eBook-Reader-Hülle: Kindle inside

14. Juni 2013 · Will Sagen

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Seit kurzem lese ich elektronisch. Natürlich haben mich diese eBook-Reader schon länger gereizt, aber wenn, dann wollte ich einen, der einen nicht anstrahlt, den man aber auch bei schlechter Beleuchtung verwenden kann. Der Kindle Paperwhite kann das. Und so einen habe ich jetzt.

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Der Lieferumfang ist ja ziemlich mager. Gerät, bisschen Papier, ein Kabel, rin in den Karton: Das war’s. Kein Ladegerät, keine Hülle. Und die braucht man ja doch, wenn man das Leseding mitnehmen will. Guckt man sich dann an, was es so gibt, ist das entweder ziemlich hässlich und bieder oder teuer (oder beides). Was liegt also näher, als sich eine Hülle selbst zu bauen?

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Die Idee: Ein Buch soll den Kindle aufnehmen. Ist bestimmt nicht neu, aber trotzdem individuell. Also hab ich mir erst mal den Bestand an Büchern in unserem Haushalt angesehen, der von der Größe her in Frage kommt. Da fiel mir Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“ in die Hände. Ich dachte, och, das wird den Herrn Hawking nicht stören, wenn ich in sein Buch ein Stück „Zukunft“ einbaue.

pass_0004_Foto 5Lustigerweise fand ich in der hinteren Reihe Bücher (ja, die stehen doppelreihig im Regal, was nicht gut für das Wiederfinden ist) noch eine Ausgabe desselben Buchs. Damit war die Entscheidung endgültig gefallen. Wobei ich mich nicht erinnern kann, weder das eine, noch das andere Buch gelesen zu haben…

pass_0005_Foto 6Mal so aufeinander gelegt: Ja, das könnte wohl passen. In der Breite ist es etwas knapp, aber in der Höhe ist auf jeden Fall Luft genug. Also, ran ans Werk.

Als erstes hab ich mal angefangen, die Seiten in der Mitte nahe der Bindung (oder besser Klebung, da Taschenbuch) durchzutrennen. Vorher habe ich noch nach Augenmaße die Dicke ausgelotet, die ich an Seiten aufschneiden müsste. Wichtig ist, einen scharfen Cutter zu nehmen. Man glaubt gar nicht, wie schnell so ein Ding beim Schneiden von Papier stumpf wird. Wenn man sich’s überlegt, kommen ja auch ein paar Meter Schnittlänge zusammen.

pass_0006_Foto 7Das Herausschneiden der Seiten hat dann schon ziemlich lange gedauert. Schließlich wollte ich ja auch vermeiden, die dünnen Stege der jetzt entstehenden Rahmen zu verletzen. Letztlich ist wie vieles, was ich so bastle, die Optik etwas auf der Strecke geblieben. Eine richtig saubere Kante durch mehr als 100 Seiten (glaube ich) habe ich dann doch nicht zuwerke gebracht. Aber für mich und mein Fusselbasteltum ist es ok.

pass_0008_Foto 9Als nächstes habe ich das Buch mit den beschnittenen Seiten drei Mal, mit je einer Kante in den Schraubstock eingespannt und die Innenkante mit Weißleim eingepinselt, den ich mit Wasser verdünnt hatte. Vor dem Umspannen auf die nächste Kante habe ich den Leim etwa eine Stunde lang trocknen lassen.

pass_0007_Foto 8Tja, und was soll ich sagen? Das Ergebnis sieht aus wie ein Buch. Und wenn man es aufklappt, ist ein Kindle darin. Sieht alles nicht supertoll aus, weil ich zunächst versucht hatte, die Seiten mit Sekundenkleber, angefangen in den Ecken, zu verkleben. Und eben die schiefen Schnittkanten. Ist halt ein Prototyp. Dabei sitzt der Kindle da recht stramm drin, lässt sich aber auch relativ gut wieder herausnehmen. Die Frage ist jetzt natürlich noch, wie lange das Werk hält. Denn das Buch wird ja jetzt immer an der gleichen Stelle aufgeklappt. Egal. Ich teste das jetzt erst mal. Dass ich als erstes Buch einen Science-Fiction-Roman geladen hab, muss ich nicht erwähnen, oder? 😉

 

[Fusselflieger] Etne fliegt!

11. Juni 2013 · Will Sagen

Yesss! Nach den letzten Änderungen (Tragflächenstreben, Akku noch 2 cm weiter nach vorn, EWD korrigiert), fliegt das Gerät nun. Und zwar gar nicht so schlecht!

Hab beim x-ten Erstflug mal gleich ne Kamera druntergeschnallt:


Etne

… und die gelbe Nase hab ich auch wieder drangeklebt. 🙂

[Fusselflieger] Etne: Was gut aussieht …

10. Juni 2013 · Will Sagen

… fliegt auch gut, sagt der fliegerische Volksmund. Aber was ist mit den Dingern, die nicht gut aussehen?

a) Die fliegen trotzdem gut.

b) Die fliegen nicht.

c) Man weiß es nicht.

Derzeit tendiere ich zu c). Ich baue nämlich gerade eine „Ente“. Das ist ein Flugzeug, bei dem die Tragfläche hinten sitzt, das Höhenleitwerk vorne. Das nennt man dann auch „Canard“, was wieder französisch für „Ente“ ist. Und weil meine Ente rückwärts fliegt, habe ich sie „Etne“ getauft: Ente rückwärts.

1Angefangen hat alles mit einer Falschlieferung. Eigentlich sollte es ein EPP-Tiefdecker werden, der sowohl flott aussieht, als auch so fliegen sollte. Gekommen sind Teile für einen hässlichen Hochdecker. Ich habe mich sofort mit dem Versender in Verbindung gesetzt, dem das auch unangenehm war. Geeinigt haben wir uns auf einen Preisnachlass. Außerdem hat er mir noch einen Brushlessmotor geschickt. Is‘ ok.

Jedenfalls hatte ich nun Teile für ein Flugzeug hier liegen, dass ich nicht wollte. Eine Ente wollte ich aber eigentlich immer schon mal haben, also hab ich die Fläche einfach mal falschrum auf den Rumpf gelegt und geguckt: Joa, könnte gehen. In meiner Bastelkiste fand ich dann noch ein Höhen- und ein Seitenleitwerk eines Easystar: Fertig! Also fast.

Der Rumpf war schnell geändert, um das Leitwerk aufzunehmen und auch die Tragflächen zu  montieren. Dabei wollte ich die Flächen gerne teilbar machen, damit das Modell möglichst geringes Packmaß bekommt. Das bedeutet auch, dass die Leitwerksteile geschraubt sein sollen.

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Den Motor habe ich in die vorgesehene Montageposition gebaut, nur eben in Schubanordnung. Alle Servos sitzen in den Flächen, so dass sie über die Stecker vom Rest getrennt werden können. Wegen der Packmaße. Das Seitenleitwerk habe ich gar nicht erst angelenkt. Braucht man (erst mal) nicht.

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Was konnte ich mir ein Gelächter anhören, bevor es zu den ersten Flugversuchen ging.

SAMSUNG CAMERA PICTURES„Das fliegt ja nie!“

„Das fliegt nur, weil es so hässlich ist, dass es von der Erde abgestoßen wird!“

„Wie, das fliegt falschrum?“

Das größte Problem war die Lage des Schwerpunkts. Bei einem normalen Flächenflieger macht man nichts falsch, wenn man den Schwerpunkt für die ersten Versuche im ersten Viertel der Tragfläche hinter der Nasenleiste annimmt. Das ist zwar wahrscheinlich etwas kopflastig, aber normalerweise erst mal gut beherrschbar. Aber bei einer Ente? Ich hatte mir ein Programm im Netz runtergeladen, mit dem man nach Eingabe der Flugzeuggeometrie den Schwerpunkt berechnen kann. Da kam was völlig absurdes raus. Demnach sollte der Schwerpunkt so weit vorn sein, dass ich den Rumpf nach vorn verlängern musste. Ganz vorne hab ich dann noch einen gelben Tischtennisball angeklebt. Damit sah das wieder etwas gewollt aus. Dass das Teil sofort auf die Nase ging und sich damit (samt Tischtennisball) in die Erde bohrte, muss ich eigentlich nicht extra erwähnen, oder? Jedenfalls klebte ich den Rumpf das erste Mal wieder zusammen. Wie man sieht, ist der Flieger dabei etwas krumm geworden. Egal, das kann man wegtrimmen.

7Und so habe ich den Schwerpunkt lustig hin- und hergeschoben, mit dem Resultat, dass das Ding irgendwann in der Luft blieb. Es flog aber insgesamt wie ein Schluck in der Kurve. Ging gar nicht! Also, Schwerpunkt wieder etwas nach vorn, dann ging’s einigermaßen. Gut fliegen war aber immer noch anders. Manchmal meine ich ja auch, dass die Höhenleitwerksfläche einfach zu groß ist. Jo. Kann sein. Wie auch immer. Nach einem kapitalen Absturz, bei dem die Tragflächen eigenartig zu flattern anfingen, musste ich den Rumpf vorn neu bauen. Dabei entschloss ich mich, den etwas zu verlängern und gleichzeitig teilbar zu machen (wegen der Packmaße). Übrigens: Nach den Abstürzen waren die Packmaße immer am kleinsten. Seufz.

Neben dem Schwerpunkt ist die Einstellwinkeldifferenz (EWD) ein weiterer Punkt, der mir ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Die Tragfläche und das Höhenruder stehen von der Seite betrachtet nicht ganz parallel zueinander. Ich musste mal stark auf Tiefe, mal auf Höhe trimmen, sodass ich das über den Anstellwinkel der Höhenleitwerksflosse ausgleichen muss. Aber wie viel? Auch das will erflogen werden, wobei ich den Sekundenkleber, um den Rumpf wieder und wieder zu flicken, nie weit weg lege. Immerhin ergeben sich dadurch ja auch die Innovationen wie den teilbaren Rumpf.

