Kawa-Tagebuch: Die Freuden des kleinen Moppedschraubers

klobiges_ruecklichtAn mein Mopped habe ich ein anderes Rücklicht angeschraubt. Das originale war mir zu klobig.

Das neue Rücklicht hatte ich quasi mal als Wechselgeld erhalten. Auf dem Flohmarkt vor vielen, vielen Jahren hatte ich eine Kiste mit NSU-TT-Rückleuchten erstanden, die ich mal an meinen Anhänger bauen wollte (was ich nie umgesetzt habe). Ich wollte den Preis etwas drücken, aber statt Nachlass bekam ich noch ein Rücklicht oben drauf. Offensichtlich von einem Moped oder Motorrad. schoenes_ruecklicht

Als wir am letzten Sonntag so durch die Knorrpromenade wanderten, sahen meine kleinen Augen, die die Umwelt ständig nach fahrbarem Gerät scannen, ein kleines Moped hinter einer Laterne stehen, eine Yamaha 50 (mir) unbekannten Baujahres. Und an diesem Moped war doch tatsächlich so ein Rücklicht angeschraubt, das bei mir erst 20 Jahre verstaubte und jetzt an meinem Mopped prangt. Dort sah es recht original aus.

yamaha2Ich dachte immer, das Rücklicht sei von einer Honda. Warum auch immer. Und, dass seitlich Reflektoren in den Vertiefungen fehlen würden. Das ist offensichtlich nicht der Fall.

Leider stand das Moped so doof zwischen Laterne und Autos, dass es sich nicht gut fotografieren ließ. Immerhin ist nun die mich lange quälende Frage geklärt, woher das Rücklicht stammt. Endlich kann ich wieder ruhig schlafen. Das sind die Freuden des kleinen Moppedschraubers.

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Deutsche Sprache – schwere Sprache

Heute nachmittag poppten in meiner Facebook-Timeline plötzlich viele kleine, langweilig aussehende Clips auf.

Jemand hatte diesen Youtube-Kanal entdeckt. Und da finden sich echte Perlen! Harmlose Optik, völlig ernsthafte Tonlage, aber so göttlich schräg. Ich hab Tränen gelacht. Meine Favoriten:

Oder auch:

Ach, sie sind einfach alle herrlich. 🙂

Danke, Internet, Prost!

Deeskalation durch antizipierte Eskalation

… oder „Zen und die Kunst, eine Waschmaschine zu tragen.“

Sich anzuschreien ist unter Partner, Mitwohnis, Mitmenschen etc. nicht gut, manchmal aber unumgänglich, vor allem, wenn die Emotionen hochkochen oder das Adrenalin brodelt.

wamaSeitdem wir eine neue Waschmaschine haben, sind wir diesbezüglich einen bedeutenden Schritt weiter. Denn die alte wollte die Treppe hinunter, die neue Waschmaschine die Treppe hinauf getragen werden. Und wie das so ist auf einer engen Treppe geht das nicht ohne Probleme mit der Folge, dass man sich anschreit:

 

  • „Pass doch auf!“
  • „Zieh nicht so!“
  • „Schieb nicht so!“
  • „Höher, hööher!“
  • „Aua, du klemmst mir den Arm ab!“
  • „Mein Fuß, Mann!“
  • „Scheiße, schon wieder ne Macke in der Treppenstufe!“
  • „Fuck, ich kann nicht mehr halteeeeen!“
  • „Gestreift gefällt mir das Treppenhaus eh besser.“
  • „Wieso ist da noch Wasser drin?“

Inzwischen erledigen wir solcherlei Dinge so: „Wieder mit anschreien?“ – „Jo.“ – „Ok, dann los!“

Und schon geht das alles viel entspannter. Anschreien tun wir uns natürlich, aber das ist total entspannt, weil wir ja wissen, dass es nicht böse gemeint ist. Sollte man auch in anderen Bereichen des Lebens so machen.

 

Roomservice: Live und in Farbe!

Woah, das war lange her, dass ich mal auf einer Bühne stand, um Musik zu machen. Ich war dabei früher auch immer hin und her gerissen. Einerseits gefiel es mir, andererseits war es aber auch immer purer Stress.

In meiner alten Heimat hatte ich mit Copyshop eine Coverband, die immer mal wieder auf der Kirmes oder einer Party spielte. Vielleicht so einmal im Vierteljahr oder so. Wohl eher seltener. Mit meinem Umzug nach Berlin fand meine musikalische Karriere allerdings ein abruptes Ende. Ich spielte im Oktober 2006 noch einmal auf dem Gala-Abend der Jahrestagung der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallrekonstruktion in Dresden als Überraschungsauftritt mit Wolfgang H. aus M. und Jürgen G. aus S., aber das war natürlich nur eine einmalige Sache zum Spaß. Interessant war immerhin, dass wir vorher kein einziges Mal zusammen proben konnten, stattdessen wurden mp3-Dateien und Texte hin- und hergeschickt. Hat aber alles gut geklappt, naja und dort bahnte sich dann auch eine berufliche Veränderung an, weil sich dort Gespräche zu einem Wechsel nach Berlin ergaben. Über 8 Jahre ist das schon wieder her. Es gibt sogar noch ein Bild aus einem Video von dem Auftritt mit meinem „Karrieresprung“:

Der Karrieresprung!

In Berlin stand das Musikmachen dann erst mal nicht mehr unter einem so guten Stern. Lange Zeit stand das ganze Musikgeraffel rum, zwischendurch habe ich mal ein gutes Jahr in einer Band als Bassist gespielt, die in der lautesten Platte Berlins probte. Ich glaube, die Band hieß Paperpilots oder so. Ich weiß es nicht mehr. Die Proben waren äußerst unregelmäßig und wurden gern mal eine halbe Stunde vor Beginn abgesagt, die Musik war gut (auch wieder Coversachen, aber sehr groovy und funky), nur waren die anderen auf ihren Instrumenten eindeutig besser als ich. Beinahe hätte es dann noch eine Twitterband (ich glaube, mit mbukowski, efrane und fakirsessel) gegeben, daraus ist aber nichts geworden.

