Beitrags-Archiv für die Kategory 'danke es geht'

Kreuz und quer – auch in der Luft

Mittwoch, 24. August 2016 13:48

Die Diskussion, was mit sog. Drohnen erlaubt ist, womit der Volksmund neuerdings „Multicopter mit Kamera“ meint, ist in vollem Gange. Jeder weiß es besser als der andere, aber kaum einer kennt sich mit den bestehenden Regeln aus. Dass für Multicopter als erstes mal die gleichen Regeln gelten wie für Modellflugzeuge gelten, liegt eigentlich auf der Hand.

Die Tage hatte ich den Plan, mal auf einem Modellflugplatz der Urlaubsregion fliegen zu gehen. Ich suchte mit der App „Model Airfields“ den nächst gelegenen Modellflugplatz und ließ mich dorthin navigieren. Es ging durch ein Gewerbegebiet hindurch, und plötzlich stand ich an einem Segelfluggelände. Im Hintergrund sah ich auch ein paar Modellflieger. Aber vor allem stand ich vor einem Schild, das relativ unmissverständlich sagte, dass das Überqueren bei Flugbetrieb keine gute Idee sei. Der am nahen Platzende stehende Dimona-Motorsegler und zwei in der unmittelbaren Umgebung kreisende Segelflieger zeugten eindeutig von Flugbetrieb. Dass es Modellflieger und Manntragende in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, ist nichts neues, und kenne ich z. B. aus Achmer bei Osnabrück. Eigentlich ist Modellflug in einer Zone von 1,5 km um einen Flugplatz verboten. Will man doch mal in der Nähe eines Flugplatzes fliegen, muss man Kontakt mit der Flugleitung aufnehmen.

An einem alten Bulli saßen zwei Leute, von denen sich einer als Flugleiter zu erkennen gab. Ich grüßte freundlich und fragte erst mal, wie das hier so läuft mit parallelem Betrieb von Segelflug- und Modellfluggelände. „Alles kein Problem. Die Segelflieger hier und die Modellflieger jenseits der Platzkante. Manchmal kommen die Modellflieger aber auch ganz schön dicht hier herüber. Grüß mal schön da drüben und mache noch mal drauf aufmerksam, wo die Grenze ist.“, bekam ich mit auf den Weg.

Ich vergewisserte mich, dass gerade kein manntragender Flieger im Anflug war und setzte mich in Bewegung. Auch die Modellflieger wiesen mich kurz ein: „Nicht über die Platzkante, am besten diesseits des Platzes.“ und zeigten in die dem Segelflugplatz abgewandte Richtung. Klare Anweisung. Kein Problem, Platz war genug und der Wind blies auch so, dass es mit dem Landeanflug keine Probleme geben würde.

Ich packte also den ersten Akku in meinen neu erworbenen „Bixler“, auf dem bereits eine Kamera hockte, und flog los. Mal hier, mal dorthin, immer auf der angewiesenen Seite des Platzes. Erst landete parallel ein Segelflieger in sicherem Abstand. Schön zu sehen, wie manntragendes und Modellflugzeug parallel ihre Bahn zogen.

Plötzlich rief einer der herumstehenden Modellflieger: „Achtung, Segelflugzeug von rechts!“ Ich hatte gerade ganz gute Höhe (schätzungsweise 100 m) und war ziemlich direkt über dem Modellflugplatz, als ein Segelflugzeug von rechts quer über den Modellflugplatz unter meinem Modellflugzeug ankam, um offensichtlich direkt in Richtung Hangar zu landen. Man sieht den Höhenunterschied und die Flugrichtung ganz gut am unteren Bildrand meines kurzen Videos. Eine aufziehende Schlechtwetterfront veranlasste die Flieger, vorzeitig einzupacken. „Das machen die öfter.“, sagte einer der Modellflieger wohl als Reaktion auf meine Verwunderung, wo doch vorher alles so gut geklärt war.

Gefahr bestand zu keinem Zeitpunkt. Es kann sogar gut sein, dass der Pilot im Segelflugzeug mein Modellflugzeug gesehen hat und die Lage so einschätzte, dass ich genügend Höhe hatte, damit er unter mir kreuzen kann. Allerdings fliegt man mit einem Modellflugzeug schon mal Kapriolen, die man mit einem großen Flugzeug niemals fliegen würde. Ein schneller Abschwung, um mal kurz tief über den Platz zu brettern, kommt schon oft vor. Im Gegensatz zu Motorfliegern schleichen sich Segelflugzeuge auch ganz schön an, so dass man sie erst relativ spät wahrnimmt.

Was kann man nun daraus lernen? Eigentlich nicht viel, außer dass Regeln und vor allem Umsicht nicht völliger Unsinn sind. Nur dass die leidige Diskussion über verschärfte Regeln für Modellflieger unsinnig sind, das wird dadurch schon deutlich unterstrichen. Das Einhalten der vorhandenen Regeln reicht völlig.

 

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10 Jahre willsagen.de

Dienstag, 12. April 2016 6:54

Hurra, Geburtstag …

Naja. Viel ist hier nicht los, aber ohne willsagen.de wär’s auch doof. (Finde ich.)
Einige Beiträge, die ich früher hier gepostet hätte, landen inzwischen im Techniktagebuch. Da sind sie ja auch gut aufgehoben.

Zwischenzeitlich habe ich natürlich immer mal überlegt, das „tolle“ Design zu überarbeiten. Aber inzwischen ist es schon mehrfach aus der Zeit gefallen. Also: Nix da. Das bleibt so.

Solange ich die Seite nicht bei irgendwelchen Updates abschieße, ist also kein Ende abzusehen. Bemerkenswert finde ich nach wie vor, dass es ganz vielen Bloggern stets darum geht, möglichst große Reichweite zu erlangen. Mir ist das wurscht. Wer mitlesen möchte, kann es tun, wer nicht, lässt es eben.

So long.

 

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Elektromotorrad aufladen

Montag, 13. Juli 2015 21:34

Achtung, der kommt jetzt echt flach:

Ich hab‘ ein Elektromotorrad aufgeladen.

Zero FX

Zero FX

Eine Zero FX.

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Einfach die Hände schütteln

Samstag, 31. Januar 2015 19:45

Ich bin Begrüßungs- oder Verabschiedungs-Honk.

Als Kind hat man mir beigebracht, „das schöne Händchen“ zu geben. Da ich eh Rechtshänder bin, war das einfach.

Später, als ich mehr mit Musikern und damit sowas wie Künstlern zu tun hatte, ging das Umarmen los. Noch schlimmer mit Küsschen auf die Wange geben. In Luxemburg übrigens drei. Aber wie? Links-rechts-links? Rechts-links-rechts? Keine Ahnung.

Wenn Sie mal jemanden treffen, mit dem Sie beim Versuch einer Umarmung mit dem Kopf aneinander ballern, könnte es sein, dass Sie gerade mich begrüßen. Ich habe nämlich die Begabung, garantiert mit der falschen Seite anzufangen. Schon ist die erste peinliche Situation da. Super.

Oder dieses supercoole Verabschieden, wie das die Cool People in den schlechten Autosendungen auf D-Max immer machen: High Five? Ich haue garantiert daneben. Zack, ist der kleine Finger umgeknickt. Die Fäuste leicht gegeneinander klopfen: Ich werde Ihnen die Hand geben wollen. Sich so lässig an den Handgelenken packen? Ich kratze meine Nägel in Ihre Pulsadern.

Selbst beim Händeschütteln kann man ja einiges falsch machen. Hier im Osten schüttelt man sich viel eher die Hände als im Westen, wo auch mal der Gruß mit der leicht angehobenen Hand und einem „Hi“ ausreicht. Ich gebe garantiert dem nicht die Hand, der es gerade erwartet.

Das sind Probleme! Guten Tag!

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Warum ich nicht gern demonstrieren gehe

Samstag, 10. Januar 2015 10:21

Weil meistens schlechtes Wetter ist: Regen, Sonne, kalt, heiß: Irgendwas ist ja immer.

Ne, im Ernst.
Derzeit wird ja viel zum Demonstrieren aufgerufen. Meine Teilnahmen an Demos kann man allerdings wahrscheinlich an zwei Händen abzählen. Mal Menschenkette gegen Ausländerhass, 30-Mann-Demo vor dem Funkhaus von Radio ffn für den Erhalt des Frühstyxradios, gegen #Zensursula, gegen Überwachung, Anti-Atomkraft. Viel mehr kommt da nicht zusammen.

Und sehr oft (von der Frühstyxradiogeschichte und den eher stillen Menschenketten abgesehen) ging es mir ähnlich: Ich fühlte mich von den Wortführern instrumentalisiert. Da wurde eine Wortgewalt auf die Menge und in den Äther geblasen, dass mir unwohl wurde. Ich war mit der Rhetorik und den teilweise extremen Ansichten nicht einverstanden. Ich fühlte mich benutzt. Meine Anwesenheit wurde dafür missbraucht, mich mit den Äußerungen der Wortführer zu identifizieren.

Wenn es nicht ganz dicke kommt, werde ich wohl erst wieder zu einer Demo gehen, auf der ich selbst spreche. Und dit kann dauern.

 

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[Leica M9] Sensorreinigung – ich hab's wieder getan.

Donnerstag, 3. Mai 2012 10:07

Einen Moment lang war ich ja geläutert von den ganzen negativen Kommentaren und was ich doch für ein Idiot, Dilletant, Ignorant und was weiß ich noch alles bin. Da hab ich, weil eh gerade kein Fotografierwetter war und ich spontan in Osnabrück an einem alteingesessenen, mir wohl bekannten Laden vorbei kam, dort meine Kamera für 22 Stunden abgegeben, um mal wieder eine professionelle Sensorreinigung durchführen zu lassen. Der Spaß sollte diesmal (nur) 39 Euro kosten, was wohl eigentlich in Ordnung ist. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl …

Als ich die Kamera dann wieder bekam, hatte ich gerade nichts weißes zur Hand, und auch der Himmel war wolkenverhangen. Dabei ist dann dieses Bild entstanden. Örgs. Was isn das da unten rechts? Die kleinen Spots? Geschenkt! Aber dieser Riesenfussel: Den hätte ich ja doch nicht nach einer Profireinigung erwartet.

(Klick auf das Bild macht es größer, Rechtsklick –> Speichern unter gibt die volle Auflösung.)

Na gut, der sitzt an einer Stelle, die nicht so sehr stört. Mich – als Prinzipienreiter – nervte aber, dass ich mit so einem Fussel rumlaufen sollte.  Niemals! So kam es, dass mich heute morgen der Mut erneut überkam, den Bremsenreiniger aus dem Schrank zu holen. Inzwischen habe ich meine Technik auch verbessert: Ich nehme mein iPhone nicht mehr nur, um anderen die Wirkung von Bremsenreiniger zu demonstrieren, sondern um die richtige Menge auf/in den Wischern einzustellen. Wenn der Wischer nur noch ganz klitzekleine Tropfen hinter sich herzieht, die sofort verdunsten, ist alles gut. Abgesaugt wird überflüssiger Bremsenreiniger von den Wischern (es geht ja eh nur um ein paar Tropfen!) mit dem Hama-Optik-Papier, bevor es losgeht.

Schon nach dem ersten Durchgang sah es besser aus als nach der Profiwäsche. Aber ich war noch nicht zufrieden. Nach dem dritten oder vierten Durchgang hatte ich dann folgendes Ergebnis. Mit dem kann ich gut leben! Ein bisschen ärgerlich ist zwar, dass gerade oben der dickste Fussel sitzt. Den bekommt man aber mit Lightroom gut entfernt. Ab Blende 8 abwärts fällt der eh nimmer auf.

Auch hier geht’s mit dem Klick auf das Bild zur größeren Ansicht, mit Rechtsklick –> Speichern unter zur Originalauflösung.

Klar. Ich weiß nicht, wie und ob irgendwelche Sensoren beschichtet sind, was vom Bremsenreiniger angegriffen werden kann, daher kann ich meine Methode nicht bedenkenlos weiterempfehlen. Außerdem gibt es Bremsenreiniger in verschiedensten Rezepturen. Beruhigend ist für mich aber immerhin, dass meine Kunststoff-Wischer trotz intensiver Bremsenreinigerspülung keine Auflösungserscheinungen zeigen.

 

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April, April!

Freitag, 1. April 2011 8:15

Eigentlich mag ich ja Aprilscherze. Selbst bin ich schon gnadenlos drauf reingefallen, andere auf meine Scherze auch. Herrlich!

In den Gazetten ist es seit etlichen Jahren Tradition, (mindestens) einen Scherz-Artikel zu bringen (z. B. Tagesspiegel, Die Bildzeitung vergisst übrigens immer nach dem 1.4., ihren Scherz aus dem Layout zu nehmen: „Unabhängig Überparteilich“. *) Inzwischen ist das Ganze nur relativ durchsichtig geworden. Man weiß halt, dass etwas nicht stimmt. Mein Vorschlag wäre daher, dass die Zeitungen und Onlinemedien auf ihren Aprilscherz verzichten sollten. Das würde wieder etwas mehr Freude in die Lektüre der Medien am 1.4. bringen.

 

*Quelle: Radio1, heute morgen gegen6.30 Uhr. Danke.

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Ode an einen Bürostuhl

Freitag, 11. Februar 2011 15:15

Da geht er hin: Mein guter, alter Bürostuhl!
Er, den ich stundenlang, tagelang, jahrelang besessen habe.
Er den, ich mir nach eigenen Vorstellungen aus ein bisschen Sperrmüll und Autoresten gebaut habe.
Er, der mich auf meinen bislang wichtigsten Berufsjahren treu begleitet hat und mit mir sogar in die Ferne gegangen ist.

Tja. Jetzt muss ich ihn ausmustern. Die Sitzfläche steht schon wieder schief, obwohl ich sie neulich gerade ausgerichtet hatte. Irgendwo neigt sich da was im Gebälk. Außerdem ist das Untergestell schon geschweißt, ich musste einen Haltebolzen neu drehen und außerdem sackt nun auch die Höhe jedes Mal ein bisschen ab, wenn man sich draufsetzt. Das sind Anzeichen dafür, dass wohl der Gasdruckzylinder hin ist. Kein Wunder, stammt er doch eh schon aus einem ausrangierten Stuhl. Jedenfalls ist mir das insgesamt für eine Weiterbenutzung zu heikel geworden.

Der Sitz selber stammt von einem Smart Roadster, 45-kw-Variante. Die Sitze hatte ich mal gekauft, um sie in meinen Fiat einzubauen. Das habe ich dann aber doch verworfen. Viel zu schwer, und außerdem stehe ich inzwischen wieder mehr auf original. Mal sehen, ob die Sitze bei Ebay jemand haben will. Der Zustand ist ja eigentlich noch ganz gut.

Jetzt habe ich zwar einen neuen Stuhl, der auch spacig aussieht und bequem ist, aber die Idee, aus dem Smart-Sitz einen Bürostuhl zu bauen, war schon echt gut. Der Sitz war wirklich sehr bequem, gut verstellbar und ich hätte im Bedarfsfall sogar einen Sicherheitsgurt anbauen können …

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Last Xmas – my Revenge

Sonntag, 19. Dezember 2010 21:58

Das kommt dabei raus, wenn man den Sonntag Nachmittag zu Hause abgammelt. :mrgreen:

[audio:http://bigasfunk.de/wp-content/uploads/2010/12/lastxmas.mp3]

Boah, wie ich das Original hasse! Ät-zend! Darum hab ich dem Stück jetzt mein persönliches Trash-Denkmal gesetzt. Alles selbst eingespielt, bis auf den Rhythm-Track. Den habe ich aus meinem Uralt-Zoom-Drum-Computer aber immerhin selbst ausgesucht. Besonders geil finde ich persönlich ja den Megaphon-Effekt auf der Gesangsspur.

Okay, ist nicht gerade professionell. Soll es aber auch nicht sein. 😉

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Übern Tellerrand gucken

Freitag, 4. Juni 2010 7:57

Die Auto-Fritzen sind schon so Experten für sich. Wenn man sich, so wie ich, nicht nur mit alten Autos, sondern auch mit den Fahrern, Haltern und Schraubern beschäftigt, lernt man schon die ein oder andere Macke kennen.

Kiel09_047Ein Fiat-500-Fahrer fährt natürlich nicht nur seinen Fiat 500. Bevorzugtes Urlaubsland ist die Apennin-Halbinsel. Zu Essen gibt es nur Nudeln. Auf dem Tisch steht selbstverständlich Chianti oder, wenn es Bier sein soll, die 2/3-Liter Buddel Moretti. Auf dem Fiat-Treffen wird am Wohnwagen gern mal die Tricolore gehisst. Bekommt der Fiat-500-Fahrer Nachwuchs heißt der Nicola (auch wenn es ein Junge ist) oder Giulia (auch wenn es kein Auto ist). Auf dem Pampersbomber klebt ein kleiner grün-weiß-roter Aufkleber, gern aber auch mal mit dem grünen Feld rechts.

Klein-Marzehns_08_11Wenn ein Fiat-500-Fahrer sich aber auch für Produkte, Weisheiten, Geschehnisse aus anderen Teilen der Welt interessiert, sollte er das besser für sich behalten. Besonders extrem scheint das für englisches/japanisches (etwa gleich(un)wertig) oder vor allem französisches zu gelten. Ein beliebter Umbau eines Fiat 500 ist, die werksseitige Rüttelplatte Antriebseinheit  auszubauen und durch die eines Citroën Visa zu ersetzen. Selbstredend kann niemand ßi-tro-en richtig aussprechen, so dass lautmalerisch daraus „Ziehdröhn“ wird, um auch gleich eine Abfälligkeit mit einzubauen. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass der Visa-Motor ein richtig feines Stück Technik ist.  Wahrscheinlich ist es daher nur der Neid auf einen vernünftigen Antrieb, der so zum Ausdruck kommt.

Bremen_08_59Ich möchte wetten, dass sich die „Visatreter“ gar keine blöden Sprüche anhören müssten, wenn der Motor aus einem italienischen Automobil stammen würde. Wäre das ein Alfa-Motor, ginge wahrscheinlich ein „Ooo“ und „Aaa“ durch die Menge. Man stünde Schlange, um dem Erbauer auch einmal auf die Schulter klopfen zu dürfen. Ansatzweise kann man das bei einem (wirklich genialen) Umbau eines Fiat 500 mit Moto-Guzzi-Motor sehen. Hätte der gute Mann einen Güllepumpe (CX500)-Motor genommen, hätte er sich aber etwas anhören können!

Oder kürzlich das Gesuch eines Renault Estafette Fahrers: Er möchte gern ein Fiat-500-Faltdach in seinen Bus einbauen. Na, das ginge aber nicht! Das schöne Dach in einem furchtbaren Franzosending! Jede Wette, dass es Leute gibt, die so ein Ersatzteil eher bis zum Sanktnimmerleinstag aufheben, als es dem Renaultschrauber zu geben. Glücklicherweise hat man aber wohl doch noch die Kurve gekriegt, als der Estafette-Mensch mitteilte, dass er mit seinem Bus die lustige, 5-köpfige Kinderschar durch die Gegend schaukelt. Hätte er das Dach für einen Fiat 900 Bus haben wollen, hätte es wohl weniger Aufruhr gegeben. Das grenzt schon fast an automobilen Rassismus.

Renault 4 CVIch kann das nicht nachvollziehen. Ob das nun meine Alltagsautos oder meine Klassiker betrifft: Bislang war es mir immer ziemlich wurscht, woher der fahrbahre Untersatz stammte. Im Gegenteil: Es ist geradezu interessant, auf welchen unterschiedlichen Konstruktionswegen man zu ähnlichen Produkten gelangen kann. Gehen die Franzosen eher pragmatisch an die Konstruktion eines Kleinwagens, der gern mal eher nicht schön im Sinne von ästhetisch ist (Renault 4, Ente, Ami, Simca 1000), haben die Italiener es doch meistens geschafft, die Kleinheit in einem durchaus ansehnlichem Gehäuse unterzubringen (Fiat 500, Fiat 600, Bianchina …). Selbstredend kann man natürlich Ausreißer von dieser Regel finden.

Die tumbe Ablehnung alles fremdartigen nur seiner Herkunft wegen kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen, und würde mir vor allem bei meinen automobilen Genossen wünschen, mal mehr über den Tellerrand zu gucken. Das hat noch keinem geschadet. Aber auch in der großen Politik wird bekanntlich erst mal alles abgelehnt, was nicht aus dem eigenen Lager stammt. Wie kann man das dann den kleinen Leuten vorwerfen?

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