Warum ich mich nicht empöre

19. Juli 2013 · Will Sagen

Eigentlich müsste ich ja einen Rant nach dem anderen über Prism und wie dieses ganze Brimborium heißt schreiben. Oder über das 2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz. Oder den „Atomausstieg“ und die Energiewende.  Aber ich tue es nicht. Ich tue es deswegen nicht, weil ich von den machtgeilen Politikern gar nichts anderes erwarte, als wie sie sich aufführen.

Was mir in der Politik fehlt, sind Menschen mit Visionen. Politiker, die mir glaubhaft machen können, dass es ihnen darum geht, eine Strategie zu entwickeln, wo z. B. Deutschland (aber auch andere Länder) in 20, 30 oder 50 Jahren stehen soll. Solche Glaubwürdigkeit erlangt man nicht durch Klientelpolitik. Auch nicht durch Fraktionszwang bei Abstimmungen, Ächtung von Abweichlern oder Unterdrückung Andersdenkender.

Derzeit sehe ich größtenteils taktierende Hansel, die nur im 4-jährigen Zyklus der Legislaturperioden von der linken Tasche (Steuerzahler) in die rechte Tasche (eigene und die ihrer besten Kumpels)  wirtschaften. Und damit man darüber die Kontrolle behält, kommen ihnen die diversen Spähprogramme und Eindringmöglichkeiten in die Privatsphäre ihrer Untertanen nur recht. Ich höre es doch bis hierher, wie sie sich höhnisch ins Fäustchen lachen.

 

Unfallschwerpunkt: Blitzen oder forschen?

15. Juli 2013 · Will Sagen

Wir haben da was entdeckt. Eine Kreuzung in Berlin. Gut, das ist nichts Besonderes. Eine Kreuzung mit einer Rotlichtkamera. Das grenzt die Auswahl schon ein.

Achtung, jetzt kommen einige Vermutungen: Die Kreuzung ist wohl ein Unfallschwerpunkt. Deswegen hat man da wohl diese Rotlichtkamera aufgestellt. Und nun haben wir die eine oder andere Rotlichtfahrt zu untersuchen gehabt. Da fiel etwas sehr Merkwürdiges auf: Die meisten Rotlichtfahrten fanden nicht etwa zu Beginn der Rotphase statt, so in den ersten drei Sekunden oder so. Sondern nach 15 bis 25 Sekunden. Das lässt den Schluss zu, dass da etwas nicht stimmt. Zwar legen es sicherlich einige drauf an, noch bei Dunkelgelb über die Kreuzung zu huschen. Aber dass der Großteil fährt, wenn damit zu rechnen ist, dass eine andere Richtung grün hat, grenzt nicht nur an Russisch Roulette, sondern zeigt auch, dass es hier ein Phänomen geben muss, dass es zu untersuchen gilt.

Nun ist es kein Wunder, dass es häufig kracht, wenn einer bei rot und einer bei grün fährt. Nur weiß man natürlich nicht, wer bei rot gefahren ist und wie lange ersie schon rot hatte, es sei denn, man hat ausnahmsweise sehr zuverlässige Zeugen. Das ist aber praktisch nie der Fall. Ich würde ja gern mal in die Akten der Unfälle gucken, die sich an der Kreuzung ereignet haben. Ich möchte wetten, dass dort sehr oft jemand zuvor links abgebogen ist und dann ausgesagt hat, dass er grün hatte. Denn, man kann an der betreffenden Stelle tatsächlich Gefahr laufen, die eigentliche Ampel zu übersehen und stattdessen die nächstfolgende zu beachten, die bei dieser Konstellation grün zeigt.

Mit der Rotlichtkamera hätte man jetzt eine sehr gute Möglichkeit, die Fälle genauer zu untersuchen. Man könnte die Leute mal nicht bestrafen, sondern erst mal befragen, woher sie kamen und ob sie den Eindruck hatten, bei grün gefahren zu sein. Wenn man sie straffrei davon kommen ließe, würden sie vielleicht sogar erzählen, wie das wirklich war und sich nicht eine Geschichte zurecht legen. Im nächsten Schritt sollte man sich darüber Gedanken machen, ob man z. B. die Ampelphasenfolge der nächsten Ampel verändert oder ob man die Ampeln selbst anders anordnet.

Vielleicht könnte man so zum einen die Unfallzahlen senken und zum anderen die Anzahl der Rotlichtvergehen reduzieren. Mich würde ja jetzt interessieren, ob dem Verkehrssenator letzteres so recht wäre. 😉

 

 

Manntragende Tretmühle

13. Juli 2013 · Will Sagen

Das ist großartig!

Mit diesem Fluggerät hat das AeroVelo-Team der Uni Toronto den Sikorsky-Preis errungen: Mindenstens 60 sec in 3 Meter Höhe mit Muskelkraft auf einer Fläche von 10×10 Metern.

Toll!

via

Nichts ist unmöglich.

13. Juli 2013 · Will Sagen

Ja, es ist eine dumme Plattitüde aus der Werbebranche.

Etwas anders ausgedrückt:

„Alles, was technisch möglich ist, wird gemacht. Von irgendwem.“

Wenn jetzt jemand sagt, dieses und jenes hätte ersie* nicht für möglich gehalten, ist das entweder

a) mangelnde Fantasie

b) mangelndes Wissen

oder

c) mangelnde Aufrichtigkeit

Und nun ratet, wo ich die meisten Politiker einsortieren würde.

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* Ist das nicht eine gut leserliche Variante für geschlechtsneutrale Schreibe? 🙂 Geht leider nicht immer so elegant.

15 Minutes of fame

4. Juli 2013 · Will Sagen

So sieht das dann aus, wenn man mal alle Jubeljahre einen viel verlinkten Beitrag schreibt.

Die meisten Referrer kamen von Facebook, ich habe aber nicht herausgefunden, von wem oder aus welcher Gruppe. Den Rest teilten sich vor allem ein deutsches und ein schweizerisches Fliegereiforum.

stats

 

 

Für einige bestimmt kaum vorstellbar, warum man (meistens) für so wenige Besucher blogt. Ich tu’s trotzdem gern. 🙂

 

Absturzursache Motorausfall?

1. Juli 2013 · Will Sagen

Spekulationen nach Unfällen sind ja immer so eine Sache. Ich habe mich in meinem Beitrag deshalb zurückgehalten und erst mal das aufgeschrieben, was ich erlebt habe. Aber als Unfallanalytiker, zu dem fliegereibegeistert, mache ich mir selbstverständlich Gedanken, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Schon schnell wurde nach dem Absturz der Verdacht geäußert, dass der Motor der Zlin in Rückenfluglage gestottert habe oder ausgegangen sei. Ich war mir dessen nicht sicher. Dafür ging es zu schnell, zumal beim Vorbeiflug sich die Frequenz des Motorgeräuschs aufgrund des Dopplereffekts so stark ändert, dass ich daraus in den paar Sekunden des tatsächlichen Eindrucks nicht auf einen Defekt schließen wollte oder konnte.  Das scheint sich nun aber zu bestätigen, wie dieses Video zeigt.

Auf meinen Fotos kann man in dem Moment, als das Flugzeug an meiner  Position auf der Tribüne vorbeiflog, eine Rauchfahne erkennen. Ich habe die Fotos dafür noch ein mal anders bearbeitet. Btw.: Selbstverständlich habe ich der BFU meine Fotos angeboten.

Hier kann man recht deutlich die Rauchentwicklung sehen.
zlin1-001

zlin2-001

Die Fotos sind alle mit der gleichen Belichtungszeit (1/500 sec) aufgenommen worden. Der erste Detailausschnitt stammt nicht aus dem obersten Foto, sondern von einem, das unmittelbar davor aufgenommen wurde. Dort ist noch keine Rauchfahne zu sehen.
prop1-001prop2-001

Im ersten Detailfoto hat man den Eindruck, dass sich innerhalb der Belichtung der Propeller weiter gedreht hat als in der zweiten. Das würde auf einen Drehzahlabfall hindeuten. Das müsste man allerdings mal genauer auswerten, zumal auch die Art des Verschlusses Einfluss haben kann.

Ob der Flug so in dieser Form stattfinden durfte, werde ich nicht beurteilen. Das kann ich auch gar nicht.

Update: Im Beitrag zu dem Absturz schreibt jemand, dass das Flugzeug mit einem Constant-Speed-Propeller ausgerüstet gewesen sei. Die Drehzahl würde sich bei Abfall der Leistung nicht ändern.

Update 2: Inzwischen gibt es einen Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Race 61 in Finowfurt

30. Juni 2013 · Will Sagen

Natürlich wurde die Veranstaltung überschattet von dem Absturz des Sportflugzeugs. Und klar wäre die Veranstaltung anders verlaufen, wenn der Unfall nicht geschehen wäre. Die Zeit lässt sich aber nicht zurückdrehen.

Race 61

Irgendwann hatte ich mir mal überlegt, entweder das ganze Wochenende dorthin zu fahren, oder zumindest von Samstag auf Sonntag zu bleiben. Daraus ist dann doch nur eine Stippvisite geworden. Aber immerhin. Ist halt auch die Frage, ob ich mit meiner kleinen Schüssel überhaupt zwischen die ganzen Ami-Boliden gehöre. Da ich auch eher nicht zu den kontaktfreudigsten Leuten gehören, wäre es für mich zwischen den ganzen Grüppchen dort wohl ziemlich einsam gewesen. Ist ja schon eine Welt für sich, von der ich zugegebenermaßen sehr wenig Ahnung habe. Während es mir relativ leicht fällt, die gängigen europäischen Modelle aus den 50er bis 70er Jahren einzuordnen, fällt mir das bei den Ami-Karren schwer. Ist aber auch egal, bis auf die Tatsache, dass ich Alltagskram nicht von echten Raritäten unterscheiden kann.

Race 61

Im letzten Jahr gefiel mir bei meinem ersten Besuch die Atmosphäre, auch wenn ich nicht jedem der Besucher und Teilnehmer über den Weg trauen würde. Man kommt ja nicht aus seiner (Unfallanalytiker-)Haut. Und wenn ich mir überlege, wie entsetzt alle Leute über den Flugzeugabsturz waren, muss man sich doch vor Augen halten, dass gerade mit dem großen Besucherzulauf das aus meiner Sicht teilweise doch recht arglose Herumfahren mit den hochmotorisierten Gefährten nicht ganz ungefährlich ist, um es mal vorsichtig auszudrücken. Auf der Tribüne machte sich nach dem Absturz beklommenes Schweigen breit und keiner in meiner Umgebung gab einen unpassenden Kommentar von sich. Klar kehrten einige relativ schnell zur Tagesordnung zurück, besonders wohl die, die etwas weiter von der Unfallstelle entfernt waren und eben nicht Augenzeugen waren. Ob die Wortwahl dieses Moderators, den ich schon mal irgendwo gesehen hatte, aber dessen Name mir nicht geläufig ist, dass „der Kunstflieger abgeschmiert ist“, so passend war? Naja. Kann man drüber streiten. Die Entscheidung, das Rennen für den Samstag erst herauszuschieben und dann abzusagen, war bestimmt richtig. Allerdings, als ich das Gelände am frühen Nachmittag verließ, war man am Eingang wohl noch nicht darüber informiert. Weder Ordner noch Besucher. Ich denke, hier wird man sich noch mal Gedanken über das Informationskonzept machen müssen. Denn, es ist im Grunde nicht auszuschließen, dass es auch auf dem Gelände zu einem Unfall kommt. Wie es sich dann versicherungstechnisch mit den vielen nicht zugelassenen Fahrzeugen verhält? Wer weiß das schon. Nur: Wenn jemand privat haften muss, bei dem aber nichts zu holen ist, sieht das Opfer alt aus. Möglicherweise hat der Veranstalter dafür aber auch eine Lösung parat. So genau bin ich ja auch nicht informiert.

Jetzt aber Schluss damit.

Fährt man zu einem „normalen“ Oldtimer-Treffen wie z. B. in Paaren/Glien, sieht man ja schon viele Oldtimerfritzen, die nicht ganz richtig ticken. Am weitesten verbreitet ist sicherlich das zum Auto passende Outfit: Der MG-Fahrer trägt karierten Tweed, der Citroën-Chauffeur hat eine Baskenmütze auf dem Kopf und ein Baguette unterm Arm, der Fiat-Fahrer hat eine Flasche Chianti im Schlepptau und eine festgewachsene Sonnenbrille. Und der Ami-Fahrer? Genau: Jeans, kariertes Hemd und Tolle. Dazu Hamburger und Hotdog. Ist ja nicht so, dass ich das ablehne. Ganz im Gegenteil. Nur merkt man den meisten der Typen auf den normalen Oldtimertreffen an, dass sie im Alltagsleben die meisten dieser äußerlichen Zeichen dann doch ablegen, um unauffällig ihren Sachbearbeiterjob ausüben zu können.

Race 61

Anders dagegen viele Race61-Teilnehmer: Mein Eindruck ist, dass viel mehr ihren dort nach außen getragenen Stil leben: American Outlaws, Rockabillies und so. Wie gesagt, ich kenne mich da ja nicht aus. Aber schön anzusehen ist es! Ich hatte auch den Eindruck, dass im Gegensatz zu den üblichen Oldtimerveranstaltungen, wo die Herren der Schöpfung ihre relativ lustlosen Weibchen hinter sich herziehen, viel mehr Frauen aktiv in der Szene mitmischen. Ob jetzt mit Pettycoat und grell geschminkt oder mit Latzhose und schmutzigen Händen: Egal. In dem ganzen Gepränge sind sie alles anderes als nur so dabei. Klingt doof in der heutigen Zeit, ist aber in der Autoszene nun mal nicht selbstverständlich. Wobei, am Steuer sitzen meistens doch die Typen. Ihre Mädels chauffieren sie dann gern auf der Pickup-Ladefläche.

Race 61

Liest man sich durch die diversen Oldtimergazetten, stößt man immer wieder auf das Thema Nachwuchssorgen. Leute, fahrt nach Finowfurt, wenn ihr junge Altauto-begeisterte Leute sehen wollt! Ihr könnt sie halt mit euerm werksoriginalen Opel Kapitän nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Aber etwas tiefer, rote Felgen zu Weißwandreifen, Dachgarten, gerne abgerockt: Da sieht die Welt schon ganz anders aus. Und ab da sind dem Treiben keine Grenzen gesetzt. Diese ganzen Extremumbauten: Geil!

Race 61

Und dann bekommen ja die Originalos gleich Pipi in die Augen, wenn eine Schraube von der falschen Seite in das historische Blech gedreht ist. Ich hab damit kein Problem. Jeder soll mit seinem Auto machen, was er will, und ihm seinen ganz persönlichen Geist einhauchen. Ich hab nie verstanden, warum das H-Kennzeichen nur den originalen Autos zuteil werden darf, und nicht einfach allen, die älter als 30 Jahre sind. Im Grunde beschneidet man ja die Kreativität der Leute und vor allem der jungen Leute. Die können sich meistens nicht mal eben eine der im gesetzten Oldtimer-Markt angekommenen Pretiosen leisten. Darum wird eben irgendein Allerweltswrack irgendwie zum Leben erweckt (oder auch mal ein originales Stück zum Wrack gemacht …). Wenn man die Betonköpfe ein wenig aufweichen könnte, müsste man sich jedenfalls um Nachwuchs in der Oldtimerszene keine Sorgen machen. Wobei es natürlich auch fraglich ist, ob die Finowfurter Hardliner überhaupt im Mainstream ankommen möchten. Eher nicht. Aber Schnittmengen gibt es überall. Leben und leben lassen.

Race 61

Wer weitere Fotos vom Race 61 sucht, wird hier fündig.

Absturz in Finowfurt

29. Juni 2013 · Will Sagen

Eigentlich sollte es ein schöner Tagesausflug werden, mein Besuch beim Race61 in Finowfurt. Das Wetter war ok, der Fiat lief einwandfrei, so dass ich nach kurzer Zeit auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums ankam. Da ich dort niemanden traf, den ich kannte, schnappte ich mir die Kamera und knippste drauf los.

Gegen 12.00 Uhr fand ich mich an der Tribüne der Rennstrecke ein. Ich hatte kein Programm in der Hand, also guckte ich mal, was sich so tat. Zwar gab es noch keine Rennen, aber zu meiner Begeisterung hob erst auf dem direkt benachbarten Flugplatz eine Zweimot ab, und kurz danach eine gut 40 Jahre alte Zlin Kunstflugmaschine. Die kam dann auch gleich erst mal im tiefen Überflug über die Rennstrecke. Ich dachte, hui, der ist aber tief.

Race 61

 

Aber ok, was soll beim Geradeausfliegen schon schiefgehen? Allerdings vollführte der Pilot daraufhin einige Rollen und einen Immelmann-Turn oder sowas, um kurz danach noch ein mal über die Bahn zu fegen. Dann ein Aufschwung mit einem Turn. Das ganze erstaunlich, um nicht zu sagen beängstigend tief. Gerade als Modellflieger hat man bei manntragenden Flugzeugen den Eindruck, dass die recht langsam unterwegs sind. Aber das täuscht meistens. Dennoch wunderte ich mich ziemlich.

Der Pilot flog dann noch ein mal in westlicher Richtung über die Rennstrecke und machte wieder kehrt. Dies mal kam er im Rückenflug zurück.

Race 61

Mir schossen ein paar Gedanken durch den Kopf, was man beim Rückenflug alles beachten muss. Und wieder war der Überflug beängstigend nah. Vor allem hatte ich auch erneut den Eindruck, dass die Geschwindigkeit nicht besonders hoch ist dafür, dass er die Kiste wieder umdrehen und hochziehen muss. Und so sah aus meiner Position der Ansatz zur letzten halben Rolle auch schon ziemlich eirig aus.

Race 61

Und es kam, was nicht kommen durfte. Leider bestätigte sich mein Eindruck, den ich schon beim Überflug direkt nach dem Start hatte, dass das insgesamt zu waghalsig war. Der Pilot verlor im letzten Teil der Rolle Höhe und streifte mit der Tragfläche ein oder mehrere Solarelemente. Das konnte ich aus meiner Position aber schon nicht mehr richtig sehen. Das Flugzeug verschwand, und im nächsten Moment stieg eine Stichflamme und Rauchwolke in den Himmel.

Race 61

Ich nehme an, dass sich der Treibstoff in einem Tragflächentank durch Funken entzündet hat, möglicherweise ausgelöst durch die Photovoltaikanlage. Wie auch immer. Mir war klar, dass man mit dem schlimmsten rechnen musste, was sich dann auch bestätigte: Der Pilot hat den Absturz nicht überlebt. Mein Mitgefühl gilt den Hinterblieben.

Ich weiß nicht, ob es eine Verbindung des Piloten zu der Veranstaltung gab. Ich hab mich nur gewundert, wie dicht die Überflüge erfolgten. Da wird häufig bei Modellflugveranstaltungen größerer Abstand gehalten. Ob man nun davon sprechen muss, dass die Zuschauer und damit auch ich nur knapp einer Katastrophe entgangen sind? Ich weiß nicht. Der Pilot führte die Manöver längs zur Rennstrecke aus. Damit ist die Richtung vorgegeben, in der er sich bewegt. Aus der Situation Rückenflug und halbe Rolle war es damit sehr unwahrscheinlich, dass auch Zuschauer zu Schaden kommen konnten. Ohne Frage hätte aber der Kontrollverlust bei einem der vorangegangenen Manöver dazu führen können. Und natürlich hätte auch an der Absturzstelle jemand (außer dem Piloten) involviert werden können. Solche Gedanken sind aber abwegig. Dafür ein Beispiel: Tagtäglich begegnen sich z. B. auf Land- und Bundesstraßen Tausende von Autos. Es ist nur ein Abstand von vielleicht 2 Metern (oder sogar weniger), der bei den allermeisten Begegnungen eine Katastrophe verhindert.

Nachtrag:
Wenige Minuten, nachdem ich die Fotos bei flickr hochgeladen hatte, erreicht mich bereits eine Mail der Bild am Sonntag. Man möchte meine Fotos kommerziell gegen Zahlung eines betimmten Betrages verwenden. Ich habe abgelehnt.

Noch ein Nachtrag:
Ich habe noch 2x mal abgelehnt, obwohl man das Angebot erhöht hat.

Nachtrag März 2016:

Inzwischen liegt der Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vor.

Noch noch ein Nachtrag mit Links zu Youtube-Videos 1 und 2.

 

"Alles fertig zum Crash? Chchchraschsch"

25. Juni 2013 · Will Sagen

Die Überschrift muss man sich schwyzerdütsch ausgesprochen vorstellen. Das war nämlich von Donnerstag bis Samstag zehn Mal das Signal zum Start eines Crashversuchs. Wir waren mal wieder in der Schweiz, genauer in Wildhaus, um im Dienste der Wissenschaft Autos kaputt zu machen und Dummys umzufahren. Unsere Aufgabe bestand darin, in die Fahrzeuge die Messtechnik einzubauen, um die auftretenden Beschleunigungen zu messen. Und nun sind wir wieder etwas schlauer, was den Ablauf von Unfällen betrifft, um diese Erkenntnisse in der Verkehrsforensik umzusetzen.

Falls es jemanden interessiert, der kann sich hier einige Fotos anschauen: flickr.

Symbolfoto 1:

Beim Crash

Symbolfoto 2:

Schäden

Ich kann es wohl für mich verbuchen, einige der Versuche bestimmt als Erster ins Netz gestellt zu haben, und zwar mit Vine. Geht ja ganz gut!

Außerdem bin ich noch mit meinem neuen Modellflieger rumgeflogen, wobei zwei Filme entstanden sind.