Will im Theater

Ich bin ja … ja was eigentlich? Manchmal etwas ambivalent. Einerseits finde ich Kino z. B. toll. Die Art der Unterhaltung gefällt mir einfach. Allerdings komme ich viel zu selten dorthin. Vielleicht einmal im Vierteljahr, wenn überhaupt. Und dann auch nur in son Kinocenter und nicht in ein Programmkino, wo eigentlich viel bessere Filme laufen.

So ähnlich geht’s mir auch mit dem Theater. Wir hatten mal ein Abo. Tja. Viel mehr gibt’s da auch schon nicht zu erzählen. Wir hatten das halt und sind auch ein paarmal dagewesen. Zwei Dinge haben sich in meinen Hirnwindungen festgesetzt: Aus einem Klassiker (Drama, mehr weiß ich nimmer) sind wir nach der Pause geflohen, und zu einer Götz-Alsmann-Revue sind wir zu spät gekommen. Das erste war gut, das zweite doof. Im letzten Jahr waren wir mal im Berliner Ensemble und haben dort „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ gesehen, in der Hauptrolle Martin Wuttke. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Nicht mit dem ansonsten von mir/uns besuchten Provinztheatern zu vergleichen. Grundsätzlich habe ich also doch die Gabe, dass mich Theater begeistern kann.

So kam es, dass wir kürzlich -völlig gegen unsere Gewohnheit- an einem Montag Abend ausgegangen sind. Und zwar zum Admiralspalast, genauer gesagt zur kleinen Bühne oben unterm Dach, die „Studiobühne“ genannt wird. Allerdings lockte uns diesmal nicht ein weltbekannter Theaterklassiker, sondern vielmehr Improvisationstheater vom Theatersport Berlin, darauf aufmerksam gemacht von kulturell bewanderteren Nachbarn von schräg gegenüber. Ein wenig überrascht waren wir von den Eintrittspreisen. Denn 18 Euro pro Steuerzahlernase sind schon ein ganz schönes Pfund in meinen Augen. Dadurch wächst natürlich die Erwartungshaltung.

Ein durchaus lebhafter Moderator stellte uns -also dem gesamten Publikum- die beiden Mannschaften vor: Spartak Stanislawski und Dynamo Duse traten gegeneinander an. Oder miteinander? So recht konnte man das nicht unterscheiden, und das war auch gut so. Neben den bekannten Spielchen, wo jeder Satz oder jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben anfing, gab man auch Fortsetzungsgeschichten als ineinander geschachtelte Parallelhandlungen zum Besten, wobei die Handlungsthemen durch Stichwörter vom Publikum vorgegeben wurden. Muss man gesehen haben! Sehr schön war auch die Idee, das dienstälteste Paar aus dem Publikum an das Keyboard des Begleitmusikers zu setzen. Eine Mannschaft spielte die Kennenlern-Szene des Paares schrittweise vor. Wenn die Mannschaft die Handlung richtig gespielt hat, spielte sie einen hohen Ton auf dem Keyboard, war es falsch, drückte er eine tiefe Taste. Herrlich, dass Dynamo Duse sogar erriet, dass er von Beruf Elektriker war! Ganz großes Kino… äh, Theater. Nach den diversen Spielchen wurde stets abgestimmt. Das war allerdings wirklich Nebensache.

Alles in allem war es ein sehr kurzweiliger Theaterabend. Wirklich beeindrucken konnte die schauspielerische Leistung, sich auf den Partner/Mitspieler einzulassen und nicht nur seinen eigentlichen Handlungsstrang weiterzutreiben, sondern gleichzeitig den der Mitspieler im Auge zu behalten. Ohne Frage muss man das einfach mal gesehen haben! Oder auch mehrere Male. Das muss man sich nur leisten können und wollen.

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Datum: Samstag, 24. Januar 2009
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