Beitrags-Archiv für die Kategory 'Das Leben, das Universum und der ganze Rest'

Zu spät für Unpünktlichkeit

Mittwoch, 12. November 2014 22:43

Er ist so toll, ihr Beitrag. Jeder einzelne Buchstabe in dieser Kombination wie bei @E13Kiki  könnte von mir sein (zumindest inhaltlich).

WIE ICH UNPÜNKTLICHKEIT HASSE!!!

Danke für diesen wichtigen Beitrag, den sich verdammt viele mal bitte schön vor die Stirn tackern sollen!

Jedenfalls ist es nun zu spät für mich, einen Artikel über Unpünktlichkeit zu schreiben. Danke für die ersparte Zeit. 😉

Tolle Uhr

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9. November 1989 – Was für ein Tag!

Donnerstag, 6. November 2014 21:04

Ja. Für ganz viele.

VERDAMMTE AXT. ICH WEIß NICHT MEHR, WAS ICH AM 9.11.1989 GEMACHT HABE!

Ich wohnte tief im Westen, war 19, hatte im Sommer mein Abi gemacht, mich für einen Studiengang eingeschrieben, den ich nicht studieren wollte (lange Geschichte), meine Kumpels zogen weg und studierten das und dort, was und wo sie wollten, oder waren beim Bund. Und ich machte in der Zeit diverse Praktika oder schweißte einen Fiat 500 wieder zusammen.

Ich glaube, ich habe Magnum geguckt. Kam das donnerstags? Ne, dienstags, oder?

ICH WEIß ES NIMMER!!! Mein älterer Bruder nannte mich Higgins mit Spitznamen. Das weiß ich noch.

Nachtrag:

Hier noch der Song, der meine Situation perfekt beschreibt. Die Rodgaus ab ich damals tatsächlich viel gehört.

 

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Die bunte Polizei-Torte

Donnerstag, 30. Oktober 2014 10:04

Kürzlich saß ich in einer Veranstaltung, in der es um polizeiliche Geschwindigkeitsmessverfahren ging: Neue Verfahren und wie sie zugelassen und in Verkehr gebracht werden, Änderungen älterer Verfahren, und wie sie an den neuesten Stand der Technik angepasst werden, Fehlerquellen, Schwachsinnigkeit Unvermögen von Gutachtern und so. Das Übliche. Teilnehmer waren größtenteils Polizei- und Eichbeamte, Vertreter der Hersteller und ein paar versprengte Sachverständige.

Unter anderem erhielt ein Vertreter der Polizei das Wort, um den Anwesenden einmal mehr zu erklären, warum Geschwindigkeitsüberwachung erforderlich ist. Natürlich bemühte er Statistik. Er zeigte ein buntes Tortendiagramm, aus dem klar hervorging, dass „nicht angepasste Geschwindigkeit“ Unfallursache Nummer eins ist.

Polizeitorte

(Quelle)

Das nimmt man ja im Grunde als Binsenweisheit hin. Wenn’s gekracht hat, war höchstwahrscheinlich einer zu schnell. Is‘ ja klar. Andere Gründe sind Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtsverletzung und so weiter. Was einen wie mich schon stutzig macht, ist, warum nicht z. B. auch „Unaufmerksamkeit“ oder „verspätete Reaktion“ als Unfallursache auftaucht. Grund, einmal nachzufragen. Gelegenheit dazu ergab sich nach dem Vortrag.

Tja, meinte er, da würden ja Bremsspuren ausgemessen und die Schäden der Fahrzeuge beurteilt und damit wisse man dann, wie schnell ein Fahrzeug war. Ich war baff. In Hessen werden Unfälle für die Statistik rekonstruiert! Ich meinte, dass wäre ja super da in Hessen. In Berlin würde nicht mal ein Bruchteil der Unfälle rekonstruiert, selbst die mit Toten und Schwerstverletzten kaum. Vor mir drehte sich ein Herr entrüstet um, dass das ja wohl nicht stimmen würde. Es gebe schließlich in Berlin eigens Verkehrsunfallkommandos der Polizeidirektionen, die nichts anderes machen würden, als Unfälle aufzunehmen. Ich sagte, ja, das kenne ich sehr genau, weil ich nämlich, wie auch viele meiner Kollegen zusammen mit den Polizisten auf der Straße rumkriechen würden, um Spuren zu sichern. Ja eben, meinte er. Ja eben nicht, meinte ich. Denn die Spurensicherung ist keine Unfallrekonstruktion. Zunächst würden die Spuren gesichert und dann könne man erst anfangen, den Unfall zu rekonstruieren, und ich wüsste sicher, dass das keine Tätigkeit der Berliner Polizei sei. Der Leiter der Tagung hat die Diskussion dann verständlicherweise abgebrochen, weil sich herausstellte, dass das wohl länger dauern würde. Immerhin schloss sich sowieso gerade an Kaffeepause an, so dass dort das Gespräch vertieft werden konnte.

