Ballerspiel

20. Januar 2012 · Will Sagen

Wo ich neulich schon von meinen alten C64-Zeiten schwadroniert hab, fiel es mir wieder ein.

Klar, hab ich sie gespielt, die Spiele wie Donkey Kong, Pacman und so weiter. Aber die stärkste Erinnerung habe ich immer noch an „Fort Apocalypse„. Das war was!  Tage und Wochen haben wir vor der Glotze gehangen und gedaddelt, bis alle Mannen gerettet, alle Panzer zerbombt und alle Luftminen gesprengt waren.

Damals ™. :roll:

Pflichtlektüre für Netzbremser: Nerd Attack!

7. Januar 2012 · Will Sagen

Ich glaube, ich habe gerade das wichtigste Buch seit langem gelesen: Nerd Attack! von Christian Stöcker. Es ist zugleich Geschichtsbuch und eine Zusammenfassung der jüngsten Netzpolitik.

Ich bin selbst Kind der Generation C64. Ich weiß nicht mehr genau wann, es muss Mitte der Achtziger Jahre gewesen sein, als ich mit meinen Eltern meinen ersten Computer kaufte. Ich weiß es noch wie heute: Der Händler, eigentlich ein Fotoladen in der Johannisstraße in Osnabrück, wollte mir unbedingt einen VC-20 verkaufen. Wohl eine Abverkaufsaktion, jedenfalls gab es eine Art Sporttasche dazu und so. Ne, ich wollte einen C64. Dazu gab es erst mal nur eine Datasette. Der C64 kostete damals 629 DM. Wow, war ich stolz! Erst ein oder zwei Jahre später gab es das Floppy-Laufwerk 1541, das noch mal 649 DM kostet.

Wie auch der Autor von Nerd Attack konnte auch ich meine Eltern davon überzeugen, dass man so einen Computer unbedingt für die Hausaufgaben brauchte. Ich weiß bis heute nicht, wie der mir bei dabei helfen sollte. Aber egal!

Eine weitere Parallele zum Autor war, dass man sich regelmäßig auf gut Glück in irgendwelchen Elektroläden mit unbekannten Gleichaltrigen traf und dort Spiele „tauschte“, als gäb es kein Morgen mehr. Naja und natürlich die stundenlangen Kopiersitzungen in den dunklen Höhlen, die kurz zuvor noch Kinderzimmer waren, jetzt aber mehr wie eine Kulisse aus „War Games“ aussahen.

Stöcker erläutert (mir) aber auch (endlich) die Hintergründe der Crackerszene, sprich, wie die Spiele spielbar zu mir kamen. Das war ja soweit ganz nett. Richtig interessant wird es aber dann, wenn er die Zusammenhänge beschreibt, wie aus der Cracker- und der Hackerszene, natürlich findet auch der CCC entsprechende Berücksichtigung, die heutige Netzwelt wurde. Erstaunlich, wie oft es sich da immer wieder um die gleichen Köpfe drehte.

Dreh- und Angelpunkt ist die Betonung der Netzneutralität und wie stark diese elementare Eigenschaft des Internets gefährdet ist. Dem Internet ist es egal, wie wichtig Daten sind: Ob nobelpreisverdächtige Promotion oder Porno. Die Daten werden alle gleich behandelt. Doch die Bestrebungen, zum Beispiel einseitig finanzierte Datenströme schneller zu transportieren, werden immer stärker. Oder das Eindämmen (politisch) unliebsamer Daten durch das Einrichten einer Zensurinfrastruktur. Das Vorhaben von „Zensursula“ von der Leyen steckt uns da allen noch gut fühlbar in den Knochen. Aus Wahlkampftaktik ein Zensurprogramm installieren zu wollen, gleichzeitig die Gewaltenteilung auszuhebeln und am Ende ein geltendes Gesetz (zugegebenermaßen glücklicherweise) nicht anzuwenden: So etwas Infames hat es in unserer Demokratie noch nicht gegeben.

Das größte Probleme, vor allem hierzulande, sind die in ihrem Wissen um das Internet vollkommen zurückgebliebenen Politiker, aus deren Entscheidungen klar die Angst spricht, das „Unbeherrschbare“ eindämmen zu wollen. Allein schon die stets immer wieder aufflackernde Plattitüde, das Internet dürfe kein rechtsfreier Raum sein, ist, wenn es denn ernst gemeint ist, was zu befürchten ist, Ausdruck tiefster Ignoranz und unermäßlichen Unwissens.

Diese ganzen Zusammenhänge erklärt Stöcker interessant und in flüssiger Schreibe. Nerd Attack! sollte Pflichtlektüre aller werden, die meinen, sich regulierend am Internet vergehen zu wollen, ohne zu wissen, was sie da tun.

 

 

 

Fotojahresrückblick 2011

28. Dezember 2011 · Will Sagen

Hach, wenn ich meine Fotos nicht hätte. Ich (und ein ganz paar andere) finden meine Fotos ja ganz nett. Für mich sind sie aber insbesondere auch Gedächtnisstütze. Gucken wir also mal, was ich im fast vergangenen Jahr so erlebt hab.

Das letzte Jahr endete, das neue begann in der alten Heimat. Hach, das war nett! Vier Jahre zuvor stand gerade fest, dass wir nach Berlin gehen würden. Ich suchte damals wie verrückt nach einem Ordner, der sich dann doch in den Umzugssachen wiederfand. Das nur am Rande. Aber ich hab alle ziemlich damit genervt. Das gehört allerdings eigentlich in den Rückblick 2006 oder 2007. Wie man’s nimmt.

Traditionell begrüßt man das neue Jahr in Ostbevern mit einem Spaziergang an der Loburg. Außerdem beginne, meine Fotos erst mit Aperture, ab August auch mit Lightroom nachzubearbeiten. Schon nicht schlecht, was man da noch so herausholen kann!

Dämmerung an der Loburg

Der Winter ist lange und hart. Wir flüchten im Februar nach Gran Canaria und lernen dort segeln. Wir kehren mit dem „Sportführerschein Binnen Motor und Segel“ zurück. Und ich vergesse, die Urlaubsfotos zu flickrn. Genauso, wie schon im Jahr vorher vom Teneriffa-Urlaub. Durch glückliche Umstände kommen wir in den Genuss, mehrere Male Alba-Berlin beim Basketball zuzugucken. Die Karten sind genial, gestatten sie doch auch den Besuch der Restaurant-Lounge. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Sport oder das Essen oder die Mädels am besten finde.

Alba Berlin vs Telekom Baskets Bonn

Gerade hat die sog. Bundesregierung den Atomkompromiss rückgängig gemacht, da fliegt Fukushima in die Luft. Schöner Mist! Wir gehen demonstrieren.

anti-akw

Im April ist Jay Kay mit seiner Band in der Stadt. Ich stelle fest, dass die O2-World gut für Basketball geeignet ist, aber soundmäßig für Konzerte nicht taugt. Außerdem muss ich lernen, dass Allround-Objektive der DX-Schiene von Nikon nicht das sind, was ich mir vorgestellt habe. Das führt zu einem schicksalhaften Besuch im KaDeWe. Man gewehrt mir ein Hands-on mit der Leica M9.

M9

Im Mai beginnt wie jedes Jahr die Fiat-500-Treffensaison. Das Bremer Frühjahrstreffen findet zum 30. Mal statt. Wie schon im letzten Jahr sind wir mit dem Honda dort gewesen. Aus Gründen. Ist auch egal, weil man auch ohne eigenen Fiat die Möglichkeit hat, viele andere zu fotografieren. Ich merke, dass mich das 500er-Fahren eh nicht mehr so begeistert wie früher.

Bremen2011_036

Kanufahren. Haben wir lange nimmer gemacht. Wir nehmen uns ein Wochenende und fahren mit unserem Kanu auf dem Dach in die Wallachei in die Uckermark (oder so) und schaffen es tatsächlich nach Jahren ohne Übung, alle Sachen, die wir zum Übernachten brauchen, in unserem Kahn unterzubringen. Zum wiederholten Mal stelle ich fest, dass die Pentax Optio W80 zwar wasserdicht ist, dafür aber auch kaum brauchbare Bilder produziert.
Zum ersten Mal besuche ich die Oldtimershow in Paaren Glien. Wie sich zeigen sollte, wird das auch die letzte längere Fahrt mit meinem alten 500er werden. Ich fotografiere dort einen E-Type und merke im Oktober, wie klein Berlin ist. Denn an einem Grillabend lerne ich den dazugehörigen Fahrer persönlich kennen, der zuvor bei mir per Mail gefragt hat, ob er eine größere Kopie des Fotos haben kann.

Oldtimershow Paaren Glien 2011

Man glaubt es kaum: Der Jog kommt im Juli vorbei. Und bringt seine dicke Kamera mit. Endlich machen wir das, was wir schon lange geplant hatten. Wir fotografieren uns in und auf altem Blech. Er fotografiert meine Fiats und mich, ich ihn auf seinem Heinkel, den ich bei mir in Pflege habe. Das gefällt ihm so gut, dass er nicht nur drüber bloggt, sondern auch gleich den Header mit dem Bild füllt. Sehr vernünftig.

Heinkel Tourist 103 A1

Der August wird schicksalhaft. Entschlossen hatte ich mich schon länger, meinen 58er Fiat 500 zu verkaufen. 10 Jahre restauriert, 10 Jahre gefahren. Das reichte anscheinend. Schon ein paar Wochen lang hatte ich ihn bei mobile.de angeboten. Da hatte sich sogar ein gewisser Herr Vettel gemeldet. Mit dem hab ich nett telefoniert und ihn am Ende gefragt, ob er was mit dem Formel-1-Weltmeister zu tun hat: „Jo, dees is mei Sohn.“. Na, herzlichen Glückwunsch! Gekauft hat meinen Fiat dann aber ein Enthusiast aus der Schweiz. Der Fiat war schneller weg, als meine Kamera scharf stellen konnte:

Sold.

Tja. Und so wurde es im kommenden Monat möglich, dass ich nun mit einer Kamera hantieren kann, nach der sich manch einer die Finger leckt. Eine Leica M9-P mit einem 35mm Summilux (1:1,4) und einem 90mm Elmarit-M (1:2,8). Damit lerne ich das Fotografieren nun noch einmal so wie früher. Scharfstellen, Belichtung abschätzen (es gibt zwar ne Automatik, aber hey, wir sind hier gerade eben der Analog-Welt entronnen.) Tja. Und ganz ehrlich? Es macht mir Spaß, von Hand zu fotografieren! Und die Fotos gefallen mir! Yeah! Alles richtig gemacht. Und so fahren wir mit dem verbliebenen 500er zum Fiat-500-Ostseetreffen in die Nähe von Kiel. Dort fährt nicht nur mein nun ehemaliger „N“ herum, sondern auch ein paar „Boys“ mit oder mehr auf ihrer Ratte.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Ich hab die Leica nun praktisch ständig bei mir. Schließlich will der Umgang gelernt sein, damit es auch in Schnappschusssituationen klappt. Oder aus der Hüfte. Oder … hach, das Teil ist geil! Ich produziere deutlich mehr Ausschuss, aber ich bin auch strenger geworden, mit dem, was meinen eigenen Ansprüchen genügt. Naja, keine Ahnung, ob man das merkt. Ist mir auch egal, schließlich bin ich nicht hauptberuflicher Fotograf. Aber selbst das Knippsen auf Tagungen und so bei schlechtem Licht klappt gut, und man wird ständig angesprochen, ob man noch mit Film fotografiert. Ja klar …

Nebeneinander

Schon sind wir im Oktober angekommen. Das Jahr ist dreiviertel rum, der Sommer hat sich nicht wirklich von seiner besten Seite gezeigt. Das war jetzt nicht so schlimm, weil es dadurch im Büro erträglich geblieben ist, was die dortigen Temperaturen betrifft. Und im Herbst ist ja häufig das Licht am schönsten, vor allem, wenn ein Fiat 500 in der Schönhauser Allee vor einem italienischen Feinkostladen steht.

Ital. Feinkost

Und weil sich Anfang November der Sommer noch einmal aufbäumte, und der 500er vom Oktober da wieder stand, hab ich ihn halt noch mal fotografiert:

Berlin, 1. November 2011

Außerdem bin ich im November endlich, nach ich weiß nicht wieviel Jahren, endlich mal wieder in einer einmotorigen Maschine mitgeflogen. Man sagt, ich habe mich gar nicht so ungeschickt angestellt mit den Pedalen und dem Steuerknüppel. Das Wetter war novemberuntypisch genial. Ein toller Tag mit vielen Fotos.

Der Dezember ist ja mehr so der Drinnen-Monat. Und da ich lieber draußen fotografiere, ist nicht mehr so viel los mit mir. Es gibt außerdem etliche unfotogene Pflichttermine, so dass ich gerade im Advent nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ein nettes Highlight ist der alljährliche Crashversuch der HTW an der TU, in den ich mal wieder irgendwie reingeschliddert bin. Und weil ich etwas zu früh auf dem Gelände war und natürlich die Leica dabei hatte, hab ich auch ein Foto gemacht.

TU im Wedding

Ach, und einen Hut hab ich mir noch gekauft.

 

;-)

History in motion picture #1

23. Dezember 2011 · Will Sagen

Ich habe heute ein VHS-Video digitalisiert, das wir 1995 zum Geburtstag eines Freundes gedreht haben. So ein paar Szenen dürfen ruhig an die Öffentlichkeit, z. B. wie ich mit meinem damaligen Fiat 500 R in Hannover von der Posthornstraße in die Deisterstraße abbiege. Sagenhaft, oder?

Ich hänge in Schottland

21. Dezember 2011 · Will Sagen

Naja, also nicht ich, sondern eins von meinen Fotos.

Kürzlich fragte mich jemand über flickr, ob ich ihm eines meiner DS-Fotos in hoher Auflösung schicken könnte. Er wollte das für sein Wohnzimmer auf Weinland Leinwand drucken lassen. Wer freundlich fragt, wird prompt bedient.

Ein paar Tage habe ich dann nichts gehört, bis mich gerade Beweisfotos erreichten. Bin ein bisschen stolz. 🙂

 

 

Fotokram: "Wow, this smells gooood!"

18. Dezember 2011 · Will Sagen

Völlig sinnfreie Previews, Reviews und Sonstwas-Views zu Fotokram. Darauf hat mich eben ChrisH aufmerksam gemacht. Seitdem liegen wir beide am Boden. Der Typ „Froooooooo-Knoooooows-Phooooootooooo“ ist einfach der Hammer! Müsst ihr mal durchklicken. Epic:

Oder das hier:

-Tränenausdenaugenwisch-

 

 

Ich frag nicht um Erlaubnis

13. Dezember 2011 · Will Sagen

Kürzlich war in der „Alten Münze“ das allseits beliebte Holy-Shit-Christmas-Shopping. Abgefahrene Sachen, abgedrehte Leute. Sprich: Viel zu gucken und zu kaufen. Und zu fotografieren.

Ich hatte -wie immer- meine „Olga“ am Start und knippste fröhlich drauf los. Glücklicherweise ist die Kamera ja doch wesentlich unauffälliger als eine DSLR der gleichen Kategorie. Und so konnte ich ziemlich unbeachtet vor mich hin knippsen.

Bis ich von einer Frau angesprochen wurde, die sich als Verkäuferin eigener Fotokacheln zu erkennen gab. Was ich denn da mache und vor allem, ob ich nicht fragen könne, bevor ich ihre Sachen fotografiere. Ich so: „Nö. Ich frage grundsätzlich nicht. Wenn ich vor jedem Foto fragen würde, ob ich fotografieren darf, bräuchte ich gar nicht her zu kommen.“ Aus welchem Grund sollte ich auch fragen? Sie so staun, ich so guck. Naja, aber das ginge ja nicht, dass ich einfach fremder Leute Sachen abfotografiere. Sie hatte mich übrigens dabei erwischt, wie ich in einem sehr flachen Winkel über ihren Tisch fotografierte. Das hier ist das dabei entstandene Foto:

Holy Shit Shopping Berlin 2011

Ich meinte: „Abfotografieren? Abfotografieren ist ja wohl was anderes.“ und demonstrierte eine senkrechte Überkopfaufnahme ihrer Produkte. Hinzugefügt hab ich noch, dass ich es nicht nötig habe, anderer Leute Fotos abzufotografieren. Ich hab schließlich genug eigenes Material. Mit auf den Weg gegeben habe ich ihr noch, dass sie wohl damit rechnen müsse, dass ihr Stand fotografiert wird, wenn sie öffentlich auftritt und ihre Produkte an den Mann/die Frau bringen möchte. Sie drückte mir dann noch ihre Karte in die Hand, die ich gerade eben wiedergefunden habe:

Sicherlich hat sie den Streetart-Künstler gefragt, ob sie mit seinem Kunstwerk für ihre Produkte werben darf..!?!

iPhone Teleobjektiv

1. Dezember 2011 · Will Sagen

Ich konnte es ja nicht lassen, aber diese gut 20 Euro sind ihr Geld wert.
Der Gedanke war, wenn du mal wieder ein Konzert oder sowas besuchst, nimmst du eh keine richtige Kamera mit. Guckst du doch mal, was es an Teleobjektiven für’s iPhone gibt, damit man den Sänger einer Band auch mal erkennt. Und siehe da, es gibt da ein Set mit Rollei-Aufdruck. (Ich nehme mal an, dass das Zeug nicht wirklich von Rollei ist.)

 

 

What’s in the box?

Da ist viel drin:

  • Das Objektiv mit 2 Deckeln
  • Eine iPhone-Schale mit Objektiv-Gewinde
  • Ein Metall-Stativ mit Kugelkopf
  • Ein Stativhalter für’s iPhone
  • Ein Objektivbeutel
  • Ein Schniepel
  • Ein Tuch

Ganz ordentlich! Allein der Stativhalter war mir schon wichtig, weil ich das iPhone so auch mit unseren diversen Saug-, Klemm- und Rumstehstativen beruflich nutzen kann. Und das kleine beiliegende Stativ trägt auch schon mal eine Kompaktknippse oder meine Olga!

Get’n shit or Gadget?

Ok, von Plastiklinsen (nehme ich mal an) darf man nicht allzu viel erwarten. Derbe Verzerrungen, unscharfe Ecken, besser gesagt, nur scharfer mittlerer Bereich und so weiter. Aber es könnte echt schlimmer sein. Hier nun ein paar Beispielfotos:

Ohne Tele (alle Fotos zum größer Klicken):

mit Tele (und Saugstativ), fokussiert auf die Front

 

Erst ohne Tele (aus der Hand)

Und nun mit Tele:

 

 

Ok, in den Ecken und am linken Rand ist’s zu dunkel, was der Fussel oben rechts ist, weiß ich auch noch nicht. Aber hey: Wir reden hier über echten Billigplunder! Ob ich mein oben genanntes Ziel, den Sänger einer Band bei einem Konzert, das in größerem Rahmen stattfindet, fotografieren und hinterher identifizieren kann, wird sich allerdings noch zeigen. Beim Berliner Fernsehturm ist das natürlich nicht so schwierig.

Mein Fazit: Der Spaß ist einen Hauch mehr als nur Spielzeug, vor allem wegen der dem Objektiv beiliegenden Gimmicks. Natürlich nichts gegen ein richtiges Photo, das ich allerdings etwas früher, in der Morgenröte, mit der Olga geknippst habe.

 

Fremdenhass auf Usedom am eigenen Leib spüren

27. September 2011 · Will Sagen

Disclosure: Dieser Text könnte verbale (!) Übertreibungen enthalten. Die Fakten stimmen aber.

 

Eigentlich wollte ich schon viel früher über ein Urlaubserlebnis der anderen Art schreiben. Dann habe ich es vergessen, hatte keine Lust oder keine Zeit, bis ich durch diesen Tweet wieder auf das Thema Usedom und Fremdenhass gekommen bin, denn anders lässt sich das Erlebte nicht erklären. Der Tweet verlinkt auf einen Tagesspiegel-Artikel mit beängstigendem Thema: Die Nazis feiern auf der schönen Insel Usedom fröhliche Urständ. Wir waren kurz vor den Wahlen in Meck-Pomm dort. Von jeder Laterne grinste uns so ne gescheitelte, schmalbärtige Fratze entgegen. Rasierte Dumpfbacken plakatierten wie die wilden. Es ist zum Kotzen mit diesem braunen Dreckspack!

Fremdenhass prallte uns in Ahlbeck entgegen. Leicht zu erkennen war wohl an unseren Fahrrädern, dass wir keine Einheimischen waren. Wir waren irgendwie nicht rechtzeitig abgebogen, um vor den Bahngleisen in Richtung einer Hauptstraße zu fahren. In Sichtweite lag ein Bahnübergang, dahin führte ein kopfsteingepflasterter Weg. Sie fuhr gut 50 Meter voraus. Die Schilder links und rechts des Weges waren mir ziemlich egal, weil meine Augen gebannt auf das starrten, was sich vor mir abspielte. Ein schwarzer Opel Omega B Caravan mit dem Kennzeichen OVP-ZX 6xx kam links aus einer Grundstücksausfahrt heraus. Er fuhr aber einen so großen Bogen, dass es eigentlich unweigerlich gekracht hätte, wenn sie nicht und zum Glück auch der Opel gebremst hätte. Es war offensichtlich, dass der Penner in dem Opel ihr den Weg abschneiden wollte.

Schon öffnete sich das Fenster und die wohl hohlste Frucht Ostvorpommerns streckte seine Rübe heraus. Gleich fing die Pappnase anzuwettern, ob wir (ich war inzwischen hinzugestoßen und hatte mangels Alternativen direkt vor der Front des schräg auf der Straße stehenden Opel-Wracks angehalten) die Schilder nicht lesen könnten. Da ich wie beschrieben andere Sorgen hatte, als Schilder zu lesen, weil gerade meine bessere Hälfte zu verunglücken drohte, sagte ich sinn- und wahrheitsgemäß: „Was für Schilder?“. Naja, jedenfalls war es wohl verboten, den Weg zu benutzen („Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“). Der Blockwart in seinem Opel hatte wahrscheinlich nur auf eine solche Situation gewartet, uns durch Schneiden und  Versperren des Wegs zu maßregeln und legte nun richtig los, da ich ja nicht gleich den Schwanz eingekniffen und mich gütigst für den Hinweis bedankt hatte. Ich meinte viel mehr, dass selbst wenn er recht hat, er nicht mit seiner Dreckskarre seinem herrlichen Mobil deutscher Produktion uns den Weg zu versperren hat.

Das ging dann ein bisschen so hin und her. Ich ließ auch nicht wirklich locker und stand auch noch mit meinem Fahrrad (aus Ostfriesland) vor seinem Transferleistungsfrachter. Er wollte nicht recht einsehen, dass er vielleicht auch ein bisschen zu hoch ins Regal der Maßnahmen gegriffen hatte. Er legte sogar noch einen drauf, und meinte, wir beiden würden uns mal allein im Dunkeln treffen, dann würde er mir das schon erklären. Ich meinte, mal langsam (Männlein). Er schwang sich wieder in seine Mistkarre und setzte nun an, mich samt Fahrrad wegzuschieben und sein Auto nun als Waffe gegen mich einzusetzen. Ich hatte das Fahrrad noch unter mir, glücklicherweise das Standbein aber vor der Pedale, sonst hätte er mir die Tretkurbel fein ins Schienbein gedrückt.

Da wurde ich ja doch fuchsig.  Es schaltete sich übrigens noch eine alternde Inseltucke ein, die dem Mistsack in seiner Dreckskarre schnell zur Seite sprang und meinte, ich hätte gelogen, dass er mich mit seiner Schleuder samt Fahrrad zurückgeschoben hätte. Er meinte, man könnte ja nach Spuren an seinem Auto von meinem Fahrrad suchen. Darauf habe ich nur gesagt, dass er sich dafür den richtigen Gegner ausgesucht hat. Ich hätte an dem Punkt die Polizei geholt, wenn ich Lust gehabt hätte, meinen Tag dort zu verbringen (hatte ich nicht) und ich Vertrauen genug gehabt hätte, dass man sich aufgrund zu vermutender Stammeszugehörigkeit nicht eventuell auf die Seite des nordostdeutschen Besserossis geschlagen hätte (hatte ich auch nicht). So meinte ich, um die Angelegenheit zu beenden, dass er jetzt 10 mal übt, aus seiner Ausfahrt zu fahren und wir den Rückzug antreten. Er meinte natürlich, dass er das nicht nötig hatte. Ich hielt es dann aber für nötig, noch ein paar Fotos mit meinem Handy zu machen. Zumindest tat ich so. Das sah das Männlein im Rückspiegel, woraufhin er aus seinem Pampersbomber stürzte und sofort verlangte, dass ich die Fotos löschen sollte. Ich nur so: „Reingelegt, reingelegt…“

Was für ein Arschloch! Der schlägt bestimmt seine Frau und seine Kinder, wählt rechts und lebt von Transferleistungen.

 

 

 

Mit einer Nudel …

23. August 2011 · Will Sagen

… äh, Träne im Knopfloch sage ich adieu, Loriot.

Kein Tag ohne ihn. Er ist und wird im täglichen Leben allgegenwärtig bleiben. Viel zu oft ist man selbst in Situationen, die er gezielt auf’s Korn nahm. Wie kein anderer verstand er es perfekt, uns alle zu beobachten und unnachahmlich zu karikieren. Und so lebt er weiter, wenn

  • wir im Restaurant sitzen und uns was ernsthaftes sagen wollen: „Sagen Sie jetzt nichts, Hildegard.“
  • wir ein Bild aufhängen: „Das Bild hängt schief.“
  • mal wieder das tie-äitsch nicht rausbekommen: „Middlefrithom“
  • ein Ei kochen, aber nur zufällig viereinhalb Minuten
  • uns Weihnachtsgrüße schicken: „Familie Hoppenstedt wünscht fröhliche Weihnachten!“
  • ein großes Paket ankommt: „Ein Klavier, ein Klavier!“
  • man endlich einen Abschluss hat. Etwas eigenes. Holeradidodeldü
und so weiter und so weiter.
Früher war mehr Lametta. Danke dafür.