Beitrags-Archiv für die Kategory 'Ach geh mir wech'

Drohnenverordnung – Dobrindt: Nur herrenlose Drohnen dürfen in Wohngebieten fliegen

Montag, 10. April 2017 12:19

Nun ist sie also da, die „Drohnenverordnung„. Nur weil ein paar dahergelaufene Hansel, die sich im Supermarkt eine „Drohne“ in den Einkaufswagen gepackt haben und damit postwendend auf Nachbars Kaffeetisch gelandet sind, ist nun mal eben der gesamte Modellflug Dobrindts aktionistischer Regulierungswut zum Opfer gefallen.

Wie üblich hat man es mal wieder geschafft, unter Beweis zu stellen, dass man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Denn es heißt:

„Der Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen
und Flugmodellen ist verboten, […]

über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse
des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt
oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der
Lage sind, optische, akustische oder Funksignale
zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen,
es sei denn, der durch den Betrieb
über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen
Rechten betroffene Eigentümer oder sonstige
Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich
zugestimmt“

Man fasst sich wirklich an den Kopf, was für Anfänger da am Werke sind. Also erst, wenn die superduper Supermarktdrohne nach dem Ausfall der Fernsteuerung keine Funksignale mehr empfangen kann, darf sie legal in der Käsesahnetorte aufschlagen?

Man kann diesen ganzen Unfug einfach nicht ernst nehmen, der einem da als „Klare Regeln für Betrieb von Drohnen“ verkauft wird.

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DHL: Eine tolle Fahrt im Nonservice-Karussell

Freitag, 16. September 2016 9:54

Ich erwarte ein Paket. Da geht es mir nicht anders, als vielen Menschen auf diesem Globus. Ich habe etwas bei ebay gekauft. Dort ist meine Adresse seit Jahren unverändert hinterlegt.

Aber das Paket kommt nicht. In der Sendungsverfolgung verändert sich der Status ein paar Tage nicht. Dann wird das Paket ins Auslieferungsauto geladen, fährt einen Tag durch die Gegend. Ich lese als nächstes die Meldung, dass mit dem Empfänger eine Lagerfrist vereinbart worden sei. Ich habe aber gar nichts veranlasst.

Dann wandert das Paket wieder in das Auslieferungsauto. Als nächstes heißt es „Empfänger unbekannt“. Kann ja nicht wahr sein, also greife ich zum Telefonhörer und will die Hotline anrufen.

Aber ich finde gar keine Telefonnummer. Wieder und wieder klicke ich auf der Sendungsverfolgungsseite herum und sitze offenkundig in einem Nonservice-Karussell und fahre Runde um Runde. Ich frage die alte Tante Google nach einer Telefonnummer und sie verrät sie mir:

0228/4333112.

Ja, man habe das Paket versucht auszuliefern. Zu der Frage, wo ich eine Lagerung vereinbart hätte, kein Wort. Auf dem Paket sei als Adresse „Alte Schönhauser Straße“ angegeben, sagt mir der Telefonist. Richtig wäre „Schönhauser Allee“, sage ich und frage, wie das denn wohl sein könnte. Die Daten würden ja elektronisch übermittelt. Keine Antwort. Immerhin ist die eine Straße die Fortsetzung der anderen. Der Mensch von der Hotline meint, er würde jetzt „in das System“ eingeben, dass das Paket an die richtige Adresse geliefert wird.

Einen halben Tag später sehe ich, dass das Paket seinen Rückweg angetreten hat. unbenannt2

Am nächsten Morgen rufe ich wieder bei der Hotline an, was denn das jetzt solle. Ja, da kann man nichts mehr machen. Das Paket geht jetzt zurück. Die Frage, ob ich ihn jetzt anschreien oder einfach eine Viertelstunde ausharren müsse, damit etwas passiert, beantwortet er immer wieder stereotyp mit (sinngemäß): Jetzt ist alles zu spät. Und: Der Versender müsse sich jetzt bei DHL melden, damit er eine neue (kostenlose …) Paketmarke bekommt.

