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Nicht astrein, aber bundrein

Dienstag, 27. Januar 2026 13:28

Vor einiger Zeit habe ich mir eine Klappgitarre gekauft, die man als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen kann. Es ist eine Snap Dragon Mini Traxe. Die Gitarre brauchte ich, um in Kopenhagen ein selbstgeschriebenes Lied bei der Hochzeit von A&J zu begleiten. Die Gitarre war gebraucht, die Kosten im Rahmen. Im letzten Sommer hatte ich die Gitarre auch noch mal mit in der Schweiz am Bodensee. Das ist immer ein großes Hallo! an der Sicherheitskontrolle, wenn man mit einer Tasche ankommt, in der zusammengewickelte Drähte und komische andere Sachen im Röntgenbild zu sehen sind.

Ansonsten steht sie im Büro. Sie ist nicht sehr laut, da kann man auch mal drauf spielen, wenn andere Leute im Büro sind.

Was an der Gitarre von Anfang an nervte, war, dass sie nicht ganz bundrein war. Für die Laien: Im 12. Bund (das sind diese abgetrennten Rechtecke am Hals der Gitarre, die immer enger werden), muss die Gitarre genau eine Oktave höher klingen. Bei E-Gitarren oder auch Bässen hat man i. d. R. Saitenhalter („Brücken“) mit etlichen Einstellmöglichkeiten. Neben der sogenannten Saitenlage (Höhe der Saite über dem Griffbrett) kann man die klingende Länge einstellen und damit die Bundreinheit. Bei Westerngitarren (die Klappgitarre ist im Prinzip eine Westerngitarre, also akustisch mit Stahlsaiten) hat man diese Einstellmöglichkeiten meistens nicht, sondern in der Brücke nur eine Stegeinlage, die nach Erfahrungswerten die klingende Länge der Saite einstellt. Das passte nun hier nicht so richtig. Spätestens als meine Musik-Freundin Kathrin gerechtfertigt die Nase rümpfte, war endgültig Handlungsbedarf. Also beschloss ich, die Plastikbrücke gegen eine E-Gitarrenbrücke auszutauschen. Die war schnell bestellt und geliefert, hatte aber einen Haken, den ich erst nicht gesehen hatte, dazu später.

So sah es nach Demontage der alten Plastikbrücke aus. Verdammt! Darunter ist ein Piezo-Tonabnehmer (der dunkle Stab)! Der liegt auf der Decke der Gitarre, der Druck auf die Sensoren ergibt sich über die Stegeinlage (das helle Kunststoffstäbchen).

Also konnte ich die neue Brücke nicht einfach aufschrauben, sondern musste mir etwas für den Tonabnehmer überlegen. Ich sägte und fräste ein Fenster aus dem Metallteil heraus, das ich mit einem Alublech auffüllte. Dieses Blech sitzt nun zwischen den einzelnen Saitenreitern und dem Tonabnehmer und überträgt so die Schwingungen.

Hier kann man das erkennen und sieht auch gleich den oben erwähten Haken an der Sache:

Die Saiten kann man nicht von hinten (im Bild unten) durch das Metallteil stecken. Die Brücke ist für Gitarren gedacht, bei denen man die Saiten durch den Korpus zieht. Also habe ich zum Probieren die Saiten durch die Schlitze der Saitenreiter gesteckt. Spielbar, aber die Saiten liegen noch mit den umwickelten Ende auf den Reitern. Das geht so nicht. Es darf nur der dünne Teil der Saiten schwingen und klingen.

Also musste die nächste Brücke her, bei der man die Saiten von hinten durchfädeln kann. Die ist nun nicht gegossen, sondern aus viel dünnerem Blech. Hier schon mal vorweg das fertige Ergebnis.

Und wieder musste ich ein Fenster in die Brücke sägen und auch das Aluteil neumachen. Da das Blech der Brücke aber nun so dünn war, musste ich den Tonabnehmer in der Decke verschwinden lassen. Die hat keine tragende Funktion. Es spielt also keine Rolle, ob man da einen Schlitz reinfräst oder nicht.

