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Drohnenverordnung – Dobrindt: Nur herrenlose Drohnen dürfen in Wohngebieten fliegen

Montag, 10. April 2017 12:19

Nun ist sie also da, die „Drohnenverordnung„. Nur weil ein paar dahergelaufene Hansel, die sich im Supermarkt eine „Drohne“ in den Einkaufswagen gepackt haben und damit postwendend auf Nachbars Kaffeetisch gelandet sind, ist nun mal eben der gesamte Modellflug Dobrindts aktionistischer Regulierungswut zum Opfer gefallen.

Wie üblich hat man es mal wieder geschafft, unter Beweis zu stellen, dass man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Denn es heißt:

„Der Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen
und Flugmodellen ist verboten, […]

über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse
des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt
oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der
Lage sind, optische, akustische oder Funksignale
zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen,
es sei denn, der durch den Betrieb
über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen
Rechten betroffene Eigentümer oder sonstige
Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich
zugestimmt“

Man fasst sich wirklich an den Kopf, was für Anfänger da am Werke sind. Also erst, wenn die superduper Supermarktdrohne nach dem Ausfall der Fernsteuerung keine Funksignale mehr empfangen kann, darf sie legal in der Käsesahnetorte aufschlagen?

Man kann diesen ganzen Unfug einfach nicht ernst nehmen, der einem da als „Klare Regeln für Betrieb von Drohnen“ verkauft wird.

Thema: Ach geh mir wech | Kommentare (0) | Autor:

“Ein Auto wollen Sie kaufen? Nicht! Mit! Uns!”

Donnerstag, 2. März 2017 11:46

Die Fahrverbote für Euro5-Diesel rücken näher. Vor etwa 10 Jahren habe ich den “Spaß” im Oldtimerbereich durchexerziert: Berlin war ganz vorne dabei, eine sog. “Umweltzone” einzurichten. Erst im letzten Moment kam die Ausnahme für Autos mit H-Kennzeichen. Immerhin. Nun könnte es wieder ein Auto aus dem eigenen Fuhrpark treffen. Einen “älteren” Diesel, nämlich den erst vor 1,5 Jahren gekauften 2012er Volvo V40 II mit D3-Motor (Fünfzylinder).

Aus der Umweltzonendiskussion ist seinerzeit ziemlich deutlich hervorgegangen, dass die Luftreinhaltung nur vorgeschobene Schutzbehauptung ist. Denn eigentlich soll es um Wirtschaftsförderung gehen. Also bin ich brav, und schaue mich nach einem neuen Auto um. Und wenn ich “neu” sage, meine ich auch durchaus “neu”. Und ich will noch eins oben draufsetzen: Denn es könnte tatsächlich ein Auto sein, das zumindest in der Innenstadt (wo eher weniger Kraftwerke stehen) für bessere Luft sorgt, nämlich ein Plugin-Hybrid. Ich habe Drehstrom in der Garage und einen Stellplatz direkt davor: Es könnte nicht besser sein.

Aber ich habe die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Autombilbranche gemacht.

Als erstes Auto, das mich interessiert, kommt der gerade neu vorgestellte Mini Countryman Plugin Hybrid in Frage. Ich nehme mit Mini-Berlin Kontakt auf, als man das Auto noch nicht selbst konfigurieren kann. Wir vereinbaren, dass ich einen normalen Countryman “zusammenklicke” und der Mini-Mann vom Blumberger Damm daraus einen Plugin-Hybrid macht. Alles kein Problem, höre ich, nur die Anhängerkupplung, das ginge nicht. Man schreibt mir sogar eine Begründung, bzw. schickt mir per Mail einen Screenshot, vermutlich aus einer Art internem FAQ:

„Warum kann keine Heckgepäckträgervorbereitung bzw. keine Anhängerkupplung verbaut werden?

Der zusätzliche Bauraum, der für die Heckgepäckträgervorbereitung bzw. die Anhängerkupplung benötigt wird, ist bei diesem Modell nicht vorhanden, da dort die Batterie verbaut ist. Die Positionierung bietet höchste Crash-Sicherheit.“

Nun habe ich schon selbst ein paar Anhängerkupplungen an Fahrzeugen montiert, und als Unfallanalytiker weiß ich ein bisschen was über das Crashverhalten von Fahrzeugen. I. d. R. wird die Anhängerkupplung statt des Heckquerträgers unter der Stoßfängerverkleidung montiert. Ich habe extra nachgesehen: Beim Vorgängermodell (nicht-Hybrid) ist das auch so. Versteifungen nach weiter vorn sind nicht vorgesehen.

Allerdings kann ich mir schlechterdings  vorstellen, dass der sicherste Einbauraum für die Batterien IM Heckstoßfänger im direkten Aufprallbereich bei einem Auffahrunfall sein soll.

Da mich das Auto durchaus interessiert, bitte ich nunmehr um Aufklärung: Eine Auto mit einer „Sprengladung“ im Heckstoßfänger würde ich ungern kaufen wollen. Oder lässt sich ggf. doch eine Anhängerkupplung montieren?, frage ich bei der Mini-Kundenberatung nach.

Es kommt eine Textbausteinantwort:

 

vielen Dank für Ihr Interesse an unserem neuen Mini Countryman Plugin Hybrid.

Ihre Email haben wir an die Fachabteilung weitergeleitet, die Kollegen werden sich mit Ihnen schnellstmöglich in Verbindung setzen.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag.

Das war am 23.2.2017. Bis heute hat sich nichts mehr getan. Ich recherchiere noch, dass beim BMW 225 XE (den ich optisch relativ furchtbar finde) das gleiche Problem auftritt, da das Auto auf der gleichen Plattform basiert. Das war es also mit BMW/Mini.

Aber es gibt ja noch mehr Hersteller. Ich stoße auf den Hyundai Ioniq. Noch nie gehört. Den gibt es als Hybrid und als reines Elektrofahrzeug. Nun soll er laut Webseite 2017 als Plugin Hybrid erscheinen. Ich frage bei Hyundai per Mail an, a) wann das Auto zu haben ist und b) ob man eine Anhängerkupplung anbauen kann. Man stellt sich tot. Keine Antwort seit einer Woche. Abgesehen davon ist mir der Hyundai wie viele andere Autos (Toyota Prius z. B.) auch ein bisschen zu lahm, also lasse ich den Blick weiter schweifen und kehre aus Korea zurück nach Deutschland.

Audi A3 e-tron.

Sieht ein bisschen klein aus. Ein Grund mit, den Volvo V40 zu verkaufen, ist, dass ich kürzlich daran gescheitert bin, eine Schubkarre in den Kofferraum zu laden. Bei meinem 50 Jahre alten Fiat 500 Kombi hätte ich das Problem nicht. Also wäre ein etwas größeres Auto nicht schlecht. Betonung liegt auf etwas, denn Bjoern schlägt mir den Mitsubishi Outlander vor. Den habe ich im Grunde schon länger auf dem Schirm, kommt aber definitiv aufgrund seiner Größe nicht in Frage. Also Audi. Für den bekommt man sogar eine Anhängerkupplung (was BMW/Mini übrigens kaum für möglich hält …)

Ich suche bei mobile.de nach Gebraucht- und Vorführwagen, und finde 3 Stück in Berlin. Prima!, denke ich. Da machen wir am Samstag gleich mal eine Probefahrt. Aber ach:

zu meinem Bedauern kann ich Ihnen den Terminwunsch nicht erfüllen.

Das Fahrzeug befindet sich gerade in der Abmeldung & anschliessend in der Aufbereitung zum Verkauf als Gebrauchtwagen.

Ein genaues Zeitfenster kann ich da leider nicht nennen.

bekomme ich als Antwort auf meine Frage. Ich dachte ja, dass Autos, die bei mobile.de angeboten werden, vielleicht verfügbar oder gar käuflich seien. Aber weit gefehlt!

Ich flehe noch, es müsse ja nicht genau der sein, einer der anderen täte es auch und überhaupt würde ich vielleicht sogar einen neuen kaufen. Ja, man würde meine Daten dann an die Kollegen vom Neuwagenverkauf weitergeben. Ich stimme zu. Seitdem Schweigen im Walde. Das war am 28.2.2017.

Zwischenzeitlich erfahre ich, dass auch VW mit dem Golf GTE einen Plugin Hybrid im Angebot hat. Die Plattform ist die gleiche wie beim A3 e-tron, und es gibt ihn auch mit Anhängerkupplung. Ich finde einige gebrauchte, aber inzwischen hat mich der Antrieb verlassen, überhaupt noch zu fragen, ob man möglicherweise gewillt wäre, mir so ein Auto zu verkaufen und zuvor sogar einmal mich hineinsetzen und eine Runde fahren zu lassen. Dabei sind die karierten Sitze wirklich hübsch!

Ein Kollege schlägt mir noch den Peugeot 3008 vor. Den soll es auch bald als Plugin Hybrid (allerdings mit noch ungeklärter Anhängerkupplungsfrage) geben. Ein bisschen Stolz habe ich ja auch noch und meine: Wenn das Auto 10 cm flacher wäre, könnte man drüber nachdenken und pfusche das quick&dirty mit Photoshop hin. So könnte ich mir das vielleicht vorstellen:

Aber ach. Der Volvo ist eigentlich ein super Auto. Und so schnell werden die Fahrverbote doch bestimmt doch gar nicht kommen, oder? Und wenn es soweit ist, kaufe ich eben einen alten gebrauchten Benziner, der noch fahren darf, beim nächsten Wimpelhändler an der Ecke. Da weiß man wenigstens vorher, dass man an der Nase herumgeführt wird, wenn man jemandem eimerweise Geld in die Bude tragen will.

Thema: rolling rolling rolling | Kommentare (0) | Autor:

Stauchorama

Donnerstag, 29. Dezember 2016 16:58

Wenn man Langeweile hat, auf dem Beifahrersitz eines Autos sitzt und dabei ein iPad in der Hand hält, kann man auch gleich eine neue Kunstform erschaffen: Das Stauchorama. Man wählt in der Kamera-App „Panorama“ aus und panoramisiert einfach zur Seite aus dem fahrenden Fahrzeug hinaus. Das ergibt dann z. B. so eine Ente:

Thema: abgelichtet | Kommentare (0) | Autor:

Alle Jahre wieder

Samstag, 24. Dezember 2016 13:56

Last xmas – my revenge

Thema: Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Kommentare (0) | Autor:

Kawa-Tagebuch: Die Freuden des kleinen Moppedschraubers

Freitag, 30. September 2016 8:41

klobiges_ruecklichtAn mein Mopped habe ich ein anderes Rücklicht angeschraubt. Das originale war mir zu klobig.

Das neue Rücklicht hatte ich quasi mal als Wechselgeld erhalten. Auf dem Flohmarkt vor vielen, vielen Jahren hatte ich eine Kiste mit NSU-TT-Rückleuchten erstanden, die ich mal an meinen Anhänger bauen wollte (was ich nie umgesetzt habe). Ich wollte den Preis etwas drücken, aber statt Nachlass bekam ich noch ein Rücklicht oben drauf. Offensichtlich von einem Moped oder Motorrad. schoenes_ruecklicht

Als wir am letzten Sonntag so durch die Knorrpromenade wanderten, sahen meine kleinen Augen, die die Umwelt ständig nach fahrbarem Gerät scannen, ein kleines Moped hinter einer Laterne stehen, eine Yamaha 50 (mir) unbekannten Baujahres. Und an diesem Moped war doch tatsächlich so ein Rücklicht angeschraubt, das bei mir erst 20 Jahre verstaubte und jetzt an meinem Mopped prangt. Dort sah es recht original aus.

yamaha2Ich dachte immer, das Rücklicht sei von einer Honda. Warum auch immer. Und, dass seitlich Reflektoren in den Vertiefungen fehlen würden. Das ist offensichtlich nicht der Fall.

Leider stand das Moped so doof zwischen Laterne und Autos, dass es sich nicht gut fotografieren ließ. Immerhin ist nun die mich lange quälende Frage geklärt, woher das Rücklicht stammt. Endlich kann ich wieder ruhig schlafen. Das sind die Freuden des kleinen Moppedschraubers.

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Thema: Das Leben ist schön!, rolling rolling rolling | Kommentare (0) | Autor:

Low-budget-Endoskop für Unfallanalytiker

Donnerstag, 22. September 2016 9:04

Moderne Autos bestehen hinten und vorne aus ungefähr zirkuszeltgroßen Plastikteilen. Früher ™ war die Karosserie aus Blech, und man schraubte zusätzlich noch Stoßstangen aus Blech an, dann, etwas später aus Plastik. Da konnte man noch dahinterschauen, um nach Schäden zu suchen. Das geht seit einiger Jahren nicht mehr.

Um verbogene Schäden wie einen leicht verformten Querträger aufzustöbern, betreibt man entweder viel Aufwand und demontiert die Stoßfängerverkleidungen, was bei verunfallten Autos insbesondere beim Wiederzusammenbauen zu großen Schwierigkeiten aufgrund verspannter und verzogener Teile führen kann, oder man behilft sich moderner Technik. Die ist aber leider manchmal ganz schön teuer.

Es geht aber auch günstiger und gar nicht mal so schlecht. Wenn man sich bei Amazon oder eBay mal umschaut, entdeckt man dort USB-Endoskope. Die meisten haben eine sehr bescheidene Auflösung, es gibt aber auch Geräte in der 20 bis 30-Euro-Klasse mit 2 Megapixeln, was gar nicht so schlecht ist. Sowas habe ich mir dann mal besorgt. Das Problem an den Dinger ist aber, dass Scharfstellgrenze etwa zwischen 2 und 10 cm liegt. Das ist zu wenig, unterm Auto bzw. hinterm Stoßfänger muss man schon mal bis zu einem Meter weit gucken können.

pass_img_6636Da die Dinger ja nun mal nicht die Welt kosten, war ich bereit, u. U. eines zu opfern und fing an, daran zu rupfen. Erst mal am hinteren Verschlusspröppel. Aber da kam ich nicht weiter. Also habe ich den kleinen Rohrschneider angesetzt und das ganze Ding vorn im Kamerabereich aufgeschnitten.

pass_img_6639Kurze Zeit später hatte ich den vorderen Deckel sauber abgetrennt. Der Blick fällt auf den LED-Ring, der dazu dient, den Bereich auszuleuchten, den man filmen oder fotografieren möchte. Das kann man in einer gewissen Vergrößerung hier sehen. Das Bild ist mit einem anderen Endoskop aufgenommen, das VGA-Auflösung macht. Hier habe ich den Ring bereits abgehoben und etwas zur Seite gebogen.

pass_dcim0007Nun habe ich mal ganz vorn an der Kamera gedreht. Und siehe da: Es machte leicht „knuck“, und dann konnte man das Objektiv, das in einem Gewinde sitzt, drehen. Damit lässt sich der Fokusbereich einstellen.

Also machte ich mal ein paar Fotos an Zollstöcken entlang, um das Ergebnis einzuschätzen und das Objektiv für meine Zwecke einzustellen.

