Beitrags-Archiv für die Kategory 'Ach geh mir wech'

Ich fühle mich verraten.

Freitag, 31. Juli 2015 6:40

Aber nicht von Netzpolitik.org*, sondern von der Bundesregierung.

Ist ja nicht das erste Mal, dass sich Ermittlungsverfahren gegen die Falschen richten.

 

*Falls Netzpolitik.org nicht erreichbar ist: Mehr hier: https://landesverrat.org/

 

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Der Pipi-Test für den "Bösen Bullen"

Freitag, 12. Dezember 2014 13:03

bullen_0123Gestern Abend kurz vor sechs, fünf Minuten nach Feierabend, hatte ich seit langem mal wieder unberuflichen Kontakt zur uniformierten Staatsgewalt in Form einer Drogenkontrolle. Von der Schönhauser Allee kommend bog ich nach links in die Torstraße ein, um an der Karl-Liebknecht-Straße Richtung Alex abzubiegen. Fast alle Fahrspuren waren versperrt, und ich wurde von einem Kellemann auf den Parkstreifen rechts gelotst. Dort angekommen wollte man erst mal meine Papiere sehen. Gut. Nach einigem Kramen im Auto hatte ich alles Gewünschte gefunden, und weil ich dabei auch den Verbandskasten in Händen hatte, der auch plötzlich von Interesse war, hab ich dem „Guten Bullen“ auch noch unter die Nase gerieben, dass der noch haltbar ist. Soweit so gut.

Man mache eine Drogenkontrolle.

„Aha.“ meinte ich.

Ob ich letztens mal Drogen genommen hätte.

„Nö.“

„Noch nie?“

„Ne, noch nie.“

„Nicht mal probiert?“

„Ne. Nicht mal probiert. Nur vor ein paar Wochen war ich mal in nem Raum, in dem gleichzeitig gekifft wurde.“

Ob ich mit einem Test einverstanden wäre. – Naja, nun gut.

Guter Bulle leuchtet mir in die Augen, die ich vorher schließen soll. Alles gut (alles andere hätte mich auch gewundert).

„Zählense mal bis 30.“

„???“ (Zähle in Gedanken mittelschnell bis dreißig) „Fertig!“

„Oh, das ging aber schnell.“ und guckt auf seine Uhr.

„Jo, wieso?“

Naja, ich sollte im Sekundentakt zählen.

„Aha, ich soll also nicht bis 30 zählen, sondern 30 Sekunden abzählen. Müssen Sie mir aber auch so sagen.“ und überlege, ob der wohl was genommen hat … Jedenfalls zähle ich dann, inzwischen rund 10 Minuten im Regen stehend, mit geschlossenen Augen im gefühlten Sekundentakt bis 30. „Fertig.“ – „Ja, gut.“ Anscheinend habe ich den Test bestanden. (Später erfrage ich, dass ich 35 Sekunden gebraucht habe, was wohl ein guter Wert ist.)

Jetzt kommt Kollege Böser Bulle dazu. „Welche Farbe hat’n Ihr Auto?“ – „Grün, wieso?“. Leuchtet mit der Taschenlampe auf den Kotflügel und schweigt. War das jetzt auch ein Test? Was, wenn ich rosa mit blauen Sternen gesagt hätte? Wäre ich dann gleich in die  Entziehung eingeliefert worden?

Guter Bulle fragt mich, ob ich mit einem freiwilligen Pipi-Test (seine Wortwahl, wie ich später merke, wohl offizieller Berliner Polizei-Jargon) einverstanden wäre. Ich meinte, das wäre jetzt schlecht, ich wäre eben unten an der Schönhauser vom Büro aus losgefahren und wäre vorher noch aufm Klo gewesen. Das könnte meine Frau bestätigen.

„Naja, aber ein paar Tropfen gehen doch immer.“

„Mag wohl sein, aber wenn das freiwillig ist, dann würde ich jetzt eben sagen, dass ich damit nicht einverstanden bin, weil ich jetzt nicht muss, kann und will.“

„Ja, man könnte auch eine Blutprobe anordnen.“, meinte Kollege Böser Bulle.

„Oh, dann würde ich jetzt erst mal meinen Anwalt anrufen und fragen, ob das alles so richtig ist.“

Guter Bulle: „Wir müssten schon noch vorher einen Richter fragen.“

Ich so: „Ach was.“

Guter Bulle: Ob ich jetzt den Pipi-Test machen wolle. – Ne, eigentlich hatte sich meine Meinung nicht geändert.

Böser Bulle: „Wenn Sie jetzt nicht freiwillig einwilligen, dauert das hier 2 bis 3 Stunden, bis wir fertig sind mit der richterlichen Anordnung.“

„Oh, einen freiwilligen Urintest hab ich mir jetzt anders vorgestellt, nämlich ohne dass ich jetzt hier dazu durch Androhung einer Zwangsmaßnahme dazu genötigt werde. Immerhin bin ich doch wohl kommunikativ und kooperativ, hab die diversen bisherigen Tests ja wohl ordentlich absolviert, ohne Anlass für weitere Maßnahmen zu geben. Ich möchte jetzt erst mal gern wissen, was Ihnen die Veranlassung gibt, nun die nächste Stufe zu zünden.“

Böser Bulle: „Na, so richtig kooperativ sind Sie ja nicht. Immerhin weigern Sie sich, den freiwilligen Pipi-Test mitzumachen.“

„Versetzen Sie sich mal in meine Situation. Sie kommen nach 10 Stunden aus dem Büro, werden rausgewunken, benehmen sich anständig, Ihnen wird ein freiwilliger Test angeboten und die Freiwilligkeit sieht dann so aus, dass man bei Nichtteilnahme den Feierabend versaut kriegt. Da soll man jubilierend zustimmen, das so ein Test jetzt voll super ist? Ich fühle mich jetzt von Ihnen schikaniert und an meiner Menschenwürde angekratzt“ – mein Blickt schweift zu zwei Dixi-Klos in der Nähe- „, wenn ich auf diese Weise zu einem freiwilligen Test genötigt würde, obwohl ich klargemacht habe, dass das jetzt schwierig ist mit dem Urintest. Jedenfalls fühle ich mich von Ihnen genötigt.“

Dass ich aus der Nummer nicht rauskomme, war mir schon klar. Aber ich hatte auch irgendwie Lust, das auszudiskutieren. Im Grunde waren die beiden ja weitgehend freundlich zu mir. Ich aber auch! Aber man kann sich leicht vorstellen, in welche Richtung das geht, wenn man vielleicht nicht einen einigermaßen verständigen Eindruck macht. Wenn schlichte Gemüter aufeinanderprallen. Vor allem kann ich mir leicht vorstellen, dass die juristischen Feinheiten leicht mal unter den Tisch fallen, um eine bestimmte Handlungsweise durchzusetzen.

Es ging dann in irgendein nah gelegenes Bürogebäude mit einem Klo im Erdgeschoss. Dort war ein großes Hallo! Viele Uniformierte und genervte Menschen drängten sich vor allem um das Männerklo.  Einen mutmaßlichen Drogi hatten sie sich da gerade zur Brust genommen und versuchten ihm in gebrochenem Englisch zu erklären, dass jetzt ein „Judge“ a „Blood-Test“ anordnen würde and überhaupt. Jedenfalls fielen wie Maschinengewehrsalven stakkatohaft Begriffe wie Police, Drugs, THC, Blood, Judge, Test. Ich drückte mir ein paar Kubikmillimeter aus der Blase und übergab mein Töpfen an den Guten Bullen, der mir das Haltbarkeitsdatum seines Schnelltests zeigte und loslegte. Wie zu erwarten, war alles in Ordnung.

Ich hab noch mal klargemacht, dass das von seinem Kollegen nicht fair war, die richterliche Anordnung zu vergessen.

„Ne, das hat der gesagt.“.

„Ne, das haben nur Sie mir gesagt. Ihr Kollege hat damit gedroht, dass sich das noch 2, 3 Stunden hinziehen kann. Seien sie doch mit der Freiwilligkeit ehrlich, dass es die de facto nicht gibt. Hätte ich mein Aufnahmegerät dabei, könnte ich es Ihnen jetzt vorspielen.“

Guter Bulle meinte: „Ja, der Kollege ist noch neu und etwas steif im Umgang. Ich bin länger dabei und versuche, freundlicher zu sein.“

Beinahe wäre mir „Ach, das alte Spielchen Guter Bulle, Böser Bulle, ja?“ rausgerutscht, konnte es mir aber gerade noch verkneifen.

Kaum weggefahren habe ich dann auf dem Weg vom Alex zum Strausberger Platz im Berufsverkehr drei Rotlichtverstöße, eine eindeutige Geschwindigkeitsüberschreitung und zwei mal rechts abbiegen von der Geradeausspur, einmal mit Gefährdung von Radfahrern gesehen und dachte, dass es bestimmt wichtiger ist, am frühen Abend Drogentests bis zum bitteren Ende durchzuführen, ohne zu antizipieren, wann es reicht. ACA… arme Würstchen. Sie führen ja nur Befehle aus. Schönen Dank für die sinnvolle Verwendung meiner Steuergelder.

Update:
Heute fuhr ich die gleiche Strecke und wurde wieder rausgewunken. Mit ein paar überzeugenden Worten meinerseits konnte ich einen erneuten Test aber abwenden.

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Springerblöd

Sonntag, 9. November 2014 1:07

Da mache ich doch heute den Briefkasten auf und sehe was völlig Unerwartetes: Eine Blöd-Zeitung. Die hatte ich weder bestellt, noch würde mir sowas ins Haus kommen, nicht mal zum Bio-Müll einwickeln. Ist doch ok, wenn man Ungewollte Postsendungen wieder zurückschickt, oder? Sicher wird sich doch der eigentliche Adressat darüber freuen. Oder ..?Nicht? Ich meine, das ist doch nicht für mich… Also, ich hab das echt sofort, unverzüglich …

bloed_01

bloed_02

 

Äh, und einen VW werde ich deswegen auch nicht kaufen.

 

 

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Ach #touchandtravel. Ihr müsst noch viel lernen.

Freitag, 4. Juli 2014 9:17

Eben habe ich das Auto in die Werkstatt gebracht und bin mit der BVG zum Büro gefahren. Dafür nutze ich eigentlich ganz gern Touch&Travel, auch wenn es teurer ist, als z. B. 4er-Karten zu kaufen. Aber die Nerven, die Nicht-Annahme „neuer“ 5€-Scheine (Die gibt’s schon ziemlich lange, finde ich), die Geräusche etlicher ankommender und abfahrender Züge, die bohrenden Blicke anderer Fahrscheinerwerbegewillter, während quälend langsam die Fahrscheine aus dem Automaten quillen, lassen mich zu der eigentlich ganz bequemen Handylösung greifen. Dass damit ein Bewegungsprofil erstellt wird: Nunja. HIER weiß man es wenigstens.

Nach dem ich mich eben am Senefelderplatz ausloggte und auch der Fahrpreis berechnet wurde, hatte ich beim Einschalten meines Rechners postwendend eine Mail bekommen:

 

Verstoß gegen die Touch&Travel-Bedingungen bei Ihrer Fahrt 0815

Sehr geehrter Herr Will Sagen,

während Ihrer Fahrt mit Touch&Travel am 04.07.14 (Fahrt-ID: 0815) war die Positionsbestimmung durch den Location Based Service (LBS) nicht möglich. Die Freigabe des LBS durch Sie ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um Touch&Travel nutzen zu können.

Bitte beachten Sie, dass zur Berechnung des Fahrpreises Ihr Standort zwischen An- und Abmeldung periodisch ermittelt werden muss.

Damit Sie Touch&Travel weiterhin nutzen können, ist es notwendig, den Location Based Service erneut freizuschalten. Senden Sie dazu eine SMS mit dem Inhalt +touchandtravel an die Nummer 27637. Für den Versand dieser SMS berechnet Ihr Mobilfunkanbieter Kosten für eine Standard-SMS entsprechend Ihres Mobilfunktarifs.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Touch&Travel-Kundenbetreuung

Diese E-Mail wurde automatisch generiert. Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:
Touch&Travel Kundenbetreuung
Salzufer 6
10587 Berlin

Tel.: 0800 330 430 1 (kostenlos)
info@touchandtravel.de
https://www.touchandtravel.de/

 

Ich dann so:

Guten Tag,

> Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.
Doch. Genau das tue ich:

Ich will wohl gerne irgendetwas freischalten, aber einen Verstoß, also eine aktive Pflichtverletzung gegen irgendwelche Bedingungen, habe ich nicht begangen und muss ich mir auch nicht vorwerfen lassen. Ich habe an meinem Smartphone keinerlei andere Einstellungen vorgenommen als sonst. Wlan aktiv, GSM aktiv, GPS aktiv, ja sogar Bluetooth. Der Akku zeigte beim Verlassen der letzten Station 92% an.

Wenn Ihr LBS z. B. in einer U-Bahn nicht funktioniert, kann ich wenig dagegen ausrichten. Mein Navi im Auto hat in Tunnels auch Schwierigkeiten. Jedenfalls werde ich auch in Zukunft davon absehen, an jeder Station auszusteigen und für 5 Minuten ans Tageslicht zu gehen, damit ich von Ihnen periodisch überwacht werden kann. Vielleicht sind Ihre Nutzungsbedingungen mit einer Fortbewegung unter der Erde (Blaschkoallee-Hermannplatz-Alexanderplatz-Senefelderplatz) in Zusammenwirken mit einem dramatisch schlechten, also im doppelten Sinn unterirdischen Mobilfunknetz schlicht inkompatibel. Ich habe mich von Anfang an gefragt, als diese periodische Überwachung eingeführt wurde, wie zuverlässig das wohl unter der Erde funktioniert. Mir scheint außerdem, Ihr Kundenüberwachungsdrang und das grundsätzliche Misstrauen ist etwas zu stark ausgeprägt. Ich empfehle Ihnen daher, den Fehler zunächst bei sich zu suchen, bevor Sie das Vergehen Ihren Kunden zuweisen.

Vielleicht sollten Sie über die Formulierung Ihrer Mail daher noch mal etwas nachdenken. Als Anregung, weil ich ja quasi Kunde der ersten Stunde und so etwas wie ein Betatester war (immer noch bin, trifft es wohl eher):

„Betreff: Problem mit der Standortbestimmung“ oder so. Und dann: „Leider war es unserem System nicht möglich, Ihren Standort periodisch zu bestimmen. […] Die Programmierung sieht vor, dass die Standortbestimmung durch Sie erneut freigeschaltet werden muss.“ An dieser Stelle könnten Sie sich auch fragen: Warum eigentlich? Nur, weil das einmal nicht ging, muss man als Kunde aktiv werden?

Ich werde wohl dazu übergehen, mich wieder an den quälend langsamen Automaten zu bedienen (die sind vermutlich vom gleichen Programmierer, oder?) Mit 4er-Karten ist es in Berlin eh günstiger, Öffis zu nutzen.

Ja, meine Ausdrucksweise ist etwas deftig geraten. Genauso, wie Sie, der/die das jetzt liest, persönlich wohl nichts für die Unzulänglichkeiten kann, geht es mir aber auch.

Viele Grüße und einen angenehmen Tag noch

Will Sagen

 

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BI(G)C IBAN-Wahn

Freitag, 22. November 2013 22:38

Ich ersticke hier gerade in Papier. Jeder, aber auch wirklich JEDER schickt mir Briefe, in denen er mir mitteilt, dass da irgendwas mit der Abbucherei umgestellt wird (mal abgesehen von den Briefen, dass irgendwelche Beiträge angepasst wurden).

Allein das Finanzamt schickt mir für JEDE Einzugsermächtigung ein einzelnes Schreiben. Bei vier zugelassenen Fahrzeugen kommt da was zusammen. Ja sag mal: Kann man das mit einer einzigen Datenbankabfrage nicht kanalisieren, auflisten und in einem einzigen Schreiben mitteilen? Allein für diese Redundanz-Redundanz werden ja schon mehr Bäume gefällt als für den gesamten A100-Ausbau in den nächsten 20 Jahren! Und dann soll ich auch noch prüfen, ob die Angaben stimmen. Hallo? Ist MIR doch egal, ob ihr die Kohle von nem falschen Konto abbucht.

Und jetzt meldet sich auch noch der Vermieter meiner Bastelwerkstatt, dass ich doch bitte daran denken soll, den Dauerauftrag umzustellen. Öhm. So was wie ne Serviceleistung der Bank, dass die mal eben sowas automatisch machen, gibt es auch nicht? Is‘ ja klasse. Die Kohle wandert mal gerade ein paar Kilometer weiter. Aber der europäische Zahlungsverkehr wird einfacher. Dann ist ja gut.

 

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Wir bauten ein Haus. Und es wurde fertig.

Donnerstag, 10. Januar 2013 13:55

Einmal im Leben baut man ein Haus für sich selbst. Naja, manche vielleicht auch öfter, manche gar nicht.

Egal. Wer ein Haus baut, überlegt sich das gut: Was kostet das überhaupt, woher kommt die Kohle, steht mir der Finanzrahmen für die Abzahlung voraussichtlich für die nächsten 20 bis 30 Jahre zur Verfügung? Das sind die Fragen, die den jungen Bauherren als erstes umtreiben.

Mein Dorf IIch habe auch schon ein Haus gebaut. Naja, nicht so ganz. Meine Liebste, mich und eine befreundete Familie zog es in die gleiche Gegend. Wir beschlossen, ein Doppelhaus zu bauen, wie man so sagt, also bauen zu lassen. Es wurden Pläne geschmiedet, Grundstücke angesehen, Termine mit Banken, Bauunternehmen, Architekten vereinbart, bis irgendwann der Plan reifte: Wir nehmen – zur Kostenersparnis – die Ausschreibung der einzelnen Gewerke und die Bauleitung selbst in die Hand. Die Planung ließen wir von einer Architektin machen. Viele andere Details konnte meine Liebste als Frau vom Fach durchdenken. Meinem Freund und mir war es auf dem Weg zur Arbeit möglich, es so einzurichten, dass wir praktisch täglich zweimal an der Baustelle anhalten und nach dem rechten sehen konnten. Als Maschinenbauingenieure sind wir zwar nicht direkt vom Fach, aber einen gewissen Blick und Verständnis für technische Dinge hat man ja doch. Zur Not war sogar ein Blitzbesuch in der Mittagspause machbar.

Und wenn wir nicht hätten gewährleisten können, dass wir mehr oder weniger ständig mit entsprechendem Sachverstand den Baufortschritt hätten überwachen können, hätten wir das nie und nimmer gemacht. Was man da so zu sehen bekommt: Ich erinnere mich noch wie heute, wie der Maurerlehrling den Kran bedienen durfte und mit einem Speiskübel, der wild hin- und herschaukelte, gleich mal eine Kellerwand, die ein anderer gerade errichtet hatte, einreißt. Oder wie der Blitz in den Kran eingeschlagen ist und damit bei den schon in die umliegenden Häuser eingezogenen Nachbarn die Elektronik der Heizungsanlagen zur Strecke gebracht hat. Für uns war schlimmer, dass erst mal der Kran ausgefallen war. Die Pflastersteine (gerumpelt), die nicht vor Hausnummer 98, sondern vor 78 abgekippt wurden. „Das Badezimmer hat ja gar keinen Lichtschalter mehr.“ Bedröppelte Gesichter bei Fliesenleger und Verputzer, die gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigten und wie aus einem Mund sagten: „Er ist schuld!“ Der eine hat die Dose übergeputzt, ohne dass so ein kleines Fähnchen durch den Putz schaute, der andere hat dann gleich mal seine Fliesen drüber geklebt. Da musste der Bauherr erst zeigen, wie er anhand der selbst aufgenommenen Baufortschrittsfotos und einer fotogrammetrischen Auswertung die Bohrkrone an den nagelneuen Fliesen ansetzte  und die Schalterdose millimetergenau wieder zu Tage förderte. Undsoweiterundsofort. Baustandard halt.

Erster Spatenstich war im Sommer. Zur Jahreswende konnten wir einziehen. Gut, es war noch nicht alles fertig, ein paar Fußbodenfliesen fehlten hier und da noch, und Zufahrt und Garten mussten noch angelegt werden. Aber alles war überschaubar und im Großen und Ganzen auch handwerklich ohne Extremkatastrophen verlaufen. 5 Monate bis zum Einzug sind für ein gemauertes Haus mit Keller keine schlechte Zeit. Da werden mir sicherlich andere Bauleute zustimmen. Wir haben den Kostenrahmen eingehalten und mit einiger Eigenleistung blieb noch die Möglichkeit, das Bafög-Darlehen auf einen Schlag zurückzuzahlen.

Wenn ich aber technisch keine Ahnung und habe, mir der Baufortschritt vor allem Anfangs eher nicht so wichtig ist, ich nicht erkenne, dass 3 Wochen vor Bezug allerallerallerspätestens der Zeitpunkt ist, an dem nach erfolgter Abnahme die Ausbesserungen vorgenommen worden sein müssten und ich zu dem nicht mein eigenes Geld in den (märkischen) Sand setze: Dann, ja dann endet das im Desaster: Jeder macht auf der Baustelle, was er will. Handwerker stehen sich gegenseitig im Weg rum oder kommen gar nicht, weil man keinen Druck macht. Man hat keinen Überblick, was im Verborgenen überhaupt passiert ist. Nur dann, wenn man wirklich überhaupt keine Ahnung hat und gleichzeitig an völliger Selbstüberschätzung leidet, kann man erst auf den dummen Gedanken kommen, dass man das billigste Angebot eines Generalunternehmers durch eigenverantwortliche Ausschreibung und Bauleitung unterbieten kann. Es konnte einfach nicht gutgehen, was da in Schönefeld geplant war. Unmöglich. Das war Scheitern mit Ansage.

Loburg15Aber wie schön, dass sich ein paar Leutchen hinstellen und die „Verantwortung“ übernehmen! Die Verantwortung, da fragt mal ein paar Bauherren, die Verantwortung wirkt sich normalerweise direkt auf den eigenen Kontostand aus. Jede Panne,  die man nicht postwendend einem Betrieb anlasten kann, zahlt man selbst. Tür im Gästeklo stößt ans Waschbecken, weil das doch eine Nummer größer sein sollte? Du hast es bestellt, ohne nachzudenken? Zahlst du selbst. Nicht ausreichend Parkett bestellt,weil du den Verschnitt falsch berechnet hast und jetzt ist die Charge nicht mehr lieferbar? Viel Spaß mit dem Farbunterschied. Oder einmal alles auf Anfang: Rausreißen und neumachen. DU warst es, der die Lieferadresse für die Pflastersteine falsch angegeben hat? Dann frag gleich mal, was der Lkw und der Radlader kosten, um die Steine wieder aufzuladen und 100 m weiterzubringen.

Verantwortung übernehmen. Pah. Das ist nicht lache. Ja klar. Jedes politisch gewollte Bauwerk hat eine imaginäre Kostengrenze, von der man meint, dass man – wider besseres Wissen – die wahrscheinliche Summe (die man eh noch mindestens verdoppeln muss) lieber nicht sagt. Das ist Betrug am Bürger. Nichts anderes. Geht dahin, wo der Pfeffer wächst, und ihr werdet es schaffen, dass die Pfefferpflanzen eingehen.

 

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Fremdenhass auf Usedom am eigenen Leib spüren

Dienstag, 27. September 2011 20:39

Disclosure: Dieser Text könnte verbale (!) Übertreibungen enthalten. Die Fakten stimmen aber.

 

Eigentlich wollte ich schon viel früher über ein Urlaubserlebnis der anderen Art schreiben. Dann habe ich es vergessen, hatte keine Lust oder keine Zeit, bis ich durch diesen Tweet wieder auf das Thema Usedom und Fremdenhass gekommen bin, denn anders lässt sich das Erlebte nicht erklären. Der Tweet verlinkt auf einen Tagesspiegel-Artikel mit beängstigendem Thema: Die Nazis feiern auf der schönen Insel Usedom fröhliche Urständ. Wir waren kurz vor den Wahlen in Meck-Pomm dort. Von jeder Laterne grinste uns so ne gescheitelte, schmalbärtige Fratze entgegen. Rasierte Dumpfbacken plakatierten wie die wilden. Es ist zum Kotzen mit diesem braunen Dreckspack!

Fremdenhass prallte uns in Ahlbeck entgegen. Leicht zu erkennen war wohl an unseren Fahrrädern, dass wir keine Einheimischen waren. Wir waren irgendwie nicht rechtzeitig abgebogen, um vor den Bahngleisen in Richtung einer Hauptstraße zu fahren. In Sichtweite lag ein Bahnübergang, dahin führte ein kopfsteingepflasterter Weg. Sie fuhr gut 50 Meter voraus. Die Schilder links und rechts des Weges waren mir ziemlich egal, weil meine Augen gebannt auf das starrten, was sich vor mir abspielte. Ein schwarzer Opel Omega B Caravan mit dem Kennzeichen OVP-ZX 6xx kam links aus einer Grundstücksausfahrt heraus. Er fuhr aber einen so großen Bogen, dass es eigentlich unweigerlich gekracht hätte, wenn sie nicht und zum Glück auch der Opel gebremst hätte. Es war offensichtlich, dass der Penner in dem Opel ihr den Weg abschneiden wollte.

Schon öffnete sich das Fenster und die wohl hohlste Frucht Ostvorpommerns streckte seine Rübe heraus. Gleich fing die Pappnase anzuwettern, ob wir (ich war inzwischen hinzugestoßen und hatte mangels Alternativen direkt vor der Front des schräg auf der Straße stehenden Opel-Wracks angehalten) die Schilder nicht lesen könnten. Da ich wie beschrieben andere Sorgen hatte, als Schilder zu lesen, weil gerade meine bessere Hälfte zu verunglücken drohte, sagte ich sinn- und wahrheitsgemäß: „Was für Schilder?“. Naja, jedenfalls war es wohl verboten, den Weg zu benutzen („Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“). Der Blockwart in seinem Opel hatte wahrscheinlich nur auf eine solche Situation gewartet, uns durch Schneiden und  Versperren des Wegs zu maßregeln und legte nun richtig los, da ich ja nicht gleich den Schwanz eingekniffen und mich gütigst für den Hinweis bedankt hatte. Ich meinte viel mehr, dass selbst wenn er recht hat, er nicht mit seiner Dreckskarre seinem herrlichen Mobil deutscher Produktion uns den Weg zu versperren hat.

Das ging dann ein bisschen so hin und her. Ich ließ auch nicht wirklich locker und stand auch noch mit meinem Fahrrad (aus Ostfriesland) vor seinem Transferleistungsfrachter. Er wollte nicht recht einsehen, dass er vielleicht auch ein bisschen zu hoch ins Regal der Maßnahmen gegriffen hatte. Er legte sogar noch einen drauf, und meinte, wir beiden würden uns mal allein im Dunkeln treffen, dann würde er mir das schon erklären. Ich meinte, mal langsam (Männlein). Er schwang sich wieder in seine Mistkarre und setzte nun an, mich samt Fahrrad wegzuschieben und sein Auto nun als Waffe gegen mich einzusetzen. Ich hatte das Fahrrad noch unter mir, glücklicherweise das Standbein aber vor der Pedale, sonst hätte er mir die Tretkurbel fein ins Schienbein gedrückt.

Da wurde ich ja doch fuchsig.  Es schaltete sich übrigens noch eine alternde Inseltucke ein, die dem Mistsack in seiner Dreckskarre schnell zur Seite sprang und meinte, ich hätte gelogen, dass er mich mit seiner Schleuder samt Fahrrad zurückgeschoben hätte. Er meinte, man könnte ja nach Spuren an seinem Auto von meinem Fahrrad suchen. Darauf habe ich nur gesagt, dass er sich dafür den richtigen Gegner ausgesucht hat. Ich hätte an dem Punkt die Polizei geholt, wenn ich Lust gehabt hätte, meinen Tag dort zu verbringen (hatte ich nicht) und ich Vertrauen genug gehabt hätte, dass man sich aufgrund zu vermutender Stammeszugehörigkeit nicht eventuell auf die Seite des nordostdeutschen Besserossis geschlagen hätte (hatte ich auch nicht). So meinte ich, um die Angelegenheit zu beenden, dass er jetzt 10 mal übt, aus seiner Ausfahrt zu fahren und wir den Rückzug antreten. Er meinte natürlich, dass er das nicht nötig hatte. Ich hielt es dann aber für nötig, noch ein paar Fotos mit meinem Handy zu machen. Zumindest tat ich so. Das sah das Männlein im Rückspiegel, woraufhin er aus seinem Pampersbomber stürzte und sofort verlangte, dass ich die Fotos löschen sollte. Ich nur so: „Reingelegt, reingelegt…“

Was für ein Arschloch! Der schlägt bestimmt seine Frau und seine Kinder, wählt rechts und lebt von Transferleistungen.

 

 

 

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Wann hat man schon mal ne Reifenpanne..?

Montag, 7. September 2009 8:08

Der Urlaub hört auf, wie er angefangen hat.

Wie war das nochmal mit der Statistik? Alle wieviel Kilometer hat man statistisch eine Panne..?

Gut zwei Wochen später ist es mal wieder so weit, übrigens erneut hinten rechts.

Schraube

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Der Kumpel von Shift Lock

Mittwoch, 14. Januar 2009 8:09

heißt Num Lock. Auch er durfte sich heute aus den Reihen der anderen Tasten verabschieden wie die Shift Lock-Taste schon vor einiger Zeit. Nie ernsthaft gebraucht, und wenn ich sie doch brauche, kann ich mit nem Kuli in dem Loch rumpopeln. Nachdem ich gestern verzweifelt auf dem Zahlenblock rumgetippt habe, bis mich mein Kollege darauf aufmerksam machte, dass „Num Lock“ nicht leuchtet, habe ich zu radikalen Mitteln gegriffen und das Teil ausgehebelt. Mein Kollege meint, es gäbe da Softwarelösungen. Mag sein. Ich stehe mehr auf Hardware, in diesem Fall ein Schraubenzieher.

numlock

Ja, ich weiß. Die Tastatur ist dreckig. Ich suche auch ne neue, und zwar eine, die zu den aktuellen Sony Vaio-PCs geliefert wird. Die gibt’s aber nirgendwo zu kaufen. Muss ich mal zum Sony Style Store im Sony Center.

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Partitionen ändern, Festplatten formatieren

Montag, 10. November 2008 11:30

usw. funktioniert sehr gut mit EASEUS. Muss ich mir mal merken.

Die neue Mobile Festplatte macht „dank“ NTFS am Macbook nämlich Mucken. Der einfache Dateiaustausch zwischen zwei Rechnern, wie ich ihn früher kannte, funktioniert nimmer. Jetzt habe ich die Festplatte in mehrere 32 MB große FAT32-Partitionen unterteilt. Mal sehen, ob das nun besser funktioniert. Bislang hat nämlich die Vista-Windose immer gemeckert und so ne Dateireparatur angeschmissen, nachdem ich die Festplatte am Mac hatte. Das dauert dann mal gut ne Stunde, bis man auf die Festplatte zugreifen kann. Der Mac hat wiederum gemeckert, wenn man das Laufwerk an Windows nicht ordentlich abgemeldet, sondern nur den Stecker gezogen hat. Mal sehen, wie es nun weitergeht.

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