Danach kamen wieder ein paar Jahre musikalische Abstinenz, bis ich bei Michael und Udo als Bassist einstieg. Wir nannten uns dann „Big as(s) Funk“ und machten rockigen Funk. Oder funkigen Rock. Manchmal auch Blues. Das war dann furchtbar. Funk war aber gut. Sehr gut. Es ist einfach meine Musik. Richtig gut wurde es, als Bonus dazustieß, weil der super singen und Texte schreiben kann. Die Einigkeit in der Musik ließ sich allerdings nur schwer auf die persönliche Ebene übertragen und so kam es, wie es kommen musste: Bonus stieg aus. Ich hing dann kurz zwischen den Stühlen und entschied mich dann, auch den Stecker bei Big as Funk zu ziehen. Tut mir immer noch leid für die Rest-Combo, war aber besser so. Jedenfalls für mich.

Bonus hat mich dann in sein Singer/Songwriter-Projekt eingebaut, als Bassist und zweite Stimme, also das, was ich eh schon immer gemacht habe, nur jetzt viel leiser. Und weniger stressig. Funk ist zwar einfach die beste Musik, die es gibt, allerdings für einen wie mich, der nun nicht der Super-Virtuose auf dem Bass ist, vielleicht nicht unbedingt zum Selbermachen, sondern eher zum Anhören.

Anders dagegen Bonus‘ neues Projekt. Singer/Songwriter. Eigentlich son Ding, von dem ich mich wundere, dass es mir gefällt. Aber hey, es macht Spaß! Richtig Spaß! Nach Jahren voller Krach mag ich nun die leisen Töne. Liegt vielleicht am Alter. Die Stücke sind toll, wir verstehen uns gut, also let’s rock.

Und so sah das dann aus. Ganz ruhig und gesittet.
Ich mal wieder auf ner Bühne

Das war letzten Freitag im „Flop“ bei der Open-Stage. Dort sind wir als „Roomservice“ aufgetreten, haben vier (von acht möglichen) Stücken gespielt, noch etwas getrunken und sind wieder gegangen. Alles super! Kein Stress, gar nichts. Tjoa, und jetzt wollen wir öfter mal so ne Open Stage entern. Vielleicht wieder am kommenden Freitag. Vielleicht diesmal in Kreuzberg. Mal sehen.

Aufnahmen gibt’s leider noch keine, aber das kommt schon noch.

 

 

Sonnenbrand in Fischerhude

Das war wieder ne runde Sache! Zum 32. Mal fand am ersten Maiwochenende (wie immer) das Bremer Fiat-500-Frühjahrstreffen statt. Im 24. sten Jahr bin auch ich dabei. So ganz viele Treffen (maximal zwei oder drei) habe ich dabei nicht ausgelassen. Wenn überhaupt!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Tja. Und was stellt man so fest in 24 Jahren? Richtig. Man wird älter. Und älter werden auch im Durchschnitt die Treffenbesucher. Denn, wie sollte es anders sein, es fehlt der Nachwuchs. Wer will oder kann sich von der jungen Generation (so man überhaupt einen Führerschein gemacht hat) schon so eine unsichere, kleine, lahme, laute und auch noch relativ teure Gehhilfe leisten? Und eben weil dieses Auto unbequem ist, und man das mit dem Älterwerden auch zunehmend merkt, bleiben auch immer mehr von denjenigen weg, die man früher noch regelmäßig getroffen hat. Oder man hat familiäre Dinge zu erledigen: Konfirmation, Kommunion, Konspiration, Kondolation: Irgendwas ist ja immer, das einen von einem herrlichen Campingwochenende abhält und man die ersten schönen Tage des Jahres stattdessen lieber in kalten, dunklen, feuchten Kirchen oder stickigen Festsälen verbringt. Und so nimmt allenfalls die Zahl der Tagesbesucher zu. Wobei das oft Leute sind, die früher eben auch über Nacht geblieben sind.

Meiner

Manche Gründe für einen Tagesbesuch statt Wochenendausflug kann ich gut verstehen. Mit dem Älterwerden ist leider auch verbunden, dass einige unter schweren Krankheiten zu leiden haben. Das wird mehr und mehr Gesprächsthema. Und so fand ich es wirklich bemerkenswert und schön, z. B. Thomas begrüßen zu können. Es hat mich wirklich gefreut, mich mit ihm unterhalten zu können. Ich wünsche ihm alles nur erdenklich Gute!

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Auch Teilehändler glänzten durch Abwesenheit. Klar. Der Online-Shop machts möglich, dass man sich mit seinen Brocken nicht mehr auch noch am Wochenende in Bewegung setzen muss. Vielleicht traut sich der ein oder andere aber auch nicht mehr mit der teils grauenhaften Qualität der Teile vor die Tür. Dabei hat so mancher doch immer ein paar Teile nötig, gell, Ralf?

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Von denen, die sich aber eben doch nicht haben abhalten lassen, sind dafür m. E. mehr Leute auf eigener Achse mit ihrem 500er gekommen. Das ist natürlich schön, vor allem für die Fotos, wo die Fremdkarren ja doch irgendwie das Bild stören. Aber ich will mal nicht zu laut rumunken. Schließlich war ich auch das eine oder andere Jahr mangels Zeit, Lust oder fahrbereitem 500er mit einem Fremdfabrikat auf dem Backsberg. Egal: Dabei sein ist alles, kann ich nur allen zurufen, die meinen, sich ohne 500er nicht blicken lassen zu können. Alles Quatsch. Es kommt auf die Leute an. Dabei habe ich gar nicht verstanden, warum (zumindest gefühlt, denn Zahlen kenne ich nicht) so wenige gekommen sind: Gerade nach dem langen Winter muss man doch geradezu danach lechzen, endlich wieder bei herrlichem Wetter eine längere Fahrt zu unternehmen. Sich den Wind durchs offene Dach um die Nase wehen zu lassen und sich auch bei Temperaturen nachts knapp über dem Gefrierpunkt nicht die Laune verderben zu lassen, sondern lieber ein paar leere Wasserflaschen zu Wärmflaschen umzufunktionieren.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Wir waren nach gut 4,5 Stunden Fahrt aus Berlin am frühen Freitagabend wohlbehalten angekommen und schüttelten uns als erstes mal den Lärm aus den Ohren. Wobei, so ein vollgepackter 500er mit drei Schlafsäcken, 2 dicken Isomatten, geräumigem Zelt, 2 Stühlen, Klamotten, 2 Modellflugzeugen, 1 Kasten Bier und etwas Verpflegung ist ja gar nicht mehr sooo laut. Schon nach wenigen Stunden ist das Rauschen in den Ohren wie weggeblasen.

