Beitrags-Archiv für die Kategory 'Fusselflieger'

1Evals – ein Tricopter im Starwars-Style

Donnerstag, 8. November 2018 9:41

Nachdem sich mein Klappcopter leider in der Luft zerlegt hatte, wollte ich mir möglichst rasch wieder einen neuen Copter bauen. Ein Tricopter hatte es mir angetan, außerdem sollte es etwas sein, dass vielleicht nicht ganz so hässlich ausssieht, wie diese fliegenden Heuwender.

Slave 1. Starwars-Fans wissen gleich, das ist das Raumschiff von Boba Fett, dem mandalorianischen Kopfgeldjäger, ein echt fieser Möpp. Sieht auf dem Boden ein bisschen aus wie ein Bügeleisen. Und fliegt dummerweise im interstellaren Flug mit dem „Griff“ voran. Naja. Die große Frage war: Ist es schlimm, wenn das Teil wie beim Manövrieren rückwärts fliegt? Denn die Anordnung der Rotoren ergab sich im Grunde schon durch den Grundriss von Slave 1: Sozusagen, einer „vorn“ (ganz eigentlich ja unten), zwei an den Seiten neben dem Cockpit. Rotoren müssen ja sein, weil es leider noch keinen Repulsoren und Ionen-Antriebe für Modelle gibt. Auch in der 1:1-Welt gibt es wohl noch Probleme bei der Umsetzung. Nun ist es in der Flight Software meiner Flight Control nicht vorgesehen, dass der einzelne Rotor auch vorn sein könnte. Außerdem mal ehrlich: Im Atmosphärenflug sieht es nun mal mit dem Cockpit voran am besten aus. Also würde meine Slave 1 meistens liegend rückwärts fliegen. Und damit sich keine eingefleischten Starwars-Fans grämen müssen, nenne ich mein Modell 1Evals. Slave1 rückwärts.

Für den Rumpf besorgte ich mir bei ebay erst mal ein Modell von „Hasbro“, einer Firma, die allerlei Figuren und Modelle rund um Science-Fiction-Filme an den Mann bringen, und formte den Rumpf mittels Tiefziehtechnik ab.

Das Chassis habe ich aus Sperrholz ausgesägt und zusammengeleimt.

Nach dem Zusammenkleben der beiden Teile und Anmalen des Rumpfes sah es schon ein bisschen nach was aus. Die Ausleger für die Motoren sind Teile von Rohren dieser Lichtgrenzenlampen zum 25. Jubiläum des Mauerfalls. Das sind prima Kohlefaserrohre mit 12 mm Durchmesser.

Als nächstes kam die Flugtechnik hinein: 3 Motoren mit 3 Reglern, Empfänger, Stromversorgung und der Hauptrechner, die Flight Control (CC3D).

Im Gegensatz zu Quadro- und Nochmehrcoptern sind die Motoren beim Tricopter nicht starr montiert. Der hintere ist schwenkbar, um die Drehung um die Hochachse zu ermöglichen („yaw“). Also musste ein Schwenkmechanismus her. Dazu habe ich meinen 3D-Drucker. Details dazu kann man sich hier bei „thingiverse“ ansehen. Mit dem 3D-Drucker hab ich auch die Motorhalter für die beiden seitlichen Motoren gedruckt.

Hier teste ich die Mimik mit einem Servotester:

Und hier ist die Regelung durch die Flight Control schon im Gange:

Die Anordnung des Heckrotors musste leider relativ weit hinten erfolgen, weil der Propeller beim Schwenken natürlich genug Freiraum braucht und nicht gegen den Rumpf schlagen darf. Hier macht das Chassis noch ohne Rumpf seine ersten Rutscher.

Den Rumpf, oder vielleicht besser die Karosserie oder Haube, habe ich mit zwei Magneten vorn und hinten befestigt. Das ist ausreichend fest. Seitlich klemmt die Haube noch an den Auslegern für die Motoren. Dem Erstflug stand nun nichts mehr im Wege. Nach dem Einstellen der Parameter mittels „libre flight“, einer Chrome-App zur Programmierung diverser Flight Controls für alle möglichen Modellarten, ging es raus auf’s Feld. Vom ersten Moment an flog das Modell wirklich sehr angenehm. Einerseits agil, andererseits aber auch stabil. (Nur das Landen hat hier nicht so gut geklappt.)

Als nächstes sollte noch Beleuchtung angebracht werden. Natürlich an der Unterseite (eigentlich ja Rückseite …) die „Triebwerke“, zwei runde helle Punkte und ein heller Balken, naja, und noch ein bisschen Gedöns wie

Cockpitbeleuchtung, und dann fiel mir noch ein Arduino in die Hände, an dem noch ein Servo hing: Warum nicht auch noch schwenkbare „Laserkanonen“ bauen? Gesagt, getan. Der Arduino schwenkt nun alle paar Sekunden 3D-gedruckte „Kanonen“ hin- und her und dann blitzt es abwechselnd in schneller Folge. Ob man von den LEDs was im Hellen sehen kann, wage ich ja zu bezweifeln. Egal.

In diesem Foto sieht man auch die Stromversorgung für den Arduino samt Servo und Beleuchtung: 12 V kommen direkt vom Flugakku an den Magneten an: vorn minus, hinten plus. Sobald die Haube aufgesetzt wird, fließt dann auch der Strom.

So sieht das dann im Dunkeln aus, wobei ich allerdings links und rechts unterhalb des Cockpitfensters noch zwei Leuchtdioden angebracht habe, die hier noch nicht zu sehen sind.

Außerdem musste natürlich noch ein Pilot hinein. Auch einen Boba Fett gab es in (einigermaßen) passender Größe bei ebay. Der musste allerdings seiner Beine entledigt werden, damit er noch zwischen das ganze Kabelgekröse passt. Den habe ich nun doch in der normalen Sitz-/Liegeposition angebracht. Guckt er halt immer nach oben beim Fliegen.

Das Abfluggewicht liegt nun mit Akku bei 788 g und damit 88 g mehr als beim Erstflug. Das sollte dennoch kein Problem sein. Die Flugzeit wird etwas kürzer sein. Aber 8 statt 10 Minuten mit einem 2400 mAh-Akku (3s) sind für mich auch ok.

Fertig. Hoffentlich fällt er mir nicht so schnell vom Himmel. :/

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[Fusselflieger] Von der Lichtgrenze zum Klappkopter

Dienstag, 5. Juli 2016 21:52

Klappkopter_01Mich trieb schon länger die Idee um, mir einen Copter zu bauen, der nicht so sperrig ist, wie mein Aquacopter. Mit 450 mm Diagonalabstand der Motoren ist der relativ ausladend. Klar, er wird etwas kleiner, wenn man die Propeller abnimmt, aber wer hat dazu schon immer Lust (ich nicht). So winzig wie diese Race-Copter sollte er für meine müden Augen aber auch nicht sein. Also etwas zum Zusammenklappen. Bis zur Umsetzung dauerte es dann aber doch noch recht lange. Die Idee gärte bestimmt zwei Jahre in mir.

Vor ein paar Wochen legte ich dann los. Wie immer ™ sollte das ganze Werk natürlich nicht viel kosten. Motorabstand ca. 400 mm, Motoren kamen aus einer FPV-Racecopter-Gruppe bei Facebook, als Flightcontrol (also die Rechenplatine) fiel die Wahl auf eine Naze32, 25A-Motorregler, die damit zurechtkommen via Ebay. Die Auslegerstangen, Kohlefaserrohre, stammen von der 25-Jahres-Jubiläumsaktion zum Mauerfall in Berlin am 9.11.2014, der sog. Lichtgrenze. Ich hatte ein paar Aufpasser gefragt, was denn mit den alten Dingern passiert. „Eigentlich müssen die fachgerecht recycelt werden. Aber nimm‘ bloß mit. Was weg ist, ist weg.“ Und dann habe ich eben ein paar Kohlefaserrohre mitgenommen, die nun zu fliegendem Material geworden sind.

Klappkopter_05

Als erstes musste mal die Klappmimik her. Als Arretierung dienen Schellen, in die man bei Aufputzelektroinstallationen die Kabelleerrohre klippt. An die Auslegerrohre habe ich quer dünnere Kohlefaserrohre geklebt (erst mit Sekundenkleber, dann mit 5-Minuten-Epoxy, nach dem zweiten Absturz mit Sekundenkleber und Kohlefaserrovings), durch die erst 6mm, nach dem zweiten Absturz 4mm-Nylonschrauben (als Sollbruchstellen – funktionierte mit 6mm eher so gar nicht) gesteckt werden.Klappkopter_04

Verschraubt ist das ganze mit einem Kreuz aus Aluminiumprofilen, die ich mit der sog. Reibetechnik mit Lötzinn verlötet habe. Nach dem zweiten Absturz habe ich das Kreuz dann allerdings aus Kunststoff-U-Profil noch einmal neu gebaut. Durch die Rohre konnte ich prima die Leitungen für die Motoren verlegen. Die werden dann aus dem Profil heraus zu den Motorreglern geführt. Im Bild am fertigen Copter zu sehen.

Klappkopter_13

Als nächstes war der „Rumpf“ dran, also das Teil, das Akku und Elektronik aufnimmt. Dafür nehme ich gern so Bastelplatte aus dem Baumarkt (4 bis 5 mm dick), wohl ein festeres Schaumzeugs oder so, das man mit dem Teppichmesser schneiden kann (in mehreren Zügen). Das ist nicht superstabil, aber einigermaßen leicht und gut zu verarbeiten. Klar, Kohlefaserplatten wären schöner, aber dafür müsste erst mal eine CNC-Fräse her. Also Baumarktzeugs.Klappkopter_06

 

Mit Abstandhaltern sind zwei Platten parallel angeordnet, so dass die vorgesehenen Akkus (3s, 2400 mAh oder 2200 mAh) dazwischen passen. Hinten arretiert den Akku ein Gummiband, vorne wird er durch ein Blech vorm Rausrutschen gehindert, das gleichzeitig als Kühlkörper für den Videosender dient. Auf dem Bild sieht man schon eine kleine Kamera. Die soll später mal für FPV-Fliegen dienen. (First Person View, also Modellfliegen mit Video-Downlink und VR-Brille). So weit ist es aber noch nicht.

Klappkopter_09Hier sieht man den Rohbau schon ganz gut. Die Motoren sitzen auf kleinen Kohlefaserplatten, die ich für kleines Geld bei Ebay gekauft habe (beinahe hätte ich „ersteigert“ geschrieben, aber das macht man ja praktisch nicht mehr). Klappkopter_08 Die Platten habe ich erst mit 5-Minuten-Epoxy angeklebt, was nur so mittelgut hielt. Jetzt mit Heißkleber und Kabelbindern. Geht.

Auf der oberen gelben Platte sitzen erst der Empfänger und darauf die Flightcontrol. Darauf läuft die „Cleanflight“-Software. Da kann man verdammt viel einstellen. Ich stehe gerade erst am Anfang der ganzen Parameterspielereien. Die ersten Flüge haben gezeigt, dass der Copter etwas schneller gieren könnte. Das werde ich wohl irgendwo verbessern können. Demnächst. Klappkopter_07

Tja, und nach dem Verteilen der Kanäle war der Copter dann erst mal so weit für die ersten Flüge fertig. Zusammengeklappt sieht das dann ganz kompakt aus, finde ich. Die ersten zwei Akkus habe ich gemütlich auf dem Sportplatz am alten Knast bei uns in Rummelsburg leergeflogen. Ging wunderbar! Als „Landegestell“ habe ich mit Magneten eine aufblasbare Ziffer „0“ unter dem Copter befestigt. Das federt schön, ist leicht und man kann die Fluglage gut erkennen. Sowas hängen sich Leute wohl ansonsten zu runden Geburtstagen mit einer weiteren Ziffer davor an die Tür oder in die Partylocation.

Klappkopter_02Allerdings sollte noch eine LED-Bar ans Heck. Die könnte blinken, Bremslicht imitieren, Copter „scharf“ oder „gesichert“anzeigen (Motoren drehen beim Gasgeben oder eben nicht) und so Spielereien. Dafür muss der Empfänger der Flightcontrol aber statt eines PWM-Signals für jeden Kanal einzeln ein PPM-(Summen)-Signal liefern. Dafür hatte ich noch so einen kleinen Adapter rumliegen, der bislang problemlos seine Arbeit verrichtete. Also dran damit und die LEDs programmiert. Im Trockenlauf sah das alles super aus. Allerdings ist mir dann beim ersten richtigen Flug der Copter aus 2 m Höhe abgestürzt. Alle Motoren schlagartig auf „aus“, und das, obwohl „langsames Sinken“ mit 20 sec Motornachlauf als Fail Safe (keine sinnvollen Signale vom Empfänger) eingeschaltet war. An dem Adapter konnte es eigentlich nicht liegen. Also alle Kabel noch mal gecheckt, die geringen Schäden vom Absturz beseitigt und noch mal los. Die ersten paar Minuten ging wieder alles super.Klappkopter_10

Dann wieder plötzlich: Alle Motoren Stop. Schöner Mist, weil die Absturzhöhe nun geschätzt 10 Meter waren. Alle Ausleger abgebrochen (natürlich nicht an den dafür vorgesehenen Sollbruchstellen), Motoren lose, Kreuz verbogen und gerissen. Glücklicherweise war der Einschlag in einer Wiese. Das hält ja dann doch noch einiges ab. Also bin ich noch mal fast zurück auf „Los“ gegangen, (ohne 4000 Mark einzuziehen) und habe ein neues Kreuz gebaut, diesmal allerdings aus Kunststoff, weil das mit dem Löten doch zu nervig war und auch nicht so super hielt. Muss ich vielleicht noch mal üben. Die LED-Bar wieder demontiert, den PPM-Adapter weggelassen und alles wieder auf den Zustand zurückgebaut wie bei den ersten beiden Flügen.

Klappkopter_11Tja, und siehe da: Alles super. Fliegt wirklich schön und ist dabei so kompakt, dass er bequem in einen kleinen Rucksack passt. Sieht halt nur bekloppt aus, der Klappkopter. Aber das ist bei meinen Fluggeräten ja nichts neues. Statt der LED-Bar habe ich nun ein paar dauerleuchtende LEDs in gelb und blau an das Kreuz geklebt. Ist dann auch ein bisschen bunt beim Fliegen. Und als nächstes beschäftige ich mich dann mal mit FPV-Fliegen. Wenn nicht ein Gyrocopter dazwischenkommt …

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[Fusselflieger] Sonic Fighter

Donnerstag, 12. Mai 2016 21:47

Vor einiger Zeit habe ich für kleines Geld bei ebay einen Sonic Liner von Multiplex ersteigert. Das ist eines der ersten Modelle aus dem sogenannten Elapor, einem elastischen Schaumwerkstoff, der aus der Nähe wie Styropor aussieht, aber eben nicht so leicht zerbröselt. Ein super Werkstoff für Modellflugzeuge, wie ich bei meinen ersten GehFlugversuchen mit meinem Easy Star (ebenfalls von Multiplex und aus Elapor) erfahren habe.

Der Sonic Liner ist eigentlich ein Fantasie-Flugzeug. Es ist in Entenbauweise ausgelegt, also mit dem Höhenleitwerk („Canards“) vorn, und den Tragflächen hinten. Dadurch ergibt sich einerseits eine interessante Optik, andererseits gutmütige Flugeigenschaften. Der Sonic Liner soll das Passagierflugzeug der Zukunft darstellen und sieht eigentlich so aus:

Sonic Liner

Vorne ein Cockpit, dahinter die Canards, dann Rumpf mit Fenstern für die Passagiere und hinten Tragflächen sowie Seitenleitwerk.

Nun hatte ich irgendwann mal im Netz ein Foto von einem Sonic Liner gesehen, der zu einer Art „Fighter“ umgebaut war. Das hatte es mir angetan, und ich wollte meinen, der aus der Nähe „dank“ einiger Bruchstellen, Schrammen und Macken nicht so gut aussah, etwas aufhübschen. Das Ganze sollte im StarWars-Look daher kommen. Erst mal hab ich mir eine Kabinenhaube auf gut Glück besorgt (leider weiß ich nicht mehr, was das für eine ist, denn ich hätte aufgrund eines Sekundenkleberunfalls (nach den Fotos) gern eine neue. Seufz …). Die Haube passte auf Anhieb ganz gut. Außerdem kam noch ein Pilot unter die Haube. Der guckt etwas doof aus der Wäsche. Würde ich aber auch, wenn jemand so fliegt wie ich. Dank Atemmaske sieht man das nicht so. Tja. Und dahinter sieht man schon die R2-Einheit, die in einem StarWars-Fighter ja nicht fehlen darf.

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Image_5Image_6Das Cockpit hab ich dann noch grau ausgepinselt und dem Rest des Sonic Fighters einen (mehr oder weniger gelungenen …) StarWars-Look gegeben. Ok, da muss ich noch üben. Egal. Mir gefällt’s.

Damit das Ding auch etwas besser abgeht, habe ich die alten Bürstenmotoren aus der 400er Klasse gegen bürstenlose Exemplare ersetzt, was ja heute Standard ist. Zur Montage eignen sich diese Röhrchen von den Vitaminpillen sehr gut. Die fliegen jetzt ohne Röhrchen rum.

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Tja, und so sieht das Gerät jetzt aus. Ich hätte ja gern noch Bilder im Flug, nur Fliegen und Fotografieren will mir noch nicht recht gelingen.

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Das Flugbild vom Sonic Fighter ist jedenfalls außergewöhnlich. Mir gefällt es sehr gut. Dadurch ist das Gerät derzeit mein Lieblingsflieger.

 

 

 

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[Fusselflieger] Fliewatüüt – Aquacopter

Mittwoch, 2. September 2015 21:38

Er fliegt, er schwimmt und er macht tüüt: Mein Tuppercopter, der nun ein Aquacopter ist. Im Urlaub konnte ich ihn erfolgreich testen, meinen Umbau mit den Schwimmern aus dem Karnevalsbedarf. Dank den Griffen der aufblasbaren Morgensterne und der ebenso aufblasbaren, superlustigen Babyfläschchen schwimmt das Biest ganz best. Selbst die Motoren können bei einer „härteren“ Landung mal kurz ins Wasser eintauchen, ohne dass es zu Problemen kommt. Die Regler werden in der Tupperdose allerdings ganz schön heiß. Zu Ausfällen ist es glücklicherweise nicht gekommen.

Hier ein paar Fotos:

Aquacopter

Aquacopter

Aquacopter

Krakow und so

Und hier noch ein Video von einem der ersten Wasserflüge.

Eigentlich ziemlich unspektakulär, aber auf dem Wasser startende und landende Copter gibt es halt noch nicht so viele. Als nächstes muss ich mal über der Heimatbucht fliegen. Erlaubt ist es ja nun.

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[Fusselflieger] Aqua-Icon: Auf Schwimmern in Brandenburg

Sonntag, 24. August 2014 20:41

Zwei Jahre ist es schon wieder her, dass ich meine brüchige Icon 312 auf Schwimmer gestellt habe. Ein paar Flüge habe ich seitdem gemacht, aber wirklich ausgiebige Erfahrungen konnte ich bislang nicht erfliegen, bis zur vergangenen Woche. Wir, meine Beraterin in allen Lebenslagen und ich, waren mal wieder mit dem Boot auf Brandenburger Gewässern unterwegs.

Meine YachtIcon 312 mit SchwimmernNeben meinem neuen Segelboot, einer SeaCret von Staufenbiel, war auch meine Icon 312, für den unkontrollierten Luftraum, dabei und eben mit den wieder montierten Schwimmern. Geflogen bin ich nur in den Abendstunden. Tagsüber war es immer so dermaßen windig, dass es mir zu gefährlich war. Man muss ja nicht zwangsläufig das Modell aufs Spiel setzen, zumal die Bergung auf dem Wasser nicht so einfach ist. Mal eben mit dem 12-Meter-Kahn ablegen und das Flugzeug einsammeln, sagt sich leichter als es ist.

Wie ich schon bei den ersten Tests feststellte, neigt die Aqua-Icon dazu, am Wasser zu kleben. Anstellwinkel hat sie auf jeden Fall genug, und bei entsprechender Geschwindigkeit ist durch einen beherzten Zug am Höhenruder auch das Abwassern (so nennt der Profi den Wasserstart) kein wirkliches Problem. Sieht nur etwas doof aus, dass die Mühle sich gleich steil in den Himmel schraubt, anstatt in flachem Winkel abzuheben.

Beim Fliegen merkt man den Luftwiderstand und das Gewicht der Schwimmer ziemlich deutlich. Man muss wesentlich mehr Gas geben und die Grundgeschwindigkeit ist auch höher. Ansonsten scheint das Flugzeug recht gut für die Wasserfliegerei geeignet zu sein. Bislang hatte ich jedenfalls noch keine kritischen Situationen zu meistern. Man könnte ja meinen, dass ein Hochdecker besser geeignet ist, aber das kann ich nicht bestätigen. Nur eigenstabil fliegt die Icon natürlich als 3D-Kunstflugmaschine nicht, im Gegensatz zu einem Hochdecker mit ordentlich V-Form in den Tragflächen.