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Letzten Sonntag war dann wieder mal Erstflug. Mit dem längeren Rumpf wusste ich nun wieder nicht, wo der Schwerpunkt sein musste. Schon mit der ersten Sekunde merkte ich: Viel zu weit hinten! Das Problem ist dann, dass das Modell zwar erst mal irgendwie eiernd in der Luft bleibt, aber praktisch nicht auf die Ruderbewegungen reagiert. Mist: Denn Zack! stecke es in einem Baum, und zwar ziemlich weit oben. Grmpf.

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Da hatte ich es zwar relativ schnell wieder rausgeholt, und es war auch praktisch kein Schaden entstanden. Aber das Akkukabel ist leider zu kurz, um den Akku zum Einstellen des Schwerpunkts noch weiter nach vorn schieben zu können. Da muss ich noch ne Verlängerung zusammenlöten. Aber vorher muss ich mir Gedanken über Verbindung und Befestigung der Tragflächenhälften machen. Denn beim letzten Flugversuch ist „Etne“ in der Luft auseinander gebrochen und in mehreren Einzelteilen zu Boden gepurzelt. Und das weil sich die Flächenhälften von einander gelöst haben. Da muss ich noch mal bei. Dummerweise sind die Querruder einmal durch den Propeller gerattert: Weiterer Reparaturbedarf. Aber ich bleibe noch zuversichtlich, dass der Flieger irgendwann einigermaßen ordentliche Flugeigenschaften bekommt.

Rostflecken

10. Juni 2013 · Will Sagen

… sind bekanntlich recht widerspenstig. Als alter Autoschrauber kennt man das. Worauf so ein unkreatives Würstchen wie ich natürlich nicht kommt, aus Rostflecken etwas Schönes zu machen.

Gestern war ich mal wieder auf der DMY. Jedes Jahr bin ich wieder begeistert von der Vielfalt der hervorragenden Gedankenblitze und deren handwerklichen Umsetzung. Da bieten sich für mich unzählige Fotomotive. Einfach klasse! Leider bin ich meistens zu faul, mir zu den einzelnen Ausstellungsstücken die Hintergrundinfos, wie sie heißen und wer sie gemacht hat, zu merken. Das ist natürlich dumm. Mal sehen, wie ich das mal ändern kann.

Was sich aber eingeprägt hat, ist roststoff.com, womit wir wieder beim Anfang der Geschichte wären. Nicht zuletzt deswegen habe ich es mir gemerkt, weil dort ein Fiat 500 vorkam. Und das ist der Gag: Da sind Menschen hingegangen, und haben den Rost von Auto- (oder anderen) Wracks abgeschliffen und den Abrieb in einem unglaublich komplizierten Verfahren auf Stoff gebannt.

Hier oben links im Bild kann man sehen, wie an einem herrlich verrosteten Fiat 500 herumgeschliffen wird.

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Wie das ganze dann fertig aussieht, kann man hier sehen:

roststoff.com

Hübsch, das Motiv mit den aufeinandergestapelten Rohkarossen. Der Wermutstropfen ist leider für alle 500er-Liebhaber, dass ich von dem Fiat keine Hinweise auf der Homepage gefunden habe. Aber z. B. für Heckflossen- und Bullifreunde ist noch was zu bekommen. [UPDATE: Bevor es in der Kommentarflut untergeht. Im Dawanda-Shop gibt es  noch ein paar Shirts!]

Wer ein paar weitere Eindrücke von der DMY im Hangar 2 des ehemaligen Flughafens Tempelhof sucht, wird hier in meinem Flickr-Stream fündig.

Zeugen gesucht: Schwerer Unfall am Ostkreuz

31. Mai 2013 · Will Sagen

Da ich ja weiß, dass mein Blog von einigen Berlinern gelesen wird, starte ich hier mal einen Zeugenaufruf.

Am vergangenen Donnerstag (30.05.) hat sich gegen 15:25 Uhr am Ostkreuz auf der Hauptstraße an der Einmündung zur Kynaststraße ein Unfall ereignet, bei dem ein weißer Tanklastzug ein 14-jähriges Mädchen erfasst und schwer verletzt hat. (Das Mädchen wohnt bei mir in der Nachbarschaft.) Der Tanklastzug kam aus Richtung Rummelsburg und fuhr in Richtung Friedrichshain.

Der Fahrer des Tanklastzuges hat den Unfall entweder nicht bemerkt oder ist geflohen. Jedenfalls hat er nicht angehalten. 

Falls jemand den Unfall beobachtet hat, jemanden kennt, der davon erzählt hat, wie auch immer, möge sich entweder an die Polizei (030-4664-581351) wenden oder kann auch hier einen Kommentar mit einer gültigen E-Mail-Adresse hinterlassen (die ist nicht sichtbar, ich kann sie mir aber aus dem Backend fischen.)

Hier der Link zur Pressemeldung der Polizei:

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/385490/index.html

Von Gewinnen und Verantwortung

26. Mai 2013 · Will Sagen

Keine Ahnung, ob das stimmt, was der Spiegel da schreibt, dass der BER jeden Monat 20 Millionen Euro an Betriebskosten verursacht, ohne dass irgendjemand davon einen Nutzen hat. Niemand? Moment, keiner? Außer natürlich denjenigen, an die diese Betriebskosten zu zahlen sind. Ein großer Teil geht wohl in die Energiekosten.

Nun wären die 20 Millionen nicht 20 Millionen, wenn man nicht die Energieversorger wie auch die anderen Versorger von Grundbedürfnissen wie Wasser, Abwasser, Wärme, aber auch öffentlichem Personennahverkehr oder Datenübertragung dazu gedrängt hätte, Gewinne zu erwirtschaften.

Gewinne. Warum? Für wen eigenlich? Wer hat denn etwas von den Gewinnen von Energieversorgern etc? Das sind doch eigentlich nur ein paar Aktionäre und die Manager, und wer sonst noch in den Teppichetagen von Bonuszahlungen profitiert (wobei viele auch dann ihr Geld kriegen, wenn ein Unternehmen vor die Wand gefahren wird. Das Unternehmen muss nur eine „kritische“ Größe erreicht haben, dass es keinesfalls sterben darf.) Naja, und da schließt sich oft der Kreis, dass einige der Gewinnempfänger gleichzeitig Verantwortungsträger sind.

Verantwortung übernehmen bedeutet bei denjenigen in öffentlichen Ämtern ja nur eines: Einmal in der Öffentlichkeit sagen zu müssen, „Ich übernehme die Verantwortung.“ Das war’s bekanntermaßen. Keine finanzielle Verantwortung, in ihrem Mikrokosmos auch keine persönlichen Konsequenzen. In manchen Fällen droht allenfalls der Verlust öffentlichen Ansehens und vielleicht eines Amtes. Das ist dann aber schon die härtere Nummer. Ansonsten wird eigentlich jeder „Verantwortungsträger“ von einem engmaschigen Netz sanft aufgefangen: Übergangsgeld, Ruhegeld, irgendwas wird es schon geben. Dafür ist gesorgt. Im Übrigen auch aus öffentlichen Geldern. Und da könnte man ja schon mal fordern, dass dieses Netz etwas grobmaschiger für diejenigen wird, die die Entscheidungen seinerzeit getroffen haben. Das müssten sie fairerweise aber schon wissen, wenn sie die Entscheidungen treffen.

Nun ist es ja so, dass zwar viele so dahersagen, dass sie auch gern Wowis oder Muttis Job machen würden. Aber ich glaube, wenn man genau hinsieht, will das dann doch keiner: Scheiß Arbeitszeiten, ständig unter Beobachtung, man kann es keinem recht machen, die Vergangenheit wird minutiös auseinandergepopelt und wehe, die Presse findet heraus, dass man mal einen Pfandbon über 75 ct nicht beim Fundbüro abgegeben, sondern selber eingelöst hat. Dann ist aber was los! Also bleiben eigentlich nur ein paar Leutchen über, die es in der freien Wirtschaft nicht recht geschafft haben, einen übersteigerten Drang zur Macht haben, gleichzeitig aber gewisse Defizite in den gängigen Moralvorstellungen aufweisen.

Und so fließen brav, wie es sich die „Macher“ ausgedacht haben, jede Menge öffentliche Gelder in die Hände einiger weniger. Müsste nicht vielmehr „übrig gebliebenes“ Geld investiert werden, um die Dienstleistung zu verbessern, oder müssten nicht, wenn das Geld nicht gebraucht wird, die abgeforderten Rechnungsbeträge sinken? Das Berliner S-Bahnchaos sollte mahnendes Beispiel sein, wohin übersteigerte Gewinnerwartungen in anscheinend diktatorisch geführten Wirtschaftsunternehmen führen.

Nun ist es aber auch so, dass Staatsunternehmen wie z. B. damals die Post oder die Bundesbahn nicht unbedingt den allerbesten Ruf hatten. Insbesondere an den Schnittstellen zum Normalbürger war nicht alles zum Besten bestellt, um es mal vorsichtig auszudrücken. Man regierte mit überzogener Selbstherrlichkeit in einem starren Behördensystem, das eigentlich nur die Selbsterhaltung interessierte. Das will ja auch keiner mehr.

Und was hilft dagegen? Am ehesten wohl eine Kombination aus Privatwirtschaft und Allgemeinverantwortung. Man muss Anreize schaffen, dass ein Unternehmen erfolgreich funktioniert. Aber man muss eben auch verhindern, dass vom Erfolg nur ein paar ganz wenige profitieren, die große Masse, vor allem die, die die Zeche bezahlen müssen, aber nichts davon hat. Leider sehe ich in dieser Richtung keine oder aber zumindest viel zu wenige ernst gemeinte Ansätze.