Der Herr vor mir entpuppte sich als ein Vertreter aus dem Stab des Polizeipräsidenten. Wir haben uns gut und angeregt in der Pause unterhalten, es hat aber dennoch einige Zeit gekostet, ihm die Unterschiede zwischen Unfallaufnahme, Unfallrekonstruktion und Unfallforschung aus Sicht des Profis Unfallanalytikers zu erklären. Immerhin bekam ich aber die Antwort auf meine Frage, woher die Statistik die Unfallursache kennt: Das ist nichts weiter als die völlig subjektive Einschätzung der Polizisten, die den Unfall aufnehmen.

Man darf diesen Polizisten nun keinen Vorwurf machen, wenn sie bei ihrer Einschätzung einen Fehler machen. Woher sollen sie das denn wissen? Das hat mich verblüffenderweise auch der Stabsmann gefragt mit dem Verweis darauf, dass ich ja auch etliche Jahre gebraucht hätte, um Unfälle zu rekonstruieren. Ja, so 5 bis 10 Jahre braucht man, bis man das richtig kann. Und genau darum muss man sich doch fragen, wie der Dienstherr von seinen Mitarbeitern, also von Laien auf dem Gebiet der Unfallrekonstruktion, zum einen diese Einschätzung verlangen kann und zum anderen aber nicht davor zurückschreckt, aus diesem Ratespiel eine Statistik zu zaubern und diese bis auf die zweite Nachkommastelle zu präsentieren. Eine ähnliche Qualität hätte es wohl, wenn man die Mitarbeiter eines Bestattungsinstitut nach der Todesursache ihrer „Kunden“ fragen würde.

 

 

 

 

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Straßenmusik: Perlen vor die Säue

Sonntag, 26. Oktober 2014 11:40

Ich glaube, jeder ist wahrscheinlich schon mal über diesen oder einen ähnlichen Text gestolpert:

An einer U-Bahnhaltestelle in Washington D. C. spielte ein Mann an einem kalten Januar Morgen für 45 Minuten auf seiner Violine sechs Stücke von Bach. Während dieser Zeit benutzen ca. 2000 Menschen diese Haltestelle, die meisten auf dem Weg zur Arbeit.

Nach etwa 3 Minuten bemerkte ein Passant die Musik. Für ein paar Sekunden verlangsamte er seine Schritte, um dann schnell wieder seinen Weg zur Arbeit fortzusetzen.

4 Minuten später erhält der Geiger seinen ersten Dollar. Eine Frau wirft ihm ihren Dollar in den Hut ohne ihr Tempo zu verringern.

Nach etwa 6 Minuten lehnt sich ein junger Mann gegen die Wand um zuzuhören. Dann blickt er auf seine Uhr und setzt seinen Weg fort.

10 Minuten später bleibt ein etwa 3jähriger Junge stehen, aber seine Mutter zieht ihn sofort. Das Kind bleibt erneut stehen, um dem Musiker zuzusehen, aber seine Mutter treibt ihn an und das Kind geht weiter.

Mehrere andere Kinder verhalten sich ebenso. Aber alle Eltern, ohne Ausnahme, drängen ihre Kinder zum schnellen weitergehen.

Nach 45 Minuten: Der Musiker spielt ohne abzusetzen. Nur 6 Menschen insgesamt blieben stehen und hören für kurze Zeit zu. Zirka 20 Personen geben ihm Geld und gehen in ihrer normalen Geschwindigkeit weiter. Die Gesamteinnahmen des Mannes sind 32 Dollar.

Nach einer Stunde beendet der Musiker seine Darbietung und es wird still. Niemand nimmt Notiz und niemand applaudiert. Es gibt keine Anerkennung….

Niemand wusste es, aber der Violinist war Joshua Bell, einer der größten Musiker der Welt. Er spielte eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke, die je geschrieben wurden auf einer Violine im Wert von 3,5 Mio Dollar. 2 Tage zuvor spielte Joshua Bell vor ausverkauften Haus in Boston das gleiche Stücke, zu einem Durchschnittspreis von 100 Dollar pro Platz.

Dies ist eine wahre Geschichte. Joshua Bell spielte inkognito in der Untergrundstation. Auftraggeber dieses sozialen Experiments über Wahrnehmung, Geschmack und Prioritäten war die Washington Post.

Diese Experimente warf folgende Fragen auf:

Können wir Schönheit in einem alltäglichen Umfeld, zu einem unangemessenen Zeitpunkt wahrnehmen? Wenn dem so ist, nehmen wir uns Zeit sie Wertzuschätzen? Erkennen wir Talent in einem unerwarteten Kontext?

Eine mögliche Schlussfolgerung dieses Experiments könnte sein:

Wenn wir nicht einmal einen Moment Zeit haben anzuhalten, um einem der besten Musiker der Welt zuzuhören, während er eines der wundervollsten Musikstücke spielt auf einem der schönsten Instrumente, die je gebaut wurden…

… wie viel andere Gelegenheiten verpassen wir, wenn wir durch unser Leben hasten?

Onyx AshantiAch, da kommen einem ja echt die Tränen ob so großer Unbarmherzigkeit. Ganz ehrlich? Ich wäre auch schleunigst weitergegangen. Erstens habe ich keinen Zugang zu klassischer Musik und zweitens finde ich Sologeige überwiegend furchtbar. Streicher gehen erst bei n>3.

Außerdem suggeriert das ja, dass überhaupt jemand in der Lage wäre, die Qualität der musikalischen Darbietung erkennen zu müssen. Selbst wenn man es wollte: Die allermeisten sind doch so dermaßen musikalische Blindgänger, dass sie das nie erkennen würden. Vor allem den Wert eines Instruments heraushören zu können, gelingt vlt. 0,01 % der in Frage kommen Zuhörer, zu denen ich auch nicht gehören würde. Deswegen gehen sie wahrscheinlich auch ins Konzerthaus, weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dort Qualität geboten zu bekommen, ohne das selbst beurteilen zu können oder müssen. Nur weil man einen dunklen Anzug oder ein Abendkleid zu einer Musikdarbietung anzieht, heißt das noch lange nicht, dass in der Verkleidung auch ein Musikkenner steckt. Auf der Rückfahrt hören sie wahrscheinlich schon wieder Helene Fischer oder die Randfichten. Btw.: Jede Karte für die Staatsoper wird mit je 257 Euro gesponsert! Das nur am Rande.

Rupert's Kitchen OrchestraWas mich aber am meisten schmerzt, und damit tut man sehr vielen Straßenmusikern Unrecht, dass man zwangsläufig impliziert, nur etablierte Profimusiker wären in der Lage, ihr Instrument hervorragend bedienen zu können. Wahrscheinlich gehen die Leute nur deswegen vorbei, weil ihnen auf der Straße ganz oft hervorragende Musik* geboten wird und es keinen Unterschied macht, wenn da ein Supergeiger steht.

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*Es gibt allerdings auch ganz viele Straßenmusiker, die besser zu Hause bleiben sollten …

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Kaufhaus-Kräcker

Montag, 8. September 2014 21:06

Wie das mit dem Cracken ging, habe ich ja nie verstanden. Aber mit einem Stapel Disketten habe ich mich in den 80ern auch regelmäßig in Kaufhäusern rumgetrieben. Soll wohl verjährt sein. Nur, dass mir meine Eltern irgendwann nicht mehr geglaubt haben, dass man einen C64 auch nur ansatzweise für die Hausaufgaben gebrauchen kann. Wobei, im Werkunterricht hat er mir geholfen, meine Fähigkeiten zu erweitern. Immerhin habe ich mangels Geld meine Joysticks selber gebaut.