Modellwasserfliegen ist eine tolle Sache. Ich mag es sowieso, mich am Wasser aufzuhalten, weil ich beim Blick über das Wasser so schön meinen Gedanken nachhängen kann. Vor allem die Ruhe auf den Brandenburger Gewässern ist dafür natürlich hilfreich. Aber demnächst werde ich auch mal über der Rummelsburg Bucht kreisen, glaube ich.

Icon 312 mit Schwimmern

Wenn man genau hinsieht, erkennt man eine kleine Kamera oben auf der Icon. Über einen irgendwie anscheinend doch nicht windigen Händler (Banggood) kam vor ein paar Wochen eine Versandtasche aus China mit einer kleinen „Keychain-Cam“ mit Weitwinkelobjektiv. Bei einigen Vorgängermodellen habe ich festgestellt, dass die Dinger anscheinend selbsttätig den Akku nicht nur leersaugen, sondern auch tiefentladen und damit zerstören. Daher baue ich da Kameras jetzt so um, dass man den Akku abstöpseln kann. Das scheint zu helfen.

Die Kamera sitzt mit etwas dauerelastischem Kitt und Tesa-Band auf der Kabinenhaube und guckt mal nach vorn, mal nach hinten oder zur Seite. Vielleicht baue ich mal eine Halterung mit Dreheinrichtung.

Entstanden sind in den letzten Tagen diese Videos. Wer Zeit und Lust hat, kann ja mal reinschauen. Es empfiehlt sich, den Ton leiser zu stellen.

Seinen ersten Test hatte die Kamera allerdings an einem historischem Ort, in Tempelhof:

 

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[Fusselflieger] Etne fliegt!

Dienstag, 11. Juni 2013 22:14

Yesss! Nach den letzten Änderungen (Tragflächenstreben, Akku noch 2 cm weiter nach vorn, EWD korrigiert), fliegt das Gerät nun. Und zwar gar nicht so schlecht!

Hab beim x-ten Erstflug mal gleich ne Kamera druntergeschnallt:


Etne

… und die gelbe Nase hab ich auch wieder drangeklebt. 🙂

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[Fusselflieger] Etne: Was gut aussieht …

Montag, 10. Juni 2013 11:12

… fliegt auch gut, sagt der fliegerische Volksmund. Aber was ist mit den Dingern, die nicht gut aussehen?

a) Die fliegen trotzdem gut.

b) Die fliegen nicht.

c) Man weiß es nicht.

Derzeit tendiere ich zu c). Ich baue nämlich gerade eine „Ente“. Das ist ein Flugzeug, bei dem die Tragfläche hinten sitzt, das Höhenleitwerk vorne. Das nennt man dann auch „Canard“, was wieder französisch für „Ente“ ist. Und weil meine Ente rückwärts fliegt, habe ich sie „Etne“ getauft: Ente rückwärts.

1Angefangen hat alles mit einer Falschlieferung. Eigentlich sollte es ein EPP-Tiefdecker werden, der sowohl flott aussieht, als auch so fliegen sollte. Gekommen sind Teile für einen hässlichen Hochdecker. Ich habe mich sofort mit dem Versender in Verbindung gesetzt, dem das auch unangenehm war. Geeinigt haben wir uns auf einen Preisnachlass. Außerdem hat er mir noch einen Brushlessmotor geschickt. Is‘ ok.

Jedenfalls hatte ich nun Teile für ein Flugzeug hier liegen, dass ich nicht wollte. Eine Ente wollte ich aber eigentlich immer schon mal haben, also hab ich die Fläche einfach mal falschrum auf den Rumpf gelegt und geguckt: Joa, könnte gehen. In meiner Bastelkiste fand ich dann noch ein Höhen- und ein Seitenleitwerk eines Easystar: Fertig! Also fast.

Der Rumpf war schnell geändert, um das Leitwerk aufzunehmen und auch die Tragflächen zu  montieren. Dabei wollte ich die Flächen gerne teilbar machen, damit das Modell möglichst geringes Packmaß bekommt. Das bedeutet auch, dass die Leitwerksteile geschraubt sein sollen.

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Den Motor habe ich in die vorgesehene Montageposition gebaut, nur eben in Schubanordnung. Alle Servos sitzen in den Flächen, so dass sie über die Stecker vom Rest getrennt werden können. Wegen der Packmaße. Das Seitenleitwerk habe ich gar nicht erst angelenkt. Braucht man (erst mal) nicht.

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Was konnte ich mir ein Gelächter anhören, bevor es zu den ersten Flugversuchen ging.

SAMSUNG CAMERA PICTURES„Das fliegt ja nie!“

„Das fliegt nur, weil es so hässlich ist, dass es von der Erde abgestoßen wird!“

„Wie, das fliegt falschrum?“

Das größte Problem war die Lage des Schwerpunkts. Bei einem normalen Flächenflieger macht man nichts falsch, wenn man den Schwerpunkt für die ersten Versuche im ersten Viertel der Tragfläche hinter der Nasenleiste annimmt. Das ist zwar wahrscheinlich etwas kopflastig, aber normalerweise erst mal gut beherrschbar. Aber bei einer Ente? Ich hatte mir ein Programm im Netz runtergeladen, mit dem man nach Eingabe der Flugzeuggeometrie den Schwerpunkt berechnen kann. Da kam was völlig absurdes raus. Demnach sollte der Schwerpunkt so weit vorn sein, dass ich den Rumpf nach vorn verlängern musste. Ganz vorne hab ich dann noch einen gelben Tischtennisball angeklebt. Damit sah das wieder etwas gewollt aus. Dass das Teil sofort auf die Nase ging und sich damit (samt Tischtennisball) in die Erde bohrte, muss ich eigentlich nicht extra erwähnen, oder? Jedenfalls klebte ich den Rumpf das erste Mal wieder zusammen. Wie man sieht, ist der Flieger dabei etwas krumm geworden. Egal, das kann man wegtrimmen.

7Und so habe ich den Schwerpunkt lustig hin- und hergeschoben, mit dem Resultat, dass das Ding irgendwann in der Luft blieb. Es flog aber insgesamt wie ein Schluck in der Kurve. Ging gar nicht! Also, Schwerpunkt wieder etwas nach vorn, dann ging’s einigermaßen. Gut fliegen war aber immer noch anders. Manchmal meine ich ja auch, dass die Höhenleitwerksfläche einfach zu groß ist. Jo. Kann sein. Wie auch immer. Nach einem kapitalen Absturz, bei dem die Tragflächen eigenartig zu flattern anfingen, musste ich den Rumpf vorn neu bauen. Dabei entschloss ich mich, den etwas zu verlängern und gleichzeitig teilbar zu machen (wegen der Packmaße). Übrigens: Nach den Abstürzen waren die Packmaße immer am kleinsten. Seufz.

Neben dem Schwerpunkt ist die Einstellwinkeldifferenz (EWD) ein weiterer Punkt, der mir ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Die Tragfläche und das Höhenruder stehen von der Seite betrachtet nicht ganz parallel zueinander. Ich musste mal stark auf Tiefe, mal auf Höhe trimmen, sodass ich das über den Anstellwinkel der Höhenleitwerksflosse ausgleichen muss. Aber wie viel? Auch das will erflogen werden, wobei ich den Sekundenkleber, um den Rumpf wieder und wieder zu flicken, nie weit weg lege. Immerhin ergeben sich dadurch ja auch die Innovationen wie den teilbaren Rumpf.

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Letzten Sonntag war dann wieder mal Erstflug. Mit dem längeren Rumpf wusste ich nun wieder nicht, wo der Schwerpunkt sein musste. Schon mit der ersten Sekunde merkte ich: Viel zu weit hinten! Das Problem ist dann, dass das Modell zwar erst mal irgendwie eiernd in der Luft bleibt, aber praktisch nicht auf die Ruderbewegungen reagiert. Mist: Denn Zack! stecke es in einem Baum, und zwar ziemlich weit oben. Grmpf.

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Da hatte ich es zwar relativ schnell wieder rausgeholt, und es war auch praktisch kein Schaden entstanden. Aber das Akkukabel ist leider zu kurz, um den Akku zum Einstellen des Schwerpunkts noch weiter nach vorn schieben zu können. Da muss ich noch ne Verlängerung zusammenlöten. Aber vorher muss ich mir Gedanken über Verbindung und Befestigung der Tragflächenhälften machen. Denn beim letzten Flugversuch ist „Etne“ in der Luft auseinander gebrochen und in mehreren Einzelteilen zu Boden gepurzelt. Und das weil sich die Flächenhälften von einander gelöst haben. Da muss ich noch mal bei. Dummerweise sind die Querruder einmal durch den Propeller gerattert: Weiterer Reparaturbedarf. Aber ich bleibe noch zuversichtlich, dass der Flieger irgendwann einigermaßen ordentliche Flugeigenschaften bekommt.

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[Fusselflieger] Graupner Condor (1958)

Dienstag, 11. September 2012 22:01

Na gut. Ist kein Flieger. Aber noch ne neue Rubrik? Ne, ne. Ich könnte ja ein Tragflächenboot davon bauen.

Wovon..?

Von der Condor. Die hat mein Vater 1957/1958 gebaut. Genau gesagt zwischen dem 28.12.1957 und dem 4.3.1958. So hat er es handschriftlich im Modell vermerkt. Das Boot hat er dann wohl offensichtlich zu Weihnachten als Modellbausatz geschenkt bekommen. Alles einzelne Holzteile. Nix da mit GFK-Rumpf oder so! Schön, Spanten und Leisten passend sägen und dann schleifen, schleifen, schleifen. Auch die kleinen Fensterrahmen: Alles fein mit der Laubsäge ausgesägt!

Es stand dann jahrelang in seinem Arbeitszimmer auf dem Schrank, wo wir es als Kinder immer bewundert haben.

Als ich so 14 oder 15 war, haben wir (meine beiden älteren Brüder und ich) das Boot reaktiviert und mit einer Fernsteuerung (2 Kanal!) ausgestattet. Das größte Problem war der Rumpf, der etliche Lücken und Spalten zwischen den einzelnen Leisten aufwies. Den haben wir damals, wenn mich nicht alles täuscht, mit Polyester-Harz abgedichtet. Fortan schwamm das Bötchen wieder und wir kloppten uns drum, wer wie viel Minuten vom Akku leer fahren durfte. Dann geriet das Boot wieder in Vergessenheit und es stand wieder auf dem Regal herum, diesmal im Keller, und staubte ein.

Ich fragte meinen Vater dann neulich, ob es für ihn in Ordnung wäre, das Boot wieder flott zu machen. Neuer Motor, neue Fernsteueranlage, vielleicht ein paar Spaßfunktion, aber vor allem neuer Lack und so.

