessere Chancen gehabt, wenn er einen rechtsgelenkten Phaeton gehabt hätte. Hätte doch sowieso besser zu ihm gepasst. Und 142 km/h sind 88 mph. Bei der Zahl müssen die Verschwörungstheoretiker doch wohl steil gehen!

:mrgreen:

Schrott wird flott #1: Powerbook G4 12"

9. Oktober 2008 · Will Sagen

Habt Ihr es seinerzeit auch gelesen? Der Jog berichtete von Katzenjammer mit seinem Powerbook. Erst war es k.o., dann tot. Dann kam es wohl erstmal auf den Jogschen Kleiderschrank. Ich meinte, wenn er es wegwirft, soll er es doch mal in meine Richtung werfen. Das hat er dann auch am letzten Wochenende getan! Prima 🙂 Mein erster Mac! Und was für einer! Man muss sich das vorstellen. Es ist ja nicht irgendein Powerbook. Sondern das Powerbook.blogger-Powerbook! The one and only. Yeah!

Powerbook_01Jetzt musste ich es „nur noch“ reparieren. Also erstmal eine Bestandsaufnahme: Das Powerbook war teilzerlegt, die Festplatte hat Jog ja noch versucht zu retten. Also gab’s ein Tütchen mit ein paar Blechen und jeder Menge verschiedener Schräubchen dazu. Prima. Bestimmt völlig egal, wohin die kommen… :???:

Powerbook_10Schon als Jog mir sagte, dass sein altes Powerbook vakant sei, habe ich erstmal ein günstiges Ersatz-Combolaufwerk besorgt, denn das war wohl auf jeden Fall kaputt. Eine Festplatte hatte ich noch aus meinem ersten Aldi-Notebook. Zwar nur 20 GB, aber zum Testen sollte das reichen. Außerdem war da ja noch die Sache mit der abgerissenen Buchse. Dort wird der im Gehäuseoberteil sitzende Ein-/Aus-Schalter über ein Kabel mit Stecker am Motherboard angestöpselt. Die Buchse war leider komplett von der Platine gerissen, aber immerhin noch vorhanden! (Hing ja noch am Kabel).

Powerbook_06Was kann schöner sein, als abends am Schreibtisch zu sitzen, Fernseher und Chefin im Blick und ein Powerbook zum Reparieren vor sich zu haben? Ich weiß es nicht… Also ging’s los. Ein wenig im Netz gewühlt, und schon hatte ich auch die hervorragend bebilderten Bastelanleitungen auf ifixit.com gefunden, die mir helfen sollten das Powerbook zu reparieren, jetzt, wo alle Teile und das Powerbook selbst vor mir lagen. Nach und nach habe ich die Seiten auf ifixit.com durchgeklickt, bis sich langsam das Gehäuse des Powerbook leerte und sich immer mehr Teile auf meinem Schreibtisch ansammelten. Neben Schrauben, die ständig an Händen und Unterarmen klebten, lagen irgendwelche Platinen, Abschirmungsbleche, Klebestreifen und was nicht noch alles herum.

Powerbook_11Nachdem ich das Powerbook ziemlich ausgeweidet hatte, setzte ich erstmal diverse Hämmerchen an, um das Gehäuse ein wenig wieder zu richten. Das muss man sagen, ist schon ne feine Sache: Ein Aluminiumgehäuse kann man wieder hinbiegen, Plastik wäre garantiert schon bei der Ursache der Beule gebrochen. Da ich auch das Motherboard lose in Händen hielt, war nun auch der Zeitpunkt gekommen, um mit dem Lötkolben bewaffnet die Steckerbuchse wieder dort zu platzieren, wo sie hingehörte.

Powerbook_12Natürlich passierten beim nachfolgenden Zusammenbau auch ein paar Missgeschicke. So kratzte das Powerbook zum Beispiel doof übern Schreibtisch, und der Deckel für die Speicherluke ließ sich nicht schließen, weil eine Schraube doch etwas zu lang war. Aus dem gleichen Grund konnte ich auch zunächst keine CDs ins Laufwerk schieben, weil der Schlitz ebenfalls durch zu lange Schrauben versperrt war. Aber schlussendlich habe ich es doch nach etwa 3 bis 4 Anläufen geschafft.

Powerbook_13Tja, und dann hat das kleine Powerbook beim Booten auch brav angebissenes Obst angezeigt. Jetzt müssen wir uns mal ein bisschen kennenlernen. Außerdem muss mir der Jog natürlich bei nächster Gelegenheit ein Autogramm draufschreiben. Is‘ ja wohl klar! 😀

Sonnenstand: Wann hat Achim wieder den Traumblick?

2. Oktober 2008 · Will Sagen

Achim zeigt in seinem Blog ein tolles Sonnenuntergangsfoto. Die Sonne ging aus seiner Perspektive am 1. Oktober ziemlich genau zwischen den Türmen am Potsdamer Platz unter. Er fragt, ob jemand berechnen kann, wann die Sonne im Frühjahr in der gleichen Position steht. Meine erste Prognose war, dass man vom Tag der Sonnenwende genauso viele Tage vorwärts wie rückwärts gehen muss. Weil ich in seinem Blog keine Bilder einbinden kann, antworte ich mal hier.

Wichtig für den Sonnenstand ist der Höhenwinkel und der Azimut (Richtungswinkel). Damit lässt sich der Sonnenstand in Zahlen ausdrücken. Da sich mit jedem Tag die Bahn der Sonne verändert, im Sommer hoch, im Winter tief über dem Horizont, steht die Sonne nur an zwei Tagen im Jahr an der gleichen Position (also so etwa).

Warum ich das wissen muss? Ganz einfach. Bei Unfallrekonstruktionen kommt es mitunter darauf an, ob jemand durch Blendung beeinträchtigt war und möglicherweise ein Auto, eine Ampel oder sonstwas nicht (so gut) sehen konnte. Außerdem kommt es in einigen Fällen sehr genau auf die Dämmerungshelligkeit an. Wenn sich ein Unfall in der Dämmerung ereignete, kommt es nicht selten auf wenige Minuten an, um die Sichtverhältnisse richtig nachzuvollziehen. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und in der Dämmerung ein paar Minuten konzentriert auf die Helligkeitsverhältnisse achtet, wird man feststellen, dass das von „nichts sehen“ bis „wenigstens ein bisschen was sehen“ ganz schön schnell geht. Das kann für die Erkennbarkeit z. B. eines Fußgängers auf der Straße schon entscheidend sein.

Um im Nachhinein den Sonnenstand bestimmen zu können, gibt es hilfreiche Tools, so z. B. das von „PC-Crash“. Diesen Namen trägt eine in „meinen“ Kreisen gängige Software, die ursprünglich für Kollisionsanalysen programmiert wurde. Inzwischen ist das Programm ziemlich aufgeblasen mit allen möglichen Features, so eben auch Sonnenstandsberechnungen. Der Name „PC-Crash“ ist übrigens Programm: Wer nicht regelmäßig speichert, ist selbst schuld…

Hier nun meine Berechnungen. Zunächst für den 1.10.08, 18.30 Uhr:

Mit ein bisschen Rumprobieren ergibt sich am 10.3.2009 um 17.51 Uhr etwa der gleiche Sonnenstand. Zu berücksichtigen ist natürlich, ob Sommer- oder Winterzeit gilt. Ich habe jetzt nicht nachgesehen, aber die Sommerzeit beginnt m. W. immer so Ende März.

Der Azimut weicht um nur 0,3° ab. Das sollte passen, dass die Sonne dann immer noch zwischen den Türmen steht. Außerdem wandert die Sonne ja nicht im Minutentakt (das wäre was…), sondern stetig, so dass Achim sich nur am 10.3.09 so ab Viertel vor sechs dreiviertel sechs (wir sind ja im Osten) an sein Fenster stellen muss. Klingt komisch. Is aber so 😉 Hoffentlich ist dann auch gutes Wetter!

Der wohl beste Autofotograf

22. September 2008 · Will Sagen

, der seine Fotos online präsentiert, flickr-Kontakt Godmademefunky, hat ein Blog eröffnet:

actuallyidontknowanythingaboutcars

Wer würde z.B. bei diesem Leckerfoto nicht gleich zuschlagen und sich nen Lambo kaufen?

Sieht auf den ersten Blick schon sehr ansprechend aus! Sein flickr-Stream ist auf jeden Fall immer wieder sehenswert! Sein Blog entwickelt sich bestimmt genauso.

Dyschromatopsie

22. September 2008 · Will Sagen

Vor einiger Zeit hatte ich beruflich mit einem Gutachten zu tun, das sich damit beschäftigte, ob zwei Autos aneinander geraten waren oder nicht. Dort hieß es sinngemäß, das könne alles nicht sein, weil jede Menge graue Lackspuren an dem einen Fahrzeug seien, das müssten aber rote Spuren sein, weil das andere Auto eben rot war. Ich gucke hin und sehe jede Menge rote Spuren.
Oder die Story, als die Mutter eines Freundes ihn fragte, warum er sein grünes Auto vorn nun gelb lackierte habe, worauf er und sein Bruder antworteten: „Gelb? Wieso gelb..?“.
Klar, die Rede ist von der Rot-Grün-Schwäche, oder eben auch Dyschromatopsie, die bei fast jedem 10ten Mann auftritt. Das Fremdwort kenne ich, weil ich einen Segler, den ich mir gebraucht für meinen verkorksten Urlaub gekauft hatte (und dort nicht geflogen bin), eine leuchtgrüne und eine leuchtrote Tragfläche hat und ich ihn Dyschromatopserus getauft habe.
Achim schreibt in seinem Plattenbaublog nun über einen recht interessanten Online-Test. Dort muss man Farbmuster ordnen. Am schwersten ist mir die dritte Reihe gefallen.

Meine Auswahl:

Meine Ergebnisse. An einigen Stellen sieht man jetzt, wo was schief gelaufen ist.

Dennoch einigermaßen beruhigend. 🙂

Fliegen vor der Haustür

1. September 2008 · Will Sagen

Ich war am Samstag morgen, als es windstill und das Wasser so schön glatt war, mal an meinem neuen Flugrevier, quasi vor der Haustür. Es gibt hier einen 24h-Anleger. Da sind die Bedingungen zum Fliegen wirklich sehr gut. Zwar liegen meist ein oder zwei Boote dort, aber ein bisschen Platz ist in der Regel noch.

Dabei hatte ich die Flycamone² auf den Flieger geschnallt. Die Kamera nimmt aber aus unerfindlichen Gründen nach kurzer Zeit keine Bilder mehr. Dem muss ich mal auf den Grund gehen und die Kamera ggf. einschicken. Ärgerlich. Hier wenigstens ein paar Bilder:

Vor dem Start:
Rummelsburger_Bucht_01

Beim Start:
Rummelsburger_Bucht_02

Panorama:
Rummelsburger_Bucht_03

Beinahe-Nachbarn.
Unten sieht man den 24h-Anleger. Meine „Airbase“
Rummelsburger_Bucht_04

NCC-1701 R/C

27. August 2008 · Will Sagen

Ich fass es nicht! Das gibt’s doch nicht! Habenhabenhaben:

Die NCC-1701 ferngesteuert mit allerlei „zeitgenössischem“ Zubehör. Gesehen bei de.engadget.com. Schön finde ich ja hier auch den Film von der Power-Soaring-Version der 1701-D. Mangels Küste und Hangflugmöglichkeiten wollte ich son Teil auch immer schon mal bauen. Aber wenn es das nun fertig gibt? Hm, vorbestellen, ja oder nein? Immerhin hängt das a.m.s.-Modell wieder bei uns im Flur!

Energie!

C64-Nerds

27. August 2008 · Will Sagen

Heute beim Gutenmorgengetwitter kam von LeSven und ppbjog irgendwas mit Basic-Programmierung.

Mir fiel nichts besseres ein, als ein

10 Print „Guten Morgen“.
20 Goto 10

dazwischenzuwerfen.

Mich würde ja wirklich mal interessieren, wer sich auch so wie ich damals, vor über 20 Jahren, mit wildfremden gleichaltrigen in diversen Läden getroffen hat, um z. B. Software anhand der dort herumstehenden Rechnern zu tauschen. Wer kennt z. B. noch „Fort Apokalypse“? Datasette mit „Turbotape“, oder dann das Diskettenlaufwerk 1541, das war meine Welt! Ich hatte schon das mit dem Verschlussknebel, und nicht das alte mit dem Diskettenkillklemmteil. Wir haben die Disketten noch an der Kante „gelocht“, damit man sie umdrehen und auch von der anderen Seite beschreiben kann. Ich war fast jeden Samstag, wenn es sich einrichten ließ, bei Horten, Rohlfing oder Photo Erhard in Osnabrück. Hach, das waren Zeiten!

Und natürlich hat man zum Schluss eine Endlosschleife wie oben in die Maschine gehackt.

Ich sage nur <run>

Berlin bei Klein-Marzehns

15. Juli 2008 · Will Sagen

Klein-Marzehns_08_18Am vergangenen Wochenende war mal wieder ein Fiat-500-Treffen. Das besondere: Es ist sozusagen das “Heimat-Treffen”. Aber wie ich schon öfter sagte, ist von Berlin ja alles weit weg. So sind’s auch zum Berliner Treffen mal eben 100 km Anreise. Kein Wunder, findet das Treffen doch im 100+x-Seelendörfchen Klein-Marzehns statt, dem sogar eine eigene Autobahnabfahrt vergönnt ist.

Klein-Marzehns_08_09Genau zu dieser Autobahnabfahrt hieß es erstmal, hinzukommen. Denn kurz vor dem Dreieck Nuthetal raffte eine Reifenpanne des linken Hinterrads die Weiterfahrt mit meinem inzwischen 50 Jahre alten 500er dahin. Da ich vor zwei Jahren schon einmal dumm an der Autobahn stand, war ich inzwischen so schlau, auch regelmäßig den Reifenluftdruck des Ersatzrades zu kontrollieren, so dass es nach gut 10 Minuten weiterging. Das geht so schnell, weil ich Verfechter der japanischen Scherenwagenheber bin, mit denen man nicht das ganze halbe Auto, sondern gezielt nur ein Rad anzuheben braucht.

Klein-Marzehns_08_02Als ich so nach dem Aufstellen des Warndreiecks zurückging, dachte ich so bei mir, dass ich mal etwas mit meiner Warnblinkanlage unternehmen muss. Nicht nur, dass linke und rechte Lämpchen unterschiedlich lange leuchten (sieht ganz komisch aus), sie sind auch kaum zu erkennen, wenn die Sonne draufscheint. Schließlich sind sie auch noch rot, und nicht orange-gelb, wie heute gängige Blinker. Da werde ich demnächst mal mit LED-Birnen tüfteln.

Klein-Marzehns_08_43Eigentlich ging das Treffen ja schon am Freitag los. Arbeits- und umzugsbedingt konnte ich aber erst Samstag starten. Schließlich wollen vor dem hoffentlich erstmal letzten Umzug noch eine Akten beseitigt, Kartons gepackt und Dinge organisiert werden. Abgesehen davon ist das Verlassen der Stadt samstags vormittags deutlich entspannter als freitags nachmittags.

Klein-Marzehns_08_46Also auf nach Klein-Marzehns, jenem Dörfchen, in dem die Duesterbergs ihre Zelte aufgeschlagen haben, dort im Fläming. Wenn man mal wirklich Ruhe genießen will, sich an schöner Landschaft erfreuen will, kann man mal einen Abstecher dorthin wagen. Obwohl, eigentlich bietet sich das ganze Berliner Umland für Ausflüge an. Die Gegend ist abwechslungsreich, naturbelassen und einfach schön.

Klein-Marzehns_08_48In der Weltstadt Klein-Marzehns, dem Nabel der kleinen Heckmotorrundlinge angekommen, war ich natürlich einer der letzten. Sofort bot man mir von allen Seiten Hilfe für meinen kaputten Reifen an. Klaus hatte das komplette Set am Start: Schlauch, Montierhebel und Kompressor. Nach der Ausfahrt habe ich mit Ralfs Hilfe und Düsis Tipp, dass Schläuche nicht symmetrisch sind, den Schlauch ausgewechselt und wieder das schöne Rad angeschraubt.

Klein-Marzehns_08_11Zur Ausfahrt habe ich es mir einmal mehr nicht nehmen lassen, in Martins Visa-500er mitzufahren. Ich als Citroen-affiner Zeitgenosse muss schließlich jede Gelegenheit nutzen, citroenistisch durch die Gegend zu rollern. Dass sein Fiat nun mit einem H-Kennzeichen ausgerüstet ist, freut mich für ihn und schafft vor allen Dingen Hoffnung, dass die Vernunft über die Kreuzritter des Originalitätsordens siegt. Hennes war mit seinem “Opa” gekommen, einem der wenigen anderen fahrbereiten 500er aus dem ersten Produktionsjahr hierzulande.

Klein-Marzehns_08_64Das “Berliner” Treffen ist sicherlich eines der kleinsten Treffen mit überregionaler Teilnahme. Wahrscheinlich ist es das, was es so sympathisch macht. Es hat den Flair eines Familientreffens. Obwohl, trifft es das überhaupt? Ein Familientreffen zeichnet sich ja durch Verwandte und nicht unbedingt Gleichgesinnte aus. So gesehen ist das Fläming-Treffen noch besser. Natürlich hat auch der Hof der Duesterbergs seinen Anteil: Ein alter Vierseitenhof, der ringsum ein unvergleichliches Ambiente für so ein Treffen bietet. Nicht zuletzt, weil man hinter allen möglichen Türen und Toren die tollsten Dinge (vulgo Autos und Teile) entdecken kann. Zelten kann man ein paar hundert Meter entfernt auf der gepflegten Kutschenarena, oder was das genau ist.

Klein-Marzehns_08_21Die Ausfahrt ging zu einem recht bizarren Ziel, einer Köhlerei, deren Betreiber sie aus “goldenen” DDR-Zeiten in die Gegenwart retten konnte und nach eigenen Angaben durch Qualität statt Quantität einen guten Ruf aufgebaut hat und zufriedene Kunden bedient. Dennoch wirkte das Areal etwas morbid, zumal bei der Abreise quasi aus dem Nichts ein Feuer aufflammte und ich erst überlegte, welche Altlasten wohl in den eigenartigen Stahlkesseln verklappt werden. Wieder angekommen gab es Kaffee, Kuchen und Ersatzschlauch.

Klein-Marzehns_08_39Der Abend wurde mit der Grillzeremonie eingeläutet, und zeitgleich machten sich die “Bardamen” ans Werk, Getränke an die durstigen Kehlen auszuteilen. Angenehme und interessante Gespräche und nicht zuletzt die Knicklichter (eine tolle Erfindung, aber darf man die echt so wegwerfen..?) ließen Stunden zu kurzen Momenten zusammenschmelzen (*Schmalz*). Schön auch, dass man sich mal hierhin, mal dahin setzen konnte. Drinnen, draußen, halb drinnen… alles geht. Wunderbar. Nicht zuletzt hat auch das Wetter den Samstag über gehalten. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Für einen leichten Sonnenbrand hat es dennoch gereicht.

Klein-Marzehns_08_49Sonntag habe ich mich relativ früh, nach dem Frühstück in der volkseigenen Verköstigungsanstalt, die Dorfkneipe hat noch einen gewissen Ostalgie-Charme, wieder abgesetzt, heim zwischen die Umzugskartons. So habe ich die vielen fleißigen Leutchen, Kerstin, Rainer, Fabi und und und zurückgelassen und rede mir ein, dass ich mit dem Forum schon genug für die 500er Gemeinde tue…