Via Jens S. aus B.

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Google, kannste vergessen? Danke.

Sonntag, 13. Juli 2014 22:24

Das sog. „Recht auf Vergessen“, diese „Lex Google“, wonach man einen Antrag an Suchmaschinenbetreiber stellen kann, unliebsame Suchergebnisse zu beseitigen, stößt bei einigen Netzaktivisten so dermaßen auf Widerstand, dass sie den Untergang des Abendlandes kommen sehen. Mindestens. Je öfter „Zensur“ gekräht wird, desto weniger fällt allerdings auf, wenn es wirklich mal zu Zensur kommt. Das ist das Ärgerliche an Gewöhnungseffekten.

Ich halte es für ziemliche Panikmache, dass dieses Möglichkeit, Sucheinträge beseitigen zu lassen, wirklich nennenswerte Auswirkungen hat. Erstens ist es doch so, dass man sich an jeden einzelnen Suchmaschinenbetreiber wenden muss. Ich verrate euch mal was: Es gibt nicht nur Google. Zweitens wird ja nicht die Fundstelle selber gelöscht. Der eigentliche Inhalt bleibt unangetastet. So richtig Zensur ist es also nicht. Ok. Dadurch wird die Recherche etwas aufwendiger, um nicht zu sagen, ist es ein Rückschritt wie in analoge Zeiten, als man sich in Bibliotheken durch Karteikästen und Regale gehangelt hat. Es ist nicht mehr alles bequem vorgefiltert und in appetitlichen Häppchen vorgekaut. Zur Not muss man selbst recherchieren. Macht natürlich keiner, dessen Startseite google und erster Bookmark Wikipedia ist.

Aber wenn man mal über seine eigene Bequemlichkeit hinwegsieht und sich in die betroffene Person versetzt: Warum sollte ihr es nicht ermöglicht werden, unliebsame Netzfundstücke schwieriger auffindbar zu machen? Es wird nun mal so viel unreflektierter Mist ins Netz gekippt, dass es einem manchmal etwas zu viel werden kann.

Mir ist das passiert, als mich mal ein von Verschwörungstheorien durchweichter Journalist sozusagen beruflich konsultieren wollte, nachdem sich ein ebenso weichbirniger Politiker zu Tode gefahren hatte. Ich sollte mich zu den Schäden am Fahrzeug äußern. Offensichtlich hatte sich der Journalist Zutritt zu dem Fahrzeugwrack verschafft, wohl unberechtigt, nehme ich an.

Wir haben dann telefoniert. Danach habe ich mich allerdings informiert, was das denn überhaupt für einer ist, dieser Journalist. Und da kam dann doch so großer Unfug zutage, vor allem auch eindeutig einer politischen Richtung zugehörig, mit der ich nun beim besten Willen nicht in Verbindung gebracht werden wollte,  dass ich dachte, ne, mit dem will ich nicht in einem Atemzug genannt werden. Jedenfalls untersagte ich ihm per Mail, mich in seinen Pamphleten namentlich zu nennen. Daran hat er sich – natürlich – nicht gehalten, und so ist mein Name mit – zum Glück – wenigstens richtig wiedergegebenen Zitaten in einem Buch zu dem Thema erschienen, das dieser Schreiberling tatsächlich zustande gebracht hat.

Irgendwann stieß ich bei Google auf, ich glaube, eine französische Seite, auf der mein Name und der dieses Journalisten auftauchte. Ich dachte, na super. Außerdem wurde da als Quelle das unsägliche Machwerk dieses Schreiberlings genannt, das ich mir dann erst mal beschaffte. Allerdings gebraucht für 99 ct, damit bitte keine Tantiemen bei diesem Typen landen. Und tatsächlich tauche ich darin namentlich auf.

Das Buch kauft wahrscheinlich eh kaum einer. Und wenn mich einer darauf anspricht, weiß ich gleich, was ich von demjenigen zu halten habe. Aber die Fundstelle im Netz hat mich doch irgendwie gewurmt. Da nun aber jemanden anzuschreiben, bitteschön meinen Namen zu entfernen, kann man ja vergessen. Damit erreicht man eher das Gegenteil. Kennt man ja. Wenn man sich aber an denjenigen wenden kann, der als Multiplikator fungiert, finde ich das persönlich nicht die allerschlechteste Variante. So mancher Netzinhalt sollte sowieso einer Halbwertszeit unterliegen und sich nach einer gewissen Zeit von selbst beseitigen.

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Der Weinverschluss ist die Leerkassette der Fortyagers

Montag, 21. April 2014 12:32

„Wir brauchen noch ein Geschenk für heute Abend!“ – „Stimmt. Was hältst du von den Weinverschlüssen da drüben?“

Proppen

Ich mag Bier. Aber ich mag auch gern Wein. Und Weinverschlüsse. Und Geschenke. Und so findet sich in den diversen Schubladen eine stattliche Sammlung an irgendwie mit einem Griff gestalteten Korken, Drehteilen mit Gummiringen oder anderen, meist kegelförmigen Abdichtungen in Flaschenhalsformat.

Früher ™ gab es ja auch immer mal das Geschenkproblem, wenn man zum Kindergeburtstag eingeladen war. Leerkassetten waren das Allheilmittel. Erst die orange-schwarzen BASF, später gern die 90er TDK mit Chromdioxid-Band. Das waren die guten! Und man konnte sie immer gebrauchen, um das neueste Mixtape zusammenzuschneiden. Nur ist die Zukunft der Weinverschlüsse genau so dunkel wie das schon eingetretene Ende der Kassette: Mit zunehmender Verbreitung von Drehverschlüssen an Weinflaschen, die inzwischen keinen Qualitätsmakel mehr darstellen, bleiben sie zunehmend ungenutzt in der Schublade liegen (mal abgesehen davon, dass ja auch erst mal ein Rest in der Flasche übrig bleiben muss).

Aber da oben der rechts im Bild, der sieht in absehbarer Zukunft einem zweiten Leben in seiner eigentlichen Funktion entgegen, wenn ich erst mal das Fünfganggetriebe in meinen Fiat einbaue! Wofür Weinverschlüsse eben so alles gut sind.

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Meinungsfreiheit

Montag, 21. April 2014 11:39

Man merkt, dass dieses Bildchen, das vor ein paar Tagen die Runde durch die Blogosphäre machte, von Meinungsträgern stammt bzw. transportiert wird, vor allem aber von Machern, die an den Knöpfchen sitzen, um darüber zu entscheiden, welche Meinung oder Äußerung sie in ihrem Dunstkreis, aus welchen Gründen auch immer, tolerieren oder löschen.

xkcd_freespeech

Original von Randall Munroe Übersetzung von A. Stefanowitsch unter  CC-BY-NC-Lizenz

Wenn du aber beobachtest, wie in einem Forum, das du selbst mal administriert hast, ein paar schwarze Schafe „an der Macht“ sind, die durchaus mal homophobe, rassistische, ehrverletzende oder zum Betrug aufrufende Beiträge aus den eigenen Reihen tolerieren und diejenigen blocken, die auf diese Umstände aufmerksam machen, merkst du, dass das Bildchen zwar von der vordergründigen Grundaussage immer noch stimmt, aber eine Attitüde transportiert, die voraussetzt, dass derjenige, der an den Hebeln der Macht sitzt,verantwortungsvoll handelt, extreme und unsachliche Äußerungen erkennt und damit entsprechend umgehen kann. Unbequeme Einzelpersonen sind leicht zum Troll abgestempelt. Dabei sind es vielleicht gerade sie, die versuchen, die Ausrichtung eines Forums wieder in die richtige Bahn zu lenken.

 

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Weniger Meinung mehr

Donnerstag, 2. Januar 2014 20:55

Eigentlich wollte ich ja einen ganz anderen Beitrag schreiben. Was könnte ich alles bloggen. Aber da Blogs ja bekanntermaßen immer schon tot waren und sind, blogge ich halt nicht mehr. Oder sagen wir, kaum noch. Das liegt an einer Episode im vergangenen Jahr, als ich beschloss, einer dieser berühmten Schönwetterblogger zu werden. Gemeckert wird ja schon genug, also wollte ich zukünftig nur noch (überwiegend) Positives bloggen. Tja. Und da einem wie mir das nicht so leicht fällt, ist es eben still geworden. Manchmal ist es mir auch überhaupt nicht gelungen und ich bin wieder in alte Phraserei verfallen. Schönes Wetter gibt es ja auch viel weniger als schlechtes Wetter. Kein Wunder also, wenn es hier selten was Neues gibt. Vielleicht nerve ich dafür mehr mit Kommentaren bei Facebook oder so.

Dabei könnte ich mich herrlich aufregen über schlauquatschende Gutmenschen, die jedes Wort auf die von ihnen höchstpersönlich geeichte Goldwaage legen. Aber da die sowieso alles noch ein bisschen besser wissen als ich – und das will schließlich schon was bedeuten! – halte ich eben die Finger still. Irgendwie habe ich immer weniger Lust, meine Meinung in die Welt zu posauen. Das gilt nicht nur im Netz, sondern zunehmend auch im Real Life. Ich denke mir halt meinen Teil. Noch nicht sehr oft, aber  öfter als früher. Auf Meinung verzichten, scheint mir das Motto für 2014 zu sein.

In diesem Sinne: ________

 

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Untierisch

Samstag, 7. Dezember 2013 12:13

Ich bin ja so ein Ernährungsegalist. Hauptsache, mir schmeckt’s. Ich weiß, dass das schlimm und böse ist und dass ich stellenweise damit auch meine nächste Umgebung zur Verzweiflung bringe. Mit vegetarischer oder gar veganer Ernährung oder Lebensweise – Vegansein ist ja mehr als nur nichts Tierisches zu essen, denn z. B. Leder- und Seidenklamotten sind auch tabu – muss man mir derzeit nicht kommen. Das ist einfach nichts für mich. Jedenfalls im Moment nicht. Ich will gar nicht ausschließen, dass sich das nicht ändern kann, aber im Moment deutet nichts darauf hin. Wobei ich allerdings gut verstehen kann, wenn manche Leute das vor allem aus ethischen Gründen anders sehen. Die Massenproduktion tierischer Produkte ist oftmals eine Ansammlung von Abscheulichkeiten. Ist mir bekannt. Ich kenne die Filme und Bilder von gequälten Kreaturen. Trotzdem bin ich menschliches Arschloch genug, um mich darüber hinwegzusetzen. Dass man in seiner Lebensweise aber auch andere Schwerpunkte als ich setzen kann, finde ich absolut in Ordnung. Und wenn man z. B. bei Bekleidung und Ernährung auf tierische Produkte verzichtet, um damit die Lebewesen zu schützen, ist das aller Ehren wert. Dass man sicherlich auch an anderen Stellen in besserem Einklang mit seiner Umwelt leben kann, ist unbestritten. Man kann sich ja alles mögliche abgewöhnen, was der Erde schadet, z. B. Energie zu verbrauchen. Ist ja auch nicht gut, wenn man sich anschaut, wie die derzeit noch meistens für uns erzeugt wird, sei es Wärme oder Elektrizität oder Mobilität (thermische, elektrische und kinetische Energie). Ich versuche, meistens zu meinen Mitmenschen freundlich zu sein. Ist doch auch was. Außerdem habe ich keine Haustiere, weil ich mal behaupte, dass sich ein wahrer Tierfreund keine Tiere hält. Essen oder anziehen sollte man sie konsequenterweise allerdings auch nicht. Irgendwas ist ja immer.

Nun war ich gestern also zum ersten Mal in einem veganen Restaurant. Eine angenehme Mitmenschin aus Köln, die ich vor meinem Rausschmiss aus der internetten Fiat-500-Welt kennenlernte, weilte wegen einer beruflichen Fortbildung in Berlin. Und sie ist eben Veganerin.

Ich weiß gar nicht, wie man genau sagt: Veganerrestaurant? Vegan-Restaurant? Keine Ahnung. Wie auch immer. Der Laden, Mio Matto in Friedrichshain, war jedenfalls gut besucht. Die Tischreservierung ging vorab über’s Internet. Ist ganz praktisch gemacht und zugleich modern, wobei sich so ein alter Mann wie ich natürlich fragt, ob das auch alles funktioniert und man am Eingang dann stammelt: „Ich hatte einen Tisch für vier reserviert … also, äh, über diese Internetseite. Äh, ne?“ Der freundliche Mann am Empfang, der Chef, wie ich kurz darauf von meiner Bekannten erfuhr, die sich in der Vegan-Szene gut auskennt, nahm mir aber gleich meine Unsicherheit ab und führte mich zum Tisch. Hm. Okay? Da sollte ich also die nächste mindestens zwei Stunden hocken. Die Tische im Gastraum sind auf verschiedenen Höhen angeordnet. Es gibt ein paar normale Tische mit Bänken oder Stühlen, vor allem einen größeren, an dem eine größere Gruppe saß, die offenkundig gute Kontakte zum Inhaber pflegte, ein paar Tische, die mehr so loungig-couchig flach sind und ein paar Tische, die das alles durch übermäßige Höhe wieder ausgleichen, nämlich mehr so Tische wie im Imbiss, wo man ja gern mal mit lehnenlosen Barhockern die Tische bevölkert. Und an so einen Tisch führte mich nun also der Chef. Genauer gesagt waren es 4 Zweiertische, von denen zwei einzeln und zwei zu einer Gruppe – für uns – zusammengestellt waren. Ich zwängte mich völlig egoistisch auf die Bank, die eine etwas klapprige Rückwand hatte, aber man konnte sich immerhin anlehnen. Die Durchschlüpfbreite zum Tisch hat man eher nicht für Leute meines Formats eingerichtet, stellte ich schnell fest. Ich hatte das aber gerade alles geschafft und saß nun mit einer Frau auf der durchgehenden Bank und kippte mit dem ganzen Gerät erst mal leicht nach vorn. Ups. Schon trafen mich ein bisschen wütende Blicke der beiden Frauen vom Nebentisch, die sich gerade über ihre optisch ansprechende Vorspeise hermachen wollten.

Weil die Frau neben mir sowohl ihre Tasche als auch Jacke neben sich auf der Bank zwischen uns aufgetürmt hatte, stopfte ich meine gefütterte Winterjacke samt Handschuhen, Schal und Mütze auch dorthin. Wenige Sekunden später kam der Chef wieder an und fragte mich sehr freundlich, ob er meine Jacke zur Garderobe bringen sollte. Ich wollte noch sagen, er könne ja auch gleich die Jacke meiner Nachbarin mitnehmen, begegnete aber nur mit einem „Gern, vielen Dank“, worauf er mich noch daran erinnerte, keine Wertsachen in der Jacke zu lassen, und schon war ich meine Jacke los. Mit dem Resultat, dass ich nun den Rest des Abends zum Teil auf der Jacke meiner Nachbarin saß. Das störte mich nicht großartig, denn die Holzbank war ansonsten nicht gepolstert und ich wurde schnell auf eine Fehlkonstruktion aufmerksam: Die Fußstützen. Bevor ich die zu weit hinten und zu tief angebrachten Metallstreben ertastet hatte, baumelten meine Füße erst eine ganze Weile unter dem Tisch, während ich mir das Publikum – ich war ja noch allein – mal genauer anschaute. Nach kurzer Zeit ließ meine Konzentration auf die Mitesser aber nach, weil sich die Kante der Bank unangenehm in meine Oberschenkel bohrte, vor allem dort, wo ich nicht auf der Jacke meiner Nachbarin saß, die immer noch keine Anstalten machte, ihre Sachen z. B. auf die andere – freie – Seite zu befördern, oder wenigstens dichter an sich heranzuziehen. Ich traute mich natürlich nicht, die Sachen offensichtlich zu berühren und sparte mir auch eine Bemerkung. Es störte mich ja nicht so richtig, ich fand es nur etwas unhöflich. Ich dachte so bei mir, na, die ist bestimmt nicht aus ethischer Überzeugung Veganerin mit Respekt vor allen anderen Lebewesen, sondern würde eher einen Spielplatz in der Nachbarschaft wegklagen, damit dort ein Heim für jaulende Katzen und kläffende Hunde eröffnen könnte. Auch viele andere Gästen machten auf den Misanthropen in mir mit ihrem Habitus jetzt nicht den Eindruck, auf möglichst harmonisches Zusammenleben mit allen Geschöpfen ausgerichtet zu sein, sondern es waren eben die ganz normalen Mittzwanziger bis -fünfziger, wie man sie überall in Mitte, X-Berg oder Friedrichshain finden kann. So mittel- bis überdurschnittlich erfolgreiche, eher nicht altruistisch wirkende Mittelschichtler, die sich aber selbst bestimmt voll tolerant finden. Vegan ist eben im Mainstream angekommen. Punkt. Manch einer isst eben komische Dinge, nur weil es gerade angesagt ist. Das gilt ja für viele Dinge, nicht nur für vegane Ernährung. Eine ernsthafte Lebenseinstellung steckt nur bei wenigen dahinter, behaupte ich mal (ohne das aber näher zu wissen). Wie man sich ernsthaft Fischeier, Hühnerfüße, Kalbszunge, Rindsleber, Froschschenkel oder Weinbergschnecken und Miesmuscheln, aber auch Spargel und Artischocken oder Fische, die einen noch angucken, in den Hals stopfen kann, werde ich aus Ekelgründen nie verstehen.

Apropos essen. Inzwischen war unserer Essmannschaft auf vier Personen zur geplanten Größe gewachsen, und wir bestellten Getränke. Ich trinke ja gern Bier. Ein Blick in die Karte beruhigte mich: Bier scheint als vegan zu gelten, obwohl, Achtung, Veganer-Bullshit-Bingo: darin Hefe enthalten ist. Haha. Wein gäbe es auch, den hatte ich aber am Vortag genug genossen … Man bestellte sich auch heißen Sanddornsaft. Ob ich mal probieren wolle? Ne, lass ma. Und nahm einen Schluck von meinem leckeren Bürgerbräu Rotkehlchen (Möööp – Vegan-Bullshit-Bingo: Mein Lebensmittel hat Tiernamen!) Die anderen bestellten sich noch eine Vorspeisenplatte. So antipastimäßig eingelegt. Damit kann ich ja nichts anfangen. Überhaupt, kaltes und süßes Essen. Ist ja nicht so meins. Auf den mit der Vorspeise bestellten Hauptgang haben wir dann sage und schreibe ne Stunde gewartet. Ganz schön lange für ein paar Nudeln und ne Pizza. Letztere hatte ich mir bestellt, wobei mir von unserer einzigen richtigen Veganerin am Tisch eher nicht dazu geraten worden wäre. So bekam ich dann also irgendwann meine Quattro Stagioni. Die Pizza sah lecker aus, vielleicht etwas trocken, aber so ne matschige Pizza, aus der das Öl zu allen Seiten rausläuft, finde ich auch nicht so dolle. Geschmacklich wirklich gut. Belegt unter anderem mit Salami- und Schinkenersatzscheiben. Kann man sich ja fragen, ob das nicht generell Unsinn ist. Aber ich wollte eben auch gern mal testen, wie gut das geschmacklich so hinkommt. Kann man machen, is okay, so mein Urteil. Die anderen waren von ihren Speisen auch begeistert, vor allem vom Geschmack. Es war alles sehr gut und einfallsreich gewürzt. Nur hätte es etwas reichhaltiger und wärmer sein können.

Nach ein paar weiteren Bierchen und einer Nachspeiseportion, an der ich nicht beteiligt war, an der man aber vor allem die Pseudo-Sahne lobte, klang der Abend dann aus und ich wurde auch von meiner kantigen Bank erlöst. Was nehme ich außer einem vollen Bauch mit nach Hause? Vegan essen geht, muss für mich aber nicht sein. Vegane Lebensweise ist in jedem Fall konsequenter als vegetarische Ernährung. Wenn ich überhaupt einen Schnitt machen würde, käme vegetarische Ernährung nicht in Frage, weil mir das zu halbgar wäre. Es würden ohnehin vorwiegend ethische Gründe bei mir dazu führen. Vegetarier könnte ich nur sein, wenn ich mich z. B. vor Fleisch ekeln würde oder ich den Geschmack nicht mehr mögen würde. Eine Lebenseinstellung ist das aber sicherlich nicht. Jedenfalls nicht für mich. Immerhin denke ich aber im Moment verstärkt darüber nach, was eigentlich woher kommt, und wer oder was dafür gelitten haben könnte.

Ach ja. Nächste Woche wird abgegrillt.

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