Beitrags-Archiv für die Kategory 'Neues aus der Bastelbude'

Low-budget-Endoskop für Unfallanalytiker

Donnerstag, 22. September 2016 9:04

Moderne Autos bestehen hinten und vorne aus ungefähr zirkuszeltgroßen Plastikteilen. Früher ™ war die Karosserie aus Blech, und man schraubte zusätzlich noch Stoßstangen aus Blech an, dann, etwas später aus Plastik. Da konnte man noch dahinterschauen, um nach Schäden zu suchen. Das geht seit einiger Jahren nicht mehr.

Um verbogene Schäden wie einen leicht verformten Querträger aufzustöbern, betreibt man entweder viel Aufwand und demontiert die Stoßfängerverkleidungen, was bei verunfallten Autos insbesondere beim Wiederzusammenbauen zu großen Schwierigkeiten aufgrund verspannter und verzogener Teile führen kann, oder man behilft sich moderner Technik. Die ist aber leider manchmal ganz schön teuer.

Es geht aber auch günstiger und gar nicht mal so schlecht. Wenn man sich bei Amazon oder eBay mal umschaut, entdeckt man dort USB-Endoskope. Die meisten haben eine sehr bescheidene Auflösung, es gibt aber auch Geräte in der 20 bis 30-Euro-Klasse mit 2 Megapixeln, was gar nicht so schlecht ist. Sowas habe ich mir dann mal besorgt. Das Problem an den Dinger ist aber, dass Scharfstellgrenze etwa zwischen 2 und 10 cm liegt. Das ist zu wenig, unterm Auto bzw. hinterm Stoßfänger muss man schon mal bis zu einem Meter weit gucken können.

pass_img_6636Da die Dinger ja nun mal nicht die Welt kosten, war ich bereit, u. U. eines zu opfern und fing an, daran zu rupfen. Erst mal am hinteren Verschlusspröppel. Aber da kam ich nicht weiter. Also habe ich den kleinen Rohrschneider angesetzt und das ganze Ding vorn im Kamerabereich aufgeschnitten.

pass_img_6639Kurze Zeit später hatte ich den vorderen Deckel sauber abgetrennt. Der Blick fällt auf den LED-Ring, der dazu dient, den Bereich auszuleuchten, den man filmen oder fotografieren möchte. Das kann man in einer gewissen Vergrößerung hier sehen. Das Bild ist mit einem anderen Endoskop aufgenommen, das VGA-Auflösung macht. Hier habe ich den Ring bereits abgehoben und etwas zur Seite gebogen.

pass_dcim0007Nun habe ich mal ganz vorn an der Kamera gedreht. Und siehe da: Es machte leicht „knuck“, und dann konnte man das Objektiv, das in einem Gewinde sitzt, drehen. Damit lässt sich der Fokusbereich einstellen.

Also machte ich mal ein paar Fotos an Zollstöcken entlang, um das Ergebnis einzuschätzen und das Objektiv für meine Zwecke einzustellen.

Vorher:

vorher

Nachher:

nachher

Hat sich eindeutig für meine Zwecke zum Positiven verändert. Dass man keine Wunder erwarten darf, ist klar, aber es reicht mir. Danach musste es natürlich noch zusammengebaut werden – mit Schrumpfschlauch. Da das Endoskop an ein ziemlich flexibles Kabel montiert ist, habe ich eine Stange Lötzinn mit eingeschrumpft. Damit kann man es nun hin- und herbiegen, wie man es gerade braucht, wobei es dann in der gewählten Position bleibt. Vorher war es wasserdicht, das würde ich jetzt nicht mehr gewährleisten. Muss es aber auch nicht sein. Es gibt wohl Leute, die damit vor allem Abwasserleitungen bestaunen. Von eigenhändigen Darmspiegelungen wird abgeraten.

img_7056Erst wollte ich das Endoskop an einem Android-Smartphone betreiben. Das hat aber alles nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstellte. Ich hätte wohl ein ziemlich neues Gerät anschaffen müssen. Daher ist es nun an ein TrekStor SurfTab wintron 7.0 angeschlossen. Das kostet rund 60  Euro, und es ist sogar Windows 10 installiert. Schließt man das Endoskop an, das als Kamera erkannt wird, kann man mit der Kamera-App gleich loslegen und fotografieren. Die Dateien saugt man anschließend per Wifi oder USB-Stick herunter. Geht prima.

Hier sieht man beispielsweise die rechte Ecke des vorderen Querträgers meines BMW.

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Könnte schlechter sein. Schön wäre natürlich mehr Licht und mehr Weitwinkel. Es wird also nicht langweilig.

 

 

 

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Dem Messschieber das Stromsparen beibringen

Freitag, 29. Juli 2016 8:22

FullSizeRenderVor vielleicht 10 Jahren kamen sie auf, die Messschieber mit Digitalanzeige. Schluss war’s mit Nonius ablesen. Man misst zwar mit dem Elektronikding nicht unbedingt genau, aber es ist auf jeden Fall einfacher ablesbar. Klar, dass ich an jeder Wirkungsstätte so ein Ding haben musste: Bastelbude, Büro, Drehmaschine usw.

Problem: Ruckzuck waren die Batterien leer. Es mag unterschiedliche Serien geben, aber meine hatten die Eigenschaft, beim bloßen Rumliegen Batterien zu fressen. Da ich den Messschieber im Büro nur selten brauche, nehme ich dort stets die Batterie heraus. Das geht. Aber vor allem beim Bastelbudenmessschieber musste eine andere, besser bedienbare Lösung her: Ein Schalter.

IMG_6662Also hab ich mir den zur Verfügung stehenden Platz mal angesehen und festgestellt, dass der für einen kleinen Schiebeschalter, wie ich sie mal im 10er-Pack gekauft habe, ausreicht. Oben im Gehäuse findet sich ein Deckel, hinter dem sich ein Schnittanschluss verbirgt. Den habe ich noch nie gebraucht und weiß auch gar nichts damit anzufangen. Dort verschwindet der Schalter im Gehäuse, als wenn es immer so gedacht gewesen wäre. Naja, wenigstens ein bisschen.

IMG_6668An den Schalter selbst habe ich zwei dünne Kabel angelötet und sie mit selbstklebender Metallfolie verbunden. Die wiederum klebt auf sog. Kapton-Band. Das ist ganz dünnes Klebeband mit guten Isolationseigenschaften.

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So sieht dann das ganze Werks aus, das in den Messschieber eingepflanzt wird. Auf der Rückseite drückt der Kontakt auf den normalen Pluspol im Batteriefach, auf der Vorderseite auf die Knopfzelle, dazwischen sitzt nun der Schalter. Funktioniert ganz gut, auch mit der originalen Batterie. Das Batteriefach geht eben etwas strammer zu. Das macht aber nichts, sondern schützt vor Wackelkontakt. Der Messschieber freut sich, wenn man erst auf „Off“ drückt und dann den Schalter umlegt. Das bloße Ausschalten am neuen Schalter verwirrt ihn manchmal ein bisschen, so dass er beim Wiedereinschalten nicht mehr so genau weiß, was er machen soll.

Fröhliches Messen allerseits!

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Wie die Apps auf den iPad-Oldtimer kommen

Dienstag, 29. März 2016 18:56

Ich leihe mir von meinem Freund ein iPad, um herauszufinden, ob ich es für einen Bandauftritt als digitales Textbuch verwenden kann. Es ist nicht so einfach, ein iPad auszuleihen, weil es viele Leute eben nicht mal eben für ein paar Wochen oder so weggeben können oder wollen. Ich bekomme eins und zwar einen echten Oldtimer, nämlich ein iPad 1.

Mein Freund gibt mir doch seine Säuernis mit auf den Weg, weil er es unmöglich findet, dass man das alte Ding quasi nicht mehr benutzen kann. Viel zu viele Apps lassen sich einfach nicht mehr installieren. Hat man im Appstore seine Wunsch-App gefunden, bekommt man viel zu häufig diese Meldung zu sehen.

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Problem: Auf dem Oldtimer-iPad läuft nur iOS 5. Und eine neuere Version lässt sich nicht installieren. Nach einigem Gugeln finde ich einen Workaround, der auch tatsächlich funktioniert. Man muss auf einem iMac oder Macbook iTunes öffnen (iTunes unter Windows wird wohl auch gehen), dort in den Appstore gehen und die gewünschte App laden. Die ist dann erst mal auf dem jeweiligen Rechner.

Dann nimmt man den Oldtimer zur Hand und öffnet dort den Appstore. Wichtig ist, dass man mit dem gleichen Apple-Account wie auf dem Macbook/iMac angemeldet ist. Nun sucht man wiederum die gewünschte App und installiert sie. Zwar bekommt man auch wieder eine Fehlermeldung vorgesetzt, aber man hat nun auch die Alternative, die letzte funktionierende Version zu laden.

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Voilà, nun laufen die alten Apps auf dem Oldtimer-iPad.

Thema: an Apple a day, Draußen nur Kännchen, Neues aus der Bastelbude, nich so dolle | Kommentare (1) | Autor:

Second Life für Magsafe 1 #rp16 – Kaputte Netzteile gesucht!

Mittwoch, 13. Januar 2016 22:18

Ich habe für die re:publica 2016 eine Workshop-Session eingereicht. Und zwar möchte ich zusammen mit Andrea vom Techniktagebuch die Reparatur von Magsafe-Netzteilen (Typ 1) vorstellen. Ob die Session angenommen wird, erfahre ich wohl in etwa 6 Wochen.

Magsafe-Netzteile für Macbooks haben häufig nur ein kurzes Leben. Während Trafo/Spannungswandler meistens noch funktionieren, leiden die Kabel z. B. unter falscher Wickeltechnik oder Materialermüdung und brechen entweder am Stecker oder am Netzteilgehäuse. Bevor man sie in den Elektroschrott gibt, lohnt es sich aber, wenigstens einen Reparaturversuch zu starten.

FullSizeRenderZuerst hat mir Kathrin Passig ihre umfangreiche Sammlung kaputter Magsafe1-Netzteile zur Verfügung gestellt, an denen ich ein bisschen üben konnte. Das hat eigentlich ganz gut geklappt. Dann habe ich zusammen mit Andrea das Netzteil ihres Macbooks repariert. Dabei hat es sich als sehr hartnäckig herausgestellt, so dass wir viel über die Fallstricke gelernt haben, die die kleinen Mistviecher bereithalten können.

Zu Beginn der Session sollen die typischen Beschädigungen vorgestellt werden. Es gibt Fehler, die sich einfacher als andere reparieren lassen, womit sich die Reparaturwürdigkeit einstufen lässt. Wir zeigen, wie man die Fehlerquellen freilegt und was man für die Reparatur braucht. Wenn es sich einrichten lässt, sollen gleich Netzteile von Session-Teilnehmern unters Messer kommen. Eine Erfolgsgarantie können wir natürlich nicht geben.

Spoiler: Ohne Lötkolben geht’s nicht.

Nun ist es aber so, dass die bislang zur Verfügung stehenden Netzteile noch nicht ausreichen, um die Reparaturmethoden verfestigen und durchstrukturieren zu können. Und darum können wir noch ein paar Netzteile gebrauchen. Kathrin hat mir angeboten, ihre Coworking-Space-Adresse als Sammelpunkt zu verwenden.

Ihr könnt (wg. Kabelbruch) kaputte Magsafe-Netzteile – bitte nur die mit den magnetischen Steckern – ausreichend frankiert schicken an:

Weserland Coworking
Kathrin Passig
Weserstr. 21

12045 Berlin

Meinetwegen könnt ihr auch einen Namen oder besser eine E-Mail-Adresse draufschreiben (Edding, Folienschreiber, Aufkleber). Sollten sie reparabel sein – was nicht feststeht! – könntet ihr sie ggf. bei der re:publica 16 wiederbekommen*. Einen Rücksendeservice können wir nicht anbieten.  Sorry. Denn es ist auch denkbar, dass Netzteile beim Reparaturversuch unrettbar kaputt gehen oder nur ein paar Ersatzteile gebraucht werden.

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*Hast du kein Ticket, können wir uns vor der Tür treffen oder so.

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Fernseherreparatur: Ende der Eigenwilligkeit

Montag, 4. Januar 2016 20:03

Zentraler Einrichtungsgegenstand in unserem Wohnbereich ist der Gegenüber vom Sofa steht bei uns ein Fernseher. Es ist ein Samsung LE40B530. Der ist so ca. 5 Jahre alt, vielleicht auch etwas älter. Vor einiger Zeit fing er an, sich über unsere Programmauswahl zu mokieren. Auch die von uns eingestellte Lautstärke gefiel ihm nicht mehr. Also schaltete er von selbst um und machte mal ganz leise, mal ganz laut.

Früher(tm) half es häufig, leichte Fernseherdefekte wie Zuckungen in der Bildröhre durch Ausblasen mit Pressluft zu reparieren. Dadurch wurden Kriechströme verhindert, die zuvor durch den Staub wanderten. Nun enthält so einer flacher Fernseher praktisch nicht mehr viel, was man ausblasen könnte, im Gegensatz zu den alten Kisten mit Bildröhren.

Nach einigem Gegugel stieß ich auf den Hinweis, dass „unser“ Fehler mit den Bedientasten seitlich am Gerät zu tun haben könnte. Die sind über ein Kabel und einen kleinen Stecker mit dem Rest der Elektronik verbunden. Stecker ab: Gerät verhält sich ganz normal. Stecker dran: Das Spielchen mit Umschalten und Lautstärke Verstellen geht wieder los. Leider hat auch das Durchspülen mit Elektronik-Reinigungsspray und Bremsenreiniger sowie Durchpusten mit Druckluft nichts gebracht. Dafür bin ich bei ebay auf ein (hoffentlich) passendes Ersatzteil gestoßen. Solange wird der Fernseher ohne die Tasten betrieben. Geht auch. Macht man meistens eh nicht anders.

tasten

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Hologramm-Pyramide nachgebastelt

Dienstag, 4. August 2015 16:01

In der Techniktagebuchredaktion machte André Spiegel gestern auf einen Mashable-Artikel aufmerksam. Aus einer alten CD-Hülle hatte dort jemand eine kleine Pyramide gebastelt. Die Seitenflächen bestehen aus vier gleichschenkligen Trapezen, lange Kante 6 cm, kurze Kante 1 cm, Höhe 3,5 cm. Stellt man dieses Trapez auf ein Smartphone, auf dem gerade ein entsprechendes Video abgespielt wird, sieht das toll aus!

Ich habe das nachgebaut, allerdings nicht aus einer CD-Hülle, sondern aus dem durchsichtigen Kunststoff, wie er in manche Kartonverpackungen als Sichtfenster (z. B. für große Modellautos) geklebt ist. Ruckzuck an den Kanten mit Tesa zusammengeklebt – fertig. Man kann das natürlich auch ordentlicher machen als ich …

Pyramide_bastel

Nur konnte ich nun nicht online zeigen, wie toll das aussieht, weil ich zum Fotografieren (und schnellem Hochladen der Fotos) ja mein Handy brauchte. Also habe ich den Film auf meinen Macbook aufgerufen und es mit dem Display nach oben zeigend hingelegt.

Macbook

Die Pyramide draufgestellt und los: Sieht toll aus und ist in wenigen Minuten nachgebaut!

Pyramide

 

Hier ist der Film, den ich dabei gedreht hab. Mein Handy war ja jetzt wieder verfügbar.

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Macbook Air von Magsafe 1 auf Magsafe1+2 umfräsen

Sonntag, 17. Mai 2015 17:07

Außer, an Adaptern und neuen Netzteilen noch mehr Geld zu verdienen, fällt mir nicht viel dazu ein, dass Apple vor einiger Zeit den Stromanschluss an den Macbooks geometrisch verändert hat. Es sei denn, sie brauchten in der Höhe mehr Platz. Könnte durchaus sein. Denn der neue Stecker (Magsafe 2) ist etwas breiter (m. E. unnötig), aber dafür dünner. Sieht man ganz gut auf diesem Bild.

Magsafe2

Oben mein teuer erkaufter Adapter mit dem Magsafe 2-Anschluss, darunter mein altes, kleines Macbook Air. Einen Adapter Magsafe2-Netzteil auf Magsafe1-Macbook gibt es nicht. Eigenartig.  Seitdem sich im Haushalt nun nicht nur zwei alte Macbooks mit dem Magsafe1-Anschluss, sondern auch ein neueres Gerät befinden, und ich die vorhandenen Netzteile je nach Einsatzort zweckmäßig verteilt habe, musste eine Lösung her, möglichst alle Netzteile für alle Macbooks verwenden zu können, zumindest aber das rund 4 Jahre alte Macbook Air mit dem neuen Netzteil. Da auf dem neuen Netzteil noch Gewährleistung ist, wollte ich den Stecker nicht ändern, was im Grunde einfacher gewesen wäre. Ein weiterer Grund war auch, dass ich befürchtete, der Stecker könnte nicht mehr so gut halten.

Die Anordnung der Kontakte und die Geometrie der Einfassung sieht passend zueinander aus. Dennoch habe ich wenigstens mal eben kurz den Durchgang der Kontakte gemessen. Nicht dass Herr Apple in den Adapter noch irgendwelche Raketentechnologie eingebaut hat, die darauf hindeutet, dass man alte Macbooks evtl. nicht mit neueren Netzteilen laden kann. Scheint nicht der Fall zu sein.

Magsafe1

Als nächstes habe ich dann verschiedene kleine Frässtifte und meinen Aldi-Dremel genommen und so lange am Aluminium meines Macbooks rumgefräst, bis der Adapter und damit ja auch der neue Stecker sitzt. Man beachte auch den Staubsauger zum Späne absaugen. Soll ja möglichst nichts im Gerät landen.

Magsafe3

Das sieht jetzt so aus:

Magsafe5

Geht doch. Und siehe da: Ich kann jetzt das neue Macbook-Netzteil anschließen …

Magsafe6

… und auch das alte. Wenn ich will, auch mit dem Adapter.

Magsafe4

Muss ich aber nicht.

 

 

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[Arduino] BloqQloq

Sonntag, 29. März 2015 17:13

BloqQloq01Eine Uhr musste her. Eine Uhr, die nicht, wie das Ikea-Billigteil zum Mond geht und dauernd gestellt werden will, und die vielleicht auch ein bisschen sophisticated daherkommt. Freunde haben in ihrem Haus eine Qlocktwo hängen, also diese Uhr, auf der man die Uhrzeit als ganzen Satz liest: „ES IST ZEHN NACH ZWÖLF“ und so. Wow, toll! Aber auch teuer. Und vor allem aufgrund ihres Formats für den bei uns vorgesehenen Platz, einen etwas breiteren Wandvorsprung, nicht geeignet. Aber sowas in der Art wäre schon toll! Ich gugelte erst einmal in der Gegend herum und fand auch einige Anleitungen, wo Leute die Qlocktwo nachgebaut haben. Allerdings nützte mir das nicht viel, und einfach irgendetwas nachbauen? Ne, das war mir zu profan.

Das Format musste für unseren Zweck ein aufrechtes Rechteck sein. Damit wurde die Anordnung von Zahlen und Buchstaben auf 6 Spalten á 16 Zeichen festgelegt. Ganz unten würde es noch 4 Punkte geben für die Minuten zwischen den Fünferschritten, die die Uhr im Klartext anzeigt. Im Gegensatz zur Qlocktwo würde unsere Uhr von oben nach unten und dann von links nach rechts zu lesen sein. Das liegt schon daran, dass z. B. das Wort „Viertel“ sieben Zeichen umfasst und damit nicht in eine meiner 6er-Zeilen passen würde. Die originale Qlocktwo ist so gestaltet, dass sich zwar keine anderen Wörter als die für die Uhrzeit aufdrängen, die Anordnung der Buchstaben aber auch nicht unästhetisch wirkt. Also tüftelte ich ein bisschen herum, bis mir der Entwurf gefiel.
BloqQloq_01Die Programmierung der Uhr und die Ansteuerung des LED-Panels würde ich mit einem Arduino machen, das war klar. Ich besorgte mir zwei verschiedene Uhrenbausteine, die man mit dem Arduino verheiraten kann, und lernte erst mal kennen, wie man die Uhrzeit dort ausliest. Letztlich habe ich einen DS3232-Uhrenbaustein verwendet. Diese Bausteine sollen hochgenau arbeiten. Toi toi toi. Also fing ich erst mal an, zu programmieren und parallel dazu mir zu überlegen, wie ich die LEDs ansteuern würde. Ich bestellte nicht nur 100 einzelne LEDs im Farbton „warmweiß“, sondern sah mich schon für jede LED eine eigene Transistorstufe zusammenlöten, weil der Arduino keineswegs so viele LEDs gleichzeitig direkt ansteuern kann. Es würde ein zu großer Strom fließen, der den Arduino zerstören würde. Was für ein Aufwand. Der nächste Gedanke war, die LEDs für jedes einzelne Wort der Uhrzeitanzeige zusammenzufassen. Das war dann schon etwas übersichtlicher. So richtig viel Lust hatte ich allerdings dazu nicht.

BloqQloq_02Als nächstes besorgte ich mir LED-Band. Also LEDs von der Rolle zum Aufkleben. Die hätte ich allerdings auch wieder einzeln ansteuern müssen. Um die diversen Wörter aufleuchten lassen zu können, schaffte ich zwar noch einen Arduino Mega an, der mehr Ausgänge besitzt als der „normale“ Arduino Uno oder der kleine Nano. Aber ich verfolgte das Projekt nur noch halbherzig. LEDs auf Rollen, Transistoren, Widerstände: Alles flog erst mal in die Ecke. Das war eindeutig eine Sackgasse.

BloqQloq_06Eine glückliche Fügung war dann die Bestellung eines Probe-Abos der aus „c’t-Hacks“ hervorgegangenen Zeitung „Make“ aus dem Heise-Verlag. Darin wurde neben einem LED-Kuchen ein selbst zu bauendes „Tetris“-Spiel Namens „Make:Block“ vorgestellt, das als Grundlage auf einem LED-Raster aufbaut. Das musste ich mir näher ansehen, weil sich einerseits eine ähnliche Anwendung wie bei meiner Uhr abzeichnete, aber andererseits sich die ganze abgebildete Verkabelung extrem in Grenzen hielt, ganz anders als das, was sich mit meinen einzelnen LEDs, Widerständen und Transistoren anbahnte. Die c’t-Leute hatten ein LED-Band mit „Schieberegister“ verwendet. Fragezeichen in meinen Augen. Aber das legte sich schnell: Nicht nur, dass man die LEDs einzeln ansteuern kann, man muss im Grunde nur so was wie „LED 56,57 und 58: LEUCHTEN!“ programmieren, man kann sogar die Farbe in engen Schritten wählen, sodass es ein Leichtes war, einen angenehmen Weißton einzustellen. Die Uhr könnte auch blau oder rot leuchten. Muss aber nicht sein. Auch die Helligkeit ist variabel, sodass meine Uhr beim Einschalten als Gimmick erst mal mit ein paar LEDs „atmet“. Kennt man vielleicht von den auf- und abschwellenden LEDs an den Macbooks. In Anlehnung an die Qlocktwo und das Maker-Spiel Block habe ich meine Uhr „BloqQloq“ getauft. Yeah!

BloqQloq_10Mit diesen LEDs nahm mein Uhrenprojekt wieder Fahrt auf. Die Anzeige der Uhrzeit wurde einfach auf die aufleuchtenden Nummern der LEDs umgestellt. Es traten natürlich noch ein paar zu umschiffende Klippen auf, wie dass es ja heißt: „ES IST EIN UHR“, aber „ES IST VIERTEL VOR EINS“, also noch ein „S“ am Ende von EIN(S). Außerdem habe ich in meinem Display nicht das Wort „ZWANZIG“ untergebracht. Statt „ES IST ZWANZIG NACH ZWEI“ heißt es bei meiner Uhr „ES IST ZEHN VOR HALB DREI“. Und Uhrzeiten, wie man sie z. B. in Berlin kennt wie „ES IST VIERTEL DREI“ würde es natürlich bei mir nicht geben! (Wo kämen wir da hin?)

Als nächstes musste ich mir überlegen, wie ich das Display baue. Die LEDs kommen mit Klebeschicht von der Rolle. Sie klebte ich in sechs Längs- und einer Querreihe aus vier LEDs auf eine MDF-Platte. Darüber sollte ein Platte aus Styrodur kommen, in der die 100 Löcher für die LEDs gefräst werden musste. Das war eine der schwierigsten Aufgaben, weil ich keine geeignete Fräse dafür hatte. Ich habe das dann mit einem Oberfräsenaufsatz für so eine kleine Proxxon-Bohrmaschine gemacht. Naja. Das ging damit leidlich.

BloqQloq_09Die Deckplatte ist eine Milchglasscheibe aus Plexiglas (von Modular am Moritzplatz), die ich mir dort gleich in der passenden Größe zuschneiden lassen konnte. Die Buchstaben sollten dann als Folie aufgeklebt werden, die an den entsprechenden Stellen ausgeschnitten ist. Nachdem ich mit Inkscape eine entsprechende Datei angelegt hatte, bin ich damit zu Neitworx an der Torstraße gestapft, die mir schon häufiger Folien geplottet oder T-Shirts bedruckt hatten. Da wir eine grüne Uhr haben wollten, musste die Folie in zwei Schichten geklebt und dann geschneidplottet werden. Zwei Schichten deswegen, weil grün allein durchscheinen würde. Darum musste noch eine Schicht schwarze Folie darunter. Nach ein paar Tagen konnte ich die Folie abholen. Man hatte mir noch angeboten, die Folie für einen kleinen Aufpreis auf die Milchplexiglasscheibe zu kleben. Das hätte ich auch angenommen, allerdings hatte die Folie noch ein Übermaß, weil ich die genau Anordnung der Folie zur Scheibe nicht in die Datei übertragen hatte und das lieber hinterher abschneiden wollte. Ich hätte das mal vorher genauer machen sollen, weil wir die Folie natürlich nicht komplett blasenfrei aufgeklebt bekommen haben. Nun ja. Die nächste Uhr wird besser.

BloqQloq_05Beim Prototyp meiner BloqQloq sind Display und Rechner mit einem Kabel verbunden. Der Arduino ließe sich zwar auch im Display-Kasten unterbringen. Da die Uhr aber am Vorsprung einer Leichtbauwand hängt, konnte ich den Kasten dahinter verstecken, wo ich auch Zugriff auf den Stromanschluss habe. Außerdem müsste ich zum Stellen noch ein paar Knöpfe an der Uhr anbringen. Die sind jetzt eben auch in dem kleinen Kasten. Kann man alles anders machen, wenn es sein muss. Für uns ist es so besser. Die originale Qlocktwo ist eine Funkuhr. Lässt sich auch machen. Später vielleicht. Eine weitere Option ist auch noch eine Energiespar-Funktion. Die Uhr muss ja nicht immer leuchten. Man kann natürlich einfach die Versorgungsspannung abschalten. Beim Einschalten hat sie die richtige Zeit gleich wieder, weil das Uhrenmodul Batterie gepuffert ist. Ich habe aber schon gedacht, ob ich einen Geräuschsensor einbaue, der die Uhr abschaltet, wenn es ganz leise ist. Auch hier gilt: Mal sehen.

Tja, und jetzt hängt das gute Stück da erst mal. Eigentlich ist die Uhr allerdings noch nicht ganz fertig, weil sie noch richtig gerahmt werden soll. Jetzt habe ich die ganze Geschichte erst mal mit billigen Kunststoff-U-Profilen eingefasst. Das soll noch schöner werden. Vielleicht aber auch erst bei der zweiten Uhr. Oder nie. Wird sich zeigen.

 

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eBook-Reader-Hülle: Kindle inside

Freitag, 14. Juni 2013 9:52

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Seit kurzem lese ich elektronisch. Natürlich haben mich diese eBook-Reader schon länger gereizt, aber wenn, dann wollte ich einen, der einen nicht anstrahlt, den man aber auch bei schlechter Beleuchtung verwenden kann. Der Kindle Paperwhite kann das. Und so einen habe ich jetzt.

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Der Lieferumfang ist ja ziemlich mager. Gerät, bisschen Papier, ein Kabel, rin in den Karton: Das war’s. Kein Ladegerät, keine Hülle. Und die braucht man ja doch, wenn man das Leseding mitnehmen will. Guckt man sich dann an, was es so gibt, ist das entweder ziemlich hässlich und bieder oder teuer (oder beides). Was liegt also näher, als sich eine Hülle selbst zu bauen?

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Die Idee: Ein Buch soll den Kindle aufnehmen. Ist bestimmt nicht neu, aber trotzdem individuell. Also hab ich mir erst mal den Bestand an Büchern in unserem Haushalt angesehen, der von der Größe her in Frage kommt. Da fiel mir Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“ in die Hände. Ich dachte, och, das wird den Herrn Hawking nicht stören, wenn ich in sein Buch ein Stück „Zukunft“ einbaue.

pass_0004_Foto 5Lustigerweise fand ich in der hinteren Reihe Bücher (ja, die stehen doppelreihig im Regal, was nicht gut für das Wiederfinden ist) noch eine Ausgabe desselben Buchs. Damit war die Entscheidung endgültig gefallen. Wobei ich mich nicht erinnern kann, weder das eine, noch das andere Buch gelesen zu haben…

pass_0005_Foto 6Mal so aufeinander gelegt: Ja, das könnte wohl passen. In der Breite ist es etwas knapp, aber in der Höhe ist auf jeden Fall Luft genug. Also, ran ans Werk.

Als erstes hab ich mal angefangen, die Seiten in der Mitte nahe der Bindung (oder besser Klebung, da Taschenbuch) durchzutrennen. Vorher habe ich noch nach Augenmaße die Dicke ausgelotet, die ich an Seiten aufschneiden müsste. Wichtig ist, einen scharfen Cutter zu nehmen. Man glaubt gar nicht, wie schnell so ein Ding beim Schneiden von Papier stumpf wird. Wenn man sich’s überlegt, kommen ja auch ein paar Meter Schnittlänge zusammen.

pass_0006_Foto 7Das Herausschneiden der Seiten hat dann schon ziemlich lange gedauert. Schließlich wollte ich ja auch vermeiden, die dünnen Stege der jetzt entstehenden Rahmen zu verletzen. Letztlich ist wie vieles, was ich so bastle, die Optik etwas auf der Strecke geblieben. Eine richtig saubere Kante durch mehr als 100 Seiten (glaube ich) habe ich dann doch nicht zuwerke gebracht. Aber für mich und mein Fusselbasteltum ist es ok.

pass_0008_Foto 9Als nächstes habe ich das Buch mit den beschnittenen Seiten drei Mal, mit je einer Kante in den Schraubstock eingespannt und die Innenkante mit Weißleim eingepinselt, den ich mit Wasser verdünnt hatte. Vor dem Umspannen auf die nächste Kante habe ich den Leim etwa eine Stunde lang trocknen lassen.

pass_0007_Foto 8Tja, und was soll ich sagen? Das Ergebnis sieht aus wie ein Buch. Und wenn man es aufklappt, ist ein Kindle darin. Sieht alles nicht supertoll aus, weil ich zunächst versucht hatte, die Seiten mit Sekundenkleber, angefangen in den Ecken, zu verkleben. Und eben die schiefen Schnittkanten. Ist halt ein Prototyp. Dabei sitzt der Kindle da recht stramm drin, lässt sich aber auch relativ gut wieder herausnehmen. Die Frage ist jetzt natürlich noch, wie lange das Werk hält. Denn das Buch wird ja jetzt immer an der gleichen Stelle aufgeklappt. Egal. Ich teste das jetzt erst mal. Dass ich als erstes Buch einen Science-Fiction-Roman geladen hab, muss ich nicht erwähnen, oder? 😉

 

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[LeicaM9] Daumending selbst gebaut

Dienstag, 3. April 2012 12:40

Ich würde mal sagen, die Ergonomie der Leica M9 ist hinsichtlich dessen, wie man sie mit einer Hand halten kann, verbesserungsfähig. Es gibt dafür z. B. so ein kleines Dingelchen, das man in den Blitzschuh stecken kann. Das nennt sich ThumpsUp und kostet erstaunliche 98 Euro. Als Leica-Besitzer wird man hinsichtlich Zubehör (von der Anschaffung der Kamera und Objektiven sprechen wir jetzt mal nicht) eh ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Das geht mit so kleine Knöpfen, die man in den Auslöser schrauben kann, los, über Taschen und Umhängeriemen gern für 3-stellige Preise bis eben zu so nem Daumending. Nach dem Motto: Wer Rolls Royce fahren will, muss auch Rolls Royce bezahlen können. Tja. Dumm gelaufen in meinem Fall.

Nun bin ich ja Heimwerker. Was liegt da näher, als son Teil selber zu bauen?

(Ab hier jetzt bitte die „Zugeschaut-und-mitgebaut-Musik“ vorstellen.)

Man nehme also zuerst ein Stückchen Alu Flachmaterial und säge davon etwas ab:

Als  nächstes sägt man eine Ecke heraus und probiert, ob das Teil in den Blitzschuh passt.

Dann um 90° abwinkeln, etwas kürzen, vorn eine Kerbe hineinfeilen und eine Rundung biegen:

Damit bin ich dann erst mal einen Tag rumgelaufen. Ist ganz angenehm.

Zum Schluss habe ich die Form noch etwas angepasst und mit schwarzem Kräusel-Lack lackiert. Dabei habe ich die Stellen links, rechts und unten am Blitzschuh abgeklebt. Fertig!

 

Ok. Sieht nicht ganz so aus, wie das Original. Das gibt’s vor allem auch mit durchgeschleiftem Blitzschuh (nochmal 30 Euro teurer).

Reicht mir erst mal. Das nächste feile ich dann aus dem vollen, und außerdem wollte ich immer schon mal ausprobieren, wie man selbst eloxiert. 😉

 

 

 

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