Heinkel zugelassen ohne "Baurat"

15. April 2009 · Will Sagen

Heute habe ich mir den Vormittag frei genommen, um ob des schönen Wetters endlich jog’s Heinkel auf die Straße zu bringen.

heinkel_tuevIch dachte eigentlich erst, ich bräuchte eine sog. Vollabnahme nach §21 STVZO. Auf der Internetseite der Zulassungsstelle hab ich dann aber gelesen, dass man diese Abnahme nur für die Zulassung eines Fahrzeugs ohne Brief braucht. Früher ging nach max. 1,5 Jahren Abmeldung nix am sog. „Baurat“ vorbei. Der hat dann – warum auch immer – Länge, Breite, Höhe und das Gewicht gemessen und alles schön eingetragen. Was für ein Unfug! Nach den neuen Regeln wurde die Frist von 1,5 auf 7 Jahre verlängert, was für den seit 15 Jahren abgemeldeten Heinkel dennoch nicht ausgereicht hätte.

heinkel_tuev2Egal. Ich nehme die Internetseite beim Wort, wenn es drauf ankommt. Also habe ich mir bei der Tanke um die Ecke einen Anhänger ausgeliehen (mit abgelaufenem TÜV, wie der TÜV-Onkel festgestellt hat). Dann musste ich den Heinkel da rauffriemeln. Son Roller ist nicht so handlich wie man denkt. Vorn kann man ihn nicht in die Führung des Anhängers schieben, und durch die Räder kann man auch keine Gurte ziehen. Irgendwie ging’s dann aber doch.

Beim (sog.) TÜV, genauer der nächst gelegenen FSP-Prüfstelle am Treptower Park heil angekommen, ging das Gurtgerödel dann wieder los. Dort war nicht viel los, und der freundliche Prüfer war sichtlich begeistert von meinem „Schmuckstück“.

b-ui59_Er meinte aber, dass es bei der Zulassung Probleme geben könnte, wenn ich da nur mit ner normalen Hauptuntersuchung nach §29 ankomme, weil der Roller eben so lange abgemeldet ist. Die Hauptuntersuchung hat ohne Probleme geklappt. Ich muss nicht erwähnen, dass ich den Roller dann wieder auf- und zu Hause vom Anhänger runterrödeln musste?

Auf der Zulassungsstelle hat es dann niemanden gestört, dass der Heinkel so lange abgemeldet war, ich habe allerdings auch nicht drauf hingewiesen. So ist der alte Heinkel nun also nach langer, langer Zeit wieder zugelassen. Bin gespannt, wie er sich fährt.  Denn die erste richtige Probefahrt steht ja noch aus. Ich sollte dabei ein Handy mitnehmen…

TC09: Shi(f)t happens

7. April 2009 · Will Sagen

tc09-009Alle reden und bloggen von der rp09. Ich nicht. Ich war letztes Jahr nicht dabei, und dieses Jahr auch nicht. Letztes Jahr habe ich es verpeilt. Dieses Jahr hatte ich was besseres anderes vor.

Schon vor etlichen Jahren hatte ich die Idee, dass man auf der Techno Classica im schönen Essen mal eine Art Internet-Café vom Fiat 500 Forum aus organisieren müsste. Das hat leider nie geklappt, vor allem, weil der Aufwand zu groß schien. Einem Mit-Forumianer flatterte Ende letzten Jahres eine Einladung ins Haus, mit „seinem“ Club an der Techno Classica teilzunehmen. Das verbreitete er im Forum, und sofort waren einige Feuer und Flamme, dort mitzumachen. Die Begeisterung erfasste zwar nicht die breite Masse, aber doch genügend und in gewisser Hinsicht auch die „Richtigen“, um die Aktion zum Erfolg werden zu lassen.

tc09-003Nachdem die Bewerbung um einen der  Clubmessestände lange raus, hörten wir irgendwie nichts mehr von der „Siha“, dem Messeveranstalter. Erst 6 Wochen vor der Messe stand fest, dass es mit dem Stand klappt.

Ich musste sowieso dringend was gegen die Inkontinenz des Kombi-Triebwerks unternehmen und so schlug ich vor, als Live-Schraub-Event meinen Fiat 500 Kombi nach Essen zu bringen, dort Getriebe und Motor auszubauen, alles abzudichten und wieder einzubauen. Mit der Hilfe von ein paar Leuten sollte das locker zu schaffen sein, so dass auch noch etwas Zeit für die Messe bleibt. Irgendwie kam dann doch alles etwas anders.

tc09-002Gegen 7.30 Uhr habe ich mich letzten Dienstag in meinen Alltagsklassiker geschwungen. Etliche Dichtungen, ein paar Dekoelemente für den Stand, ein Getriebe samt losen, neuen Antriebswellen, ein Klappstuhl für die Pausen und ein Koffer fuhren mit. Gegen Mittag hatte ich die Ostwestfälischen Niederungen erreicht. Zeit für eine Pause bei jog. Dort lernte ich dann auch gleich die ebenso freundlichen wie ostwestfälischen Ordnungshüterinnen kennen. Charmant wie ich (manchmal) bin, habe ich die Situation in nie dagewesener Art gemeistert, so dass ich den temporär mittellosen Kumpel doch noch einladen konnte, weil ich den Staatshaushalt nicht sanieren musste.

tc09-005Etwa zwei Stunden später war ich dann in Essen, wo ich auch zügig unsere Halle fand. Dass sie im Untergeschoss liegt, wusste ich schon. Ich fand’s nicht so schlecht. Immerhin muss man bedenken, dass die Messeorganisationsfirma den Clubs und Interessengemeinschaften etliche Quadratmeter Standfläche kostenlos zur Verfügung stellt. Strom kostet zwar einiges und Internet ist unbezahlbar. Aber ohne Strom keine Kaffeemaschine und keine Kaltgetränke. Internet wurde via UMTS gemeistert. Das ging prima! Allerdings nicht mit E-Plus/Base. Kein Netz in der Messe Essen. Tja. Dumm gelaufen. Zum Glück hatte Mitorganisator Klaus drei Vodafone-Karten, die prima funktionierten. T-Mobile lieferte ebenso ein stabiles Netz.

tc09-034Langsam, aber sicher nahm unser Stand Formen an. Der erste Abend ging, der nächste Morgen kam, und bis zum Mittwoch-Mittag waren wir fertig. Also packte ich das Getriebe aus und legte los. Bis zum Abend hatten wir die neuen Antriebswellen eingebaut. Das macht relativ viel Arbeit.

Gleichzeitig bauten andere Mitschrauber das Triebwerk aus meinem Kombi aus. Beim Zerlegen zeigte sich dann ein kleineres Problem: Kapitaler Nockenwellenschaden. Ein Nocken eingelaufen, zwei andere mit Ausbrüchen an der Oberfläche. Schöner Mist. Dank guter Kontakte war eine passende Welle relativ schnell aufgetrieben, allerdings in Hamburg bei der besten Firma für Porsche- und Fiat-Heckmotoren ilmotore. Ilmotore-Schrauber Philipp brachte die Welle samt neuen Stößeln und Messwerkzeug am Donnerstag vormittag mit. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Passung Nockenwelle-Motorblock passte. Ich hatte erst befürchtet, dass die Welle zu groß für das schon einmal ersetzte Lager sein könnte.

tc09-027Dennoch wurde die Zeit langsam knapp. Ich konnte auch nicht so, wie ich will. Schließlich hatte ich am Sonntag vor der Messe noch ein einschneidendes Erlebnis. Freitag Abend sollte mein Kombi wieder fahren, weil ich Samstag Morgen nach Berlin zurückfahren wollte. Als der Motor zusammengebaut und drin war, stellte sich heraus, dass sich keine Gänge schalten ließen. Einer war ständig eingelegt und ließ sich nicht rausnehmen. Klarer Anfängerfehler: Bei der Montage des vorderen Getriebedeckels hat sich die Schaltstange verdreht, einen Gang eingelegt und war nun in einer Position, in der nichts mehr ging.

tc09-021Mitschrauber Klaus hat sich freundlicherweise unters Auto gelegt, den Deckel abgenommen und samt Schaltstange richtig montiert. Damit konnte ich tatsächlich samt Kombi am Freitag Abend die Messehallen verlassen. Eine letzte Nacht habe ich bei Freund André verbracht. Dann ging’s am Samstag gegen 7.30 Uhr zurück in Richtung Heimat. Der Kombi lief wie eh und je und ist zum Glück sogar etwas dichter als vorher, wenn auch nicht ganz.

Da ich noch das UMTS-Handy mit der Base-Flatrate hatte, das wenigstens auf der Autobahn funktionierte, konnte mein Beifahrer hin und wieder mal ein Live-Bild (dank Photobooth) posten.  Schließlich hatten wir während der gesamten Messe einen Thread im Forum mit Live-Bildern gefüllt. Warum damit so plötzlich aufhören? Nächstes Jahr zünden wir dann die nächste Stufe: Webcam oder Mogulieren (oder wie das heißt).

tc09-054Am frühen Samstag Nachmittag bin ich dann ohne Probleme wieder in Berlin angekommen. Die Fahrt hab ich erstaunlich gelassen genommen. Immer so 95 bis 100 km/h bescherten mir einen Spritverbrauch von nur 4,5 l/100km. Das soll mir ein modernes Auto erstmal nachmachen!

Das nächste Mal würde ich dennoch nicht mehr unbedingt mit dem Schraubobjekt zur Techno Classica fahren. Mitm 500er vielleicht, wenn er ausgestellt wird. Aber sonst eher nicht. Denn wegen der ganzen Schraubaktion habe ich es nicht geschafft, wenigstens einen kleinen Messerundgang zu unternehmen. Und das hätte schon der Lohn für die Mühe sein sollen. Nun, wie gesagt: Beim nächsten Mal 😉

Bedanken möchte ich mich noch bei Christian, Moni, Klaus, Jürgen, Philipp, Michael, Guido, Anja, Martin, Jörg und ich hoffe, niemanden vergessen zu haben. Ein tolles Messe-Team! Es hat echt Spaß gemacht. Und ich bin um die Erkenntnis reicher geworden, dass es immer noch funktioniert, mit einem alten Fiat 500 eine lange Strecke zurückzulegen. Er hat die über 1100 km in aller Ruhe abgespult. Ich hab bequem (!) gesessen, ohne dass mir bei der Ankunft der Rücken weh tat. Aber die Fahrerei ist dennoch relativ langweilig. Vielleicht auch besser, wenn dabei nichts spannendes passiert.

Snapshot aus wmv-Video

7. April 2009 · Will Sagen

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Ich habe immer wieder Schwierigkeiten auf die Schnelle aus einem wmv-Video einen Snapshot von einem gewünschten Frame zu erstellen. Wohlgemerkt, hier geht es um meine @work-Windose.

Der Media Player Classic will bei mir erst gar nicht Snapshots abspeichern, mit dem VLC-Player kann man (ich) keinen Frame gezielt ansteuern.

Ich habe mir jetzt gerade einen Video-to-jpg-Converter aus dem Netz gezogen, der genau das kann, was ich will: Einen Frame ansteuern und einen Snapshot erstellen. Er kann auch Videos automatisch in Einzelbilder zerlegen, wobei man die Framerate wählen kann. Das habe ich noch nicht ausgiebig getestet.

airbag

Damit habe ich aus einem Crashversuch-Video jetzt gerade dieses Bild extrahiert: Ein explodierender Beifahrer-Airbag, der nicht mal einen Wimpernschlag lang lustig orange leuchtet.

Das Ganze ist eher was für „quick-n-dirty“. Aber manchmal sucht vielleicht jemand anders auch genau sowas. Hier gibt’s das:

http://www.das-download-archiv.de/software_7210_download_free-video-to-jpg-converter.html
http://www.das-download-archiv.de/loading_file7210.html

Germanwings: Tuning durch Weglassen?

29. März 2009 · Will Sagen

Am Donnerstag sind wir von Berlin nach München geflogen. Also genauer gesagt, von einem Flughafenplatz in Brandenburg (Schönefeld) zu einem Flughafen irgendwo zwischen Landshut und München.

Gut, in Schönefeld wird ja gebaut. Das ist auch dringend erforderlich, denn die Leichtbauhalle, das sog. Terminal D, ist dann doch nicht sooo repräsentativ. Wir sind mit Germanwings geflogen, also so nem Billigflieger. Mag ja sein, dass ich da etwas zu genau hingesehen habe. Irgendwie heißt es immer, dass natürlich die gleichen Sicherheitsstandards wie bei „richtigen“ Fluggesellschaften gelten.

scharnier_fehltAber ich fand es doch etwas beunruhigend, dass an einer Landeklappe der linken Tragfläche des Airbus A319 die Scharnierabdeckung fehlte. Gut, ich bin Ingenieur genug, um mir vorstellen zu können, dass man auch ohne so ne komische Abdeckung fliegen kann. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass an dem Flugzeug noch viel, viel mehr Teile verbaut sind, die man nicht unbedingt zum Fliegen braucht. Dennoch wird man andererseits nicht sonderlich viele Teile an so nem Flugzeug finden, die nutzlos und überflüssig sind. Somit blieb doch ein fahler Beigeschmack.

Als wir dann in die Kabine kamen, konnte ich erstmal eine leere Colaflasche vom Sitz kicken, bevor ich in dem dann doch großzügiger als erwartet ausgerichteten Gestühl versank. Vielen Dank auch an die Damen und Herren Mitflieger, die ihre Koffer und Taschen bereits in die vorhandenen Gepäckfächer gestopft hatten, so dass für unsere Brocken (kleiner Rucksack und ne Umhängetasche) kein Platz mehr war. Armselige, egoistische Geschöpfe.
Dann folgte das Stewardessen-Ballett. Wie gehabt wurden irgendwo weiter vorn (wir saßen in der drittletzten Reihe) die Funktionen von Gurten und Sauerstoffmasken erklärt, und es wurden auch die Markierungen auf dem Boden angesprochen, wo man zu den Notausstiegen entlang krabbeln sollte. Ich habe geguckt und gesucht und geguckt, aber nichts gefunden. Keine Streifen, keine Lampen, kein gar nichts. Ist das jetzt vielleicht neu, dass man die Dinger erst kurz vor dem Aufschlag sieht? Schon eigenartig.

Neu war für mich auch die Anweisung, dass man bei Start und Landung die Sonnenblenden öffnen soll. Die Begründung dafür und auch für das Ausschalten der Kabinenbeleuchtung bei Start und Landung findet man aktuell gerade beim Bloggerkollegen Patrick.

So war ich doch irgendwie froh, als wir wohlbehalten irgendwo in der Nähe von München gelandet sind. Da wir in die Innenstadt nach München wollten, sind wir mit der S-Bahn gefahren. In München muss es eine Kommission geben, die dafür zuständig ist, das Streckennetz möglichst undurchschaubar zu gestalten. Es war an den Automaten in akzeptabler Zeit nicht möglich, herauszufinden, welche Karten wir denn nun brauchten. Gut, wir brauchten natürlich die teuersten, was wir uns gleich hätten denken können. Das haben wir aber erst gecheckt, nachdem wir einen verhältnismäßig unscheinbaren, vergilbten Plan in einem abseits gelegenen Schaukasten gefunden hatten. Für die Fahrt mussten wir dann auch pro Nase 9,20 bezahlen. Schon ein stolzer Preis für eine S-Bahn-Fahrt. Gut, man hat auch etwas davon, denn immerhin ist man vom Flughafen München bis zum Hauptbahnhof auch ungefähr ne Dreiviertelstunde unterwegs. Dafür sind die Bahnen etwas schicker und nicht so abgerockt wie in Berlin. Ein Transrapid wäre ne tolle Sache… :mrgreen:

Interessant fand ich ja, dass unser Koffer auf dem Hinflug 23 kg, aber auf dem Rückflug nur noch 20 kg wiegen durfte. Das stand der Entwicklung unserer Gepäckmasse ziemlich diametral gegenüber. Schließlich kommen irgendwie immer einige Sachen dazu, in meinem Fall vor allem ein dicker Ordner mit Tagungsunterlagen. Das Mehrgewicht sollte dann 47,50 Euro kosten. Die Logik, dass man das aber ohne Mehrkosten ins Handgepäck umpacken kann, war mir nicht recht zugänglich.

Btw: Auf dem Rückflug habe ich an den Sitzen weit unten so kleine Lämpchen für den Weg zu den Notausgängen gesehen und eine Scharnierabdeckung hatte dieses Flugzeug auch.

Superduper Blechhubschrauber

22. März 2009 · Will Sagen

Jog hatte mich neulich besucht, und wie es sich für braven Besuch gehört, hatte er ein Gastgeschenk dabei.

Vom Sperrmüll habe er es und es läge schon lange bei ihm rum. Und weil er wisse, dass ich ja mit Spielzeughubschraubern rummache, habe er an mich gedacht.Toll. Er hat mir nämlich diesen herrlichen alten Blechhubschrauber mitgebracht. Ist das Teil nicht eine Wucht?

Nach dem Aufdruck ist der Heli von der Firma Arnold aus dem Jahr 1956 und in wirklich gutem Zustand. Der Form nach stellt er sehr wahrscheinlich einen Sikorsky S-55 dar. Hier ist ein Bild, das wohl tatsächlich ein Vorbild der belgischen Fluglinie Sabena zeigen.

Ein paar Schrammen lassen sein Alter erkennen, aber es ist alles dran und funktionsfähig. Heli und  Antriebskurbel sind über eine biegsame Welle wie beim miteinander verbunden. Man stellt den Heli irgendwo hin, dreht gefühl- und gleichzeitig kraftvoll an der Kurbel, und der Hubschrauber hebt tatsächlich ab. Ist das geil?

Ich hab mich riesig gefreut! Er hat nun einen repräsentativen Platz im Wohnzimmer gefunden.

tin_heli_3

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Und hier das Teil in Aktion:

[loc] Casablanca, Bad Iburg

6. März 2009 · Will Sagen

Da sitze ich in meiner alten „Stammkneipe“, dem Casablanca in Bad Iburg, meiner „Heimatstadt“ (stimmt bei meinem Lebenslauf auch nicht so wirklich) und stelle fest, dass es hier ein offenes WLAN gibt.

Sa-gen-haft. 😉

Jetzt treffe ich mich gleich mal wieder mit nem alten Schulkumpel. Schon auf dem kurzen, mir immer noch wohl bekannten Fußweg sind zahlreiche Erinnerungen wach geworden. Obwohl es schon dunkel ist und die Laternen mal wieder/immer noch kaputt sind (vielleicht sind sie auch nimmer da), habe ich den Weg gefunden, ohne in irgendwelche tieferen, dem hier üblichen Dauerregen geschuldeten Pfützen zu treten.

Aber irgendwie riecht es hier nach Pferd. Sollte sich meine Nase schon so sehr an die Berliner Luft gewöhnt haben, ist es mir früher nicht aufgefallen oder bin ich ist jemand in einen Pferdeappel gelatscht?

:cool:

500forum.de goes TechnoClassica

2. März 2009 · Will Sagen

So langsam nehmen die Planungen Gestalt an:

Die Idee wurde schon vor ein paar Jahren geboren, nun wird es was: Das Fiat-500-Forum präsentiert sich auf der Techno Classica in Essen (1. bis 5. April).

Wenn ich die Techno Classica in den Jahren richtig beobachtet habe, dürften wir mit dem Forums-Stand so ziemlich die ersten sein, die aus einer Internet-Community heraus einen Stand inszenieren. Die meisten Clubstände sind i. d. R. lokale Gruppen oder Clubs, die sich aus dem „Real life“ gegründet haben.

Kiel07_03Ursprünglich, als die Idee vor Jahren entstand, hatte ich mal gedacht, dort eine Art Internet Café aufzubauen, um das Forum vorzustellen und sich gleichzeitig in einer loungeartigen Atmosphäre zu lümmeln. Daraus wird nun nicht direkt etwas. Stattdessen wird es eine Schrauberatmosphäre mit Live-Schraubing geben. Schließlich dient das Forum in erster Linie dazu, konkrete Tipps zum Fiat 500 zu geben. Und da ich ohnehin nicht dazu komme, größere Aktionen an meinen Fiats zu unternehmen, ohne dass ich mir ein paar Tage frei nehme, fahre ich am Dienstag mit meinem Kombi dahin, hoffe, dass ich ankomme, und dann wird ab Mittwoch geschraubt:

Motor raus, vielleicht auch Getriebe raus, auseinander bauen, alles neu abdichten (die Inkontinenz ist nämlich das Hauptproblem) und alles wieder zusammenbauen. Dann Motor (und Getriebe) wieder rein und nach ein paar Tagen wieder damit nach Berlin zurück. Super Plan!

:wink:

Wer mich besuchen möchte, hat die besten Chancen Mittwoch bis Freitag in Halle 1A (Hallenplan, das ist das UG (nicht so toll) von Halle 1), Stand 219. Samstag und Sonntag werde ich wohl nicht mehr da sein.

*Wie gut, wenn man vorsichtig formuliert, denn soeben habe ich von Schrauberkollege Martin I. erfahren, dass letztes Jahr ein BMW-7er-Forum vertreten war. Die Jungs haben auch einen Lageplan der Halle 1A anzubieten (Stand 219 ist ziemlich in der Mitte, wenn man links die „obere“ Treppe runterkommt), haben aber nur die Hälfte an Autos ausstellen können.

:mrgreen:

Geschichtsunterricht in Leipzig

1. März 2009 · Will Sagen

NikolaikircheAm Samstag waren meine Teuerste und ich in Leipzig, um einen Kollegen und seine Familie zu besuchen, der kurz nach mir den Absprung von der Sachverständigen-Galeere in Münster gepackt hat. Wir hatten uns nachmittags im Zoo verabredet, so dass wir, weil früh genug losgefahren, noch Zeit hatten, die Stadt ein wenig zu erkunden. Schließlich war ich das erste Mal in Leipzig. Leider war das Wetter nicht sonderlich einladend, so dass wir uns von Passage zu Passage (gibt ja echt ne Menge und sehr schöne dazu!) gerettet haben. Wirklich eine nette Stadt.

Irgendwann kamen wir an der Nikolaikirche vorbei. Im Bewusstsein, dass von hier aus die friedliche Revolution ihren Ausgang genommen hatte, die letztlich zur Wiedervereinigung führte, sind wir spontan hineingegangen (Das erste Mal in einer Kirche seit meinem Kirchenaustritt, aber es war ja auch die andere, die gute Partei…).

NikolaikircheDrinnen angekommen fanden wir etliche Leute vor, die einem Menschen der Gemeinde lauschten, dem man die Begeisterung anmerkte, mit der er erzählte. Er rekapitulierte die Ereignisse vom Frühjahr bis zum Herbst 1989. Er war einer derjenigen, die seinerzeit die Montagsdemonstration mit organisiert hatten und schilderte eindringlich die Situation mit Stasi-Spitzeleien und Polizei-Geknüppel, Repressalien gegen einzelne und die Gewalt gegen viele.

Wir waren wirklich sehr bewegt. Denn durch die authentischen Schilderungen und die innere Begeisterung für das, was aus der Gemeinde hervorging, konnte man gar nicht anders als ergriffen sein. Er erzählte so lebendig, als wenn es gestern gewesen wäre.

NikolaikircheIch war damals, 1989, im Nachhinein irgendwie nicht richtig bei der Sache. Klar haben wir registriert, was da vorging. Aber irgendwie war mein Abitur und der Start in die Ausbildung doch vorrangig. ja und auch der Italien-Urlaub. Außerdem war der Osten weit weg und die DDR noch viel weiter.

So haben wir -rein zufällig- am Samstag eine lange fällige Geschichtslektion aus erster Hand erhalten. Ergreifend!

[moto] Probefahrt…

1. März 2009 · Will Sagen

… das Ende naht.

Heute war das Wetter endlich mal so, dass ich die alte Schüssel vor die Tür schaffen konnte, um mal die fahrerischen Qualitäten zu testen.

Mit provisorisch aufgeschnallter Batterie und Stromversorgung via Überbrückungs- und Krokodilklemmenkabel hab ich also die erste  Runde aufm Bürgersteig gedreht. Hauptsinn war, zu prüfen, ob sich alle Gänge schalten lassen. Ja, geht. Nicht gut, aber sie sind alle da. Bremsen ging nicht so gut, weil die Sitzposition auf dem Tank mit der Batterie aufm Trittbrett eine Betätigung der Fußbremse unmöglich machte. Und die Handbremse braucht Kraft. Genau, wie das Schalten. Gasgeben geht leicht. Immerhin was. 😉

Jetzt werde ich dann mal die restlichen Teile bestellen, die ich voraussichtlich für den TÜV brauche: neue Batterien, Reifen, ein paar Dichtungen vielleicht usw. usf.

Desktop heißt Arbeitsfläche

25. Februar 2009 · Will Sagen
Desktop (Klick auf das Foto gibt ein lustiges Suchbild)

Als ich in grauer Vorzeit mit meiner Berufstätigkeit begann, konnte man von Digitalfotos nur träumen. Man hatte wohl schon mal von sowas gehört, aber richtig daran glauben, mochte man noch nicht. Alles war „analog“ (wobei das irgendwie Unsinn ist). Na, zumindest waren die Fotos noch welche zum Anfassen, richtig auf Fotopapier mit Chemie und so.

Das hat sich natürlich längst überlebt. Aufgrund der Kostenersparnis sind natürlich fast alle  Schadengutachter dazu übergegangen, ihre Fotos digital zu knippsen. Anfangs haben sich zwar einige aufgeregt, dass es ja nicht so kostengünstig sei, jedes Mal einen neuen Chip einlegen zu müssen (kein Scherz!). Aber inzwischen ist wohl auch der letzte dahinter gekommen, dass man den Inhalt auf den Speicherkarten löschen und neu beschreiben kann.

Für die Gilde der Unfallanalytiker, die i. d. R. Unfälle erst bearbeiten, wenn rund ein Jahr vergangen ist und der Prozess den entsprechenden Stand der Dinge erreicht hat, sind allerdings neue Probleme eingetreten: Komische Bilderverwaltungssysteme und krankhafter Sparzwang führen zu stark verkleinerten Dateien, die auf Anforderung für die Unfallanalyse zur Verfügung gestellt werden. Das ist ziemlich ärgerlich, denn je nach Aufgabenstellung lassen sich die offenen Fragen oft schlechter klären als mit Papierfotos, zumal sich noch nicht durchgesetzt hat, dass einzig die Dateien, die aus der Kamera kommen, die Originale sind und nicht irgendwelche Ausdrucke, denen ein schlechter Drucker seine persönliche Note aufgezwängt hat.

Aber das wollte ich alles gar nicht schreiben.

Früher konnte man jedenfalls die Papierfotos (aus der Akte herausreißen und) auf dem Schreibisch verteilen. Man konnte Fotos direkt nebeneinander liegend miteinander vergleichen, Schäden zuordnen etc. Am Anfang, vor fast 11 Jahren, brauchte ich den Computer nur für den Gutachtentext.

Als es mit der Digitalfotografierei losging, saß man dann i. d. R., wenn es einem gutging, vor einem 17″-Röhrenmonitor und suchte zwischen einzelnen Pixeln die Fotos von den kaputten Autos. Schon vor Jahren, als auf die Ingenieure in meiner alten Firma neue Rechner niederregneten (na, das war was!) bin ich als erster dazu übergegangen, auch den zweiten Anschluss an der Grafikkarte mit einem weiteren (vom eigenen Taschengeld für die Firma gekauften) Monitor zu versehen und das Desktop zu erweitern. Das war seinerzeit noch keineswegs selbstverständlich!

Ich vertrete den Standpunkt, dass sich der Desktop, also die Arbeitsfläche vom Schreibtisch auf den Monitor verlagert hat und man deswegen dort im Prinzip genau so viel Oberfläche zum Angucken der Fotos braucht wie vorher auf dem Schreibtisch. Für mich ist es zumindest hilfreich, diese Möglichkeit zu haben.

Dazu kommt dann das nächste Problem: Alle Produkte und Resultate der Arbeit werden auf DIN A4-Format festgehalten. Hochkant natürlich. Darum habe ich vor kurzem schon mal einen der beiden TFTs hochkant gestellt.  Doch der Wunsch nach einem dritten Monitor war groß. Also habe ich mir erstmal eine weitere Grafikkarte zugelegt, und zwar eine GeForce 6200, die man in einen normalen PCI-Slot stecken kann. Da hatte ich nun zwei neue Monitoranschlüsse (von denen ich aber aus Gründen der Übersichtlichkeit nur einen benutzen werde). Ein arbeitsloser 15″-TFT musste erstmal zu Versuchszwecken herhalten, bis mein freundlicher „Büroausstatter“ einen weiteren „richtigen“ Monitor genehmigte, einen Samsung SyncMaster 2043BW. Meine beiden anderen Samsung 203B sind verlässliche Dinger, also warum nicht wieder einen Samsung nehmen?

Schon jetzt merke ich, dass es sehr angenehm ist, z. B. mehr Fotos auf den Monitoren ausbreiten zu können. Ich habe nun die beiden alten Samsungs hochkant gestellt und den neuen, ein sog. Widescreen (16:10, 1680×1050) quer. Das ergibt eine breitere Taskleiste. Auf den Hochkantscreens kann man bei der heutigen Vielzahl an Menüleisten, Ribbons und was da sonst so rumhängt, endlich ein DIN A4-Blatt in Originalgröße anzeigen lassen, außerdem reicht die Größe aus, um zwei Querformat-Bilder in angenehmer Größe übereinander betrachten zu können. Vor allem das Hochkant-Format ist ein echter Gewinn!

Dennoch: So richtig rund läuft die Sache noch nicht, auch wenn im Großen und Ganzen alles ganz gut funktioniert. Der Media-Player-Classic hat beim Öffnen eines Videos den Rechner gestern extrem ausgebremst, dass ich ihn einmal sogar resetten musste. Manche Videos werden auf den Hochkantscreens nicht wiedergegeben.  Das ist nicht schön. Außerdem hat der neue Samsung ein gewisses Eigenleben, weil hin und wieder (komischerweise meistens, wenn Kollege K. auftaucht) irgendwelche Menüs aufblinken oder sich der Monitor auch mal unvermittelt ausschaltet. Außerdem scheint die Firmware einen Bug zu haben: Stellt man die Helligkeit über das OSD auf ziemlich „dunkler“ (<50) ein, reagiert der Monitor nur noch extrem langsam auf Menübefehle, die man zu meinem Leidwesen nicht mehr über richtige Drucktasten, sondern in der unteren Gehäusekante versteckte Sensor“tasten“ eingibt.

Dennoch: Meinen @work-Rechner aufzurüsten, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Den Rest kriege ich sicherlich noch in die Gänge.