Kombizisch

Das Tolle am Bremer Treffen ist ja, dass man sich immer mehr auf die einzigartige Verpflegung verlassen kann. Seit etlichen Jahren bereitet Harald nicht nur Freitag abends frische Pizza mit allerlei verschiedenem Belag, sondern backt Samstag und Sonntag auch noch Brötchen auf dem Platz. Wo gibt es das schon? Sehr positiv hat sich auch ausgewirkt, dass Axel relativ früh am Samstag wegmusste, so dass, wie Udo meinte, man das Essen nicht nur schmecken, sondern – ganz neu – auch sehen konnte! Essen vor Sonnenuntergang war sonst so ne Sache. Allerdings wäre die Kombination aus beidem: Axel bleibt bis Sonntag und es gibt trotzdem früh Essen, noch besser. Wie sonst auch fing ja doch der eine oder andere nach der Rückkehr von der Ausfahrt an zu grillen. Trotz reichhaltigem Kuchenbüffet fehlt manchem eben ein herzhaftes Mittagessen.

Fiat 500 Treffen Bremen 2013

Seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit der herrlichen Wümme-Wiesen zum Modellfliegen. So auch dieses Jahr. Eigentlich hatte ich mal damit angefangen, um Fotos aus der Luft zu machen. Das hat etwas nachgelassen, seit ich ambitionierter am Boden fotografiere, aber so ne kleine Keychain-Cam hatte ich doch dabei, um sie vorn auf meinen Experimentalflieger zu packen (davon demnächst mehr). Und so ist wenigstens ein kurzer Film zustande gekommen, auf dem man leider in erster Linie sieht, wie leer es war. Und am Ende ist der Flieger auch noch abgestürzt (und durchgebrochen).

Lagerfeuer gab’s auch, diesmal allerdings vor allem am Samstag Abend etwas kleiner als sonst, da man – trotz steigender Treffenplatzkosten – weniger Holz als in früheren Jahren zum Verbrennen hatte. Ging aber auch, waren ja nicht so viele Leute, die sich um das Feuer scharten. Man musste zwar immer ein paar Meter zurück und dann wieder vor mit seinem Stühlchen, je nach dem, ob und wer gerade Holz nachlegte, aber so bleibt man ja in Bewegung.

Lagerfeuerromantik

Tjoa. Und ruckzuck war der Abend rum. In der Nacht machte ich den Fehler, die Socken auszuziehen. Da war’s dann etwas frisch an den Füßen, ging aber. Am nächsten Morgen grüßte die  Sonne wieder mit voller Kraft vom Himmel. Herrlich, wenn man dann das erste Mal die Nase aus dem Zelt steckt! Dann in Ruhe frühstücken und dummes Zeug quatschen und die Sachen zusammenpacken. Muss ich noch erwähnen, dass wir wieder heile mit dem kleinen Kombi in Berlin angekommen sind und bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 100 km/h rund 5 l/100km verbraucht haben? Muss ich nicht? Doch, ich finde schon. Ist doch super! In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr!

Dämmerung

Will Sagen: Will abnehmen

Jaja. #boff3 oder ausgeschrieben die „Belly off“-Aktion einiger auch mir bekannter Blogger habe ich ja nicht offiziell mitgemacht. Ich hätte eh keine Siegchancen, also warum öffentlich zum Horst machen? Und außerdem wollte ich mich nicht irgendwie unter Druck setzen, schaffe ich es derzeit doch zum ersten Mal, wirklich an meinem Gewicht zu arbeiten (also in Richtung weniger, die andere Richtung beherrsche ich besser). Und das ist mir so wichtig, dass ich mich keinem Einfluss von außen aussetzen möchte. Denn, wer mich kennt, weiß, dass das überfällig war (oder ist).

Gegenüber meinem Highscore irgendwann in 2011/2012 habe ich jetzt 15 Kilo runter. Damals habe ich es aber vermieden, mich systematisch zu wiegen. Irgendwann hat es in meiner Rübe dann *klick* gemacht. Seit ich nun also auf mein Gewicht achte, etwa seit Anfang Dezember, bin ich jetzt dabei, am 12. Kilo zu arbeiten. Das ist schon nicht schlecht: Die Hosen schlackern, die Hemden spannen nicht mehr so und das Beste: Ich passe so langsam wieder in meine geliebte Wildlederjacke, die ich Anfang der 90er während meines Studiums in einem Second-Hand-Laden in Hannover an der Lister Meile gekauft habe. Die, gammelig und verschlissen wie sie ist, habe ich nie  weggegeben. Ich hatte immer die Hoffnung: Eines Tages passt du da wieder rein. Tja. Und in dieser Saison ist es soweit. Zum Leidwesen meines Umfeldes, das sich nun mit mir in dieser ollen Joppe in der Öffentlichkeit sehen lassen muss:  Ick freu mir!

Von Anfang an war mir wichtig, mich jetzt nicht irgendwie zu quälen. Die geänderte Ernährung sollte sich im Alltag umsetzen lassen und außerdem mit meinem einigermaßen diffizilem Geschmack vereinbaren lassen. Denn mit Gemüse (außer ein paar Erbsen und vielleicht Blumenkohl, wenn es sein muss), Salat (außer ein bisschen Rohkost und Blattsalat) und Obst (außer Äpfeln) kann man mich jagen! Glücklicherweise mache ich mir wenigstens nicht viel aus Kuchen oder Schokolade. Dafür könnte ich schon morgens eine Tüte Chips in mich hineinstopfen, gern garniert mit einem parnierten Schnitzel oder so. Und daran musste ich nun arbeiten, aber eben nicht radikal, sondern verträglich.

Als erstes bin ich morgens von Brot auf Müsli umgestiegen. Das hält länger satt. Aber was es da für furchtbare Sorten gibt! Z. B. mit getrockneten Bananenscheiben, gefühlt 50% Rosinen und so Zeugs. Gehmirwech! Inzwischen gibt es einen Mix aus Beerenmüsli von Rewe, angereichert mit irgendwie so süßen, ungesund wirkenden Crispy-Haferdingern und ein paar Dinkelhonigpops gegen die Langeweile im Mund. Für den Vormittag nehme ich mir dann noch einen bis zwei Äpfel mit. Das reicht dann bis zur Mittagspause gegen eins oder halb zwei. Dann muss es aber auch ordentlich was auf den Teller geben: Kohlenhydrate müssen her! Ein Teller Nudeln, dazu ein paar Scheiben Weißbrot und ein kleiner Teller Salat beim Italiener schräg gegenüber, ein Hamburger mit Pommes und Salatbeilage beim Türken neben dem Italiener oder ein Teller gebratene Nudeln oder Reis mit Huhn beim Asiaten nebenan. Tja. Und das war’s dann für den Rest des Tages. Erstaunlicherweise -ich weiß nicht warum- komme ich damit gut klar. Also mir knurrt abends nicht der Magen oder so. Wo früher gern mal mit der Beraterin in allen Lebenslagen eine Flasche Wein geköpft und dazu eine Tüte Chips in uns umgefüllt wurde, gibt’s jetzt ne große Kanne Tee. Das ist schon ein bisschen hart. Aber eben nötig. Wenn mich dann doch ein Hungergefühl plagt, gibt es eine Scheibe Käse. Ob das unbedingt die fettarme Variante sein muss, die derzeit meist im Einkaufswagen landet, weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Hauptsache, es funktioniert. Weil ich ja mehr auf Deftiges stehe, ist das mit dem Käse ok.

Tja. So sind vor allem bis Weihnachten schnell die ersten 5 oder 6 Kilo gepurzelt. Durch die Feiertage kam das ganze dann etwas ins Stocken und läuft auch nicht mehr so flüssig wie am Anfang. Aber der Trend weist eindeutig nach wie vor nach unten, pro Woche so etwa ein halbes Kilo. Das ist ok. Wie gesagt, ich will mich ja nicht quälen. Und weil ich das nicht will, ist am Wochenende Vernunftpause. Also Pause von der Ess-Vernunft. Dann gibt es Chips und Bier und Wein, und morgens ein schönes Frühstück mit Brötchen und so. Das ist zwar kontraproduktiv für den Abwärtstrend auf der Waage, aber gut für’s Gemüt. Ohne Frage hilfreich ist natürlich auch, dass meine Beraterin in allen Lebenslagen ebenfalls brav mitzieht. Sie ist auch schon viel leichter. Auch wenn in der Woche mal eine Veranstaltung ist oder wir eingeladen sind, stehe ich nicht da wie ein Trauerkloß, sondern bin „dabei“. Vielleicht nicht mehr so wie früher, aber gesündigt habe ich da ja auch wohl mehr als genug. Dann kann ich in der zweiten Lebenshälfte (man muss ja realistisch sein), vielleicht ein bisschen was wieder gut machen. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Hoffentlich noch etwas länger, denn es tut mir gut!

Der den Frauen die Köpfe verdreht

und auch den Männern … Was für eine Woche!

Eine Woche lang „Don Giovanni“. Ich versteh ja nichts von Opern. Das erste, was ich daher mit „Don Giovanni“ verbinde, ist nicht etwa die Oper von Mozart über einen Frauenhelden, sondern das herrliche Boot von Anna-Blume-Bootcharter, mit dem wir 7 Tage lang über die Gewässer nördlich von Berlin schippern durften. Hier ist es:

Don Giovanni

Schick, oder? Man glaubt gar nicht, wie viele Leute gar nicht fassen können, dass es sich dabei um ein Charterboot handelt. In jedem Hafen und jeder Schleuse wird man auf das tolle Boot angesprochen. Wer sich auch auf der Straße mit stilvollem Beförderungsgerät umgibt, ist mit sowas auf dem Wasser einfach glücklich. Es macht echt Spaß, so etwas Schönes zu bewegen. Wer will da schon z. B. in so einer Charterdose Modell Joghurtbecher sitzen? Es war das erste Mal, dass wir (meine Beraterin in allen Lebenslagen und ich) allein auf große Tour gegangen sind. Von Mildenberg (Zehdenick) aus sollte es nach Rheinsberg gehen und zurück, mit ein paar Abstechern, mal hierhin, mal dorthin. Freitag mittag ging es los. Chartermeister Günter meinte, bis Bredereiche würden wir es trotz der vier Schleusen noch gut schaffen. Das stimmte. In aller Seelenruhe konnten wir unsere ersten Schleusen- und Anlegeerfahrungen machen, bevor wir uns erst im Gasthaus „Zur Fähre“ in Bredereiche stärkten und danach in die kleine, aber feine Kajüte verkrümelten, hier im unaufgeräumten Teil absichtlich etwas unterbelichtet.

Unter Deck

Huhu, Vorschoter!

Wichtig neben einem bequemen Boot ist natürlich auch noch eine verlässliche Mannschaft. Darum darf ich an dieser Stelle unseren kleinen pelzigen Vorschoter vorstellen, der sich immer mal wieder ins Bild geschummelt hat. Da wir schon ahnten, dass der direkte Weg nach Rheinsberg uns zu schnell ans Ziel bringen würden, fuhren wir erst mal nach Lychen. Dort im Hafen gab es zwar keine Dusche, davor konnte man aber in die Fluten springen. Das machten wir erst zaghaft über die Badeleiter am Heck, wobei insbesondere das Eintauchen in der Bauchnabelregion dauerte,  nach Kontrolle der Wassertiefe dann aber mit zunehmenden Temperaturen auch gern mit einem Sprung von Deck. In Lychen gab uns der Hafenmeister den Tipp, das Restaurant am Stadttor zu besuchen. Dort gab es neben lecker Essen auch noch Livemusik. Statt Eintritt zu nehmen hat man dort die Preise moderat angehoben. Finde ich voll in Ordnung. Die Band „Goodbye Gravity“ hat in angenehmer Lautstärke viele bekannte Stücke gecovert. Ein schöner Abend geht mit einem sternenklaren Himmel zu Ende:

Sonnenuntergang in Lychen

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nur bis nach Fürstenberg. Die Strecke hatten wir aber schnell hinter uns gebracht, so dass wir weiter bis nach Priepert geschippert sind. Tjoa. Da lag man dann im Yachthafen neben zig anderen Booten. Immerhin musste ich das erste Mal rückwärts „einparken“. Das hat aber erstaunlich gut geklappt, auch weil der dortige Hafenmeister die nötige Zuversicht ausstrahlte. Überhaupt waren die Leute dort insgesamt sehr freundlich!

Das erste Mal rückwärts eingeparkt mit'm Boot!

Am nächsten Tag haben wir dann Rheinsberg erreicht. Glücklicherweise waren wir dort schon recht zeitig, weil es doch ziemlich anfing zu gewittern. Man hörte hinterher wahre Schauergeschichten von gekenterten Booten auf der Müritz und so! Wir haben uns stattdessen das nette Städtchen und Schloss Rheinsberg samt Park angesehen. Wirklich ein lohnendes Ziel der Reise!

Schloss Rheinsberg

Am Steg hatten wir für kurze Zeit einen netten Nachbarn mit einem hübschen Holz-Jollenkreuzer. Ein herrliches Boot! Aber auch unglaublich aufwendig im Unterhalt. Der Nachbar hatte nur kurz zum Einkaufen angelegt. Bier war alle. Im Bildhintergrund kann man noch gut den Gewitterhimmel erkennen.

Beauties

Am nächsten Tag ging es dann im Prinzip schon auf den Rückweg. Das Ziel war nun Fürstenberg. Dafür müssen wir uns bei nächsten Mal unbedingt mehr Zeit nehmen! Denn, eins stand schon deutlich vor dem Ende unserer Reise fest: Es wird ein nächstes Mal geben! Es gibt ja noch so viel zu entdecken.

Wir hatten ja genug Zeit, also wurde mal wieder geankert. Es ging nicht nur im Kopfsprung in die Fluten, sondern ich konnte auch mein mitgebrachtes Modellwasserflugzeug noch einmal ausprobieren. Ich hatte eine winzige Kamera untergeschnallt, und heraus gekommen ist dieses Video. Ziel war natürlich, schöne Überflüge über das Boot zu filmen. Naja, Bildqualität und Fluggeschwindigkeit stehen dem entgegen, aber ist doch trotzdem ganz schön geworden:

Von Fürstenberg aus wären wir im Prinzip schon in einem Rutsch wieder nach Mildenberg gekommen. Aber was sollten wir da? Also haben wir Templin angesteuert. Das hieß: 6 Schleusen und zum Teil langsame Fahrt in den Templiner Gewässern. Aber wir kamen an den vier Schleusen zwischen Bredereiche und dem Abzweig nach Templin gut durch, wenn man von einem kleinen Zwischenfall absieht:

Wir wunderten uns schon, warum das Ausfahren aus der Schleuse der Schleusung vor uns so lange dauerte, bis eine Frau von der stattlichen Yacht kletterte und vom Schleusentor aus den wartenden Booten zurief: „Kann uns mal einer rausschleppen? Unser Motor springt nicht mehr an!“ Wir lagen an erster Position und ich hatte ja inzwischen auch eine zweistellige Stundenzahl am Steuerrad gestanden. Also nichts wie los. Alles in der gebotenen Ruhe und Umsicht: Wenden, rückwärts heranfahren, Leine von meiner Beraterin in allen Lebenslagen annehmen lassen. Und Schub. Ups. Keine Maschine? Also auch kein Rückwärtsgang. Zunächst übrigens nicht mal jemand am Steuerstand, weil vor lauter Aufregung die gesamte Charterfamilie meinen Bootsfahrkünsten zuschaute. Irgendwann war der Vater wieder am Ruder.

Mir war inzwischen klar geworden, dass ich erstens keinesfalls zu viel Schwung in die Sache bringen durfte, weil der Kahn ja nicht bremsen konnte. Und zweitens war der Anleger nicht lang genug für 2 Boote, also habe ich den Havaristen im Schlepp nur an den Anleger gezogen, Kommando zum Überwerfen der Leine an einen Passanten gegeben, der die Lage dank Hinweise meiner Beraterin in allen Lebenslagen gleich checkte, und bin abgedreht wieder in Richtung Schleuse. Einmal längs der wartenden Boote schallte mir der Applaus von dort entgegen. Wow!

Schleuse Kannenburg

Fährt man Richtung Templin, kann man an der Schleuse Kannenburg noch echten Handbetrieb erleben. Natürlich hat man für den Schleusenwärter einen kleinen Obolus griffbereit! In Templin angekommen hab ich meine Bootsfahrkünste vom Mittag gleich wieder revidiert. Könnte man jedenfalls meinen. Wir wollten eigentlich mit dem Heck zum See anlegen, dann hätten wir nämlich abends noch einen schönen Blick über den See gehabt. Der Hafenmeister gab uns aber zu verstehen, dass wir anders herum anlegen sollten. Also wenden. Kein Problem, wären da nicht die widersprüchlichen Kommandos, mal links, mal rechts, zu mir durchgedrungen. Mit dem Ohr an der seitlichen Plane vom Bootsverdeck hört man nicht so gut. Also bin ich mal so rum, mal so rum gefahren. Hätte man mich einfach machen lassen, wäre das wesentlich geschmeidiger gewesen. Na egal, wir sind ja angekommen, und das ohne Feindberührungen.

Templin

Hinter uns lag übrigens noch ein weiteres Boot der Anna-Blume-Flotte, der/die wunderschöne Edmond Dantès, hier beim Verlassen des Hafens am nächsten Morgen. Wir kamen mit den Chartergästen ein bisschen ins Gespräch. Sie hatten bei einem früheren Aufenthalt echt Pech gehabt: Ein „Mietyoghurtbecher“ aus einer Billigheimerflotte war wohl so dreckig, dass die Tomatensoße noch in der Kombüse klebte und die Bettwäsche fleckig gewesen sei. Wenn die Anfahrt über mehrere hundert Kilometer nicht gewesen wäre, wäre man gleich angeekelt umgekehrt. Aber so habe man das in Kauf genommen. Unglaublich, was einem woanders für sein gutes Geld vorgesetzt wird. Mit solchen Ängsten braucht man bei „unserer“ Flotte nicht zu leben. Das steht aber mal fest!

Edmond Dantès

Wir sind noch ein bisschen nach Osten in den Templiner Gewässern rumgeschippert. Da es aber leider zu kühl war, war nichts mehr mit Ankern und Baden. Nachdem ich dieses Foto geschossen hatte, sind wir dann auch umgedreht. Aber das musste ich einfach festhalten. Ein Bild für die Götter!

Gertrud, gib Gas!

So sind wir schon recht zeitig am Nachmittag wieder in Mildenberg gewesen. Dort konnten wir schon ein bisschen klar Schiff machen, bis der allerbeste Günter noch vorbeikam und uns beim Abpumpen des Schmutzwassers und beim Tanken half. Gut. Eigentlich war es andersherum: Wir haben ihm geholfen. Oder noch besser: Wir haben versucht, möglichst wenig im Weg zu stehen.

Nach Edmond Dantès traf in der Dämmerung auch noch das Mutterschiff der Flotte, die Anna Blume ein. So schliefen drei Boote der Flotte friedlich nebeneinander, samt Besatzung im Heimathafen, dem neuen Hafen am Ziegeleipark in Mildenberg.

Anna Blume Mutterschiff

Am nächsten Morgen erwartete uns erst der Dunst über den Gewässern und dann leider der angekündigte Regen.

Morgen

Daher fiel die beabsichtigte Besichtigung des Ziegeleiparks leider aus. Aber auch das können und werden wir nachholen. Als Wermutstropfen blieb (zunächst) der Verlust des Eherings meiner Beraterin in allen Lebenslagen. Ein paar Tage später klingelte das Telefon mit einer unbekannten Nummern, aber bekannten Stimme: Günter hatte ihn gefunden und zwei Tage später lag er (der Ring) im Briefkasten. Danke! Es war ein super Urlaub. Wirklich toll, wie sehr man keine 100 km von Berlin entfernt so sehr in eine andere Welt eintauchen kann. Erholung von der ersten bis zur letzten Minute.

Ein Jahr Leica M9-P

Seit etwa einem Jahr fotografiere ich nun mit der Leica M9-P. Auf dem Tacho stehen 13734 Auslösungen.  Das sind pro Tag nicht mal 40 Fotos. Geht doch. 😉

Olga

Warum macht man eigentlich nach einem Jahr eine Art Rückblick? Doch irgendwie, weil man (ich) sich in den vergangenen 365 Tagen des Öfteren fragen lassen musste, wie man so viel Geld für so ein bisschen Kamera ausgeben kann. Tja, und da kann man dann auf die Idee kommen, dass man sich wohl dafür rechtfertigen muss. Die Leica wäre nie für mich in den Bereich des Möglichen gekommen, wenn nicht dafür mein selbst restaurierter, geliebter Fiat 500 gegangen wäre.

Me

Es gibt ja Zeitgenossen, die einen Leica-Besitzer nur als einen stinkreichen Schnösel sehen, der sein wertvolles Stück in die Vitrine stellt und ansonsten a) nicht damit umzugehen weiß und b) in der Regel auch völlig talentbefreit ist. Das ist jedenfalls das, was man zwischen den Zeilen z. B. in einem Podcast heraushören konnte, der meine Bremsenreiniger-Geschichte aufgegriffen hat, und naja, so ein bisschen durch den Kakao gezogen hat. Dass ich damit nicht ganz einverstanden war und insbesondere mein Dank für die kurze Klickschwemme nicht groß genug war, die mir der, ich nenne ihn liebevoll den Jamie Oliver der Fotografie, verschafft hat, hat man mir dann auch ein bisschen übel genommen, scheint’s. Dabei ist es mir finanziell, worauf es anderen ja extrem ankommt, ziemlich egal, wie viele Leute sich hierher verirren. Rückblickend war die Sensorreinigung mit Bremsenreiniger sicherlich das nach außen Aufregendste. Es hat allerdings keine (erkennbaren) bleibenden Schäden hinterlassen. Und derzeit ist es glücklicherweise auch nicht nötig, den Sensor wieder zu reinigen, weil ich halt – im Gegensatz zu den Profis, die ich an meinen Sensor gelassen habe – wirklich gründlich gearbeitet habe. Aber lassen wir das Thema ruhen.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Mich für die „P“ entschieden zu haben, war eine gute Wahl. Nicht, weil vorne nicht Leica dransteht, sondern, weil die „P“ eine Displayscheibe aus Saphirglas hat. Ich glaube, sonst könnte ich nichts mehr erkennen vor Kratzern, wo ich die Leica doch jeden Tag bei mir habe, praktisch überall, wo ich geh‘ und steh‘. Ganz klare Sache: So ein Glas gehört an jede Leica. Bei dem Preis für die normale M9 und dem Qualitätsanspruch sollte das eigentlich selbstverständlich sein. Aber soll ich mich wirklich über den Preis der Kamera aufregen? Immer das selbe Thema? Wie viel ist so eine Kamera wert? Wie viel bezahlt man für den Namen? Namen waren mir immer schon egal. Wie auch bei Autos bin ich kein Markenfetischist. Die Frage ist: Gibt es eine Alternative? Und die beantworte ich immer noch mit „nein“. Nein, es gibt keine andere Kamera, die mir das bietet, was ich mir von der M9 versprochen und auch bekommen habe.

Gerade gestern habe ich noch mit meinem Kollegen Stefan, ebenfalls foto-ambitioniert, darüber gesprochen. Ich finde z. B. die Olympus OM-D oder die Fuji X1-Pro echt schnuckelig. Aber sie gefallen mir eben bei ganz bestimmten Punkten nicht, die ich an der Leica, vor allen an den Objektiven, so schätze: Das ist einmal das Fokussieren und das ist der Blendenring. Autofokus ist oft ne tolle Sache. Aber wenn man dadurch die Funktionalität eines butterweich laufenden, aber eben nicht undefinierten Fokusrings in Verbindung mit einem Suchersystem opfert, das dem Messsucher der Leica (noch) nicht das Wasser reichen kann, drehe ich lieber die ganze Zeit von Hand, um z. B. solche Fotos zu machen:

Fiat 500

Und dann ist da das Vollformat. Ich vermisse Zoomobjektive praktisch nie. Für das, was ich mit meinen Fotos mache, komme ich mit den 18 MPixeln prima klar. Denn, ich kann mir aus meinen Bildern herrliche Ausschnitte machen, ohne Gefahr zu laufen, in einen pixeligen Bereich zu geraten. Klar. Alles hat seine Grenzen, aber das geht schon wirklich prima!

Vollformat kann aber auch Fluch sein: Denn, man muss die Blende schon ziemlich weit zu drehen, damit man Tiefenschärfe bekommt, wenn man sie will. Und da sind wir dann auch schon beim größten Manko der M9, dem Sensor, speziell seiner Licht(un)empfindlichkeit. Wo andere Kameras mit vierstelligen ISO-Werten locker hantieren und relativ rauscharme Bilder liefern, stößt die Leica mitunter schon im hohen dreistelligen Bereich an ihre Grenzen. Das ist echt Käse. Vor allem, weil es (natürlich) auch keinen Verwackelungsschutz gibt. Anstatt eine Videofunktion mit Liveview zu implementieren, wie es im Vorfeld der Photokina rumort, würde ich mir viel mehr eine überarbeitete M9 mit rauscharmem Sensor und Verwackelungsschutz wünschen. (Was diese monochrome M9 soll, habe ich btw überhaupt nicht verstanden. Aber ich bin ja auch kein ambitionierte Fotograf und schon gar kein Künstler, der sowas verstehen könnte.) Alles andere an der M9 kann so bleiben: Das Display wird ja oft gescholten. Hey. Ich will mir meine Bilder nicht auf einem kleinen Bildschirmchen ansehen. Da checke  ich nur, ob der Bildausschnitt passt. Vielleicht zoome ich kurz rein, um die Schärfe zu kontrollieren. Für mehr brauche ich das nicht. „Entwickelt“ wird das Foto eh erst mit Lightroom. Die Möglichkeiten des Programm setze ich recht moderat ein. Ich möchte den ursprünglichen Charakter der Situation, in der ich das Foto aufgenommen habe, beibehalten. Mir gehen viele extrem bearbeitete Fotos da viel zu weit. Bunteste Himmel, dramatischste Wolken, aber auch Gesichter (natürlich in schwarz-weiß), die nur aus einer makellosen weißen Fläche zu bestehen scheinen. Ne, das ist nicht meine Fotografie. Ich fotografiere, die Welt so, wie sie mir vor die Linse kommt. Und so soll es hinterher auch aussehen.

Citroen DS

Mit meiner Objektivwahl (35mm, 1:1,4 und 90mm 1:2,8) liege ich immer noch goldrichtig. Manchmal wünsche ich mir ein Weitwinkel (um 20 mm). Das kann ich mir aber nicht leisten. Mal sehen. Irgendwann vielleicht. Aber ich sage es auch ganz ehrlich: Sollte ein anderer Hersteller mit einer Sucherkamera um die Ecke kommen, die mir ordentliches manuelles Fokussieren, Vollformat und einen rauscharmen Sensor für weniger Geld bietet, bin ich nicht an die Leica gefesselt. (Vor allem, weil man auch oft an solchen Kameras die Leica-Objektive verwenden kann). Dumm nur, dass meine „Olga“, wie ich sie kurz nach dem Kauf in Anspielung an ihren martialischen und gleichzeitig minimalistischen Auftritt und die Billig-Kameras „Holga“ getauft habe, inzwischen so viele Kratzer, Macken und Verschleißspuren am Gehäuse hat, dass sie auf dem Gebrauchtmarkt wahrscheinlich in den unteren Rängen rangieren würde. Aber ich will sie ja auch gar nicht verkaufen. Eben weil es nach wie vor keine bessere Kamera für mich gibt. Vor allem keine klobige DSLR.

 

 

Fotojahresrückblick 2011

Hach, wenn ich meine Fotos nicht hätte. Ich (und ein ganz paar andere) finden meine Fotos ja ganz nett. Für mich sind sie aber insbesondere auch Gedächtnisstütze. Gucken wir also mal, was ich im fast vergangenen Jahr so erlebt hab.

Das letzte Jahr endete, das neue begann in der alten Heimat. Hach, das war nett! Vier Jahre zuvor stand gerade fest, dass wir nach Berlin gehen würden. Ich suchte damals wie verrückt nach einem Ordner, der sich dann doch in den Umzugssachen wiederfand. Das nur am Rande. Aber ich hab alle ziemlich damit genervt. Das gehört allerdings eigentlich in den Rückblick 2006 oder 2007. Wie man’s nimmt.

Traditionell begrüßt man das neue Jahr in Ostbevern mit einem Spaziergang an der Loburg. Außerdem beginne, meine Fotos erst mit Aperture, ab August auch mit Lightroom nachzubearbeiten. Schon nicht schlecht, was man da noch so herausholen kann!

Dämmerung an der Loburg

Der Winter ist lange und hart. Wir flüchten im Februar nach Gran Canaria und lernen dort segeln. Wir kehren mit dem „Sportführerschein Binnen Motor und Segel“ zurück. Und ich vergesse, die Urlaubsfotos zu flickrn. Genauso, wie schon im Jahr vorher vom Teneriffa-Urlaub. Durch glückliche Umstände kommen wir in den Genuss, mehrere Male Alba-Berlin beim Basketball zuzugucken. Die Karten sind genial, gestatten sie doch auch den Besuch der Restaurant-Lounge. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Sport oder das Essen oder die Mädels am besten finde.

Alba Berlin vs Telekom Baskets Bonn

Gerade hat die sog. Bundesregierung den Atomkompromiss rückgängig gemacht, da fliegt Fukushima in die Luft. Schöner Mist! Wir gehen demonstrieren.

anti-akw

Im April ist Jay Kay mit seiner Band in der Stadt. Ich stelle fest, dass die O2-World gut für Basketball geeignet ist, aber soundmäßig für Konzerte nicht taugt. Außerdem muss ich lernen, dass Allround-Objektive der DX-Schiene von Nikon nicht das sind, was ich mir vorgestellt habe. Das führt zu einem schicksalhaften Besuch im KaDeWe. Man gewehrt mir ein Hands-on mit der Leica M9.

M9

Im Mai beginnt wie jedes Jahr die Fiat-500-Treffensaison. Das Bremer Frühjahrstreffen findet zum 30. Mal statt. Wie schon im letzten Jahr sind wir mit dem Honda dort gewesen. Aus Gründen. Ist auch egal, weil man auch ohne eigenen Fiat die Möglichkeit hat, viele andere zu fotografieren. Ich merke, dass mich das 500er-Fahren eh nicht mehr so begeistert wie früher.

Bremen2011_036

Kanufahren. Haben wir lange nimmer gemacht. Wir nehmen uns ein Wochenende und fahren mit unserem Kanu auf dem Dach in die Wallachei in die Uckermark (oder so) und schaffen es tatsächlich nach Jahren ohne Übung, alle Sachen, die wir zum Übernachten brauchen, in unserem Kahn unterzubringen. Zum wiederholten Mal stelle ich fest, dass die Pentax Optio W80 zwar wasserdicht ist, dafür aber auch kaum brauchbare Bilder produziert.
Zum ersten Mal besuche ich die Oldtimershow in Paaren Glien. Wie sich zeigen sollte, wird das auch die letzte längere Fahrt mit meinem alten 500er werden. Ich fotografiere dort einen E-Type und merke im Oktober, wie klein Berlin ist. Denn an einem Grillabend lerne ich den dazugehörigen Fahrer persönlich kennen, der zuvor bei mir per Mail gefragt hat, ob er eine größere Kopie des Fotos haben kann.

Oldtimershow Paaren Glien 2011

Man glaubt es kaum: Der Jog kommt im Juli vorbei. Und bringt seine dicke Kamera mit. Endlich machen wir das, was wir schon lange geplant hatten. Wir fotografieren uns in und auf altem Blech. Er fotografiert meine Fiats und mich, ich ihn auf seinem Heinkel, den ich bei mir in Pflege habe. Das gefällt ihm so gut, dass er nicht nur drüber bloggt, sondern auch gleich den Header mit dem Bild füllt. Sehr vernünftig.

Heinkel Tourist 103 A1

Der August wird schicksalhaft. Entschlossen hatte ich mich schon länger, meinen 58er Fiat 500 zu verkaufen. 10 Jahre restauriert, 10 Jahre gefahren. Das reichte anscheinend. Schon ein paar Wochen lang hatte ich ihn bei mobile.de angeboten. Da hatte sich sogar ein gewisser Herr Vettel gemeldet. Mit dem hab ich nett telefoniert und ihn am Ende gefragt, ob er was mit dem Formel-1-Weltmeister zu tun hat: „Jo, dees is mei Sohn.“. Na, herzlichen Glückwunsch! Gekauft hat meinen Fiat dann aber ein Enthusiast aus der Schweiz. Der Fiat war schneller weg, als meine Kamera scharf stellen konnte:

Sold.

Tja. Und so wurde es im kommenden Monat möglich, dass ich nun mit einer Kamera hantieren kann, nach der sich manch einer die Finger leckt. Eine Leica M9-P mit einem 35mm Summilux (1:1,4) und einem 90mm Elmarit-M (1:2,8). Damit lerne ich das Fotografieren nun noch einmal so wie früher. Scharfstellen, Belichtung abschätzen (es gibt zwar ne Automatik, aber hey, wir sind hier gerade eben der Analog-Welt entronnen.) Tja. Und ganz ehrlich? Es macht mir Spaß, von Hand zu fotografieren! Und die Fotos gefallen mir! Yeah! Alles richtig gemacht. Und so fahren wir mit dem verbliebenen 500er zum Fiat-500-Ostseetreffen in die Nähe von Kiel. Dort fährt nicht nur mein nun ehemaliger „N“ herum, sondern auch ein paar „Boys“ mit oder mehr auf ihrer Ratte.

Fiat 500 Ostsee Treffen "Kieler Treffen" 2011

Ich hab die Leica nun praktisch ständig bei mir. Schließlich will der Umgang gelernt sein, damit es auch in Schnappschusssituationen klappt. Oder aus der Hüfte. Oder … hach, das Teil ist geil! Ich produziere deutlich mehr Ausschuss, aber ich bin auch strenger geworden, mit dem, was meinen eigenen Ansprüchen genügt. Naja, keine Ahnung, ob man das merkt. Ist mir auch egal, schließlich bin ich nicht hauptberuflicher Fotograf. Aber selbst das Knippsen auf Tagungen und so bei schlechtem Licht klappt gut, und man wird ständig angesprochen, ob man noch mit Film fotografiert. Ja klar …

Nebeneinander

Schon sind wir im Oktober angekommen. Das Jahr ist dreiviertel rum, der Sommer hat sich nicht wirklich von seiner besten Seite gezeigt. Das war jetzt nicht so schlimm, weil es dadurch im Büro erträglich geblieben ist, was die dortigen Temperaturen betrifft. Und im Herbst ist ja häufig das Licht am schönsten, vor allem, wenn ein Fiat 500 in der Schönhauser Allee vor einem italienischen Feinkostladen steht.

Ital. Feinkost

Und weil sich Anfang November der Sommer noch einmal aufbäumte, und der 500er vom Oktober da wieder stand, hab ich ihn halt noch mal fotografiert:

Berlin, 1. November 2011

Außerdem bin ich im November endlich, nach ich weiß nicht wieviel Jahren, endlich mal wieder in einer einmotorigen Maschine mitgeflogen. Man sagt, ich habe mich gar nicht so ungeschickt angestellt mit den Pedalen und dem Steuerknüppel. Das Wetter war novemberuntypisch genial. Ein toller Tag mit vielen Fotos.

Der Dezember ist ja mehr so der Drinnen-Monat. Und da ich lieber draußen fotografiere, ist nicht mehr so viel los mit mir. Es gibt außerdem etliche unfotogene Pflichttermine, so dass ich gerade im Advent nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ein nettes Highlight ist der alljährliche Crashversuch der HTW an der TU, in den ich mal wieder irgendwie reingeschliddert bin. Und weil ich etwas zu früh auf dem Gelände war und natürlich die Leica dabei hatte, hab ich auch ein Foto gemacht.

TU im Wedding

Ach, und einen Hut hab ich mir noch gekauft.

 

;-)

Fotojahresrückblick 2010

Januar
Das neue Jahr wird in Essen eingeläutet. Eine tolle Party mit guten Freunden in einer Region im Wandel. Als es zur Zeche Zollverein und zum Red Dot Award Museum geht, habe ich meine Kamera vergessen und nur mein iPhone parat. 1st #fail of the year!
Red Dot Essen

Februar
Ich bekomme meine Nikon D5000, und Berlin taut langsam wieder auf. Außerdem geht’s in den Urlaub.
Konfetti

März
Besuch in Luxemburg. Ich bekomme zwar nicht unbedingt einen guten, dafür aber den am besten eingeschenkten Whiskey.
Gut eingeschenkt!

April
Es geht nach Essen zur Techno Classica. Ich bekomme wenigstens ein bisschen was von der Kulturhauptstadt mit. Sollte das letzte Mal im Festjahr sein. Schade!
Parkleuchten

Mai
In (besser bei) Bremen ist wieder Fiat 500 Treffen. Ich bin ohne Fiat dort. Ist irgendwie auch egal. Ich merke, dass ich nicht mehr wirklich im Einklang mit der „Szene“ bin.
Bremen_10_57

Juni
Ich spiele mit dem Gedanken, meine „Gärtnerin“ zu verkaufen. Nach einem Vierteljahr stellt sich heraus, dass sie niemand haben will. Ich behalte sie.
neue Schuhe

Juli
Ich bin nicht mehr nur mein eigener Chef. Ich sehe Prince live in der Waldbühne. Und ich bekomme meinen Z3 wieder zurück. Wieviel Glück kann ein Mensch haben? 😉
Z3

August
Der Sommer lässt sich bitten. Dafür macht mein Copter ganz nette Luftbilder.
Rummelsburger Bucht

September
Urlaub in Südfrankreich. Ich wusste nicht, wie schön es hier ist. Vor allem die Campingplätze.
France_2010_137

Oktober
Kleine Dinge für großen Spaß:
Micro-Heli und Keychain Cam ziehen mich in ihren Bann.
Micro-Heli

November
Die Entdeckung des Monats: Basketball. Vor allem das Drumherum. Also auch. Das Spiel. Egal, alles lecker.
Auf Wunsch des Nachbarjungen

Dezember
Viel zu früh hat der Winter die Stadt wieder heimgesucht. Egal. Berlin ist toll!
Fernsehturm