Vorher:

vorher

Nachher:

nachher

Hat sich eindeutig für meine Zwecke zum Positiven verändert. Dass man keine Wunder erwarten darf, ist klar, aber es reicht mir. Danach musste es natürlich noch zusammengebaut werden – mit Schrumpfschlauch. Da das Endoskop an ein ziemlich flexibles Kabel montiert ist, habe ich eine Stange Lötzinn mit eingeschrumpft. Damit kann man es nun hin- und herbiegen, wie man es gerade braucht, wobei es dann in der gewählten Position bleibt. Vorher war es wasserdicht, das würde ich jetzt nicht mehr gewährleisten. Muss es aber auch nicht sein. Es gibt wohl Leute, die damit vor allem Abwasserleitungen bestaunen. Von eigenhändigen Darmspiegelungen wird abgeraten.

img_7056Erst wollte ich das Endoskop an einem Android-Smartphone betreiben. Das hat aber alles nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstellte. Ich hätte wohl ein ziemlich neues Gerät anschaffen müssen. Daher ist es nun an ein TrekStor SurfTab wintron 7.0 angeschlossen. Das kostet rund 60  Euro, und es ist sogar Windows 10 installiert. Schließt man das Endoskop an, das als Kamera erkannt wird, kann man mit der Kamera-App gleich loslegen und fotografieren. Die Dateien saugt man anschließend per Wifi oder USB-Stick herunter. Geht prima.

Hier sieht man beispielsweise die rechte Ecke des vorderen Querträgers meines BMW.

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Könnte schlechter sein. Schön wäre natürlich mehr Licht und mehr Weitwinkel. Es wird also nicht langweilig.

 

 

 

Thema: Neues aus der Bastelbude | Kommentare (0) | Autor:

AfD-ler sind für mich Nazis

Montag, 19. September 2016 8:44

Wenn der Begriff „Nazi“ fällt, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Das hat verschiedene Gründe. In erster Linie bin ich von Kindesbeinen an sensibilisiert worden, dass es sich bei Vertretern dieser Ideologie schlicht um Abschaum handelt. Ihr Denken und Handeln ist darauf ausgelegt, anderen zu schaden, von denen sie meinen, sie würden sich irgendwie rassisch unterscheiden. Sie halten sich selbst für etwas besseres. Außerdem hat meine Mutter den Krieg als kleines Mädchen bewusst miterlebt, die Familie hatte unmittelbar unter den Nazis zu leiden, so dass mir aus erster Hand von damals berichtet wurde. Das reicht bei mir hoffentlich für ein Leben, um niemals solchen Schergen auf den Leim zu gehen.

Nun erleben wir in der Welt, insbesondere auch hierzulande, wie Leute mit solchem Gedankengut wieder Oberwasser gewinnen. Ich habe mich also gefragt, ob man Anhänger der AfD als Nazis bezeichnen sollte. Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass das richtig ist.

In den letzten Jahren ist der Nazibegriff wieder salonfähig geworden, aber vielfach auf verharmlosende Weise, wie z. B. der Rechtschreibnazi. Macht jemand auf pingelige Weise darauf aufmerksam, dass etwas falsch geschrieben ist, kommt jemand anders mit dem Begriff Rechtschreibnazi um die Ecke. Auch andernorts wird gewisse Penetranz, auf Einhaltung von Regeln hinzuweisen, gern mit Irgendwasnazi umschrieben. Ich bin kein Freund davon und finde das auch falsch. Die Gräueltaten der Nazis sind im Grunde mit nichts vergleichbar, daher ist jeder Verballhornung gleichzeitig ein Schritt dahin, dass Menschen glauben, ach, so schlimm ist das ja nicht: Ein paar Millionen Menschen abschlachten ist ja das Gleiche, wie drei falsch gesetzte Kommas. Klar. Das ist jetzt stark verkürzt und vereinfacht, aber die gedankliche Grundtendenz geht in die Richtung. Man muss sich also fragen, ob die Bezeichnung von AfD-Wählern, -Anhängern und -Mitgliedern auch eine Verharmlosung des Nazibegriffs ist. Und an der Stelle bin ich der Meinung, dass das nicht der Fall ist.

Die AfD und ihre Sprachrohre wirken auf mich so, als sei das der gleiche Duktus, der Ende der 1920, Anfang der 1930er Jahre zum Aufstieg der Nazis geführt hat. Das Handeln einiger Anhänger ist direkt mit Vorkommnissen in den 1930er Jahren z. B. bei der Judenverfolgung zu vergleichen. Noch ein paar strahlende Demagogen mehr und es ist wieder so weit.

Darum werde ich AfD-Leute als Nazis bezeichnen.

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DHL: Eine tolle Fahrt im Nonservice-Karussell

Freitag, 16. September 2016 9:54

Ich erwarte ein Paket. Da geht es mir nicht anders, als vielen Menschen auf diesem Globus. Ich habe etwas bei ebay gekauft. Dort ist meine Adresse seit Jahren unverändert hinterlegt.

Aber das Paket kommt nicht. In der Sendungsverfolgung verändert sich der Status ein paar Tage nicht. Dann wird das Paket ins Auslieferungsauto geladen, fährt einen Tag durch die Gegend. Ich lese als nächstes die Meldung, dass mit dem Empfänger eine Lagerfrist vereinbart worden sei. Ich habe aber gar nichts veranlasst.

Dann wandert das Paket wieder in das Auslieferungsauto. Als nächstes heißt es „Empfänger unbekannt“. Kann ja nicht wahr sein, also greife ich zum Telefonhörer und will die Hotline anrufen.

Aber ich finde gar keine Telefonnummer. Wieder und wieder klicke ich auf der Sendungsverfolgungsseite herum und sitze offenkundig in einem Nonservice-Karussell und fahre Runde um Runde. Ich frage die alte Tante Google nach einer Telefonnummer und sie verrät sie mir:

0228/4333112.

Ja, man habe das Paket versucht auszuliefern. Zu der Frage, wo ich eine Lagerung vereinbart hätte, kein Wort. Auf dem Paket sei als Adresse „Alte Schönhauser Straße“ angegeben, sagt mir der Telefonist. Richtig wäre „Schönhauser Allee“, sage ich und frage, wie das denn wohl sein könnte. Die Daten würden ja elektronisch übermittelt. Keine Antwort. Immerhin ist die eine Straße die Fortsetzung der anderen. Der Mensch von der Hotline meint, er würde jetzt „in das System“ eingeben, dass das Paket an die richtige Adresse geliefert wird.

Einen halben Tag später sehe ich, dass das Paket seinen Rückweg angetreten hat. unbenannt2

Am nächsten Morgen rufe ich wieder bei der Hotline an, was denn das jetzt solle. Ja, da kann man nichts mehr machen. Das Paket geht jetzt zurück. Die Frage, ob ich ihn jetzt anschreien oder einfach eine Viertelstunde ausharren müsse, damit etwas passiert, beantwortet er immer wieder stereotyp mit (sinngemäß): Jetzt ist alles zu spät. Und: Der Versender müsse sich jetzt bei DHL melden, damit er eine neue (kostenlose …) Paketmarke bekommt.

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist gar keine Hotline. Diese Hotline hat einzig und allein die Aufgabe, verdrossene Kunden eine Zeit lang hinzuhalten, bis sie sich entweder besser oder wenigstens anders fühlen. Es gibt ganz offensichtlich überhaupt keine Verbindung zwischen der DHL-Hotline und dem DHL-Paketdienst. Auf der einen Seite quatscht man ein bisschen mit den Kunden, auf der anderen schiebt man lustlos die Pakete mal hierhin, mal dahin. Kurz darauf bietet man mir noch die Möglichkeit an, das Problem via Facebook-Chat zu klären, schließlich habe ich meinem Unmut bereits über Twitter und eben auch Facebook Luft gemacht. Ergebnis: Das gleiche. Wer will, kann das hier nachlesen.

Dieses gesamte Online-Bestelldings ist im Grunde nur eine groß angelegte Förderung des lokalen Handels. Das wird mir jetzt langsam klar.

 

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Kreuz und quer – auch in der Luft

Mittwoch, 24. August 2016 13:48

Die Diskussion, was mit sog. Drohnen erlaubt ist, womit der Volksmund neuerdings „Multicopter mit Kamera“ meint, ist in vollem Gange. Jeder weiß es besser als der andere, aber kaum einer kennt sich mit den bestehenden Regeln aus. Dass für Multicopter als erstes mal die gleichen Regeln gelten wie für Modellflugzeuge gelten, liegt eigentlich auf der Hand.

Die Tage hatte ich den Plan, mal auf einem Modellflugplatz der Urlaubsregion fliegen zu gehen. Ich suchte mit der App „Model Airfields“ den nächst gelegenen Modellflugplatz und ließ mich dorthin navigieren. Es ging durch ein Gewerbegebiet hindurch, und plötzlich stand ich an einem Segelfluggelände. Im Hintergrund sah ich auch ein paar Modellflieger. Aber vor allem stand ich vor einem Schild, das relativ unmissverständlich sagte, dass das Überqueren bei Flugbetrieb keine gute Idee sei. Der am nahen Platzende stehende Dimona-Motorsegler und zwei in der unmittelbaren Umgebung kreisende Segelflieger zeugten eindeutig von Flugbetrieb. Dass es Modellflieger und Manntragende in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, ist nichts neues, und kenne ich z. B. aus Achmer bei Osnabrück. Eigentlich ist Modellflug in einer Zone von 1,5 km um einen Flugplatz verboten. Will man doch mal in der Nähe eines Flugplatzes fliegen, muss man Kontakt mit der Flugleitung aufnehmen.

An einem alten Bulli saßen zwei Leute, von denen sich einer als Flugleiter zu erkennen gab. Ich grüßte freundlich und fragte erst mal, wie das hier so läuft mit parallelem Betrieb von Segelflug- und Modellfluggelände. „Alles kein Problem. Die Segelflieger hier und die Modellflieger jenseits der Platzkante. Manchmal kommen die Modellflieger aber auch ganz schön dicht hier herüber. Grüß mal schön da drüben und mache noch mal drauf aufmerksam, wo die Grenze ist.“, bekam ich mit auf den Weg.

Ich vergewisserte mich, dass gerade kein manntragender Flieger im Anflug war und setzte mich in Bewegung. Auch die Modellflieger wiesen mich kurz ein: „Nicht über die Platzkante, am besten diesseits des Platzes.“ und zeigten in die dem Segelflugplatz abgewandte Richtung. Klare Anweisung. Kein Problem, Platz war genug und der Wind blies auch so, dass es mit dem Landeanflug keine Probleme geben würde.

Ich packte also den ersten Akku in meinen neu erworbenen „Bixler“, auf dem bereits eine Kamera hockte, und flog los. Mal hier, mal dorthin, immer auf der angewiesenen Seite des Platzes. Erst landete parallel ein Segelflieger in sicherem Abstand. Schön zu sehen, wie manntragendes und Modellflugzeug parallel ihre Bahn zogen.

Plötzlich rief einer der herumstehenden Modellflieger: „Achtung, Segelflugzeug von rechts!“ Ich hatte gerade ganz gute Höhe (schätzungsweise 100 m) und war ziemlich direkt über dem Modellflugplatz, als ein Segelflugzeug von rechts quer über den Modellflugplatz unter meinem Modellflugzeug ankam, um offensichtlich direkt in Richtung Hangar zu landen. Man sieht den Höhenunterschied und die Flugrichtung ganz gut am unteren Bildrand meines kurzen Videos. Eine aufziehende Schlechtwetterfront veranlasste die Flieger, vorzeitig einzupacken. „Das machen die öfter.“, sagte einer der Modellflieger wohl als Reaktion auf meine Verwunderung, wo doch vorher alles so gut geklärt war.

Gefahr bestand zu keinem Zeitpunkt. Es kann sogar gut sein, dass der Pilot im Segelflugzeug mein Modellflugzeug gesehen hat und die Lage so einschätzte, dass ich genügend Höhe hatte, damit er unter mir kreuzen kann. Allerdings fliegt man mit einem Modellflugzeug schon mal Kapriolen, die man mit einem großen Flugzeug niemals fliegen würde. Ein schneller Abschwung, um mal kurz tief über den Platz zu brettern, kommt schon oft vor. Im Gegensatz zu Motorfliegern schleichen sich Segelflugzeuge auch ganz schön an, so dass man sie erst relativ spät wahrnimmt.

Was kann man nun daraus lernen? Eigentlich nicht viel, außer dass Regeln und vor allem Umsicht nicht völliger Unsinn sind. Nur dass die leidige Diskussion über verschärfte Regeln für Modellflieger unsinnig sind, das wird dadurch schon deutlich unterstrichen. Das Einhalten der vorhandenen Regeln reicht völlig.

 

Thema: danke es geht, zum Abheben | Kommentare (0) | Autor:

Dem Messschieber das Stromsparen beibringen

Freitag, 29. Juli 2016 8:22

FullSizeRenderVor vielleicht 10 Jahren kamen sie auf, die Messschieber mit Digitalanzeige. Schluss war’s mit Nonius ablesen. Man misst zwar mit dem Elektronikding nicht unbedingt genau, aber es ist auf jeden Fall einfacher ablesbar. Klar, dass ich an jeder Wirkungsstätte so ein Ding haben musste: Bastelbude, Büro, Drehmaschine usw.

Problem: Ruckzuck waren die Batterien leer. Es mag unterschiedliche Serien geben, aber meine hatten die Eigenschaft, beim bloßen Rumliegen Batterien zu fressen. Da ich den Messschieber im Büro nur selten brauche, nehme ich dort stets die Batterie heraus. Das geht. Aber vor allem beim Bastelbudenmessschieber musste eine andere, besser bedienbare Lösung her: Ein Schalter.

IMG_6662Also hab ich mir den zur Verfügung stehenden Platz mal angesehen und festgestellt, dass der für einen kleinen Schiebeschalter, wie ich sie mal im 10er-Pack gekauft habe, ausreicht. Oben im Gehäuse findet sich ein Deckel, hinter dem sich ein Schnittanschluss verbirgt. Den habe ich noch nie gebraucht und weiß auch gar nichts damit anzufangen. Dort verschwindet der Schalter im Gehäuse, als wenn es immer so gedacht gewesen wäre. Naja, wenigstens ein bisschen.

IMG_6668An den Schalter selbst habe ich zwei dünne Kabel angelötet und sie mit selbstklebender Metallfolie verbunden. Die wiederum klebt auf sog. Kapton-Band. Das ist ganz dünnes Klebeband mit guten Isolationseigenschaften.

IMG_6665

So sieht dann das ganze Werks aus, das in den Messschieber eingepflanzt wird. Auf der Rückseite drückt der Kontakt auf den normalen Pluspol im Batteriefach, auf der Vorderseite auf die Knopfzelle, dazwischen sitzt nun der Schalter. Funktioniert ganz gut, auch mit der originalen Batterie. Das Batteriefach geht eben etwas strammer zu. Das macht aber nichts, sondern schützt vor Wackelkontakt. Der Messschieber freut sich, wenn man erst auf „Off“ drückt und dann den Schalter umlegt. Das bloße Ausschalten am neuen Schalter verwirrt ihn manchmal ein bisschen, so dass er beim Wiedereinschalten nicht mehr so genau weiß, was er machen soll.

Fröhliches Messen allerseits!

Thema: Neues aus der Bastelbude | Kommentare (0) | Autor: