Sonnenbrand in Fischerhude

8. Mai 2013 · Will Sagen

Das war wieder ne runde Sache! Zum 32. Mal fand am ersten Maiwochenende (wie immer) das Bremer Fiat-500-Frühjahrstreffen statt. Im 24. sten Jahr bin auch ich dabei. So ganz viele Treffen (maximal zwei oder drei) habe ich dabei nicht ausgelassen. Wenn überhaupt!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Tja. Und was stellt man so fest in 24 Jahren? Richtig. Man wird älter. Und älter werden auch im Durchschnitt die Treffenbesucher. Denn, wie sollte es anders sein, es fehlt der Nachwuchs. Wer will oder kann sich von der jungen Generation (so man überhaupt einen Führerschein gemacht hat) schon so eine unsichere, kleine, lahme, laute und auch noch relativ teure Gehhilfe leisten? Und eben weil dieses Auto unbequem ist, und man das mit dem Älterwerden auch zunehmend merkt, bleiben auch immer mehr von denjenigen weg, die man früher noch regelmäßig getroffen hat. Oder man hat familiäre Dinge zu erledigen: Konfirmation, Kommunion, Konspiration, Kondolation: Irgendwas ist ja immer, das einen von einem herrlichen Campingwochenende abhält und man die ersten schönen Tage des Jahres stattdessen lieber in kalten, dunklen, feuchten Kirchen oder stickigen Festsälen verbringt. Und so nimmt allenfalls die Zahl der Tagesbesucher zu. Wobei das oft Leute sind, die früher eben auch über Nacht geblieben sind.

Meiner

Manche Gründe für einen Tagesbesuch statt Wochenendausflug kann ich gut verstehen. Mit dem Älterwerden ist leider auch verbunden, dass einige unter schweren Krankheiten zu leiden haben. Das wird mehr und mehr Gesprächsthema. Und so fand ich es wirklich bemerkenswert und schön, z. B. Thomas begrüßen zu können. Es hat mich wirklich gefreut, mich mit ihm unterhalten zu können. Ich wünsche ihm alles nur erdenklich Gute!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Auch Teilehändler glänzten durch Abwesenheit. Klar. Der Online-Shop machts möglich, dass man sich mit seinen Brocken nicht mehr auch noch am Wochenende in Bewegung setzen muss. Vielleicht traut sich der ein oder andere aber auch nicht mehr mit der teils grauenhaften Qualität der Teile vor die Tür. Dabei hat so mancher doch immer ein paar Teile nötig, gell, Ralf?

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Von denen, die sich aber eben doch nicht haben abhalten lassen, sind dafür m. E. mehr Leute auf eigener Achse mit ihrem 500er gekommen. Das ist natürlich schön, vor allem für die Fotos, wo die Fremdkarren ja doch irgendwie das Bild stören. Aber ich will mal nicht zu laut rumunken. Schließlich war ich auch das eine oder andere Jahr mangels Zeit, Lust oder fahrbereitem 500er mit einem Fremdfabrikat auf dem Backsberg. Egal: Dabei sein ist alles, kann ich nur allen zurufen, die meinen, sich ohne 500er nicht blicken lassen zu können. Alles Quatsch. Es kommt auf die Leute an. Dabei habe ich gar nicht verstanden, warum (zumindest gefühlt, denn Zahlen kenne ich nicht) so wenige gekommen sind: Gerade nach dem langen Winter muss man doch geradezu danach lechzen, endlich wieder bei herrlichem Wetter eine längere Fahrt zu unternehmen. Sich den Wind durchs offene Dach um die Nase wehen zu lassen und sich auch bei Temperaturen nachts knapp über dem Gefrierpunkt nicht die Laune verderben zu lassen, sondern lieber ein paar leere Wasserflaschen zu Wärmflaschen umzufunktionieren.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Wir waren nach gut 4,5 Stunden Fahrt aus Berlin am frühen Freitagabend wohlbehalten angekommen und schüttelten uns als erstes mal den Lärm aus den Ohren. Wobei, so ein vollgepackter 500er mit drei Schlafsäcken, 2 dicken Isomatten, geräumigem Zelt, 2 Stühlen, Klamotten, 2 Modellflugzeugen, 1 Kasten Bier und etwas Verpflegung ist ja gar nicht mehr sooo laut. Schon nach wenigen Stunden ist das Rauschen in den Ohren wie weggeblasen.

Kombizisch

Das Tolle am Bremer Treffen ist ja, dass man sich immer mehr auf die einzigartige Verpflegung verlassen kann. Seit etlichen Jahren bereitet Harald nicht nur Freitag abends frische Pizza mit allerlei verschiedenem Belag, sondern backt Samstag und Sonntag auch noch Brötchen auf dem Platz. Wo gibt es das schon? Sehr positiv hat sich auch ausgewirkt, dass Axel relativ früh am Samstag wegmusste, so dass, wie Udo meinte, man das Essen nicht nur schmecken, sondern – ganz neu – auch sehen konnte! Essen vor Sonnenuntergang war sonst so ne Sache. Allerdings wäre die Kombination aus beidem: Axel bleibt bis Sonntag und es gibt trotzdem früh Essen, noch besser. Wie sonst auch fing ja doch der eine oder andere nach der Rückkehr von der Ausfahrt an zu grillen. Trotz reichhaltigem Kuchenbüffet fehlt manchem eben ein herzhaftes Mittagessen.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit der herrlichen Wümme-Wiesen zum Modellfliegen. So auch dieses Jahr. Eigentlich hatte ich mal damit angefangen, um Fotos aus der Luft zu machen. Das hat etwas nachgelassen, seit ich ambitionierter am Boden fotografiere, aber so ne kleine Keychain-Cam hatte ich doch dabei, um sie vorn auf meinen Experimentalflieger zu packen (davon demnächst mehr). Und so ist wenigstens ein kurzer Film zustande gekommen, auf dem man leider in erster Linie sieht, wie leer es war. Und am Ende ist der Flieger auch noch abgestürzt (und durchgebrochen).

Lagerfeuer gab’s auch, diesmal allerdings vor allem am Samstag Abend etwas kleiner als sonst, da man – trotz steigender Treffenplatzkosten – weniger Holz als in früheren Jahren zum Verbrennen hatte. Ging aber auch, waren ja nicht so viele Leute, die sich um das Feuer scharten. Man musste zwar immer ein paar Meter zurück und dann wieder vor mit seinem Stühlchen, je nach dem, ob und wer gerade Holz nachlegte, aber so bleibt man ja in Bewegung.

Lagerfeuerromantik

Tjoa. Und ruckzuck war der Abend rum. In der Nacht machte ich den Fehler, die Socken auszuziehen. Da war’s dann etwas frisch an den Füßen, ging aber. Am nächsten Morgen grüßte die  Sonne wieder mit voller Kraft vom Himmel. Herrlich, wenn man dann das erste Mal die Nase aus dem Zelt steckt! Dann in Ruhe frühstücken und dummes Zeug quatschen und die Sachen zusammenpacken. Muss ich noch erwähnen, dass wir wieder heile mit dem kleinen Kombi in Berlin angekommen sind und bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 100 km/h rund 5 l/100km verbraucht haben? Muss ich nicht? Doch, ich finde schon. Ist doch super! In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr!

Dämmerung

10 Sekunden reichen, wenn's gekracht hat.

18. April 2013 · Will Sagen

Da hat mich doch der Probefahrer angetriggert,

und ich glaube, ich muss da mal was klarstellen. Denn, bezugnehmend auf den Lawblogger schreibt Alex weiter:

O2 will Versicherungskonzernen die Technologie anbieten, mit denen die Fahrdaten von Autofahrer per BlackBox im Auto aufgezeichnet und versendet werden können. Dafür können dann bsw. die Versicherungen den teilnehmenden Kunden Rabatte einräumen.
Unfall-Analytiker wie willsagen würden sich darüber sicher freuen.

 

Also, Moment mal.

Mir liegt nichts daran, dass Versicherungen Bewegungsprofile ihrer Kunden aufnehmen. Und da gebe ich Vetter natürlich recht, dass die Datensammelei genau darauf hinauslaufen würde. Für eine Unfallrekonstruktion dahingegen würden die Daten wahrscheinlich eher nicht reichen. Vielleicht als zusätzliche Informationen, aber wenn es darauf ankommt, sind irgendwelche GPS-und Funkzellen-Daten dann doch nicht zu gebrauchen, weil es eben nicht auf eine Geschwindigkeit irgendwann vor dem Unfall ankommt, sondern auf den Punkt, an dem sich die Gefahr verdichtet. Da reden wir meistens von nicht mehr als 3 Sekunden vor dem Unfall, aber wir reden auch von Daten, die man eher Zehntelsekunden- als Sekundengenau haben müsste.

Ich schrob dem Probefahrer über Twitter

140 Zeichen sind dann doch etwas (aber nicht viel) zu wenig, für das, was sich ein Unfallanalytiker wünscht. Erstens interessiert mich nicht, wie schnell eine Person gefahren ist, sondern das Auto. Wer darin saß, ist mir wurscht. Das sind dann andere Fälle, in denen man herausfinden soll, wer gefahren ist. Da nützen einem Bewegungsprofile von z. B. sich zwei identisch bewegenden Handys auch nichts.

 

Was wünsche ich mir also?

Mal vorausgesetzt, der Unfall wurde einigermaßen vollständig aufgenommen. Also, Endstellungen sind fotografiert worden, vielleicht auch ein paar Splitterfelder eingemessen worden. Mit ganz viel Glück hat man möglicherweise auch Spuren gesichert, die auf den Kollisionsort hinweisen oder über Schleuderbewegungen informieren. Dann reichen einem im Grunde relativ wenige Informationen den gesamten Zeitraum betreffend, aber bitte mit einigermaßen guter zeitlicher Auflösung (vulgo Messfrequenz). Für letztere wäre man schon mit 50 Hz ganz gut bedient. Mehr ist natürlich besser, aber man will ja nicht unverschämt sein.

Der Moment, wenn sich die Gefahr verdichtet, liegt meistens 1 bis 3 Sekunden vor dem Unfall. Wenn man dann noch 2 Sekunden dazunimmt, hat man eigentlich für fast alle Fälle genügend Aufzeichnungszeitraum. Nach einem Unfall dauert es etwa genauso lange, bis alles zum Stehen kommt, nehmen wir also auch wieder 5 Sekunden. An Messdaten reichen erst mal die Bewegungsgeschwindigkeit des Fahrzeugs sowie Längs- und Querbeschleunigung. Mit den neuen Assistenzsystemen, die sich immer stärker in das Führen eines Fahrzeugs einmischen, sollte man auch noch wissen, wann irgendwelche Assistenten angesprochen haben, um unterscheiden zu können, ob meinetwegen der Fahrer vor den Baum gelenkt hat, oder ob der Gegenverkehrausweichassistent der Meinung war, es wäre ne gute Idee, nicht in den 40-Tonner im Gegenverkehr, sondern vor die deutsche Eiche am rechten Rand zu fahren. Dann haben wir es mit immer sensibleren Scheinwerfern zu tun. Da klappen irgendwelche Klappen rauf und runter, gehen Lämpchen aus und an, schwenken Reflektoren in der Gegend herum: Keine Chance, im Nachhinein nachvollziehen zu können, ob das System den Fußgänger am Fahrbahnrand ausgeblendet hat, weil sich zufällig auf einer Seitenstraße ein anderes Fahrzeug mit für den Assistenten erkennbarem Licht näherte, oder der Fahrer einfach mal das Licht ausgeschaltet hat, mal ganz abgesehen davon, dass man die dynamische Schaltung des Lichts nicht manuell für Sichtuntersuchungen schalten kann. Daran hat wieder keiner gedacht.

Usw. usw.. Das sind aber alles keine personen-, sondern fahrzeugbezogene Daten. Genauso, wie man früher die Länge von Brems- und den Radius von Driftspuren im öffentlichen Verkehrsraum vermessen hat, die Verformung von Glühwendeln und Spuren an Sicherheitsgurten gesichert hat, muss man nun eben wissen, was die Elektronik so getrieben hat.

 

Wann ist „Unfall“?

Ein Problem gibt es noch: Wann genau ist der Unfallzeitpunkt? Wenn es richtig kracht, ist das einfach: Wenn die Airbags auslösen, setzt man t=0. In dem Ringspeicher werden die 5 Sekunden alten Daten in einen Speicher geschrieben und noch weitere 5 Sekunden aufgezeichnet. Aber z. B. ein streifender Fußgängerunfall: Dramatisch in den Folgen, kaum zu detektieren für die Systeme. Da muss man sich noch was einfallen lassen. Gibt es einen Fußgängerunfallvermeidungsassistenten, kann der das ja machen. Nunja, und wenn der Autofahrer meint, er hat alles richtig gemacht, soll er auch einen Knopf für manuelle Speicherung bekommen.

 

Gibt’s schon.

Das simple Aufzeichnen von Daten als Angebot der Versicherung im Tausch gegen Beitragsrabatte, ist übrigens nichts neues: Die Axa-Winterthur bietet das in der Schweiz schon seit ein paar Jahren an. Von dieser Blackbox, die autark arbeitet, werden einfach nur ein paar rudimentäre Daten aufgezeichnet, die aber sehr hilfreich sein können.

Btw.: Hier hat ich mich auch schon mal zum „gläsernen Autofahrer“ geäußert.

Will Sagen: Will abnehmen

16. April 2013 · Will Sagen

Jaja. #boff3 oder ausgeschrieben die „Belly off“-Aktion einiger auch mir bekannter Blogger habe ich ja nicht offiziell mitgemacht. Ich hätte eh keine Siegchancen, also warum öffentlich zum Horst machen? Und außerdem wollte ich mich nicht irgendwie unter Druck setzen, schaffe ich es derzeit doch zum ersten Mal, wirklich an meinem Gewicht zu arbeiten (also in Richtung weniger, die andere Richtung beherrsche ich besser). Und das ist mir so wichtig, dass ich mich keinem Einfluss von außen aussetzen möchte. Denn, wer mich kennt, weiß, dass das überfällig war (oder ist).

Gegenüber meinem Highscore irgendwann in 2011/2012 habe ich jetzt 15 Kilo runter. Damals habe ich es aber vermieden, mich systematisch zu wiegen. Irgendwann hat es in meiner Rübe dann *klick* gemacht. Seit ich nun also auf mein Gewicht achte, etwa seit Anfang Dezember, bin ich jetzt dabei, am 12. Kilo zu arbeiten. Das ist schon nicht schlecht: Die Hosen schlackern, die Hemden spannen nicht mehr so und das Beste: Ich passe so langsam wieder in meine geliebte Wildlederjacke, die ich Anfang der 90er während meines Studiums in einem Second-Hand-Laden in Hannover an der Lister Meile gekauft habe. Die, gammelig und verschlissen wie sie ist, habe ich nie  weggegeben. Ich hatte immer die Hoffnung: Eines Tages passt du da wieder rein. Tja. Und in dieser Saison ist es soweit. Zum Leidwesen meines Umfeldes, das sich nun mit mir in dieser ollen Joppe in der Öffentlichkeit sehen lassen muss:  Ick freu mir!

Von Anfang an war mir wichtig, mich jetzt nicht irgendwie zu quälen. Die geänderte Ernährung sollte sich im Alltag umsetzen lassen und außerdem mit meinem einigermaßen diffizilem Geschmack vereinbaren lassen. Denn mit Gemüse (außer ein paar Erbsen und vielleicht Blumenkohl, wenn es sein muss), Salat (außer ein bisschen Rohkost und Blattsalat) und Obst (außer Äpfeln) kann man mich jagen! Glücklicherweise mache ich mir wenigstens nicht viel aus Kuchen oder Schokolade. Dafür könnte ich schon morgens eine Tüte Chips in mich hineinstopfen, gern garniert mit einem parnierten Schnitzel oder so. Und daran musste ich nun arbeiten, aber eben nicht radikal, sondern verträglich.

Als erstes bin ich morgens von Brot auf Müsli umgestiegen. Das hält länger satt. Aber was es da für furchtbare Sorten gibt! Z. B. mit getrockneten Bananenscheiben, gefühlt 50% Rosinen und so Zeugs. Gehmirwech! Inzwischen gibt es einen Mix aus Beerenmüsli von Rewe, angereichert mit irgendwie so süßen, ungesund wirkenden Crispy-Haferdingern und ein paar Dinkelhonigpops gegen die Langeweile im Mund. Für den Vormittag nehme ich mir dann noch einen bis zwei Äpfel mit. Das reicht dann bis zur Mittagspause gegen eins oder halb zwei. Dann muss es aber auch ordentlich was auf den Teller geben: Kohlenhydrate müssen her! Ein Teller Nudeln, dazu ein paar Scheiben Weißbrot und ein kleiner Teller Salat beim Italiener schräg gegenüber, ein Hamburger mit Pommes und Salatbeilage beim Türken neben dem Italiener oder ein Teller gebratene Nudeln oder Reis mit Huhn beim Asiaten nebenan. Tja. Und das war’s dann für den Rest des Tages. Erstaunlicherweise -ich weiß nicht warum- komme ich damit gut klar. Also mir knurrt abends nicht der Magen oder so. Wo früher gern mal mit der Beraterin in allen Lebenslagen eine Flasche Wein geköpft und dazu eine Tüte Chips in uns umgefüllt wurde, gibt’s jetzt ne große Kanne Tee. Das ist schon ein bisschen hart. Aber eben nötig. Wenn mich dann doch ein Hungergefühl plagt, gibt es eine Scheibe Käse. Ob das unbedingt die fettarme Variante sein muss, die derzeit meist im Einkaufswagen landet, weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Hauptsache, es funktioniert. Weil ich ja mehr auf Deftiges stehe, ist das mit dem Käse ok.

Tja. So sind vor allem bis Weihnachten schnell die ersten 5 oder 6 Kilo gepurzelt. Durch die Feiertage kam das ganze dann etwas ins Stocken und läuft auch nicht mehr so flüssig wie am Anfang. Aber der Trend weist eindeutig nach wie vor nach unten, pro Woche so etwa ein halbes Kilo. Das ist ok. Wie gesagt, ich will mich ja nicht quälen. Und weil ich das nicht will, ist am Wochenende Vernunftpause. Also Pause von der Ess-Vernunft. Dann gibt es Chips und Bier und Wein, und morgens ein schönes Frühstück mit Brötchen und so. Das ist zwar kontraproduktiv für den Abwärtstrend auf der Waage, aber gut für’s Gemüt. Ohne Frage hilfreich ist natürlich auch, dass meine Beraterin in allen Lebenslagen ebenfalls brav mitzieht. Sie ist auch schon viel leichter. Auch wenn in der Woche mal eine Veranstaltung ist oder wir eingeladen sind, stehe ich nicht da wie ein Trauerkloß, sondern bin „dabei“. Vielleicht nicht mehr so wie früher, aber gesündigt habe ich da ja auch wohl mehr als genug. Dann kann ich in der zweiten Lebenshälfte (man muss ja realistisch sein), vielleicht ein bisschen was wieder gut machen. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Hoffentlich noch etwas länger, denn es tut mir gut!

Man muss erst in eine 3,5-Millionen-Stadt ziehen …

7. April 2013 · Will Sagen

… bevor man einen Fuchs aus der Nähe sehen kann, der sich genüsslich in Nachbars Garten hinterm Ohr kratzt und nicht plattgefahren auf der Landstraße liegt.

We call him Peter. Peter Fox.

 

Übrigens hat er alle Terrassen nach Essbarem abgesucht.

Zen und die Kunst ein Buch zu erhalten

24. Februar 2013 · Will Sagen

Blogger-Kollege Männig schreibt hier über die ach so tolle, doch nicht vorhandene Haptik von Büchern.

Gerade heute schrob jemand im gedruckten Tagesspiegel, den wir derzeit als freundliche Urlaubsspende eines Nachbarn erhalten, wie viel toller Bücher auf Papier doch gegenüber ihren digitalen Pendants seien. Dass die Bücher nach Olivenöl, Thymian und was weiß ich duften, weil beim Kochen jemand darauf gekleckert habe. Oder so.

Jens-Arne Männig hat ausgerechnet eines der Bücher herausgesucht, das ich mir als Oberstufenschüler bewusst gekauft habe, also nicht geschonken gekrochen bekommen hatte: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. Es war damals eine Empfehlung meines Deutschlehrers Meier, wie z. B. auch Briefe in die chinesische Vergangenheit. Meier gab immer mal wieder Literaturlisten heraus, die er seinen sprachumnebelten Schülern, die nunmal Deutsch an einem technischen Fachgymnasium für die allgemeine Hochschulreife belegen mussten, in bester Absicht angedeihen ließ. Leider ist er viel zu früh verstorben.

Ganz ehrlich? Ich habe Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten nie vollständig gelesen. Die ersten 50 und die letzten 30 Seiten vielleicht. Oder so. Der Witz ist: Am Ende hat mir das Buch trotzdem gefallen und habe mir gerade neulich noch überlegt, mir es noch mal zu kaufen (oder zu beschaffen).

Und gerade heute ging ich zum Media-Markt, um mal die diversen Lesegeräte zu probieren: eBook-Reader, iPad: Sowas halt. Ergebnis: Ernüchternd. iPad-normal: (Mir als Lesegerät) viel zu schwer, aber geiles Display (Netzhaut-, äh, Retina-Display). iPad-Mini: Zu schlechtes Display im Vergleich zu den eBook-Readern. Größe und Gewicht sind ok. Das leuchtende Display nervt sehr schnell. E-Ink-Reader sind super, wenn man nur lesen will. Kindle ist doof, weil nur Amazon-Welt. Nicht-Kindle sind doof, weil ich nicht weiß, wie sie in der Amazon-Welt funktionieren. Überhaupt wirken die E-Ink-Reader irgendwie unausgegoren, wenn man einmal ein Apple-Produkt in der Hand hatte. Außerdem waren bei den Ausstellungsgeräten die Buchstaben in den Displays eingebrannt, wie ich es noch aus der Zeit der Monochrom-Monitore kenne, als Bildschirmschoner noch einen Sinn hatten.

Ich danke Blogger-Kollege Männig für seine Haptikanalyse. Wenn ein Tisch wackelt, kann man besser etwas Papier drunter klemmen, als ein pdf-Dokument oder einen E-Book-Reader. Ansonsten spricht aus meiner Sicht nicht mehr viel gegen* für gedruckte Werke. Was nervt, sind die technischen Beschränkungen, die aus monetären Gründen erfunden wurden. Die Vergänglichkeit von Druckwerken auf Papier, die Männig geradezu beispielhaft darstellt, zeigt aber auch, dass auch pdfs sich beim Kopieren abnutzen sollten, wenn man den Autoren und Verlagen eine Daseinsberechtigung zugestehen möchte.

via

*Ganz dumm verschrieben.

 

Weite, schnelle Leica-Linsen

20. Februar 2013 · Will Sagen

Vielleicht kann ich mir ja mal ne Weitwinkellinse für die M9 leisten. Bevor ich dann wieder auf die Suche nach Artikeln dazu gehe:

Diverses zu diversen Weitwinkelobjektiven

http://www.ronscheffler.com/techtalk/?page_id=130

http://www.flickr.com/groups/2070873@N24/

http://www.digitalhapeman.com/2010/07/31/voigtlander-ultra-wides-on-the-leica-digital-m-cameras/

http://www.digitalhapeman.com/2011/03/27/21mm-m-mount-lenses-on-the-leica-m9/

http://www.kenrockwell.com/leica/lens-reviews.htm

http://lavidaleica.com/forum/viewtopic.php?f=45&t=775

http://www.colorfoto.de/news/voigtlaender-ultron-1-8-21mm-vm-ist-jetzt-lieferbar-1467914.html

Nachtrag:

http://www.kenrockwell.com/voigtlander/21mm-f18.htm

 

 

 

Fotoausstellungen

11. Februar 2013 · Will Sagen

Gestern waren wir im Martin-Gropius-Bau, um uns mal wieder eine Fotoausstellung anzuschauen.

Genauer gesagt war es die Ausstellung von Fotos der Fotografin Margaret Bourke-White, grob gesagt von 1930 bis 1945. Sie hat es geschafft, nicht nur in der Weltgeschichte herumzureisen und Fotoreportagen für das Life-Magazine von allen möglichen Orten der Welt, sondern auch die ganz Großen der damaligen Zeit abzulichten. Gerade im geschichtlichen Kontext kann man sich wirklich herausragende Zeitdokumente anschauen.

Aber, was so einer wie ich natürlich gern hätte, wären wenigstens ein paar Informationen über das verwendete Material. In Kunstausstellungen steht ja immer etwas über das Material. Da liest man unter einem Foto „Silbergelatinepapier“. Aha. Spannend. Viel mehr würde mich aber doch interessieren, welche Kamera, welches Objektiv, Blende, Verschlusszeit usw. verwendet wurden. Das sind doch die Dinge, die man sich als Hobby-Fotograf wünscht. Gut. Bei 80 Jahre alten Fotos, wenn die Fotografin schon vor 40 Jahren verstorben ist, mögen solche Informationen vielleicht nicht mehr mal eben aufzutreiben sein. Aber son  kleiner Schaukasten mit ein paar authentischen Kameras wäre schon fein.

Ach, und was mich ja beruhigt, dass die Profi-Ausstellungsmacher auch nicht perfekt sind. Mein typischer Verschreiber auf einer Ausstellungs-Infotafel. Der Schweinwerfer (hier: Schweinwerferlicht). Bei mir dicht gefolgt vom Scheißgerät.

Schweinwerferlicht Bourke-White @Martin-Gropius-Bau on Twitpic

 

 

Wir bauten ein Haus. Und es wurde fertig.

10. Januar 2013 · Will Sagen

Einmal im Leben baut man ein Haus für sich selbst. Naja, manche vielleicht auch öfter, manche gar nicht.

Egal. Wer ein Haus baut, überlegt sich das gut: Was kostet das überhaupt, woher kommt die Kohle, steht mir der Finanzrahmen für die Abzahlung voraussichtlich für die nächsten 20 bis 30 Jahre zur Verfügung? Das sind die Fragen, die den jungen Bauherren als erstes umtreiben.

Mein Dorf IIch habe auch schon ein Haus gebaut. Naja, nicht so ganz. Meine Liebste, mich und eine befreundete Familie zog es in die gleiche Gegend. Wir beschlossen, ein Doppelhaus zu bauen, wie man so sagt, also bauen zu lassen. Es wurden Pläne geschmiedet, Grundstücke angesehen, Termine mit Banken, Bauunternehmen, Architekten vereinbart, bis irgendwann der Plan reifte: Wir nehmen – zur Kostenersparnis – die Ausschreibung der einzelnen Gewerke und die Bauleitung selbst in die Hand. Die Planung ließen wir von einer Architektin machen. Viele andere Details konnte meine Liebste als Frau vom Fach durchdenken. Meinem Freund und mir war es auf dem Weg zur Arbeit möglich, es so einzurichten, dass wir praktisch täglich zweimal an der Baustelle anhalten und nach dem rechten sehen konnten. Als Maschinenbauingenieure sind wir zwar nicht direkt vom Fach, aber einen gewissen Blick und Verständnis für technische Dinge hat man ja doch. Zur Not war sogar ein Blitzbesuch in der Mittagspause machbar.

Und wenn wir nicht hätten gewährleisten können, dass wir mehr oder weniger ständig mit entsprechendem Sachverstand den Baufortschritt hätten überwachen können, hätten wir das nie und nimmer gemacht. Was man da so zu sehen bekommt: Ich erinnere mich noch wie heute, wie der Maurerlehrling den Kran bedienen durfte und mit einem Speiskübel, der wild hin- und herschaukelte, gleich mal eine Kellerwand, die ein anderer gerade errichtet hatte, einreißt. Oder wie der Blitz in den Kran eingeschlagen ist und damit bei den schon in die umliegenden Häuser eingezogenen Nachbarn die Elektronik der Heizungsanlagen zur Strecke gebracht hat. Für uns war schlimmer, dass erst mal der Kran ausgefallen war. Die Pflastersteine (gerumpelt), die nicht vor Hausnummer 98, sondern vor 78 abgekippt wurden. „Das Badezimmer hat ja gar keinen Lichtschalter mehr.“ Bedröppelte Gesichter bei Fliesenleger und Verputzer, die gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigten und wie aus einem Mund sagten: „Er ist schuld!“ Der eine hat die Dose übergeputzt, ohne dass so ein kleines Fähnchen durch den Putz schaute, der andere hat dann gleich mal seine Fliesen drüber geklebt. Da musste der Bauherr erst zeigen, wie er anhand der selbst aufgenommenen Baufortschrittsfotos und einer fotogrammetrischen Auswertung die Bohrkrone an den nagelneuen Fliesen ansetzte  und die Schalterdose millimetergenau wieder zu Tage förderte. Undsoweiterundsofort. Baustandard halt.

Erster Spatenstich war im Sommer. Zur Jahreswende konnten wir einziehen. Gut, es war noch nicht alles fertig, ein paar Fußbodenfliesen fehlten hier und da noch, und Zufahrt und Garten mussten noch angelegt werden. Aber alles war überschaubar und im Großen und Ganzen auch handwerklich ohne Extremkatastrophen verlaufen. 5 Monate bis zum Einzug sind für ein gemauertes Haus mit Keller keine schlechte Zeit. Da werden mir sicherlich andere Bauleute zustimmen. Wir haben den Kostenrahmen eingehalten und mit einiger Eigenleistung blieb noch die Möglichkeit, das Bafög-Darlehen auf einen Schlag zurückzuzahlen.

Wenn ich aber technisch keine Ahnung und habe, mir der Baufortschritt vor allem Anfangs eher nicht so wichtig ist, ich nicht erkenne, dass 3 Wochen vor Bezug allerallerallerspätestens der Zeitpunkt ist, an dem nach erfolgter Abnahme die Ausbesserungen vorgenommen worden sein müssten und ich zu dem nicht mein eigenes Geld in den (märkischen) Sand setze: Dann, ja dann endet das im Desaster: Jeder macht auf der Baustelle, was er will. Handwerker stehen sich gegenseitig im Weg rum oder kommen gar nicht, weil man keinen Druck macht. Man hat keinen Überblick, was im Verborgenen überhaupt passiert ist. Nur dann, wenn man wirklich überhaupt keine Ahnung hat und gleichzeitig an völliger Selbstüberschätzung leidet, kann man erst auf den dummen Gedanken kommen, dass man das billigste Angebot eines Generalunternehmers durch eigenverantwortliche Ausschreibung und Bauleitung unterbieten kann. Es konnte einfach nicht gutgehen, was da in Schönefeld geplant war. Unmöglich. Das war Scheitern mit Ansage.

Loburg15Aber wie schön, dass sich ein paar Leutchen hinstellen und die „Verantwortung“ übernehmen! Die Verantwortung, da fragt mal ein paar Bauherren, die Verantwortung wirkt sich normalerweise direkt auf den eigenen Kontostand aus. Jede Panne,  die man nicht postwendend einem Betrieb anlasten kann, zahlt man selbst. Tür im Gästeklo stößt ans Waschbecken, weil das doch eine Nummer größer sein sollte? Du hast es bestellt, ohne nachzudenken? Zahlst du selbst. Nicht ausreichend Parkett bestellt,weil du den Verschnitt falsch berechnet hast und jetzt ist die Charge nicht mehr lieferbar? Viel Spaß mit dem Farbunterschied. Oder einmal alles auf Anfang: Rausreißen und neumachen. DU warst es, der die Lieferadresse für die Pflastersteine falsch angegeben hat? Dann frag gleich mal, was der Lkw und der Radlader kosten, um die Steine wieder aufzuladen und 100 m weiterzubringen.

Verantwortung übernehmen. Pah. Das ist nicht lache. Ja klar. Jedes politisch gewollte Bauwerk hat eine imaginäre Kostengrenze, von der man meint, dass man – wider besseres Wissen – die wahrscheinliche Summe (die man eh noch mindestens verdoppeln muss) lieber nicht sagt. Das ist Betrug am Bürger. Nichts anderes. Geht dahin, wo der Pfeffer wächst, und ihr werdet es schaffen, dass die Pfefferpflanzen eingehen.

 

Leica-Porn

4. Januar 2013 · Will Sagen

Im Moment ist das Licht ja nicht so reizend zum Fotografieren. Schön, dass Deutsche Welle TV ein paar feine Berichte über meinen Lieblingskamerahersteller zum Zeitvertreib liefert.

Fotojahresrückblick 2012

24. Dezember 2012 · Will Sagen

Ich habe kein fotografisches Gedächtnis, sondern ein Foto-Gedächtnis, und das heißt flickr. Seit einigen Jahren schaue ich mir um Weihnachten herum noch mal meine Fotos des vergangenen Jahres an. Und, was stelle ich als erstes fest? Ich habe anscheinend vergessen, die Fotos vom Jahreswechsel zu flickrn. Na priml. Kann eigentlich gar nicht sein, dass es keine Fotos gibt, denn wir waren in Luxemburg bei Freunden, und da habe ich auf jeden Fall fotografiert. Auch wenn ich in mich gehe: Keine Fotos, keine Details. Tja. Scheint aber nicht schlimm gewesen zu sein, sonst wüsste ich noch etwas. Ich müsste wohl meine Festplatte noch mal zu Rate ziehen.

So fängt mein Fotojahr  erst am 9. Januar mit einem Besuch in der Berlinischen Galerie an. Das Highlight kam erst zu meinem Geburtstag Ende des Monats. Da haben wir einen Ausflug nach Dessau zum dortigen Bauhaus und den Meisterhäusern gemacht. Das war total entspannt und sehr schön. Natürlich gab’s viel zu fotografieren. Damit das überhaupt geht, reinige ich den Sensor meiner Leica mit Bremsenreiniger. Am Abend vorher lud ein lieber Nachbar zum „Spanischen Abend“. Ich erfinde die Maffitos als typisches spanisches Tapas-Gericht.

Maffitos

Bauhaus Dessau

Im Februar friert Deutschland ein. Wir fahren bei -15°C nach Bremen, um alte Autos anzugucken. Das Fiat-500-Forum macht mal wieder einen Stand. Ich mache mich ein wenig nützlich und treffe ein paar Leute. Die Ausstellung ist recht übersichtlich, vor allem finde ich es besonders schön, dass man endlich die nicht perfekten Autos, die alten Karren, denen man die Spuren der Zeit nicht herauspoliert hat, in den Mittelpunkt stellt. Die Kälte hat uns noch länger im Griff. Die Bucht friert zu, und während im Hintergrund der Eisbrecher die Spree freihält, damit das Kraftwerk Klingenberg weiter mit Kohle beliefert werden kann, drehen davor die Schlittschuhläufer ihre Runden.

Bremen Classic Motorshow 2012

Auf der Rummelsburger Bucht

Im März geht’s nach München. Ein Seminar steht an. Seminare sind toll! Man muss zwar die Lernzeit irgendwie überbrücken, aber in den Pausen und am Abend kann man endlich mal wieder mit netten Kollegen rumblödeln. Ein anderes Highlight bindet aber auch meine Konzentration. Das Zusammenpuzzeln einer Kodak Retina IIc. Ich behalte einige Teile übrig. Dennoch, nach etlichen Jahren lege ich wieder einen Film in einer Kamera ein. Ich kann’s noch, und meine reparierte Kamera hält sage und schreibe einen halben 24er Film lang. Danach gibt es noch ein paar künstlerisch wertvolle Doppelbelichtungen, bevor der Filmtransport vollends streikt. Ein weiteres Highlight im März ist zweifellos die Techno Classica in Essen, nicht nur wegen der alten Autos, sondern auch wegen des Rahmenprogramms. Den Landschaftspark Duisburg kannte ich z. B. noch nicht.

Kodak Retina IIc

Ruhrgebiet my love

Der 1. April hat’s in sich: Erst erholen vom Beatbox Battle im Astra am Vorabend, dann zuschauen beim Halbmarathon. Zum ersten Mal bekomme ich einen Eindruck davon, wie schnell die Läufer der Spitzengruppe wirklich sind. Sagenhaft! Danach geht’s zum Leidwesen der Nachbarstochter, aber zur Freude des Nachbarn und mir noch in die Autoabteilung des Technikmuseums. Außerdem schaue ich mir das erste Eishockey-Spiel live an. Ostern hole ich den neuen Motor für meinen Fiat 500 Kombi in Hamburg bei ilmotore ab. Danach habe ich noch ein paar Tage frei. Langsam wird es Frühling!

Berliner Halbmarathon 2012

500

Es ist Mai! Es wird warm in Berlin. Am 1. Mai geht’s erst in die Gerhard-Richter-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, danach zum MyFest nach Kreuzberg. Am ersten Wochenende im Mai ist mal wieder Bremer Fiat-500-Treffen. Ich fahre hin, aber mit 4 Zylindern zu viel. Egal. Das ist entspannend. Ich hatte auch nicht viel Zeit. Ich mache ein lustiges Foto. Zu den Oldtimertagen am Meilenwerk fahre ich mit dem Heinkel. Der Fiat hat keinen TÜV. Am Monatsende muss ich auf’s Fahrrad. Es steht eine dreitägige Tour an der Oder an. Ich erinnere mich vor allem an eines: Ständigen Gegenwind! Ich fluche und weine mich leise in einem zu teuren Brandenburger Hotelzimmer ohne Vorhänge dafür mit unfreundlichen Betreibern in den Schlaf. Am Monatsende geht’s zu Pfingsten noch mal nach Luxemburg. Diesmal lade ich auch Fotos hoch, vergesse aber, die eindeutig zu taggen.

Bremer Treffen

Im Oderbruch

Der Juni fängt mal wieder automobil an. Thomas Gigold organisiert ein leider viel zu schwach frequentiertes Bloggertreffen in Leipzig. Ich schaue mich bei der Gelegenheit auf der AMI um und kann mich seit langer Zeit mal wieder für ein modernes Auto begeistern, allerdings ist der ausgestellte Mercedes CLA nur eine Studie. Das von Robert Basic und Nicole Y. Männl organisierte LearnTank ist wesentlich besser besucht. Der (ehemalige?) Probefahrer Alex Kahl besucht mich anlässlich des LearnTanks. Ich bin zu träge, um zu verstehen, worum es geht und fotografiere stattdessen. Johnny Häusler und seine alten und neuen „Plan B“-Jungs haben die Instrumente abgestaubt und treten zum zweiten Frühling der Band im Lido an. Ich schmuggle mich auf die Gästeliste und fotografiere. Außerdem ist DMY in Tempelhof. Ich bin Fan von beidem: DMY und Tempelhof. In der Kombination ist das alles sehr großartig! Ein paar Tage später halte ich einen Vortrag im neuen HQ einer größeren Versicherung und sehe, wo das Geld steckt.

Plan B

Me

Der Juli beginnt auch schon wieder mit Autos. Praktisch gar nicht auf dem Radar hatte ich bislang die Ami-Car-Szene. Und so merke ich erst im Sommer, was da jährlich in Finowfurt in der Brandenburger Pampa abgeht. Das Race 61. Der Nachbar samt Tochter und ich gucken dort kurz vorbei. Ich fotografiere und beschließe, im nächsten Jahr mit dem Fiat teilzunehmen. Schaun wir mal… Sonst ist nicht viel los. Wir besuchen noch eine beinahe einsame Insel, auf der ich eine Blume fotografiere.

Race 61

Taglilie

Dann ist auch schon August. Wir haben Spaß beim Mauerpark-Karaoke. Natürlich nur als Zuhörer. Freunde machen Urlaub in Krakow am See. Wir fahren erst dorthin, dann noch zur Hanse-Sail. Danach geht es mit Don Giovanni eine Woche lang aufs Wasser. Voll geil! Außerdem schaffe ich es tatsächlich, noch ein zweites Fiat-500-Treffen in diesem Jahr anzusteuern, diesmal in Klein-Marzehns im Fläming.

Huhu, Vorschoter!

Fiat 500 Treffen Klein Marzehns 2012

Auch in der ersten Septemberwoche haben wir noch Urlaub, erledigen aber einige Dinge zu Hause. Am 1. September besuchen wir den jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee.  Meine Eltern kommen zu Besuch. Wir gehen in die Gärten der Welt in Marzahn. Außerdem bringt mir mein Vater sein 1958 gebautes Modellboot mit, das ich restaurieren möchte. Mit den Nachbarjungs geht’s nach Oschersleben zum DTM-Rennen. Endlich mal wieder Rennluft schnuppern! Am Monatsende ist Berlin-Marathon. Wir gucken uns erst die Spitze auf der Michaelbrücke vorbeilaufen an, fahren wieder nach Hause, um 2 Stunden wieder loszufahren und dem Nachbarn kurz vor der Zielgeraden zuzujubeln.

DTM Oschersleben 2012

Berlin Marathon 2012

Im Oktober besuche ich schon wieder ein Seminar in München. Ich habe etwas Freizeit und schaue mir das BMW-Museum an auf der Suche nach Spuren des Z3-Coupés. Ich finde genau nichts und muss daher mein eigenes QP in der Tiefgarage fotografieren. Kurzentschlossen gehen wir (nun wieder in Berlin) zum Jazz in den Ministergärten und schauen und hören uns meinen Cousin mit der Jazzkantine an. Ich mache Fotos davon. Das Festival of Lights findet fast ohne mich statt. Ich bin irgendwie auch ein bisschen krank und mache einen Spaziergang durch den Kiez und über die Karl-Marx-Allee.

MY QP

Herbst am Medaillonplatz

November. Langsam wird es Herbst in Berlin. Darum fahren wir nach Leipzig. Ne, deswegen nicht. Dort wird Geburtstag gefeiert. Am nächsten Tag gehen wir dort in den Zoo. Lohnt sich, sollte man unbedingt in Leipzig gemacht haben. Ich fotografiere einen Elefanten in Seitenansicht. Fehlt für einen Unfallanalytiker wie mich eigentlich nur die Messlatte im Bild. Außerdem gehe ich aufs Tempelhofer Feld zum Modellfliegen. Das ist historisch gesehen toll, aber stressig, weil dauernd Leute über die Landebahn laufen, radeln, rollschuhen und so weiter. Wir machen mal wieder einen Spaziergang, diesmal nach Karlshorst. Ich fotografiere einen Mann in der Tram. Er sieht ein bisschen aus wie mein Schwiegervater. Ich sage ihm nichts davon.

Zoo Leipzig

Tram 21

Man merkt, dass mich die dunkle Jahreszeit voll im Griff hat. Die Foto-Frequenz lässt im Dezember deutlich nach. Am 3. Advent geht es zum Holy Shit Shopping, meinem persönlichen Advents-Vorweihnachts-Konsum-Highlight, dieses Jahr (wieder) im Postbahnhof. Die Location in der alten Münze fand ich persönlich abgefahrener und fotogener. Nachdem mich im letzten Jahr so ne Tusse blöd angepflaumt hat, warum ich ihre Sachen abfotografieren würde, während ich gerade ihre von anderen Künstlern erstellten, von ihr abfotografierten StreetArt-Motive in einem Winkel von 15° schräg über den Tisch fotografierte, habe ich in diesem Jahr deutlich weniger geknippst, was insbesondere daran lag, dass ich vorher nach Erlaubnis gefragt hatte. Das hemmt einfach ungemein. Brav wie ich bin, habe ich die Fotos mit dem Web-Auftritt der Anbieter verlinkt. Das letzte Bild in meinem Rückblick wollte ich eigentlich einfach schwarz lassen. Es hätte für meinen Abschied aus dem Fiat-500-Forum stehen sollen, meiner über 10-jährigen Heimat im Netz. Vorsichtig ausgedrückt, haben wir uns auseinandergelebt. Soll es ja geben. Ich hab mich dann aber eines besseren besonnen und ein Foto vom Heiligabendmittag ausgewählt, das ich von meiner neuen Heimat aus aufgenommen habe.

Häute Lederwerkstatt Füssen

Stralau