Beitrags-Archiv für die Kategory 'cinquecentistisch'

Fiat 500 Ostsee-Treffen 2011

Mittwoch, 17. August 2011 20:17

„Ich fahr nicht! Elendes Scheißwetter“

Erst der Anruf bei Rainer und die Überzeugungskraft meiner Beifahrerin bewegten mich dann doch dazu, meinen Hintern in den voll gepackten (mir verbliebenen) Fiat 500 Kombi samt Anhänger zu schwingen und nicht nur den Motor, sondern auch gleich den Scheibenwischer einzuschalten. Und der sollte für die nächsten zwei Stunden nicht wieder ausgeschaltet werden. Eigentlich… Ich hatte die Windschutzscheibe mit RainEx eingerieben. So perlte der Regen auch ohne Wischer ab, die ohnehin das Wasser nur ein bisschen von der einen in die andere Ecke schieben. Jedenfalls, wenn man schnell genug fuhr. Im Stau ging das eher nicht so gut.

Selbst der Gang wenige Meter vom Parkplatz zum vereinbarten Treffpunkt mit Rainer und Vivien in der Raststätte Linumer Bruch genügte, um gründlich nass zu werden.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Dann ging es weiter Richtung Nordwesten. Schon nach kurzer Fahrzeit war die Scheibendichtung nicht mehr das, was ihr Name versprach, und so verbrachten wir die ansonsten relativ eintönige Fahrt damit, kleine Läppchen erst unter die Scheibendichtung zu klemmen, um das Wasser aufzusaugen, das sonst auf die Knie tropft. Danach wurden die Stofffetzen auf der an der Handbremse ausströmenden Heizungsluft wieder getrocknet. So ging das eine ganze Zeit lang, bis wir in die Nähe von Hamburg kamen, das ja berühmt ist für sein gutes Wetter. Der Regen ließ nach, als wir kurz vor Hamburg nach Norden abbogen um Kiel, respektive Heidkate, anzusteuern. Rund 50 Kilometer vor dem Ziel konnten wir dann sogar das Dach aufklappen!

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Auf dem Treffenplatz war schon allerhand los. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass sich die weite Anreise lohnt und man das Treffen mit einem Kurzurlaub verbinden kann. So hatten sich viele schon einige Tage vor dem eigentlichen Beginn des Treffens am Freitag die besten Plätze gesichert. Aber auch wir konnten nicht meckern. Ein feiner Platz für unser Zelt war schnell gefunden, von dem aus es nicht weit zum Deich und damit zur Ostsee war.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Besonders gefreut hat mich, meinen Bruder nicht nur wiederzutreffen, sondern insbesondere auch mit seinem Fiat, der erst zwei Tage vorher getüvt wurde und mal wieder eine längere Strecke unter die Räder nehmen durfte. Aber auch sonst kennt man sich natürlich in der Szene, wobei es immer wieder schwierig ist, den Forumsnamen real existierende Personen zuzuordnen. Dass mich eine Person nicht mehr grüßt: Willkommen im Kindergarten.

Abends kam es natürlich, wie es kommen musste: Man traf sich, redete, trank einen Schluck, redete, trank einen Schluck und so weiter. Es war nicht all zu spät, als meine Beifahrerin und ich ins Zelt krochen. Das beste Giveaway ever, das es bei der Anmeldung zum Treffen gab, waren übrigens die Ohrenstöpsel. Selten habe ich so selig und lange geschlummert! Toppen kann man das Schlaferlebnis nur noch mit einer Schlafmaske (son Ding für vor die Augen). Dann ist es nicht nur leise, sondern auch noch dunkel.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Die Kieler sind ja hervorragend organisiert. Schon beim ersten Gang Richtung Klohäuschen sah man fleißige Menschen Brötchen schmieren und Kaffee kochen und so weiter. Für wirklich wenig Geld konnte man sich prima satt futtern. Dazu trug natürlich den Rest des Tages auch die Fressbude bei. Mit dem Dönermann gab es leider wohl etwas Stress, was angeblich der Grund war, dass Klaus und Artur meinten, die Nacht Wache schieben zu müssen. Ich habe schon bessere Ausreden zum Durchmachen gehört. Jedenfalls hat es noch bis in den Nachmittag gedauert, bis die beiden, die wie aufgezogen rumrannten, endlich in der Waagerechten waren.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Teilemarkt war auch. Sogar sehr reichhaltig. Da ich ja meinen Fiat-Fahrzeugbestand um 50% reduziert habe, ist mein Teilebedarf entsprechend zurückgegangen. So haben nur ein paar echte Kleinigkeiten den Besitzer in meine Richtung gewechselt. Jedenfalls gab es ansonsten eigentlich für jeden Geschmack und Bedarf etwas: Dir ist auf der Anreise ne Schraube weggeflogen? Kein Problem, sie ist garantiert zu bekommen. Du hast Lust auf neue, größere Herausforderungen? Da hatte Guido mit seiner schweizerkäsigen Multipla was im Angebot. Apropos Schweizer: Die lustige Reisegruppe aus der Schweiz, die quasi auf der Durchfahrt meinen N eingepackt hat, war auch da. So konnte ich noch einmal mein „Werk“ begutachten. Ja. Gefällt mir immer noch. Aber dennoch bereue ich den Verkauf immer noch nicht. Immerhin konnte ich die Fotos schon mit meinem „Trostpflaster“ machen.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Die Ausfahrt hat wohl einige Teilnahmerekorde gebrochen. Ich habe etwas von einer dreistelligen Teilnehmerzahl gehört. Das Ziel kam mir zwar bekannt vor, aber das macht nix. Die Gegend ist ja auch einmalig schön. Da ich mir ein Verfahren wg. gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nicht leisten kann, reihe ich mich (wenn ich überhaupt selber fahre) immer recht weit hinten ein. Dieses Absperren von zum Teil stark befahrenen Straßen ist zwar irgendwie unumgänglich, aber ich bete jedes Mal, dass nichts passiert.

Lustig fand ich ja die holländischen Jungs, die mehr auf als in ihrem Fiat saßen.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Nach der Ausfahrt ging’s in die Ostsee! Hach, herrlich. Nur an den Strand legen, is nich. Man will mich immer wieder ins Meer zurückziehen… Der Rest des Abends verlief so ähnlich wie am Vortag, allerdings aufgelockert durch die Verlosung. Leider hat das massive Losekaufen einer gewissen Randgruppe, die sich aus dem Internet kennt, nicht ganz den gewünschten Erfolg gebacht. Aber bei Cemil ist der freundlicherweise von einem Händler mit allerdings putzigen Geschäftsgebahren gestiftete Rumpfmotor auch gut aufgehoben. Aufgrund von Cemils frankophiler Motorenader wird der Fiat-Motor sicher lange halten.

Das war es dann auch schon fast. Noch einmal verstöpselt schlafen, frühstücken, blödeln, alles einpacken und los. Diesmal mit zwei Gespannen: Rainer und Wanda mit blauem L und Piccolino, meine Beifahrerin und ich mit Kombi und Klaufix. Zwei Stunden vor Berlin fing es dann auch wieder an zu regnen. Alle, denen ich tags drauf erzählt habe, was wir für herrliches Wetter hatten, haben mir erst geglaubt, nachdem ich statt Schwimmhäuten einen leichten Sonnenbrand vorgezeigt habe.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Hab ich doch gleich gesagt, dass es sich lohnt, loszufahren. ;-)

 

 

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Eine Ära geht zu Ende: Fiat 500 N verkauft.

Dienstag, 26. Juli 2011 16:38

20 Jahre hatte ich meinen Fiat 500 aus dem Jahr 1958. 10 Jahre davon hat allein die Restaurierung gedauert. Wir sind gemeinsam auf viele Treffen gefahren, (fast) nie liegen geblieben. Die Straßen im Münsterland sind wir gerne gefahren. Es war alles gut. Nur Berlin. Das war nix mehr für den kleinen, unschuldigen Fiat. Schlechte Straßen, schlechte Menschen, schlechtes Zeitmanagement.

Wenn man anfängt, Standschäden zu reparieren, eigentlich nur noch alle zwei Jahre zum TÜV fährt, dann stimmt irgend etwas nicht. Wenn man sich mit dem Auto auf der Straße nicht mehr wohl fühlt, sich nicht traut, es ohne Aufsicht irgendwo länger als 5 Minuten stehen zu lassen, dann ist was faul. Und genau an dem Punkt war ich angekommen.

Es ist ja auch nicht so, dass ich nun völlig unautomobilisiert wäre. Schließlich habe ich noch meinen Fiat 500 Kombi, meinen BMW, jogs Heinkel und so.

Was ich übrigens nicht machen werde: Ein anderes altes Auto kaufen. Ne lass ma. 😉

Sold.

Tschüss. Mach’s gut!

 

 

 

 

 

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Fiat 500 Photoshooting

Montag, 11. Juli 2011 8:33

Standfotos. Stillleben.

Das Problem am eigenen Oldtimer ist, wenn man es selbst fotografiert, dass er dabei in der Regel stillsteht. Und so entstehen eben immer nur Standfotos und Stillleben. Dabei wollte ich doch sooo gern mal ein paar dynamische Fotos haben. Als sich Jog kürzlich zu Besuch ankündigte und er eh immer seine Fotoausrüstung im praktischen Schrankformat dabei hat, war es eigentlich nur noch vom Wetter abhängig, eine Fotosession zu starten. Das Wetter spielte mit, und so war es am vergangenen Samstag so weit.

Jog hat mir die Raw-Dateien überlassen, so dass ich nach Herzenslust daran rumschrauben konnte. Im Nachhinein werde ich vielleicht ein paar Fotos doch noch etwas aufhellen, obwohl das leicht Unterbelichtete so einen mystischen Touch gibt. Jedenfalls finde ich die Resultate so schon richtig geil!

My Fiats

Me and my '58 Fiat 500 N

My '58 Fiat 500 N

Me and my '58 Fiat 500 N

Me and my '58 Fiat 500 N

Me and my '58 Fiat 500 N

Me and my Fiat 500 Giardiniera

My Fiat 500 Giardiniera entering the wormhole

Ich Pappkopp hatte meine Kamera natürlich zu Hause gelassen. Sonst hätte ich auch noch ein bisschen den Jog im Fiat geknippst. Mir blieb dann am folgenden Tag die Ehre, ihn auf seinem Heinkel abzulichten. Auch gar nicht so schlecht, wie ich finde.

Heinkel Tourist 103 A1

Heinkel Tourist 103 A1

Update: Jog hat auch noch mehr, schicker bearbeitete Fotos geflickrt.

 

 

 

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30 Jahre Fiat 500 Treffen Bremen

Freitag, 13. Mai 2011 8:44

In schöner Regelmäßigkeit berichte ich ja seit ich blogge vom Bremer Treffen (nur 2007, das Umzugsjahr, habe ich wohl ausgelassen). Von den 30 Jahren war ich wohl etwa 20 mal dabei. Ist halt nett dort. Schöner Platz, lecker Essen, nette Leute, meistens jedenfalls. Denn es lässt sich wohl in über zwei Jahrzehnten nicht verhindern, dass man sich mal mit dem einen oder anderen nicht mehr so ganz optimal versteht, was sich insbesondere im letzten Jahr manifestierte. So störte es mich nicht allzu sehr, dass am Samstag jemand seine Sachen packte und verschwandt, der mir wohl wie kaum ein anderer aus der Fiat-Szene Arbeit, Stress und Ärger bereitet hat. Dem muss ich beim besten Willen nicht mehr unbedingt über den Weg laufen. Sei’s drum. Leute kommen, Leute gehen.

