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The Tucktec bending issue – solved

Mittwoch, 10. August 2022 11:23

(English version below)

Vor ein paar Jahren hab ich mich an einem Crowdfunding beteiligt und in faltbare Kajaks investiert. Wie bei Crowdfunding-Aktionen häufig dauerte es länger als geplant, bis das Produkt endlich fertig war. Dann kam aber das für mich größere Problem: Der Versand der Kajaks von den USA nach Deutschland. Man konnte sich anscheinend nicht einigen, wie die Kajaks verzollt werden sollten. Man ließ sie also einfach in Köln in Containern liegen. Es schien sich niemand mehr darum zu kümmern. Ich hab mich dann direkt an Pete von der Firma Tucktec gewendet und mit ihm vereinbart, die Boote nicht nach Deutschland, sondern zu Freunden in Luxemburg zu schicken, die sie mir dann an den gemeinsamen Urlaubsort mitbrachten. Mit Luxemburg gab es keine Versandprobleme. (Dass die Boote dennoch erst in Köln ankamen, hat mich kurz beunruhigt, es lief dann aber alles problemlos.)

Der komplizierte Versand ist für die folgende Geschichte nicht ganz unwichtig. Tucktec gibt zwar drei Jahre Garantie auf die Boote. Aber was nützt es, wenn man de facto nicht in der Lage ist, sie umzutauschen?

Wir bauten unsere beiden Boote also zusammen und stachen in (den) See. Abgesehen davon, dass ich zu ungelenkig bin, um einigermaßen würdevoll in das Boot zu kommen, war alles ok. Allerdings fing mein orangefarbenes Boot plötzlich an, sich zu verbiegen. Genauer gesagt, haben sich das vordere und das hintere Ende hochgebogen, so wie in diesem Video. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass sich die Ecken, an denen das Boot vor und hinter dem Beginn der Spitzen gefaltet ist, sich nach innen biegt. Dadurch wird der Querschnitt flacher und das ganze Boot knickt an zwei Stellen ein.

Was kann man tun, wenn man am Urlaubsort glücklicherweise eine kleine Werkstatt (samt Stichsäge) zur Verfügung hat? Maßnehmen, in den Baumarkt fahren und Multiplex-Platten kaufen. Dann passende Rippen aussägen und sie vorn und hinten in das Boot stecken. Wie das geht, sieht man auf den folgenden Fotos und in dem kleinen Video. Man muss die Rippen einsetzen, bevor man jeweils die zweite Seitenklammer festspannt. Die Passform ist nicht perfekt und man muss die Rippen ab und zu wieder in die richtige Position bringen. Aber es funktioniert soweit. Ich denke, dass die Gefahr, mit dem Boot abzusaufen, gebannt ist.

A few years ago, I participated in a crowdfunding campaign and invested in foldable kayaks. As is often the case with crowdfunding campaigns, it took longer than planned until the product was finally ready. But then came the bigger problem for me: shipping the kayaks from the USA to Germany. Apparently, they couldn’t agree on how the kayaks should be customs cleared. So they just left them in containers in Cologne. Nobody seemed to care anymore. I then contacted Pete from the company Tucktec directly and agreed with him not to send the boats to Germany, but to friends in Luxembourg, who then brought them to the common vacation spot. There were no shipping problems with Luxembourg. (The fact that the boats nevertheless at first arrived in Cologne worried me briefly, but then everything went smoothly).

The complicated shipping is not completely unimportant for the following story. Tucktec does give a three year warranty on the boats. But what good is it if you are de facto unable to exchange them?

So we assembled our two boats and set out to (the) lake. Other than being too clumsy to get into the boat with any dignity, everything was ok. However, my orange boat suddenly started to bend. More specifically, the front end and the back end bent up, just like in this video. If you look closely, you can see that the corners where the boat is folded in front and behind where the tips start are bending inward. This makes the cross section flatter and the whole boat buckles in two places.

What can you do if you fortunately have a small workshop (complete with jigsaw) at your vacation destination? Take measurements, go to the hardware store and buy multiplex boards. Then saw out suitable ribs and insert them into the front and back of the boat. You can see how this is done in the following photos and in the small video. You have to insert the ribs before you tighten the second side clamp in each case. The fit is not perfect and you have to bring the ribs back into the right position every now and then. But it works so far. I think that the danger of sinking with the boat is banished.

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Nach langer Wartezeit kamen die Boote an. – After a long wait, the boats arrived.

Sie sind sehr schnell aufgebaut. – They are very quickly assembled.

Unterwegs auf dem Krakower See – on the Krakow Lake in Mecklenburg-Vorpommern

Knickstelle, an der der Kunststoff überdehnt ist. – Kink where the plastic is overstretched.

Hintere Rippe – Rear Rib

Vordere Rippe – Front rib

Montage der Verstärkungsrippen – Mounting the reinforcing ribs

Schablone für die Rippen – stencil of the ribs

Das Gitter ist 5 cm breit. Die hintere Rippe ist die mit der durchgezogenen Linie, die vordere mit der gestrichelten.
The width of the grid is 5 cm. The back rib is the one with the solid line, the front one with the dashed line.

 

 

Thema: danke es geht, Draußen nur Kännchen, im Fluss, Neues aus der Bastelbude | Kommentare (2) | Autor:

Wer die Wahl hat

Mittwoch, 25. Mai 2022 9:01

Derzeit wird heftig über die Auswirkungen der letzten Bundestagswahlen gesprochen. Also nicht über die Ergebnisse, sondern speziell über den Ablauf der Wahlen in Berlin. Zu wenig Stimmzettel, Wahllokale zeitweise geschlossen, dann aber auch nach 18 Uhr noch geöffnet. Das sind so die gravierendsten Unregelmäßigkeiten, die ans Licht gekommen sind. Der Bundeswahlleiter hat nun beantragt, dass die Wahl in 6 Wahlkreisen wiederholt werden soll.

Aus der Perspektive eines einfachen Bürgers mit Wahlrecht betrachtet, der im Grunde außer durch die alle Jubeljahre stattfindenden Wahlen nur arg begrenzte Möglichkeiten hat, an der Gestaltung der Demokratie mitzuwirken, muss es doch für jeden gewählten Vertreter und jede gewählte Vertreterin selbstverständlich sein, dass alle Wahlen absolut präzise und zuverlässig ablaufen. Wenn das nicht gewährleistet ist, darf man sich doch zurecht fragen, weswegen die Wählenden sich noch an die Regeln halten sollen, die ihnen der Staat vorgibt. Hier hat der Staat mal eine Bringschuld.

Thema: Das Leben, das Universum und der ganze Rest, nich so dolle | Kommentare (0) | Autor:

Carbonbelt – Der Gürtel für die Sicherheitskontrolle

Dienstag, 12. April 2022 20:19

Ich bin genervt. Das kommt öfter vor. Genervt bin ich aber IMMER, wenn ich durch die alberne Sicherheitskontrolle der Zweigstelle Kirchstraße des Amtsgerichts Tiergarten muss. Da hat man schon einen von der IHK ausgestellten Sachverständigenausweis, aber trotzdem muss man sich halb nackig machen. Das mit dem Gürtel nervt mich besonders. Irgendwann baue ich mir eine Gürtelschnalle aus Carbon, murmele ich vor mich hin, während ich mal wieder den Gürtel in meine zu weite Anzugshose reinfummele.

Nachdem ich mir eine Rolle Kohlefaser-Rovings bestellt habe, also im Grunde aufgewickelte, nebeneinanderliegende Kohlefasern, fräse ich aus einer kleinen MDF-Platte (ein Mustertäfelchen einer Schrankoberfläche) eine Form: Ein eckiges U und noch eine gerade Nut.

In die mit Wachs ausgepinselten Nuten lege ich geflochtene Rovings und fülle alles mehr schlecht als recht mit Epoxidharz auf. Das lasse ich dann aushärten und stelle fest, dass sich einige Luftblasen ergeben haben. Die fülle ich noch mal nachträglich mit Epoxidharz auf. Um den Rohling aus der Form zu bekommen, muss ich sie zersägen. Kein Problem: Richtig gelungen ist sie eh nicht. Falls es mehr als ein Exemplar geben sollte, baue ich lieber noch eine schönere Form.

Der Rohling sieht leider nicht sonderlich schön aus. Egal. Ich bohre zwei fluchtende Löcher in die Enden des „U“s. Da kommt später ein passender Kohlefaserstift aus dem Fundus zur Verbindung mit dem Gürtel hinein. Ein weiteres Loch bohre ich in den Stift, der später in die Gürtellöcher greift. Ich schleife noch etwas unmotiviert an den Carbonteilen rum und „veredele“ die Oberfläche mit Sekundenkleber. Dadurch glänzt die Schnalle etwas, und man kann ein bisschen in sie hineinsehen. Da schimmern dann die geflochtenen Kohlefasern ein bisschen durch.

Als nächstes entferne ich von einem alten Gürtel, den ich für meinen Prototyp verwende, die alte Schnalle, aber auch sämtliche anderen Metallteile: Nieten und Klammern. Das wird nun alles verklebt und mit Zwirnsfaden vernäht. Die Löcher im Gürtel vergrößere ich etwas.

Dann setze ich die Schnalle an den Gürtel, stecke den Stift durch und verklebe ihn mit Sekundenkleber. Fertig. Jetzt bin ich gespannt, was die nächste Sicherheitskontrolle zu meinem Werk sagt.

P.S.:

Mein Blog hat heute Geburtstag und ist 16 Jahre alt geworden, wenn ich richtig gerechnet habe.

Thema: Neues aus der Bastelbude, Wie getz?, Will chic sein | Kommentare (0) | Autor:

Coronisch unterbelichtet #8 – juristisch fragwürdige Genesung

Dienstag, 15. März 2022 8:01

Es zieht sich, kann ich nur sagen.

Die eigentliche Infektion war nach ca. 10 Tagen oder so überwunden. Aber die belegte Stimme will nicht besser werden, außerdem sind Rachen und Nase immer noch ziemlich verschleimt. Auszuhalten, aber unangenehm, nervt, und es ist so recht keine wirklich positive Entwicklung zu spüren. Ok, das ging mir nach einer heftigen Erkältung, vielleicht war es ja auch eine richtige Grippe, schon mal so. Aber diesmal schwingt die Befürchtung mit, es könne was zurückbleiben. Long Covid, ick hör dir trappsen. Dass ich relativ viel sprechen muss (berufliche Diktate) und auch wieder ein bisschen singe, ist der Stimme auch nicht zuträglich. Nutzt aber nix.

Ich hatte fünf Tage nach dem positiven Antigen-Test dann doch noch einen PCR-Test gemacht, weil ich dachte, so eine Genesenenbescheinigung, die ich ja nicht bekomme, wenn ich nicht amtlich „positiv“ war, könne vielleicht irgendwann mal hilfreich sein. Jedenfalls hatte ich meinen PCR-Test per Mail beim Gesundheitsamt eingereicht. Postwendend kam dann eine Art Eingangsbestätigung mit allerlei Informationen und das war es dann. Nach zwei Wochen hab ich dann mal nachgefragt, wie es denn mit einer Genesenenbescheinigung so aussieht. Wieder kam eine automatische Antwort. Darin war dann Folgendes zu lesen:

Genesenennachweis

Das Gesundheitsamt Lichtenberg stellt nach mehreren gerichtlichen Verfahren und Beschlüssen aufgrund von zu unsicherer rechtlicher Situation seit dem 16.02.2022 keine „Genesenennachweise“ mehr aus. Die Ausstellung eines Covid-19-Genesenen-Zertifikats ist gem. § 22 Abs. 6 des Infektionsschutzgesetzes – IfSG durch die zur Durchführung oder Überwachung der Testung berechtigte Person oder nachträglich von jedem Arzt oder Apotheker vorzunehmen. Zu aktuellen Informationen zu Gültigkeit und Laufzeit des Zertifikats informieren Sie sich bitte bei den oben genannten Stellen.

Da frag ich mich ja wirklich, weswegen die Rechtssicherheit beim Arzt oder der Apotheke eher gewährleistet sein soll als bei einer Behörde. Ok. Die Gesundheitsämter sind alle überfordert. Aber das sieht mir doch arg nach Abschieben der Verantwortung aus. Ein Armutszeugnis. Naja. Ich bin in die nächste Apotheke gestolpert, habe mein ausgedrucktes Test-Ergebnis vorgezeigt und umgehend einen Zettel mit QR-Code bekommen. Danach bin ich 28 Tage nach dem positiven PCR-Test offiziell genesen. Ich dachte, das ging schneller. Aber evtl. habe ich da auch einfach eine Menge durcheinander gebracht mit Isolation, Quarantäne und was es da noch alles gibt.

So. Und jetzt gebe ich mich wieder meinem Röllchen Gelo Revoice hin.

 

Nachtrag:

Gerade kam vom Gesundheitsamt doch noch eine Bescheinigung. Jetzt weiß ich wenigstens, von wann bis wann ich mich isolieren musste: Bis vor 11 Tagen. 😉

 

 

 

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Coronisch unterbelichtet #7 – Jetzt hat es mich erwischt

Freitag, 25. Februar 2022 13:11

Letzten Samstag (Sonnabend, wie man in Berlin sagt) war ein Bandkumpel bei mir. Wir wollten ein paar Aufnahmen machen. Er hat sich vorher getestet, war negativ, meinte aber, er hat ein Kratzen im Hals. Da meine Mitbewohnerin und ich auch kürzlich eine bei ihr stärkere bei mir nur als Schnupfen erkennbare Erkältung hatten, hab ich mit den Schultern gezuckt, und wir haben losgelegt.

Am Montag sagte er dann, er habe sich gerade positiv getestet. Ich hab auch gleich einen Test gemacht: Negativ. Dienstag merkte ich dann auch diverse Symptome. Wobei, das stimmt eigentlich nicht, da mir, wenn ich es richtig überlegte, schon am Montag die Schultern im Bereich der Schlüsselbeine eigenartig weh taten, wie ich es bislang nicht kannte. Erst piekste es links, dann auf beiden Seiten, dann rechts. Sind das auch Symptome? Als nächstes kratzte der Hals. Von 36,5°C ging das Fieber am Dienstag ruckzuck bis auf 39.1° hoch, am nächsten Tag war es auch noch mal so um 39°C. Ich warf immer mal eine Ibupofen ein (max. 1,5 am Tag), was sich sehr gut auf das Fieber und das allgemeine Befinden auswirkte. Immer wieder geil das Zeug. Mittwoch lief mir vor allem die Nase bei rund 38°C Fieber. Laufende Nase ist bei mir eh typisch. Dafür habe ich – Gott sei Dank – weniger Stress mit Husten, im Gegensatz zu meiner Mitbewohnerin. Die war dann am Mittwoch positiv und röchelt mir mit ihren etwa gleichen Symptomen gut einen Tag hinterher. Kopfschmerzen hatte ich auch, hielten sich aber in Grenzen. Nachts bekam ich regelmäßig Halsschmerzen und schwitzte, was beides unangenehm war. Außerdem war mir mal zu kalt, mal zu warm, kalte Füße, heiße Füße, schwitzige kalte Füße und so weiter. Insgesamt fühlt sich das alles wie eine heftige Erkältung an.

Nicht geschafft habe ich, einen PCR-Test zu bekommen. Ich hatte ein nahe gelegenes „Testzentrum“ – trotz 39 Fieber – aufgesucht, das lt. Angabe im Internet auch gleich einen PCR-Test machen kann. Ich hatte zwar einen Termin, aber erst war keiner da, dann eine weitere Kundin, dann eine junge Frau, die aber eigentlich gar keine Schicht hatte, uns da aber rumlungern sah und mich dann auch getestet hat. Auf die Frage – als ich positiv – war, ob wir dann auch bitte einen PCR-Test machen könnten, sagte sie, das ginge nicht. Das stünde falsch im Internet. Andere Kunden hätten das auch schon angemerkt. Na super. Die Suche nach einem weiteren Testzentrum ergab dann, dass man da nur auftauchen solle, wenn man kein Symptome habe. Nochmal na super. Ich hab es dann aufgegeben und mich nur bei der Hausärztin kurz gemeldet. Die wollte mich überraschenderweise auch nicht sehen. Dann bekomme ich wohl keine Genesenenbescheinigung. Aber mich mit hohem Fieber noch weiter diesem staatlich verzapften Chaos hinzugeben? Ne, lass mal. Ich kann mich auch ohne Zettel verantwortungsvoll verhalten und igele mich eben bis Ende nächster Woche ein. Kein Problem für uns. Bringdienst lass gehen.

Vor rund fünf Wochen meinte die WHO, dass sich bis Mitte März die Hälfte der europäischen Bevölkerung mit Corona infiziert haben würde. Genau deswegen sah ich mich darin bekräftigt, dass die Frage nicht ist, ob, sondern wann man sich infiziert. Gerade im Moment höre ich aus allen Ecken, dass sich sagenhaft viele nahe und entfernte Bekannte und Verwandte infiziert haben oder gerade genesen sind. Wir haben es jetzt (erst mal?) hinter uns, und das ist auch gut so. Wenn man sich nicht komplett dauerhaft isoliert, kann man dem Virus nicht entrinnen. Davon bin ich überzeugt. Be prepared! Jedenfalls freue ich mich jetzt, wenn ich dann demnächst alle und jeden abknutschen und jedes Geländer ablecken kann. 😉

Insgesamt bin ich froh, dass wir alle Impfmöglichkeiten so schnell, wie es geht, wahrgenommen haben. So ist die Infektion für uns zu ertragen, und, Stand jetzt, werden wir zwar für ein paar Tage bei der Arbeit ausfallen, aber dem Gesundheitssystem nicht zur Last fallen, im Gegensatz zu diesen ganzen egoistischen CoronaleugnerInnen und ImpfgegnerInnen, die eben eine weitere Belastung des Gesundheitssystems mit ihrem Verhalten provozieren. Man kann natürlich mit geschlossenen Augen ein Messer hochwerfen und es am Griff wieder auffangen wollen. Das kann aber auch mit abben Fingern oder noch schlimmer enden. Mit Impfung hat man die Augen nicht verbunden und das Messer ist stumpf. Kann auch schiefgehen, ist aber wesentlich unwahrscheinlicher.

Es ist ganz schlicht eine asoziale Einstellung, zu meinen, es sei ja wohl immer noch die Entscheidung jeder/s Einzelnen, sich impfen zu lassen (solange man geimpft werden kann) oder eben nicht. Nein, ist es nicht, solange man Teil einer Gesellschaft ist und auch Rechte in dieser Gesellschaft für sich in Anspruch nimmt. Und das ist eben so, wenn man nicht auf die berühmte einsame Insel auswandert. Solange hat man Verantwortung für sich, aber eben auch seinen Mitmenschen gegenüber, der Gesellschaft nicht unnötig durch eigenes Tun oder Unterlassen zur Last zu fallen, genauso, wie man seinen Müll in die Mülltonne stopft und nicht einfach aus dem Fenster wirft. Kannste schon so machen, ist dann aber scheiße.

 

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Atlas der deutschen Pümpelworte

Mittwoch, 22. Dezember 2021 9:10

Seit ein paar Runden mache ich bei Befragungen zum Atlas der deutschen Sprache mit. Ich finde das superspannend, in welchen deutschsprachigen Regionen welche Begriffe und Wendungen synonym gebraucht werden. Gerade ist die dreizehnte Runde dran (bitte hier entlang zum Teilnehmen).

Was mich ja komplett aus den Socken gehauen hat, ist, wie viele Begriffe es für das Gerät gibt, von dem ich bislang dachte, dass es gar keinen, sagen wir, professionellen Namen hat. Ich bin dann mal gespannt, wie der PÜMPEL (what else?) wo genannt wird.

Thema: Das Leben ist schön! | Kommentare (1) | Autor:

Disclosure (eng) = Disclaimer (deu)

Samstag, 20. November 2021 10:54

Was ich schon seit einigen Jahren vermute,

dürfte nun wohl offiziell sein, wenn das „amtliche“ Berlin-Portal , aber vor allem sogar das über jeden Zweifel erhabene Online-Magazin „Übermedien“ das kleine Wörtchen „Disclaimer“, das auf Englisch „Haftungsausschluss, Dementi“ bedeutet, mit der Definition des Wortes „disclosure“ = „Offenlegung“ verwendet. Mit meinen jämmerlichen Restbeständen des in grauer Vorzeit erworbenen kleinen Latinums kann ich mir sogar irgendwie zusammenreimen, warum „dis“ und „closure“ das Gegenteil von geschlossen (halten) bedeutet. Vielleicht ist es aber auch griechisch. Was weiß ich. Ich will mal nicht zu viel klugscheißen. Bei sprachlichen Sachen befinde ich mich da auf dünnem Eis.

 

Btw.: Der Duden weiß noch nichts davon:

🙂

 

 

 

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Coronisch unterbelichtet #6 – Die Tyrannei der Ungeimpften

Mittwoch, 10. November 2021 8:02

So hat es der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery auf den Punkt gebracht. Der WDR meint, dass der Umgangston eskaliere.

Stimmt: Alle, die bis jetzt ungeimpft sind, aber sich impfen lassen könnten, sind egoistische Arschlöcher.

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Stompbox mit Snare-Effekt selbst gebaut

Samstag, 23. Oktober 2021 16:54

Mein musikalischer Kumpel Bonus meinte, es wäre eigentlich ganz gut, wenn wir für unsere 2-Mann-Band eine Rhythmus-Begleitung hätten. Aber Drumcomputer oder anderweitig programmierbare Beats fallen irgendwie aus. Zu statisch, zu kompliziert, zu wenige Hände zum Bedienen und so. Ich meinte, ne Stompbox müsste her, so ne Kiste, die „Bumm“ macht, wenn man drauftritt. Am besten auch noch „Tschrrr“, wenn man woanders drauftritt, im Grunde also eine flache, liegende Cajon.

Nichts leichter als das, dachte ich, und googele drauf los, wie man eine Cajon selber baut. Denn „Bumm“ ist ja relativ einfach, aber „Tschrrr“ schon etwas komplizierter. Dachte ich. Ich las mich durch Youtube-Videos-Gucken in das Thema ein. Ein halber Snareteppich auf eine Holzplatte geschraubt macht sowas wie „Tschrrr“. Dann noch zwei Mikrofone. Das alles sollte (erst mal) nicht teuer sein. Also nahm ich die billigsten Dinger, die ich so finden konnte.

Zwischenzeitlich war ich auch im Baumarkt und hab mir ein paar Bretter zurechtsägen lassen.

Das ganze sollte eine pultförmige Kiste werden, nicht höher als rund 10 cm, darum musste meine Bandsäge auch noch mal ran.

Mit den keilförmigen Seiten- und Zwischenwänden hab ich zwei Kammern geschaffen. Eine für den Bassdrum- („Bumm“) und eine für den Snare- („Tschrrr“) Effekt.

Noch ein paar Leisten drumherum, die z. T. auch auf den passenden Winkel geschnitten werden wollten. Und alles zusammengeleimt.

Den Snare-Teppich hab ich in der Mitte durchgeschnitten und auf Holzlatten als Unterkonstruktion geschraubt. Das ganze wurde dann unter die eine Deckplatte geleimt und geschraubt.

Die Mikrofone liegen in Heizungsrohrisolierungen, die ich mit Pattex auf die Bodenplatten geklebt habe. Wenn man genau hinschaut, sieht man in der Rückwand der einen Kammer einige Löcher. Die hatte ich als „Bassreflex“-Öffnungen gedacht. Da ich allerdings die Seiten noch tauschen musste (links Bass, rechts Snare) habe ich die wieder zumachen müssen und auf der anderen Seite nicht neu gesägt. Bonus kann besser mit dem linken Fuß „Bumm“ und mit dem rechten „Tschrrr“ machen als umgekehrt, wie ich es erst gebaut hatte. Tja. Künstlerpech.

So sieht das ganze Werk nun aus. Auf die Kante kann man seine Füße stellen und dann losstompen. „NO STEP“ habe ich auflackiert, weil man sich besser nicht draufstellen sollte. Dafür ist vor allem die Deckplatte der Snare-Seite zu dünn. Die besteht nur aus „Schrankrückwand“, also dieser rund 4 bis 5 mm dicken Presspatte. Der ganze Rest ist aus 6 mm Sperrholz gebaut.

Ja, und so hört sich die Kiste nun mit Gitarren- und Bassbegleitung an. Beim Bass-Mikro sind am Mischer Höhen und Mitten voll raus und die Bässe ganz reingedreht, auf der Snare-Seite quasi umgekehrt, also Bässe und Mitten ganz raus, Höhen voll rein. Ich finde, das klingt ganz gut!

 

Eigentlich macht man so eine Bauanleitung ja seit langer Zeit nicht in einem Blog mit Text und Bildern, sondern in Youtube, so wie ich das hier mit dem Bundieren meiner Bassukulele gemacht habe (nur besser …) . Aber das ist echt ne Menge Arbeit. Die Stompbox ist im Wesentlichen an einem Wochenende entstanden. Das Video hätte vermutlich noch mal so lange gedauert. Demnächst will ich ne Bass-Ukulele selbst bauen. Dann lasse ich vielleicht Kameras laufen. Mal sehen.

Thema: Elektrisiert, funky, Neues aus der Bastelbude | Kommentare (0) | Autor:

Coronisch unterbelichtet #5 – Zwischenbilanz #1

Donnerstag, 29. April 2021 10:52

Zwischenbilanz? Klingt nach „Erst die Hälfte rum!“ Vermutlich ist das auch gar nicht so falsch. Vielleicht ist auch erst ein Zehntel rum. Oder es hört nie auf, was am wahrscheinlichsten ist. Aber die Krassizität lässt nach.

Um mich herum nimmt die Zahl der Geimpften zu. Aus immer mehr Ecken kommt die für die Allermeisten erleichternde Nachricht. Nur ganz wenige, leider auch im engsten Kreis, sind in die Richtung der SchwurblerInnen und CoronaleugnerInnen, damit auch ImpfgegnerInnen abgedriftet. Es ist traurig, mit anzusehen, wie jemand, mit dem man früher wirklich gern Zeit verbracht hat und den man als Person geschätzt hat, sich quasi zur „persona non grata“ entwickelt, zu jemandem, bei dem man in einem eventuellen Gespräch extrem aufpassen muss, bloß nicht „Voldemort“ zu sagen. Dann ist der Tag gelaufen, und irgendwann bluten einem einfach die Ohren, wenn man auch noch direkt mit diesem ganzen Humbug überschüttet wird, dem ich seit einem Jahr verhältnismäßig erfolgreich aus dem Weg gegangen und der mich immer nur am Rande gestreift hat. Ich verstehe nicht, wo so viel Menschenverachtung herkommt. Und so viel Dummheit. Immer wird damit „argumentiert“, dass es ja nur so wenige Tote gibt oder dass nicht mal 2% (Zahl verändert sich) überhaupt an Covid19 erkrankt seien. Darum geht es aber gar nicht.

Es geht nicht darum, alle Menschen vor dem Virus zu schützen. Es geht einzig und allein bei den vom Staat angeordneten Maßnahmen darum, dass die Menschen, aus denen das medizinische Personal besteht, nicht Entscheidungen treffen müssen, ob sie nun diesen oder jenen Kranken als erstes behandeln. Um nichts anderes geht es. Das ist nicht so schwer zu kapieren.

Ich hab keine Ahnung, ob das so stimmt, aber als Beispiel geht es: Ich sage einfach mal, dass sich in einer Stadt von 100.000 Einwohner 10 Leute am Tag den Arm brechen. Also ist die medizinische Einrichtung dazu in der Lage, diese 10 Leute zusammen mit allen anderen Kranken zu behandeln. Sind es 12 oder 13, muss man vielleicht schon länger warten auf der Rettungsstation. Mit Corona ist nun eine Krankheit hinzugekommen, die hoch infektiös ist. Dafür ist aber keine der bisherigen Krankheiten weggefallen. In Deutschland haben wir das Glück, ein – trotz aller Unzulänglichkeiten – ziemlich gutes Gesundheitssystem zu haben, das erst mal etliche zusätzliche Kranke aufnehmen kann. Und dennoch stößt man an die Grenzen, so dass z. B. unter Umständen notwendige Operationen aufgeschoben werden.

Es macht auch wirklich keine große Mühe, Fakten zu checken. Aber wenn einem eben nicht gefällt, was „das Internet“ als gesicherte Erkenntnis anbietet, sucht man sich eben in „seinem Internet“ die Schwurblerei, die einem gefällt. Leider ist ja auch die Impferei Opfer dieser, naja, Hysterie darf man wohl nicht mehr sagen, also überbordenden Aufregung geworden. Wenn ich es nicht vollkommen falsch ausgerechnet habe, ist es 1500x wahrscheinlicher an einer Corona-Infektion zu sterben, als ernsthafte Impffolgen zu erleiden. Klar. Ich kann die Bedenken auch nachvollziehen: Eine Corona-Infektion sucht man sich nicht aus, die fliegt einem schicksalhaft zu (und als Coronaleugner befürchtet man ja auch nicht viel). Aber eine Impfung ist ein gezielt, bewusst eingegangenes Risiko. Erst mal ne Zigarette anstecken und in Ruhe drüber nachdenken …

