Fotografieren für einen guten Zweck? Und das so meta.

(Update1: Kate ist gar nicht von designboom, sondern hat die Bilder dort gesehen und fragt jetzt für Ihre eigene Seite. Ich habe das falsch verstanden. :/ Aber sie will $100 spenden. Nachtrag: Ihr Artikel ist erschienen.)

(Update2: Hier ist dann die nächste Seite, die meine Fotos kommerziell ohne Erlaubnis verwendet. Nachtrag: Wie es aussieht, sind das gute Leute, die schon viel getan haben und wir sind uns einig geworden)

(Update 3: Hier die dritte Seite, diesmal nicht mal mit Nennung des Fotografen. Seufz.)

(Update 4: Ich habe eine weitere Anfrage mit einer Bitte um eine Spende beantwortet)

(Update 5: Dies wäre dann die vierte Seite, auf der meine Bilder auftauchen. Da ist es nicht so leicht, einen Kommentar zu hinterlassen.)

 

Meine Fotos auf flickr veröffentliche ich in der Regel unter einer Creative Commons-Lizenz mit den Einschränkungen:

  • Namensnennung (bzw. Link zur Quelle)
  • keine kommerzielle Verwendung
  • keine Veränderung.

Ai WeiweiNun hält sich natürlich nicht jeder daran. Eben bekam ich eine Anfrage der mir bislang unbekannten amerikanischen Seite „designboom.com„, weil man unter anderem das Foto links verwenden wollte. Es zeigt die Kunstaktion von Ai Weiwei, der die Säulen des Konzerthauses am Gendarmenmarkt mit tausenden Rettungswesten von Geflüchteten, die in Lesbos angekommen sind, verhüllt hat. Wir sind dort am Samstag spontan vorbeigekommen, als noch aufgebaut wurde, und ich habe natürlich fotografiert.

Allerdings hat designboom erst mal veröffentlicht, auch auf Facebook, und dann gefragt:

Da ich das ja falsch verstanden habe, noch mal neu. Also: Nachdem Kate meine Fotos bei designboom (die sich auf Facebook und in ihrem Blog übrigens genauso tot stellen, wie die anderen Seiten), fragt sie, ob sie die Bilder verwenden darf:

Hello! I was hoping to get permission to use the images that DesignBoom used in their article on Ai Weiwei’s installation here: http://www.designboom.com/art/ai-weiwei-life-jackets-refugee-konzerthaus-berlin-02-15-2016/. Could I have permission your images? Of course I will link credit back to you! Thanks and I hope you have a great Monday!

In meinem nur so mittelguten Englisch habe ich geantwortet:

Hi Kate,

as I can see my photos are already part of your article.

Please give a donation of an amount which is ok for you or rather your
company (not too small) to a refugee relief organization of your choice and let me please know about it.

I do not know if you are informed about  the huge number of people
from Syria, Iraq and Afghanistan coming to Europe, especially Germany.
They are thousands and thousands of poor, scared people looking for
safety.

Thanks!

Ich bin ja mal gespannt, ob ich davon noch mal was höre.

Kate hat sich gemeldet, und möchte $100 spenden. Ich vermute, dass die anderen, die nicht vorher fragen, ungeschoren davon kommen, wenn ich nichts unternehme. 🙁

Weitere 360 € sind aus Frankreich vom La Réserve Magazine gespendet worden (obwohl sie meine Bilder letztlich nicht genutzt haben).

Favorite Photo

Es ist schon etwas putzig. Mein beliebtestes Foto auf flickr, jedenfalls nach der Klickzahl beurteilt (derzeit etwas über 12.000), ist ein Foto meiner Leica M9 im damals sozusagen jungfräulichen Zustand.

Wenn die Leute ahnen würden, dass es mit einer schnöden Nikon D5000 fotografiert ist …

Leica M9-P

 

Irgendwie kann ich nicht recht nachvollziehen, warum die Leute gerade dieses Foto so toll finden. Soll’nse halt.