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Umso mehr habe ich mich gefreut, zwei alte Bekannte aus Hamburg wieder zu treffen. Der eine hat leider in den vergangenen Jahren nicht sehr viel Glück im Leben gehabt. Ich wünsche ihm, dass der Aufwärtstrend anhält und er sein Leben wieder nach seinen Wünschen gestalten kann. Dass ich das überhaupt erfahren habe, führe ich auch darauf zurück, dass ich vielleicht auch schon ein bisschen sowas wie ein Urgestein bin, das nicht nur dem Mainstream hinterher rennt. Man kennt sich halt. Wobei ich schon so oft über Leute nachgedacht habe, die gekommen und gegangen sind. Bei manchen möchte man ja schon wissen, was heute so mit ihnen los ist.

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Um den anderen Hamburger muss man sich wohl keine Sorgen machen. Der Fiat ist nach dem Heckschaden wieder heile und potenter denn je. Natürlich ist die Rede von Philipps Guzzi-Fiat. Hach, das Auto ist ein Gesamtkunstwerk, das lebt, wächst und immer perfekter wird.

 

Ich selbst habe es wie im letzten Jahr nicht geschafft, mit einem Fiat dabei zu sein. Und das aus Gründen. Ich hatte ja schon alles im Kombi verpackt. Aber ich musste schon am Donnerstag los, weil ich am Freitag in Hannover auf einer Tagung von Unfallanalytikern noch einen Vortrag zu halten hatte. Ich war am Donnerstag relativ spät dran, und außerdem kündigte sich eine Erkältung oder Grippe an, von der ich nicht wusste, wie sie sich entwickeln würde. Naja, und bevor ich Gefahr lief, irgendwo im Brandenburgischen Niemandsland todkrank mit kaputtem Fiat liegenzubleiben, habe ich halt den NCC-1701-Honda gepackt und bin damit noch einigermaßen rechtzeitig zum Vorglühen in Hannover eingetroffen. Aus der Grippe ist dann auch nur eine Erkältung geworden, an der ich noch immer laboriere. Damit war aber Camping auf der Wiese möglich, wobei die Temperaturen den Gefrierpunkt allerdings wohl nur knapp verfehlten. Wir hatten aber zum Glück mit genügend Winterklamotten vorgesorgt. Wir hatten uns am Freitag nachmittag bei Freunden in Hannover, unserer Kennenlernstadt, verabredet und waren dann Richtung Backsberg gekullert.

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Bei der Ausfahrt konnten wir leider nicht teilnehmen, weil keine Beifahrerplätze mehr frei waren. Denn es kommen irgendwie immer mehr Leute ohne Fiat. Tja, dumm gelaufen, dass auch Andreas und Astrid nicht wie im letzten Jahr mit ihrer Multipla dabei waren. Andreas hatte sie im letzen Herbst ihrer Vorderachse beraubt. Bin gespannt, wann sie wieder fährt. Aus früheren angefangenen Projekten habe ich da so eine böse Ahnung. Ich hoffe, er belehrt mich eines Besseren.

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So blieb ohne die Ausfahrt aber auch Zeit genug, um zum einen Fußbruch-Guido ein bisschen zu unterhalten und zum anderen mal Fischerhude einen längeren Besuch als nur zum Brötchenholen abzustatten und zu guter Letzt mit Philipp mal wieder ausgiebig zu schnacken.

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Abends gab es wie gehabt leckeres Essen von Axel und seinen Helferixen, wobei ich Haralds Pizza am Vorabend nicht unerwähnt lassen will. Für mich muss es ja nicht so opulent sein. Mit Pizza und Pasta bin ich leicht zu beglücken. Eine Besonderheit war allerdings, dass die Sonne noch erkennbar am Himmel stand, als Axel zum Essenfassen blies. Das hatten wir schon anders erlebt. Und so hatte ich mich eigentlich darauf eingestellt, dass es wohl eher wieder einen Mitternachtssnack geben würde. Von wegen! Viertel nach Sieben standen Nudeln mit 4 verschiedenen Soßen, Osso Bucco und zum Dessert Panna Cotta mit Himbeer-Erdbeer-Gemisch bereit! Ein neuer Rekord!

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„Dank“ Erkältung war der Samstagabend wie auch der Freitagabend bereits zuvor nicht allzu ausgedehnt für mich. Viel gehaltvolles Gefasel werde ich dadurch wohl verpasst haben. Nicht. Morgens hat Harald den Ofen wieder angeschmissen und Brötchen mit einer ungewohnt kompakten Konsistenz gebacken. Was anderes als die Gasballon-Schrippen, die man sonst so bekommt!

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Gut. Zur Heimfahrt muss ich nicht viel sagen. Das Shuttle hat uns mit Warp 6 locker nach Hause getragen. Energie!

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Hier hat’s weitere Fotos und hier (Ton leiser drehen!) noch einen Rundflug mit meinem Elektrosegler.

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Gestatten, Tont. James Tont. – Hä?

Donnerstag, 28. April 2011 13:38

Es gibt ja viele Dinge, von denen hab ich noch nie etwas gehört, so z. B. von James Tont. Gerade im Fiat-500-Forum drauf aufmerksam gemacht worden. Scheint wohl eine Art italienische James-Bond-Parodie zu sein. Wie auch immer. Auf jeden Fall jibbet bei youtube davon eine geniale Verfolgungsjagd mit einem Fiat 500 D vorneweg.

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Fiat 500 Nuova (1958) zu verkaufen.

Montag, 18. April 2011 19:27

Es hat ja alles keinen Sinn. Ich habe zwei Oldtimer, mit dem „zugelaufenen“ Heinkel sogar drei. Vor allem die zwei vierrädrigen stehen sich die Räder platt. Also soll jetzt einer versilbert werden.

Das Auto ist nicht in Museumszustand, aber Zustand 2+ trifft es ganz gut. Es hat einen G-Kat (für die albernen Umweltzonen) und noch ein paar Extras. Einfach ein schönes Ding. Wer ernsthaftes Interesse hat, sollte sich mit Fiat 500 auskennen, da gerade bei den alten Modellen, dieser ist immerhin aus dem ersten Produktionsjahr, doch einiges anders als bei den jüngeren ist.

Wer mehr über die frühen Jahre, immerhin hab ich das Auto seit etwa 20 Jahren, erfahren will, kann hier weiterlesen.

Fragen beantworte ich in den Kommentaren oder per E-Mail, wenn ne funktionierende Adresse angegeben ist.

Bremen06_85

Mein '58 N

N

Alter schützt vor Toren nicht...

Treuenbrietzen_11

Preis: 14.000 Euro.

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Fiat-500-Forum und die Classic Motor Show Bremen 2011

Dienstag, 8. Februar 2011 21:41

Hach, das war doch mal wieder ein Lichtblick in der trüben Jahreszeit!

Freitag Mittag machte ich mich auf nach Bremen. Freundlicherweise konnte ich im Klaushaus übernachten. Das war natürlich prima, weil ich so auch ganz unproblematisch von Ingrid zum „Abendessenevent“ zum Schüttinger mitgenommen wurde. Dort trafen wir auf Marco, Leonie, Franco, Guido, Anja, Klaus und seinen Kumpel Hans, Ralf und Max. Später kamen dann noch Martin, Ingrid II, Jürgen, Moni und Christian dazu. Ich hoffe mal, ich habe niemanden vergessen.

Classic-Motor-Show-Bremen_2011_05

Lecker Bier, reichlich Essen, aber auch ordentlich Lautstärke gabs für die diversen Sinne. Und es ist doch immer wieder nett, die Genossen nach bzw. in der kalten Jahreszeit mal wieder zu treffen. Meine durchaus luxuriöse Schlafkammer teilte ich mir mit Ralf, der hörbar einen gesunden Schlaf hatte. Ich hab seit einem überlauten Funk-Konzert glücklicherweise stets Ohrenstöpsel dabei. Ralf bestätigte immerhin (was ich schon immer wusste), dass ich gar nicht so viele Geräusche des Nachts von mir gebe. (Ha!)

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Morgens war ich einer der ersten und konnte so die frischen Brötchen und den Kaffee genießen, bevor es mit Klaus zur Messe ging. Die Massen drängelten sich bereits um 8.45 Uhr vor den Eingangstüren. Was machen die Leute bloß so früh auf einem Samstag vor einer Messehalle bei nasskaltem Wetter? Später hab ich dann noch gehört, dass es im Laufe des Vormittags bis zu eine Stunde dauerte, bis man überhaupt bis zur Kasse vorgedrungen war!

Classic-Motor-Show Bremen

Gleich hinter einem der Haupteingänge lag unser Stand. Der Stand des Fiat-500-Forums. Klaus hatte seinem grünen Kombi weiße Kotflügel verpasst (und wir sind gespannt, ob die Farbe wieder abgeht…) Die Bude war diesmal mit „Rennleitung“ überschrieben, und man konnte sich in einen Fiat setzen, Gas geben und wurde nach einer Zeit geblitzt, wenn man (am Stand im Stand) zu schnell fuhr. Hatte Klaus super gebaut und programmiert! Anschließend konnte man sich sein ganz persönliches Blitzerfoto am „Gefängnis“ ausgeben lassen. Vor allem, als die Kinder dahinter gekommen waren, war der Stand ziemlich stark frequentiert. Ohnehin war es tierisch voll auf der Messe. Kein Wunder: Irgendwo mussten sich die frierenden Massen ja wieder aufwärmen, nachdem sie endlich reingekommen waren.

Zwischenzeitlich bin ich dann auch mal für 1,5 Stunden rumgegangen. Aber ehrlich gesagt: So richtig gefesselt hat mich nicht viel: Viel Mercedes, viel Porsche, viel Jaguar, viel VW: Alles schon x-mal gesehen. Ein kleines Highlight war vielleicht, vier Messerschmitt Tiger auf einem Haufen zu sehen. Außerdem war es wie gesagt so voll, dass man schon direkt an jedem Stand vorbeigehen musste, um etwas sehen zu können. Immerhin habe ich Natascha, Torsten, den Juniorchef und Philipp von il motore und Harald mit seinen kleinen Schneckenhaus-Wohnwagen gefunden, wo auch Meikel seine Tacho-Uhren verkaufte.

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Am frühen Nachmittag war ich jedenfalls wieder an unserem Stand, wo immer wieder bekannte Gesichter vorbeiströmten. Zwischendurch hatte ich auch mal Zeit, meinen mitgebrachten Mini-Heli samt Kamera unbemerkt aus unsere Bude (die kein Dach hat) für einen Messerundflug starten zu lassen (um dabei verwackelte Videos zu drehen). Achtung, Ton leise drehen!

Besonders gefreut habe ich mich über das Gespräch mit Bernhard, der eine Angelegenheit vom letzten Treffen gerade gerückt hat, was ich eine tolle Geste fand. Außerdem kamen auch noch Burkhard und Maria vorbei, und sogar mein Bruder Stephan tauchte noch auf! Wow. Leider hatte ich für die drei am Ende zu wenig Zeit, da ich mich vor der Flucht der Massen bereits wieder auf meine knapp 4-stündige Rückfahrt machen wollte. Alles in allem ne Runde Sache! Danke allen, vor allem Klaus, die am Gelingen des realen Auftritts des virtuellen Forums, ihren Anteil beigetragen haben!

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Bremer Fiat 500 Treffen: Gemischte Gefühle

Sonntag, 9. Mai 2010 22:03

Bremen_10_06Seit ewigen Zeiten war ich mal wieder ohne 500er auf einem Fiat 500 Treffen. An eine Abfahrt am Freitag war mangels Zeit nicht zu denken, und samstags hin, sonntags zurück ist mir mit nem 500er einfach zu viel des Guten. Also sind wir am Samstag ziemlich früh gen Bremen (genau Backsberg bei Fischerhude) gestartet und dort gegen 11.30 Uhr aufgeschlagen. Klar. Begeisterungsstürme erntet man nicht gerade, wenn man da mit nem Honda Civic erscheint, aber die Alternative wäre nicht zu fahren gewesen.

Es war mit Sicherheit eines der am schlechtesten besuchten Treffen in der 29jährigen Geschichte. Das hatte m. E. drei Gründe: Erstens das Wetter. Die Vorhersage war durchgehend schlecht. Immer wieder Regen und für die Jahreszeit zu kalt. Letzteres stimmte, geregnet hat es auch wohl ordentlich am Freitag, am Samstag und Sonntag dann aber praktisch nicht mehr.

Der zweite Grund ist das Harzer Treffen, das am folgenden (Himmelfahrts-)Wochenende steigt. Schon seit jeher ist das Harzer Treffen gut besucht. Die geografisch günstige Lage, aber auch die Rundum-Versorgung mit viel Show und so sorgen für regelmäßig hohe Besucherzahlen.

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Und der dritte Grund ist letztlich ein Kommunikationsproblem. Es war nämlich erst spät klar, ob überhaupt ein Treffen in Bremen ausgerichtet wird und dann war (zumindest mir) lange nicht deutlich geworden, ob nach den Problemen im letzten Jahr überhaupt ein offenes Treffen stattfindet, oder man auf eine persönliche Einladung warten muss. Tja. Und da man praktisch keinerlei offizielle Kommunikation betrieben hat, dazu komme ich gleich noch, haben die Faktoren zusammen bewirkt, dass am Ende nur etwa 50 Startnummern vergeben wurden. Dem stehen erhebliche Fixkosten gegenüber, so dass dann auch der Hut (bzw. ne Blechdose) rumging, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Gegen Mittag, also relativ kurz nach unserem Eintreffen und der obligatorischen Begrüßungsrunde, ging es zur Ausfahrt los. Andreas und Astrid hatten ihre wunderschöne Multipla mitgebracht, die genügend Sitzplätze zum Mitfahren bot. Herrlich! Eine Fahrt in dem Auto ist wirklich ein besonderes Erlebnis. Wie gehabt bot das Bremer Umland etliche schöne Fotoperspektiven, um die Kugelautos abzulichten.

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Gegen Abend hatte ich dann leider ein paar äußerst unerfreuliche Gespräche, die sich für mich als ziemlich dummes Geschwätz darstellten, was ich so von den beteiligten Personen nicht erwartet hätte. Es ging im Allgemeinen ums Internet und im Besonderen um das Fiat 500 Forum. Von ein paar Offlinern konnte ich mir (zusammengefasst) anhören, dass in Foren ja nur totaler Schwachsinn verbreitet wird, dass man auf Problemstellungen nie eine Lösung findet, dass das alles ungeordnet sei und überhaupt seien diese ganzen Foren überflüssig wie ein Kropf. Uff. Das saß. Die ganze Arbeit, die ich seit nunmehr fast 9 Jahren z. B. in das Fiat 500 Forum gesteckt habe, abgewatscht und mit Füßen getreten. Besten Dank dafür!

Aber die Gespräche waren auch entlarvend. Entlarvend, was den Anspruch, die Konsumhaltung und die sinnlose Verbreitung von Allgemeinplätzen betrifft. Vor allem Letzteres war besonders krass: Ich musste mir die Überflüssigkeit von Internetforen (alle wurden über einen Kamm geschoren) von jemandem vorhalten lassen, der sich fast gar nicht damit beschäftigt hat, geschweige denn im Fiat 500 Forum angemeldet ist. So war man natürlich auch nicht auf die Idee gekommen, das Fiat 500 Forum zumindest als einen Kommunikationsweg zu nutzen, um klare Ansagen zu machen, ob und wie das Treffen stattfinden würde. Is ja klar, wenn man so denkt. So war das jedenfalls ein ziemliches Rumgeeier.

Bremen_10_14Ich konnte dann wenigstens erreichen, dass sich mein Gesprächsgegner darauf herabließ, dass nicht allgemein Internetforen überflüssig wie ein Kropf seien, sondern, dass er finde, dass sie überflüssig seien (allerdings ohne sich eingehend damit beschäftigt zu haben). Die Penetranz, mit der mir diese unausgegorene Denke entgegengebracht wurde, war schon frappierend. Aber es ging ja noch weiter: Am Ende war das Internet irgendwie für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich und wie man überhaupt so blöd sein könne, in sowas Zeit zu investieren. Ich meinte: Dass man z. B. regelmäßig Rückmeldungen bekommt, wenn jemand sein Auto wieder in die Gänge bekommen hat, zähle wohl nicht so richtig.

Natürlich kam auch noch die Meinungsfreiheit auf den Tisch. Das ginge ja gar nicht, dass da jemand (ein Moderator) sitzt, der Wortbeiträge anderer zensiert. Ich habe dann ein gewisses Erstaunen ausgelöst, als ich erst mal erklärte, dass der Betreiber der Internetseite im Zweifel persönlich verantwortlich und haftbar dafür ist, was in seinem Forum geschrieben wird. „Ach so ist das?“ – „Ja.“ – „Das wusste ich ja gar nicht.“ – *kopfschüttel*

Bremen_10_57In größerer Runde ging es dann weiter: Es wäre ja unglaublich, dass man in Internetforen keine Anleitung für ein bestimmtes Problem, es war glaube ich das Auffüllen von Gasflaschen, findet. Ich meinte, dann müsse man entweder besser oder länger suchen. Naja, hieß es dann, aber das wäre ja Mist, dass man da so ewig suchen muss. Das sei ja alles völlig unstrukturiert und chaotisch. Dass ganz viele Foren, die sich um Hobby-Themen kümmern, aber im Prinzip ehrenamtliche Freizeitbeschäftigungen sind und man deswegen vielleicht hinnehmen müsse, auch mal länger suchen zu müssen, war, so mein Eindruck, nicht hinnehmbar. Jedes Forum müsse auf jeden Fall ein in sich schlüssiges Nachschlagewerk sein, kam bei mir an. Und vor allem, was ja gar nicht in Frage kommt: Sich in einem Forum anzumelden und vielleicht selbst etwas zu fragen (geschweige denn auch mal zu antworten). Das wäre ja so ein Aufwand, diese Anmeldung! Und dann auch noch was schreiben! Nein, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar!

Und dann setzte noch jemand eins drauf: Jemand mit einem großen Fachwissen, der aber im Forum durchaus dafür bekannt ist, eigentlich nur dann etwas zu fragen, wenn er selbst etwas wissen will oder etwas bestimmtes sucht. Soweit okay, kann man machen. Aber mir dann zu sagen, dass er sich insgeheim darüber amüsiere, wenn mal wieder jemand in seinen Augen irgendwelchen Unsinn geschrieben hat, anstatt sich selbst mal eben ein paar Minuten Zeit zu nehmen und eine richtige oder weiterhelfende Antwort zu schreiben, finde ich schon ein dickes Ding. Er mache das deswegen nicht, weil er ja früher auch nach dem Prinzip „trial and error“ alles allein ausprobiert habe, und so müssten die heutigen Schrauber eben auch aus ihren Fehlern lernen. Das finde ich schon echt perfide. Zumal man früher durchaus auch seine Schraubergemeinschaft hatte, die man fragen konnte. Schließlich gab es vor dem Internet bereits gemeinsame Werkstätten, Telefon und Fiat-500-Treffen, wo man sich austauschen konnte, und auch, wenn man denn wollte, anderen helfen konnte, damit sie nicht die gleichen Fehler wie man selbst machen.

Und für mich ist am Ende haften geblieben: Es gibt Social Networking oder wie immer man das nennen will. Und gerade im Internet in Hobbyforen gibt es verdammt viele Leute, die hilfsbereiter sind als so mancher Real-Life-Kontakt. Ich war in dem Moment soweit, zu sagen, das war mein letztes Bremer Treffen. Hier brauchst du nicht mehr hinzufahren, wenn du dir so einen Unfug anhören musst.

Bremen_10_47Glücklicherweise hat der weitere Abend am Lagerfeuer dann wieder einiges herausgerissen. Ich hatte sehr angenehme Gespräche, mit Leuten, unaufgeregten, intelligenten Menschen, die ich einfach immer gern mal wieder treffe. Das hat mich sehr gefreut, mich mit ihnen mal wieder zu unterhalten. Und es hat mir gezeigt: Es ist doch wert, zu solchen Treffen zu fahren. Man muss sich die Leute halt aussuchen, mit denen man sich abgibt. Das war übrigens auch ein „Argument“, das ich mir im ersten Gespräch anhören durfte: Im Internet müsse man sich ja mit jedem Hinz und Kunz abgeben. Wenn ich es mir recht überlege, habe ich gestern diesen Unterschied zwischen Real Life und Internet nicht gesehen. Oder doch: Ich hab die Gespräche irgendwann abgebrochen, bin gegangen und hab mich wie beschrieben ans Lagerfeuer gesetzt. So hat der Abend einen schönen Ausklang gefunden. Auch das Frühstück am nächsten Morgen unter freiem (bedecktem) Himmel mit frisch gebackenen Brötchen war sehr harmonisch und wohl auch in gewisser Hinsicht versöhnlich. Dennoch haben wir uns zügig wieder in Bewegung gesetzt gen Heimat.

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TechnoClassica 2010 – Lecker Essen

Sonntag, 11. April 2010 19:23

Wahrscheinlich hätte ich mich diesmal gedrückt, wenn ich mir nicht schon vor einigen Wochen zumindest das Ticket für die Hinfahrt nach Essen gekauft hätte. Je näher der Termin rückte, desto mehr drängelte sich um das TC-“Wochenende“. Vor allem ein von unserm Büro ausgerichtetes Seminar am Samstag und Sonntag drückte auf meine Zeitplanung. Hinzu kam dann noch ein wichtiger Termin im Büro am Freitag Nachmittag. Es blieben mir also der Mittwoch für die Hinfahrt, Donnerstag zum geselligen Beisammensein und der Freitag für die Rückfahrt. Besser als nichts!

TC10_006Im Gegensatz zum Vorjahr wollte ich die Reise allerdings deutlich entspannter angehen. Keines meiner Autos wurde für den Stand benötigt, so dass ich beruhigt mit der Bahn fahren konnte. Damit ich beim Standaufbau wenigstens noch ein bisschen mithelfen konnte, musste ich schon um 5.00 Uhr aufstehen, um rechtzeitig im Zug zu sitzen. Da stellte ich dann (mal wieder) fest, dass in den ICEs mitnichten an jedem Platz eine Steckdose ist. Die Platzreservierung habe ich dann verworfen und mich doch an einen Tisch gesetzt. Die Plätze mag ich ja nicht so. Oft genug hat man Pech und ist ungewollt vierter Mann einer Skatrunde und kann sich zudem mit dem Beinen des Gegenübers arrangieren. Ich hatte aber Glück: Der Platz mir gegenüber blieb frei. Prima. Und weil ich eben schon am Ostbahnhof, und nicht erst am Hauptbahnhof eingestiegen bin, hatte ich die einzige Steckdose in erreichbarer Nähe für mich und wurde mir auch nicht streitig gemacht. So konnte ich auch mal wieder feststellen, dass man das Surfen über UMTS/Edge und auch das Telefonieren im Zug getrost vergessen kann. Also arbeitete ich ein wenig an einem Vortrag, schnitt ein paar Audio-Dateien und guckte mir einen mitgebrachten Startrek-Film an. Das war ok!

TC10_026In Essen angekommen erwartete mich strahlender Sonnenschein mit äußerst angenehmen Temperaturen. Erst mal noch eine Kleinigkeit Eessen, bevor ich mich in ein Taxi Richtung Messe gesetzt habe. Dort holte mich Klaus am Eingang Süd ab, und nach kurzer Zeit fiel mein Blick dann auch schon auf den Stand unseres Forums und vor allem auf das tolle, 9 Meter lange Panorama vom Bremer Treffen 2007, wie wir irgendwann herausgefunden haben. Auch Axel und Christian tummelten sich schon mit Teppichmesser, Akkuschrauber und Gaffatape bewaffnet auf dem Stand. Ich brauchte nur zu helfen, ein paar Restarbeiten zu erledigen. Der Großteil war schon fertig. Vor allem die bereits auf der Bremer Messe erstmalig eingesetzte Bude war eine prima Sache zum Unterbringen von allerlei Vorräten und so. Ich habe dann auch gleich meinen Antrag auf Ehrenmitgliedschaft im neu gegründeten Fiat500-Forum-Verein eingereicht, nachdem man das von mir verlangt hatte. Ich dachte zwar, dazu wird man ernannt, aber wenn die nicht wollen…

TC10_011

Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich von der Messe fast nichts gesehen hatte, ich hatte nicht mal Zeit und Gelegenheit, wenigstens einen kleinen Rundgang zu machen, wollte ich  nun doch etwas mehr sehen. Der strahlende Sonnenschein lud ein, das Fahrzeugangebot auf den Freiflächen zu begutachten. Ochjo… son paar kleine luftgekühlte Autochen hätte ich wohl dort gefunden. Besonders angetan hatte es mir ein mocca-brauner 911 SC mit beigefarbener Innenausstattung und Schiebedach. Herr-lich. 😉

Zu bewundern gab es auch zwei DS-Cabriolet. Besonders das erste, ich würde es mal auf Zustand 2 schätzen, war ein verführerisches Angebot zu einem Preis, den man in ländlichen Gefilden für ein kleines Einfamilienhaus hinlegen muss: 147.000 Euro sollte das Auto kosten. Da war das zweite Angebot mit 87.000 Euro ein wahres Schnäppchen dagegen und machte nicht mal einen schlechteren Eindruck. Überhaupt waren die Preise – für die TC üblich – mitunter mehr als phantasievoll. Ein Gummibalg-Stoßstangen-911er für 149.000 Euro. Hallo, geht‘s noch? Egal. Manchmal stehen vielleicht auch solche Preise an den Autos, damit nicht jemand ernsthaft Interesse entwickelt. Interessant auch, an wie vielen Autos schon kurz nach Messeeröffnung „Verkauft“-Schilder hingen. Wenn das mal alles so stimmt.

TC10_022Der erste Messetag ist der sogenannte „Fachbesuchertag“. Weil die Messe für das Publikum erst um 14.00 Uhr öffnet, geht sie abends auch bis 20.00 Uhr. An den übrigen Tagen ist um 18.00 Uhr Schluss. Doch der erste Tag verläuft stets ziemlich ruhig, so dass noch genügend Zeit ist, den Stand „in Betrieb zu nehmen“, z. B. Udos von Klaus elektrifizierten Felgengrill mit dank Wagenheber stufenlos verstellbarem Rost. Gut gefüllt mit allerlei Grillwürstchen, die wir darauf gebrutzelt hatten, brachte mich Christian freundlich wie immer zu meiner Übernachtungsstätte, einem Freund aus Studienzeiten, der in Essen wohnt. Dort holte er mich auch am nächsten Morgen wieder ab. Prima! Besten Dank dafür.

TC10_027Pünktlich um 10.00 Uhr am Donnerstag Morgen öffnete man dann die Schleusen für die Besuchermassen. Wirklich erstaunlich, wie viele Leute schon am ersten offiziellen Messetag kamen. Und das sogar zu uns Kellerkindern, die wir in Halle 1a doch relativ weit abgeschlagen von der bunten Glitzerwelt der zahlenden Aussteller unser Dasein fristeten. Egal. Inzwischen kennt man sich sogar ein bisschen, waren wir doch am gleichen Platz wie letztes Jahr. Hinter uns die Bismarck-Brothers, die u. a. eine 98er in einem einzigartigen Scheunenfundzustand ausgegraben hatten. So schööön verrostet hatte ich lange kein Motorrad mehr gesehen. Mit vereinten Kräften konnten wir dann auch unseren Nachbarn überzeugen, das Motorrad nicht zu restaurieren, sondern nur technisch in einen funktionstüchtigen Zustand zu versetzen. Immerhin fuhr es sogar. Soviel Arbeit ist das vielleicht gar nicht.

Vormittags hatte ich mit Klaus den Stand betreut. Nach ein paar weiteren Grillwürstchen bin ich dann aber auch mal losgezogen. Und zwar allein. Ich bin ziemlich kreuz- und quer durch die Hallen gestromert. Schon lange habe ich auf solchen Veranstaltungen nicht mehr den Ehrgeiz, jeden Gang abgeklappert haben zu müssen. So bin ich dann auch mehr zufällig über Frank am IKM-Stand gestolpert. Wirklich beachtenswert, wie er sich nach wie vor mit großer Leidenschaft und Ausdauer für die Anerkennung des Automobils als Kulturgut einsetzt. Ich verfolge da eher eine andere Denkweise. Das ändert aber nichts daran, dass ich seinen Einsatz bewundere!

TC10_050An einem Modellautostand erhaschte ich dann plötzlich einen bekannten Anblick: In leicht mattem Orange leuchtete mir ein etwa 30 cm langes Kunststoffmodell eines Mercedes C111 entgegen. Genau so ein Modell hatte ich als Kind! Und war zugleich Auslöser für den Beginn meines leicht gestörten Verhältnisses zur Stuttgarter Marke mit dem Stern, wie ich später durch Selbstanalyse eruiert habe. Denn genau so ein Modell habe ich im Anflug geistiger Umnachtung mit einem Hammer zerkloppt. Da muss ich so 5 oder 6 Jahre alt gewesen sein. Noch Jahre später habe ich immer mal wieder die markante Rückleuchtenblende gefunden. Jetzt war es soweit: Niemand konnte mich bremsen, also habe ich zugeschlagen und das Modell für, wie ich finde, moderate 30 Euro erstanden! Und das Beste war, dass das Original ebenfalls auf der Messe zu besichtigen war, nämlich auf dem riesigen Mercedes-Stand in Halle 1. Da musste ich am Donnerstag Abend noch schnell ein spontanes Foto-Shooting einlegen, als die Besucher langsam aber sicher wieder aus den Hallen strömten und Platz zum Fotografieren war. Nun werde ich das Modell mit Sicherheit  an einem schönen Platz verwahren. Wer weiß, vielleicht fahre ich ja sogar irgendwann Mercedes. (Obwohl ich nicht so richtig wüsste, welchen.)

TC10_047Auf einen Hinweis im Fiat-Forum von Mitschrauber Andreas bin ich dann nach kurzer Rückkehr zum Stand noch schnell zum Stand der Firma Broedersdorff & Koenzen gegangen, jene Firma, die sich schon vor etlichen Jahren mit dem Umbau eines Porsche 912 auf Elektroantrieb in meinem Hirn eingebrannt hatte. Vor allem hatte man dort begriffen, dass es nichts bringt, mit so einem Auto nur irgendwie elektrisch zu fahren. Sondern es soll auch Spaß machen, so dass die Fahrleistungen entsprechend sein müssen. Wenngleich meine Kostenplanung ein weiteres Mal nach oben ausgedehnt werden könnte, gefielen mir die Ideen zum Umbau doch etwas besser, als bei meinen bisherigen Gesprächen in der Richtung. Insbesondere der Umstand, mit höheren Spannungen zu fahren, gefiel mir gut, nimmt damit doch die Stromstärke ab, was insgesamt z. B. dünnere Kabel ermöglicht. Überhaupt schien mir mein Gesprächspartner sehr viel flexibler zu sein, was die Umrüstung betrifft, fand er doch einige meiner Ideen z. B. zur Fahrzeugheizung und Anordnung der Komponenten recht überzeugend. Damit konnte ich vorher nicht punkten. Aber besonders interessant wurde es, als es nicht nur darum ging, einen Fiat 500 umzurüsten. Das hatte man sich ohnehin gerade überlegt, schließlich wird einem 500er einfach immer noch überall die größte Sympathie entgegengebracht, so dass so ein E-500er ein sehr gutes Werbezugpferd wäre. Außerdem wäre man gern auch irgendwie in Berlin präsent. Na, wenn sich da mal nicht was einstielen lässt. Aber dennoch kann man es drehen und wenden wie man will: Das Geld für den Umbau schenkt mir so schnell keiner. Daran kann das Projekt immer noch scheitern, oder anders ausgedrückt: Es ist im Moment immer noch nicht sehr wahrscheinlich, dass das was wird. Schauen wir mal.

TC10_053Der Abend sollte mit den Mitstreitern beim Italiener in Rüttenscheid begangen werden. Ich bin ja nicht so der Gourmet, und daher konnte ich mit einigen Speiseangeboten auf der Karte nicht viel anfangen. Selbst den Ober zu fragen, scheiterte daran, dass ich nicht recht wusste, wie man das aussprach, was mir interessant zu sein schien. Aber die Bewirtung war wirklich sehr freundlich, und so wurde alles bereitwillig erklärt. Interessanterweise gab es bei dem Italiener keine Pizza! Eigentlich ganz gut so, da kann man schließlich auch mal was anderes probieren. Obwohl, eines der wirklich nicht ganz günstigen Fleischgerichte habe ich mir verkniffen. Schließlich sind die Italiener auch Beilagen betreffend nicht unbedingt freigiebig. So waren meine Pasta mit einer leckeren Soße mit hohem Fleischanteil mit Sicherheit eine gute Wahl.

Grüne MännchenNachdem wir uns kugelrund gefuttert hatten, wofür ich ja nicht lange brauche, hatten Christian und Moni für uns (Jürgen, Andrea und ich) noch einen schönen Programmpunkt ausgewählt. Klaus, Martin und Ingrid verabschiedeten sich, da sie noch zu einem späteren Zeitpunkt Gelegenheit haben würden, das Parkleuchten im Essener Gruga-Park zu bewundern.  Ähnlich wie beim Berliner Festival of Lights werden Bäume und Skulpuren, Hecken und andere Arrangements bunt erleuchtet oder mit interessanten Lichteffekten versehen. Ich war einer der wenigen mit Kamera, aber ohne Stativ. Egal: Die 1600 ASA hatten sich bei meiner Nikon D5000 (über die ich demnächst mal was schreiben muss) schon öfter bewährt, und so konnte ich doch einige, wie ich finde, ganz gelungene Fotos aus der Hand schießen. Klar, bei Belichtungszeiten von mehr als einer Achtelsekunde ist das vielfach nur noch Glückssache, und man muss die Blende schon ganz aufmachen: Aber es geht!

ParkleuchtenWieder hat Christian mich danach „zu Bett gebracht“. Nach rührenden Abschiedsszenen habe ich mir bei Übernachtungsgastgeber André noch ein Feierabendbier gegönnt, André kam allerdings erst etwas später, sichtlich angeheitert vom Test-Abend in einer neuen „Weinschenke“ um die Ecke zurück. Dennoch war er Willens und in der Lage, mich morgens zum Essener Bahnhof zu bringen. Das gemeinsame Frühstücken habe ich ihm aber erspart. Ich nehme mal an, dass er sich noch mal wieder hingelegt hat.  Also hatte ich genügend Zeit für Kaffee und Brötchen am Bahnhof und sitze nun hier im Zug (ohne Steckdose), wo ich in Ruhe auf Fabis Befehl Anregung hin einen Text über meinen Kurzausflug zur TC10 schreibe. Aber in Gedanken bin ich schon bei dem Termin, der mich gleich erwartet, beim Seminar, das Samstag/Sonntag stattfindet und am Montag Vormittag noch etwas nachdieseln wird, bei meinem Vortrag, den ich in zwei Wochen oder so halten muss, und den ich eigentlich besser jetzt weiter gebastelt hätte, anstatt die Zeit mit Sinnlosem Schöneren zu vergeuden. So bin ich halt.

Thema: cinquecentistisch, Elektrisiert | Kommentare (2) | Autor:

Fiat 500 Ballett

Samstag, 7. November 2009 8:55

Im Fiat-500-Forum machte ein niederländischer Mitschrauber soeben auf einen tollen Clip bei Youtube aufmerksam.

Echt stark, wie die Rennsemmeln da um die Pisten kreiseln. Rennserien nur für 500er. Das war was damals™!

Thema: cinquecentistisch | Kommentare (2) | Autor: