Blaue Plakette (H-Plakette)

Nur damit das mal irgendwo festgehalten wird:

Viel ist ja derzeit davon die Rede, dass demnächst bestimmte Autos mit blauen Plaketten entweder geadelt oder stigmatisiert werden.

Mein Fiat 500 fährt schon seit Anfang 2008, kurz nach der Einführung der sog. „Umweltzone“, mit einer blauen H-Plakette herum. Dieses Foto habe ich bereits am 15.02.2008 bei flickr eingestellt. Alle anderen blauen Plaketten, die nun kommen werden, sind natürlich deswegen als ungültig anzusehen. Das wird auch daran zu erkennen sein, dass statt einem „H“ eine Zahl oder ein anderer Buchstabe zu lesen sein wird. 😉

H-Plakette

Carlchen-Pokal 2014

Carlchen-Pokal 2014Vor 24 Jahren erfuhr ich das erste Mal von der Existenz des Heidbergrings. Einem Fiat-500-Novizen wurden schillernde Bilder von einer sagenumwobenen Zwergenrennstrecke geschildert. Die Realität sah direkt vor meinen Augen damals allerdings anders aus. Da stand nämlich Milles 500er mit abgeschmirgelter Regenrinne und leicht onduliertem Dachholm. Da stand für mich erst mal fest: Rennsport ist gefährlich. Die Freunde der Querbeschleunigung mögen’s nicht, wenn die Beschleunigung nicht mehr zur Quer-, sondern entlang der Z-Achse einwirkt.

Carlchen-Pokal 2014Seit ein paar Jahren veranstaltet ilmotore, die Firma um Natascha und Torsten, so eine Art Revival des damaligen Renntages, benannt nach dem Stammhalter „Carlchen-Pokal“. Seitdem hadere ich damit, dort teilzunehmen oder wenigstens hinzufahren. Das Teilnehmen lasse ich mal besser sein. Erstens fehlt das passende Renngerät und zweitens halte ich mich für alles andere als einen begnadeten Rennfahrer. Da ich mich ja inzwischen sowieso mehr auf’s Fotografieren als auf’s Autofahren verlegt habe, packte ich eben den Kofferraum mit Fotozeugs voll (die Stehleiter, die ich doch nicht brauchte, passte sogar nur auf den Beifahrersitz) und machte mich auf den Weg zum 275 km entfernten Heidbergring bei Geesthacht.

Carlchen-Pokal 2014Knapp 3 Stunden später stand ich vor dem Tor, und mein Grinsen ging von Ohr zu Ohr, weil mich zorniges Zweizylindergebrumme begrüßte. Allerdings unterbrochen erst von einem Quietschen eines BMW E46 und dann einigen Knack- und Knirschgeräuschen. Der hatte sich mal gleich den Stoßfänger geliftet. Ne Rolle Gaffatape später fuhr aber wieder. Dennoch merkte man schon, dass der Kurs für normale Autos eigentlich zu eng ist. Die 500er dagegen passten hervorragend in die Landschaft. Der etwa 850 Meter lange Ring liegt wie in einem Kessel, ringsum von einem hohen Wall umgeben, ziemlich idyllisch im Grünen. Die Milane kreisen darüber und die Lerche trällert ihr Lied dazu, wenn die Motoren ihren Dienst aufnehmen. Großartig!

Carlchen-Pokal 2014Großartig auch, viele nette Leute wiederzutreffen: Natascha und Torsten sowieso. Guzzi-Philipp habe ich jahrelang nicht gesehen. BOR-NO-Andreas, aber auch Ralf. Letzter gab mir zu verstehen, dass er auch nicht mit allem einverstanden ist, was im Forum von Moderatorenseite aus läuft. Im Grunde hat er vieles bestätigt, was ich mir schon gedacht hab. Leider fehlt ihm wohl der Mut, mal etwas zu bewegen. Sei’s drum. So ist das halt im Despotismus. Karsten ließ von Rike grüßen, Steffen, Düsi, Philipp, Anja, Guido und viele mehr. Dummerweise fehlen mir zu vielen Gesichtern ja immer noch oder immer wieder die Namen. Man bot mir an, mal mitzufahren oder mir sogar ein Auto zu leihen. Beides habe ich aber dankend abgelehnt. Wenn, dann würde ich nur mit nem eigenen Auto fahren. Dennoch danke!

Carlchen-Pokal 2014Ich packte dann mein Foto-Geraffel und machte mich auf den Weg, die besten Fotospots zu erkunden. Das geht eigentlich ganz gut, weil es viele Möglichkeiten gibt, auf verschiedenen Höhen an die Strecke zu kommen. Dabei hatte ich meine Leica mit den drei Linsen (15, 35 und 90 mm) und die Nikon D5000 mit dem 70-200  (4,5-5,6) (faktisch also 105 bis 300 mm). Letzteres habe ich mal wieder viel benutzt, aber die Schärfe und der Autofokus sind halt so ne Sache. Wenn man sich die Fotos von der Leica und der Nikon in Lightroom nebeneinander in 100%-Ansicht anschaut, sind die Nikon-Bilder eben deutlich matschiger. Dafür ist es mit der Leica schwieriger, überhaupt den richtigen Schärfepunkt zu treffen. Aber ich will es ja nicht anders.

Carlchen-Pokal 2014Am imposantesten drehte für meinen Geschmack immer noch Philipp mit seinem Guzzi-D seine Runden. Das Auto ist einfach eine Wucht! Aber auch die konventioneller frisierten 500er waren eine Schau. Die „Fremdfahrzeuge“, 126er, 128er, X1/9 etc. lockerten das Feld auf. Für meinen Geschmack eher fehl am Platz war der lustige quietschende Honda. Die Jungs darin hatten aber wohl ihren Spaß. Den TT und den E46 habe ich mehr oder weniger ausgeblendet, der E30 war aber sehr hübsch anzusehen. Alles in allem hat sich die Fahrt echt gelohnt: Jede Menge Fotos, rund 700, von denen ich 175 „entwickelt“ habe. Weil sich jemand über die Vokabel „entwickeln“ amüsierte: Keines der Fotos wandert so, wie es aus der Kamera kommt, ins Netz. Alle sind nachbearbeitet, meistens die Ausrichtung und der Bildausschnitt. Häufig der Kontrast und „Tiefen/Lichter“, Weißabgleich, Vignettierung, Rauschunterdrückung usw. Das dauert dann schon ein paar Stunden.

Carlchen-Pokal 2014Ein paar Ausfälle gab es leider auch. Schon vor meinen Eintreffen hatte Düsis Puch Probleme mit der Kraftübertragung. Dem schönen 128er hat es vorne links die Radaufhängung zerrissen, und der 126er hat „den Mille gemacht“, sich nämlich auf die Seite gelegt. Außer ein bisschen Blechschaden ist aber nichts passiert. Hoffen wir mal, dass alle Schäden leicht zu reparieren sind, damit ich vielleicht im kommenden Jahr neue Fotos von den tollen Autos machen kann. Das hängt wahrscheinlich mehr von mir als von den Schraubern ab.

Hier der Link zu meinem flickr-Album.
Achso, und ein Filmchen habe ich auch noch gedreht. Das kann ich aber nicht so gut. Aber man bekommt einen Eindruck, was so abging.

 

Laser-Spurmessometer

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Einige Fahrwerksreparaturen und -verbesserungen machten mal wieder eine Spureinstellung an meinem Fiat 500 erforderlich. Ich hatte mir mal so ein breites U zusammengeschweißt, mit dem man innen an den Felgenhörner auf Achshöhe den Abstand ertasten kann. Das Teil funzt auch ganz gut, solange man eine Grube hat. Die hatte ich ja leider nur in der Garage in meiner alten Heimat. Jedenfalls ist das ohne Grube einfach Käse: Ständig bleibt man an Fahrwerksteilen, Bremsschläuchen oder sonstwo hängen, wenn man versucht, mit dem U unter dem Auto zu hantieren. Das konnte so nicht weitergehen!

Erste Idee: Diese Trakrite-Platte. Da fährt man drüber, und ein Zeiger zeigt die Spureinstellung des jeweiligen Rades an. Eine so ne Platte kostet etwa so viel wie die Spureinstellung in einer Werkstatt. Das soll grundsätzlich gut funktionieren. M. E. liegt der Nachteil aber darin, dass man nach jeder Justage wieder drüber fahren muss. Zu umständlich, weil man ja ggf. mehrmals einstellen muss, bis die Spur stimmt! Nun werden diejenigen mit der Maurerschnur oder Wäscheleine um die Ecke kommen. Man spannt um das Auto ne Leine und kann von der Leine zu den Rädern Abstände messen und danach die Spur einstellen. Geht. Aber wie ich mich kenne, habe ich mich garantiert nach ungefähr 5 Millisekunden in der Schnur verheddert, sie mir um die Beine gewickelt und stranguliere mich damit. Außerdem sieht das unprofessionell aus. Im Grunde braucht man ja nur zwei parallele Linien, von denen man zu den Felgenhörnern messen kann. Und Linien, über die man nicht stolpern kann, machen z. B. Laser.

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Bei Amazon-Marketplace werde ich fündig (ich verdiene nichts an den Links), also bestellte ich erst mal zwei von diesen Dingern:

Diodenlaser Lasermodul Punktlaser rot 650nm 1mW 3VDC Messinggehäuse 8x23mm, das Stück für 6,50 Euro.

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Außerdem brauchen die etwas Strom, also gleich noch zwei Batteriekästen, praktischerweise mit Schalter dazubestellt:

Batteriehalter, 2xmignon ‚AA‘, geschlossenes Gehäuse Kostenpunkt je Kasten: 3,39 Euro

Nun müssen die Laser auch noch irgendwie ausgerichtet werden. Dafür habe ich diese kleinen Stative gekauft, gleichzeitig die teuersten Komponenten.

Kaiser Fototechnik Kamera Tischstativ für DSLR mit Mittelsäule Preis bei meiner Bestellung: 22,90 Euro.

Die Laser habe ich in etwa 4 cm lange, 1 cm geschlitzte Aluröhrchen gesteckt und diese Alurohre auf den Stativen befestigt.

Als nächstes braucht man natürlich was, woran man die Einstellung ablesen kann. Ich dachte mir, dass ich so kleine Rastertäfelchen mit Magneten an den Felgenhörnern befestige, also schnell noch ein paar Magneten bestellt (20 Stück, weil ich sowas immer mal brauche)

Neodym Scheibenmagnet mit Bohrung und Senkung, 10x5mm, 3.4mm Bohrung N40, etwa 2 Euro.

Der Rest kommt aus der Bastelkiste: Ein paar Stehbolzen mit Gewindehülsen, M3-Schrauben mit Senkkopf und so kleine Rähmchen. Das sind Abschnitte von den Tischbeinen irgendeines Ikea-Billigmöbels, die ich mal wieder nicht wegwerfen konnte. Nun wusste ich, warum. Sollte der seltene Fall eintreten, dass man keine Abschnitte von Ikeabilligtischbeinen hat, bastelt man sich eben andere Rahmen aus Sperrholz, Pappe, Kunststoffbastelplatte oder was weiß ich. Mittels CAD-Programm habe ich ein Raster gezeichnet und auf Folie gedruckt, was ja mit einem Laserdrucker kein Problem ist, ausgeschnitten und auf die Rahmen geklebt. Das sollte dann schon einigermaßen akkurat sein. Schief oder mit unterschiedlichen Abständen zum Rand wäre nicht so gut.

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Nun befestigt man noch die Rahmen an den Stehbolzen mit den Magneten, und schon kann man die Rahmen an den Felgenhörnern anbringen, je eins horizontal vor und hinter der Achse. Hat man nur Alufelgen, kann man sich z. B. mit Terostat (dauerelastischer Kitt, aka „Elefantenscheiße“) behelfen.

Danach nimmt man die Stative mit den Lasern und stellt sie quer neben dem Vorderrad so auf, dass sie genau horizontal auf die Achsmitte zeigen. So richtet man die Laser erst mal in der richtigen Höhe ein. Als nächstes positioniert man die Laser hinter dem Auto links und rechts parallel zur Längsachse so, dass die Laser schon mal durch die Rahmen verlaufen. Die Punkte sieht man ganz gut auch bei Tageslicht. Ist schließlich Laserklasse 2, also nicht direkt in den Strahl schauen!

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Dann nimmt man eine Messlatte oder ähnliches und misst direkt vor den Lasern deren horizontalen Abstand. Man rennt ums Auto rum nach vorn und misst dort wieder. Ggf. muss man die Laser etwas um die Hochachse drehen, damit sie vorn auch den gleichen Abstand haben wie hinten. Tja, und schon kann man die Spureinstellung ablesen. Weil die Spur nicht total verstellt war, habe ich nur an einer Seite gedreht. Dafür habe ich mit dem Lenkrad ein Rad so eingestellt, dass sich vor und hinter der Achsmitte die gleichen Maße auf den Rastertafeln ergeben. Am anderen Rad habe ich dann die Spur auf den erforderlichen Wert eingestellt. Das macht man beim Fiat von vorn unten. Da kommt man so super dran, nichts ist im Weg und man kann gleichzeitig einstellen und ablesen. Was will man mehr?

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Kostenpunkt für den ganzen Kram rund 70 Euro. Kommt natürlich auch etwas darauf an, was man an Bastelkram rumfliegen hat. Bei den Stativen kann man im Grunde am meisten sparen. Ich fand die Variante mit dem Dreh- und Schwenkkopf aber ganz sympathisch.

… und beim nächsten Mal berichte ich darüber, wie man es schafft, dass die Galerievorschaubilder nicht dieses bekloppte Format haben. Seufz.

Da biste platt!

Wenn man sich, so wie ich, seit nunmehr über 25 Jahren mit ein und demselbem Fahrzeugtyp – Fiat 500 – beschäftigt, kommt man nicht umhin, dass man von seinem Umfeld mit allerlei Fiat-500-Krams bedacht wird. Das sind natürlich Fotos, Modellautos, aber auch mal Ersatzteile, die der Vater vom ersten Auto abbaute, mit Fiat-500s verzierte Alltagsgegenstände, Schokolade und was weiß ich noch. Ich mag das alles sehr.

Im digitalen Zeitalter wird man dann natürlich auch mit Links zu diversen cinquecentoaffinen Themen bedacht, derzeit ist das der Spon-Link zu den Pressed Flowers von Ron Arad. Anstatt das man sich bei Spon durch die Bildstrecke klickt, wo das aus meiner Sicht schon abgekühlte Thema nun aufgewärmt wurde, kann man sich natürlich besser auf der Originalseite umschauen: Der hat einfach mal ein paar alte 500er (rechtsgelenkte wohlgemerkt) genommen und sie nach allen Regeln seiner Kunst gepresst.

So, und jetzt kommt’s: Ich finde das großartig. So großartig, dass ich mir am liebsten eine seiner Pressed Flowers ins Wohnzimmer hängen würde. Der Name geht übrigens auf diese Herbarium-Geschichte zurück, wo man zwischen Buchseiten Pflanzenblüten und -blätter presst, diese dann meinst vergisst und einem in dem Moment entgegen flattern, wenn man das Buch in die Flohmarktkiste packt.

Der Spiegel meint, „Diese Exponate dürften jeden [sic!] Oldtimer-Fan die Tränen in die Augen treiben.“ Tja. Dann bin ich wohl kein Oldtimerfan. Ich kann mir natürlich gut die Heerscharen an sogenannten Oldtimerfans vorstellen, die sich nun künstlich über den Frevel an den Fahrzeugen aufregen. Ich habe damit kein Problem. Soll doch jeder mit dem von ihm erworbenen Gegenstand machen, was er will. Klar, ich will auch niemandem verbieten, sich darüber aufzuregen. Aber viele wären wohl kaum in der Lage mit den Fiats irgendetwas anderes anzufangen, als sie wegzustellen und/oder verrotten zu lassen. Sich aufregen geht natürlich einfacher, als aufbauen. Kenne ich aus eigener Erfahrung ja zu gut. Nur gerade in der Oldtimerszene sind doch etliche Zeitgenossen in ihren Ansichten eher rückwärts gewandt und neigen stark zum Scheuklappensehen. Mal über den Tellerrand zu schauen, kommt ihnen eher nicht in ihr schlichtes Gemüt. Sie haben nicht selten ein Problem mit Andersdenkenden.

Auf mich üben die Pressed Fiatflowers eine spezielle Ästhetik aus. Die gepressten Komponenten sind schön arrangiert, so dass die Autos noch als solche erkennbar sind. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass die Fiats keineswegs einfach irgendwie gepresst wurden. Motor, Getriebe und Fahrwerksteile fehlen z. B., die hätten sich wohl nicht gut gemacht. Auch Verkleidungsteile aus dem Innenraum wurden entfernt. Und es ist gut zu erkennen, dass die Fahrzeuge bewusst unter der Presse arrangiert wurden. Die Details gehen nicht einfach im Gesamtbrei unter, sondern sind gut zu erkennen. Ich würde sogar soweit gehen, dass die kleinen, unschuldigen Autos ihrer Würde (wenn man davon reden kann) nicht beraubt wurden.

Nun wurde mir gerade zugetragen, dass sowas ja auch mit Modellautos gehen müsste. Hm. Ich hab da noch so ein paar Exemplare (selbst gekauft, keine Geschenke, versteht sich), die ich eh nicht mehr brauche. Fehlt nur die Presse. Achso, und die Erfahrung, wie sich Zinkdruck unter der Presse verhält. Mal sehen.

Kennen Sie Heidkate?

Nein? Kann ich mir vorstellen. Nicht mal diverse Wetter-Apps können mit dem Namen des kleinen Orts an der Ostseeküste nahe Kiel etwas anfangen. Dabei ist es da echt schön! Woher ich das weiß? Ich war am vergangenen Wochenende dort. Zwei Jahre sind rum, und so war es wieder Zeit für das Fiat 500 Ostsee-Treffen. Beim 2011er Treffen habe ich dort meinen alten Fiat 500 N das letzte Mal gesehen und schon fröhlich mit meiner Olga rumgeknippst. Der N war diesmal nicht da, aber das Knippsen hat wieder gut geklappt (finde ich).

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Das mit den Wetter-Apps sollte übrigens durchaus wichtig sein, wie sich am Samstag Abend herausstellte. Aber von Anfang an. Wir (meine Beraterin in allen Lebenslagen, kurz Bialla) und ich hatten uns am Freitag nur kurz in unsere Büros verdrückt, um die wichtigsten Dinge auf einen anderen Stapel umzuschichten, und waren dann gegen 10.30 Uhr mit dem kleinen Wunderkombi vollgetankt (also das Auto, nicht wir) nach Heidkate gestartet. Knapp 400 km lagen vor uns, die wir langsam angingen. Es sollte ja sooo heiß werden! Und da wollte ich den kleinen Kombinationskraftwagen nicht quälen. Also fuhren wir so um die 95 km/h, immer etwas schneller als die Lkws. Das ist am stressfreiesten, wie ich über die Jahre festgestellt habe.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Und was man da so erlebt: Irgendwo auf der Höhe von Neuruppin tat es plötzlich einen enormen Knall. Also ECHT LAUT!!!! Genau auf unserer Höhe muss wohl im Gegenverkehr einem Lkw ein Reifen geplatzt sein. Und das machte ziemlich laut BUMM. Im Rückspiegel sah ich noch eine Staubwolke. Dann waren wir der Situation auch schon entglitten. Kurz darauf hatten wir eine bessere Sicht auf die Ereignisse. Um die großen (die meist weniger Kfz-Steuern zahlen als ich für die kleine Gurke) nicht zu stören, fahre ich natürlich brav auf der rechten Spur und auch dort, entgegen meiner politischen Gesinnung ziemlich, weit rechts. Da die meisten Gefahren von hinten lauern, gucke ich dabei fast mehr in den Rückspiegel als nach vorn. Auf der linken Spur herrschte dichter Verkehr mit einem „Ziehharmonika-Stau“. Im Grunde eine extrem langwellige Longitudinalschwingung. Jedenfalls nimmt Geschwindigkeit und Abstand der Fahrzeuge zyklisch ab und zu. Und klar, dass einer der „Wellenreiter“ immer mal pennt. Ich sah jedenfalls links vor mir jede Menge Bremslichter, dummerweise im Rückspiegel jemanden, der sich mit unverminderter Geschwindigkeit näherte. Ich zog die kleine Kiste rasch auf die Standspur und da flog auch schon eine nichtssagende Mittelklasselimousine links an mir und rechts an dem versetzt neben mir fahrenden SUV vorbei. Das war knapp!

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Die nächste Situation folgte wenig später. Vielleicht waren wir, bzw. unser kleiner aufreizend schöner Italiener der Auslöser dafür, dass der Wohnmobilist links hinter mir, wie viele andere Normalkarrenchauffeure auch, mehr auf uns achtete als auf den Verkehr vor ihm, der sich mal wieder entschloss, stark zu bremsen. Tja. „Schön“ (für einen Unfallanalytiker ergibt sich im Straßenverkehr mitunter eine ganz andere Ästhetik als für einen Normalsterblichen) zu sehen war, wie offensichtlich die Bremswirkung der vorderen Fahrzeuge besser war als die des Wohnmobils. Vielleicht stand aber auch noch das Frühstück auf dem Tisch, das gerade seinen der Physik folgenden Weg nach vorn antrat, der Wohnmobilist den Tassen, Messern und Tellern dies aber nicht gönnte und so nicht beim Bremsen alles gab. Wer weiß. Jedenfalls machte es kurz „knock“ am Heck des Vordermanns. Schon war der von hinten anströmende Verkehr für die nächste Zeit etwas schwächer. War nicht viel passiert, so was hat man als Profi ja im Blick.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Eigentlich reichten die Ereignisse damit für einen Freitag. Der Rest der Anreise war relativ unspektakulär. Tanken, futtern, trinken: Das musste zwischendurch noch sein. Nach dem Ankommen erst mal „Hallo hoch x“, und auch das Zelt war trotz steinhartem Boden (aber dank Hammer im Werkzeugkoffer) ziemlich schnell aufgebaut und das sogar, ohne dass meine Bialla und ich uns wie sonst schon mal vorgekommen argumentativ auseinandersetzen mussten, was die beste Reihenfolge beim Aufstellen der Zeltstangen ist und warum man damit besser nicht in die automobilen Pretiosen der Nachbarn piekst. Zugegebenermaßen bin eigentlich ich Derjenige, der sich beim Zeltaufstellen eher dumm anstellt, was aber auch daran liegt, dass mich oft Konstruktionsmängel aufregen.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Doch dann kam der Hammer. Und zwar nicht der aus meiner Werkzeugkiste, sondern, dass ein lieber Freund, der ebenfalls aus Berlin angereist war, am Freitag Vormittag beim Einkaufen zusammengebrochen und auf ziemlich direkten Weg auf die Intensivstation einer Kieler Klinik verfrachtet wurde. Als Techniker würde man sagen, dass eine ernsthafte Pumpenstörung vorlag. Glücklicherweise funktionierte die Rettungskette wohl perfekt, so dass ihm schnell und effizient geholfen wurde. Schon am Nachmittag drang die ersten Entwarnung zu uns durch. Dennoch überschattete das Ereignis natürlich das Treffen. Gute Besserung, mein Lieber, von dieser Stelle!

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten, war das Zelt schnell eingeräumt. Erste Tat: Badehose suchen. Zweite Tat: In die Fluten der Ostsee springen. Die sollte angeblich 20°C warm sein. Mag sein. Fühlte sich erst kälter an. Aber wenn man erst mal drin ist: Herrlich!

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Das „Kieler Treffen“, wie es ja auch heißt, ist ja ein Rundum-Sorglos-Paket. Immer gibt es etwas zu Futtern oder zu Trinken oder beides! Zwar hatten die „Deichterrassen“ samt Dönerbude geschlossen (eigentlich ein hübsches Vereinsheim für den Kieler Club, oder)? Aber die drei Damen vom Grill (wobei eine Dame ein Herr war), hatten die Meute essenstechnisch bestens im Griff mit verschiedenen Bratwürsten, Bratkartoffeln und Spiegelei, Pilzen, Steakbrötchen und so weiter. Und das zu äußerst moderaten Preisen! Gleiches gilt für die Saufbude: Bier, Wein und so zu Preisen, die a) glücklich und b) besoffen machen. *hicks* Die Bierbude wurde ebenso von den Veranstaltern betrieben wie auch die Frühstücksbude. Jawoll, es gibt allmorgendlich frisch geschmierte Brötchen. Man kann quasi fast ohne Unterbrechung von der Bierbude fünf Meter rüberstolpern zur Brötchenbude. Jedenfalls überschneiden sich die Öffnungszeiten am frühen Morgen fast. Wahnsinn! Danke für diesen tollen Service. Man fühlt sich einfach wohl und gut aufgehoben.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Am Samstag schlurfte ich erst mal über den Teilemarkt. Nein, eigentlich wurde ich geradezu dazu aufgefordert! Und prompt zeigte das auch Wirkung, weil ich gleich die erstbeste Ampel, die mich angrinste, kaufte. Meine erste Ampel! Hach!

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Den Rest des Tages brutzelten wir ansonsten wie die Bratkartoffeln. Nur nicht in der Pfanne, sondern auf dem Treffenplatz direkt hinter dem Deich. Und da man sich nur 100 Meter weit schleppen muss, bis man im kühlen Nass landet, nimmt man diese Erfrischung einfach so oft wahr, wie die Betriebstemperatur zu hoch steigt und man wie ein Teekessel zu pfeifen beginnt. Zwischendurch habe ich es immer mal geschafft, ein paar Fotorundgänge zu machen. Eigentlich schreibe ich ja diesen ganzen Text nur, um ein paar meiner Bilder unterzubringen.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Traditionell gibt es ja eine Ausfahrt durch die Probstei. So heißt da die Gegend (glaube ich). Es ging nach Laboe (ich sage ja immer „Labo-é“), drehte ein paar Kreise um die staunenden Touristen und kullerte wieder zurück. Glücklicherweise konnte ich bei Rollicento als Beifahrer einsteigen. Denn fotografieren und fahren gleichzeitig ist ja doch nicht so gut. Außerdem hatte ich an meinem zusammengefusselten Gepäckträger das Zeltvordach als Schattenspender angeknotet. Der war also unentbehrlich.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Das Ostseetreffen hat ja nun wirklich den Namen „internationales“ Treffen verdient. Wo sie alle herkommen. Holland, Niederlande, aus den Benelux-Ländern, Dänemark, Norwegen, Skandinavien: Wahnsinn!

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Mit dem späten Nachmittag zog eine Gewitterfront auf. Es kursierten schon ein paar Meldungen von unwetterartigen Regenfällen, und auch eine Wetter-App, die wenigstens „Schonbergerstrand“ kannte, meldete nichts Gutes. Man konnte dann auch sehr deutlich die aufziehende Front sehen. Und ein paar Minuten später öffnete der Himmel seine Schleusen.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Glücklicherweise waren die Hagelkörner nicht so groß, dass sie die kleinen Blechblasen ondulierten. Alles blieb heil. Vorerst. Denn auf die erste Front sollte nach kurzer Pause mit Sonnenschein eine zweite folgen. Dem Wettergott wurden nun ein paar Zelte und Pavillons geopfert, um ihn milde zu stimmen. Das ging einigermaßen, auch wenn auf die Schnelle noch ein paar Schlafsäcke und Handtücher organisiert werden wollten. Klappte aber alles. Dann konnte man sich wieder der inneren Anwendung von auch gern berauschenden Flüssigkeiten zuwenden.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Am Sonntag Morgen hatte es sich erst ziemlich abgekühlt. Das war o.k.. So konnte man alles zusammenpacken, freilich, nachdem die Frühstücksbude mehrfach frequentiert wurde, ohne großartig ins Schwitzen zu kommen. Ins Schwitzen kam dann aber noch meine Bialla: Schließlich musste der Fiat (samt Dethleffs Camper Klappwohnwagen) unseres Herzpatienten nach Berlin verfrachtet werden. Und da nur eine zusätzliche Fahrerin zur Verfügung stand, musste sie ran, obwohl sie jetzt nicht sooo viel Spaß daran hat. Das Gespann nahm dann aber doch Rainer unter seine Fittiche. Meine Beifahrerin hatte schon am Samstag eine Probefahrt in Rainers Orange gedreht. Und so fuhren wir am Sonntag Morgen gegen halb zehn der immer höher steigenden Sonne und der Hauptstadt entgegen.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Im Grunde war die Fahrerei (zum Glück) unspektakulär. Keine wild gewordenen Lkw-Reifen, heißblütigen Wohnmobile oder nicht zu bremsenden Alltagskaleschen. Nur wieder Tanken, Futtern, Trinken und weiter bis zu Rainer nach Hause und die Orange abstellen. Dennoch war meine Bialla froh, als sie sich aus der kleinen Karre schälen konnte. Die letzten 12 Kilometer nach Hause zählten dann quasi nicht mehr. Traditionell gebe ich ja eigentlich den Spritverbrauch an. Das ist diesmal aber schlecht, weil wir Kombi und Orange aus einer Zapfsäule betankten. Aber es dürften so knapp 5 Liter/100 km gewesen sein.

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2013

Seitdem ich meinen Entenflieger mit extrem kleinem Packmaß habe, ist es ja noch leichter geworden, Luftaufnahmen zu machen. Zugegebenermaßen erkennt man zwar nicht viel, ich habe aber trotzdem meinen Spaß daran.

Liebe Kieler: Wir sehen uns in zwei Jahren hinterm Deich wieder, o.k.? Danke an alle, die das Treffen möglich gemacht haben!

Alle meine Fotos von dem Treffen findet man hier.

 

Rostflecken

… sind bekanntlich recht widerspenstig. Als alter Autoschrauber kennt man das. Worauf so ein unkreatives Würstchen wie ich natürlich nicht kommt, aus Rostflecken etwas Schönes zu machen.

Gestern war ich mal wieder auf der DMY. Jedes Jahr bin ich wieder begeistert von der Vielfalt der hervorragenden Gedankenblitze und deren handwerklichen Umsetzung. Da bieten sich für mich unzählige Fotomotive. Einfach klasse! Leider bin ich meistens zu faul, mir zu den einzelnen Ausstellungsstücken die Hintergrundinfos, wie sie heißen und wer sie gemacht hat, zu merken. Das ist natürlich dumm. Mal sehen, wie ich das mal ändern kann.

Was sich aber eingeprägt hat, ist roststoff.com, womit wir wieder beim Anfang der Geschichte wären. Nicht zuletzt deswegen habe ich es mir gemerkt, weil dort ein Fiat 500 vorkam. Und das ist der Gag: Da sind Menschen hingegangen, und haben den Rost von Auto- (oder anderen) Wracks abgeschliffen und den Abrieb in einem unglaublich komplizierten Verfahren auf Stoff gebannt.

Hier oben links im Bild kann man sehen, wie an einem herrlich verrosteten Fiat 500 herumgeschliffen wird.

roststoff.com

Wie das ganze dann fertig aussieht, kann man hier sehen:

roststoff.com

Hübsch, das Motiv mit den aufeinandergestapelten Rohkarossen. Der Wermutstropfen ist leider für alle 500er-Liebhaber, dass ich von dem Fiat keine Hinweise auf der Homepage gefunden habe. Aber z. B. für Heckflossen- und Bullifreunde ist noch was zu bekommen. [UPDATE: Bevor es in der Kommentarflut untergeht. Im Dawanda-Shop gibt es  noch ein paar Shirts!]

Wer ein paar weitere Eindrücke von der DMY im Hangar 2 des ehemaligen Flughafens Tempelhof sucht, wird hier in meinem Flickr-Stream fündig.

Sonnenbrand in Fischerhude

Das war wieder ne runde Sache! Zum 32. Mal fand am ersten Maiwochenende (wie immer) das Bremer Fiat-500-Frühjahrstreffen statt. Im 24. sten Jahr bin auch ich dabei. So ganz viele Treffen (maximal zwei oder drei) habe ich dabei nicht ausgelassen. Wenn überhaupt!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Tja. Und was stellt man so fest in 24 Jahren? Richtig. Man wird älter. Und älter werden auch im Durchschnitt die Treffenbesucher. Denn, wie sollte es anders sein, es fehlt der Nachwuchs. Wer will oder kann sich von der jungen Generation (so man überhaupt einen Führerschein gemacht hat) schon so eine unsichere, kleine, lahme, laute und auch noch relativ teure Gehhilfe leisten? Und eben weil dieses Auto unbequem ist, und man das mit dem Älterwerden auch zunehmend merkt, bleiben auch immer mehr von denjenigen weg, die man früher noch regelmäßig getroffen hat. Oder man hat familiäre Dinge zu erledigen: Konfirmation, Kommunion, Konspiration, Kondolation: Irgendwas ist ja immer, das einen von einem herrlichen Campingwochenende abhält und man die ersten schönen Tage des Jahres stattdessen lieber in kalten, dunklen, feuchten Kirchen oder stickigen Festsälen verbringt. Und so nimmt allenfalls die Zahl der Tagesbesucher zu. Wobei das oft Leute sind, die früher eben auch über Nacht geblieben sind.

Meiner

Manche Gründe für einen Tagesbesuch statt Wochenendausflug kann ich gut verstehen. Mit dem Älterwerden ist leider auch verbunden, dass einige unter schweren Krankheiten zu leiden haben. Das wird mehr und mehr Gesprächsthema. Und so fand ich es wirklich bemerkenswert und schön, z. B. Thomas begrüßen zu können. Es hat mich wirklich gefreut, mich mit ihm unterhalten zu können. Ich wünsche ihm alles nur erdenklich Gute!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Auch Teilehändler glänzten durch Abwesenheit. Klar. Der Online-Shop machts möglich, dass man sich mit seinen Brocken nicht mehr auch noch am Wochenende in Bewegung setzen muss. Vielleicht traut sich der ein oder andere aber auch nicht mehr mit der teils grauenhaften Qualität der Teile vor die Tür. Dabei hat so mancher doch immer ein paar Teile nötig, gell, Ralf?

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Von denen, die sich aber eben doch nicht haben abhalten lassen, sind dafür m. E. mehr Leute auf eigener Achse mit ihrem 500er gekommen. Das ist natürlich schön, vor allem für die Fotos, wo die Fremdkarren ja doch irgendwie das Bild stören. Aber ich will mal nicht zu laut rumunken. Schließlich war ich auch das eine oder andere Jahr mangels Zeit, Lust oder fahrbereitem 500er mit einem Fremdfabrikat auf dem Backsberg. Egal: Dabei sein ist alles, kann ich nur allen zurufen, die meinen, sich ohne 500er nicht blicken lassen zu können. Alles Quatsch. Es kommt auf die Leute an. Dabei habe ich gar nicht verstanden, warum (zumindest gefühlt, denn Zahlen kenne ich nicht) so wenige gekommen sind: Gerade nach dem langen Winter muss man doch geradezu danach lechzen, endlich wieder bei herrlichem Wetter eine längere Fahrt zu unternehmen. Sich den Wind durchs offene Dach um die Nase wehen zu lassen und sich auch bei Temperaturen nachts knapp über dem Gefrierpunkt nicht die Laune verderben zu lassen, sondern lieber ein paar leere Wasserflaschen zu Wärmflaschen umzufunktionieren.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Wir waren nach gut 4,5 Stunden Fahrt aus Berlin am frühen Freitagabend wohlbehalten angekommen und schüttelten uns als erstes mal den Lärm aus den Ohren. Wobei, so ein vollgepackter 500er mit drei Schlafsäcken, 2 dicken Isomatten, geräumigem Zelt, 2 Stühlen, Klamotten, 2 Modellflugzeugen, 1 Kasten Bier und etwas Verpflegung ist ja gar nicht mehr sooo laut. Schon nach wenigen Stunden ist das Rauschen in den Ohren wie weggeblasen.

Kombizisch

Das Tolle am Bremer Treffen ist ja, dass man sich immer mehr auf die einzigartige Verpflegung verlassen kann. Seit etlichen Jahren bereitet Harald nicht nur Freitag abends frische Pizza mit allerlei verschiedenem Belag, sondern backt Samstag und Sonntag auch noch Brötchen auf dem Platz. Wo gibt es das schon? Sehr positiv hat sich auch ausgewirkt, dass Axel relativ früh am Samstag wegmusste, so dass, wie Udo meinte, man das Essen nicht nur schmecken, sondern – ganz neu – auch sehen konnte! Essen vor Sonnenuntergang war sonst so ne Sache. Allerdings wäre die Kombination aus beidem: Axel bleibt bis Sonntag und es gibt trotzdem früh Essen, noch besser. Wie sonst auch fing ja doch der eine oder andere nach der Rückkehr von der Ausfahrt an zu grillen. Trotz reichhaltigem Kuchenbüffet fehlt manchem eben ein herzhaftes Mittagessen.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit der herrlichen Wümme-Wiesen zum Modellfliegen. So auch dieses Jahr. Eigentlich hatte ich mal damit angefangen, um Fotos aus der Luft zu machen. Das hat etwas nachgelassen, seit ich ambitionierter am Boden fotografiere, aber so ne kleine Keychain-Cam hatte ich doch dabei, um sie vorn auf meinen Experimentalflieger zu packen (davon demnächst mehr). Und so ist wenigstens ein kurzer Film zustande gekommen, auf dem man leider in erster Linie sieht, wie leer es war. Und am Ende ist der Flieger auch noch abgestürzt (und durchgebrochen).

Lagerfeuer gab’s auch, diesmal allerdings vor allem am Samstag Abend etwas kleiner als sonst, da man – trotz steigender Treffenplatzkosten – weniger Holz als in früheren Jahren zum Verbrennen hatte. Ging aber auch, waren ja nicht so viele Leute, die sich um das Feuer scharten. Man musste zwar immer ein paar Meter zurück und dann wieder vor mit seinem Stühlchen, je nach dem, ob und wer gerade Holz nachlegte, aber so bleibt man ja in Bewegung.

Lagerfeuerromantik

Tjoa. Und ruckzuck war der Abend rum. In der Nacht machte ich den Fehler, die Socken auszuziehen. Da war’s dann etwas frisch an den Füßen, ging aber. Am nächsten Morgen grüßte die  Sonne wieder mit voller Kraft vom Himmel. Herrlich, wenn man dann das erste Mal die Nase aus dem Zelt steckt! Dann in Ruhe frühstücken und dummes Zeug quatschen und die Sachen zusammenpacken. Muss ich noch erwähnen, dass wir wieder heile mit dem kleinen Kombi in Berlin angekommen sind und bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 100 km/h rund 5 l/100km verbraucht haben? Muss ich nicht? Doch, ich finde schon. Ist doch super! In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr!

Dämmerung

Schnee am Backsberg

Stimmt gar nicht. Es hat gar nicht geschneit. Es hat auch fast gar nicht geregnet. Nur Freitag ein paar Tröpfchen und in der Nacht von Samstag auf Sonntag etwas mehr. Aber nicht schlimm. So ist das am Backsberg. Das Wetter ist eigentlich immer besser, als man denken würde, wenn man nicht dagewesen wäre. Da in der Einöde zwischen Oyten und Fischerhude fand wie immer das Bremer Fiat 500 Treffen statt. Jedes Jahr seit Menschengedenken, jedes Jahr am Wochenende nach dem 1. Mai.

Bremer Treffen

Aber es war  kalt. Gut, dass ich zwei Schlafsäcke und meine Mopedjacke dabei hatte. Es ging ein kalter Wind über die Fischerhuder Steppe. Trabt man dort als Bürohengst herum, bekommt man schon mal blaue Finger. Am Samstag gegen Abend war es am unangenehmsten, bevor das Lagerfeuer angezündet wurde und es was zu Essen gab. Aber da sind wir ja noch gar nicht.

Bremer Treffen

Ich hatte eine problemlose, pannenfreie Anreise, die auch zügig vonstatten ging. Kein Wunder. Der letzte mir verbliebene 500er steht seit geraumer Zeit sicher und trocken in der Garage. Kein TÜV und so. Mache ich dann demnächst ™ mal fertig. Statt 500er hatte ich meinen anderen 2-türigen Kombi gewählt. Ob ich das jetzt öfter mache? Wegen der Autos komme ich schon lange nicht mehr nach Bremen. Gut, es wäre schade, wenn nun alle so dächten wie ich. Aber so interessant ist mein Kombi nun auch nicht. Und es gibt (fast) nichts, was ich nicht schon gesehen habe. Stattdessen ist es mehr wie ein Klassentreffen. Viele nette Leute, die man nur selten wiedersieht und mit denen man gemeinsam alt geworden ist, scheint’s. Denn Nachwuchs ist tendenziell Mangelware.

Bremer Treffen

Ich hatte Glück, denn Andreas hatte am Samstag Nachmittag noch einen Platz im Auto frei, so dass ich es mir mal wieder zur Ausfahrt auf einem Beifahrersitz bequem machen konnte. Dort lässt es sich auch einfach besser fotografieren als vom Fahrersitz aus. Was da alles passieren kann! Überhaupt Ausfahrten: Eh man sich versieht, hat es geknallt. Gut. Es war nur ein bisschen Blechschaden an einem „R“ (vorn) und einem „Kombi“ (hinten). Aber ärgerlich ist das schon. Keine Frage!

Bremer Treffen

Dumm, wie ich bin, hatte ich Olgas Zweitakku im Büro liegen lassen. Ich entschloss mich, als Zweitakku meine Nikon samt Fischauge mitzunehmen. Eine gute Entscheidung! Wir hatten jedenfalls eine Menge Spässeken. Ist schon ein schönes Spielzeug. Und manchmal kommen sogar ansehnliche Fotos dabei heraus.

Bremer Treffen

Ziel der Ausfahrt war eine Wassermühle. Der Name ist meinem Sieb Hirn leider wieder entfallen. Ich glaube, man hatte sie nach einer Anschlussstelle der A1 benannt. Oder umgekehrt? Egal. Ha! Stuckenborstel. Das war’s! Eine voll funktionstüchtige unterschlägige Wassermühle sieht man ja selten während des Betriebs von innen. Es ist schon ein magisches Gefühl, wenn sich wie von Geisterhand die Transmissionsriemen, Wellen und Räder in Gang setzen. Hach, ich mag alte Technik. Ganz große Klasse war auch der Erklärbär aus dem Dorf, der sich für unsere Truppe extra aus einem 80. oder 85. Geburtstag ausgeklinkt hatte. Gut. Er war jetzt nicht selbst das Geburtstagskind. Aber trotzdem. Dennoch scheint sich auch in der Altmühlenszene ein gewisser Nachwuchsmangel an ehrenamtlichen Müllern, Mühlenerhaltern und Mühlenerklärbären breit zu machen.

Bremer Treffen

Abends hat Axel mit der Hilfe diverser fleißiger Hände wieder ein 3-Gänge-Menü gezaubert. Ich selbst habe nur den ersten Gang genossen. Aber ich habe mir sagen lassen, dass auch alles, was danach kam, große Klasse war. Ich habe keinen Zweifel daran!

Bremer Treffen

Joah. Das war’s dann auch schon fast. Noch ein bisschen Lagerfeuerquasseln und Lagerfeuerbiertrinken. Dann Zelt, Schlafen, Packen, Frühstück, Heimfahrt. Die habe ich wieder mit 4 Zylindern mehr als erforderlich genossen. Kann sein, dass mir das noch öfter passiert.  Bis zum nächsten Jahr. Aber bis dahin sollte mein Kombi wieder TÜV und ich damit eine Ausrede weniger haben.

Bremer Treffen