 

 

Vivian Maier und die SPD passen nicht zusammen

Vivian MaierSeit geschätzt Ende der Nuller Jahre (seit 2008/2009 oder so) verfolge ich, was sich um den Fund der Fotos von Vivian Maier tut. Das ist im Vergleich zu vielen Anderen (vor allem Offlinern) wahrscheinlich ziemlich lange. Jedenfalls habe ich schon relativ früh von John Maloofs Fund in einem Blog erfahren.

Inzwischen ist Vivian Maier quasi im „Mainstream“ angekommen. Den Dokumentarfilm habe ich zwar noch im b!ware-Ladenkino gesehen, also vielleicht nicht gerade im Highend-Lichtspielhaus, gleichwohl sehr sympathisch dort, aber nun ist die erste Foto-Ausstellung in Deutschlands SPD-Zentrale angekommen. Da bin ich gestern gewesen und habe mich gefreut, viele Fotos nun mal in echt anschauen zu können. Und vor allem bietet das Willy-Brandt-Haus ja auch durchaus die passenden Räumlichkeiten dafür. Die Ausstellung ist wirklich sehr sehenswert!

Ich nehme mal an, bei Willy Brandt zu Hause ist sonst eher weniger los. Nicht zu übersehende Menschenmengen schoben sich in das Gebäude, in die Ausstellungsetage. Dort findet man neben etlichen Abzügen auch ein paar Informationstafeln (mit innovativer Kommasetzung, wenn ich das mal sagen darf …) über Vivian Maier aber auch über Street Photographie und ein paar Ikonen des Genres.

Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass praktisch keines der berühmten Street-Photographie-Fotos (super Wort …) auf legalem Wege in die Ausstellungen und Fotobildbände dieser Welt gekommen ist. Dass die Personen auf den Fotos gefragt wurden, muss man wohl wirklich nicht in Erwägung ziehen.

Vivian MaierStreet Photographie. Genau die Art des Fotografierens, die ich so mag. Und genau die Art des Fotografierens, die die SPD als Teil der derzeitigen Bundesregierung extrem erschwert hat.

Seit ein paar Wochen ist ein Gesetz mit folgendem Wortlaut in Kraft:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt.“

Dass man als Straßenfotograf sowieso stets mit einem Bein im Knast steht, ist nichts Neues. Allerdings gab es die Probleme bislang erst dann, wenn man die Fotos von Personen, die man nicht um Erlaubnis gefragt hat, veröffentlicht hat. Dass man auf der Straße Leute nach Lust und Laune fotografierte, war bislang niemandem verboten. Das ist jetzt anders.

Vivian Maier„Hilflosigkeit“. Was heißt denn das? Wie wir es in den letzten Jahren nicht anders kennen, haben unsere Regierungsexperten es mal wieder geschafft, ein Gesetz so zu formulieren, dass erst Gerichte klären müssen, was gemeint ist, natürlich auf den Einzelfall bezogen. Sind die Personen auf dem Bild links vielleicht hilflos, weil sie nicht wissen, welches der tollen Fotos sie sich zuerst anschauen sollen? O.k., ist überspitzt, aber das Problem wird deutlich:

Oder sind es nämlich vielleicht Fotos von Obdachlosen auf der Straße, oder Kindern, Betrunkenen, Verletzten?

Fotos solcher Personen findet man auch in der Vivian-Maier-Ausstellung im Willy-Brandt-Haus. Ob nun die Freiheit der Kunst darüber steht, dass man solche Fotos aufnehmen darf, weiß ich nicht. Macht sich die SPD jetzt vielleicht sogar strafbar, dass sie Fotos von vielleicht in den USA noch lebenden Personen unbefugt zeigt?

Was weiß ich schon. Aber es lebt sich ja ganz gut in dieser Doppelmoralwelt.

Das Unrecht am eigenen Bild

Die Diskussion um das Foto des Fotografen Martin Langer von dem Mann mit Pissfleck in der Hose, der in den frühen 90ern in Rostock-Lichtenhagen so was wie den Hitlergruß zeigt, ausgelöst durch das Twittern dieses Fotos durch Jan Böhmermann, ist ja an Absurdität nicht zu übertreffen. Besonders hilfreich dank der Kommentar- und Verlinkungsvielfalt ist sicherlich der Beitrag vom Wirren. Ich möchte der Absurdität noch eine weitere Facette hinzufügen.

Ich fotografiere ja auch immer mal wieder Leute auf der Straße. Ohne zu fragen (muss man auch nicht). Aber auch ohne zu fragen, ob ich die Fotos veröffentlichen darf (müsste man!). Ich lege aber Wert darauf, nie Menschen in Posen zu zeigen, die sie diskreditieren oder lächerlich aussehen lassen.

Und so frage ich mich, wie wohl der Mann mit dem (vermeintlichen) Pissfleck (es könnte sich wohl auch um verschüttetes Bier gehandelt haben, aber dann hätte das Bild deutlich weniger Reiz) und auch der daneben stehende Mann auf die ja wohl mit Sicherheit vom Fotografen gestellte Frage reagiert haben, als er um Erlaubnis bat, das Foto veröffentlichen zu dürfen. Das Bild ist auf der Webseite untertitelt mit „Zuschauer während der Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992“. Als Teilnehmer öffentlicher Veranstaltungen muss man damit rechnen, fotografiert zu werden, wobei schon fraglich ist, ob das Portraitdarstellungen sein dürfen. Als Zuschauer, damit nicht Teilnehmer, vielmehr zufäliger Zaungast, eröffnet sich aber ein Diskussionsspielraum. Vielleicht ganz interessant dazu:

Wesentlich häufiger als die konkrte Zustimmung sind jedoch die Fälle, in denen die abgebildete Person stillschweigend, in der Sprache der Juristen „konkludent“, in die Aufnahme und deren Veröffentlichung eingewilligt hat. Hier ist wichtig, dass in dem bloßen Dulden der Fotografie noch keine Einwilligung gesehen werden kann. Vielmehr muss die Person zum Ausdruck bringen, mit den Aufnahmen einverstanden zu sein. Dies kann zum Beispiel durch „Posen“ geschehen, sprich die Person merkt, sie wird fotografiert und setzt sich bewusst in Szene. Aber natürlich ist auch die nachträgliche Zustimmung möglich. Wenn eine Person nicht merkt, dass sie fotografiert wird hat sie sich auch nicht konkludent mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Um sich hier rechtlich abzusicher, sollte der Fotograf, wenn die Person erkennbar ist, diese nachträglich um eine Erlaubnis fragen.

Quelle

Emporgereckter rechter Arm als Pose und der Aufforderung, mit Fleck in der Hose fotografiert und konkludent veröffentlicht zu werden, oder zufällig dabei abgelichtet worden? Der Fotograf wird es wissen, nehme ich an.

Die Frau überm Sofa

inlinesofaDa hing sie nun und sagte nichts. Sie verriet nicht, wer sie war, woher sie kam, wohin sie rollte.

Ich hatte ja noch nicht viele Fotos von mir vergrößern lassen, aber dieses eine hatte es mir angetan. Ich mochte die Dynamik, den ziemlich gut sitzenden Schärfepunkt, die Farben. Einfach  für meinen  Geschmack ein tolles Foto. Also kam es irgendwann in üppiger Größe über’s Sofa, zumal auch die Gattin angetan war.

Bei genauem Hinsehen verriet die Frau auf dem Foto dann aber doch etwas über sich selbst, nämlich ihren Vornamen am Helm. Und irgendwann begann die Frage an mir zu nagen, wer das wohl sein könnte, die da bei uns über der Couch hängt und in unserm Wohnzimmer Rollschuh fährt Nun wusste ich ja noch, bei welcher Veranstaltung ich das Foto geknippst hatte. Das lag schon ein bisschen zurück. Nach vielen Fotos (natürlich von viel schlechteren anderen Knippsern) und Berichten hatte ich aber auf der Veranstalter-Seite Glück und fand ziemlich versteckt die Teilnehmerlisten vergangener Läufe. Die kaute ich nun nach dem Vornamen durch. Man glaubt ja gar nicht, wie oft manche Vornamen vorkommen. Vielleicht lag es auch daran, dass es etliche Tausend Starter gab. Jedenfalls hatte ich eine ganze Latte  Treffer bekam.

Irgendwann kristallisierte sich eine Teilnehmerin heraus, deren vollständigen Namen ich dann durchgugelte. Und wieder mehrere Treffer, diesmal im ganzen Bundesgebiet. Aber eben auch eine Frau aus hiesigen Gefilden. Ha! Und sie hatte ein Profil in einem Netzwerk, bei dem man sich typischerweise mit dem Klarnamen anmeldet. So wie ich auch vor langer, langer Zeit.

Tjoa. Und dann wartete ich erst mal auf eine Eingebung von oben. Was mag sie sich denken, wenn sie, mangels ausreichender Zeichenanzahl bei der Kontaktanbahnungsnachricht, plötzlich von einem wildfremden Kerl einen Link zu einem Foto mit dem recht kurzen Hinweis bekommt, dass ich sie fotografiert habe? Irgendwann schickte ich die Nachricht aber doch ab, und die Antwort lies nicht lange auf sich warten. Sie bestätigte tatsächlich, mein zufälliges Fotomodell zu sein, fragte aber -berechtigterweise- auch, wie ich denn auf sie gekommen bin. Nun, das habe ich natürlich gern erklärt, gehört sich ja so. Und, hurra, sie fand die Geschichte einfach klasse und fragte mich, ob sie denn ihren Facebook-Freunden davon berichten darf. Naja, sicher. Da kann ich ja schlecht nein sagen. Warum auch?

Weswegen ich eigentlich Kontakt aufgenommen hatte, war ja, weil ich noch einen Druck von dem Foto im Format 90×60 cm hatte. Den hätte ich beinahe schon anderweitig vergeben, war am Ende aber doch froh, meinen inneren Sherlock Holmes rauszukehren und derjenigen das Foto zu vermachen, die es verdient hat.

inline1Es dauert dann noch ein paar Tage, bis es zum konspirativen Übergabetreffen kam. Ich hatte einen Gerichtstermin in der Nähe ihres Arbeitsplatzes (nehme ich jedenfalls an). Und wow! Sie hat sich echt gefreut! Und das hat mich dann auch echt gefreut! Sie fand die ganze Aktion einfach großartig. Hach!

Wir haben einen zufällig rumlungernden Blumenkutscher dann noch gefragt, ob er ein Bild von uns machen könnte. Wie son Berliner Blumenkutscher nun mal so ist, meinte, er würde dann mal seine Pinsel und Farben holen. Gnarf … Er hat sich dann doch mit meinem Handy begnügt. Ergebnis: Siehe links.

Carlchen-Pokal 2014

Carlchen-Pokal 2014Vor 24 Jahren erfuhr ich das erste Mal von der Existenz des Heidbergrings. Einem Fiat-500-Novizen wurden schillernde Bilder von einer sagenumwobenen Zwergenrennstrecke geschildert. Die Realität sah direkt vor meinen Augen damals allerdings anders aus. Da stand nämlich Milles 500er mit abgeschmirgelter Regenrinne und leicht onduliertem Dachholm. Da stand für mich erst mal fest: Rennsport ist gefährlich. Die Freunde der Querbeschleunigung mögen’s nicht, wenn die Beschleunigung nicht mehr zur Quer-, sondern entlang der Z-Achse einwirkt.

Carlchen-Pokal 2014Seit ein paar Jahren veranstaltet ilmotore, die Firma um Natascha und Torsten, so eine Art Revival des damaligen Renntages, benannt nach dem Stammhalter „Carlchen-Pokal“. Seitdem hadere ich damit, dort teilzunehmen oder wenigstens hinzufahren. Das Teilnehmen lasse ich mal besser sein. Erstens fehlt das passende Renngerät und zweitens halte ich mich für alles andere als einen begnadeten Rennfahrer. Da ich mich ja inzwischen sowieso mehr auf’s Fotografieren als auf’s Autofahren verlegt habe, packte ich eben den Kofferraum mit Fotozeugs voll (die Stehleiter, die ich doch nicht brauchte, passte sogar nur auf den Beifahrersitz) und machte mich auf den Weg zum 275 km entfernten Heidbergring bei Geesthacht.

Carlchen-Pokal 2014Knapp 3 Stunden später stand ich vor dem Tor, und mein Grinsen ging von Ohr zu Ohr, weil mich zorniges Zweizylindergebrumme begrüßte. Allerdings unterbrochen erst von einem Quietschen eines BMW E46 und dann einigen Knack- und Knirschgeräuschen. Der hatte sich mal gleich den Stoßfänger geliftet. Ne Rolle Gaffatape später fuhr aber wieder. Dennoch merkte man schon, dass der Kurs für normale Autos eigentlich zu eng ist. Die 500er dagegen passten hervorragend in die Landschaft. Der etwa 850 Meter lange Ring liegt wie in einem Kessel, ringsum von einem hohen Wall umgeben, ziemlich idyllisch im Grünen. Die Milane kreisen darüber und die Lerche trällert ihr Lied dazu, wenn die Motoren ihren Dienst aufnehmen. Großartig!

Carlchen-Pokal 2014Großartig auch, viele nette Leute wiederzutreffen: Natascha und Torsten sowieso. Guzzi-Philipp habe ich jahrelang nicht gesehen. BOR-NO-Andreas, aber auch Ralf. Letzter gab mir zu verstehen, dass er auch nicht mit allem einverstanden ist, was im Forum von Moderatorenseite aus läuft. Im Grunde hat er vieles bestätigt, was ich mir schon gedacht hab. Leider fehlt ihm wohl der Mut, mal etwas zu bewegen. Sei’s drum. So ist das halt im Despotismus. Karsten ließ von Rike grüßen, Steffen, Düsi, Philipp, Anja, Guido und viele mehr. Dummerweise fehlen mir zu vielen Gesichtern ja immer noch oder immer wieder die Namen. Man bot mir an, mal mitzufahren oder mir sogar ein Auto zu leihen. Beides habe ich aber dankend abgelehnt. Wenn, dann würde ich nur mit nem eigenen Auto fahren. Dennoch danke!

Carlchen-Pokal 2014Ich packte dann mein Foto-Geraffel und machte mich auf den Weg, die besten Fotospots zu erkunden. Das geht eigentlich ganz gut, weil es viele Möglichkeiten gibt, auf verschiedenen Höhen an die Strecke zu kommen. Dabei hatte ich meine Leica mit den drei Linsen (15, 35 und 90 mm) und die Nikon D5000 mit dem 70-200  (4,5-5,6) (faktisch also 105 bis 300 mm). Letzteres habe ich mal wieder viel benutzt, aber die Schärfe und der Autofokus sind halt so ne Sache. Wenn man sich die Fotos von der Leica und der Nikon in Lightroom nebeneinander in 100%-Ansicht anschaut, sind die Nikon-Bilder eben deutlich matschiger. Dafür ist es mit der Leica schwieriger, überhaupt den richtigen Schärfepunkt zu treffen. Aber ich will es ja nicht anders.

Carlchen-Pokal 2014Am imposantesten drehte für meinen Geschmack immer noch Philipp mit seinem Guzzi-D seine Runden. Das Auto ist einfach eine Wucht! Aber auch die konventioneller frisierten 500er waren eine Schau. Die „Fremdfahrzeuge“, 126er, 128er, X1/9 etc. lockerten das Feld auf. Für meinen Geschmack eher fehl am Platz war der lustige quietschende Honda. Die Jungs darin hatten aber wohl ihren Spaß. Den TT und den E46 habe ich mehr oder weniger ausgeblendet, der E30 war aber sehr hübsch anzusehen. Alles in allem hat sich die Fahrt echt gelohnt: Jede Menge Fotos, rund 700, von denen ich 175 „entwickelt“ habe. Weil sich jemand über die Vokabel „entwickeln“ amüsierte: Keines der Fotos wandert so, wie es aus der Kamera kommt, ins Netz. Alle sind nachbearbeitet, meistens die Ausrichtung und der Bildausschnitt. Häufig der Kontrast und „Tiefen/Lichter“, Weißabgleich, Vignettierung, Rauschunterdrückung usw. Das dauert dann schon ein paar Stunden.

Carlchen-Pokal 2014Ein paar Ausfälle gab es leider auch. Schon vor meinen Eintreffen hatte Düsis Puch Probleme mit der Kraftübertragung. Dem schönen 128er hat es vorne links die Radaufhängung zerrissen, und der 126er hat „den Mille gemacht“, sich nämlich auf die Seite gelegt. Außer ein bisschen Blechschaden ist aber nichts passiert. Hoffen wir mal, dass alle Schäden leicht zu reparieren sind, damit ich vielleicht im kommenden Jahr neue Fotos von den tollen Autos machen kann. Das hängt wahrscheinlich mehr von mir als von den Schraubern ab.

Hier der Link zu meinem flickr-Album.
Achso, und ein Filmchen habe ich auch noch gedreht. Das kann ich aber nicht so gut. Aber man bekommt einen Eindruck, was so abging.

 

Pro Dashcam

Ja. Ich bin böse. Ich bin kein bedingungsloser Datenschutzverfechter und außerdem habe ich eine Dashcam im Auto, die ja von einigen Juristen, darunter auch vom Lawblogger Udo Vetter, gegeißelt wird. Seit dem Meteroriteneinschlag in Russland sind sie einer breiten Masse bekannt, weil sich viele fragten, wo denn die ganzen Filmschnippsel dazu herkommen. So eine Dashcam ist inzwischen in einigen Ländern Europas verboten.

reflashIch dagegen finde sie eine tolle Einrichtung. Erst mal aus beruflicher Sicht. Einige meiner Berufskollegen leiden ja manchmal an Fantasielosigkeit, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie sich so mancher im Straßenverkehr verhält, bevor man irgendwelche ach so typischen Verhaltensweisen voraussetzt. Da ist es schon mal nützlich, eine Verkehrssituation jenseits des „Normalen“ zeigen zu können. Aber dieser Einsatzzweck ist natürlich auf das große Ganze bezogen eine Seltenheit. Die meisten Leute werden sowas im Auto haben, um gegebenenfalls einen Unfall oder eine gefährliche Situation, die ihnen widerfährt, aufzeichnen zu können. Oder man kann aufzeichnen, wenn man geblitzt wird. Vielleicht sogar, um nachzuweisen, dass man die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten hat. Das ist doch geradezu ein Muss, wo doch bei Verkehrsrechtlern in aller Munde ist, wie unzuverlässig die bösen Blitzerfallen sind.

Es gibt ja einige Stimmen, das habe ich sogar schon mal von einer Juristen für Verkehrsrecht gehört oder gelesen, die es eigentlich besser wissen müsste, die meinen, dass man sich im Falle eines Unfalles darauf verlassen kann, dass die Polizei alles Erforderliche unternimmt. Sorry, aber da muss man deutlich sagen, das ist Bullshit. Viele Unfälle sind zwar nicht gefährlich, weil nur etwas Blech verbogen ist, aber für die Beteiligten dennoch ärgerlich. Ich könnte es finanziell auch nur schlecht verschmerzen, wenn mir jemand meine Karre kaputt fährt und, vorausgesetzt, ich habe mich richtig verhalten, ich sein Verschulden nicht nachweisen kann, weil die Polizei eben bei Sachschäden in der Regel nicht mehr macht, als die Kennzeichen und Namen der Beteiligten zu notieren. Fotos machen? Skizze? Ohne Personenschaden bestimmt nicht (es sei denn, ein Polizeibeamter ist Unfallbeteiligter, dann wird schon mal von der Regel abgewichen …). Damit im Nachhinein sein Recht durchzusetzen, ist verdammt schwierig und gelingt nur in wenigen Fällen. Vor allem, wenn man erst mal vor Gericht als Kläger den sog. Vollbeweis führen muss, wird es richtig schwierig. Endet das Verfahren in einer Quotelung, geht der „Gewinn“ häufig in den Prozesskosten unter, wenn man nicht gerade über eine Rechtsschutzversicherung verfügt, die das Risiko hoffentlich trägt. Dass man ein Urteil oft erst nach Jahren bekommt, ist dann das nächste Problem. Und den Zeitaufwand, den man mit der Klärung hat, ersetzt einem eh keiner. Warum also etwas verbieten, dass doch im Grunde allen Beteiligten das Leben erleichtert? Es werden doch eben keine privaten Daten erhoben, weil das, was gefilmt wird, öffentlich stattfindet und im direkten Interessebereich des Filmenden liegt.

Udo Vetter schreibt auch, dass mit einer Dashcam ja der öffentliche Raum permanent überwacht werde. Das ist natürlich so nicht richtig. Die Dashcams, wie ich sie z. B. habe, speichert nichts permanent, sondern nur, wenn ich das will. Also, wenn ich einen „Speicher das jetzt“-Knopf drücke, oder wenn eine Triggerschwelle (Beschleunigungsgrenze) überschritten wird. Dann werden die 15 sec vor und nach dem Triggerereignis als Datei abgespeichert. Permanente Überwachung sieht nach meinem Verständnis anders aus. Ich frage mich darüber hinaus, ob das Filmen mit so einer Kamera im Auto nicht sowieso von der Panoramafreiheit geschützt ist. Denn, wo ist denn der Unterschied, ob ich mir so ne Kamera an die Windschutzscheibe klebe oder ob ein Rentner damit durch die Gegend läuft und alles und jeden, der ihm vor die Linse kommt, filmt? Vor diesem Hintergrund müsste doch jedes Filmen in der Öffentlichkeit, auf der Personen zu sehen sind, verboten sein. Wobei, Dashcams zeigen häufig ja nur die Autos, nicht mal die Personen darin. Wo ist also das Problem? Bei Fußgehenden und Radfahrenden (und Cabriofahrenden …) mag das vielleicht anders sein. Aber den Unterschied zum Urlaubsvideo sehe ich formal trotzdem nicht.

Mal ehrlich: Privat können die Leute meinetwegen machen, was sie wollen. Aber wenn sie sich in der Öffentlichkeit, z. B. im Straßenverkehr, meinen, wie die Axt im Walde aufführen zu müssen, kann ihnen ein bisschen das Gefühl, ggf. kontrolliert zu werden, nicht schaden. Ich sehe zu häufig, was aus leichtfertigem oder vorsätzlichem Fehlverhalten im Straßenverkehr resultiert. Glücklicherweise kann ich keinen wirklichen selbst gefilmten Unfall zeigen. Will ich auch gar nicht können.

Nachtrag: Es wäre mir ein Leichtes, einen ähnlichen Film mit Rotlichtverstößen von Pkws zusammenzustellen.

 

Giardiniera Landspeeder

Seit einiger Zeit tauchen vornehmlich auf Facebook Fotomontagen des Künstlers Jacob Munkhammar auf. Dieser bearbeitet Fotos alter Citroëns so, dass sie den StarWars-Landspeeder-Look bekommen, also, dass sie quasi so Schwebefahrzeuge sind.

Gerade mit den Citroëns bietet sich das an, weil die alten Dinger keine ausgestellten Kotflügel haben und die Hinterräder ohnehin oft von der Karosserie teilweise verdeckt sind. Deswegen sieht das bei denen auch besonders großartig aus. Ich find’s jedenfalls super und würde mir solche Bilder sofort ins Büro oder Wohnzimmer hängen.

Klar, dass ich das auch mal mit einem meiner Fotos probieren musste. Aber gegen den Meister bin ich natürlich nur ein Photoshop-Dilletant. Trotzdem sieht’s flott und lustig aus!

500speeder