DHL: Eine tolle Fahrt im Nonservice-Karussell

Ich erwarte ein Paket. Da geht es mir nicht anders, als vielen Menschen auf diesem Globus. Ich habe etwas bei ebay gekauft. Dort ist meine Adresse seit Jahren unverändert hinterlegt.

Aber das Paket kommt nicht. In der Sendungsverfolgung verändert sich der Status ein paar Tage nicht. Dann wird das Paket ins Auslieferungsauto geladen, fährt einen Tag durch die Gegend. Ich lese als nächstes die Meldung, dass mit dem Empfänger eine Lagerfrist vereinbart worden sei. Ich habe aber gar nichts veranlasst.

Dann wandert das Paket wieder in das Auslieferungsauto. Als nächstes heißt es „Empfänger unbekannt“. Kann ja nicht wahr sein, also greife ich zum Telefonhörer und will die Hotline anrufen.

Aber ich finde gar keine Telefonnummer. Wieder und wieder klicke ich auf der Sendungsverfolgungsseite herum und sitze offenkundig in einem Nonservice-Karussell und fahre Runde um Runde. Ich frage die alte Tante Google nach einer Telefonnummer und sie verrät sie mir:

0228/4333112.

Ja, man habe das Paket versucht auszuliefern. Zu der Frage, wo ich eine Lagerung vereinbart hätte, kein Wort. Auf dem Paket sei als Adresse „Alte Schönhauser Straße“ angegeben, sagt mir der Telefonist. Richtig wäre „Schönhauser Allee“, sage ich und frage, wie das denn wohl sein könnte. Die Daten würden ja elektronisch übermittelt. Keine Antwort. Immerhin ist die eine Straße die Fortsetzung der anderen. Der Mensch von der Hotline meint, er würde jetzt „in das System“ eingeben, dass das Paket an die richtige Adresse geliefert wird.

Einen halben Tag später sehe ich, dass das Paket seinen Rückweg angetreten hat. unbenannt2

Am nächsten Morgen rufe ich wieder bei der Hotline an, was denn das jetzt solle. Ja, da kann man nichts mehr machen. Das Paket geht jetzt zurück. Die Frage, ob ich ihn jetzt anschreien oder einfach eine Viertelstunde ausharren müsse, damit etwas passiert, beantwortet er immer wieder stereotyp mit (sinngemäß): Jetzt ist alles zu spät. Und: Der Versender müsse sich jetzt bei DHL melden, damit er eine neue (kostenlose …) Paketmarke bekommt.

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist gar keine Hotline. Diese Hotline hat einzig und allein die Aufgabe, verdrossene Kunden eine Zeit lang hinzuhalten, bis sie sich entweder besser oder wenigstens anders fühlen. Es gibt ganz offensichtlich überhaupt keine Verbindung zwischen der DHL-Hotline und dem DHL-Paketdienst. Auf der einen Seite quatscht man ein bisschen mit den Kunden, auf der anderen schiebt man lustlos die Pakete mal hierhin, mal dahin. Kurz darauf bietet man mir noch die Möglichkeit an, das Problem via Facebook-Chat zu klären, schließlich habe ich meinem Unmut bereits über Twitter und eben auch Facebook Luft gemacht. Ergebnis: Das gleiche. Wer will, kann das hier nachlesen.

Dieses gesamte Online-Bestelldings ist im Grunde nur eine groß angelegte Förderung des lokalen Handels. Das wird mir jetzt langsam klar.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.