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist gar keine Hotline. Diese Hotline hat einzig und allein die Aufgabe, verdrossene Kunden eine Zeit lang hinzuhalten, bis sie sich entweder besser oder wenigstens anders fühlen. Es gibt ganz offensichtlich überhaupt keine Verbindung zwischen der DHL-Hotline und dem DHL-Paketdienst. Auf der einen Seite quatscht man ein bisschen mit den Kunden, auf der anderen schiebt man lustlos die Pakete mal hierhin, mal dahin. Kurz darauf bietet man mir noch die Möglichkeit an, das Problem via Facebook-Chat zu klären, schließlich habe ich meinem Unmut bereits über Twitter und eben auch Facebook Luft gemacht. Ergebnis: Das gleiche. Wer will, kann das hier nachlesen.

Dieses gesamte Online-Bestelldings ist im Grunde nur eine groß angelegte Förderung des lokalen Handels. Das wird mir jetzt langsam klar.

 

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Amazon ist nichts für Geschäftsleute

Mittwoch, 13. Juli 2016 16:12

Mal wieder Zeit für einen Rant.

Amazon ist ja schön und gut, solange man sich privat irgendwelchen Mist kauft. Aber wehe, man muss fürs G’schäft was bestellen. Die Sachen kommen ja meistens schnell. Aber was ist mit der Rechnung? Eine Firma versteckt es in den Amazon-Nachrichten, wo man nie nachschaut. Andere senden einem eine Mail, manche drucken sie aus und schicken sie per Post oder legen sie ins Paket, wieder andere bleiben komplett stumm.

Ja, man kann über einen nicht all zu weit entfernten Knopf eine Rechnung für eine Bestellung anfordern. Aber wenn man in einer Bestellung mehrere Artikel von verschiedenen Marketplace-Anbietern zusammengefasst hat, klappt das nicht mehr. Denn, die Rechnungsanforderung über diesen Knopf funktioniert stets nur für den ersten Artikel und damit nur für den ersten Anbieter in der Liste. Rechnung1

M. E. ist das ein ganz klarer Designfehler auf Seiten Amazons. Ich dachte erst, gebe ich einfach allen Anbietern eine schlechte Bewertung mit dem Text „Keine Rechnung, nicht geeignet für gewerbliche Bestellungen. No invoice, not suitable for business.“ Schließlich könnten mir die Anbieter einfach (ungefragt) eine Rechnung an die Versandbestätigung heften. Nur die Händler verlassen sich wohl darauf, dass bei Amazon alles richtig funktioniert. Wenn zwei beteiligt sind, ist es immer keine gewesen. Wie auf dem Bau.

Wahrscheinlich muss man jeden Artikel einzeln bestellen. Dann geht es vielleicht über den Knopf „Rechnung anfordern“. Ansonsten muss man, das als Tipp, auf die Verkäuferseite gehen und dann gaaaaaaaaaaaaaanz nach unten scrollen. Dort findet man derzeit (Amazon ändert ja auch mal gerne was) unten rechts dann „Verkäufer kontaktieren“ und kann dort sein Glück versuchen.kontakt

 

Ich frage mich, warum man im Warenkorb nicht einfach ein Häkchen „Rechnung als pdf per E-Mail“ setzen kann. Das Leben könnte so einfach sein.

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Krieg? Gefällt mir. Nicht.

Freitag, 4. Dezember 2015 12:07

Heute klickt ein Großteil der Bundestagsabgeordneten zum Thema Krieg in Syrien sehr wahrscheinlich den „Gefällt mir“-Button, um es mal im Facebook-Sprech auszudrücken. Dabei haben sie laut einer Umfrage einen Großteil der Bevölkerung hinter sich, also ist die Entscheidung demokratisch vielleicht in Ordnung.

Ich hatte eben einen Gerichtstermin in der Turmstraße und kam auf dem Weg zurück zum Auto am Friedhof in der Wilsnacker Straße vorbei. An der Friedhofsmauer ist diese Bronzetafel angebracht:

Hier wurden über 300 Menschen begraben, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Umkreis dieses Friedhofs ums Leben kamen. Sie starben bei Kampfhandlungen, im Luftschutzkeller, beim Beschaffen des Notwendigen, durch Genickschuss oder begingen Selbstmord.

Der Wahn allein war Herr in diesem Land.
In Leichenfeldern schliesst sein stolzer Lauf,
und Elend, unermessbar, steigt herauf.

Albrecht Haushofer, Moabiter Sonette.

Wem Krieg gefällt, dem gefällt auch diese Tafel.

Mag sein, dass ich in meinem Pazifismus naiv bin. Aber dass Krieg irgendwo zu Frieden führt, ohne dass ein Großteil der Zivilbevölkerung darunter extrem zu leiden hat, ist eine ebenso naive Wunschvorstellung.

 

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Ich fühle mich verraten.

Freitag, 31. Juli 2015 6:40

Aber nicht von Netzpolitik.org*, sondern von der Bundesregierung.

Ist ja nicht das erste Mal, dass sich Ermittlungsverfahren gegen die Falschen richten.

 

*Falls Netzpolitik.org nicht erreichbar ist: Mehr hier: https://landesverrat.org/

 

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Der Pipi-Test für den "Bösen Bullen"

Freitag, 12. Dezember 2014 13:03

bullen_0123Gestern Abend kurz vor sechs, fünf Minuten nach Feierabend, hatte ich seit langem mal wieder unberuflichen Kontakt zur uniformierten Staatsgewalt in Form einer Drogenkontrolle. Von der Schönhauser Allee kommend bog ich nach links in die Torstraße ein, um an der Karl-Liebknecht-Straße Richtung Alex abzubiegen. Fast alle Fahrspuren waren versperrt, und ich wurde von einem Kellemann auf den Parkstreifen rechts gelotst. Dort angekommen wollte man erst mal meine Papiere sehen. Gut. Nach einigem Kramen im Auto hatte ich alles Gewünschte gefunden, und weil ich dabei auch den Verbandskasten in Händen hatte, der auch plötzlich von Interesse war, hab ich dem „Guten Bullen“ auch noch unter die Nase gerieben, dass der noch haltbar ist. Soweit so gut.

Man mache eine Drogenkontrolle.

„Aha.“ meinte ich.

Ob ich letztens mal Drogen genommen hätte.

„Nö.“

„Noch nie?“

„Ne, noch nie.“

„Nicht mal probiert?“

„Ne. Nicht mal probiert. Nur vor ein paar Wochen war ich mal in nem Raum, in dem gleichzeitig gekifft wurde.“

Ob ich mit einem Test einverstanden wäre. – Naja, nun gut.

Guter Bulle leuchtet mir in die Augen, die ich vorher schließen soll. Alles gut (alles andere hätte mich auch gewundert).

„Zählense mal bis 30.“

„???“ (Zähle in Gedanken mittelschnell bis dreißig) „Fertig!“

„Oh, das ging aber schnell.“ und guckt auf seine Uhr.

„Jo, wieso?“

Naja, ich sollte im Sekundentakt zählen.

„Aha, ich soll also nicht bis 30 zählen, sondern 30 Sekunden abzählen. Müssen Sie mir aber auch so sagen.“ und überlege, ob der wohl was genommen hat … Jedenfalls zähle ich dann, inzwischen rund 10 Minuten im Regen stehend, mit geschlossenen Augen im gefühlten Sekundentakt bis 30. „Fertig.“ – „Ja, gut.“ Anscheinend habe ich den Test bestanden. (Später erfrage ich, dass ich 35 Sekunden gebraucht habe, was wohl ein guter Wert ist.)

Jetzt kommt Kollege Böser Bulle dazu. „Welche Farbe hat’n Ihr Auto?“ – „Grün, wieso?“. Leuchtet mit der Taschenlampe auf den Kotflügel und schweigt. War das jetzt auch ein Test? Was, wenn ich rosa mit blauen Sternen gesagt hätte? Wäre ich dann gleich in die  Entziehung eingeliefert worden?

Guter Bulle fragt mich, ob ich mit einem freiwilligen Pipi-Test (seine Wortwahl, wie ich später merke, wohl offizieller Berliner Polizei-Jargon) einverstanden wäre. Ich meinte, das wäre jetzt schlecht, ich wäre eben unten an der Schönhauser vom Büro aus losgefahren und wäre vorher noch aufm Klo gewesen. Das könnte meine Frau bestätigen.

„Naja, aber ein paar Tropfen gehen doch immer.“

„Mag wohl sein, aber wenn das freiwillig ist, dann würde ich jetzt eben sagen, dass ich damit nicht einverstanden bin, weil ich jetzt nicht muss, kann und will.“

„Ja, man könnte auch eine Blutprobe anordnen.“, meinte Kollege Böser Bulle.

„Oh, dann würde ich jetzt erst mal meinen Anwalt anrufen und fragen, ob das alles so richtig ist.“

Guter Bulle: „Wir müssten schon noch vorher einen Richter fragen.“

Ich so: „Ach was.“

Guter Bulle: Ob ich jetzt den Pipi-Test machen wolle. – Ne, eigentlich hatte sich meine Meinung nicht geändert.

Böser Bulle: „Wenn Sie jetzt nicht freiwillig einwilligen, dauert das hier 2 bis 3 Stunden, bis wir fertig sind mit der richterlichen Anordnung.“

„Oh, einen freiwilligen Urintest hab ich mir jetzt anders vorgestellt, nämlich ohne dass ich jetzt hier dazu durch Androhung einer Zwangsmaßnahme dazu genötigt werde. Immerhin bin ich doch wohl kommunikativ und kooperativ, hab die diversen bisherigen Tests ja wohl ordentlich absolviert, ohne Anlass für weitere Maßnahmen zu geben. Ich möchte jetzt erst mal gern wissen, was Ihnen die Veranlassung gibt, nun die nächste Stufe zu zünden.“

Böser Bulle: „Na, so richtig kooperativ sind Sie ja nicht. Immerhin weigern Sie sich, den freiwilligen Pipi-Test mitzumachen.“

„Versetzen Sie sich mal in meine Situation. Sie kommen nach 10 Stunden aus dem Büro, werden rausgewunken, benehmen sich anständig, Ihnen wird ein freiwilliger Test angeboten und die Freiwilligkeit sieht dann so aus, dass man bei Nichtteilnahme den Feierabend versaut kriegt. Da soll man jubilierend zustimmen, das so ein Test jetzt voll super ist? Ich fühle mich jetzt von Ihnen schikaniert und an meiner Menschenwürde angekratzt“ – mein Blickt schweift zu zwei Dixi-Klos in der Nähe- „, wenn ich auf diese Weise zu einem freiwilligen Test genötigt würde, obwohl ich klargemacht habe, dass das jetzt schwierig ist mit dem Urintest. Jedenfalls fühle ich mich von Ihnen genötigt.“

Dass ich aus der Nummer nicht rauskomme, war mir schon klar. Aber ich hatte auch irgendwie Lust, das auszudiskutieren. Im Grunde waren die beiden ja weitgehend freundlich zu mir. Ich aber auch! Aber man kann sich leicht vorstellen, in welche Richtung das geht, wenn man vielleicht nicht einen einigermaßen verständigen Eindruck macht. Wenn schlichte Gemüter aufeinanderprallen. Vor allem kann ich mir leicht vorstellen, dass die juristischen Feinheiten leicht mal unter den Tisch fallen, um eine bestimmte Handlungsweise durchzusetzen.

Es ging dann in irgendein nah gelegenes Bürogebäude mit einem Klo im Erdgeschoss. Dort war ein großes Hallo! Viele Uniformierte und genervte Menschen drängten sich vor allem um das Männerklo.  Einen mutmaßlichen Drogi hatten sie sich da gerade zur Brust genommen und versuchten ihm in gebrochenem Englisch zu erklären, dass jetzt ein „Judge“ a „Blood-Test“ anordnen würde and überhaupt. Jedenfalls fielen wie Maschinengewehrsalven stakkatohaft Begriffe wie Police, Drugs, THC, Blood, Judge, Test. Ich drückte mir ein paar Kubikmillimeter aus der Blase und übergab mein Töpfen an den Guten Bullen, der mir das Haltbarkeitsdatum seines Schnelltests zeigte und loslegte. Wie zu erwarten, war alles in Ordnung.

Ich hab noch mal klargemacht, dass das von seinem Kollegen nicht fair war, die richterliche Anordnung zu vergessen.

„Ne, das hat der gesagt.“.

„Ne, das haben nur Sie mir gesagt. Ihr Kollege hat damit gedroht, dass sich das noch 2, 3 Stunden hinziehen kann. Seien sie doch mit der Freiwilligkeit ehrlich, dass es die de facto nicht gibt. Hätte ich mein Aufnahmegerät dabei, könnte ich es Ihnen jetzt vorspielen.“

Guter Bulle meinte: „Ja, der Kollege ist noch neu und etwas steif im Umgang. Ich bin länger dabei und versuche, freundlicher zu sein.“

Beinahe wäre mir „Ach, das alte Spielchen Guter Bulle, Böser Bulle, ja?“ rausgerutscht, konnte es mir aber gerade noch verkneifen.

Kaum weggefahren habe ich dann auf dem Weg vom Alex zum Strausberger Platz im Berufsverkehr drei Rotlichtverstöße, eine eindeutige Geschwindigkeitsüberschreitung und zwei mal rechts abbiegen von der Geradeausspur, einmal mit Gefährdung von Radfahrern gesehen und dachte, dass es bestimmt wichtiger ist, am frühen Abend Drogentests bis zum bitteren Ende durchzuführen, ohne zu antizipieren, wann es reicht. ACA… arme Würstchen. Sie führen ja nur Befehle aus. Schönen Dank für die sinnvolle Verwendung meiner Steuergelder.

Update:
Heute fuhr ich die gleiche Strecke und wurde wieder rausgewunken. Mit ein paar überzeugenden Worten meinerseits konnte ich einen erneuten Test aber abwenden.

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Springerblöd

Sonntag, 9. November 2014 1:07

Da mache ich doch heute den Briefkasten auf und sehe was völlig Unerwartetes: Eine Blöd-Zeitung. Die hatte ich weder bestellt, noch würde mir sowas ins Haus kommen, nicht mal zum Bio-Müll einwickeln. Ist doch ok, wenn man Ungewollte Postsendungen wieder zurückschickt, oder? Sicher wird sich doch der eigentliche Adressat darüber freuen. Oder ..?Nicht? Ich meine, das ist doch nicht für mich… Also, ich hab das echt sofort, unverzüglich …

bloed_01

bloed_02

 

Äh, und einen VW werde ich deswegen auch nicht kaufen.

 

 

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Ach #touchandtravel. Ihr müsst noch viel lernen.

Freitag, 4. Juli 2014 9:17

Eben habe ich das Auto in die Werkstatt gebracht und bin mit der BVG zum Büro gefahren. Dafür nutze ich eigentlich ganz gern Touch&Travel, auch wenn es teurer ist, als z. B. 4er-Karten zu kaufen. Aber die Nerven, die Nicht-Annahme „neuer“ 5€-Scheine (Die gibt’s schon ziemlich lange, finde ich), die Geräusche etlicher ankommender und abfahrender Züge, die bohrenden Blicke anderer Fahrscheinerwerbegewillter, während quälend langsam die Fahrscheine aus dem Automaten quillen, lassen mich zu der eigentlich ganz bequemen Handylösung greifen. Dass damit ein Bewegungsprofil erstellt wird: Nunja. HIER weiß man es wenigstens.

Nach dem ich mich eben am Senefelderplatz ausloggte und auch der Fahrpreis berechnet wurde, hatte ich beim Einschalten meines Rechners postwendend eine Mail bekommen:

 

Verstoß gegen die Touch&Travel-Bedingungen bei Ihrer Fahrt 0815

Sehr geehrter Herr Will Sagen,

während Ihrer Fahrt mit Touch&Travel am 04.07.14 (Fahrt-ID: 0815) war die Positionsbestimmung durch den Location Based Service (LBS) nicht möglich. Die Freigabe des LBS durch Sie ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um Touch&Travel nutzen zu können.

Bitte beachten Sie, dass zur Berechnung des Fahrpreises Ihr Standort zwischen An- und Abmeldung periodisch ermittelt werden muss.

Damit Sie Touch&Travel weiterhin nutzen können, ist es notwendig, den Location Based Service erneut freizuschalten. Senden Sie dazu eine SMS mit dem Inhalt +touchandtravel an die Nummer 27637. Für den Versand dieser SMS berechnet Ihr Mobilfunkanbieter Kosten für eine Standard-SMS entsprechend Ihres Mobilfunktarifs.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Touch&Travel-Kundenbetreuung

Diese E-Mail wurde automatisch generiert. Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:
Touch&Travel Kundenbetreuung
Salzufer 6
10587 Berlin

Tel.: 0800 330 430 1 (kostenlos)
info@touchandtravel.de
https://www.touchandtravel.de/

 

Ich dann so:

Guten Tag,

> Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.
Doch. Genau das tue ich:

Ich will wohl gerne irgendetwas freischalten, aber einen Verstoß, also eine aktive Pflichtverletzung gegen irgendwelche Bedingungen, habe ich nicht begangen und muss ich mir auch nicht vorwerfen lassen. Ich habe an meinem Smartphone keinerlei andere Einstellungen vorgenommen als sonst. Wlan aktiv, GSM aktiv, GPS aktiv, ja sogar Bluetooth. Der Akku zeigte beim Verlassen der letzten Station 92% an.

Wenn Ihr LBS z. B. in einer U-Bahn nicht funktioniert, kann ich wenig dagegen ausrichten. Mein Navi im Auto hat in Tunnels auch Schwierigkeiten. Jedenfalls werde ich auch in Zukunft davon absehen, an jeder Station auszusteigen und für 5 Minuten ans Tageslicht zu gehen, damit ich von Ihnen periodisch überwacht werden kann. Vielleicht sind Ihre Nutzungsbedingungen mit einer Fortbewegung unter der Erde (Blaschkoallee-Hermannplatz-Alexanderplatz-Senefelderplatz) in Zusammenwirken mit einem dramatisch schlechten, also im doppelten Sinn unterirdischen Mobilfunknetz schlicht inkompatibel. Ich habe mich von Anfang an gefragt, als diese periodische Überwachung eingeführt wurde, wie zuverlässig das wohl unter der Erde funktioniert. Mir scheint außerdem, Ihr Kundenüberwachungsdrang und das grundsätzliche Misstrauen ist etwas zu stark ausgeprägt. Ich empfehle Ihnen daher, den Fehler zunächst bei sich zu suchen, bevor Sie das Vergehen Ihren Kunden zuweisen.

Vielleicht sollten Sie über die Formulierung Ihrer Mail daher noch mal etwas nachdenken. Als Anregung, weil ich ja quasi Kunde der ersten Stunde und so etwas wie ein Betatester war (immer noch bin, trifft es wohl eher):

„Betreff: Problem mit der Standortbestimmung“ oder so. Und dann: „Leider war es unserem System nicht möglich, Ihren Standort periodisch zu bestimmen. […] Die Programmierung sieht vor, dass die Standortbestimmung durch Sie erneut freigeschaltet werden muss.“ An dieser Stelle könnten Sie sich auch fragen: Warum eigentlich? Nur, weil das einmal nicht ging, muss man als Kunde aktiv werden?

Ich werde wohl dazu übergehen, mich wieder an den quälend langsamen Automaten zu bedienen (die sind vermutlich vom gleichen Programmierer, oder?) Mit 4er-Karten ist es in Berlin eh günstiger, Öffis zu nutzen.

Ja, meine Ausdrucksweise ist etwas deftig geraten. Genauso, wie Sie, der/die das jetzt liest, persönlich wohl nichts für die Unzulänglichkeiten kann, geht es mir aber auch.

Viele Grüße und einen angenehmen Tag noch

Will Sagen

 

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BI(G)C IBAN-Wahn

Freitag, 22. November 2013 22:38

Ich ersticke hier gerade in Papier. Jeder, aber auch wirklich JEDER schickt mir Briefe, in denen er mir mitteilt, dass da irgendwas mit der Abbucherei umgestellt wird (mal abgesehen von den Briefen, dass irgendwelche Beiträge angepasst wurden).

Allein das Finanzamt schickt mir für JEDE Einzugsermächtigung ein einzelnes Schreiben. Bei vier zugelassenen Fahrzeugen kommt da was zusammen. Ja sag mal: Kann man das mit einer einzigen Datenbankabfrage nicht kanalisieren, auflisten und in einem einzigen Schreiben mitteilen? Allein für diese Redundanz-Redundanz werden ja schon mehr Bäume gefällt als für den gesamten A100-Ausbau in den nächsten 20 Jahren! Und dann soll ich auch noch prüfen, ob die Angaben stimmen. Hallo? Ist MIR doch egal, ob ihr die Kohle von nem falschen Konto abbucht.

Und jetzt meldet sich auch noch der Vermieter meiner Bastelwerkstatt, dass ich doch bitte daran denken soll, den Dauerauftrag umzustellen. Öhm. So was wie ne Serviceleistung der Bank, dass die mal eben sowas automatisch machen, gibt es auch nicht? Is‘ ja klasse. Die Kohle wandert mal gerade ein paar Kilometer weiter. Aber der europäische Zahlungsverkehr wird einfacher. Dann ist ja gut.

 

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Wir bauten ein Haus. Und es wurde fertig.

Donnerstag, 10. Januar 2013 13:55

Einmal im Leben baut man ein Haus für sich selbst. Naja, manche vielleicht auch öfter, manche gar nicht.

Egal. Wer ein Haus baut, überlegt sich das gut: Was kostet das überhaupt, woher kommt die Kohle, steht mir der Finanzrahmen für die Abzahlung voraussichtlich für die nächsten 20 bis 30 Jahre zur Verfügung? Das sind die Fragen, die den jungen Bauherren als erstes umtreiben.

Mein Dorf IIch habe auch schon ein Haus gebaut. Naja, nicht so ganz. Meine Liebste, mich und eine befreundete Familie zog es in die gleiche Gegend. Wir beschlossen, ein Doppelhaus zu bauen, wie man so sagt, also bauen zu lassen. Es wurden Pläne geschmiedet, Grundstücke angesehen, Termine mit Banken, Bauunternehmen, Architekten vereinbart, bis irgendwann der Plan reifte: Wir nehmen – zur Kostenersparnis – die Ausschreibung der einzelnen Gewerke und die Bauleitung selbst in die Hand. Die Planung ließen wir von einer Architektin machen. Viele andere Details konnte meine Liebste als Frau vom Fach durchdenken. Meinem Freund und mir war es auf dem Weg zur Arbeit möglich, es so einzurichten, dass wir praktisch täglich zweimal an der Baustelle anhalten und nach dem rechten sehen konnten. Als Maschinenbauingenieure sind wir zwar nicht direkt vom Fach, aber einen gewissen Blick und Verständnis für technische Dinge hat man ja doch. Zur Not war sogar ein Blitzbesuch in der Mittagspause machbar.

Und wenn wir nicht hätten gewährleisten können, dass wir mehr oder weniger ständig mit entsprechendem Sachverstand den Baufortschritt hätten überwachen können, hätten wir das nie und nimmer gemacht. Was man da so zu sehen bekommt: Ich erinnere mich noch wie heute, wie der Maurerlehrling den Kran bedienen durfte und mit einem Speiskübel, der wild hin- und herschaukelte, gleich mal eine Kellerwand, die ein anderer gerade errichtet hatte, einreißt. Oder wie der Blitz in den Kran eingeschlagen ist und damit bei den schon in die umliegenden Häuser eingezogenen Nachbarn die Elektronik der Heizungsanlagen zur Strecke gebracht hat. Für uns war schlimmer, dass erst mal der Kran ausgefallen war. Die Pflastersteine (gerumpelt), die nicht vor Hausnummer 98, sondern vor 78 abgekippt wurden. „Das Badezimmer hat ja gar keinen Lichtschalter mehr.“ Bedröppelte Gesichter bei Fliesenleger und Verputzer, die gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigten und wie aus einem Mund sagten: „Er ist schuld!“ Der eine hat die Dose übergeputzt, ohne dass so ein kleines Fähnchen durch den Putz schaute, der andere hat dann gleich mal seine Fliesen drüber geklebt. Da musste der Bauherr erst zeigen, wie er anhand der selbst aufgenommenen Baufortschrittsfotos und einer fotogrammetrischen Auswertung die Bohrkrone an den nagelneuen Fliesen ansetzte  und die Schalterdose millimetergenau wieder zu Tage förderte. Undsoweiterundsofort. Baustandard halt.

Erster Spatenstich war im Sommer. Zur Jahreswende konnten wir einziehen. Gut, es war noch nicht alles fertig, ein paar Fußbodenfliesen fehlten hier und da noch, und Zufahrt und Garten mussten noch angelegt werden. Aber alles war überschaubar und im Großen und Ganzen auch handwerklich ohne Extremkatastrophen verlaufen. 5 Monate bis zum Einzug sind für ein gemauertes Haus mit Keller keine schlechte Zeit. Da werden mir sicherlich andere Bauleute zustimmen. Wir haben den Kostenrahmen eingehalten und mit einiger Eigenleistung blieb noch die Möglichkeit, das Bafög-Darlehen auf einen Schlag zurückzuzahlen.

Wenn ich aber technisch keine Ahnung und habe, mir der Baufortschritt vor allem Anfangs eher nicht so wichtig ist, ich nicht erkenne, dass 3 Wochen vor Bezug allerallerallerspätestens der Zeitpunkt ist, an dem nach erfolgter Abnahme die Ausbesserungen vorgenommen worden sein müssten und ich zu dem nicht mein eigenes Geld in den (märkischen) Sand setze: Dann, ja dann endet das im Desaster: Jeder macht auf der Baustelle, was er will. Handwerker stehen sich gegenseitig im Weg rum oder kommen gar nicht, weil man keinen Druck macht. Man hat keinen Überblick, was im Verborgenen überhaupt passiert ist. Nur dann, wenn man wirklich überhaupt keine Ahnung hat und gleichzeitig an völliger Selbstüberschätzung leidet, kann man erst auf den dummen Gedanken kommen, dass man das billigste Angebot eines Generalunternehmers durch eigenverantwortliche Ausschreibung und Bauleitung unterbieten kann. Es konnte einfach nicht gutgehen, was da in Schönefeld geplant war. Unmöglich. Das war Scheitern mit Ansage.

Loburg15Aber wie schön, dass sich ein paar Leutchen hinstellen und die „Verantwortung“ übernehmen! Die Verantwortung, da fragt mal ein paar Bauherren, die Verantwortung wirkt sich normalerweise direkt auf den eigenen Kontostand aus. Jede Panne,  die man nicht postwendend einem Betrieb anlasten kann, zahlt man selbst. Tür im Gästeklo stößt ans Waschbecken, weil das doch eine Nummer größer sein sollte? Du hast es bestellt, ohne nachzudenken? Zahlst du selbst. Nicht ausreichend Parkett bestellt,weil du den Verschnitt falsch berechnet hast und jetzt ist die Charge nicht mehr lieferbar? Viel Spaß mit dem Farbunterschied. Oder einmal alles auf Anfang: Rausreißen und neumachen. DU warst es, der die Lieferadresse für die Pflastersteine falsch angegeben hat? Dann frag gleich mal, was der Lkw und der Radlader kosten, um die Steine wieder aufzuladen und 100 m weiterzubringen.

Verantwortung übernehmen. Pah. Das ist nicht lache. Ja klar. Jedes politisch gewollte Bauwerk hat eine imaginäre Kostengrenze, von der man meint, dass man – wider besseres Wissen – die wahrscheinliche Summe (die man eh noch mindestens verdoppeln muss) lieber nicht sagt. Das ist Betrug am Bürger. Nichts anderes. Geht dahin, wo der Pfeffer wächst, und ihr werdet es schaffen, dass die Pfefferpflanzen eingehen.

 

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