Sonnenbrand in Fischerhude

8. Mai 2013 · Will Sagen

Das war wieder ne runde Sache! Zum 32. Mal fand am ersten Maiwochenende (wie immer) das Bremer Fiat-500-Frühjahrstreffen statt. Im 24. sten Jahr bin auch ich dabei. So ganz viele Treffen (maximal zwei oder drei) habe ich dabei nicht ausgelassen. Wenn überhaupt!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Tja. Und was stellt man so fest in 24 Jahren? Richtig. Man wird älter. Und älter werden auch im Durchschnitt die Treffenbesucher. Denn, wie sollte es anders sein, es fehlt der Nachwuchs. Wer will oder kann sich von der jungen Generation (so man überhaupt einen Führerschein gemacht hat) schon so eine unsichere, kleine, lahme, laute und auch noch relativ teure Gehhilfe leisten? Und eben weil dieses Auto unbequem ist, und man das mit dem Älterwerden auch zunehmend merkt, bleiben auch immer mehr von denjenigen weg, die man früher noch regelmäßig getroffen hat. Oder man hat familiäre Dinge zu erledigen: Konfirmation, Kommunion, Konspiration, Kondolation: Irgendwas ist ja immer, das einen von einem herrlichen Campingwochenende abhält und man die ersten schönen Tage des Jahres stattdessen lieber in kalten, dunklen, feuchten Kirchen oder stickigen Festsälen verbringt. Und so nimmt allenfalls die Zahl der Tagesbesucher zu. Wobei das oft Leute sind, die früher eben auch über Nacht geblieben sind.

Meiner

Manche Gründe für einen Tagesbesuch statt Wochenendausflug kann ich gut verstehen. Mit dem Älterwerden ist leider auch verbunden, dass einige unter schweren Krankheiten zu leiden haben. Das wird mehr und mehr Gesprächsthema. Und so fand ich es wirklich bemerkenswert und schön, z. B. Thomas begrüßen zu können. Es hat mich wirklich gefreut, mich mit ihm unterhalten zu können. Ich wünsche ihm alles nur erdenklich Gute!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Auch Teilehändler glänzten durch Abwesenheit. Klar. Der Online-Shop machts möglich, dass man sich mit seinen Brocken nicht mehr auch noch am Wochenende in Bewegung setzen muss. Vielleicht traut sich der ein oder andere aber auch nicht mehr mit der teils grauenhaften Qualität der Teile vor die Tür. Dabei hat so mancher doch immer ein paar Teile nötig, gell, Ralf?

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Von denen, die sich aber eben doch nicht haben abhalten lassen, sind dafür m. E. mehr Leute auf eigener Achse mit ihrem 500er gekommen. Das ist natürlich schön, vor allem für die Fotos, wo die Fremdkarren ja doch irgendwie das Bild stören. Aber ich will mal nicht zu laut rumunken. Schließlich war ich auch das eine oder andere Jahr mangels Zeit, Lust oder fahrbereitem 500er mit einem Fremdfabrikat auf dem Backsberg. Egal: Dabei sein ist alles, kann ich nur allen zurufen, die meinen, sich ohne 500er nicht blicken lassen zu können. Alles Quatsch. Es kommt auf die Leute an. Dabei habe ich gar nicht verstanden, warum (zumindest gefühlt, denn Zahlen kenne ich nicht) so wenige gekommen sind: Gerade nach dem langen Winter muss man doch geradezu danach lechzen, endlich wieder bei herrlichem Wetter eine längere Fahrt zu unternehmen. Sich den Wind durchs offene Dach um die Nase wehen zu lassen und sich auch bei Temperaturen nachts knapp über dem Gefrierpunkt nicht die Laune verderben zu lassen, sondern lieber ein paar leere Wasserflaschen zu Wärmflaschen umzufunktionieren.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Wir waren nach gut 4,5 Stunden Fahrt aus Berlin am frühen Freitagabend wohlbehalten angekommen und schüttelten uns als erstes mal den Lärm aus den Ohren. Wobei, so ein vollgepackter 500er mit drei Schlafsäcken, 2 dicken Isomatten, geräumigem Zelt, 2 Stühlen, Klamotten, 2 Modellflugzeugen, 1 Kasten Bier und etwas Verpflegung ist ja gar nicht mehr sooo laut. Schon nach wenigen Stunden ist das Rauschen in den Ohren wie weggeblasen.