Ich hatte auch probiert, ob es vielleicht ohne Fenster und Alublech geht: Dann werden aber nicht genug Schwingungen auf den Tonabnehmer übertragen. Deswegen die Fräsung. Ich hab also nicht gleich zur Oberfräse gegriffen, sondern erst mal probiert. Die diversen Löcher (und ein langer Riss in der Decke, der dort von Anfang an drin war) habe ich mit einem Gemisch aus Sägemehl und Sekundenkleber aufgefüllt. Dann ist mir noch eine Schraube abgerissen, die ich herausoperieren musste. Aber jetzt funktioniert alles. Im Übrigen musste ich schon zuvor das Ausgangssignal des Tonabnehmers mit einem Widerstand abschwächen, da die Gitarre am „cleanen“ Verstärker leicht verzerrte. Den Widerstand hatte ich erst wieder ausgelötet, als ich die ungefensterte Brücke probeweise montiert hatte. Da war das Signal aber dennoch zu schwach, mit dem Aluteil, ohne Widerstand aber zu stark. Außerdem hab ich auch irgendwann einen Vorverstärker mit Klangregelung eingebaut. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich den herhabe. Vorher konnte man nur laut und leise drehen. Jetzt kann man auch Bässe und Höhen getrennt regeln. Alles in allem eine gut spielbare und ok klingende Reisegitarre ist es nun geworden. Nur, dass ich ja praktisch nicht mehr reise. Aber irgendwas ist ja immer.

 

 

 

 

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Schalt‘ dein Radio ein!

Mittwoch, 7. Januar 2026 19:52

Gern. Aber wie?

In der alten, analogen Welt hatten die meisten Geräte Schalter, mit denen man sie ein- und ausschalten konnte. Das sind kleine, feinmechanische Bauteile, die richtige, den kompletten Strom führende Kontakte miteinander verbinden. Das heißt: Wenn der Schalter auf “ein” steht, muss man nur Strom anlegen, und es war sofort an. Man kann solche Geräte also ganz einfach mit Schaltuhren oder Bewegungsmeldern einschalten. Das geht heute kaum noch. Das reine Anlegen der Betriebsspannung bewirkt nichts, weil es keinen mechanischen Schalter gibt, der den Kontakt aufrecht erhält, auch wenn keine Spannung mehr anliegt.

Wenn Geräte mit überwiegend digitalem Innenleben heute so tun, als ob man sie über einen Schalter ein- und ausschalten kann, ist das oft geflunkert, weil da – soweit ich das verstanden habe – eigentlich nur ein Taster einem Transistor sagt, dass er jetzt mal durchschalten soll und so die Spannung an die Stromkreise legt. Es muss also überhaupt eine Spannung anliegen, damit der Schalter seinen Schaltzustand kennt. (In dem Zusammenhang: Es gibt auch kaum noch Potentiometer, gar mit Anschlag links und rechts, sondern häufig nur noch Drehsteller, die Impulse an die Elektronik geben: Mach mal lauter, heller, leiser, dunkler: Was auch immer.)

Jetzt habe ich aber einen Anwendungsfall, bei dem ein Radio angehen soll, wenn man am Versorgungskabel Strom anlegt, z. B. weil die Steckdose über eine Lichtschalter betätigt wird oder so.

Die Lösung ist so hässlich wie unelegant: Oben auf das Radio habe ich ein sog. Servo aus dem RC-Modellbau geklebt. Das ist ein kleiner Stellmotor. Angesteuert wird das Servo von einem Arduino (neben dem Servo), der beim Anlegen der Versorgungsspannung das Servo einmal hin- und herdreht und dann in einer nicht endenden while-Schleife “festhängt”. An dem Ärmchen des Servos ist eine Stange angebracht, die den runden Knopf drückt und wieder loslässt, der das Radio einschaltet. Man braucht dann “nur noch” ein Netzteil mit zwei USB-Anschlüssen: Einen für das Radio und einen für den Arduino (oder eine Doppelsteckdose und zwei Netzteile).

Eigentlich wollte ich das so machen, dass der Arduino sich selbst seine Stromversorgung nach dem Servodrehen komplett abschaltet. Das ist auch hinzukriegen. Aber dass die Stromversorgung nach dem Aussschalten und beim nächsten Wiedereinschalten auch wieder hergestellt wird, habe ich noch nicht nicht geschafft. Der Stromverbrauch des Arduino hält sich allerdings auch sehr in Grenzen. Von daher besteht erst mal kein weiterer Handlungsbedarf.

 

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Klimaschutz adé

Freitag, 12. Dezember 2025 8:36

Ich zahle seit vielen Jahren, durch die gesamte Corona-Zeit hindurch, für CO2-Kompensation. 30 Euro im Monat. Zu Beginn dachte ich, na, wir fliegen ja immer mal hierhin und dorthin. Dann kam Corona, da habe ich nichts gedacht. Aber zu der Zeit war mit der Einstellung des Flugbetriebs auch eine Stimmung da, wo man kurz das Gefühl hatte, es könnte was ins Kippen geraten und ich könnte auch was dafür tun. Die Menschen würden vernünftiger werden und an die Zukunft ihrer kommenden Generationen denken. Bis der Krieg gegen die Ukraine losbrach. Da war Schluss. Vom menschlichen Leid abgesehen: Aber wenn etwas klimafeindlich ist, dann Krieg und Rüstung.

Privat leben wir eigentlich auf zu viel Wohnraum und fahren seit einiger Zeit wieder viele längere Strecken mit dem Auto. Eigentlich sehr gute Gründe, als ganz kleines Zeichen die CO2-Kompensation beizubehalten.

Aber nun ich bin kurz davor, das zu kündigen. Ist doch eh alles Quatsch. Keiner (und ich benutze hier bewusst die maskuline Form, statt z. B. „niemand“) in politischer Machtposition hat noch das Ziel, ernsthaften Klimaschutz zu betreiben. Warum sollte ich das noch tun? Es ist vorbei. Es bringt nichts. Es gibt keinen Effekt mehr, der andere überzeugen könnte, auch mitzumachen. Die Welt besteht fast nur noch aus egoistischen Ellenbogen, habe ich das Gefühl. Die paar Jahre, die _ich_ noch auf diesem Erdball bin, wird es keinen Wandel mehr geben. Da kann ich besser auf ne Klimaanlage sparen mit dem Geld. Oder in einen privaten Schutzraum investieren.

Alles sehr, sehr traurig. Dabei waren wir mal auf einem guten Weg.

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Kameragesteuerte Heizungsumschaltung

Mittwoch, 15. Oktober 2025 7:31

Hä, was? Genau! Ich hab mir wieder was zusammengegyvert. Das Problem fängt bei unserer Heizung an. Da heizt nichts, sondern es ist eine Fernwärme-Übergabestation. Die ist aus dem Jahr 2008, also alles andere als smart. Geheizt wird über eine Fußbodenheizung. Die ist bekanntermaßen recht träge. Wenn man also mal ein paar Tage wegfährt und nicht die ganze Zeit heizen will, die Heizung aber erst bei der Rückkehr wieder einschalten kann, ist es am ersten und darauffolgenden Tag recht frisch.

An der Heizung selbst in ein ziemlich kleiner Drehschalter, den man zwischen den Symbolen „Mond“ (Absenk-Betrieb) und „Uhr“ (Zeitschaltuhr-Betrieb) hin- und herschalten muss, um die Betriebsmodi zu wechseln. Einen Drehschalter sollte man auch in irgendeiner Form elektromechanisch bedienen können, aber es wäre ja ganz schön, wenn man eine Rückmeldung hätte, welcher Modus nun aktiv ist. Da fällt mein Blick auf eine Überwachungskamera für Innenräume, die mal bei Amazon im Angebot war, aber schon eine Zeit arbeitslos rumliegt. Die kann gucken UND man kann sie ferngesteuert hin- und herdrehen, damit also auch was betätigen, so mein MacGyver-Geistesblitz. Man kann das sicher alles viel besser machen: Eine schickere, kleinere Kamera und Arduino-gesteuerter Aktuator und so. Aber da ich besser im Basteln als im Programmieren bin, nahm ich die Kamera. Weiterer Vorteil: Die Heizung wohnt in der dunklen Garage, aber da die Kamera einen InfrarotModus nebst Infrarot-LEDs hat, kann sie auch gucken, ohne dass man das Licht einschalten muss.

Die Kamera ist so aufgebaut, dass sich unten ein Sockel befindet, auf dem die Kamera um die Hochachse drehbar angebracht ist. Außerdem kann man die Kamera in ihrem Gehäuse noch rauf- und runterschwenken. Damit der Blick der Kamera auf den Schalter also immer konstant ist, müsste man die Kamera mit ihrem innersten Gehäuse mit der Heizung mechanisch verbinden. Das geht sehr schlecht. Aber wenn die Heizungsbetätigung über die Drehbewegung um die Hochachse gesteuert wird, reicht es, die Kamera am äußeren, oberen Gehäuse festzuhalten, dann kann sich der Sockel unten drehen. Also hängt die Kamera jetzt an einem Brett, das ich wiederum am Schaltkasten der Heizung einfach mit einem Spanngurt festgezurrt habe.

An den Sockel hab ich dann einen kleinen Hebel angeklebt und weiter vorn an dem Brett eine Umlenkung, um die horizontale Bewegung in eine vertikale umzuwandeln. An den kleinen Drehschalter der Heizungssteuerung habe ich dann eine Verlängerung angebaut, die auf den Knauf geklemmt wird, und an der nach vielen Versuchen mit den richtigen Hebelarmen und ausreichender Beweglichkeit die Betätigungsstange der Kamera eingehängt wird. Weil die Kamera  nun nicht ständig in Betrieb sein muss und ich eh schon eine schaltbare „smarte“ Steckdose für die Warmwasserpumpe integriert habe, ist die Kamera jetzt eben gleichzeitig mit der Warmwasserpumpe aktiv. Das ist ein bis zwei mal am Tag der Fall, oder gar nicht, wenn wir nicht da sind. Per Smartphone kann ich die Pumpe und damit nun auch die Kamera ein- und ausschalten, über die Kamera-App dann auch die Heizung. Wie das bei solchen Kameras der Fall ist, hat man es mit erheblichen Latenzen zu tun. Aber die Kamera muss nur von Anschlag zu Anschlag fahren, damit ist das kein Problem. Bin gespannt, wie resilient die ganze Geschichte ist (um mal eines der für mich schwer erträglichen Modewörter zu benutzen und mich so daran zu gewöhnen).

In der App sieht das als Screen-Cam-Film vom Smartphone so aus:

 

Und am „lebenden Objekt“ so. Am Ende des Filmchens schwenke ich die Kamera auch hoch und runter.

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Warum Irgendwas-Schutzbeauftragte die Geißel der Menschheit sind

Mittwoch, 9. Juli 2025 20:47

In Deutschland leben wir (mittlerweile) eine Verhinderungskultur. Es wird nicht gestaltet, sondern verhindert. Bevor irgendwo irgendwas in Angriff genommen wird, kommen die Bedenkenträger um die Ecke, im Planungswesen auch noch gern getragen von diversen Winkeladvokaten, und haben nichts anderes im Sinn, als den Verfall des Status Quo aufrecht zu erhalten.

Egal, ob Denkmal-, Brand-, Daten- oder Sonstwasschutzbeauftragte: Diese Leute sind professionelle VerhinderInnen. Das große Problem ist dabei vor allem, dass diese Personen ihre Bedenken und Verhinderungsmaßnahmen nicht in allererster Linie äußern bzw. ergreifen, um tatsächlichen Schutz z. B. vor Unglücken zu gewährleisten, sondern um sich persönlich reinwaschen zu können, bloß keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Wobei allein der Begriff „Verantwortung“ allermeistens eine vollkommen leere Worthülse ist. Was bedeutet denn schon „Verantwortung“, außer dass vielleicht ein/e Vorgesetzte/r mal kurz den Zeigefinger hebt und „Dududu“ sagt.

Aber, wenn ich besser sein will, muss ich nicht nur meckern, sondern konstruktiv kritisieren: Und da sieht mein Vorschlag so aus, dass die diversen Schutzbeauftragten gangbare Lösungen anbieten müsen, wenn sie mal wieder etwas verhindern wollen. Also Lösungen finden, die sowohl dem gewünschten Nutzen als auch hinsichtlich der Kosten in überschaubarem Rahmen bleiben. Ich möchte wetten, dass mit so einer Vorgabe auf einmal viel mehr ermöglicht würde.

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Aussprechbarer Instagram-Account mit 5 Buchstaben zu vergeben

Dienstag, 24. Juni 2025 21:34

Ich weiß es ja auch nicht, ob das ein Ding ist. Vor Jahren hat sich jemand mit einer meiner Mailadressen bei Instagram angemeldet und wartet seitdem augenscheinlich vergeblich auf die Bestätigungsmail. Alle Nase lang bekam ich Mails, mit dem man denjenigen doch endlich als braven, ordentlichen User gewinnen wollte.  Ja, nur dass den die Mails nie erreichen konnten, weil der Depp eben nicht seine Adresse angegeben hat. Und so hab ich die Mails fortan immer gelöscht. (Nehme an, dass das ein Typ war.)

Aber heute! Heute hab ich mich eingeloggt, das Passwort geändert und die Mailadresse bestätigt. Und den Account dann gelöscht. Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Man hat noch einen Monat Bedenkzeit. Und bei mir haben ein paar Sekunden ausgereicht, um mich zu fragen, ob jemand anders vielleicht „undre“ auf Insta sein will. Ich müsste ja nur die Löschung rückgängig machen und die Mailadresse auf den/die Interessierte/n ändern.

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Grenzkontrollen *augenroll*

Montag, 26. Mai 2025 16:19

Kürzlich (nach der Bundestagswahl) waren wir in Luxemburg. Die kombinierte Anreise von Berlin mit Bahn und Auto(-abgeholtwerdung) sah vor, dass wir vom Ruhrgebiet Richtung Aachen fuhren und dann weiter über Belgien nach Luxbemburg.

Unser Abholer sagte kurz vor der deutsch-belgischen Grenze: „Das da drüben ist eine Grenzkontrollstation.“ Auf einem Rastplatz war etwas Zeltartiges aufgebaut. Jedenfalls hatte man nicht den tatsächlichen alten Grenzübergang wiederbelebt. „Aber da ist wohl gerade keine Kontrolle.“ In der Tat war da nichts los. Er erzählte dann weiter, dass es in Luxemburg Befragungen gäbe, wie „zufrieden“ die Luxemburger mit den deutschen Grenzkontrollen so sind, bzw. ob es unangenehme Situationen, schlechte Behandlung oder so gäbe. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass die ohnehin mit Europarecht nicht so recht zu vereinbarende Aktion bei den Nachbarn gar nicht so gut ankommt. Sowas aber auch.

Am Sonntag ging es dann zurück. Auf’s Navi geschaut sah die Fahrtzeit zurück zum Essener Hauptbahnhof ganz normal aus, rund zweidreiviertel Stunden. Dreieinhalb Stunden vor Abfahrt unseres Zuges fuhren wir los, also eigentlich mit genügend Zeitpuffer. Da ich die Strecke bis Essen selbst fuhr, schaute ich immer wieder aufs Navi (Google Maps) und stellte fest, dass die Fahrtzeit nicht mehr geringer wurde. Es kristallisierte sich ein Stau durch eine Spursperrung auf der A44 bei Aachen heraus. Nachtigall, ick hör dir trappsen. Inzwischen hatte Google Maps eine Umleitung berechnet: An der Abfahrt Aachen Brand abfahren und dann über diverse Nebenstraße einige Kilometer weiter wieder auf die Autobahn.

Hier kann man das sehen: grün markiert der Grenzübergang Belgien – Deutschland, wo man einfach so durchrauscht, wie man das seit „Schengen“ gewohnt ist. Dann kommt rot markiert die Autobahnabfahrt Aachen Brand und orangefarben markiert der Rastplatz.

Kartenausschnitt Aachen

Quelle: openstreetmap.org

Die Spursperrung war rein zufällig vor  einem Rastplatz, welcher in meiner Erinnerung derjenige war, wo die Zeltstadt für die Grenzkontrollen aufgebaut war. Wenn ich jetzt Schleuser oder jemand wäre, der illegal einreisen wollte, würde ich niemals nicht auf die Idee kommen, mit Google Maps zu navigieren und Staus an einem Sonntag Morgen zu umfahren, wo auf der Autobahn nichts los ist. Aber bestimmt hab ich mir das alles ganz falsch zusammengereimt.

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[RANT] Merz ist furchtbar, hat aber leider in einem Punkt recht

Mittwoch, 14. Mai 2025 13:34

Ich mag Merz kein bisschen. Nur was die Arbeitszeit betrifft, hat Merz leider recht:

„Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance können wir den Wohlstand nicht erhalten“

Es gibt wohl so Vergleiche mit der Haushaltsarbeitszeit, die über die Jahre mehr oder weniger gleich geblieben sei (ganz früher arbeitete nur der Mann, dann die Frau Teilzeit dazu, und jetzt beide 3 oder 4-Tage Teilzeit). Gleichzeitig sind aber doch die Ansprüche immer stärker gewachsen: Mehr Urlaub in immer fernere Länder, noch ne dickere Karre, noch mehr Spielzeug für sich selbst und die lieben Kleinen, nicht nur zu Weihnachten, sondern zu Ostern, zum Zeugnis, zur Klassenarbeit, für die eingeladene Brut beim Kindergeburtstag, zur Einschulung, für festen Stuhl, einen noch größeren Fernseher, Mähroboter statt Schiebemäher, immer das neueste Handy und so weiter. Wer diese  Spirale am Rotieren halten will, muss (wieder) mehr arbeiten. Man könnte es alternativ mit Verschlichterung versuchen. Geht auch. (Sagt man.)

Und Work-Life-Balance: Wer die Arbeit nicht in sein Leben integriert, sondern Arbeit und Leben versucht, gegeneinander auszuspielen, ist eh verloren und stresst sich nur.

Was mich auch immer wieder komplett nervt: Dass Arbeitgeber (gendern i. d. R. an dieser Stelle nicht nötig) praktisch immer die geldgeilen Arschlöcher sind. Leute, wenn es euch nicht passt, dann macht euch einfach selber selbstständig. Das kann jede/r. Ach, das ist nicht lukrativ genug, mit dem was du kannst? Willkommen im Leben.

(Das ändert alles nichts daran, dass ich die aggressive Migrationspolitik der sog. Union und Merz‘ viel zu engen Kontakte zu den Großkonzern-Buddies vollkommen daneben finde. Allein was diese unsinnigen Grenzkontrollen für die paar People, die da ankommen kosten: Integriert die mal lieber ordentlich! Wir brauchen die Menschen. Für den Wohlstand.)

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Vorschlag zum Bürokratieabbau

Dienstag, 6. Mai 2025 9:18

Bürokratieabbau klingt erst mal schön, ist aber eine gefährliche Sache, wenn man näher hinschaut. Denn Bürokratie dient in der Regel dazu, Verwaltungsprozesse möglichst gerecht (im besten Sinne demokratisch) zu gestalten. Man versucht, nicht jeden Einzelfall individuell zu behandeln, sondern Muster zu erkennen und diese nach festgelegten Regeln zu behandeln, sodass jede/r schon vorher weiß, woran man ist. Je feingliedriger diese Muster werden, desto umständlicher wird es. Inzwischen sind wir in einem Stadium angekommen, dass die Bürokratie zur Demokratie-Müdigkeit führt. Viele Leute sind genervt, weil sie den Eindruck haben, dass die Parteien, die bislang in der Regierungsverantwortung waren, es irgendwie durch die Bank in den Sand gesetzt haben. Bürokratieabbau, das sieht man ja gerade in den USA führt dann schnell dazu, dass Angehörige von Minderheiten Probleme bekommen, ihre Rechte durchzusetzen, bzw. ihrer Rechte sogar beschnitten werden. Bürokratieabbau schlägt dann in staatliche Willkür um. Man behandelt den Einzelfall nach adhoc aufgestellten erratischen Regeln. Dass das zu Problemen führt, liegt auf der Hand. Leider sind hierzulande die WählerInnen der Partei, die in Regierungsverantwortung noch nichts verkackt hat, zu doof zu erkennen, dass sie mit großer Sicherheit nicht auf der GewinnerInnen-Seite stehen wird, wenn ihre „Alternative“ ans Ruder käme.

Ich dachte gerade so, ob eine Möglichkeit wäre, Bürokratie dadurch abzubauen, dass man die Arbeitsverteilung umwandelt. Dazu ein Beispiel:

Ich hatte die Idee, auf einem Grundstück einen kleinen Schuppen zu errichten. Dafür habe ich mich an die Baubehörde der Gemeinde gewandt. Antwort: Da müsse ich mich an die Baubehörde des Landkreises wenden. Nächste Antwort: Ja, das könnte unter gewissen Voraussetzungen seitens der Baubehörde genehmigungsfähig sein, aber man riet dringend, das Forstamt und die Naturschutzbehörde zu kontaktieren. Von dort kamen dann interessante Begründungen, weswegen meine Idee, einen Schuppen zu bauen, geradezu absurd ist.

Ich hab mir die Frage gestellt: Warum muss ich erst herausfinden, wer alles bei einem Genehmigungsverfahren ein Wörtchen mitzureden haben könnte? Mal vollkommen abgesehen davon, dass mein Bauvorhaben wohl auch dann nicht umsetzbar sein dürfte: Warum gibt es nicht eine Art „Anfrageneingangsbehörde“, die sich dann darum kümmern muss, für den Bürger/die Bürgerin alle erforderlichen Stellen abzufragen, die vielleicht etwas dazu zu sagen haben könnten? Wenn innerhalb einer bestimmten, festgelegten Zeit, sagen wir zwei Monate, die Antwort bei der antragstellenden Person nicht vorliegt, gilt der Antrag als genehmigt. Jetzt wird man sich fragen: Was ist das für ein Bürokratieabbau, wenn es noch eine Behörde mehr gibt? Ganz einfach: Wer eine Anfrage stellt, muss sich nur an eine einzige Behörde wenden, die dann intern alle Abläufe in die Gänge zu bringen hat. Da gäbe es dann auch bestimmt Synergieffekte, dass die Stellen besser miteinander zusammenarbeiten würden, wenn sie plötzlich selbst merken, wie nervtötend das ist. Bestimmt hatte die Idee schon jemand anders und hat aber auf Granit gebissen, weil deutsche Behörden eben flexibel und transparent wie ein Klumpen kalter Teer sind. Und mir ist auch klar, dass man damit nicht alles vereinfachen kann. Aber es wäre ein Anfang.

Lieber Herr Merz, der sie heute wohl zum Kanzler gewählt werden: Nehmen Sie den Vorschlag gern unentgeltlich auf.

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Nefilim KI – 42 Bücher in 5 Monaten

Donnerstag, 24. April 2025 11:37

… ist eine (derzeit) 42-teilige Science-Fiction-Roman-Reihe (oder Soap) von Cahal Armstrong. Das ist das (ein?) Pseudonym des in Norddeutschland lebenden Autors Dirk Breden.

Ich habe gerade mal nachgesehen: Das erste Buch habe ich am 23.11.2024 ausgeliehen. Das 42. habe ich Ostermontag (21.04.2025) ausgelesen. 42 Bücher in 5 Monaten. Ganz schön fleißig, oder? Kindle unlimited ist mein Freund! Jedes Buch hat so um die 200 bis 250 Seiten, manche etwas mehr, ein ganz paar auch weniger.

Die Story hat mich stets gut unterhalten. Es gibt ein paar Hauptpersonen, die immer wieder auftauchen. Andere kommen dazu und verlassen den Plot auch wieder. Immer wieder passiert was Schlimmes, und der Held Iason Spyridon muss nicht nur die Welt, sondern gleich das (ein?) Multiversum retten. Das Schöne an SciFi ist, dass nützliche Eigenschaften oder technische Errungenschaften einfach hinzugedichtet werden können (einstellbare Schwerkraft, nahezu unbegrenzte Wundheilung, Reinkarnation on demand und so). Genau das richtige für mein schlichtes Gemüt.

Es war echt sehr praktisch, dass ich immer gleich das nächste Buch laden konnte und mir keine Gedanken darüber machen musste, was ich als nächstes lesen möchte. In der Zwischenzeit sind ein paar Bücher anderer Autoren erschienen, denen ich folge. Die lese ich jetzt erst mal. Vielleicht finde ich ja wieder so eine mehrteilige Reihe. Einmal hab ich eine Trilogie angefangen, die dann aber aus 12 oder 16 Teilen bestand. Das fand ich echt super! Dieses bewusste Aussuchen von Büchern, aber auch Filmen, Serien und Musik finde ich immer extrem anstrengend. Ein Prozess, der bei mir zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ich lese die Bücher übrigens alle ausschließlich auf meinem Handy. Mein Kindle ist irgendwann kaputt gegangen. Besonders gut finde ich die Möglichkeit, mal eben schnell einen Namen zur markieren und danach im Text zu suchen, wo ich mir sowas doch so schlecht merken kann. Noch besser wäre das, wenn das über mehrere Bände hinweg gehen würde. Naja. Man kann nicht alles haben. Aber Papierbücher sind für mich definitiv nix mehr. Die leuchten nicht mal im Dunkeln (solange man sie nicht verbrennt, was man ja nicht machen soll).

 

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