Beiträge vom März, 2016

Wie die Apps auf den iPad-Oldtimer kommen

Dienstag, 29. März 2016 18:56

Ich leihe mir von meinem Freund ein iPad, um herauszufinden, ob ich es für einen Bandauftritt als digitales Textbuch verwenden kann. Es ist nicht so einfach, ein iPad auszuleihen, weil es viele Leute eben nicht mal eben für ein paar Wochen oder so weggeben können oder wollen. Ich bekomme eins und zwar einen echten Oldtimer, nämlich ein iPad 1.

Mein Freund gibt mir doch seine Säuernis mit auf den Weg, weil er es unmöglich findet, dass man das alte Ding quasi nicht mehr benutzen kann. Viel zu viele Apps lassen sich einfach nicht mehr installieren. Hat man im Appstore seine Wunsch-App gefunden, bekommt man viel zu häufig diese Meldung zu sehen.

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Problem: Auf dem Oldtimer-iPad läuft nur iOS 5. Und eine neuere Version lässt sich nicht installieren. Nach einigem Gugeln finde ich einen Workaround, der auch tatsächlich funktioniert. Man muss auf einem iMac oder Macbook iTunes öffnen (iTunes unter Windows wird wohl auch gehen), dort in den Appstore gehen und die gewünschte App laden. Die ist dann erst mal auf dem jeweiligen Rechner.

Dann nimmt man den Oldtimer zur Hand und öffnet dort den Appstore. Wichtig ist, dass man mit dem gleichen Apple-Account wie auf dem Macbook/iMac angemeldet ist. Nun sucht man wiederum die gewünschte App und installiert sie. Zwar bekommt man auch wieder eine Fehlermeldung vorgesetzt, aber man hat nun auch die Alternative, die letzte funktionierende Version zu laden.

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Voilà, nun laufen die alten Apps auf dem Oldtimer-iPad.

Thema: an Apple a day, Draußen nur Kännchen, Neues aus der Bastelbude, nich so dolle | Kommentare (1) | Autor:

Elternbesuch – eine Zeitreise

Samstag, 12. März 2016 0:02

Meine Eltern sind zu Besuch. Mal abgesehen davon, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass sie die für ihr Alter durchaus anstrengende Anreise auf sich nehmen, haben sie immer wieder Spannendes zu berichten.

Kürzlich waren sie auf dem Geburtstag der Tochter meines Cousins und seiner Frau eingeladen. Dort begab sich eine interessante Szene.

Eine alte Dame, um die 90 Jahre alt, stellte sich als Pflichtjahrmädchen (Ich benutze hier gerade wohl eine Vokabel aus den 1930/1940er Jahren) heraus, die im gleichen Stadtteil Osnabrücks tätig war, in dem meine Mutter und ihre Familie wohnte, rund um den Osnabrücker Neumarkt. Der Vater meiner Mutter war Gärtnermeister. Man baute am Stadtrand Gemüse an und hatte am Grünen Brink einen Gemüseladen.

In jener Zeit durften jüdische Bürger erst ab 12.00 Uhr einkaufen, also zu einer Zeit, in der in den Mangeljahren entweder schon alles verkauft war oder nur noch klägliche Reste vorhanden waren. Meine Urgroßmutter, die den Laden betrieb, legte für die Menschen jüdischen Glaubens in Osnabrück stets ein paar Kohlköpfe und ähnliches zurück, damit auch sie etwas zu essen kaufen konnten.

Das wurde von Nazis beobachtet.

Nun berichtete auf obiger Geburtstagsfeier jene alte Dame, dass sie in dem Laden zugegen war, als in den frühen 1940er Jahren ein „wichtiger“ Nazi Osnabrücks, dessen Name seit vielen Jahrzehnten stets in Erzählungen meiner Mutter Erwähnung findet, meiner Urgroßmutter folgendes androhte:

„Wenn Sie die Juden weiterhin versorgen, werde ich Sie erschießen müssen.“

Meine Urgroßmutter sagte darauf:

„Dann erledigen Sie das doch gleich hier.“

Weil meine Großeltern und Urgroßeltern bekannt für ihre ablehnende Haltung gegenüber der NSDAP waren, hatte man ihnen auch eine Spendendose hingestellt, mit der mein Uropa Geld für die „Partei“ sammeln sollte. Er hat sich geweigert.

Jene Osnabrücker Nazis, jene, die in der Nachkriegszeit wieder ganz normal ihren Geschäften nachgingen und glücklich mit ihrer Familie im Nachkriegs-Osnabrück lebten, haben wahrscheinlich auch dafür gesorgt, dass mein Opa 1944 als Vater von vier Kindern und Gärtnermeister (damit wichtig für die Versorgung der Bevölkerung) zur Wehrmacht eingezogen wurde und in der Normandie gefallen ist. Er wurde „nur“ als vermisst gemeldet, weil man keine sterblichen Reste fand. Es hat nie eine Bestätigung gegeben, dass er gestorben ist, noch gibt es ein Grabstätte. Meine Oma hat nie wieder geheiratet, weil sie bis zu ihrem Lebensende die Hoffnung hatte, dass ihr geliebter Philipp zurückkehrt.

Solche Berichte, die von Zivilcourage zeugen, wie ich sie gerne hätte, dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

Thema: Das Leben | Kommentare (1) | Autor: