Second Life für Magsafe 1 #rp16 – Kaputte Netzteile gesucht!

13. Januar 2016 · Will Sagen

Ich habe für die re:publica 2016 eine Workshop-Session eingereicht. Und zwar möchte ich zusammen mit Andrea vom Techniktagebuch die Reparatur von Magsafe-Netzteilen (Typ 1) vorstellen. Ob die Session angenommen wird, erfahre ich wohl in etwa 6 Wochen.

Magsafe-Netzteile für Macbooks haben häufig nur ein kurzes Leben. Während Trafo/Spannungswandler meistens noch funktionieren, leiden die Kabel z. B. unter falscher Wickeltechnik oder Materialermüdung und brechen entweder am Stecker oder am Netzteilgehäuse. Bevor man sie in den Elektroschrott gibt, lohnt es sich aber, wenigstens einen Reparaturversuch zu starten.

FullSizeRenderZuerst hat mir Kathrin Passig ihre umfangreiche Sammlung kaputter Magsafe1-Netzteile zur Verfügung gestellt, an denen ich ein bisschen üben konnte. Das hat eigentlich ganz gut geklappt. Dann habe ich zusammen mit Andrea das Netzteil ihres Macbooks repariert. Dabei hat es sich als sehr hartnäckig herausgestellt, so dass wir viel über die Fallstricke gelernt haben, die die kleinen Mistviecher bereithalten können.

Zu Beginn der Session sollen die typischen Beschädigungen vorgestellt werden. Es gibt Fehler, die sich einfacher als andere reparieren lassen, womit sich die Reparaturwürdigkeit einstufen lässt. Wir zeigen, wie man die Fehlerquellen freilegt und was man für die Reparatur braucht. Wenn es sich einrichten lässt, sollen gleich Netzteile von Session-Teilnehmern unters Messer kommen. Eine Erfolgsgarantie können wir natürlich nicht geben.

Spoiler: Ohne Lötkolben geht’s nicht.

Nun ist es aber so, dass die bislang zur Verfügung stehenden Netzteile noch nicht ausreichen, um die Reparaturmethoden verfestigen und durchstrukturieren zu können. Und darum können wir noch ein paar Netzteile gebrauchen. Kathrin hat mir angeboten, ihre Coworking-Space-Adresse als Sammelpunkt zu verwenden.

Ihr könnt (wg. Kabelbruch) kaputte Magsafe-Netzteile – bitte nur die mit den magnetischen Steckern – ausreichend frankiert schicken an:

Weserland Coworking
Kathrin Passig
Weserstr. 21

12045 Berlin

Meinetwegen könnt ihr auch einen Namen oder besser eine E-Mail-Adresse draufschreiben (Edding, Folienschreiber, Aufkleber). Sollten sie reparabel sein – was nicht feststeht! – könntet ihr sie ggf. bei der re:publica 16 wiederbekommen*. Einen Rücksendeservice können wir nicht anbieten.  Sorry. Denn es ist auch denkbar, dass Netzteile beim Reparaturversuch unrettbar kaputt gehen oder nur ein paar Ersatzteile gebraucht werden.

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*Hast du kein Ticket, können wir uns vor der Tür treffen oder so.

Manchmal möchte ich nichts sein

8. Januar 2016 · Will Sagen

Manchmal möchte ich nichts sein

Nicht Mann, nicht Frau

Nicht Deutsch, schon gar nicht deutscher

Nicht schwarz, nicht weiß

Nicht laut, nicht leise

Nicht schlau, nicht dumm

Nicht groß, nicht klein

Nicht dick, nicht dünn

Einfach nur Mensch. Wie alle anderen.

 

Fernseherreparatur: Ende der Eigenwilligkeit

4. Januar 2016 · Will Sagen

Zentraler Einrichtungsgegenstand in unserem Wohnbereich ist der Gegenüber vom Sofa steht bei uns ein Fernseher. Es ist ein Samsung LE40B530. Der ist so ca. 5 Jahre alt, vielleicht auch etwas älter. Vor einiger Zeit fing er an, sich über unsere Programmauswahl zu mokieren. Auch die von uns eingestellte Lautstärke gefiel ihm nicht mehr. Also schaltete er von selbst um und machte mal ganz leise, mal ganz laut.

Früher(tm) half es häufig, leichte Fernseherdefekte wie Zuckungen in der Bildröhre durch Ausblasen mit Pressluft zu reparieren. Dadurch wurden Kriechströme verhindert, die zuvor durch den Staub wanderten. Nun enthält so einer flacher Fernseher praktisch nicht mehr viel, was man ausblasen könnte, im Gegensatz zu den alten Kisten mit Bildröhren.

Nach einigem Gegugel stieß ich auf den Hinweis, dass „unser“ Fehler mit den Bedientasten seitlich am Gerät zu tun haben könnte. Die sind über ein Kabel und einen kleinen Stecker mit dem Rest der Elektronik verbunden. Stecker ab: Gerät verhält sich ganz normal. Stecker dran: Das Spielchen mit Umschalten und Lautstärke Verstellen geht wieder los. Leider hat auch das Durchspülen mit Elektronik-Reinigungsspray und Bremsenreiniger sowie Durchpusten mit Druckluft nichts gebracht. Dafür bin ich bei ebay auf ein (hoffentlich) passendes Ersatzteil gestoßen. Solange wird der Fernseher ohne die Tasten betrieben. Geht auch. Macht man meistens eh nicht anders.

tasten

In diesem Moment denke ich …

24. Dezember 2015 · Will Sagen

… ganz besonders an Stephan. Aber auch an jedem anderen Tag.

Ich hoffe, es geht dir gut.

Whats (the fuck) App?

17. Dezember 2015 · Will Sagen

Ich bin erklärter WhatsApp-Ablehner. Das habe ich in vielen Gesprächen bekundet. Darum darf ich mich nicht wundern, wenn ich nun plötzlich von verschiedenen Seiten, zuletzt in einer Weihnachtskarte (schöne Grüße nach Hannover :)) darauf angesprochen werde, warum ich denn nun da doch angemeldet bin.

Enlight1Weswegen ich WhatsApp ablehne? Ganz einfach: Ich finde es ein absolutes Unding, dass bei der Anmeldung sämtliche Kontakte vom Handy abgesaugt werden. Bin ich verantwortungsvoll im Umgang mit den mir anvertrauten Kontaktdaten meiner Mitmenschen, kann ich dem nicht zustimmen. Das ist alles. Ansonsten ist WhatsApp genial. Nur eigentlich müsste ich ja alle fragen, ob sie damit einverstanden sind, dass ihre Daten wegen mir irgendwo in die Welt geblasen werden. Praktisch nicht machbar.

Nun war es aber so, dass ich in eine Modellfliegergruppe eingetreten bin, die sich zum Fliegen über WhatsApp verabredet. Da kann ich schlecht sagen, dass sie wegen mir bitte auf einen anderen Messenger umsteigen sollen. Also habe ich mich erkundigt, die App installiert und bei der Frage, ob jetzt die Kontaktdaten abgesaugt werden sollen (ist natürlich besser ausgedrückt) „Nein“ ausgewählt. Ich dachte bislang, dass es die Option gar nicht gibt. Interessanterweise hat mir auch niemand der mir bekannten WhatsApp-Nutzer gesagt, dass das ginge. Es schien, alternativlos zu sein, ist es aber nicht.

Enlight1 (1)Das Resultat ist, dass WhatsApp rudimentär benutzbar ist. Man bekommt Nachrichten, aber man sieht nur die Telefonnummer, nicht, wer sich dahinter verbirgt. Nur im Homescreen bekommt man kurz, nach dem Wegdrücken nicht wieder aufrufbar angezeigt, namentlich angezeigt, von wem die Nachricht kommt. Kann man also mit der Nummer oder auch dem Benutzerbildchen, das der WhatsApper vielleicht auch woanders verwendet, nichts anfangen, hat man nicht viel von der Nachricht. Ich habe schon ein paar solcher Nachrichten auf meinem Handy, aber wie gesagt, teilweise weiß ich nicht, von wem. Offenbar wurden wohl alle Leute, die meine Handynummer gespeichert haben, darüber informiert, dass ich mich bei WhatsApp angemeldet habe. Auch super.

Was soll ich sagen? Für meinen Zweck reicht es, da in einem Mehr-Personen-Chat die Namen der Teilnehmer angezeigt werden. Dafür ist es ok, den Rest der Nachrichten werde ich größtenteils ignorieren, wenn ich nicht explizit erkennen kann, von wem sie sind.

 

Kawa-Tagebuch

8. Dezember 2015 · Will Sagen

Bei der Unterhaltung diverser Fahrzeuge fällt es mir inzwischen schwer, nachzuvollziehen, wann ich was damit gemacht habe: Ölwechsel, Achsschenkel abschmieren, neue Reifen, sowas halt. Aber, wozu hat man ein Weblog? Daher fange ich nun für meine letzte Neuerwerbung damit an. Mal sehen, wie konsequent ich das durchhalte …

Geworden ist es eine Kawasaki 440 LTD von 1981.

Probefahrt: 27.11.2015 bei Kilometerstand 49175,6

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Dann bei ebay ersteigert und gekauft am 03.12.2015

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Erste Umbauten folgen:

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Krieg? Gefällt mir. Nicht.

4. Dezember 2015 · Will Sagen

Heute klickt ein Großteil der Bundestagsabgeordneten zum Thema Krieg in Syrien sehr wahrscheinlich den „Gefällt mir“-Button, um es mal im Facebook-Sprech auszudrücken. Dabei haben sie laut einer Umfrage einen Großteil der Bevölkerung hinter sich, also ist die Entscheidung demokratisch vielleicht in Ordnung.

Ich hatte eben einen Gerichtstermin in der Turmstraße und kam auf dem Weg zurück zum Auto am Friedhof in der Wilsnacker Straße vorbei. An der Friedhofsmauer ist diese Bronzetafel angebracht:

Hier wurden über 300 Menschen begraben, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Umkreis dieses Friedhofs ums Leben kamen. Sie starben bei Kampfhandlungen, im Luftschutzkeller, beim Beschaffen des Notwendigen, durch Genickschuss oder begingen Selbstmord.

Der Wahn allein war Herr in diesem Land.
In Leichenfeldern schliesst sein stolzer Lauf,
und Elend, unermessbar, steigt herauf.

Albrecht Haushofer, Moabiter Sonette.

Wem Krieg gefällt, dem gefällt auch diese Tafel.

Mag sein, dass ich in meinem Pazifismus naiv bin. Aber dass Krieg irgendwo zu Frieden führt, ohne dass ein Großteil der Zivilbevölkerung darunter extrem zu leiden hat, ist eine ebenso naive Wunschvorstellung.

 

Deutsche Sprache – schwere Sprache

20. November 2015 · Will Sagen

Heute nachmittag poppten in meiner Facebook-Timeline plötzlich viele kleine, langweilig aussehende Clips auf.

Jemand hatte diesen Youtube-Kanal entdeckt. Und da finden sich echte Perlen! Harmlose Optik, völlig ernsthafte Tonlage, aber so göttlich schräg. Ich hab Tränen gelacht. Meine Favoriten:

Oder auch:

Ach, sie sind einfach alle herrlich. 🙂

Danke, Internet, Prost!

Es ist nicht für die Menschen.

28. Oktober 2015 · Will Sagen

Ein sehr guter, sehr kluger Freund von mir sagt sehr oft, weil sich dauernd Gelegenheit dazu bietet:

„Es ist nicht für die Menschen.“

Jedes Vorgehen, jede Entscheidung über das öffentliche Zusammenleben und Wirken von Seiten der Politik muss sich der Frage unterwerfen: „Ist es für die Menschen?“ Da sie Volksvertreter sind, muss die Antwort stets „ja“ lauten.

Gestern eine kaum durchschaubare Entscheidung zur Netzneutralität. Die Nachrichten vermelden: „EU sichert Netzneutralität“, Online-Medien „EU schafft Netzneutralität ab“. Wenn Entscheidungen so auslegbar sind, sind sie nicht für die Menschen.

Man möchte einen Flughafen bauen. Man sucht sich einen Standort aus, der an den Startbahnenden besiedelt ist. „Eine politische Entscheidung für den Standort.“ Ist es für die Menschen? Nein. Wenn man schon betonen muss, dass es eine politische Entscheidung sei, hat man bereits aufgegeben, dass es eine Entscheidung für den Menschen sein könnte. Denn dann hätte man dieses Erklärungsadjektiv „politisch“ gar nicht gebraucht.

Brandschutz. Man bekommt einen Flughafen (am falschen Standort) nicht in die Gänge, weil (überwiegend) der Brandschutz nicht in den Griff zu kriegen ist. Sind die Brandschutzbestimmungen wirklich für die Menschen (so viele Großbrände gibt es ja nicht), oder baut man eher gegen den finanziellen Katastrophenfall der Versicherer? Ist es für die Menschen? Nein.

Eine 350 m lange, extrem kaputte Hauptstraße in meinem Viertel wird nach Jahren des Wartens erneuert. Das soll rund 3 Jahre dauern. Man schafft also gut 30 cm am Tag. Ist es für die Menschen, ein bisschen Baukosten zu sparen, weil man den billigsten Anbieter genommen hat, aber nun stehen jahrelang Tausende Menschen im Stau? Nein. (Nebenaspekt ist, dass im Stau Stehen volkswirtschaftlich gesehen auch schädlich ist.)

Staatsunternehmen, die den Grundbedürfnissen der Menschen dienen (ÖP(N)V, Wasser, Energie) werden privatisiert. Wenige können nun Gewinne aus den Unternehmen absaugen. Ist das für die Menschen? Nein.

Da wird über ein Freihandelsabkommen verhandelt, aber alles geschieht hinter verschlossenen Türen. Das macht man nur, wenn man etwas zu verbergen hat. Ist das für die Menschen? Nein.

Die Bevölkerung steht unter Generalverdacht, angeblich Terroranschläge zu planen, weswegen man ihre gesamte elektronische Kommunikation überwachen und speichern muss. Ist das für die Menschen? Nein.

Ist es für die Menschen, wenn man behauptet, alle seien vor dem Gesetz gleich, aber irgendwie stimmt das nicht, weil nicht alle überall hinreisen dürfen, wohin sie wollen, um dort ihr Glück zu versuchen, solange sie nicht unter Lebensgefahr geflohen sind, was sie auch noch nachweisen können müssen?

Auch wenn ich alles andere als Fußballfan bin: Ist es für die Menschen, wenn man sich Gelder hin- und herschiebt, um Werbeeinnahmen zu maximieren (das Geld kommt letztlich von den Fans) und um Tourniere in politisch fraglichen Systemen auszutragen?

Ich würde mir wünschen, dass sich Entscheider wieder öfter unvoreingenommen, unbeeinflusst und unabhängig die Frage stellen:

„Ist es für die Menschen?“