Nun hab ich erst mal den Ist-Zustand festgehalten. Sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus. 🙂

Graupner Condor-001

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[Fusselflieger] Auf dem Wasser gibt's keine Bäume

Dienstag, 14. August 2012 8:50

Neulich war es soweit. Bislang hatte ich ja wenig bis keine Erfahrungen mit den gemeinen Springbäumen, die einem im letzten Moment in die Landebahn springen. Vor dem Baum vorbei und dann tief rein zum Landen, dachte ich. ZACK!!! Da machte der Baum einen Schritt vor und schon steckte der Flieger im Baum. Tja. Leicht verschätzt. 🙁 Glücklicherweise ließ er sich mit ein bisschen Schütteln aus den Fängen der Natur befreien.

Den Flieger (meine vom Vize und seiner Holden geschonken gekrochene Icon312) hatte es so medium stark erwischt: Der Rumpf war an seiner Schwachstelle, direkt hinter der Tragfläche fast komplett durchgebrochen. Noch ein Ruck, und ich hatte zwei Teile in der Hand. JETZT MUSS WAS NEUES HER! war natürlich mein erster Gedanke. Ein Blick auf den Kontostand vereitelte dann aber die Expressbestellung. Stattdessen schaute ich mal, was die Bastelbude so hergab: Ein Fläschchen dünnflüssiger Sekundenkleber stand bereit, außerdem lagen noch ein paar Kohlefaserstäbe rum. Naja, und einen ganzen Haufen Bespannfolie hatte ich auch mal von den beiden bekommen, die mir den Flieger überlassen hatten (sagte ich eigentlich schon, dass ich den Flieger selbstredend in leicht angeknackstem Zustand bekommen hatte..?)

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Nach dem Entfernen eines Teils der Rumpfbespannung (nur nicht zu viel, macht ja Arbeit, das alles neu zu machen!), habe ich den Rumpf mit ein paar Kohlefaserstäben geschient und wieder zusammengeklebt. Das sollte für’s erste halten und auch die „Sollbruchstelle“ etwas verstärken. Ich bin schon gespannt, wo der Rumpf als nächstes bricht… Die Wahl für die neue Teilbespannung fiel dann auf blau-transparent. Das sah schon an Erwin dem Porösen so schmuck aus. Tjoa. Und schon war die Mühle wieder fertig.

Angesichts des drohenden Urlaubs (auf dem Wasser), hielt ich es für eine gute Idee, das ganze Gerät auch noch auf die seit Jahren arbeitslos in der Ecke rumschimmelnden Schwimmer zu stellen. Immerhin: Skier hatte ich schon mal ans Fahrwerk gebastelt. Das sah, mit Gummibändern abgespannt etwas komisch aus, aber besser so, als wenn die Skier beim Flug nach unten klappen. Das bremst dann doch ziemlich plötzlich. Naja, allerdings war die Mühe insofern vergebens, weil ich beim Fliegen im Winter auf unserer vereisten und verschneiten Bucht nicht daran gedacht hatte, dass der Akku bei den geringen Temperaturen deutlich an Leistung verliert. Und so gab’s eine Bauchlandung, die von meiner Beraterin in allen Lebenslagen denkwürdig eingefangen wurde.

Das Fahrwerk war von Anfang an ein Schwachpunkt. Schon bei der kleinsten härteren Landung knackte es aus dem Rumpf. Und gerade wenn man wie ich „wild“ fliegt (was nicht heißt, dass ich wie ein Wilder fliege, sondern in der Wildnis, abseits gemähter und gewalzter Rasenflächen), bleiben ungewiss verlaufende Landungen nicht aus. Selbst kleine, M3er Kunststoffschrauben als Sollbruchstelle halfen nicht. Eine dünne Sperrholzplatte, an dem die Fahrwerksbeine nun befestigt sind, konzentrierten die Reparaturen dann stets auf diesen Punkt. Inzwischen habe ich eine federnd gelagerte Variante installiert. Da bin ich auf die ersten härteren Landungen nun mal gespannt! Aber erst mal waren ja die Schwimmer dran. Die waren schnell an den Fahrwerksbeinen montiert und hinten am Rumpf mit einem Stahldraht abgestützt. Für meine ersten Versuche mit der Piper auf dem Wasser hatte ich bereits ein Wasserruder montiert. Das Servokabel musste ich nur auf einen freien Kanal des Empfängers stöpseln und am Sender mit dem Seitenruder verkuppeln. Das geht einfach. Übrigens reicht ein Ruder an einem Schwimmer völlig. Das Ruder am zweiten Schwimmer kann man sich sparen.

Wichtig beim Fliegen auf dem Wasser ist ja, die Elektronik gut gegen Spritzwasser zu schützen. Regler und Empfänger sowie Seiten- und Höhenruderservo sitzen einigermaßen geschützt im Rumpf. (Einen Kopfstand, wie ich ihn schon mal mit der Puddle Twin fabriziert hatte, möchte ich mit der Icon allerdings nicht erleben.)

Die Querruderservos auf der Unterseite der Tragfläche machten mir aber etwas Sorgen. Und womit verpackt man die am besten? Genau, mit Servoverpackung. Ruckzuck waren 2 Blisterverpackungen, die aus gutem Grunde (kann man ja immer noch mal gebrauchen!) noch nicht in den gelben Sack gewandert waren, zurecht geschnitten und mit Tesa an den Tragflächen angeklebt. Die Anlenkungsstangen verlaufen durch kleine Löcher. Da kommt praktisch kein Wasser durch. Stattdessen knarzt es jetzt lustig beim „Querrudern“. 🙂

Die Testflüge auf dem Wasser am vergangenen Wochenende verliefen einigermaßen erfolgreich, allerdings haben die Schwimmer die Tendenz, am Wasser zu kleben. Die Stufe im unteren Profil ist auch nicht besonders ausgeprägt. Vielleicht ist die Lage der Stufe zum Schwerpunkt auch noch nicht optimal. Aber egal, das Flugzeug lässt sich zum Fliegen überreden und fliegt dann auch trotz der „Luftbremse“ und des Zusatzgewichts der Schwimmer ganz ordentlich durch alle möglichen Figuren.

Am Ende des zweiten Fluges musste ich dann aber doch in das glücklicherweise bereitstehende Kanu steigen. Von wegen, auf dem Wasser gibt’s keine Bäume! Da hatte sich der Flieger mit einem Schwimmer doch beim Zurückfahren auf dem Wasser in einem kleinen Ast verfangen!  Ich sollte mal über einen Rückwärtsgang nachdenken …

 

 

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[Fusselflieger] Fläsch. Der Schluck in der Kurve

Donnerstag, 9. August 2012 9:30

Der erste Fusselflieger-Beitrag soll meiner Fläsch gehören. Ein echter Recycling-Flieger.

Ich hatte von einem Modellflieger einen Karton voller EPP-Reste bekommen, darunter auch zwei Flächenhälften, die zusammen (auf gleiche Größe geschnitten) eine Spannweite von 78 cm ergaben.

Tja, ich dachte erstmal, sowas wie ne Yak 55 zu bauen. Ein runder Rumpf, vorn einen Ditto rein usw. Ein Ditto ist ein selbstgebastelter Motor aus einem Ditto-Streamer-Antrieb. Für den Rumpf wollte ich als Formhilfe ne Wasserflasche nehmen… Naja, und dann habe ich eben gleich die Flasche selbst als Rumpf genommen. Als Ausleger nach hinten so ein Elektro-Installationsrohr mit nem Depronleitwerk. Die Ruder sind über Zahnseide mit den Servos verbunden und angelenkt.
Den 18N20P-Ditto mit 3-Blattprop habe ich inzwischen gegen einen 9N12P ausgetauscht. Das Fahrwerk besteht aus Resten, die von meinen beiden GWS-Corsairs übrig geblieben sind.

Naja, und wie fliegt das Ding? Tja, geht so. So wie es aussieht. Wie ein Schluck in der Kurve! Ich war ja  damals, 2005, noch nicht so der Profi, so dass es mir schwer fiel, die Flugeigenschaften so zu deuten, um entsprechende Einstellungen vorzunehmen. EWD (Einstellwinkeldifferenz) und so sind mehr Glückssache. Auf’m Höhenruder hatte ich mit den anfänglichen Ausschlägen dauernd hässliche Strömungsabrisse. Die ein oder andere harte Landung war da keine Seltenheit. Ich hatte jedenfalls überlegt, ob ich nach nem Absturz evtl. noch Pfand für die Flasche kriege. Aber mit den Löchern..?

Zuerst musste ich mal den Schwerpunkt erfliegen. Ich hatte ihn viel zu weit hinten. War aber kein Problem. da ich den Akku weit genug nach vorn schieben konnte. Dann ist mir beim Starten/Landen der ein- oder andere Propeller draufgegangen. Irgendwann hatte ich den Dreh aber einigermaßen raus. Man muss mit Schleppgas landen, da er/sie/es schlecht segelt. Wenn er zu stark „hinklatscht“, federt das Fahrwerk zu stark, so dass er sofort einen Kopfstand macht. Beim Bodenstart ist mir anfangs das Seitenruder abgerissen, da habe ich unten noch einen cm abgeschnitten…

Die Probleme mit den Strömungsabrissen am Höhenruder blieben. Das war nicht so schön. Mit kleineren Ausschlägen ging’s dann. Die Leistung ist sehr gut mit dem Ditto, Dürfte zum Torquen reichen, das kann ich aber nicht. Sieht halt einfach verrückt aus. Böte sich vielleicht für eine Beleuchtung an mit dem durchsichtigen Rumpf. Für mich, mit meiner seinerzeit geringen Flugerfahrung war das Teil als Kunstflugtrainer voll in Ordnung.

Ich hab dann mal meine Beraterin in allen Lebenslagen gefragt, ob sie meinen Flieger bemalen möchte. Was sie dann auch getan hat! Sie hat schon in der Vergangenheit ziemlich viele Ostereier und so mit ähnlichen Mustern bemalt.  Die Grundfarben rot/blau sind (von mir) gesprüht mit Dupli-Color Styrolack. Dann hat sie mit Plaka-Lack gepinselt. Ist ziemlich Hippie-mäßig geworden. Ich find´s immer noch geil. Der/die Fläsch hat damals im Verein schnell einen relativ hohen Bekanntheitsgrad erreicht: „Ach, da kommt er wieder mit seiner Flaschenpost/Pfandflasche“ usw. Jeder hat sofort ein Lächeln im Gesicht!

Zwar ist die Fläsch derzeit außer Dienst gestellt. Aber sie steht immer noch mit ihrer stolzen Lackierung auf dem Regal. Irgendwann wird sie wieder fliegen. Davon bin ich überzeugt.

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Einen Film von einem der ersten Flüge hab ich auch noch gefunden. Leider ist die Qualität ziemlich bescheiden.

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