Beitrags-Archiv für die Kategory 'Das Leben, das Universum und der ganze Rest'

Alle Jahre wieder

Samstag, 24. Dezember 2016 13:56

Last xmas – my revenge

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Ist die Cola zuckerlos, klebt sie nicht auf deiner Hos’

Samstag, 18. Juni 2016 14:33

Stadterkundungen sind anstrengend. In Paris allerdings hat man beste Möglichkeiten, sich in einem der zahllosen Straßencafés zu erholen und den umtriebigen Parisern bei ihrer Geschäftigkeit nachzublicken.

ColaZur Erfrischung bestelle ich mir eine Cola, und zwar die Light-Version. Zu viel Zucker ist schließlich nicht gut. Und normale Cola besteht ja praktisch nur aus Zucker. Der Kellner setzt die Cola wenig gefühlvoll auf dem Tisch ab: Eine kleine Flasche sowie ein Glas mit Zitronenscheibe und einer großen Menge Eiswürfel. Schnell die Flasche ins Glas umgefüllt und rein mit dem süßen Zeug, so der Plan. Ich greife das Glas, schaffe es gerade noch, es in meine Richtung zu bewegen, als es “knack” macht und der dicke Glasboden hinunterfällt.

Ich gehe nicht davon aus, dass ich einen besonders intelligenten Gesichtsausdruck zustande bringe, als ich nunmehr praktisch ein Stückchen Glasrohr in der Hand halte, während der Glasboden niederdonnert und sich die Cola in einem Schwung auf meiner Hose ausbreitet. Glücklicherweise nicht direkt in den Schritt, sondern mehr seitlich. Nass bin ich trotzdem.

Während mir der Kellner ein neues Cola-light-Gedeck bringt, versuche ich, den größten Teil der Flüssigkeit mit Papierhandtüchern und Servietten abzutupfen, was mir natürlich nur leidlich gelingt. Meine Hose bleibt erstmal ein größeres Feuchtgebiet. Prima, denke ich. Jetzt kannst du den Rest des Tages (der Eiffelturm und Lafayette standen mindestens noch auf dem Programm) in einer klebrigen Buchse rumlaufen. Aber, oh Wunder! Die Cola trocknet langsam, aber ist kein bisschen klebrig dabei. Klar, klebrig wird sie durch den Zucker. Nicht nur aus Kaloriengründen war die zuckerfreie Variante also eine gute Wahl.

(Zu untechnisch für’s Techniktagebuch, daher hier)

 

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Prince :/

Donnerstag, 21. April 2016 21:57

Einer der größten Musiker ist gestorben.

„While my guitar gently weeps“ ist alles andere als ein typischer Prince-Song. Hier gespielt zu Ehren von George Harrison, der den Song komponiert hat, ab etwa 3:30 mit einem sagenhaften Gitarrensolo*. Dieses Video habe ich mir sicherlich bislang am häufigsten von allem angesehen, was es auf Youtube gibt. Passt gerade ganz gut zur Stimmung.

Ich hatte das Glück, Prince vor ein paar Jahren in bester Laune in der Waldbühne zu erleben. Unvergesslich.

Prince_01

Prince ist tot, aber seine Musik wird weiterleben.

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*Wo landet die Telecaster?

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Was ist an Satire eigentlich so schwer zu verstehen?

Mittwoch, 13. April 2016 9:19

„Oh, ne, nicht der auch noch!“, werden nun einige denken. Dann bitte weiterklicken. Ich maße mir dennoch an, ein paar Gedanken aufzuschreiben, die mir im Zusammenhang mit Böhmermanns sogenanntem Schmähgedicht nicht ganz unwichtig sind. Die Kanzlerin meint, es sei bewusst ehrverletzend gewesen, was er da gesagt hat. Na klar war es das. Das sollte ja auch so sein. Eine Vorverurteilung sehe ich darin nicht. Er hat es ja nicht einfach dahingesagt, sondern geplant.

Der Kern der Frage ist doch, was ist Satire und was darf Satire?

Der zweite Teil lässt sich einfach beantworten: „Alles.“ Vielleicht etwas eingeschränkt: Alles, was sich mit Worten und Bildern ausdrücken lässt.

Was Satire ist, lässt sich schwerer beantworten. Wenn ich hier etwas schreibe, wird man das nicht unbedingt als Satire erkennen können, ich müsste es wohl erkennbar markieren. Bei einem Format wie dem Neo Magazin Royale ist das einfacher: Die Sendung ist von vornherein nicht als ernst zu nehmendes Livestyle- oder Feuilletonmagazin angelegt, sondern eben als Satiremagazin. Wer das bereits nicht erkennt, sollte einfach immer nur die Tagesschau oder, um beim ZDF zu bleiben, „heute“ gucken. Dort werden keine Witze gemacht. Bei jeder anderen Sendung kann man sich nicht unbedingt sicher sein, also Vorsicht!

Wir leben ja in Zeiten ausgeprägter Empörungskultur, die sich insbesondere gern an Medienschnippseln hochzieht. Ein Zitat, aus dem Zusammenhang gerissen: Der Mob grölt und postet und liked, als gäbe es kein Morgen mehr. Für die Ergründung des Gesamtzusammenhangs ist die Zeit zu knapp, das Datenvolumen zu gering. Man hat es sich schlicht abgewöhnt, Informationen zu hinterfragen. Man will sich an dem Fragment aufgeilen. Kontext ist irrelevant. Will man Böhmermanns Schmähgedicht einzuordnen verstehen, darf man den Zusammenhang eben nicht außer Acht lassen. Das wird auch die Justiz nicht tun, die sich nun wohl damit zu beschäftigen hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bundesregierung im Rahmen des ominösen „Majestätsbeleidigungsparagraphen“ einer Strafverfolgung zustimmt, um gegenüber dem Erdogan das Gesicht wahren zu können. M. E. reicht aber auch die persönliche Strafanzeige von Erdogan schon, damit die Staatsanwaltschaft tätig werden kann, Bundesregierung hin oder her. Eine Zustimmung der Regierung würde m. E. mit dem Wissen erfolgen, dass der Sachverhalt nicht für eine Verurteilung reicht. Wenn das anders käme, muss ich mal schauen, wo man die Austrittsformulare aus diesem Land herunterladen kann.

Satire ist immer, aus irgendjemandes Sicht, verletzend, anstößig, ehrabschneidend, widerlich und damit alles andere als schön. Es sei denn, man ist nicht betroffen. Dann kann man vielleicht drüber lachen, aber auch nur vielleicht. Das Beispiel drängt sich ja geradezu auf: Charlie Hebdo: „So nah am Ziel. 2 Menüs für Kinder zum Preis von einem.“ mit Bezug auf das Foto von dem toten Flüchtlingskind, das am Strand liegt. Der Cartoon ist geschmacklos, er ist verletzend, aber bei aller Grausamkeit nimmt es die brutale Realität auf’s Korn. Volltreffer ist, wenn sich alle aufregen. Und ja, ich stehe immer noch hinter „Je suis Charlie“. Auch trotz oder wegen einer solchen Karikatur. Weil es möglich ist und möglich sein muss, dass jemand im Rahmen eines satirischen Mediums seine Meinung so kundtut. Gut oder schlecht sind subjektive Maßstäbe. Die haben bei der Frage, ob etwas zu verbieten ist, nichts zu suchen.

Wer nun daherkommt und meint, dass Böhmermann sein Gedicht doch nicht hätte aufsagen dürfen und, weil er es gemacht hat, dafür bestraft gehört, hat die Freiheit der Kunst, zu der auch Satire gehört, nicht verstanden. Nur, weil es einem nicht gefällt, ist es noch lange nicht verboten. Den Nazis gefielen bestimmte Bilder und Bücher nicht. Sie haben sie verboten und verbrannt. Dass das nicht richtig war, ist heute wohl allgemeiner Konsens.

Böhmermann stellt sein Gedicht in einer satirischen Sendung in einen Gesamtzusammenhang, um im Vergleich zum Extra-3-Beitrag, in dem eigentlich nicht mal großartig etwas erfunden wurde, zu zeigen, was gerade nicht mehr erlaubt ist. Aber er deutet es nicht an, sondern sagt es konkret. Das ist beinahe so, wie wenn man jemandem kräftig vor’s Schienbein tritt und dann sagt: „Das darfste nicht machen, das ist verboten.“ Geschmacklos und verletzend. Nur ist das eben unmittelbare körperliche Gewalt. Da kann man noch so oft mit den Augen zwinkern und „War nicht so gemeint!“ sagen. Satire ist das nicht. Wenn Böhmermann aber nicht als Privatmann in einem ernsten Rahmen, sondern in seiner satirischen Sendung ein paar verbale Entgleisungen vom Stapel lässt, dann ist das Satire. Muss man nicht gut finden, aber eben hinnehmen. Auch ein Staatsoberhaupt. Und ein Papst. Und eine Bundeskanzlerin. Vielleicht auch ich einmal.

 

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Es ist nicht für die Menschen.

Mittwoch, 28. Oktober 2015 9:11

Ein sehr guter, sehr kluger Freund von mir sagt sehr oft, weil sich dauernd Gelegenheit dazu bietet:

„Es ist nicht für die Menschen.“

Jedes Vorgehen, jede Entscheidung über das öffentliche Zusammenleben und Wirken von Seiten der Politik muss sich der Frage unterwerfen: „Ist es für die Menschen?“ Da sie Volksvertreter sind, muss die Antwort stets „ja“ lauten.

Gestern eine kaum durchschaubare Entscheidung zur Netzneutralität. Die Nachrichten vermelden: „EU sichert Netzneutralität“, Online-Medien „EU schafft Netzneutralität ab“. Wenn Entscheidungen so auslegbar sind, sind sie nicht für die Menschen.

Man möchte einen Flughafen bauen. Man sucht sich einen Standort aus, der an den Startbahnenden besiedelt ist. „Eine politische Entscheidung für den Standort.“ Ist es für die Menschen? Nein. Wenn man schon betonen muss, dass es eine politische Entscheidung sei, hat man bereits aufgegeben, dass es eine Entscheidung für den Menschen sein könnte. Denn dann hätte man dieses Erklärungsadjektiv „politisch“ gar nicht gebraucht.

Brandschutz. Man bekommt einen Flughafen (am falschen Standort) nicht in die Gänge, weil (überwiegend) der Brandschutz nicht in den Griff zu kriegen ist. Sind die Brandschutzbestimmungen wirklich für die Menschen (so viele Großbrände gibt es ja nicht), oder baut man eher gegen den finanziellen Katastrophenfall der Versicherer? Ist es für die Menschen? Nein.

Eine 350 m lange, extrem kaputte Hauptstraße in meinem Viertel wird nach Jahren des Wartens erneuert. Das soll rund 3 Jahre dauern. Man schafft also gut 30 cm am Tag. Ist es für die Menschen, ein bisschen Baukosten zu sparen, weil man den billigsten Anbieter genommen hat, aber nun stehen jahrelang Tausende Menschen im Stau? Nein. (Nebenaspekt ist, dass im Stau Stehen volkswirtschaftlich gesehen auch schädlich ist.)

Staatsunternehmen, die den Grundbedürfnissen der Menschen dienen (ÖP(N)V, Wasser, Energie) werden privatisiert. Wenige können nun Gewinne aus den Unternehmen absaugen. Ist das für die Menschen? Nein.

Da wird über ein Freihandelsabkommen verhandelt, aber alles geschieht hinter verschlossenen Türen. Das macht man nur, wenn man etwas zu verbergen hat. Ist das für die Menschen? Nein.

Die Bevölkerung steht unter Generalverdacht, angeblich Terroranschläge zu planen, weswegen man ihre gesamte elektronische Kommunikation überwachen und speichern muss. Ist das für die Menschen? Nein.

Ist es für die Menschen, wenn man behauptet, alle seien vor dem Gesetz gleich, aber irgendwie stimmt das nicht, weil nicht alle überall hinreisen dürfen, wohin sie wollen, um dort ihr Glück zu versuchen, solange sie nicht unter Lebensgefahr geflohen sind, was sie auch noch nachweisen können müssen?

Auch wenn ich alles andere als Fußballfan bin: Ist es für die Menschen, wenn man sich Gelder hin- und herschiebt, um Werbeeinnahmen zu maximieren (das Geld kommt letztlich von den Fans) und um Tourniere in politisch fraglichen Systemen auszutragen?

Ich würde mir wünschen, dass sich Entscheider wieder öfter unvoreingenommen, unbeeinflusst und unabhängig die Frage stellen:

„Ist es für die Menschen?“

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Differenzierter Egalismus

Freitag, 9. Januar 2015 21:40

Ich bin froh, dass ich im freien Entschluss vor ein paar Jahren aus der Kirche ausgetreten bin. Ich bin gerade jetzt – nach den Anschlägen von Paris – darüber froh, weil ich damit zu einer Gruppe weniger gehöre, für die ich meine, mich einsetzen zu müssen, wenn sie angegriffen wird, durch was oder wen auch immer. Man ergreift ja so leicht Partei für etwas, das einem wichtig ist. Es ist mir inzwischen schlicht und ergreifend egal, wer was über welche Religion sagt. Das ist gut. Wenn das so ist, nennt man das wohl pragmatischen Agnostizismus. Einfach ausgedrückt, glaube ich nicht an einen Gott, aber ich glaube auch nicht, dass es bestimmt keinen Gott gibt, wie Atheisten das tun (am Rande: Ich bin überzeugt, dass die meisten Atheisten eigentlich auch Agnostiker sind).

Ich verkenne nicht, dass der Glaube für Menschen, denen es z. B. in irgendeiner Weise schlecht geht, eine Stütze sein kann. Der Mensch lebt in schlechten Zeiten von der Hoffnung.  Die Erlösung, wie auch immer die aussehen mag, kann den Menschen hilfreich sein, um die tägliche Challenge zu meistern und Kraft zu schöpfen. Zum Glück geht es mir so gut oder bin ich so aufgeklärt, dass ich das nicht nötig habe.

Seit den Gräueltaten in Paris ist in den sog. sozialen Medien richtig Stimmung. Man ist zwar einerseits irgendwie natürlich gegen Gewalt, vor allem, wenn sie aus religiösen Erwägungen heraus begangen wird, aber man hat kein Problem damit, sich teilweise übelst zu fetzen, wenn es darum geht, ob denn nun im Namen der einen oder anderen Religion irgendwann in der Menschheitsgeschichte nicht auch mal gemordet wurde, ob das vergleichbar ist oder schlimmer, weniger schlimm, irgendwie anders und überhaupt. Ruckzuck ist man bei den Kreuzzügen und „den bösen Christen“. Man ist nicht zimperlich damit, pauschal alles zu verunglimpfen, was mal als Säugling über den Rand eines Taufbeckens geschmult hat. Klar. Es sind natürlich ALLE Christen. Wenn man lange genug wühlt, gibt es wohl immer einen oder mehrere Religionsangehörige, die mal was Böses getan haben und sich dabei auf „ihren Gott“ berufen haben. Schaut euch auch mal diesen sagenhaften Comic von Pablo Stanley an, der das immer immer immer aktuelle Lied „Imagine“ von John Lennon illustriert hat.

Gerade in einer Zeit, in der die Folgen von Gewalttaten von der Gesellschaft zu meistern sind, ist es unheimlich wichtig, Augenmaß zu bewahren. Nicht alle über einen Kamm zu scheren, zu differenzieren. Und überhaupt mal genau hinzuschauen. Stimmt es überhaupt, dass die Gewalttäter im Namen des Islams als gewaltbereite Islamisten unterwegs waren, auch wenn sie das rausgebrüllt haben mögen? Oder sind es vlt. einfach geistig gestörte, traumatisierte, irrgeleitete (meist männliche) Heranwachsende*, wie sie auch als Amokläufer in Schulen in Deutschland oder Amerika rumballern (dort meist ohne Religionshintergrund)? Ich weiß es nicht. Ich glaube nur, dass es falsch ist, solche Vorfälle nur durch die Religionsbrille zu sehen, auch wenn es noch so bequem ist. Auch andere Gewalttäter haben immer wieder vorgegeben, im Sinne irgendeiner höheren Sache zu handeln und damit eine gute Sache zu kapern, die vielen, vielen Menschen eine gemeinsame Heimat in der Ausrichtung ihres Lebensmottos gibt.  Was, wenn mal son Irrer statt den Namen einer Gottheit „BVF Schalke 05“ ruft, bevor er sich in die Luft sprengt? Alle Fußballfans verunglimpfen oder nur die eines gewissen Vereins? Bestimmt nicht, aber es ist auch schon nicht komisch, wenn gewaltbereite Testosteronüberproduzenten sich wegen einer Kunstlederpille an die Gurgel gehen ohne sich gleich gegenseitig umzubringen.

Ich rege daher zum differenzierten Egalismus an. Leute, denkt nach, ob ihr gerade mit der Pauschalsense die Meinung eines anderen niedermähen wollt oder ob es nicht vielleicht doch angemessen ist, etwas genauer hinzusehen. Sind die Dinge wirklich so einfach, wie sie im ersten Schein der Schwarzweißmalerei aussehen? Und, vor allem, überlegt, ob es sich nicht eher lohnt, die ganze Situation zu entschärfen, wenn man mit einem genuschelten „Machwoh’sein“  etwas Druck vom Kessel nimmt. So wichtig ist das doch alles gar nicht.

Ich sollte selbst viel öfter gelassener sein.

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*Das habe ich mir nicht allein ausgedacht, aber ich hab die Quelle vergessen.

 

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Die Sache mit dem (Prof)x – determin

Donnerstag, 20. November 2014 10:44

[Disclosure: Ich begebe mich hier auf ganz dünnes Eis, weil ich von Sprache, Ethik und Gender Studies wenig bis gar keine Ahnung habe. Ich habe mir halt einfach mal meine Gedanken zu dem Thema für den Alltag gemacht. Als Ingenieur gehe ich das „pragmatisch-konstruktivistisch“ an und konstruiere ein neues Sprachgeschlecht.]

 

Die Sache mit dem x?

Schon falsch. Es geht nicht um die Sache. Um etwas Sächliches, also einen Gegenstand. Es geht um Menschen. Menschen, die sich weder männlich noch weiblich fühlen. Damit sind sie aber keineswegs sächlich oder ein Neutrum. Sondern jemand, für den (an dieser Stelle sieht mein althergebrachtes Sprachgefühl die männliche Form vor, die ich vorab auch gebrauchen möchte, auch wenn es inzwischen überholt sein mag) es derzeit keinen Geschlechtsbegriff gibt. Dabei haben sie aber zweifellos das Recht, nicht in eine der beiden Schubladen gesteckt zu werden. Eine dritte muss her. Das dauert natürlich seine Zeit, bis sich sowas durchsetzt. Vielleicht stellt man irgendwann auch fest, dass man noch mehr Sortiervarianten braucht. Dann ist das eben so. Wer damit ein Problem hat, ist selbst ein Problem.

Die deutsche Sprache ist eh schon kompliziert, da kommt es auf ein Geschlecht mehr oder weniger auch nicht an. Erst mal einen Begriff finden. Ich finde, er sollte mit „in“ enden, um die Zugehörigkeit zu einer geschlechtlichen Personengruppe als Abgrenzung zum Sächlichen zu verdeutlichen. Er sollte nicht mit m, f oder n anfangen, damit man ihn eindeutig abkürzen kann, am besten aber auch nicht w oder s (weiblich, sächlich). Also ein … (*nachdenk*) … „d“. determin (Betonung auf dem „de“ bitte). Das ist insofern auch schön, weil „determine“ im Englischen festlegen bedeutet. Also nix nebulöses, sondern etwas determiniertes, etwas bestimmtes.

Probleme bereitet uns hier als erstes die 3. Person singular: maskulin – feminin – neutral. Die Personalpronomen verteilen sich ja derzeit folgendermaßen in der 3. Person Singular:

m / f / n

Fall

Nominativ  er sie es

Genitiv          seiner ihrer seiner

Dativ             ihm ihr ihm

Akkusativ    seiner ihrer seiner

 

Bei Genitiv, Dativ und Akkusativ machen wir es uns ganz einfach. Maskulin und neutral sind jeweils gleich, als sollen feminin und determin das auch sein. Im Nominativ beginnen die maskuline und neutrale Form mit „e“, also soll die determine Form auch mit „s“ wie die feminine Form beginnen und auch drei Buchstaben haben. Lann Hornscheidt hat in diesem Zusammenhang das „x“ eingeführt. Das kann man gut aufgreifen: six. Bedeutet im englischen „6“, das klingt im deutschen wie „sex“, also drückt es über ein paar gedankliche Umwege etwas (sprach)geschlechtliches aus, ohne für maskulin oder feminin Stellung zu beziehen.

Damit sieht unsere Personalpronomentabelle nun so aus:

m / f / n / d

Fall

Nominativ  er sie es six

Genitiv          seiner ihrer seiner ihrer

Dativ             ihm ihr ihm ihr

Akkusativ    seiner ihrer seiner ihrer

Der Artikel wäre natürlich „dix“. Ansonsten basteln wir das so ähnlich wie oben zusammen:

Nominativ  der die das dix

Genitiv          des der des der

Dativ             dem der dem der

Akkusativ    den die das dix

Für den analogen Begriff zu Mann/Frau schlage ich „Dert“ vor. Der Wortstamm ergibt sich doch ganz gut und es klingt auch nicht doof oder so. Als Analogwort zu „Herren“ und „Damen“ ließe sich mit einigem Nachdenken aber auch etwas finden. Z. B. um dixjenigix, aufzugreifen, durch dix ich auf dieses Thema gestoßen bin: „Lann“ und „Lännix“. Muss aber nicht sein.

Lann Hornscheidt möchte mit Profx bzw. Professx angesprochen werden. Das ist natürlich etwas zungenbrecherisch in der Aussprache und vom Schriftbild arg ungewohnt. Für die Akzeptanz sollte man es den Mitmenschen vielleicht auch nicht zu schwer machen. Es sollte für meinen Geschmack durch einen Vokal ergänzt werden. Professix. Klingt nach Asterix? Ja und? Das ist ja nichts Negatives. Asterix ist ein Kerl? Solche Ähnlichkeiten werden sich wohl nicht vermeiden lassen, und sind ja nun auch in der restlichen deutschen Sprache keine Ausnahme. Man denke nur an die Vornamen Sönke und Wiebke. Viele Wörter enden auf die gleiche Silbe trotz unterschiedlichen Sprachgeschlechts. Immerhin hätte die Endung „ix“ wiederum große Ähnlichkeit mit „meinem“ Personalpronomen „six“. Der Professor, die Professorin, dix Professix. Lann Professix Müller. Kann man doch sagen? Und bei so Begriffen wie „mein“ Professor, „meine“ Professorin bildet man dann eben meinix Professix.

Ungewohnt, kann man aber mal drüber nachdenken.

 

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Zu spät für Unpünktlichkeit

Mittwoch, 12. November 2014 22:43

Er ist so toll, ihr Beitrag. Jeder einzelne Buchstabe in dieser Kombination wie bei @E13Kiki  könnte von mir sein (zumindest inhaltlich).

WIE ICH UNPÜNKTLICHKEIT HASSE!!!

Danke für diesen wichtigen Beitrag, den sich verdammt viele mal bitte schön vor die Stirn tackern sollen!

Jedenfalls ist es nun zu spät für mich, einen Artikel über Unpünktlichkeit zu schreiben. Danke für die ersparte Zeit. 😉

Tolle Uhr

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9. November 1989 – Was für ein Tag!

Donnerstag, 6. November 2014 21:04

Ja. Für ganz viele.

VERDAMMTE AXT. ICH WEIß NICHT MEHR, WAS ICH AM 9.11.1989 GEMACHT HABE!

Ich wohnte tief im Westen, war 19, hatte im Sommer mein Abi gemacht, mich für einen Studiengang eingeschrieben, den ich nicht studieren wollte (lange Geschichte), meine Kumpels zogen weg und studierten das und dort, was und wo sie wollten, oder waren beim Bund. Und ich machte in der Zeit diverse Praktika oder schweißte einen Fiat 500 wieder zusammen.

Ich glaube, ich habe Magnum geguckt. Kam das donnerstags? Ne, dienstags, oder?

ICH WEIß ES NIMMER!!! Mein älterer Bruder nannte mich Higgins mit Spitznamen. Das weiß ich noch.

Nachtrag:

Hier noch der Song, der meine Situation perfekt beschreibt. Die Rodgaus ab ich damals tatsächlich viel gehört.

 

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Die bunte Polizei-Torte

Donnerstag, 30. Oktober 2014 10:04

Kürzlich saß ich in einer Veranstaltung, in der es um polizeiliche Geschwindigkeitsmessverfahren ging: Neue Verfahren und wie sie zugelassen und in Verkehr gebracht werden, Änderungen älterer Verfahren, und wie sie an den neuesten Stand der Technik angepasst werden, Fehlerquellen, Schwachsinnigkeit Unvermögen von Gutachtern und so. Das Übliche. Teilnehmer waren größtenteils Polizei- und Eichbeamte, Vertreter der Hersteller und ein paar versprengte Sachverständige.

Unter anderem erhielt ein Vertreter der Polizei das Wort, um den Anwesenden einmal mehr zu erklären, warum Geschwindigkeitsüberwachung erforderlich ist. Natürlich bemühte er Statistik. Er zeigte ein buntes Tortendiagramm, aus dem klar hervorging, dass „nicht angepasste Geschwindigkeit“ Unfallursache Nummer eins ist.

Polizeitorte

(Quelle)

Das nimmt man ja im Grunde als Binsenweisheit hin. Wenn’s gekracht hat, war höchstwahrscheinlich einer zu schnell. Is‘ ja klar. Andere Gründe sind Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtsverletzung und so weiter. Was einen wie mich schon stutzig macht, ist, warum nicht z. B. auch „Unaufmerksamkeit“ oder „verspätete Reaktion“ als Unfallursache auftaucht. Grund, einmal nachzufragen. Gelegenheit dazu ergab sich nach dem Vortrag.

Tja, meinte er, da würden ja Bremsspuren ausgemessen und die Schäden der Fahrzeuge beurteilt und damit wisse man dann, wie schnell ein Fahrzeug war. Ich war baff. In Hessen werden Unfälle für die Statistik rekonstruiert! Ich meinte, dass wäre ja super da in Hessen. In Berlin würde nicht mal ein Bruchteil der Unfälle rekonstruiert, selbst die mit Toten und Schwerstverletzten kaum. Vor mir drehte sich ein Herr entrüstet um, dass das ja wohl nicht stimmen würde. Es gebe schließlich in Berlin eigens Verkehrsunfallkommandos der Polizeidirektionen, die nichts anderes machen würden, als Unfälle aufzunehmen. Ich sagte, ja, das kenne ich sehr genau, weil ich nämlich, wie auch viele meiner Kollegen zusammen mit den Polizisten auf der Straße rumkriechen würden, um Spuren zu sichern. Ja eben, meinte er. Ja eben nicht, meinte ich. Denn die Spurensicherung ist keine Unfallrekonstruktion. Zunächst würden die Spuren gesichert und dann könne man erst anfangen, den Unfall zu rekonstruieren, und ich wüsste sicher, dass das keine Tätigkeit der Berliner Polizei sei. Der Leiter der Tagung hat die Diskussion dann verständlicherweise abgebrochen, weil sich herausstellte, dass das wohl länger dauern würde. Immerhin schloss sich sowieso gerade an Kaffeepause an, so dass dort das Gespräch vertieft werden konnte.

Der Herr vor mir entpuppte sich als ein Vertreter aus dem Stab des Polizeipräsidenten. Wir haben uns gut und angeregt in der Pause unterhalten, es hat aber dennoch einige Zeit gekostet, ihm die Unterschiede zwischen Unfallaufnahme, Unfallrekonstruktion und Unfallforschung aus Sicht des Profis Unfallanalytikers zu erklären. Immerhin bekam ich aber die Antwort auf meine Frage, woher die Statistik die Unfallursache kennt: Das ist nichts weiter als die völlig subjektive Einschätzung der Polizisten, die den Unfall aufnehmen.

Man darf diesen Polizisten nun keinen Vorwurf machen, wenn sie bei ihrer Einschätzung einen Fehler machen. Woher sollen sie das denn wissen? Das hat mich verblüffenderweise auch der Stabsmann gefragt mit dem Verweis darauf, dass ich ja auch etliche Jahre gebraucht hätte, um Unfälle zu rekonstruieren. Ja, so 5 bis 10 Jahre braucht man, bis man das richtig kann. Und genau darum muss man sich doch fragen, wie der Dienstherr von seinen Mitarbeitern, also von Laien auf dem Gebiet der Unfallrekonstruktion, zum einen diese Einschätzung verlangen kann und zum anderen aber nicht davor zurückschreckt, aus diesem Ratespiel eine Statistik zu zaubern und diese bis auf die zweite Nachkommastelle zu präsentieren. Eine ähnliche Qualität hätte es wohl, wenn man die Mitarbeiter eines Bestattungsinstitut nach der Todesursache ihrer „Kunden“ fragen würde.

 

 

 

 

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