Glücklicherweise sind die allermeisten Leute ja vernünftig. Es ärgert mich, dass einer sehr lauten, aber sehr kleinen Minderheit so viel Platz in den Medien, aber auch von der Polizei auf den Straßen eingeräumt wird. Wo am 1. Mai der Schwarze Block in die Gosse gespült wird, die einzigen, die sich echt trauen, den Nazis eins auf die Glocke zu hauen, äh, in die Schranken zu weisen, bekommen die staats- und vor allem menschenfeindlichen SchwurblerInnen und CoronaleugnerInnen beinahe den blauen Teppich ausgerollt. Und in den sogenannten Sozialen Medien ist es dann auch gar nicht so schön, mitzukriegen, wer aus dem Bekannten- und Freundeskreis Nachrichten in der Richtung bejubelt, likt, weiterleitet, teilt und so weiter. Das hat schon zu diversen Maßnahmen geführt: Leute „dekontaktiert“ (entfreundet klingt komplett bescheuert), auf Twitter alle Retweets abgeschaltet, auf WhatsApp Gruppen verlassen, Benachrichtigungen abgeschaltet und so weiter.

Ob die staatlichen Maßnahmen, die ja rauf und runter diskutiert werden, richtig oder geeignet sind für die Eindämmung, kann man nur beantworten, wenn man sich damit beschäftigt, was man erreichen will. In Deutschland hat man wohl den Weg gewählt, das Leben vieler etwas länger, aber nur wenig einzuschränken, nur bei wenigen sehr stark. Dafür dröhnt der Wirtschaftsmotor mehr oder weniger ungestört weiter. Die Forderung nach dem „Alles dichtmachen“  (und damit meine ich nicht diese unkomische Kunstaktion) ist aus meiner Sicht von vielen gar nicht zu Ende gedacht. „Alles dichtmachen!!! Ok, aber meine Blödzeitung will ich trotzdem lesen und Brötchen will ich auch kaufen.“ Schwierig, da eine Grenze zu ziehen, was man zulässt und was nicht. Denn so eine Pandemie ist verdammt teuer. Und derzeit, so vermute ich, ohne es konkret zu wissen, fährt man einen Kurs, der die nachfolgenden Steuerzahlergenerationen verhältnismäßig wenig belasten dürfte, wenn man quasi immer eine relativ große Zahl an zu behandelnden Kranken über einen längeren Zeitraum zulässt, der mit zunehmender Impfquote langsam enden wird. Ein kurzer harter, sog. Lockdown kann die Gefahr in sich bergen, dass die Pandemie wieder aufflammt, bevor viele geimpft worden sind. Ich weiß ja auch nicht, was richtig ist, aber ich verstehe, wie man zu den jetzigen Entscheidungen gekommen sein könnte. Und man muss ja auch sagen, dass alles, wirklich alles, was an Entscheidungen getroffen wird, von irgendeiner Gruppe in Frage gestellt wird. Man kann es eh niemandem recht machen.

Corona zerrt an den Nerven, die verständlicherweise bei einigen sehr blank liegen. Da kann ich in meiner Lebenssituation nur von Glück reden, dass eigentlich alles ganz gesittet verläuft und sich eigentlich ganz gut organisieren lässt, auch in der Firma. Wenn es gut läuft, wird wohl im Herbst wieder langsam Normalbetrieb möglich sein. Vielleicht kann man die Maßnahmen dann auch komplett zurückfahren. Aber die Folgen werden uns noch lange begleiten. Menschen haben Freunde verloren oder leiden gesundheitlich, das Virus wird auch nicht weggehen, sondern es kann allenfalls die Verbreitung so weit eingedämmt werden, dass die Gesundheitssysteme wieder funktionieren. In der nächsten Pandemie machen wir alles besser.

Ich lasse es an dieser Stelle erst mal auf sich bewenden. Irgendwann schreibe ich mal in einer zweiten Zwischenbilanz weiter.

 

 

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