Kombizisch

Das Tolle am Bremer Treffen ist ja, dass man sich immer mehr auf die einzigartige Verpflegung verlassen kann. Seit etlichen Jahren bereitet Harald nicht nur Freitag abends frische Pizza mit allerlei verschiedenem Belag, sondern backt Samstag und Sonntag auch noch Brötchen auf dem Platz. Wo gibt es das schon? Sehr positiv hat sich auch ausgewirkt, dass Axel relativ früh am Samstag wegmusste, so dass, wie Udo meinte, man das Essen nicht nur schmecken, sondern – ganz neu – auch sehen konnte! Essen vor Sonnenuntergang war sonst so ne Sache. Allerdings wäre die Kombination aus beidem: Axel bleibt bis Sonntag und es gibt trotzdem früh Essen, noch besser. Wie sonst auch fing ja doch der eine oder andere nach der Rückkehr von der Ausfahrt an zu grillen. Trotz reichhaltigem Kuchenbüffet fehlt manchem eben ein herzhaftes Mittagessen.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit der herrlichen Wümme-Wiesen zum Modellfliegen. So auch dieses Jahr. Eigentlich hatte ich mal damit angefangen, um Fotos aus der Luft zu machen. Das hat etwas nachgelassen, seit ich ambitionierter am Boden fotografiere, aber so ne kleine Keychain-Cam hatte ich doch dabei, um sie vorn auf meinen Experimentalflieger zu packen (davon demnächst mehr). Und so ist wenigstens ein kurzer Film zustande gekommen, auf dem man leider in erster Linie sieht, wie leer es war. Und am Ende ist der Flieger auch noch abgestürzt (und durchgebrochen).

Lagerfeuer gab’s auch, diesmal allerdings vor allem am Samstag Abend etwas kleiner als sonst, da man – trotz steigender Treffenplatzkosten – weniger Holz als in früheren Jahren zum Verbrennen hatte. Ging aber auch, waren ja nicht so viele Leute, die sich um das Feuer scharten. Man musste zwar immer ein paar Meter zurück und dann wieder vor mit seinem Stühlchen, je nach dem, ob und wer gerade Holz nachlegte, aber so bleibt man ja in Bewegung.

Lagerfeuerromantik

Tjoa. Und ruckzuck war der Abend rum. In der Nacht machte ich den Fehler, die Socken auszuziehen. Da war’s dann etwas frisch an den Füßen, ging aber. Am nächsten Morgen grüßte die  Sonne wieder mit voller Kraft vom Himmel. Herrlich, wenn man dann das erste Mal die Nase aus dem Zelt steckt! Dann in Ruhe frühstücken und dummes Zeug quatschen und die Sachen zusammenpacken. Muss ich noch erwähnen, dass wir wieder heile mit dem kleinen Kombi in Berlin angekommen sind und bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 100 km/h rund 5 l/100km verbraucht haben? Muss ich nicht? Doch, ich finde schon. Ist doch super! In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr!

Dämmerung

10 Sekunden reichen, wenn's gekracht hat.

18. April 2013 · Will Sagen

Da hat mich doch der Probefahrer angetriggert,

und ich glaube, ich muss da mal was klarstellen. Denn, bezugnehmend auf den Lawblogger schreibt Alex weiter:

O2 will Versicherungskonzernen die Technologie anbieten, mit denen die Fahrdaten von Autofahrer per BlackBox im Auto aufgezeichnet und versendet werden können. Dafür können dann bsw. die Versicherungen den teilnehmenden Kunden Rabatte einräumen.
Unfall-Analytiker wie willsagen würden sich darüber sicher freuen.

 

Also, Moment mal.

Mir liegt nichts daran, dass Versicherungen Bewegungsprofile ihrer Kunden aufnehmen. Und da gebe ich Vetter natürlich recht, dass die Datensammelei genau darauf hinauslaufen würde. Für eine Unfallrekonstruktion dahingegen würden die Daten wahrscheinlich eher nicht reichen. Vielleicht als zusätzliche Informationen, aber wenn es darauf ankommt, sind irgendwelche GPS-und Funkzellen-Daten dann doch nicht zu gebrauchen, weil es eben nicht auf eine Geschwindigkeit irgendwann vor dem Unfall ankommt, sondern auf den Punkt, an dem sich die Gefahr verdichtet. Da reden wir meistens von nicht mehr als 3 Sekunden vor dem Unfall, aber wir reden auch von Daten, die man eher Zehntelsekunden- als Sekundengenau haben müsste.

Ich schrob dem Probefahrer über Twitter

140 Zeichen sind dann doch etwas (aber nicht viel) zu wenig, für das, was sich ein Unfallanalytiker wünscht. Erstens interessiert mich nicht, wie schnell eine Person gefahren ist, sondern das Auto. Wer darin saß, ist mir wurscht. Das sind dann andere Fälle, in denen man herausfinden soll, wer gefahren ist. Da nützen einem Bewegungsprofile von z. B. sich zwei identisch bewegenden Handys auch nichts.

 

Was wünsche ich mir also?

Mal vorausgesetzt, der Unfall wurde einigermaßen vollständig aufgenommen. Also, Endstellungen sind fotografiert worden, vielleicht auch ein paar Splitterfelder eingemessen worden. Mit ganz viel Glück hat man möglicherweise auch Spuren gesichert, die auf den Kollisionsort hinweisen oder über Schleuderbewegungen informieren. Dann reichen einem im Grunde relativ wenige Informationen den gesamten Zeitraum betreffend, aber bitte mit einigermaßen guter zeitlicher Auflösung (vulgo Messfrequenz). Für letztere wäre man schon mit 50 Hz ganz gut bedient. Mehr ist natürlich besser, aber man will ja nicht unverschämt sein.

Der Moment, wenn sich die Gefahr verdichtet, liegt meistens 1 bis 3 Sekunden vor dem Unfall. Wenn man dann noch 2 Sekunden dazunimmt, hat man eigentlich für fast alle Fälle genügend Aufzeichnungszeitraum. Nach einem Unfall dauert es etwa genauso lange, bis alles zum Stehen kommt, nehmen wir also auch wieder 5 Sekunden. An Messdaten reichen erst mal die Bewegungsgeschwindigkeit des Fahrzeugs sowie Längs- und Querbeschleunigung. Mit den neuen Assistenzsystemen, die sich immer stärker in das Führen eines Fahrzeugs einmischen, sollte man auch noch wissen, wann irgendwelche Assistenten angesprochen haben, um unterscheiden zu können, ob meinetwegen der Fahrer vor den Baum gelenkt hat, oder ob der Gegenverkehrausweichassistent der Meinung war, es wäre ne gute Idee, nicht in den 40-Tonner im Gegenverkehr, sondern vor die deutsche Eiche am rechten Rand zu fahren. Dann haben wir es mit immer sensibleren Scheinwerfern zu tun. Da klappen irgendwelche Klappen rauf und runter, gehen Lämpchen aus und an, schwenken Reflektoren in der Gegend herum: Keine Chance, im Nachhinein nachvollziehen zu können, ob das System den Fußgänger am Fahrbahnrand ausgeblendet hat, weil sich zufällig auf einer Seitenstraße ein anderes Fahrzeug mit für den Assistenten erkennbarem Licht näherte, oder der Fahrer einfach mal das Licht ausgeschaltet hat, mal ganz abgesehen davon, dass man die dynamische Schaltung des Lichts nicht manuell für Sichtuntersuchungen schalten kann. Daran hat wieder keiner gedacht.

Usw. usw.. Das sind aber alles keine personen-, sondern fahrzeugbezogene Daten. Genauso, wie man früher die Länge von Brems- und den Radius von Driftspuren im öffentlichen Verkehrsraum vermessen hat, die Verformung von Glühwendeln und Spuren an Sicherheitsgurten gesichert hat, muss man nun eben wissen, was die Elektronik so getrieben hat.

 

Wann ist „Unfall“?

Ein Problem gibt es noch: Wann genau ist der Unfallzeitpunkt? Wenn es richtig kracht, ist das einfach: Wenn die Airbags auslösen, setzt man t=0. In dem Ringspeicher werden die 5 Sekunden alten Daten in einen Speicher geschrieben und noch weitere 5 Sekunden aufgezeichnet. Aber z. B. ein streifender Fußgängerunfall: Dramatisch in den Folgen, kaum zu detektieren für die Systeme. Da muss man sich noch was einfallen lassen. Gibt es einen Fußgängerunfallvermeidungsassistenten, kann der das ja machen. Nunja, und wenn der Autofahrer meint, er hat alles richtig gemacht, soll er auch einen Knopf für manuelle Speicherung bekommen.

 

Gibt’s schon.

Das simple Aufzeichnen von Daten als Angebot der Versicherung im Tausch gegen Beitragsrabatte, ist übrigens nichts neues: Die Axa-Winterthur bietet das in der Schweiz schon seit ein paar Jahren an. Von dieser Blackbox, die autark arbeitet, werden einfach nur ein paar rudimentäre Daten aufgezeichnet, die aber sehr hilfreich sein können.

Btw.: Hier hat ich mich auch schon mal zum „gläsernen Autofahrer“ geäußert.

Will Sagen: Will abnehmen

16. April 2013 · Will Sagen

Jaja. #boff3 oder ausgeschrieben die „Belly off“-Aktion einiger auch mir bekannter Blogger habe ich ja nicht offiziell mitgemacht. Ich hätte eh keine Siegchancen, also warum öffentlich zum Horst machen? Und außerdem wollte ich mich nicht irgendwie unter Druck setzen, schaffe ich es derzeit doch zum ersten Mal, wirklich an meinem Gewicht zu arbeiten (also in Richtung weniger, die andere Richtung beherrsche ich besser). Und das ist mir so wichtig, dass ich mich keinem Einfluss von außen aussetzen möchte. Denn, wer mich kennt, weiß, dass das überfällig war (oder ist).

Gegenüber meinem Highscore irgendwann in 2011/2012 habe ich jetzt 15 Kilo runter. Damals habe ich es aber vermieden, mich systematisch zu wiegen. Irgendwann hat es in meiner Rübe dann *klick* gemacht. Seit ich nun also auf mein Gewicht achte, etwa seit Anfang Dezember, bin ich jetzt dabei, am 12. Kilo zu arbeiten. Das ist schon nicht schlecht: Die Hosen schlackern, die Hemden spannen nicht mehr so und das Beste: Ich passe so langsam wieder in meine geliebte Wildlederjacke, die ich Anfang der 90er während meines Studiums in einem Second-Hand-Laden in Hannover an der Lister Meile gekauft habe. Die, gammelig und verschlissen wie sie ist, habe ich nie  weggegeben. Ich hatte immer die Hoffnung: Eines Tages passt du da wieder rein. Tja. Und in dieser Saison ist es soweit. Zum Leidwesen meines Umfeldes, das sich nun mit mir in dieser ollen Joppe in der Öffentlichkeit sehen lassen muss:  Ick freu mir!

Von Anfang an war mir wichtig, mich jetzt nicht irgendwie zu quälen. Die geänderte Ernährung sollte sich im Alltag umsetzen lassen und außerdem mit meinem einigermaßen diffizilem Geschmack vereinbaren lassen. Denn mit Gemüse (außer ein paar Erbsen und vielleicht Blumenkohl, wenn es sein muss), Salat (außer ein bisschen Rohkost und Blattsalat) und Obst (außer Äpfeln) kann man mich jagen! Glücklicherweise mache ich mir wenigstens nicht viel aus Kuchen oder Schokolade. Dafür könnte ich schon morgens eine Tüte Chips in mich hineinstopfen, gern garniert mit einem parnierten Schnitzel oder so. Und daran musste ich nun arbeiten, aber eben nicht radikal, sondern verträglich.

Als erstes bin ich morgens von Brot auf Müsli umgestiegen. Das hält länger satt. Aber was es da für furchtbare Sorten gibt! Z. B. mit getrockneten Bananenscheiben, gefühlt 50% Rosinen und so Zeugs. Gehmirwech! Inzwischen gibt es einen Mix aus Beerenmüsli von Rewe, angereichert mit irgendwie so süßen, ungesund wirkenden Crispy-Haferdingern und ein paar Dinkelhonigpops gegen die Langeweile im Mund. Für den Vormittag nehme ich mir dann noch einen bis zwei Äpfel mit. Das reicht dann bis zur Mittagspause gegen eins oder halb zwei. Dann muss es aber auch ordentlich was auf den Teller geben: Kohlenhydrate müssen her! Ein Teller Nudeln, dazu ein paar Scheiben Weißbrot und ein kleiner Teller Salat beim Italiener schräg gegenüber, ein Hamburger mit Pommes und Salatbeilage beim Türken neben dem Italiener oder ein Teller gebratene Nudeln oder Reis mit Huhn beim Asiaten nebenan. Tja. Und das war’s dann für den Rest des Tages. Erstaunlicherweise -ich weiß nicht warum- komme ich damit gut klar. Also mir knurrt abends nicht der Magen oder so. Wo früher gern mal mit der Beraterin in allen Lebenslagen eine Flasche Wein geköpft und dazu eine Tüte Chips in uns umgefüllt wurde, gibt’s jetzt ne große Kanne Tee. Das ist schon ein bisschen hart. Aber eben nötig. Wenn mich dann doch ein Hungergefühl plagt, gibt es eine Scheibe Käse. Ob das unbedingt die fettarme Variante sein muss, die derzeit meist im Einkaufswagen landet, weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Hauptsache, es funktioniert. Weil ich ja mehr auf Deftiges stehe, ist das mit dem Käse ok.

Tja. So sind vor allem bis Weihnachten schnell die ersten 5 oder 6 Kilo gepurzelt. Durch die Feiertage kam das ganze dann etwas ins Stocken und läuft auch nicht mehr so flüssig wie am Anfang. Aber der Trend weist eindeutig nach wie vor nach unten, pro Woche so etwa ein halbes Kilo. Das ist ok. Wie gesagt, ich will mich ja nicht quälen. Und weil ich das nicht will, ist am Wochenende Vernunftpause. Also Pause von der Ess-Vernunft. Dann gibt es Chips und Bier und Wein, und morgens ein schönes Frühstück mit Brötchen und so. Das ist zwar kontraproduktiv für den Abwärtstrend auf der Waage, aber gut für’s Gemüt. Ohne Frage hilfreich ist natürlich auch, dass meine Beraterin in allen Lebenslagen ebenfalls brav mitzieht. Sie ist auch schon viel leichter. Auch wenn in der Woche mal eine Veranstaltung ist oder wir eingeladen sind, stehe ich nicht da wie ein Trauerkloß, sondern bin „dabei“. Vielleicht nicht mehr so wie früher, aber gesündigt habe ich da ja auch wohl mehr als genug. Dann kann ich in der zweiten Lebenshälfte (man muss ja realistisch sein), vielleicht ein bisschen was wieder gut machen. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Hoffentlich noch etwas länger, denn es tut mir gut!