Mal wieder ein Schwanzvergleich

16. April 2008 · Will Sagen

Weil in der Bloggeria Schwanzvergleiche ja sehr beliebt sind, kommt hier der nächste, den ich wahrscheinlich lange anführen werde. Modellfliegende Blogger gibts ja nicht so viele :). Also kommt hier die lange Latte meiner existierenden Modellflugzeuge:

– Multiplex EasyStar

Multiplex EasyStar

– Piper Cub Eigenbau aus Depron

piper_02

– Graupner BO 209 Monsun

BO 209 Monsun

– GWS Corsair

GWS F4U Corsair

– Recyclingflieger Fläsch

Flaesch_02

– T-Link Toro300

Toro300

– Scorpio Nieuport 28

Nieuport 28

– Multiplex Cargo

Multiplex Cargo

– Knuffel (das ist noch der erste, vom zweiten hab ich (noch) keine Bilder)

Knuffel

– FSK Swift Racer

FSK Swift Racer

– Segler Echo (noch kein Bild, ist auch echt hässlich)

– Puddle Twin

P1060054

– Erwin, der Poröse (Restemotorsegler, auseinandergebaut links im Kofferraum)

kombi102

– Icon (noch kein Bild, erst einmal geflogen)

– EPP-Fun F4Y (fast fertig, noch kein Bild)

So, mehr fallen mir im Moment nicht ein. Ich werde mal in allen Ecken gucken und noch nachtragen, falls ich was vergessen hab.

Flycamone²: Flugtest (noch) nicht bestanden.

15. April 2008 · Will Sagen

Eines vorweg:

P1060067P1060054So gut sich der erste Eindruck und Praxistest zunächst anließ, so schlecht ist der Flugtest verlaufen. Das kann man wohl vorwegnehmen. Das Problem sind wahrscheinlich in erster Linie die Schwingungen, denen die Kamera beim Flug mit laufendem Motor ausgesetzt ist. Außerdem müssen wahrscheinlich exzellente Lichtverhältnisse herrschen, damit die Belichtungszeit ausreichend kurz ist. Denn sonst sind die Bilder, die offensichtlich zeilenweise geschrieben werden, verwackelt. Das nächste Mal wird auf jeden Fall mit einem Segler getestet. (Mindestens) eine Chance gebe ich der Kamera noch. Aber im Prinzip zeigt sich: Will man hochwertige Luftaufnahmen machen, muss man in eine ordentliche Kamera investieren.

Ich hatte die Kamera auf meinem Flugboot „Puddle Twin“ aufgeschnallt. Die Befestigung mit Klettband und etwas Knuddelkitt zur Schwingungsdämpfung war möglicherweise nicht optimal. Mit der Kamera habe ich zwei Flüge unternommen. Einmal vormittags, einmal nachmittags bei durchaus sonnigem Wetter. Grau und bewölkt ist jedenfalls anders.

PICT0023_modPICT0036Die Bilder vom Vormittag haben sich dadurch ausgezeichnet, dass sie fast alle links im Bild ein Streifenmuster haben. Das hatte ich schon mal bei einem anderen Flugkameraversuch, immer dann, wenn der Motor lief. Außerdem waren die generell matschig, meist verwackelt und insgesamt unscharf.

Nachmittags konnte ich dann komischerweise ein anderes Phänomen beobachten: Die Bilder waren nun grünstichig und hatten ein kariertes Rastermuster. Unscharf waren sie aber immer noch.

PICT0064PICT0087Außerdem hatte ich den Eindruck, dass die Bilder im Nahbereich (etwa 2 bis 10 Meter) eher scharf sind als im (für mich sinnvolleren) Fernbereich. Das sieht man eigentlich ganz gut bei dem Foto links, das noch im Wasser schwimmend aufgenommen wurde. Da fragt man sich natürlich, was eine Kamera soll, die speziell für Modellfliegerei angeboten wird, die ihm Fernbereich nicht so scharfe abbildet wie nah.

Ach, übrigens, habe ich die Fotos einfach mit der automatischen Funktion aufgenommen, alle vier Sekunden ein Bild aufzunehmen. Mit der 2GB-Karte kann man da ewig knippsen. Schließlich habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass man mit dem manuellen Auslöser auch fast nie den Moment erwischt, den man festhalten will.

PICT0091PICT0091_modDie Fotos habe ich dann mit Photoshop autotonwertkorrigiert und mit dem Störungsfilter Störungen entfernt. Die Ergebnisse können leider an meine Uralt-Aiptek nicht heranreichen! In den kleinen Voransichten ist das ja ganz nett, aber wenn man die Bilder großklickt, wird die Qualität zunehmend schlechter. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ werde ich natürlich weiter testen. Aber es läuft schon darauf hinaus, dass ich ein größeres, wahrscheinlich doppelt so großes, Flugboot bauen werde, in dem eine hochwertige Digitalkamera mitfliegen kann. Denn ich merke schon, dass mir die Flugfotos über Wasser echt richtig gut gefallen!

Systemwechsel: Robbe/Futaba FASST 2,4 GHz

10. April 2008 · Will Sagen

FASST_04FASST_03Nach einem halben Jahr Warten kam heute ein Paket vom „Himmlischen Höllein„. Schon für letzten Herbst hatte Robbe/Futaba ihre Umrüstunglösung für Fernsteuersender auf das 2,4 GHz-Netz mit dem Namen „FASST“-System angekündigt. Bei meinem Sender (FF-9) hat’s an der Rückseite einen Modulschacht, in den man das HF-Modul steckt. Wo bislang das 35 Mhz-Modul mit einem Quarz steckte, sitzt nun das 2,4 GHz-Modul mit Stummelantenne.

CorsairCorsair ;(Mit der herkömmlichen (hach, ich liebe dieses Wort aus der Waschmittelwerbung) 35 MHz-Technik konnte es passieren, dass zwei Sender auf der gleichen Frequenz funkten. Obwohl es nie jemand zugegeben hat, habe ich dadurch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit meine erste Corsair verloren. Auf einem kleinen Flugtag hat jemand wohl mal kurz seinen Sender mit der gleichen Frequenz eingeschaltet und schon schlug die kleine Corsair unlenkbar in den nahe gelegenen Wald ein. Totalschaden. 🙁

FASST_08FASST_05Das kann mit dem 2,4 GHz-System nicht passieren, weil eine eindeutige Verbindung zwischen Sender und Empfänger hergestellt wird. Außerdem soll die Störempfindlichkeit deutlich geringer sein. Das gilt es, unter Beweis zu stellen. Auf jeden Fall ist es kein Problem, auf einem x-beliebigen Flugplatz seinen Sender ungefragt in Betrieb zu nehmen.

In der Anleitung steht, die Antenne soll eine vertikale Position haben. Hm, mit der Konstruktion ist das nicht so einfach, wie es in der Abbildung aussieht. Erst habe ich gedacht, vielleicht ist die Antenne, die man 90° drehen und abwinkeln kann, falsch montiert. Jetzt habe ich mich entschieden, dass die Antenne eben nach unten zeigt. So kastriert, wie mein Sender jetzt sowieso aussieht, ist das dann auch egal.

FASST_07FASST_06Das Modul ist schnell montiert und blinkt nach dem Einschalten fröhlich vor sich hin. Man findet ein paar kleine Schalter, mit der man die Kanalanzahl (7 oder 8 ) und den Frequenzbereich umschalten kann. In manchen Ländern, z. B. Frankreich und Österreich, ist das Frequenzband eingeschränkt. Außerdem findet man noch einen kleinen Schalter, mit dem man den Reichweitentest durchführen kann, den man bei einem neu konfektionierten Modell vornehmen sollte.

Ohne Empfänger nützt mir natürlich das beste Sendermodul nichts. Darum habe ich gleich vier Empfänger mit dem wohlklingenden Namen „R617FS“ dazubestellt. Insgesamt ein teurer Spaß. Ob das alles sein muss, ist sicherlich fraglich. Technikverliebt, wie ich bin, brauche ich sowas!

FASST_01FASST_02Die 7-Kanal-Empfänger sind sehr kompakt. Nicht mal 10g (gewogen 9,3g brutto) bringen sie auf die Waage. Lässt man das Gehäuse noch weg, was ja sehr beliebt ist im Slowflyerbereich, kann man ihn vielleicht auf 7g bringen. Unglücklich ist, dass die Stecker von oben eingesteckt werden. Dadurch nimmt der ansonsten kleine Empfänger ziemlich viel Bauraum ein. Seitlich an der Schmalseite eingesteckt wäre das günstiger bei den meisten Rumpfformen. Am Gehäuse findet man einen kleinen Tastschalter. Den muss man bei der ersten Inbetriebnahme drücken, wenn der Sender eingeschaltet ist, um den Empfänger mit dem Sender zu verheiraten. Das hat auch ziemlich auf Anhieb geklappt. Jedenfalls hat mein gerade in Bau befindliches Slope-Combat-Modell sofort nach der Hochzeit fröhlich mit den Servos gewackelt.

Der Praxistest muss natürlich die Leistungsfähigkeit des Systems noch unter Beweis stellen. Da werde ich mal zum Teufelsberg oder nach Lübars fahren und dort meinen neuen Segler ausprobieren, bevor es im Juni auf die Gerlitzen-Alm zum Fliegen geht. Mit dem Praxistest liefere ich auch Flugbilder von der FlyCamOne² nach.

Nachtrag (Flugerfahrungen):

Tja, wie zu erwarten war: Der Praxistest verlief absolut unspektakulär. Ich hab den ersten Empfänger in mein PuddleTwin-Flugboot eingebaut und als Reichweitentest einfach ne Runde geflogen. Das soll man zwar nicht, aber über freiem Gewässer kann nun wirklich mit einem 400g-Modell nicht allzu viel passieren. Und es passierte auch nicht. Das Modell flog so, wie ich an den Knüppeln rührte. Kein „Zucker“ kein nichts. Perfekt wunderbar! Dumm nur, dass 14 Empfänger nen Haufen Geld kosten (würden). In einige Modelle passt die Baugröße auch nicht. Da werde ich vorerst noch auf 35 MHz fliegen.

Senefelderplatz vs. Senefelder Platz

9. April 2008 · Will Sagen

Alois Senefelder, Erfinder der Lithografie
redlefeneS siolA
Ich hab mich immer gefragt, warum es „Senefelderplatz“ und „Senefelderstraße“ und nicht „Senefelder Platz“ und „Senefelder Straße“ heißt.
Ganz einfach. Straße und Platz sind nicht etwa nach einer Ortschaft „Senefeld“ benannt (gibts nach GoogleMaps zu urteilen auch gar nicht) sondern nach Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithografie.
Es heißt ja auch nicht Schiller Straße.

Edit:

Hab beim Googlen gerade gemerkt, dass sich der Hauptstadtblog auch schon des Themas angenommen hat. Naja, sei’s drum. Immerhin wurde das Denkmal nach etlichen Monaten unter einer Holzabdeckung wieder enthüllt.

Wenn der Funke 1-2-3 überspringt

6. April 2008 · Will Sagen

Ich bereite im Moment die Katalysatornachrüstung meines Fiat 500 von 1958 vor, um damit auch mal wieder bis vor meine Haustür fahren zu dürfen, was ich wegen des Umweltzonen-Schwachsinns derzeit nicht darf. 123ignition_01Für den Katalysator muss der Motor in guter Verfassung sein. Insbesondere müssen daher Zündung und Vergaser perfekt funktionieren. Die Zündung beim 500er ist oft Anlass für Stirnrunzeln. Schon vor Jahren habe ich auf eine Transistorzündung von Helotronik eingebaut. Die funktionierte über die Jahre absolut zuverlässig, eigentlich kein Grund, sie zu ersetzen. Wenn es da nicht die Zündung 123ignition gäbe, die ich bei Brits’n’Pieces bestellt habe. Diese Zündung hat den Vorteil, dass die Vorzündungsverstellung nicht mit der relativ anfälligen Fliehkraft-Mimik, sondern elektronisch ohne mechanische Teile funktioniert. Voraussetzung für den Betrieb der 123ignition ist die Verwendung einer Doppelzündspule.

Weil ich gerade mein Männerauto verkauft hatte und mich ein wenig trösten musste, habe ich die Komplettversion bestellt, die einbaufertig mit Verteilergehäuse in einer Blisterverpackung daherkommt, die ruhig ein etwas seriöseres Design haben könnte.

What’s in the box?

Zum Lieferumfang gehören neben der Zündung und der Anleitung ein paar Flachstecker, eine Masseöse, eine Klammer zur Befestigung am Motorblock und ein Unterlegring. Ich vermute, dass man die letzten Teile benötigt, wenn man den Verteiler, der ja eigentlich zum 500R/126 gehört, auf einen N/D/F-Motor montieren möchte. Die Zündung habe ich natürlich erstmal ein wenig genauer untersucht. Das Verteilergehäuse kommt aus polnischer Produktion. Da sich nur eine Welle darin dreht, droht eigentlich kein Ungemach, solange das Material taugt, was wir mal hoffen wollen.

123ignition_02Offensichtlich ist das Gehäuse nachträglich vernickelt worden. Das sieht schick aus! Ich mag ja den leicht gelblichen Nickelglanz. Allerdings flogen im Gehäuse ein paar sich ablösende Nickelblättchen herum, die ich nach dem Öffnen vorfand. Auf dem Rotor, der auf der Verteilerwelle sitzt, sind nun zwei Magnete zu finden. Die Zündung selbst ist eine kompakte Kapsel, aus der seitlich drei Kabel herausgeführt werden. Oben findet man eine Leuchtdiode zum Einstellen des Zündzeitpunkts und eine Inbusverschlussschraube. Dazu später mehr.

Die Kapsel ist mit drei kleinen Madenschrauben auf das Verteilergehäuse geklemmt und so gegen Verdrehen gesichert. Nicht so schön finde ich den bunten Aufdruck in Tricolore-Farben. Da hätte ich mir etwas dezenteres gewünscht. Was fehlt, ist im Prinzip der Dichtring unterm Verteiler, wenn das Set wirklich komplett sein sollte. Weil meine Dichtungssammlung gerade nicht erreichbar war, habe ich den alten Dichtring nochmal benutzt. Das Verteilerloch ist sowieso eigentlich keine typische Leckage.

123ignition_06Die drei Kabel sind zwar mit einer Zugentlastung aus dem Gehäuse geführt, die das Ganze wohl auch gut abdichten soll. Allerdings schaudert’s mich bei dem Gedanken, dass da drei Kabel rumtüddeln, die massiver Wärmeeinwirkung und Vibrationen ausgesetzt sind. Da habe ich gleich mit ein paar Lagen Schrumpfschlauch nachgeholfen. Unter der Inbusschraube versteckt sich ein Gimmick der Zündung. Über einen kleinen, mit einem ebenso kleinen Schraubenzieher erreichbaren Drehschalter lassen sich verschiedene Zündkurven einstellen. Neben den Vorzündungswerten, die der Originalverteiler mit seiner Klappermimik auch erreichen soll, lassen sich verschiedene Vorzündungswerte einstellen.

Der Einbau

123ignition_07Zunächst musste ich natürlich ein wenig Zurückbauen, weil ich ja meine alte Transistorzündung nimmer brauchte. Da beim N/D die Zündspule auf der linken Seite sitzt, verläuft das Kabel von der Spule zum Verteiler seit jeher einmal quer über den Motor. Das hat mir noch nie gefallen! Also habe ich die alte Kabellage erstmal herausgerupft. Für die neue Zündung braucht man diese Verbindung auch wieder, außerdem geschaltetes Plus (Kl. 15) und Masse. Für den F/L/R sind die Kabel der 123ignition lang genug, beim N/D reichen sie natürlich nicht bis zur Zündspule. Darum habe ich neue Leitungen an der Motorraumwand entlang gelegt und rechts auch Steckverbinder eingesetzt. Denn, irgendwann werde ich den Motor mal herausnehmen müssen, und dann müsste ich stets zunächst den Verteiler ausbauen. Das spare ich mir so. Wenn die Quetschverbinder gut zusammengepresst sind, funktioniert das ohne Schwierigkeiten, Man sollte aber zu sich selbst ehrlich sein und nach dem Quetschen an den Strippen ziehen und prüfen, ob sie wirklich halten. Etwas aufmerksam sollte man sein, da nicht etwa das schwarze Kabel Masse ist, sondern das blaue. Das rote ist Plus, das schwarze geht an die Zündspule, das aber zunächst nicht angeschlossen wird.

123ignition_08Die Zündung habe ich zunächst irgendwie in das Löchli gesteckt und mich dann erneut der Anleitung gewidmet, die nicht nur in zig Sprachen verfasst, sondern auch leicht verständlich ist. Bei mir sind jedenfalls keine Fragen offen geblieben. Zum Einstellen wird der Motor auf OT und der Verteiler dann so lange entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, dass die grüne LED gerade eben leuchtet. Wenn die Kabel dabei an einer ungünstigen Stelle herauskommen sollten, wird der Verteiler noch einmal herausgezogen und passend verdreht. Erst jetzt wird das schwarze Kabel mit der Zündspule verbunden. Außerdem ziehe ich bei Arbeiten am Motor die Zündkerzenstecker ab, wenn der Motor bei eingeschalteter Zündung nicht plötzlich anspringen soll. Das wurde natürlich nun auch rückgängig gemacht.

GaragenpunkTja, was soll ich sagen? Der Rest ist ziemlich unspektakulär. Der Motor sprang sofort an. Punkt. Nach einer kurzen Warmlaufphase drehte der Motor willig hoch. Insbesondere der stabile Leerlauf ist mir positiv aufgefallen. Jetzt muss sich das Teil noch in der Praxis bewähren. Aber dazu wird es erst kommen, wenn der Katalysator eingebaut ist.

Hände hoch! Banküberfall!

18. März 2008 · Will Sagen

Das hätte ich mal heute sagen sollen.

Ich habe nämlich versucht, eine größere Menge Bargeld einzuzahlen, die aus dem Verkauf meines Traumautos stammt.

„Guten Tag, ich möchte gern eine (zumindest für mich) größere Bargeldsumme einzahlen.“

„Ja, gern. Da müssen Sie an den Automaten dort drüben (zeigt in das Foyer) gehen.“

„Öhm. Welche Kiste muss ich denn da nehmen? Ich kenne nur die, aus der das Geld herauskommt.“

„Kein Problem, ich helfe Ihnen.“ Die freundliche Auszubildende begleitet mich ins Foyer.

Ich schiebe also meine Karte in das mir neue Gerät, das auch sofort zum Leben erwacht. Dann tippe ich die PIN ein, worauf mein Gegenüber (die rot-graue Kiste) mich fragt, was ich machen will: Einzahlung auf Girokonto. Daraufhin öffnet sich ein Fach, in das ich mein Bündel Scheine einlege. Die Maschine beginnt, fröhlich zu schiggern und zu rödeln, bis sie die weniger erfreuliche Meldung auswirft, dass die maximale Bargeldmenge überschritten sei, die man pro Monat einzahlen kann. Ich gucke wohl ebenso intelligent wie die freundliche Auszubildende.

„Bis lang kannte ich das nur so, dass die Menge Bargeld begrenzt ist, die man pro Monat abheben kann.“

„…???…“

Noch interessanter war aber die Meldung, dass 1000 Euro fälschungsverdächtige Banknoten seien, aber trotzdem meinem Konto gutgeschrieben würden. Das waren bestimmt die 50er, die alle die gleiche Nummer haben (kleiner Scherz am Rande, die 1000 Euro sind auf meinem Konto ohne Beanstandung gelandet.)

„Ich werde mal meine Kollegin fragen, was wir machen müssen. Kleinen Moment, bitte. Bedienen Sie bitte den Automaten solange.“

Der schickte sich an, meine Kohle aus einem anderen Schacht wieder auszuwerfen.

„Kein Problem.“ Allerdings war das Foyer zwischenzeitlich mit ca. 15 weiteren Kunden ziemlich angefüllt. Außerdem interessierten sich zwei Bedienstete eines Geldtransportunternehmens, die sich auch an meinem Automaten zu schaffen machen wollten, für meine Machenschaften.

Dann kam die freundliche Azubine mit ihrer Kollegin an. Die murmelte etwas von „Geldwäschegesetz“.

„Wäre es möglich, dass wir in die Filiale zurückgehen? Mir ist das nicht so angenehm hier in der Menschenmenge mit einer für mich größeren Bargeldsumme zu hantieren.“

„Wir dürfen eine Bargeldsumme dieser Größe nicht ohne Weiteres annehmen.“

„Ich werde diese Filiale nicht mit meinem Geld verlassen.“

„Dann müssen Sie hier eine Erklärung zum Geldwäschegesetz abgeben.“

„So, wie sich der Automat draußen anhörte, ist mein Geld bereits gewaschen. Wäre ich mal doch besser nach Liechtenstein gefahren.“

„Hmm.“

Inzwischen hatte ich es geschafft, drei Mitarbeiterinnen um ein Terminal zu versammeln, die nun reihum diverse Passworte und Benutzer-IDs eintippten. Glücklicherweise war nun auch eine Mitarbeiterin dabei, die nicht nur ich kannte, sondern auch sie mich. Das machte die weiteren Gespräche etwas einfacher, weil sogleich der kriminelle Ruch von mir abfiel. Okay, vielleicht hätte ich schon etwas früher meine schwarze Wollmütze mit den Sehschlitzen abnehmen sollen. Auch meine 50cm-Messlatte in der Plastiktüte unterm Arm erinnerte im ersten Moment vielleicht zu sehr an Szenen aus Aktenzeichen-XY mit Ganoven-Ede.

Unterschreiben musste ich nichts und ein Blick auf meinen Kontostand sagt mir, dass mein Geld wohlbehalten auf meinem Konto angekommen ist. Geholfen hat mir letztlich nur meine Beharrlichkeit, mein Geld grundsätzlich in dem Laden zu lassen, den ich damit betreten habe. Das mache ich sonst auch immer so!
So long.

Entschuldigung, bin ich hier falsch?

18. März 2008 · Will Sagen

Irgendwie ist mir das neulich erst so richtig bewusst geworden.

Ich treibe mich ja recht viel im Internet rum: Betreibe ein Forum, bin am bloggen (versuche es zumindest), lese einige Feeds und bin neuerdings am twittern. Dabei treffe ich auf einen Haufen interessanter Leute. Leute, die anscheinend eines vereint: Wenn man sie fragen würde, was sie beruflich machen, müssten sie wohl sagen: „Was mit Computern.“

Und ich sitze nun dazwischen. Ich kleiner Maschinenbauingenieur, der sich damit verdingt, altmodisch bedrucktes Papier mit furchtbar geringer, aber zum Glück nicht unbedeutender Auflage zu produzieren. Ich lese von StartUps, KickOffs, PHP-Klassen, BarCamps und was weiß ich noch alles. Jedenfalls verstehe ich davon nur maximal 4,2%. Wenn überhaupt.

Tja, und irgendwann kommt man dann eben auf den Gedanken, ob man da nicht doch fehl am Platze ist. Soll ich mich vielleicht doch besser da raushalten 🙁 ?

Auto verkauft.

17. März 2008 · Will Sagen

money money moneyNun isses soweit. Mein Lieblingssuperdupertraumauto ist verkauft. Dem schnöden Mammon zum Opfer gefallen, für die Finanzierung des neuen Eigenheims. Wenn ich überlege, dass der Erlös zum Großteil für die Grunderwerbssteuer draufgeht, kommen mir echt die Tränen. 😥 .

Tschüss, Z3-Coupé. Ich wünsche dem neuen Besitzer viel Spaß. Er sagt, er würde sich damit auch einen Traum erfüllen. Ich kann’s nur zu gut verstehen!

z3-geloescht.gif

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Villa Tugendhat

10. März 2008 · Will Sagen

Im Sommer 2005 waren wir in Tschechien, unter anderem auch in Brno. Keine Ahnung, wie man das richtig ausspricht. Auf deutsch sagt man Brünn. Außer einer beeindruckenden Altstadt, einem Modellflugzeughersteller und einer tollen Umgebung gibt es auch die Villa Tugendhat.
Villa TugendhatDie Tugendhat-Villa wurde zwischen 1929 und 1930 erbaut von dem Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Bauherren waren Grete und Fritz Tugendhat, ein Industriellenehepaar. Sie waren Opfer der Judenverfolgung durch die Nazis und konnten nur etwa 7 Jahren in ihrem Haus wohnen, bevor sie flohen. Nach einer wechselvollen Geschichte ist derzeit (wohl) die Stadt Brünn Eigner des Hauses.

Inside Villa Tugendhat IWährend unseres Aufenthalts habe ich heimlich -Fotografieren ist offiziell eigentlich verboten, warum auch immer- einige Fotos geschossen und bei flickr eingestellt. Im Gegensatz zu den meisten anderen erfreuen sich die Fotos von der Tugendhat-Villa relativ großer Beliebtheit. Und so hat heute jemand eines meiner Bilder als Favorit abgespeichert. Da habe ich doch mal geguckt, was der denn so für Fotos bei flickr anzubieten hat. Eines war auch von der Villa dabei. Interessanter fand ich aber die dort verlinkte, schon gut ein Jahr alte Meldung, dass die Nachkommen nun die Villa für sich beanspruchen. Darum komme ich auch jetzt darauf, über die Villa zu schreiben. Ein Grund für die Rückübereignung sei, dass man sich über den Erhaltungszustand Sorgen macht. Und tatsächlich sah die Villa von außen ziemlich heruntergekommen aus. Eigentlich sollte eine Restauration kurz nach unserem Besuch beginnen. Anscheinend wurde aber wohl nichts daraus. Die Bedenken der Nachkommen scheinen mir durchaus angebracht zu sein. Ich kenne die Gesetzeslage nicht genau und noch weniger die tatsächlichen Besitzverhältnisse. Aber so richtig will ich nicht daran glauben, dass man den Tugendhats den Besitz streitig machen kann.

Villa TugendhatDer Besuch in der Villa Tugendhat hat mein Interesse für Bauhaus-Architektur, insbesondere aber für Ludwig Mies van der Rohe geweckt. Man muss nicht jeden Entwurf mögen. Einige Entwürfe finde ich einfach zu rechtwinklig und zu nüchtern. Aber meist überwiegt die Eleganz der klaren Struktur. Leider haben heutzutage die meisten Architekten ihre Kurvenlinie verlegt, und ihr Lieblingswinkel muss ein rechter Winkel sein. Aber Mies van der Ruhe hatte die Gabe, genau an der richtigen Stelle eine geschwungene Linie einzufügen. Nicht viele. Außen ist die Milchverglasung des Treppenhauses geschwungen, innen die Wand zwischen Wohn- und Essbereich. Dort stand mal ein runder Tisch, an dem 24 Personen Platz hatten. Heute steht da leider nur noch ein kleiner Abklatsch. Beachtenswert ist auch der Querschnitt der verchromten Träger, ähnlich der Form eines vierblättrigen Kleeblatts.

Villa Tugendhat

Interessant ist auch die Innenausstattung. Einige der Möbel wurden extra für die Tugendhats und ihr Haus entworfen, z. B. die Sessel als Chromschwinger. Man muss das Haus und die Möbel im Zusammenhang mit der damaligen Zeit sehen: Wie müssen die Leute damals verdutzt geguckt haben, als sie dieses völlig außergewöhnliche Haus sahen? Immerhin wurde seinerzeit konventionell mit reichlich Verzierungen und Schnörkelkrams gebaut. Aus heutiger Sicht sind wir ja einiges gewohnt. Aber damals muss das eine Sensation gewesen sein.

Wer nach Brno kommt, sollte von der Gelegenheit Gebrauch machen, das Haus zu besichtigen, sofern das möglich ist. Ich könnte gut verstehen, wenn sich jemand das Haus wieder zum Bewohnen herrichten würde. Zum Einen ist die Lage fantastisch: Vom Garten hat man einen herrlichen Blick von einem Hügel herab, und der Knüller ist, dass man die großen Scheiben vom Wohnzimmer zum Garten herunterlassen kann und dann drinnen quasi draußen sitzt. Wirklich toll!

Automobiler Schwanzvergleich

2. März 2008 · Will Sagen

Jog hat einen als Auto-Biographie titulierten automobilen Schwanzvergleich angestoßen:

Ich glaube, ich hab nichts vergessen. 😉 Die motorisierten Zweiräder könnte ich noch hinzufügen: